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Hypnerotomachia: The Strife of Loue in a Dreame

by Francesco Colonna · in German

Typografische Fehler sind am Ende des Textes aufgeführt. Seiten-/Fußnotenbezeichnungen in Kleinbuchstaben ([a] [b]...) sind original; Bezeichnungen, die vom Transkribenten hinzugefügt wurden, sind großgeschrieben ([A] [B]...).

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Nummer 87

DIE ENGLISCHE ERFAHRUNG

Ihre Aufzeichnung in frühen gedruckten Büchern Herausgegeben als Faksimile

(FRANCESCO COLONNA)

HYPNEROTOMACHIA

London 1592

Da Capo Press Theatrum Orbis Terrarum Ltd. Amsterdam 1969 New York

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Die Verleger bekunden ihre Dankbarkeit gegenüber den Kuratoren der Bodleian Library, Oxford, für ihre Erlaubnis, die Kopie der Bibliothek reproduzieren zu dürfen.

S.T.C. Nr. 5577 Kollation: A-Z (4o.), Aa-Cc (4o.)

Herausgegeben 1969 von Theatrum Orbis Terrarum Ltd., O. Z. Voorburgwal 85, Amsterdam & Da Capo Press : ein Geschäftsbereich der Plenum Publishing Corporation :

227 West 17th Street, New York. 10011 Gedruckt in den Niederlanden

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HYPNEROTOMA- CHIA.

Der Streit der Liebe in einem Traum.

Zu London, Gedruckt für Simon Waterson, und zu verkaufen in seinem Laden, auf dem S. Paules Church- yard, am Cheape-gate.

1592.

AN DIE DREIFACH HOH- GEEHRTEN UND EWIG LEBEN- DEN TUGENDEN VON SYR PHILLIP SYDNEY RITTER; UND AN DIE HOCHGEEHRTEN UND ANDERE WELCHE- AUCH IMMER, DIE IHN LEBEND LIEBTEN, UND DIE IHM NACH SEINEM TODE SEIN RECHT GEBEN.

An den Hochgeehrten Robert Deuorax, Graf von Essex und Ewe, Viscount Hereford, und Bourghchier, Lord Ferrers of Chartley, Bourghchier und Louaine, Stallmeister der Majestät der Königin, und Ritter des edelsten Ordens vom Hosenband: Es wird gewünscht, die Vollendung allen Glücks, und triumphale Glückseligkeit in diesem Leben, und in der Welt, die da kommen wird.

Als ich beschlossen hatte (Hochgeehrter), dieses Buch den ewiglebenden Tugenden jenes unvergleichlichen Ritters Syr Phillip Sydney zu widmen; dachte ich bei mir, dass ich keine edlere Persönlichkeit als Eure Selbst finden könnte, und keine, die besser geeignet wäre, meine Pflicht gegenüber dem Verstorbenen zu bevormunden, zu beschirmen und zu verteidigen, als Euer Ehren, deren Größe eine solche ist, und deren Tugenden von solcher Kraft, dass derjenige, der sie lobt, es nicht verdient, als Schmeichler betrachtet zu werden, doch wer dasselbe nicht tut, mag als ein Übelwollender erachtet werden. Wie Euer Ehren dies annehmen werden, daran zweifle ich nicht, denn Höflichkeit begleitet wahre Nobilität; aber meine demütige Bitte ist, dass Euer Ehren nicht von mir denken mögen (durch den Titel des Buches und einen Teil der Abhandlung), als ob ich verliebt wäre und gemäß meinen eigenen Leidenschaften spräche, denn da ich meiner Freiheit beraubt bin und im Grabe des Vergessens gehalten werde, wo ich noch immer verweile, bedrückt von Melancholie und ermüdet von tieferen Studien, war ich froh, die Zeit mit diesen Einfällen zu überbrücken, indem ich in ihnen die Eitelkeit dieses Lebens und die Ungewissheit seiner Freuden im Traum des Poliphilus anatomisierte; wenn es Euer Ehren bei gelegener Muße gefallen sollte, dies zu durchsehen, und zu verzeihen, was Ihr als misslungen erachtet, und meinen guten Willen abzuwägen, so werde ich mich für den Glücklichsten halten.

Und so nehme ich demütig Abschied, bis ich Euer Ehren eine Angelegenheit darbringen kann, die sich besser dafür eignet.

Euer Ehren ergebenst,

R. D.

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Anonymi elegia ad Lec- torem.

Candide Poliphilum narrantem somnia Lector auscultes, summo somnia missa polo, Non operam perdes, non h[ae]c audisse pigebit, tam varijs mirum rebus abundat opus. Si grauis & tetricus contemnis erotica, rerum nosce precor seriem tam bene dispositam. Abnuis? ac saltem stylus & noua lingua novusq; sermo grauis, sophia, se rogat aspicias. Id quoq; sirenuis, geometrica cerne vetusta plurima milliacis disce referta notis. Hic sunt Pyramides, therm[ae], ingentesq; Colossi, ac Obeliscorum forma vetusta patet. Hic diuersa basis fulget, vari[ae]que column[ae] illarumq; arcus, Zophora, epistilia, Et capita atq; trabes, et cum quadrante coron[ae] symmetria, & quicquid tecta superba facit. Hic regum cernes exculta palatia, cultus Nympharum, fontes, egregiasque epulas. Hinc bicolor chorea est latronum, expressaque tota in Laberintheis vita hominum tenebris. Hinc lege de triplici qu[ae] maiestate tonantis dicat, & in portis egerit ipse tribus._ Polia _qua fuerit forma, quam culta, tryumphos inde Iouis specta quatuor [ae]thereos. H[ae]c pr[ae]ter varios affectus narrat amoris, atque opera & quantum s[ae]uiat ille Deus._

Im Druck entgangene Fehler.

[Anmerkung des Transkribenten: Die hier aufgeführten Korrekturen wurden im Text vorgenommen. In vielen Fällen unterscheidet sich die gedruckte Form von der unter "Fehler" gezeigten; diese ursprünglichen Formen sind in [eckigen Klammern] angegeben.]

+------+-------+-------+--------------------+---------------------+ | Fol. | Seite | Zeile | Fehler | Korrektur | | | | | | | | 1. | 2 | 38 | I begin of the | I began the | | 4. | 2 | 8 | member. | members. | | 6. | 1 | 12 | troake, | trunke, | | 6. | 2 | 3 | assured, | azur'd. | | 7. | 1 | 33 | fiing, [fying] | flying. | | 10 | 1 | 23 | Laborinth, | Laborinths. | | | | | [laborinth] | | | 10 | 2 | 20 | Palia. | Polia. | | 11 | 1 | 2 | foote, | fowre. | | 11 | 1 | 29 | cariec, [carreic] | carrier. | | | | | [carreic] | | | 11 | 2 | 3 | backs, [backes] | backe. | | 12 | 1 | 11 | pecee, [peeee] | peece. | | 13 | 1 | 3 | adolestency, | adolescency. | | | | | [adolestencie] | | | 13 | 1 | 5 | soliature. | foliature. | | 14 | 1 | 29 | stone, | sonne. | | 19 | 2 | 12 | soliature, | foliature. | | 19 | 2 | 25 | briganine, | brigandine. | | | | | [bryganine] | | | 19 | 2 | 39 | all. | off. | +------+-------+-------+--------------------+---------------------+

+------+-------+-------+--------------------+---------------------+ | Fol. | Seite | Zeile | Fehler | Korrektur | | | | | | | | 21 | 1 | 38 | subuaging, | suruaighing | | | | | [sub-/vaging | | | | | | at line break] | | | 21 | 2 | 2 | sardins, [Sardins] | sardius. | | 22 | 1 | 7 | vanubraces, | vaumbraces. | | | | | [Vanubraces] | | | 22 | 1 | 12 | coronie, [Coromie] | coronice. | | 22 | 2 | 18 | Daphus, | Daphne. | | 22 | 1 | 28 | chanifered, | chamfered. | | 22 | 1 | 30 | contract, | contrast. | | 22 | 2 | 29 | Aehanthis. | Achanthis. | | | | | [Aehanthus] | | | 23 | 1 | 12 | hapies, [Hapies] | Harpies. | | 23 | 1 | 15 | fishen, | fishie. | | 23 | 2 | 4 | did Anaglipts, | did y^e Anaglipts | | 23 | 2 | 5 | Briapis, | Briaxes. | | 24 | 2 | 22 | Andraene, | Andracine. | | | | | [Andraeme] | | | 24 | 2 | 32 | bel flowred | bell flowre. | | | | | fox gloue, | | | | | | [bell flowered | | | | | | Foxgloue] | | | 26 | 2 | 2 | menifis, | memphis. | | | | | [Meniphis] | | | 26 | 2 | 34 | which my, | which with my | | 28 | 2 | 8 | vastus, [vastues] | vastnes. | +------+-------+-------+--------------------+---------------------+

[Dekoration]

Poliphili hypnerotomachia, Worin er aufzeigt, dass alle menschlichen und weltlichen Dinge nur ein Traum sind und nur wie Eitelkeit selbst. Bei deren Darlegung sind viele Dinge abbildungswürdig im Gedächtnis behalten.

Der Autor beginnt seine Hypnerotomachia_, um die Stunde und Zeit festzulegen, als es ihm im Schlaf schien, dass er in einer stillen einsamen Wüste und unbewohnten Ebene sei, und wie er von dort daraufhin unbedacht, bevor er sich dessen gewahr war, mit großer Furcht in einen dunklen, obskuren und wenig begangenen Wald eintrat._

Die Beschreibung des Morgens.

Zu der Stunde, da Phoebus[a] hervortrat, die Stirn der Leucothea[b] mit Helligkeit verschönerte und aus den Ozeanwellen erschien, ohne seine sich drehenden Räder, die aufgehängt worden waren, gänzlich zu zeigen, sondern schnell mit seinen flinken Pferden Pyrous & Eous[c] seinen Lauf beschleunigte und ein Kolorit auf die Spinnennetze legte, zwischen den grünen Blättern und zarten Stacheln der zinnoberroten Rosen, bei deren Verfolgung er sich überaus schnell & glänzend zeigte, da kräuselte er nun auf den niemals ruhenden und stets bewegten Wellen sein strahlendes Haar.

[Seitenanmerkung a: Phoebus die Sonne.]

[Seitenanmerkung b: Leucothea der Morgen.]

[Seitenanmerkung c: Pyr & Eo, die Pferde der Sonne.]

Bei seinem Aufgang, just in jenem Augenblick, stieg der ungehörnte Mond selbst herab, löste von seinem Wagen seine zwei Pferde, das eine weiß und das andere braun, und zog zum Horizont[d], verschieden von der Hemisphäre[e], aus der er kam.

[Seitenanmerkung d: Horizont ein Kreis, der die halbe Kugel des Firmaments von der anderen Hälfte trennt, die wir nicht sehen.]

[Seitenanmerkung e: Hemisphäre ist der halbe Umfang des sichtbaren Himmels.]

Und als die Berge und Hügel schön waren, und die Nordostwinde aufgehört hatten, mit der Schärfe ihrer Stöße das Zarte sprießen unfruchtbar zu machen, das sich bewegende Schilf zu beunruhigen, die sumpfige Binse und die schwache Zypresse, die sich biegenden Weinreben zu quälen, die sich neigende Weide zu stören und die spröden Tannenäste unter den Hörnern des wollüstigen Stieres zu zerbrechen, wie sie es im Winter tun.

Zu ebendieser Stunde, als die vielfarbigen Blumen und grünen Wiesen bei der Ankunft der Sonne des Hypperion[f] seine brennende Hitze nicht fürchten, betaut und besprengt mit den kristallenen Tränen des süßen Morgens, wenn die Halcyonen[g] auf den ebenen Wellen der stillen, ruhigen und leise fließenden Meere ihre Nester im Angesicht des sandigen Ufers bauen, wo die traurige Ero mit heißen Seufzern den schmerzlichen und undankbaren Abschied ihres schwimmenden Leander[h] betrachtete.

[Seitenanmerkung f: Hyperion die Sonne.]

[Seitenanmerkung g: Halcyonen sind gewisse Vögel, die, wenn sie in der Nähe des Ufers auf den Wellen bauen, keinen Sturm zulassen, bis die Jungen ausgebrütet sind.]

[Seitenanmerkung h: Leander ein junger Mann aus Abydos, der beim Schwimmen über den Hellespont (ein schmales Meer bei Byzanz, das Europa von Asien trennt) nach Sestus, im Angesicht seiner Geliebten Ero von Sestus ertrank, was sie sah, worauf sie sich selbst in das Meer stürzte und mit ihm starb.]

Ich, auf meinem Bett liegend, einem passenden und geeigneten Freund für einen müden Körper, kein Geschöpf in meiner Kammer außer der Dienerin meines Leibes und den üblichen Nachtlichtern, die, nachdem sie verschiedene Reden geführt hatte, um mich zu trösten, nachdem sie zuvor von mir den ursprünglichen Grund für meine hohlen und tiefen Seufzer erfahren hatte, bemühte sie sich ihr Bestes, um, wenn sie es zumindest könnte, meinen gestörten und jämmerlichen Zustand zu lindern. Doch als sie sah, dass ich nach Schlaf verlangte, verabschiedete sie sich.

Dann, allein gelassen mit den hohen Gedanken der Liebe, nachdem ich eine lange und ermüdende Nacht ohne Schlaf verbracht hatte, durch mein karges Schicksal und ein widriges Gestirn, gänzlich untröstlich und bekümmert, aufgrund meiner unzeitigen und nicht gedeihlichen Liebe, weinte ich und zählte von Punkt zu Punkt auf, was für eine ungleiche Sache die Liebe ist: und wie passend man lieben kann, der nicht liebt: und welche Verteidigung es gegen die ungewohnten, doch täglichen Angriffe der Liebe geben mag: für eine nackte Seele, gänzlich unbewaffnet, der aufrührerische Streit, insbesondere wenn er innerlich ist: ein stets Frischer, der mit unsteten und neuen Gedanken überfällt.

Auf diese Weise in einen so elenden Zustand gebracht und lange Zeit in einen tiefen Pfuhl bitterer Sorgen eingetaucht, waren meine umherirrenden Sinne schließlich müde, sich weiterhin von schaler und erdichteter Lust zu nähren, sondern direkt und ohne Täuschung von dem seltenen göttlichen Objekt: dessen ehrwürdige Idee tief in mir eingeprägt ist und im Geheimen meines Herzens lebt, woraus dieser so große und unaufhörliche Streit entspringt, der meine grausamen Qualen ohne Unterlass stets erneuert. Ich begann die Bedingungen jener elenden Liebenden, die für das Vergnügen ihrer Geliebten ihren eigenen Tod wünschen und sich in ihren besten Freuden für die Unglücklichsten halten, ihre erdichteten Leidenschaften nicht anders als mit getreuen Einbildungen nährend. Und dann, wie ein müder Körper nach schwerer Arbeit, so wünschte ich, äußerlich etwas gemildert im Schmerz meiner bekümmerten Gedanken und nachdem ich den Lauf meiner herablaufenden Tränen, deren Tropfen meine blassen Wangen durch liebendes Leid benetzt hatten, in Klausur verschlossen hatte, etwas notwendige Ruhe.

Schließlich, als meine feuchten Augen unter ihren blutunterlaufenen und rötlichen Lidern geschlossen waren, wurde ich sogleich zwischen einem bitteren Leben und einem süßen Tod von ihnen überfallen und überwunden, mit einem schweren Schlaf, der mit meinem Verstand und wachen Geistern kein Teilhaber an einem so hohen Vorgang war.

Mir schien, dass ich an einem weiten, ebenen und offenen Ort sei, ganz grün und mannigfach mit vielen Arten von Blumen gesprenkelt, wodurch er überaus geschmückt schien. In welchem aufgrund der milden und sanften Luft eine stille, ruhige Stille herrschte: So sehr, dass meine aufmerksamen Ohren kein Geräusch hörten, noch drang irgendeine erdichtete Sprache in sie, sondern mit den gnädigen Strahlen der Sonne verging die gleitende Zeit.

An welchem Ort ich mich mit furchtsamer Bewunderung umblickte und zu mir selbst sagte. Hier erscheint kein menschliches Geschöpf vor meinem Gesicht, noch ein Waldtier, ein fliegender Vogel, ein Landhaus, ein Feldzelt oder eine Hirtenhütte: weder konnte ich auf dem Gras eine Schafherde, oder eine Rinderherde, oder einen rustikalen Hirten mit einer Haferpfeife sehen, der pastorale Melodien macht, sondern nur den Vorteil des Ortes und die Stille der Ebene nutzend, was mich sicher machte, ohne Furcht zu sein, richtete ich meinen Lauf immer weiter vorwärts, indem ich auf beiden Seiten die zarten Blätter und das dicke Gras beachtete, die unbewegt ruhten, ohne das Erblicken irgendeiner Regung.

Schließlich brachten mich meine unwissenden Schlafe in einen dichten Wald, in den ich, nachdem ich ein hübsches Stück hineingegangen war, nicht mehr herauszufinden wusste. Woraufhin eine plötzliche Furcht mein Herz überfiel und sich in jedes Gelenk ausbreitete, so dass meine Farbe blass zu werden begann, und das umso mehr, da ich allein und unbewaffnet war und keinen Pfad oder Weg finden konnte, um mich entweder vorwärts zu lenken oder mich wieder zurückzuführen. Sondern ein dunkler Wald aus dicken Büschen, scharfen Dornen, hohen Eschen, die von der Viper gepeitscht werden, zähen Ulmen, geliebt von den fruchtbaren Reben, hartem Ebenholz, starken Eichen, weicher Buche und braunen Haseln, die indem sie gegenseitig ihre Zweige hielten, sich mit natürlichem guten Willen entgegenstellten, um dem Eintritt des gnädigen Sonnenscheins mit der grünen Bedeckung ihrer zahllosen Blätter zu widerstehen. Und auf diese Weise fand ich mich in einem frischen Schatten, einer kühlen Luft und einem einsamen Dickicht wieder.

Woraufhin meine Vernunft mich überzeugte zu glauben, dass dieser riesige Wald nur ein Aufenthaltsort für wilde und schädliche Tiere sei, wie der hauerbewehrte Eber, der wütende und blutgierige Bär, die zischende Schlange und der eindringende Wolf, gegen die ich unvorbereitet war, Widerstand zu leisten, sondern vielmehr als eine Beute, die unter sie gesandt wurde, elendiglich mein Fleisch und meine Knochen in Stücke gerissen und zernagt zu bekommen.

Und so das Schlimmste vorhersehend, was folgen könnte, war ich entschlossen, nicht dort zu verweilen, sondern zu versuchen, herauszukommen, damit ich solchen vermuteten Ereignissen besser ausweichen könnte, und mich auf meine Füße begebend, wanderte ich nun diesen Weg, nun jenen Weg, bald zur rechten Hand, bald zur linken: nun vorwärts, dann wieder zurück, nicht wissend, wie ich zwischen den dicken Zweigen und reißenden Dornen gehen sollte, die sich auf mein Gesicht legten: meine Kleidung zerrissen, und mich manchmal in ihr hängen lassend, wodurch meine Eile, herauszukommen, sehr gehindert wurde. In dieser ungewohnten Arbeit: und ohne Hilfe, außer dem Behalten der Sonne immer auf einer Seite, um mich schnurstracks vorwärts zu führen: wurde ich extrem heiß und schwach, nicht wissend, was ich tun sollte, außer in einem müden Körper einen Geist zu enthalten, der durch mühselige Gedanken verstört war, hohle und tiefe Seufzer ausstoßend, die Hilfe der mitleidigen kretischen Ariadne begehrend, die für die Vernichtung ihres monströsen Bruders, des Minotaurus[A], dem betrügerischen Theseus ein Knäuel aus Faden gab, um ihn aus dem verschlungenen Labyrinth zu führen, damit auch ich durch ein solches Mittel aus diesem obskuren Wald befreit werden könnte.

[Seitenanmerkung A: Minotaurus ein Ungeheuer auf Kreta, geboren von Pasiphae, welches, eingeschlossen im Labyrinth, sich von Menschenfleisch ernährte, welches Theseus erschlug und durch ein von Ariadne, der Tochter des Königs Minos, gegebenes Knäuel aus Faden aus dem Labyrinth herauskam, nachdem sie seine Frau geworden war, die er verließ und in einer unbewohnten Insel zurückließ, ungeachtet dessen, dass sie sein Leben gerettet hatte.]

[Dekoration]

_Poliphilus, der so in diesem gefährlichen und obskuren Wald verstört war, gelangt schließlich heraus, und an einen schönen Fluss gekommen, sich bemühend, sich auszuruhen und seine Hitze abzukühlen, hörte er eine überaus entzückende Harmonie, die ihn vergessen ließ zu trinken, und folgte der Stimme, die ihn in eine schlimmere Verwirrung brachte._

Furcht und Verlangen nach Freiheit meine Sinne so besetzend, war mein Verständnis erblindet, noch wusste ich, ob es besser für mich wäre, mir entweder den gehassten Tod zu wünschen oder an einem so schrecklichen Ort auf das ersehnte Leben zu hoffen. So auf jede Weise unzufrieden, bemühte ich mich mit aller Kraft und Sorgfalt, herauszukommen, wobei ich, je mehr ich mich abmühte, mich umso mehr verstrickt fand und mit Müdigkeit so geschwächt, dass ich auf jeder Seite fürchtete, wann irgendein grausames Tier kommen und mich verschlingen würde, oder sonst aus Versehen in eine tiefe Grube oder einen hohlen Ort zu stürzen.

Weshalb ich, mehr zitternd als im mustulenten Herbst das gelb gefärbte Blatt, nachdem es seine Feuchtigkeit verloren hat, gründlich durchsucht vom wütenden Nordwind, mein Herz zu Gott erhob, wünschend, wie Achemenides, der vor dem schrecklichen Zyklopen Angst hatte, eher von den Händen des Aeneas, seines Feindes, erschlagen zu werden, als einen so verhassten Tod zu erleiden.

Und mein andächtiges Gebet, aufrichtig mit einem reumütigen Herzen vereint, eine Quelle von Tränen vergießend mit einem festen Glauben, befreit zu werden. Ich fand mich in kurzer Zeit in Freiheit, wie ein neuer Tag, der aus einer dunklen und stürmischen Nacht hervorgekrochen ist. Meine Augen, die zuvor an eine solche obumbrierte Dunkelheit gewöhnt waren, konnten kaum ertragen, das Licht durch wässrige Traurigkeit zu betrachten. Dennoch war ich froh, das Licht zu sehen: wie jemand, der in Freiheit gesetzt wurde, der in einem tiefen Kerker und obskurer Dunkelheit angekettet gewesen war. Sehr durstig war ich, meine Kleidung zerrissen, mein Gesicht und meine Hände zerkratzt und genesselt, und obendrein so extrem in Hitze versetzt, dass die frische Luft mir mehr zu schaden als zu nutzen schien, noch erleichterte sie in irgendeiner Weise meinen Körper, der begierig war, seinen neu wiedergewonnenen Spielraum und Freiheit zu behalten.

Und nachdem ich meinen Geist ein wenig aufgerüttelt und meine Sinne in besserer Art zusammengerufen hatte: suchte ich ein Mittel, meinen übermäßigen Durst zu stillen, der durch zahllose Seufzer und die extreme Arbeit des Körpers hervorgerufen und verstärkt worden war. So meine Augen mit einem fleißigen Blick um die Ebene werfend, um irgendeinen Brunnen zu finden, an dem ich mich erfrischen könnte: eine angenehme Quelle oder ein Wasserhaupt bot sich mir dar, mit einer großen Ader, die aufkochte, um die herum verschiedene süße Kräuter und Wasserblumen wuchsen, und von derselben floss ein klarer und kristallener Strom, der sich in verschiedene Zweige teilte, durch den Wüstewald rannt, mit einem sich drehenden und windenden Körper, in sich andere kleine Kanäle aufnehmend, die sich in ihn ergossen.

In deren Läufen die von der Natur aufgehobenen Steine und Baumstämme, die von ihren Wurzeln nicht länger gehalten werden durften, ein stoppendes Hindernis für ihre Strömung und zischenden Fall verursachten, was, noch verstärkt durch andere dissonante Wildbäche von hohen und unfruchtbaren Bergen in der Ebene, eine schöne Helligkeit und einen sanften, vorübergehenden Lauf zeigte, zu welchem ich, kurzatmig kommend, durch meine furchtsame Flucht. Ich sah ein kleines obskures Licht durch die Wipfel der hohen Bäume, die sich etwas über dem Wasser teilten, und mit dem Rest ihrer Körper und Zweige, gleichsam die Himmel von meinen aufgehobenen Augen trennend. Ein schrecklicher Ort, an dem man ohne Begleitung irgendeines Geschöpfes sein konnte.

Und plötzlich den Fall von Bäumen durch die Kraft eines Wirbelwindes & das Geräusch der gebrochenen Zweige hörend, mit einem verdoppelten und heiseren Klang von ferne, und doch zum Echo des Wassers durch den dichten Wald gebracht, geriet ich in ein neues Erstaunen.

Und in diesem Augenblick, so entsetzt und betrübt, und doch ohne irgendeine Verletzung erlitten zu haben, auf meinen Knien niedergebeugt, und die Höhlung meiner Hand umschließend, entschloss ich mich, damit ein notwendiges Trinkgefäß zu machen: Ich hatte sie nicht eher ins Wasser getaucht und meinem Munde die lang ersehnte Feuchtigkeit dargeboten, um damit die extreme Hitze meines brennenden Herzens zu kühlen und zu lindern, was mir zu jener Zeit willkommener gewesen wäre als Hypanis und Ganges den Indern, Tigris oder Euphrat den Armeniern, oder Xeylus dem äthiopischen Volke, oder den Ägyptern seine Überschwemmung, welche ihre verbrannte und geröstete Erde tränkt, oder gar der Fluss Po den Ligurern.

Eben da begab es sich auch, dass ich, kaum hatte ich Wasser in meine Handfläche genommen und es meinem offenen, zum Empfang bereiten Munde dargeboten, einen dorischen Gesang vernahm, an dem ich mich so sehr erfreute, als hätte ich den thrakischen Thamiras gehört, welcher sich meinen Ohren und meinem unruhigen Herzen mit so süßer und ergötzlicher Darbietung präsentierte, mit einer nicht irdischen Stimme, mit so großer Harmonie und unglaublicher, erdachter Schrillheit und ungewöhnlicher Proportion, wie sie von keiner Zunge hinreichend zu rühmen möglich ist. Deren Süße erfreute mich so sehr, dass ich darüber meiner Sinne beraubt und mein Verstand mir so genommen wurde, dass ich mein begehrtes Wasser durch die gelockerten Gelenke meiner schwachen Hände fallen ließ.

Und dann, gerade wie ein Vogel, der vor lauter Süße des Rufs vergisst, an die List des Vogelstellers zu denken, so ließ ich, was die Natur nötig hatte, entgleiten und eilte mit aller Geschwindigkeit zurück in Richtung jener anziehenden Melodie, die, je mehr ich ihr folgte, mir immer ferner zu sein schien, bald hier, bald dort, und während ich meinen Standort wechselte, veränderte sie sich ebenso mit einer ergötzlichen Stimme und himmlischem Einklang. So vergeblich auf und ab laufend, wusste ich nicht, wem ich folgte, ich wurde müder, schwächer und durstiger, und so kraftlos, dass meine Beine mein missgestimmtes und leidendes Gebrech nur mit großer Mühe stützen konnten. Und meine betrübten Geister, unfähig, dies lange zu ertragen, was durch die Furcht, in der ich gewesen war, was durch den extremen Durst, was durch die lange und beschwerliche Reise, und was durch das Zweifeln am Schlimmsten, das folgen mochte. So heiß, schwach und durstig: Ich wusste nicht, was ich tun sollte, als meinen müden Gliedern Ruhe zu verschaffen. Ich wunderte mich zunächst über diesen seltsamen Vorfall und war verblüfft über diese unmenschliche Harmonie, doch am meisten darüber, dass ich mich in einem fremden und unbewohnten Land befand, das nur fruchtbar und schön anzusehen war, abgesehen davon, dass ich die verlorene Gunst des schönen Flusses, den ich mit so großer Mühe zu finden versucht hatte und nun so leichtfertig und sorglos verloren hatte, zutiefst beklagte. Auf diese Weise in einem verwickelten Sinn von Zweifeln gefangen, schließlich von jeder Art von Kummer überwältigt, mein ganzer Körper zitternd und schmachtend unter einer breiten und mächtigen Eiche voller Eicheln, die inmitten einer weitläufigen und großen grünen Wiese stand und ihre dichten und belaubten Arme ausstreckte, um einen kühlen Schatten zu spenden, unter deren Körper ich ruhend auf den taunassen Kräutern lag, und auf meiner linken Seite liegend, zog ich den Atem in der frischen Luft kürzer zwischen meinen trockenen und runzligen Lippen ein, als der müde laufende Hirsch, der in der Flanke bedrängt und in der Brust getroffen ist, nicht mehr in der Lage, seinen schweren Kopf zu tragen oder seinen Körper auf seinen beugenden Knien zu stützen, sondern sterbend sich niederwirft. Und so in einer solchen Agonie liegend, dachte ich an die Kämpfe des schwachen Glücks und die Verzauberungen der boshaften Circe, als ob ich durch ihre Reize und viereckigen Klagen meiner Sinne beraubt worden wäre. In solch großen und übermäßigen Zweifeln: O weh mir, wo könnte ich dort inmitten so vieler verschiedener und unterschiedlicher Arten von Kräutern das Merkur-Moly[A] mit seiner schwarzen Wurzel finden, für meine Hilfe und mein Heilmittel. Wieder dachte ich, dass es nicht so mit mir bestellt sei. Was dann? Ein hartes Schicksal, um meinen ersehnten Tod hinauszuzögern. Und so in diesen verderblichen Gedanken verharrend, meine Kraft geschwächt: Ich erwartete keine andere Hilfe, als frische Luft in jene Brust zu ziehen und aufzunehmen, die mit einem kleinen Rest von Lebenswärme keuchte, wobei ich als letzte Zuflucht die feuchten und betauten Blätter, die im kühlen Schatten der grünen Eiche bewahrt waren, in meine halbtoten Hände nahm: Ich führte sie an meine blassen und trockenen Lippen, mit einem gierigen Verlangen, sie ableckend meinen missgestimmten Mund mit ihrer Feuchtigkeit zu sättigen, wünschend nach einem solchen Brunnen, wie ihn Hypsipyle[a] den Griechen zeigte: Fürchtend, dass ich beim Rascheln im Wald unversehens von der Schlange Dipsa[b] gebissen würde, so unerträglich war mein Durst. Dann, meine alten Überlegungen erneuernd: als ich unter dieser mächtigen Eiche lag: wurde ich von einem herannahenden Schlaf über alle meine Glieder bedrängt: wo ich abermals auf diese Weise träumte.

[Seitenanmerkung A: Moly, ein bei Homer sehr gepriesenes Kraut, das für wirksam gegen Zauberei gehalten wird, modernen Autoren jedoch gänzlich unbekannt.]

[Seitenanmerkung a: Hypsipyle war die Tochter des Thaos, Königs von Lemnos, die als einzige, als alle Frauen der Insel ihre Ehemänner und Verwandten erschlugen, ihren Vater rettete; sie zeigte auch den Griechen die Quelle Langia im Wald von Nemea in Achaia, wo Herkules einen Löwen erschlug.]

[Seitenanmerkung b: Dipsa ist eine Art Schlange, die Lucan erwähnt, deren Biss extreme Trockenheit oder Durst verursacht.]

_Poliphilus zeigt, dass er glaubte, er schliefe erneut, und in seinem Traum, dass er in einem Tal sei, umgeben von Bergen und Hügeln, dessen Ende auf wunderbare Weise mit einer mächtigen, bewundernswerten Pyramide verschlossen war: auf deren Spitze ein hoher Obelisk stand, den er mit großem Vergnügen betrachtete und sorgfältig beschreibt._

Aus diesem furchterregenden und dichten Wald hervorgetreten und durch diesen süßen, von meinen müden, nun ausgestreckten Gliedern verursachten Schlaf die zuvor genannten Orte vergessend: Dünkte mich, dass ich an einem neuen, ergötzlichen Ort sei, der den vorigen weit übertraf und nicht aus fruchtbaren Bergen und zerklüfteten, gewundenen Felsen mit weiten Höhlen bestand, sondern ein feines Tal war, in dem sich eine kleine Erhebung von nicht großer Höhe erhob, hier und da besprenkelt mit jungen Eichen, Eschen, breitblättrigen Palmen, Aesculies,[a] Steineichen, Kastanien, Zuckerbäumen, Pappeln, wilden Oliven und Oppien, die je nach Anstieg oder Abfall des Geländes höher oder niedriger angeordnet waren, auf deren Ebene sich eine andere Art von Dickicht aus heilkräftigen Pflanzen wie kleinen jungen Bäumen befand, wie die blühende Genista[b], umgeben von verschiedenen grünen Kräutern, Vierblatt, Schilfgras, Geißblatt, der moschusartigen Angelika, Hahnenfuß, Elapium und Rubewurz, mit anderen nützlichen und unbekannten Kräutern und Blumen, die hier und da vielfältig angeordnet waren. Ein wenig weiter in demselben Tal fand ich eine sandige oder kiesige Ebene, jedoch mit grünen Büscheln gesprenkelt, an deren Stelle ein schöner Palmenbaum mit Blättern wie das Pflugeisen wuchs, reich an süßen und angenehmen Früchten, einige hoch, einige niedrig, einige in der Mitte, einige an der allerhöchsten Spitze, ein auserwähltes Zeichen des Sieges. Weder gab es an diesem Ort eine Behausung noch irgendein Geschöpf. So einsam zwischen den Bäumen wandelnd, die in weitem Abstand voneinander wuchsen, redete ich mir ein, dass dieser Lage nichts Irdisches vergleichbar sei: In diesem Gedanken erblickte ich plötzlich zu meiner Linken einen hungrigen und fleischfressenden Wolf, der mich mit offenem Maul anstarrte.

[Seitenanmerkung a: Aesculus ist ein Baum, der sowohl größere Früchte als auch breitere Blätter als die Eiche trägt.]

[Seitenanmerkung b: Genista trägt eine Schote und eine gelbe Blume, Weinreben werden damit gebunden. Elaphium ist der Angelika ähnlich, aber nicht im Geruch, der Hirsch reibt sein Haupt daran, wenn es samtig ist.]

Beim Anblick dessen standen mir augenblicklich die Haare zu Berge, und ich hätte schreien wollen, konnte es aber nicht: und sogleich rannte der Wolf davon: woraufhin ich zu mir selbst zurückkehrte und meine Augen zu den waldigen Bergen richtete, die von weitem betrachtet so aussahen, als würden sie sich miteinander verbinden, da sah ich die Form eines Turmes von unglaublicher Höhe mit einer unvollkommen erscheinenden Spitze, alles von sehr alter Form und Handwerkskunst.

Und als ich mich diesem Bauwerk näherte, betrachtete ich die anmutigen Berge, die von weitem klein schienen, und wie sie sich, indem ich näher und näher kam, nach und nach immer mehr erhoben; anfangs schien es mir, als hätten sie sich mit dem Gebäude verbunden, das ein Einschluss oder Ende des Tals zwischen Berg und Berg war: was mir bemerkenswert erschien, und ohne weiteren Verzug machte ich mich daran, näher heranzutreten. Und je mehr ich mich dem näherte, desto mehr zeigte sich die Exzellenz des Werkes, was mein Verlangen steigerte, es zu betrachten. Denn es erschien nicht länger eine Substanz von unbekannter Form, sondern ein seltener Obelisk auf einem riesigen Rahmen und steinigem Fundament, dessen Höhe ohne Vergleich die Gipfel der seitlich liegenden Berge übertraf, obwohl ich dachte, dass es die berühmten Olympus[a], der berühmte Kaukasus[b] und nicht minder als Cyllenus[c] gewesen wären.

[Seitenanmerkung a: Olimpus, ein Hügel in Griechenland zwischen Mazedonien und Thessalien, so hoch, dass er von den Dichtern manchmal für den Himmel gehalten wird.]

[Seitenanmerkung b: Kaukasus, ein mächtiger Hügel in Asien, der Indien von Skythien trennt.]

[Seitenanmerkung c: Cillenus, ein Hügel in Arkadien, wo Jupiter den Merkur mit Maia zeugte.]

An diesen einsamen Ort so begehrlich kommend, mit unsagbarem Vergnügen betrachtete ich nach Belieben die seltsame Art der Kunst, die Größe des Rahmens und die wunderbare Exzellenz der Handwerkskunst. Staunend und die Kompassnadel und Weite dieses zerbrochenen und verfallenen Objekts betrachtend, das aus reinem, glitzerndem Marmor von Paros[d] gefertigt war. Die quadratischen Steine, die ohne Zement zusammengefügt waren, und die spitzen, viereckigen Ecksteine, die eng eingepasst und glatt poliert waren, deren Kanten von einer so exquisiten zinnoberroten Farbe waren, wie sie nur erdacht werden kann: und so genau gesetzt, dass zwischen den Fugen selbst der Feind des Werkes (wenn es jemals einen gab) nicht hätte ersinnen können, die Spitze der kleinsten spanischen Nadel zu verbergen, die von den besten Arbeiterinnen benutzt wird. Und dort in diesem so noblen Stück Arbeit fand ich eine proportionierte Substanz für jede Form und Ähnlichkeit, die man sich vorstellen und ins Gedächtnis rufen kann, teilweise verfallen und manches noch ganz verbleibend, mit Säulen, klein auf groß, mit ihren exzellenten Köpfen von einem exakten und vollkommensten Abschluss, gekrönten Zinnen, geprägten Schnitzereien, die wie Stickereien hervorstehen, Bogenträgern, mächtigen metallenen Statuen, umgestürzt und in Stücke zerbrochen, der Rumpf ihrer exakten und vollkommenen Glieder erschien hohl aus Messing. Skiffs, kleine Boote und Gefäße aus numidischem Stein und Porphyr und verschiedenfarbigem Marmor. Große Lavabos, Leitungen und andere unendliche Fragmente von bemerkenswerter Handwerkskunst, weit verschieden und unterlegen von dem, was sie in ihrer Vollkommenheit waren, nun aber gewissermaßen zu ihrer ersten Unförmigkeit zurückgebracht, gefallen und niedergeworfen, einige hier, einige dort, auf die Erde, aus der sie genommen wurden. Zwischen den zerbrochenen und verfallenen Stellen wuchsen viele verschiedene Mauerunkräuter und Kräuter, besonders die unerschütterliche Anagyre, die Lentiske beider Arten, Bärenklau, Hundskopf, grünes Schwertlilienkraut, gefleckter Efeu, Centaurie und verschiedene solche. Und an den vermoderten Stellen der zerbrochenen Mauern wuchsen Hauswurz und die hängende Cymbalaria, Dornen und stechende Brombeeren, zwischen denen Mauersegler und Eidechsen krochen, die ich zwischen den überwucherten Steinen kriechen sah, was mich beim ersten Anblick an diesem stillen und einsamen Ort vorsichtig ängstlich machte. Überall lagen umgestürzte glatte, runde Stücke von schlangengeflecktem Marmor, violett und rot verschiedenfarbig. Fragmente seltsamer Geschichten, Panglyphisch und Hemiglyphisch[E] kurz gefasst charakterisiert, die deren Exzellenz zeigten und zweifellos unser Zeitalter beschuldigten, dass die Vollkommenheit einer solchen Kunst vergessen sei.

[Seitenanmerkung d: Paros ist eine der 35 Inseln, die Kykladen und Sporaden genannt werden, im Ägäischen Meer, das Europa von Asien trennt.]

[Seitenanmerkung E: Panglyphisch sind vollständig von Kopf bis Fuß in allen Gliedern geschnitzt. Hemiglyphisch erscheinen nur zur Hälfte.]

Dann, zur mittleren Front des großen und exzellenten Werkes kommend, sah ich eine einzige große und wunderbare Vorhalle, würdig großer Schätzung, proportioniert nach der riesigen Menge des Rests des ganzen Werkes, die zwischen und fortgesetzt von dem einen zum anderen Berg platziert war, hasenlippig und oben gewölbt, deren Raum dazwischen, wie ich vermute, in der Messung sechs Furlongs und zwölf Schritte betrug. Die Spitze dieser Berge war senkrecht gleich, jeder von ihnen berührte den azurblauen Himmel. Beim Anblick dessen stellte ich mir vor und überlegte, mit welchen eisernen Instrumenten, mit welcher Arbeit von Menschenhänden und Anzahl von Arbeitern ein solches Stück Arbeit mit großer Stärke gefertigt, mit viel Mühe zusammengefügt und eine lange Zeit in der Vollendung sein konnte. Dort also vereinte sich dieser wunderbare Rahmen willig, als ob er die Hände reichte, mit dem einen und dem anderen mächtigen Berg, mittels derer das vorgenannte Tal dort ein Ende hatte, dass kein Mensch weiter vorwärts oder rückwärts gehen konnte, als durch diese breite, große und weit offene Vorhalle einzutreten.

Auf diesem massiven Rahmen und mächtigen Handwerk, das ich in der Höhe vom Dach oder der Spitze bis zum Fuß auf fünf Teile eines Furlongs schätze, war eine hohe und wunderbare Pyramide platziert, nach der Art eines quadratisch spitzen Diamanten, und von solch unglaublicher Handwerkskunst, dass sie niemals ohne unschätzbare Kosten, große Hilfe und lange Zeit hätte erdacht und errichtet werden können. So dass ich dachte, die Exzellenz derselben, unbedacht, sei ein Spiegel, dessen Anblick fähig wäre, jedes menschliche Auge zu blenden und den Rest der geistigen Sinne zu überwältigen. Was soll ich mehr sagen? Denn soweit die Reichweite meiner Kapazität mir erlaubt, beschreibe ich sie auf diese Weise kurz.

Jede Seite oder jedes Viertel dieses viereckigen Rahmens, worauf der Fuß der Pyramide stand, erstreckte sich in der Länge auf sechs Furlongs[A], was im Umfang um jede Seite, gleichseitig von gleicher Breite, sich auf 24 Furlongs multipliziert. Dann, die Linien von den vier Ecken in die Höhe hebend, so viel jede Ecke in der Länge von der anderen entfernt ist, sich in der Spitze treffend, so dass die senkrechte Linie genau auf das Zentrum der Diagonale fallen kann, von beiden Ecken der Plinthen oder des quadratischen Fußes ausgehend, genau und bequem zusammengefügt, ergeben sie eine perfekte pyramidale Figur. Welche ungeheure und wunderbare Form, mit einer wunderbaren und exquisiten Symmetrie und gebührender Proportion mühsam Fuß für Fuß ansteigend, enthielt 1410 Grade oder Stufen, 10 Grade abziehend, um das Haupt und den Zierrat der Pyramide auszumachen, an deren Stelle ein riesiger Würfel oder viereckiger Stein in Form wie ein Würfel gesetzt war, gesund und fest von einer monströsen Dicke und unglaublichem Gewicht, um so hoch getragen zu werden. Und aus demselben Stein von Paros, wie die Stufen waren: welcher Würfel und quadratische Stein die Basis und der Fuß war, unter den Obelisken gesetzt, den ich hier zu beschreiben habe.

[Seitenanmerkung A: Ein Furlong sind 16 Stangen, jede Stange 16 Fuß.]

Dieser mächtige, große Stein, spitz zulaufend, von Ecke zu Ecke den äußersten Teil hinabgleitend, flachseitig nach dem Durchmesser, war vier Schritte, an jeder gleich weit entfernten Ecke, wovon der Fuß einer Harpyie aus gegossenem Metall war, ihre Krallen und Fänge bewaffnet. Fest und stark mit Blei eingesetzt, in jeder Ecke des Würfels oder quadratischen Kopfes der Pyramide, über der diagonalen Linie zusammentreffend. Von proportionierter Dicke in der Höhe zwei Schritte. Welche also schließend und zusammentreffend die Fassung des großen Obelisken bildeten: welche Fassung mit Blättern, Früchten und Blumen aus glänzendem Gussmetall und von passender Größe verschönert war. Worauf das Gewicht des Obelisken getragen wurde. Dessen Breite zwei Schritte betrug und sieben in der Höhe, kunstvoll schärfend aus dem Stein von Thebais, Pyrus genannt. Auf den glatten Ebenen, rein und hell glänzend wie ein Spiegel, waren höchst exzellent ägyptische Hieroglyphen geschnitten.

Auf der Spitze dieses Obelisken war mit großer Kunst und Fleiß eine Kupferbasis befestigt, in der auch eine drehende Vorrichtung eingefügt war: worauf die Form einer schönen Nymphe stand, geformt aus dem vorgenannten Material, fähig, den fortwährend fleißigen Betrachter in Erstaunen zu versetzen. Von einer solchen Proportion, dass die gewöhnliche Statur betrachtet und vollkommen gesehen werden konnte, ungeachtet der übermäßigen Höhe desselben in der Luft. Neben der Größe der Figur oder des Bildes war es ein Wunder zu denken, wie ein solches Gewicht getragen und an einen solchen Ort und so hoch gesetzt werden sollte. Bedeckt mit einem Gewand, das vom Wind aufgeblasen wurde und einen Teil der nackten Substanz der Beine und Schenkel zeigte: mit zwei Flügeln, die aus den Schulterblättern wuchsen und ausgebreitet waren, als ob sie bereit wäre zu fliegen, ihr schönes Gesicht und ihren süßen, betrachtenden Ausdruck zu ihren Flügeln wendend. Die Locken ihres Haares flogen umher, das Oberteil oder die Krone nackt und bloß. In ihrer rechten Hand hielt sie vor ihrem Blick ein Füllhorn, vollgestopft mit vielen guten Dingen, verstopft und mit der Mündung nach unten, ihre linke Hand fest und hart an ihre nackte Brust gehalten. Dieses Bild und diese Statue wurde mit jedem Windstoß gedreht und bewegte sich mit solch einem Geräusch und Klingeln in der Höhlung der metallenen Vorrichtung: als ob die Münzstätte der Königin von England dort in Betrieb wäre. Und wenn der Fuß der Wetterfahne oder des Bildes sich beim Drehen auf der Kupferbasis rieb und mahlte, die auf der Spitze des Obelisken befestigt war, gab es einen Ton von sich, als ob die Turmglocke des Saint Johns College in der berühmten Universität von Cambridge geläutet worden wäre: oder die in den pompösen Bädern des mächtigen Hadrian: oder die in der fünften Pyramide, die auf vieren stand. Dieser Obelisk war nach meinem Urteil ein solcher, als dass weder jener im Vatikan in Alexandria oder Babylon ihm gleichermaßen verglichen werden könnte, sondern eher als weit unterlegen geschätzt wird. Er enthielt in sich einen solchen Haufen von Wundern, dass ich ihn nicht ohne großes Erstaunen betrachten konnte. Wie auch die Größe des Werkes, die exzessive Üppigkeit, die seltsame Erfindung, die seltene Ausführung und exquisite Sorgfalt des Arbeiters zu bedenken. Mit welcher Kunst erfunden? mit welcher Macht, menschlicher Kraft und unglaublichen Mitteln, den Werken der Himmel beneidend (wenn ich es sagen darf), solche und so mächtige Gewichte in die Himmel transportiert und getragen werden sollten? Mit welchen Kränen, Winden, Flaschenzügen, runden Rollen, vorspringenden Vorrichtungen und Poliplasien und Zugrahmen und Seilzügen, darin unerfahren, übergehe ich es mit Schweigen.

Und hier auf der anderen Seite folgt die Figur.

Kehren wir also zur riesigen Pyramide zurück, die auf einer starken und gesunden Plinthe oder einem viereckigen Fuß von vierzehn Schritten Höhe und sechs Furlongs Länge stand, welches das Fundament und der Boden der schweren Pyramide war, von der ich mir einredete, dass sie nicht von irgendeinem anderen Ort gebracht, sondern eben mit schlichter Arbeit und Handwerkskunst aus denselben Bergen herausgehauen und in seiner eigenen eigentlichen Stätte auf diese Figur und Proportion reduziert wurde.

Welches große Quadrant- und Quadratwerk, nicht fest mit den seitlich liegenden Felsen verbunden, sondern dazwischen auf beiden Seiten zehn Schritte beabstandet und getrennt war. Auf der rechten Hand, als ich von der vorgenannten Plinthe oder quadratischen Schale ging, war höchst vollkommen das viperne Haupt der furchterregenden Medusa in einer höchst wütenden und strengen Form anzusehen, und als ob sie schrie: mit schrecklichen Augen, höhlenartig, und hohl unter den überhängenden Brauen mit einer gerunzelten und gefurchten Stirn und weit offenem, klaffendem Mund, der mit einem direkten Weg von der Katille und auf Stein durch eine mittlere Linie senkrecht zum Zentrum der fern zeigenden Pyramide ausgehöhlt war, machte einen großen Eingang und Zugang zu ihr, an welcher öffnenden Mündung, umgeben von gefalteten Haaren von unbeschreiblicher Kuriosität, künstlicher Schlauheit und kostbarer Handwerkskunst, die aufsteigenden drehenden Stufen sich zeigten, und anstelle von Haarsträhnen, die mit Spitzen geflochten waren, sah ich schreckliche Vipern und gewundene Schlangen, die aus dem Skalp des monströsen Kopfes wuchsen, konfus ineinander verschlungen und zischend, so lebendig porträtiert und dargelegt, dass sie mich ängstigten, sie zu betrachten. In ihren Augen waren höchst glänzende Steine platziert, derart, dass, wenn ich nicht überzeugt gewesen wäre und gewusst hätte, dass es tatsächlich Steine waren, ich mich nicht gewagt hätte, mich ihnen zu nähern.

Und der besagte Eingang, aus dem festen Gestein gehauen, führte zur Treppe und dem sich windenden Durchgang im Zentrum, mit gewundenen Stufen, die zum höchsten Teil der stattlichen Pyramiden hinaufstrebten und sich an der Außenseite des Sockels oder Kubus öffneten: auf welchem der glänzende Obelisk gegründet war. Und unter den übrigen bemerkenswerten Teilen, die ich erblickte, schien mir dieses Kunststück der Beachtung wert, weil der künstliche und höchst geschickte Architekt mit einer exquisiten und einsichtigen Erfindung die Treppen mit gewissen Sehschlitzen oder kleinen Fenstern versehen hatte, die die großzügigen Sonnenstrahlen an drei Stellen entsprechend einfingen: im unteren, mittleren und obersten Bereich; wobei das untere Licht vom höheren nahm und das höhere vom unteren oder tieferen, und sie durch ihre entgegengesetzten Reflexionen ein wunderbar helles Licht erzeugten. Sie waren durch die berechnete Regel des kunstfertigen Mathematikers so passend zu den orientalischen, meridionalen und okzidentalen Teilen des Himmels angeordnet, dass zu jeder Stunde des Tages die Sonne hineinschien und die gesamte Treppe erleuchtete, wobei dieselben Sehschlitze oder Fensterlein an verschiedenen Stellen symmetrisch und bestimmt verteilt und angebracht waren.

Zu dem besagten Eingang durch den offenen Mund der Medusa gelangte ich über eine lange Galerie zu einer absteigenden Treppe, die sich am Fuß und Pflaster des Gebäudes zu meiner Rechten gegen einen der kollateralen und seitlich liegenden Berge öffnete, zwischen welchen aus dem Stein und dem offenen Raum zehn Schritte aufwärts gehauen waren, in den ich kühn und ohne Widerstand hinaufstieg. Und nachdem ich den Anfang der Treppe im besagten Mund durch unzählige Stufen und Absätze erreicht hatte, kam ich nicht ohne große Müdigkeit und Schwindel im Kopf durch das häufige Drehen an eine so unglaubliche Höhe, dass meine Augen es mir nicht gestatteten, zum Boden hinunterzublicken, dergestalt, dass mir schien, als hätte alles unter mir auf der Ebene seine Form verloren und wirke unvollkommen. In der Öffnung und am Ausgang dieses kreisförmigen und sich windenden Aufstiegs waren viele Säulen aus gegossenem und geschmolzenem Metall passend angeordnet und sicher befestigt; der Zwischenraum zwischen einer jeden betrug einen Fuß, und in der Höhe einen halben Schritt, oben durch eine zinnenartige Krone entlang der besagten Säulen und aus demselben Metall miteinander verbunden und umschlossen, welche die Öffnung der Treppe umfassten, damit niemand, der unversehens herauskam, kopfüber hinabstürzen sollte, denn die unermessliche Höhe derselben würde einen Schwindel im Kopf verursachen und die Füße zum Wanken bringen. Auf der Ebene des Obelisken war eine Tafel aus Messing eingelassen, befestigt und verlötet, etwa in der Höhe eines Mannes, mit einer antiken Inschrift in Latein, Griechisch und Arabisch, durch die ich deutlich verstand, dass dasselbe der Sonne gewidmet war und das Maß des Werkes gänzlich dargelegt und beschrieben war, wobei der Name des Architekten auf dem Obelisken in griechischen Buchstaben vermerkt war.

+LICHA SOLIBIKOS LIOODOMOS O:RTHOSEN ME+ Lichas Libiicus architectus me erexit. Lichas, ein libyscher Architekt, hat mich errichtet.

Lasset uns zurückkehren und zur Betrachtung des Sockels oder Quadrats zurückkommen, des Subjekts und Stützpfeilers der Pyramiden, an dessen Front und Vorderseite ich eine Gigantomachie und einen Kampf zwischen Riesen erblickte, die einzigen Feinde des Lebensatems, überaus meisterhaft gehauen, mit den schnellen Bewegungen und lebendigen Agilitäten ihrer großen und hohen Körper, unmöglich, sie treffend zu beschreiben, wobei die kunstvolle Handhabung derselben gleichsam das Werk der Natur selbst beneidete, als ob sich ihre Augen und Füße gemeinsam bewegten und von einem Teil zum anderen eilten, mit einem flinken Durchgang und schnellen Lauf. Auf eine solche Weise schienen sie auf ihren starken und mächtigen Pferden, einige niedergeworfen, andere strauchelnd und fallend; viele verwundet und verletzt, ihr ersehntes Leben aushauend; einige unter den Füßen der wilden und unbändigen Pferde niedergetreten und zugerichtet. Andere warfen ihre Rüstungen ab und rangen und zerrten miteinander; einige stürzten kopfüber mit den Fersen nach oben, ohne den Boden von ihren Pferden zu erreichen. Andere wiederum lagen auf der Erde, hielten ihre Schilde und Zielscheiben hoch, griffen mit der einen Hand an und verteidigten sich mit der anderen. Viele mit ihren Krummsäbeln und kurzen Hieben, einige mit langen, zweihändigen Schwertern nach der alten persischen Art, andere mit verschiedenen tödlichen und seltsam geformten mörderischen Waffen; einige trugen Panzerhemden und Helme mit verschiedenen Abzeichen auf ihren Helmbüschen; andere nackt und unbewaffnet, springend und mitten in das dichteste Getümmel stürmend, wodurch sie ihre hochmütigen, unbesiegbaren und unerschrockenen Gemüter zeigten, entschlossen zum Tode. Einige schrien mit furchtsamen Gesichtern, andere zeigten hartnäckige und wütende Mienen, obwohl sie sich sicher waren zu sterben, und ertrugen standhaft die Prüfung ihres Schmerzes und das Durchschneiden ihres Schicksalsfadens; andere wurden vor ihnen erschlagen, mit verschiedenen ungekannten und seltsamen kriegerischen und tödlichen Instrumenten. Sie zeigten ihre starken Gliedmaßen, ihre schwellenden Muskeln, die hervortraten und dem Blick des Betrachters die Beschaffenheit ihrer Knochen und die Vertiefungen an den Stellen boten, wo ihre starken Sehnen angespannt sind. Ihr Konflikt und Kampf schien so furchtbar, blutig, tödlich, grausam und entsetzlich, als ob Mars selbst mit Porphyrion und Alkyoneus gekämpft hätte, die einen Lärm wie das Schreien von Eseln machten.

Diese kataglyphische Bildhauerei übertraf die natürliche und gewöhnliche Statur und Proportion von Menschen, gehauen in edlem weißem Marmor, der Hintergrund so schwarz wie Gagat, ein perfekter Kontrast, um die unzähligen riesigen Körper mit blassem kristallinen und silbernen Glanz zu verschönern und hervorzuheben, ihre letzten Anstrengungen, ihre gegenwärtigen Handlungen, die Art ihrer Rüstungen, die Vielfalt ihrer Tode und der unsichere und zweifelhafte Sieg. Die Ausführung meiner unternommenen Beschreibung davon erweist sich als verstümmelt und lahm, da mein Verstand müde ist, mein Gedächtnis durch die Vielfalt verwirrt und mein Sehvermögen durch das ständige Starren getrübt, sodass meine Sinne es mir nicht erlauben, einen Teil richtig und wie geboten passend zu manifestieren, geschweige denn die ganze Art ihrer kuriosen Lithoglyphen im Großen zu beschreiben.

Danach begann ich mich zu fragen, was einen Menschen bewegen und zu einem solchen Stolz und brennenden Verlangen führen könnte, so mächtige Steine von weit her zu holen und mit so großer Mühe zusammenzutragen: Mit welchem Transport, wer die Beförderer und Träger waren, mit welcher Art von Rädern und rollenden Vorrichtungen und stützenden Unterbauten eine so große, riesige und unzählige Menge von Steinen dorthin gebracht werden sollte, und aus welcher Materie ihr Zement bestand, der sie zusammenfügte und hielt, die Höhe des Obelisken und die Statuiertheit der Pyramiden, die die vorgestellte Konzeption des Dinokrates übertrafen, die er Alexander dem Großen bezüglich eines Werkes auf dem Berg Athos vorschlug. Denn die Seltsamkeit des ägyptischen Bauwerks könnte sich diesem beugen. Die berühmten Labyrinthe waren weit unterlegen, Lemnos ist nicht zu erwähnen, die Theater der alten Zeit waren im Vergleich nur Hütten für Kaninchenwärter, und auch das berühmte Mausoleum kam dem in nichts nahe. Was mich sicherlich absolut überzeugt, dass derjenige, der die sieben Weltwunder schrieb, niemals von diesem gehört hat; noch ist in irgendeinem Zeitalter ein ähnliches gesehen oder erdacht worden, nein, nicht einmal das Grabmal des Ninus.

Zuletzt wunderte ich mich, welche Fundamente und Bögen fähig waren, ein so monströses Gewicht zu tragen, ob die Pfeiler sechseckig oder viereckig waren und welche Vielfalt an Säulen und welche Anzahl ausreichen könnte und auf welche Art sie proportional angeordnet und gesetzt waren. Zum besseren Verständnis und zur vollkommeneren Kenntnis dessen begab ich mich in die offene und geräumige Vorhalle und den Eingang, in dessen Innerem sich eine dunkle und riesige Höhlung befand: welche Vorhalle zusammen mit dem stolzen und stattlichen Bauwerk (Dinge, die der Erinnerung wert sind) in gewisser Weise wie folgt beschrieben werden soll.

Poliphilus, nach der Beschreibung der riesigen Pyramiden und des Obelisken, erörtert in diesem Kapitel wunderbare Werke, namentlich ein Pferd von Kolossalgröße, einen Elefanten, aber besonders eine höchst seltene und fremdartige Vorhalle.

Mit Recht und Fug mag mir erlaubt sein zu schreiben, dass es in der ganzen Welt kein anderes solches prunkvolles, herrliches und prächtiges Werkstück gegeben hat, das von Menschenaugen gesehen oder glaubhaft berichtet wurde. Die wundervolle Exzellenz und seltene Fremdartigkeit, während ich sie betrachtete, war so sehr mit Entzücken und Bewunderung verbunden, dass meine Sinne so sehr davon gefesselt und gebunden waren, dass kein anderer Trost oder kein anderes Vergnügen in meinem schnell fliegenden Gedanken auftauchte oder Platz fand.

Es sei denn, wenn ich meine Sinne darauf richtete zu erwägen, und meine Augen mit fleißiger Beobachtung darauf lenkte, neugierig jeden einzelnen Teil dieses lieblich zusammengesetzten Objekts und die höchst seltene und schöne Bildhauerei und jungfräulichen Körper ohne Riss oder Fehler zu überblicken, mit einem tiefen Atemzug und etwas geöffnetem Mund stieß ich einen tiefen Seufzer aus. So sehr, dass mein verliebter und tönender Atem aufgrund der Dicke der Luft an diesem einsamen und verlassenen Ort ein Echo gab und mich an meine engelhafte und überaus ersehnte Polia erinnerte.

O wehe mir, dass ein so kleiner oder irgendein Zwischenraum dazu führen sollte, dass ihr liebliches und himmlisches Idealbild und ihre Gestalt nicht immer in meinem Geist eingeprägt blieb und ein täglicher Begleiter war, in dessen Brust mein Leben entschlossen ist zu verweilen und zu ruhen wie unter dem Schutz eines höchst sicheren und bewährten Schildes und einer sicheren Verteidigung.

Und auf diesem Weg wurde ich an einen Ort gebracht, wo es verschiedene und unterschiedliche ausgezeichnete Arten antiker Vorrichtungen und Handwerkskünste gab: Zuerst erblickte ich eine höchst schöne Vorhalle, jenseits aller Sinne zu beschreiben (wegen der unglaublichen Kuriosität derselben, wie sie jemals gebaut oder erdacht wurde) und das umso mehr, als unsere Muttersprache und unser Vulgärsprache keine passenden und eigentümlichen Wörter für ein solches Stück künstlicher Arbeit bieten mag.

Vor dieser prächtigen und herrlichen Vorhalle sollst du wissen, dass es unter freiem Himmel einen viereckigen Hof von dreißig Schritten im Durchmesser gab, gepflastert mit reinem feinem Marmor, viereckig zugespitzt, schachbrettartig gearbeitet aus verschiedenen Moden und unterschiedlich am besten passenden Farben: aber an vielen Stellen infolge des Verfalls des alten Weges und der alten Säulen, in Stücke gebrochen und überwuchert.

Und in den äußersten Teilen des besagten Hofes, zur rechten und zur linken Hand, in Richtung der Berge, gab es zwei gerade Reihen von Säulen, mit einem Raum dazwischen für den dazwischenliegenden Areostyl, wie es die Quantitäten beider Säulen erforderten, wobei die erste Reihe oder Ordnung des Setzens der Pfeiler auf beiden Seiten gleich dem Limbus oder dem äußersten Teil der Front der Vorhalle begann, der Raum zwischen den Pfeilern und Säulen XV. Schritte. Von welchen Säulen oder großen Pfeilern einige und der größte Teil oder die größte Anzahl ganz waren. Mit ihren Kapitellen oder Köpfen, gearbeitet mit einer gewellten Muschelwerk-Arbeit und Zierrat oder Draperie, deren Ecken hervorragen und geringelt oder eingedreht wie eine gelockte Haarsträhne oder der obere Kopf einer Bassgeige über den Wirbeln, welche die Saiten des Instruments zu einer musikalischen Eintracht spannen; mit ihren dazugehörigen Astragalen, die sich hier und da winden und hängen, wodurch das Kapitell dreimal so groß wie der untere Teil der Säule wurde, worauf das Epistyl oder der gerade Balken platziert war, der größte Teil verfallen, und viele Säulen verwitwet und ihrer Kapitelle beraubt, begraben in Ruinen, sowohl Astragale als auch Säulenschäfte und ihre Basen oder Füße.

Fest an diese Ordnung oder gesetzten Säulenreihen anschließend wuchsen alte Platanen, wilde Oliven, Kiefern und stechende Brombeeren. Ich vermutete, dass es dazu gemacht war, Pferde zu reiten, zu traben und zu galoppieren, den Ring, zu führen, zu rennen und zu kurvettieren, oder sonst eine offene Galerie, oben geschlossen bedeckt, gestützt durch Pfeiler, und von einer großen Weite, um trocken zu gehen und eine gemäßigte Luft zu genießen, nicht zu subtil.

Oben in diesem großen Hof, gepflastert wie oben erwähnt, im Durchgang zur Vorhalle, etwa zehn Schritte entfernt, erblickte ich ein prodigiöses geflügeltes bockendes Pferd aus geschmolzenem Messing von überaus großer Größe, seine Flügel fächerten sich aus. Seine Hufe standen auf einer glatten, ebenen Basis oder einem Rahmen, fünf Fuß breit und neun Fuß lang, in der Höhe proportional zur Breite und Länge: mit seinem Kopf in Freiheit und ungezäumt: mit seinen zwei kleinen Ohren, das eine nach vorne stehend und das andere zurückgezogen, mit einer langen, gewellten Mähne, die von seinem Kamm auf die entgegengesetzte Seite fiel: auf dessen Rücken verschiedene junge Jünglinge versuchten zu reiten, aber keiner war fähig, standhaft zu sitzen, aufgrund seiner Schnelligkeit und seines hohen Bockens, von denen einige heruntergefallen waren und weit offen zur Luft lagen, einige bäuchlings, andere kopfüber fallend, zwischen dem Pferd und der Erde, die übrigen hielten sich vergeblich an den Haaren seiner Mähne fest, einige versuchten hinaufzukommen, und andere bemühten sich, sich von unter seinen Füßen zu erholen.

Auf dem oberen Teil des Rahmens und der Basis war mit Blei eine Fußplatte oder eine dicke Kruste aus demselben Metall befestigt, aus dem das Pferd war, und auf welcher er stand, und diejenigen, die niedergeworfen waren, lagen, etwas kürzer und schmaler als die Basis oder der tragende Rahmen, die ganze Masse oder Komposition aus einem Stück gegossen und aus demselben Metall, wunderbar gegründet. Zuletzt konnte man nicht wahrnehmen, dass irgendeiner mit seiner Rauheit zufrieden war, wie es an ihren geformten Mienen erschien, die eine Unzufriedenheit zeigten, die sie nicht äußern konnten, da sie gefühllose Bilder waren, die sich sonst durch die ausgezeichnete Kunstfertigkeit des Handwerkers nicht von lebenden Geschöpfen und durch seine überragende Nachahmung der Natur unterschieden.

Peryllus könnte dort seine Pfeifen einpacken und mit seinem erdachten Stier erröten, und Hiram der Jude muss hier den Platz räumen, oder welche Gründer sonst immer.

Das P-gma, die Basis oder das Subjekt, auf dem diese metallene Maschine stand, war aus einem einzigen massiven Stück Marmor (von passender und bequemer Breite, Höhe und Länge, für diesen Zweck entsprechend proportioniert) voller fließender Adern, verschiedenfarbig und unterschiedlich gefleckt, wunderbar angenehm für das Auge, in unendlichen Mischungen, konfus angeordnet.

Auf der Brust oder dem vorderen Teil und Ende der Marmorbasis, die der Vorhalle gegenüberlag, war eine Girlande aus grünem Marmor, wie die Blätter von bitterm Liebstöckel, vermischt mit toten Blättern von Mädesüß von einer haarfarbenen Tönung, innerhalb derer ein glatter, runder, rein weißer Stein war, worin diese römischen Großbuchstaben eingraviert waren.

Am hinteren Ende war in gleicher Weise eine Girlande aus tödlichem Eisenhut, mit dieser Inschrift: Equus inf-licitatis. Und auf der rechten Seite waren gewisse Figuren, Formen und Darstellungen von Männern und Frauen eingraviert, die zusammen tanzten, zweigestaltig oder zweigesichtig, die vordersten lächelnd, die hintersten weinend; und tanzend in einem Kreis, mit ausgebreiteten Armen, und Hand in Hand Mann mit Mann und Frau mit Frau. Ein Arm des Mannes unter dem der Frau und der andere darüber, und so zusammenschließend und an den Händen haltend, schwangen sie sich einer nach dem anderen herum, dass immer an einer Stelle ein lächelndes Gesicht auf ein vorhergehendes trauriges traf. Ihre Anzahl war sieben und sieben, so perfekt und lieblich nachgeahmt mit lebendigen Bewegungen, ihre Gewänder flatternd und umherfliegend, dass man den Arbeiter nicht eines Mangels beschuldigen konnte, außer dass der eine keine lebendige Stimme hatte, um ihre Fröhlichkeit auszudrücken, und der andere keine salzigen Tränen, um seinen Kummer zu manifestieren: der besagte Tanz war in Form von zwei Halbkreisen, mit einer trennenden Partition dazwischen.

Unter welcher hemiallen Figur war dieses Wort eingraviert: TEMPVS. Auf der entgegengesetzten Seite erblickte ich viele von grüner Adoleszenz von gleicher Proportion wie die früheren, und in solch gleichem Umfang oder Raum, die Gründe von beiden verschönert und hervorgehoben mit einer exquisiten Blätter- und Blumenarbeit, diese Gesellschaft pflückte und sammelte die Blumen verschiedener Kräuter und zarter buschiger Stängel und Zweige; und mit ihnen verschiedene schöne Nymphen, die sich vergnügt neckten und spielerisch ihre gesammelten Blumen wegschnappten, und auf eine solche Weise, wie oben gesagt, waren unter der Figur gewisse Großbuchstaben eingraviert, um dieses eine Wort AMISSIO zu zeigen, das den neunten Teil zum Durchmesser oder der Quadratur enthielt.

Beim ersten Anblick dessen war ich erstaunt und verwundert, aber mit besserem Hinsehen und großem Entzücken neugierig die riesig gegründete Maschine betrachtend, die Gestalt und Form eines Pferdes, gemacht durch menschlichen Fleiß und Geschick, höchst lobenswert, da jedes Glied ohne Defekt seine perfekte Harmonie und jedes Glied seine gewünschte Proportion hatte, erinnerte ich mich sogleich an das unglückliche Pferd von Scian.

Und so hielt ich inne, um dasselbe künstliche Mysterium zu betrachten, als sich mir ein anderes Schauspiel und Objekt bot, das nicht weniger wert war, betrachtet zu werden als das frühere, welches ein mächtiger Elefant war, zu dem ich mich mit begieriger Absicht beeilte, mich zu nähern und heranzukommen.

Inzwischen hörte ich auf einer anderen Seite ein klagendes Geräusch und menschliches Stöhnen, als ob es von einem kranken Körper bis zum Tode ausginge: worüber ich zuerst stillstand, wobei meine Haare zu Berge standen, aber sogleich ohne weiteres Zögern richtete ich meine Schritte zu dem Ort, von wo ich dieses klägliche Geräusch und diese wehmütige Klage hörte, mich auf einen Haufen ruinierter, zerbrochener und herabgefallener Marmorsteine aufarbeitend. So willig vorwärtsgehend kam ich zu einem riesigen und wunderbar großen Koloss, dessen Füße nackt waren und deren Sohlen hohl waren, und die Beine, als ob ihr Fleisch abgemagert, verzehrt und abgefallen wäre. Von dort kam ich mit Entsetzen dazu, das Haupt zu betrachten, wo ich vermutete und mir vorstellte, dass die Luft und der Wind, die in seinen weit offenen Mund und die hohlen Röhren seines Halses gelangten, durch eine göttliche Erfindung dieses mäßige Geräusch und die zeitlich abgestimmten Stöhnen verursachten: er lag mit dem Gesicht nach oben, alles aus geschmolzenem Metall, wie ein Mann mittleren Alters, und sein Kopf wie mit einem Kissen angehoben, mit der Ähnlichkeit eines Kranken, der aus seinem Mund Seufzer und Stöhnen aushauchte und gähnte, seine Länge betrug sechzig Schritte. An den Haaren seines Bartes konnte man zu seiner Brust hinaufsteigen, und durch die zerrissenen und zerfetzten Stücke desselben zu seinem noch immer klagenden Mund, der stöhnend weit offen und leer blieb, durch den ich, angespornt durch den Sporn der neugierigen Begierde, durch verschiedene Stufen in seine Kehle hinunterging, von dort in seinen Magen und so weiter durch geheime Wege und nach und nach zu allen verschiedenen Teilen seines inneren Eingeweides, oh wunderbare Vorstellung! Und jeder Teil des menschlichen Körpers hatte seine eigene Bezeichnung in drei Idiomen auf sich geschrieben: Chaldäisch, Griechisch und Latein, damit man die Eingeweide, Sehnen, Knochen, Venen, Muskeln und das eingeschlossene Fleisch kennen könnte, und welche Krankheit dort entsteht: die Ursache davon, die Heilung und das Mittel. Zu diesem einglomerierten und gewundenen Haufen von Eingeweiden gab es einen bequemen Zugang und Eingang: mit kleinen Sehschlitzen und Pförtchen an verschiedenen Stellen unterschiedlich angeordnet, die durch sie ein ausreichendes Licht gaben, um die verschiedenen Teile der künstlichen Anatomie zu betrachten, ohne dass ein Glied fehlte, das in einem natürlichen Körper gefunden wird.

Als ich zum Herzen kam, sah und las ich, wie die Liebe bei ihrem ersten Eintritt Kummer erzeugt und in der Fortdauer Seufzer aussendet, und wo die Liebe am grausamsten verletzt: womit ich bewegt wurde, meine Leidenschaft zu erneuern, indem ich vom Boden meines Herzens tief sitzende und stöhnende Seufzer aussandte, Polia anrufend und ausrufend, in einer solchen Weise, dass der ganze Koloss und die Maschine aus Messing widerhallten, was mich in eine schreckliche Angst versetzte: eine exquisite Kunst jenseits aller Kapazität, für einen Menschen, seinesgleichen zu formen, ohne wirklich eine Anatomie zu sein.

Oh die Vortrefflichkeit vergangener Geister und das perfekte goldene Zeitalter, als die Tugend mit dem Glück stritt und nur als Erbe für diese unsere Welt ein blindes, unwissendes und missgünstiges Verlangen nach weltlichem Gut hinterließ.

Auf der anderen Seite bemerkte ich von gleicher Größe wie der vormalige Koloss den oberen Teil eines Frauenkopfes, ein wenig entblößt, während der Rest von den zerfallenen Ruinen begraben lag, wie ich vermutete, von einer solchen Machart wie das andere; und da ich durch unzusammenhängende und ungeordnete Haufen von verfallenen und herabgestürzten Steinen daran gehindert wurde, denselben zu betrachten, kehrte ich zu einem anderen vormaligen Objekt zurück, welches war (und nicht weit vom Pferd geradeaus entfernt) ein riesiger Elefant aus einem schwärzeren Stein als Obsidian, bestäubt mit kleinen Goldsprenkeln und Silberglanz, so dicht wie Staub in der Sonne glitzernd. Dessen äußerste Härte zeigte umso besser seine klare, strahlende Helligkeit, sodass sich jedes richtige Objekt darin widerspiegelte, außer in jenem Teil, wo das Metall eine entgegengesetzte Farbe trug. Auf seinem breiten Rücken war ein Sattel oder ein Geschirr aus Messing angebracht, mit zwei Gurten, die unter seinem massigen Bauch verliefen; zwischen diesen beiden, welche straff mit Schnallen aus demselben Stein verschnallt waren, war ein dem Obelisken entsprechendes Viereck auf den Sattel gesetzt, und zwar so exakt, dass keine senkrechte Linie auf irgendeine Seite des Durchmessers fallen würde. Auf drei Seiten des viereckigen Obelisken waren ägyptische Schriftzeichen eingraviert. Das Tier war so exakt und kunstfertig proportioniert, wie Erfindung es ersinnen und Kunst es ausführen konnte. Das besagte Sattelzeug war mit Nieten, hängenden Juwelen, Geschichten und Symbolen geschmückt und verschönert und hielt, gleichsam als stütze er es, einen gewaltigen Obelisken aus grün gefärbtem Stein aus Lakedaimon auf der ebenen Fläche, zwei Schritte breit und sieben in der Höhe bis zu dessen scharfer Spitze, die immer schmaler wurde, auf welcher Spitze eine Trigon oder ein runder Ball von einer glänzenden und schimmernden Substanz befestigt war.

Dieses riesige Tier stand kerzengerade auf allen vieren, von einer erlesenen Handwerkskunst auf der flachen Ebene, und der obere Teil des Sockels war behauen und kunstvoll geformt, aus Porphyrstein. Mit zwei großen und langen Zähnen aus rein weißem Stein, klar und fest eingefügt. Und an den vorderen Gurt war auf beiden Seiten ein reiches und prächtiges Bruststück geschnallt, verschönert mit verschiedenen Ornamenten und einer Vielfalt an Juwelen, deren Material dasselbe war wie das des Sattels; in dessen Mitte war in lateinischer Sprache eingraviert: Cerebrum est in capite. Und in gleicher Weise um die Außenseiten seines Halses bis zum Vorderteil seines großen und mächtigen Kopfes geführt, war es dort mit einem künstlichen Knoten zusammengebunden: von dem ein kurioses und sehr bemerkenswertes Ornament aus Goldschmiedearbeit herabhing, das sein geräumiges Gesicht überdeckte; dasselbe Ornament war doppelt so lang wie breit, ringsherum bordiert, in dessen Tafel ich gewisse Buchstaben erblickte, ionisch und arabisch, auf diese Weise.

Sein verschlingender Rüssel ruhte nicht auf der Ebene des Sockels, sondern hing ein wenig herab und war wieder in Richtung seines Gesichts aufgebogen. Seine gerippten großen Ohren hingen schlaff wie bei einem Foxhound, dessen gewaltige Statur kaum geringer war als die eines sehr natürlichen Elefanten. Und im Umfang und an den langen Seiten des Sockels waren gewisse Hieroglyphen oder ägyptische Zeichen eingraviert. Anständig und ordentlich poliert, mit einer erforderlichen Abfasung, Lataster, Kehle, Orbikulus, Astragale oder Neptrules, mit einer nach unten gewendeten Sima am Fuß des Sockels und oben nach außen gewendet mit gewundenen Trachilen und Dentikeln, angemessen und passend zu der gebührenden Proportion einer so großen Masse, in der Länge 12 Schritte, in der Breite fünf und in der Höhe drei, deren oberflächlicher und äußerer Teil in Form eines Halbkreises behauen war.

Im hinteren Teil dieses Sockels und Steins, worauf dieses mächtige Tier stand, fand ich einen Aufgang von sieben Stufen, um zur flachen Oberfläche des Sockels zu gelangen, auf dem der Elefant stand. Und in dem ausgesparten Viereck senkrecht direkt unter dem besagten Messingsattel war eine kleine Tür und ein ausgehöhlter Eingang herausgeschnitten und gefertigt, ein wunderbares Werk in einer so harten Substanz, mit gewissen Stufen aus Messing, in der Art einer Treppe, durch welche mir ein bequemer Aufgang in den Körper des Elefanten geboten wurde.

Beim Anblick dessen verlangte es mich außerordentlich, die ganze Vorrichtung zu sehen, und so hineingehend, stieg ich bis zur Höhe des Sockels empor, auf dem das höhlenartige, hohle, gewaltige, große und monströse Ungeheuer stand, ausgenommen jener Teil des Obelisken, der innerhalb des leeren Körpers des Tieres enthalten war, und so weitergehend zum Sockel. Zu beiden Seiten des Elefanten so viel Raum lassend, wie es einem Menschen dienen konnte, um entweder zum Kopf oder zu den hinteren Schenkeln zu gelangen.

Und im Inneren, von der Biegung des Rückgrats oder Rückens des Tieres an, hing an Ketten aus Kupfer eine immerwährende Lampe und ein eingemauertes Licht, durch welches ich in diesem hinteren Teil ein antikes Grabmal aus demselben Stein sah, mit der perfekten Gestalt eines Mannes, nackt, von allen natürlichen Teilen. Auf seinem Haupt eine Krone aus schwarzem Stein wie Gagat; seine Zähne, Augen und Nägel versilbert und auf einem Grabmal stehend, das wie eine Bundeslade bedeckt war, mit Schuppenarbeit und anderen erlesenen Linien, mit einem goldenen Zepter deutend und seinen Arm nach vorne haltend, um den vorderen Teil zu weisen.

Auf seiner linken Seite hielt er einen Schild in der Form wie der Kiel eines Schiffes oder der Knochen eines Pferdeschädels, worauf in hebräischen, attischen und lateinischen Buchstaben dieser Satz eingraviert war, der auf der anderen Seite mit der Figur platziert ist.

Bei diesem ungewohnten und seltsamen Anblick stand ich nicht wenig erstaunt und einigermaßen zweifelhaft, was ich mir vorstellen sollte; meine Augen zur entgegengesetzten Seite wendend, sah ich in gleicher Weise ein anderes, wie zuvor brennendes Licht, und durch das Innere zwischen der Seite des Tieres und dem darin eingeschlossenen Teil des Obelisken gehend, kam ich zum Vorderteil des Elefanten, wo ich in gleicher Weise ein solches anderes geformtes Grabmal fand wie das erste, mit einer Statur oder einem Bildnis, das darauf stand wie das andere, außer dass es eine Königin war, die ihren rechten Arm mit ihrem vordersten Finger emporhob, in Richtung jenen Teils hinter ihren Schultern deutete und mit der anderen eine kleine Tafel fest in ihrer Hand hielt, in der in drei Sprachen dieses Epigramm geschrieben stand.

Diese Neuheit, die es wert ist, kundgetan zu werden, und das geheime Rätsel, das oft durchgelesen werden muss, war mir nicht bekannt, sodass ich zweifelhaft blieb, was die Auslegung dieses Sophismas bedeuten sollte, und es nicht wagte, die Schlussfolgerung zu erproben. Doch von Furcht ergriffen an diesem dunklen, lichtlosen Ort, ungeachtet der schwach brennenden Lampe, war ich begieriger, jene triumphale Vorhalle und das Tor zu erblicken und zu betrachten, da es gesetzmäßiger war, dort zu verweilen als anderswo. Woraufhin ich ohne weiteres beschloss, diesen Ort bis zu einem anderen Mal zu verlassen, damit ich ihn in Ruhe und mit Muße betrachten konnte, und mich darauf vorzubereiten, das wundervolle Werk des Tores zu besichtigen; und so hinabsteigend, kam ich aus dem ausgeweideten Ungeheuer hervor, eine Erfindung jenseits der Vorstellungskraft, und eine übermäßige Mühe und ein kühner Versuch, eine so harte Substanz auszuhöhlen, mehr als andere Steine es sind, wobei die Handwerkskunst im Inneren ebenso kurios war wie die von außen. Schließlich ganz hinuntergekehrt, erblickte ich im Porphyr entlang der Seiten bemerkenswert eingemeißelt und eingraviert diese Hieroglyphen.

Zuerst der gehörnte Schädel eines Ochsen, mit zwei landwirtschaftlichen Werkzeugen, die an den Hörnern befestigt sind.

Ein Altar, der auf Ziegenfüßen steht, mit einem brennenden Feuer obenauf, an dessen Vorderseite sich auch ein Auge und ein Geier befanden.

Danach ein Becken und ein Krug.

Eine Spindel voller Faden, ein altes Gefäß, geformt mit einer verschlossenen und fest zugebundenen Öffnung.

Eine Sohle und ein Auge in deren Ballen und zwei gekreuzte Zweige, einer vom Ölbaum, der andere vom Palmenbaum.

Ein Anker und eine Gans.

Eine alte Lampe und eine Hand, die sie hält.

Ein Ruder von antiker Form mit einem fruchtbaren Ölzweig, der am Griff befestigt ist.

Zwei Greifhaken oder Krummhaken.

Ein Delphin und eine fest verschlossene Lade.

Diese Hieroglyphen waren auf diese Weise vortrefflich gemeißelt.

Welche antike Art zu schreiben, wie ich es auffasse, ist folgendermaßen zu verstehen.

_Ex labore Deo naturae sacrifica liberaliter paulatim reduces animum Deo subiectum. Firmam custodiam vitae tuae, misericorditer gubernando tenebit, incolumemque seruabit._

Lassen wir diese höchst vortreffliche, seltene, seltsame und geheime Vorrichtung und Arbeit beiseite: Kehren wir wieder zu dem erstaunlichen Pferd zurück, dessen Kopf mager und klein war, von einer geringen Proportion und doch passend zum Körper, das beständig starr, grimmig und ungeduldig zu sein schien, wobei das Fleisch in seinen Muskeln zitterte und bebte, derart, dass es eher lebendig schien als eine vorgetäuschte Nachahmung, mit diesem griechischen Wort auf seinem Gesicht +GENEA+. Es gab auch andere große Stücke und Fragmente von verschiedenen und unterschiedlichen Linien unter den zerbrochenen und zerfallenen Ruinen, die ich nicht betrachtete, während ich weiterlief und glitt, da mir die Zeit nur erlaubte, diese vier seltenen Wunder zu betrachten und zu prüfen: die Vorhalle oder das Tor, das Pferd, den Koloss und den Elefanten.

Oh ehrwürdige Künstler vergangener Zeiten, welcher Missgunst hat die Oberhand über eure Kunstfertigkeit gewonnen, dass dieselbe mit euch begraben ist und nichts für uns übrig blieb, das wir in diesem Zeitalter erben könnten,

Endlich bei dieser antiken Vorhalle angekommen, einem Werk, das es wert ist, betrachtet zu werden, wunderbar zusammengesetzt nach erlesenen Regeln und durch Kunst bemerkenswert verschönert, mit verschiedenen und unterschiedlichen Arten von Schnitzereien, die in mir das Verlangen entflammten, die Linien und die Praxis des Architekten zu verstehen und herauszufinden. Ich begann auf diese Weise, indem ich ein Quadrat aus den beiden Säulen auf beiden Seiten auf eine vollkommene Weise bildete, in der ich die gebührende Proportion der ganzen Vorhalle nahm.

Eine tetragonale Figur A. B. C. D., geteilt durch drei gerade Linien und drei quer verlaufende, in gleichem Abstand voneinander, wird sechzehn Quadrate ergeben; füge dann der Figur die Hälfte mehr in gleicher Proportion hinzu, und wenn du den Anhang teilst, wirst du vierundzwanzig Quadrate finden. Diese Figur soll als Anhaltspunkt dienen, um die Einleitung und kurze Demonstration zu machen, die folgt.

Zeichne dann in die erste Figur A. B. C. D. zwei Diagonalen, mache auch in derselben zwei Linien, und zwar gerade nach unten, und die andere quer, was vier sich gegenseitig schneidende Quadrate ergibt.

Dann mache in dem leeren Raum über den Isopleuren vier mediane Punkte, ziehe Linien von einem zum anderen, und sie werden den Rhombus bilden.

Als ich diese Figur auf diese Weise gezeichnet hatte, sinnierte ich sogleich bei mir selbst, welcher Grund wohl viele unserer Handwerker in diesen Tagen bewegen sollte, entweder eine gute Meinung von sich selbst zu haben oder die Kunst des Bauens in die Hand zu nehmen, ohne zu wissen, was sie ist? Indem sie solch grobe Fehler in Kirchen und den Häusern großer Herren machen, die Kunst entehren und so unwissend sind, dass sie scheinen, als könnten sie nicht einmal bedenken, was die Natur selbst uns lehrt, wenn wir ihre Werke betrachten.

Und welcher Teil auch immer nicht mit seinem Prinzip übereinstimmt, ist hässlich und nichtig. Denn nimm Ordnung und Regel weg, und was kann irgendein Mensch machen, das entweder schön für das Auge oder von lobenswerter Proportion und dauerhaft ist: Dann muss es notwendigerweise folgen, dass die Ursache solcher unangemessenen Irrtümer aus Unwissenheit herrührt und ihren Anfang in der Bildungslosigkeit hat. Und dies ungeachtet dessen, dass, obwohl die Vollkommenheit dieser Kunst nicht variiert und nicht von ihrer Richtigkeit abfällt, der diskrete und kunstfertige Architekt, um das Objekt für den Betrachter zu zieren, rechtmäßig entweder mit Hinzufügung oder Verminderung sein Werk verschönern kann, wobei er den soliden Teil mit seiner universellen Komposition bewahrt.

Ich nenne solid das, was der Körper des Rahmens ist, welches die hauptsächliche Absicht, Erfindung, Vorfestlegung und Symmetrie oder gebührende Proportion des Gebäudes ohne jegliche Zusätze ist, richtig untersucht und vollkommen zusammengesetzt, was das Geschick des Werkmanns offenbaren wird, und dasselbe danach zu schmücken und zu verschönern, welche Zusätze eine leichte Angelegenheit sind. Worin auch die gebührende Ordnung und Platzierung eines jeden Dings zu bedenken ist, und nicht eine Krone auf die Füße zu setzen, sondern auf das Haupt, und so das Ovalieren und Dentikulieren und andere Schnitzereien verschiedener Arten an ihren jeweils passendsten Orten; die hauptsächliche Erfindung und Anordnung davon ruht beim seltenen und kunstfertigen Architekten, aber die Mühe und die Arbeit davon bei dem vulgären und gemeinen Schlag von Handwerkern und Dienern des Architekten, der, wenn er es gut machen will, keineswegs der Habsucht unterworfen sein darf.

Und neben seinem Geschick muss er ehrlich sein, kein Schwätzer voller Worte, sondern höflich, sanft, gütig, fügsam, geduldig, fröhlich und angenehm, voller neuer Erfindungen, ein kurioser Sucher in allen Künsten und wohlüberlegt in seinem Vorgehen, damit er nicht mit Leichtsinn einen Fehler oder eine Absurdität in seiner Arbeit begeht, und hiervon soll dies genügen.

Nachdem Poliphylus eine ausführliche Demonstration der gebührenden Proportion des Tores gegeben hatte, fährt er fort, dessen Ornamente und deren Vortrefflichkeit zu beschreiben.

Da ich in meiner vorherigen Absicht etwas weitschweifig und langatmig gewesen bin, mag es sein, dass es bei solchen, die sich täglich bemühen, ihre Sinne mit den angenehmen Diskursen der Liebe zu beschäftigen, ein gewisses Ärgernis erregt hat. Aber es wird sich auch als keineswegs unangenehm erweisen, wenn sie sich mit ein wenig Geduld darin mäßigen, sich mit der faden Süße trügerischer Ergötzungen zu sättigen, und den Geschmack einer entgegengesetzten Speise probieren.

Und insofern die Affekte der Menschen von Natur aus variabel und verschieden voneinander sind: bei dieser Gelegenheit mag ich entschuldigt werden. Denn obwohl Brot, das dem hungrigen Körper manchmal verweigert und vorenthalten wird, eine harte Auffassung verursachen mag, so ist, wenn es ihm alsbald wieder angeboten wird, die Bosheit vergessen und das Geschenk sehr dankbar angenommen.

Nachdem ich nun in gewisser Weise von dem rechten Gebrauch der Architektur gesprochen habe, und dem direkten Weg und den Mitteln durch Ordnung und Regel, um die festgesetzte Erfindung und den soliden Körper oder Grund des Werkes zu finden, mit Leichtigkeit, da dies gefunden ist, kann der Architekt verschiedene Unterteilungen in diversen Vollkommenheiten anwenden, nicht unähnlich einem kunstfertigen Musiker, der, nachdem er seinen Grundbass im rechten Takt mit vollen Anschlägen erdacht hat, danach denselben in Unterteilungen durch chromatische und entzückende Minimen, Viertelnoten und Achtelnoten proportionieren wird, indem er kurios über seinem Cantus firmus variiert. Ebenso nach der Erfindung ist die prinzipielle und spezielle Regel für einen Architekten eine Quadratur; dieselbe in das Kleine unterteilt, entfaltet sich die Harmonie und der süße Einklang des Gebäudes und die angemessenen Zusätze, die ihrem Prinzip gemäß sind.

In all dem war diese Vorhalle höchst vortrefflich, sowohl aufgrund der seltenen Erfindung und wunderbaren Komposition derselben als auch der seltsamen Zusätze, um dieselbe zu verschönern, in einer solchen Art, so erlesen, so passend platziert und so kurios gemeißelt und eingraviert, dass der kleinste Teil davon nicht eines Fehlers beschuldigt werden konnte, sondern der Werkmann für die Vollkommenheit seines Geschicks gelobt wurde.

Zuerst auf meiner rechten Hand unten erblickte ich ein Stilobat oder einen quadratischen Stein, wie einen Altar unter den Basen der Säulen, der, da er auf dem oberen Teil ein passendes und geeignetes Gesims hatte, und entsprechend gewölbt war, auch am Boden und untersten Teil in gleicher Weise geformt war, sodass das Quadrat und das besagte Stilobat nicht breiter als lang war, sondern ein rechtes Viereck. Welcher Altar (wie ich ihn nennen darf) an den Seiten ringsherum, gearbeitet mit Blättern, unten ausgehöhlt mit einer Kehle und überzogen mit derselben Blattarbeit, die glatte Fläche oder Tafel des Stilobats aus glänzendem weißen Alabaster säumte, poliert und schlicht, wobei der äußere Teil des Vierecks ihn gleichseitig umgab, worauf mit einer wunderbaren Kuriosität ein Mann im mittleren Alter eingraviert war, von grober und dunkler Miene, mit einem unförmigen Bart, dick und sich zum Kinn hin drehend, durch die Zähigkeit der harten Haut und das unangenehme Herauswachsen des Haares.

Er saß auf einem Stein mit einer Schürze aus Ziegenhaut, deren hintere Teile seine Taille umfassten und hinten mit einem Knoten gebunden waren, und der Halsteil, mit der haarigen Seite zu ihm, hing zwischen seinen Beinen herab. Vor ihm in dem Zwischenraum dieser groben und geschwollenen Waden war ein Amboss auf einem knotigen Stück eines Baumes befestigt, worauf er ein Brigantin oder einen Panzer aus glühendem Metall formte, seinen Hammer hochhaltend und gleichsam auf sein Werk schlagend.

Und dort vor ihm war eine edelste Frau, die zwei gefiederte Flügel auf ihren zarten und empfindsamen Schultern hatte, ihren Sohn, ein nacktes Kind, haltend, welches mit seinen kleinen Hüften auf den großen und wohlproportionierten Schenkeln der schönen Göttin, seiner Mutter, saß und mit ihr spielte, während sie ihn hochhielt, und seine Füße auf einen Stein setzte, als wäre es ein kleiner Hügel, mit einem Ofen in einem hohlen Loch, worin ein extrem heißes brennendes Feuer war.

Diese Dame hatte ihre schönen Locken kurios auf ihrer breiten und hohen Stirn frisiert und in gleicher Weise mit Fülle ihren Kopf auf eine so seltene und zarte Art umfangen, dass ich mich wunderte, warum die Schmiede, die dort mit ihrer Arbeit beschäftigt waren, nicht davon abließen, immerzu auf ein so schönes Objekt zu schauen. Da war auch ganz in der Nähe, von ebenso exzellenter Handwerkskunst, ein Ritter von grimmiger Miene, der eine Rüstung aus Messing trug, mit dem Haupt der Medusa auf dem Harnisch oder der Brustplatte, und alles andere war erlesen gearbeitet und verschönert, mit einem Bandelier quer über seine breite und starke Brust, wobei er mit seinem muskulösen Arm eine halbe Pike hielt und deren Spitze erhob, und auf seinem Haupt einen hohen, behelmten Helm trug; der andere Arm war beschattet und nicht zu sehen aufgrund der vorderen Figur: Da war auch ein junger Mann in Seidenkleidung hinter dem Schmied, den ich nur von der Brust aufwärts wahrnehmen konnte, über dem sich neigenden Kopf des vorgenannten Schmieds. Diese erzählte Geschichte hatte der Werkmann zur besseren und süßeren Ergötzung des Auges auf diese Weise geschmückt. Der flache Grund, der bei jedem Herausschneiden eines Gliedes oder Körpers hohl und glatt war, auf der Tafel des Stilobats war wie rote Koralle und glänzend, was einen solchen Widerschein auf die nackten Körper und deren Glieder zwischen ihnen und sie umgebend ausübte, dass sie wie eine Nelkenrose gefärbt schienen.

Auf der linken Seite der Tür auf dem gleichen Altar oder Stilobat auf dessen Tafel war ein junger Mann von anständiger Miene eingraviert, in dem große Schnelligkeit erschien: Er saß auf einem quadratischen Sitz, der mit einer antiken Art von Schnitzerei verziert war, und hatte an seinem Bein ein Paar Halbstiefel, die von der Wade bis zum Knöchel offen waren, von wo aus an jedem Knöchel ein Flügel wuchs, und dem die besagte Göttin mit einer himmlischen Gestalt, deren Brüste sich berührten und rund und fest ohne Zittern herausgewachsen waren, mit ihren großen Flanken, die dem Rest ihrer Proportion entsprachen, wie zuvor erwähnt, mit einer süßen Miene einen jungen und zarten Sohn anbot, der bereit war, unterwiesen zu werden: Der junge Mann beugte sich höflich zu dem Kind, das vor ihm auf seinen hübschen kleinen Füßen stand und von seinem Lehrer drei Pfeile empfing, die auf eine solche Art überreicht wurden, dass man leicht vermuten und schließen konnte, auf welche Weise sie zu verwenden waren: Die Göttin, seine Mutter, hielt den leeren Köcher und den ungespannten Bogen, und zu den Füßen dieses Lehrers lag sein von Vipern umwundener Caduceus.

Dort sah ich auch einen Knappen oder Waffenträger und eine Frau mit einem Helm auf ihrem Haupt, die eine Trophäe oder ein Siegeszeichen auf einem Speer auf diese Weise trug. Ein antiker Harnisch hing auf, und auf dessen Spitze oder Helmzier eine Sphäre auf zwei Flügeln, und zwischen beiden Flügeln diese Notiz oder dieser Spruch: Nihil firmum, Nichts Beständiges: Sie war in ein dünnes Gewand gekleidet, das vom Wind aufgebläht wurde, und ihre Brüste waren entblößt.

Die zwei geraden Säulen aus Porphyr von sieben Durchmessern auf jedem der vorgenannten Stilobate und quadratischen Altäre streckten sich aufwärts von einer bimssteinartigen oder lohfarbenen Farbe, die Außenseiten glänzend klar und glatt poliert, abgefast und kanneliert mit vierundzwanzig Abfasungen oder Rinnen in jeder Säule zwischen den Neptrulen oder Kordeln.

Davon war der dritte Teil rund, und der Grund für ihr Schneiden auf eine solche Art (das heißt zwei Teile abgefast und der dritte rund) war, wie ich dachte, dieser: Der Rahmen oder Tempel war beiden Geschlechtern gewidmet, das heißt, einem Gott und einer Göttin, oder der Mutter und dem Sohn, oder dem Ehemann und der Ehefrau, oder dem Vater und der Tochter und dergleichen. Und deshalb pflegten die sachkundigen und kunstfertigen Werkleute in der älteren Zeit für das weibliche Geschlecht mehr Abfasungen und Kannelierungen und doppelte Varietät zu verwenden als für das männliche, wegen ihrer schlüpfrigen und unbeständigen Natur.

Der Grund für so viele Abfasungen war aufzuzeigen, dass dies der Tempel einer Göttin sei, denn Kannelierungen bringen die Falten weiblicher Gewänder zur Geltung, auf denen sie ein Kapitell mit herabhängendem Faltenwurf platzierten, gleichsam gefaltetem und gelocktem Haar und weiblicher Tracht, und manchmal anstelle eines Kapitells einen Frauenkopf mit krausem Haar.

Diese vorerwähnten bemerkenswerten und schönen Säulen erhoben sich in ihrer Länge auf ihren untersetzten Basen aus Erz, wobei ihre Thori und Cymbia[A] mit einem Blattwerk aus Eichenlaub und Eicheln gearbeitet waren, die sich um ihre Kapitelle wanden und auf ihren darunterliegenden Plinthen standen.

[Anmerkung A: Thori und Cymbia sind die äußeren Teile eines Kapitells oder Säulenkopfes, die weiter hervorstehen als die Säule, sich winden und nach innen wenden, mit Blättern gearbeitet; das Werk wird von Schnitzern und Malern Draperie und Celerie genannt.]

Die Kapitelle von derselben Substanz wie ihre Basen, mit erforderlichem, passendem und angemessenem Verhältnis, das der Harmonie des gesamten Werkes entsprach. Solches, das Kallimachos, der oberste Schnitzer für Kalathus, den Sohn des Jupiter, niemals ausführte oder erreichte in dem errichteten Grabmal der korinthischen Jungfrau, verschönert mit einer Draperie aus doppeltem Akanthus.

Die Plinthen, auf denen die Kapitelle standen, waren mit wind- und wendungsreichem Werk gearbeitet und in der Mitte mit einer Lilie verziert; der Kelch war nach römischer und korinthischer Art mit zwei Reihen von acht Akanthusblättern geschmückt, aus welchen Blättern kleine, zarte Stängel hervorkamen, die sich in der Mitte des Kelches schlossen und eine schöne und lieblich zusammengesetzte Lilie in der Aushöhlung des Abakus oder der Plinthe hervorbrachten, von wo aus sich die zarten Stängel unter dem Umfang des quadratischen Abakus zusammenwendeten, sehr nach der Art des Werkes, das Agrippa im Vorhallenbereich seines wundervollen Pantheons errichten ließ.

Kommen wir nun zum Sturz und untersten Teil der Tür für den Eingang, welcher aus einem großen, breiten und harten Stein bestand, der mit unterschiedlich sortierten Flecken bestäubt war, weiß, schwarz und in einer tonfarbenen Nuance sowie diversen anderen Mischungen; darauf standen die geraden Türpfosten und Seiten, mit einem dazwischenliegenden Aspekt, der nach innen mit ebenso großer Kunstfertigkeit geschnitzt war wie der Rest. Ohne irgendein Anzeichen von Haken oder Angeln, weder unten noch oben.

Der Bogen dieser Tür, der sich wie ein Halbkreis wölbte, war auf wunderliche Weise gearbeitet und gewölbt und gleichsam wie mit Schnüren aus ehernen Perlen umbunden, einige rund und andere wie Eglantinenbeeren von rötlicher Farbe, die nach alter Art herabhingen und zwischen den zarten Stängeln gefaltet und gewunden waren.

Das Zusammenfügen und Verstreben dieses Hemizyklus oder Bogens, der Bewunderung wert, von seltener und subtiler Erfindung und vorzüglicher Politur, bot und präsentierte sich meinem Anblick auf diese Weise.

Dort erblickte ich in einem harten und tiefschwarzen Stein einen Adler mit ausgebreiteten Schwingen, der in der Größe eines natürlichen Adlers hervortrat und der liebevoll ein süßes Kind in Windeln[A] in seine Fänge genommen und ergriffen hatte, es zierlich, behutsam und sanft haltend, damit seine starken, scharfen und hakenförmigen Krallen auf keinen Fall die zarte Haut des jungen Säuglings durchstießen.

[Anmerkung A: Der Adler des Jupiter, der Ganymed entführte.]

Seine Füße waren um den sich wölbenden Brustkorb des Kindes fixiert, das er vom Nabel aufwärts und abwärts entblößt hatte, sodass die nackten Hüften zwischen den befiederten Schenkeln des Adlers sichtbar waren. Dieser kleine Säugling und höchst wunderschöne Knabe (würdig und angemessen für denjenigen, für den er ergriffen wurde) zeigte durch seinen Gesichtsausdruck, als ob er sich vor seinem Schicksal gefürchtet hätte.

Und so im Fang des Adlers liegend, streckte er beide Arme weit aus und griff mit seinen kleinen, speckigen Händen fest nach den Schwungfedern[A] der ausgebreiteten Adlerflügel, wie zuvor erwähnt. Und er klammerte seine schwellenden, niedlichen Beinchen und Füße um den herabhangenden, sich ausbreitenden Schweif, der hinter der Wölbung des Bogens lag.

[Anmerkung A: Die Knochen nahe der Federkiele im Flügel, welche bei einem Falken alle Proportionen anderer Vögel übertreffen.]

Dieses kleine Kind war aus der weißen Ader eines Achates[A] oder Onyx geschnitten und der Adler aus der anderen Ader desselben Steins, Sardius genannt, welcher von schwarzer Farbe ist, von manchen Kordeoll genannt, beide in ein und demselben Stein vereint. Worüber ich sinnierte und bei mir selbst die geniale und treffende Erfindung des Künstlers in der Verwendung eines solchen Steins lobte, der von Natur aus entgegengesetzten Proportionen entgegengesetzte Farben bot, und zwar in einer Weise, dass durch das Sträuben seines kleinen Gefieders über seiner Wachshaut, seinem halb geöffneten Schnabel und seiner Zunge, die in dessen Mitte erschien, er wie entschlossen und eifrig darauf aus schien, sich an ihm gütlich zu tun.

[Anmerkung A: Achates ist ein kostbarer Stein, worin die Gestalten der neun Musen, der Venus und dergleichen schöner Persönlichkeiten dargestellt sind.]

Der Hemizyklus oder Bogen, der sich rund vom oberen Teil des geraden Pfostens des Eingangs erhob, war entsprechend seiner Stärke in Rauten oder Quadrate unterteilt, worin Rosen geschnitzt waren, deren Blätter und Zweige in einer wunderbaren und entzückenden Ordnung über dem Eingang des Tores herabhingen.

In den zwei Dreiecken, die durch den Bogen des Bogens entstanden, befanden sich zwei schöne Nymphen von vorzüglichen Proportionen und Gestalten; ihre Kleider, die ihre jungfräulichen Körper bedeckten, gaben den Blick frei auf ihre Beine, Brüste und Arme, die nackt waren, ihr Haar lose und umherfliegend, und in Richtung der Strebe und des Zusammenlaufens des Bogens oben hielten sie ein siegreiches Tropaion.

Der Grund dieses Dreiecks war aus schwarzem Stein, um die Vollkommenheit und Echtheit der Metalle in den Trophäen sowie die schönen Körper der zarten Jungfrauen besser zur Geltung zu bringen.

Über diesen erwähnten Teilen befand sich der Zophor[A], in dessen Mitte ich eine Tafel aus Gold erblickte, worin dieses Epigramm in griechischen Großbuchstaben aus Silber in dieser Weise berichtete:

+THEOIS APHRODITIKAI TO: O: EROTI DIONISOS YKAI DE: ME:TRA EK TO:N IDIO:N MYTRI SUMPATHESTATE:+

_Diis veneri filio amori, Bacchus, & Ceres de propriis, S. substantiis matri pientissim[ae]._

[Anmerkung A: Zophor ist ein Fries, worin verschiedene Dinge eingraviert sind.]

Beide Seiten dieser Tafel wurden von zwei Kindern oder geflügelten Geistern von vollkommenen und lebendigen Gestalten gehalten und gestützt, als wären es himmlische Körper, auf einem Grund aus Jaspis oder blauem Saphir, um die Metalle und Bildwerke zu zieren.

Auf der Fläche des Zophors, die sich über den Säulen aus Porphyrstein entlang erstreckte, waren bestimmte Beutestücke oder Harnische, Kettenkragen, Armschienen, Handschuhe, Schilde, Rundschilde, Helme, Streitkolben, Streitäxte, Sporen, Köcher, Pfeile, Wurfspeere, Krummsäbel und andere antike Kriegsinstrumente eingraviert. Sowohl luft- als auch seegestützte, wie auch solche für das Feld, waren sie auf einzigartige Weise gut geschnitten und zeigten dem Betrachter nach einer tödlichen Blutvergießung sowohl Siege, Stärke als auch Triumphe.

Darüber stand in Ordnung das Gesims, gearbeitet mit solchen Linienführungen, die anständig zusammenstimmten und der Exzellenz des übrigen Werkes entsprachen: denn andernfalls, so wie im menschlichen Körper Krankheit folgt, wenn eine Qualität der anderen entgegensteht und die Säfte einander im Übermaß unterdrücken, so wird auch bei einem Gebäude eine hässliche Missgestalt entstehen, wenn die Anfügungen unpassend angeordnet und unangemessen verteilt sind.

Denn ein Rahmen und ein Gebäude werden schwach und unansehnlich, in denen keine süße Harmonie und keine wohlgeordnete und stimmige Konzentration zu finden ist.

Was viele moderne Toren durcheinanderbringen, da sie in der örtlichen Verteilung unwissend sind. Denn ein kundiger Handwerksmeister wird in seinem Werk eine Anspielung oder Ähnlichkeit auf eine menschliche Gestalt und Proportion zeigen, die prächtig mit Gewändern geschmückt ist.

Über dem Gesims befanden sich durch eine umgekehrte Abstufung vier Quadraturen oder quadratische Tafeln, zwei direkt über den abgefasten Säulen und kannelierten Pfeilern und zwei innerhalb davon. In einer anderen Unterteilung, zwischen den besagten zwei kontrastierenden und inneren Tafeln, stand eine Nymphe in ihrem Anaglyph[A] von seltenster und vorzüglicher Art aus Orichalkum oder gelbem Messing, in jeder Hand eine Fackel haltend, eine davon umgekehrt und nach unten gewendet, erloschen und ausgelöscht, und die andere zur Sonne brennend. Die brennende Fackel in ihrer rechten Hand und die erloschene in ihrer linken.

[Anmerkung A: Anaglyph, glatt mit dem Hammer herausgearbeitet und nicht geschnitzt.]

In der Quadratur auf der rechten Seite erblickte ich die eifersüchtige Clymene[A], deren Haar in ein Kraut verwandelt war, das Venus-Mädchen oder Frauenkraut genannt wird, und Phoebus in grausamer Entrüstung und zornigem Missfallen; sie folgte ihm weinend, vor der er floh und seine schnellen Pferde antrieb, wie einer, der vor seinem sterblichen und tödlichen Feind flieht.

[Anmerkung A: Clymene, die Mutter des Phaeton.]

Auf der Tafel über den Säulen auf der linken Seite war in einer kuriosen und seltenen, ungewöhnlichen Schnitzerei das Gleichnis des betrübten und immer noch trauernden Cyparissus dargestellt, der seine Hände und Arme zur Sonne hob und bei Apollo Klage führte für die verwundete Hirschkuh.

In der dritten Tafel neben der zuletzt erwähnten, in einem Werk, das dem vorangegangenen entsprach, erblickte ich Leucothoe, die von ihrem eigenen Vater gottlos erschlagen wurde, wobei sie ihr schönes, junges und zartes Fleisch in glatte Rinde, zitternde Blätter und sich biegende Zweige verwandelte.

In der vierten Tafel war die unzufriedene und missmutige Daphne dargestellt, bei den brennenden Begierden des lockenköpfigen Delius, die ihren unbefleckten Jungfrauenkörper nach und nach den heißen Himmeln übergab, indem sie höchst mitleiderregend in einen grünen Lorbeer verwandelt wurde.

Nun folgte in der Reihe über den oben erwähnten Tafeln und Quadraturen im Zophor, in dem diese Historien in Gestalten dargestellt waren, ein mit Dentikeln und Ovalen verziertes Gesims, mit dazwischenliegenden Stäben, zwischen den Ansätzen der Ovale und dem Blattwerk und den Ziegeln nebst dem Rest, der zur Ausschmückung desselben gehört (was zu beschreiben mein Können übersteigt), ohne irgendeinen Fehler oder Mangel; und zuletzt war das Gesims hier und da mit Akanthusblättern geschmückt.

Und um zur Betrachtung des gesamten Rahmens zurückzukehren, waren bei der Anordnung desselben, wie zuvor erwähnt[A], die Gesimse durch eine senkrechte Linie in Übereinstimmung und Einklang mit dem Gesamtwerk, mit Ausnahme des Stillicediums oder Perimeters oder des äußeren Teils des obersten Gesimses.

[Anmerkung A: Ein Giebel im korrupten Englisch.]

Es folgt nun, von der Tafel oder dem inneren Teil des Dreiecks zu sprechen: innerhalb dessen, wie es die äußeren Grenzen desselben Dreiecks erlaubten, bot sich meinem Blick ein Kranz oder eine Girlande aus diversen Blättern, Früchten und Stängeln, die aus einem grünen Stein in vier Teilen gefaltet und zusammengebunden waren; die Bindungen dieser Stängel wurden von zwei Meerjungfrauen gehalten, deren obere Teile von menschlicher Gestalt waren und unter dem Nabel wie ein Fisch, eine Hand oben und die andere unten an der Girlande, ihre schuppigen Schwänze bis zu den untersten Ecken des Dreiecks reichend, auf dem oberen Teil des Gesimses an ihren äußersten Enden ihre fischartigen Flügel oder Flossen habend. Ihre Gesichter wie die von Jungfrauen, ihre Haarsträhnen teils auf ihren Stirnen gekräuselt, manche um ihre Köpfe gewendet und aufgerollt, manche an ihren Schläfen herabhängend, sich an ihren Ohren kräuselnd und geringelnd. Zwischen ihren Schultern wuchsen ihre Flügel wie Harpyien, nach unten reichend und sich bis zu den Faltungen und Windungen ihrer Schwänze erstreckend; an ihren monströsen Flanken wuchsen ihre Flossen zum Schwimmen, ihr Beginn war ihre fischartige und schuppige Substanz, von wo aus ihre unteren Teile nach unten weiterliefen.

Innerhalb der besagten Girlande erblickte ich eine raue Milchkuh[A], die ein kleines Kind säugte, das unter ihrer Seite auf seinen fleischigen jungen Beinen saß, eines gerade ausgestreckt und das andere eingezogen und unter sich gebeugt. Mit seinen kleinen Armen hielt es sich an den haarigen und rauen Strähnen fest, sein Gesicht und seine Augen auf das große und volle Euter gerichtet, während es so sog. Und eine gewisse Nymphe, gleichsam Worte sprechend und Stimmen der Zufriedenheit zur Ziege ausstoßend, beugte sich nieder und hob mit der linken Hand einen der Füße, während sie mit der rechten Hand den Zitzenstutzen an die schmatzenden Küsse des saugenden Säuglings führte, und unter ihr standen diese Buchstaben Amalthea[B].

[Anmerkung A: Jupiter.]

[Anmerkung B: Jupiters Amme.]

Eine andere Nymphe stand vor dem Kopf der Ziege, den einen Arm behutsam um den Hals legend, und mit dem anderen hielt sie sie am Horn.

In der Mitte stand die dritte Nymphe mit grünen Zweigblättern in der einen Hand und in der anderen eine altertümliche Trinkschale, mehr lang als breit, wie ein Boot mit einem kleinen Henkel. Unter ihren Füßen war geschrieben: Melissa[A].

[Anmerkung A: Die Tochter des Melissus und Jupiters Amme.]

Zwischen den drei vorerwähnten Nymphen befanden sich zwei weitere, die Zimbeln in ihren Händen hielten, als ob sie spielten und tanzten, jede gemäß der Vollkommenheit ihrer Schönheit bekleidet, mit einer so künstlichen Ausführung der Handwerkskunst in den gewählten Proportionen, dass sie eher wie die Substanzen selbst erschienen als wie eine Lithoglyphik oder Bildnerei, sei es von Polyklet, Phidias oder Lysippos, noch kamen die Anaglyphen[A] für Artemisia, die Königin von Karien, von Skopas, Bryaxis, Timotheos, Leochares und Theon dem nahe, denn die Handwerkskunst hierfür schien die Kunstfertigkeit eines jeden menschlichen Steinschneiders, Schnitzers, Graveurs oder Bildhauers, wer es auch sei, zu übertreffen.

[Anmerkung A: Anaglyphen sind kundige Schnitzer und Graveure.]

Über diesem vorerwähnten Dreieck und unter dem oberen Gesims standen auf einer glatten Ebene diese zwei attischen Wörter in Großbuchstaben: +DIOS AIGIOCHION+.

Diese auffällige Vorhalle und das Tor, höchst sehenswert, standen also von einer wunderbaren Komposition, vortrefflich angeordnet. Hätte ich die Kommodulation und Harmonie hierfür nicht im Einzelnen erklärt, hätte man mich für meine Weitschweifigkeit und Langatmigkeit sowie für den Mangel an passenden Worten in der Beschreibung tadeln können. Und so für dieses Mal dazu so viel.

Es muss notwendigerweise folgen, dass der gesamte Rest des besagten Hofes auf jeder Seite schön anzusehen war und von stattlicher Handwerkskunst zeugte, nach dem, was noch aufrecht stand: wie im inneren Teil die Schiffe und Säulen, die ein unermessliches und monströses Gewicht trugen und stützten, und Korinther einer kleineren Art, ein göttliches und unbekanntes Werk, reich an einer Vielzahl von Vollkommenheiten, wie es das Verhältnis erforderte und die Notwendigkeit begehrte, um die Bürde zu tragen, die ihnen auferlegt war. Ihre Verzierung und Ausstattung mit Werken und Vorrichtungen, die die Bekleidung fürstlicher Körper imitierten, begabt gleichsam mit einer künstlichen Vernunft. Denn so wie ein großer, schwerer und beleibter Körper starke Beine und breite Füße braucht, um diesen zu tragen und zu stützen, so sind in einem modulierten und wohlzusammengesetzten Gebäude, um große Gewichte zu tragen, Schiffe bestimmt, und für die Schönheit sind Säulen, Korinther und schlanke Ionier darauf gesetzt. Und dieses gesamte Werk stand, genau so, wie es für die Harmonie desselben erforderlich war, in einer anerkannten Exzellenz.

Mit einer Vielfalt von Farben, lieblich gesetzt und treffend angeordnet, die Reflexion der einen die andere verschönernd, und alle zusammen ein graziöses Objekt bildend. Aus Porphyrit, Ophit, Numidischem, Alabastrit, Pyropecil, Lacedaemonischem Grün und weißem Marmor, verschiedentlich gewässert, und aus Andracine mit weißen Flecken und vielen anderen von fremdartiger Art und diversen Mischungen.

Ich fand eine seltene Form einer Basis, in der Art eines Kissens geformt, auf deren Plinthe zwei Trochili oder Toruli standen, mit einer Einfügung von Hypotrachelien oder Schäften und Astragalen, mit einem obersten Thorus.

Diverse Stellen waren verborgen und bedeckt mit sich windendem, gefilztem und ausbreitendem Efeu, voller schwarzer Beeren und grüner, weicher Blätter, die hier und da wuchsen und den inneren Anblick des antiken Werkes behinderten, mit anderen Mauer- und Wandunkräutern, die aus den Rissen und Spalten kamen, wie die Glockenblume, Venushaut und Erogennet, von manchen Liebe genannt, der er dankbar ist, die sich wieder zum Boden neigte, in anderen Ritzen wuchs Mäuseohr, Tüpfelfarn, Adiantum oder Frauenhaar, der gezackte und gekräuselte Ceterach, das geknotete Lunaria minor, Mauerpfeffer, Polytrichum oder Goldhaar und dergleichen, die gewöhnlich in verfallenen Gebäuden und alten Steinmauern wachsen, sodass viele würdige Stücke investiert und vor mir verborgen waren mit solchen Unkräutern und grünen Ölbäumen, den Schmuckstücken von Ruinen.

Es gab an verschiedenen Stellen unermesslich riesige Einstürze vieler Säulen oder vielmehr konfuse Haufen zerbrochener Steine und unförmige Klumpen, die sich aus der Erde erhoben.

Unter diesen herabgefallenen Stücken konnte ich die Überreste verschiedener Gestalten von Menschen unterschiedlicher Art sehen, viele nackt, andere wiederum ihre Glieder mit gefalteten und plissierten Gewändern bedeckt, die fest an ihren nackten Proportionen klebten. Manche standen auf dem linken Fuß, andere auf dem rechten in aufrechter Art, mit ihren Köpfen senkrecht über dem Zentrum zwischen ihren Fersen, und manche blickten seitwärts, in der Höhe vier Ellen von sechs Fuß.

Andere standen auf beiden Füßen, einige ein Stück voneinander entfernt, und jeder saß in einer Majestät auf seinen Thronen, und der Rest mit seltener und bescheidener Anmut in ihren bestgefallenden und bestimmten Sitzen.

Dort erblickte ich auch unzählige Trophäen, Beutestücke von Rüstungen und unendliche Ornamente, mit den Köpfen von Ochsen und Pferden von angemessener Größe, und um ihre Hörner einen Teil ihrer Girlanden aus Blättern, Früchten, Zweigen, Ästen und Blumen, und einige um einen Teil ihrer Körper, mit kleinen Kindern, die auf ihnen ritten und spielten, in einer so vollkommenen Art und gewünschten Ordnung, wie es der geschickteste Werkmeister, voll von Vielfalt, Arbeit, Studium und Industrie, ersinnen und ausführen konnte. Mit welcher Sorgfalt und Mühe sein überströmendes Können deutlich zum Ausdruck kam, und mit welchem Vergnügen die Wirkung seines Zwecks in keiner Weise verdeckt wurde.

Und mit einer solchen Eurhythmie oder treffenden Proportionierung der Glieder zeigte er die Subtilität der Steinschneidekunst, als ob die Substanzen nicht aus dem härtesten Marmor gewesen wären, wie auch immer, sondern aus weicher Kreide oder Töpferton, und mit welcher Konklansur die Steine gefügt waren und durch welche Artillerie, Regel und Maß sie zusammengesetzt und gesetzt waren, es war wunderbar zu erahnen.

Dies war die wahre Kunst, die die Unwissenheit, in der wir arbeiten, unsere verabscheuungswürdige Anmaßung und unsere öffentlich verurteilten Irrtümer entlarvte und enthüllte.

Dies ist jenes klare und vollkommene Licht, das sanft und mit unserem ungezwungenen Willen unsere trübsichtigen Augen dazu zieht, es zu betrachten und zu schauen. Denn niemand (außer dem, der sich mit Absicht weigert, es zu betrachten) würde geblendet sein von dem ständigen Verlangen, es zu sehen.

Dies ist das, was den schrecklichen Geiz anklagt, den Verschlinger und Verzehrer aller Tugend, einen ständig beißenden und ewig gierigen Wurm im Herzen dessen, der gefangen und diesem unterworfen ist, das verfluchte Hindernis und die Behinderung für wohlgesinnte Geister, der Todfeind der guten Architektur und das abscheuliche Götzenbild dieser gegenwärtigen Welt, so unwürdig verehrt und verdammlich angebetet. Du tödliches Gift für denjenigen, der von dir infiziert ist, welch prächtige Werke sind niedergestürzt und durch dich untersagt worden.

Hiermit, von unsagbarem Entzücken und Vergnügen beim Betrachten dieses seltenen und alten, ehrwürdigen Denkmals von solcher Anmut und Bewunderung hingerissen und ergriffen, wusste ich nicht, welchem Teil ich mich zuerst zuwenden sollte, hier und da willig umherblickend und darüber erstaunt, nachdenklich prüfend, was die eingravierten Historien mir präsentierten, während ich mich von Ort zu Ort bewegte, mit einem unbekannten Entzücken und unbeschreiblichem Vergnügen, es zu betrachten, mit offenem Mund darüber staunend, mich selbst wie ein kleines Kind vergessend, meine gierigen Augen und mein unersättliches Verlangen niemals sättigend, die vorzügliche Vollkommenheit des antiken Werkes zu schauen und zu überblicken, war ich aller Gedanken beraubt, abgesehen von der Erinnerung an meine ersehnte Polia, die oft aufkam. Doch mit einem extremen und tief sitzenden Seufzer wollen wir sie ein wenig zurücklassen und zu unserem fortgesetzten Zweck zurückkehren.

[Dekoration]

_Poliphilus, der ein Stück weit in die beschriebene Vorhalle eintrat, erblickte dort mit großem Vergnügen, wie sie geschmückt und verziert war, und als er danach herauskam, traf er auf einen monströsen Drachen, wovor er sich entsetzlich fürchtete und gezwungen war, in das Gebäude zurückzulaufen, und als er schließlich mit viel Mühe herauskam, gelangte er an einen fruchtbaren Ort._

Es wäre zweifellos eine große und lobenswerte Sache, wahrhaftig und Punkt für Punkt das unglaubliche Werk und die unvorstellbare Komposition eines solch gewaltigen Bauwerks und einer solchen massiven Größe zu beschreiben, samt der Vortrefflichkeit des Eingangs an einem auffälligen und ansehnlichen Ort, der so günstig gelegen war, dass mein Vergnügen, ihn zu betrachten, die Größe meiner Bewunderung überstieg; dies erzeugte in mir eine solche Vorstellung, dass ich mir einredete, Jupiter wagte es nicht, ein Gleiches für die übrigen Götter zu unternehmen, und ich glaubte gewiss, dass kein Handwerker oder menschlicher Verstand einen solch riesigen Rahmen fassen, solch bemerkenswerte Einfälle ausdrücken oder solch seltene Vorrichtungen erdenken und erfinden könnte, um sie so prachtvoll zu schmücken, sie in einer solch einzigartigen Ordnung und Symmetrie anzuordnen und sie ohne Ergänzung oder Korrektur vollkommen zu vollenden. Ein seltener und übermütiger Hochmut in einem Gebäude. Bei welcher Gelegenheit ich in nicht geringem Zweifel war, dass, wenn der Naturhistoriker dies gesehen oder davon gehört hätte, er dasjenige Ägyptens sowie die List und den Fleiß seiner Ausführung verschmäht hätte, denn hier schienen die verschiedenen und unterschiedlichen Arbeiten, die von vielen einzelnen Handwerkern bewirkt wurden, in der Vollkommenheit ihrer gebührenden Proportionen, als wären sie von einem einzigen selbst ausgeführt worden.

Ebenso leicht hätte er die kunstfertige Geschicklichkeit des Architekten Satirus und anderer Berühmter geringgeschätzt, insbesondere Simandrus für das Werk des Memnon, der die drei Statuen des Jupiter aus einem einzigen Stein meißelte, wobei die Füße über sieben Ellen lang waren.

Dagegen muss die Darstellung der großmütigen Semiramis, die aus dem Berg Bagistanus gehauen wurde, zurückstehen.

Und indem ich davon absehe, von der übermütigen Größe der Pyramiden von Memphis zu sprechen, hätten sich jene Schriftsteller weithin dieser Beschreibung zugewandt. Und ohne die berühmten Theater, Amphitheater, Bäder, heiligen und profanen Gebäude, Wasserleitungen und Kolosse zu erwähnen, sowie den von Lioculus versetzten des Apollon. Oder den Tempel, der von Claudius Caesar dem Jupiter geweiht wurde. Oder jenen des Lisippus in Tarent, oder das Wunder des Carelindius auf Rhodos und des Xenodorus in Frankreich und in Rom. Und den Koloss des Serapus, neun Ellen lang, aus Smaragd oder Smaragden, oder das berühmte Labyrinth von Ägypten. Oder die Darstellung des Herkules in Tyrus.

Sie hätten ihre süßen Stile der Lobpreisung angepasst, die wie oben erwähnt als über alles andere erhaben galt, obwohl der Obelisk des Jupiters, zusammengefügt aus vier Quadern, vierzig Ellen hoch, vier Ellen breit und zwei Ellen dick, in seinem Heiligtum innerhalb des Tempels sich als ein wundervolles Wunder erweist.

So meine Augen unersättlich schweifen lassend und mein Antlitz bald hierhin und bald dorthin wendend, gegen diesen riesigen und mächtigen Rahmen, dachte ich bei mir selbst: Wenn die Fragmente und Überreste einer solch heiligen Antike, und wenn der Schutt und Staub eines solch verfallenen Denkmals ein Staunen in der Bewunderung dessen hervorrufen und ein solch großes Vergnügen bereiten können, es zu betrachten, was hätte es erst in seiner größten Pracht getan.

Nach dieser meiner Überlegung überredete mich die Vernunft anzunehmen, dass sich darin der Altar der Venus für ihre mystischen Opfer und heiligen Flammen befinden könnte, oder die Darstellung ihrer Gottheit, oder die Aphrodisie ihrer selbst und ihres kleinen Bogenschützen, und deshalb setzte ich mit frommer Ehrfurcht meinen rechten Fuß auf die geheiligte Schwelle der Tür, da flog ein weißer Horix[A] auf mich zu.

[Sidenote A: Ein Vogel von langsamem Flug und langer Lebensdauer, in alten Denkmälern von Auguren dem Saturn geweiht.]

Doch ich ging plötzlich, ohne weitere Beachtung oder neugierige Voraussicht, mit meinen forschenden Augen hinein, wie es mir der geräumige und lichtdurchflutete Eingang erlaubte, und bot mir solche Anblicke, die es verdienen und eines ewigen Gedenkens würdig sind, an beiden Seiten mit glattem, poliertem Marmor geglättet, in dessen mittlerem Teil ein runder Tisch eingelassen war, umgrenzt und umgeben von einem sehr kostbaren grünen Stein und entsprechend mit kurioser Handwerkskunst verbunden. Und das Gegenüber von sehr schwarzem Stein, der die Härte des Eisens verspottete und verachtete, und klar und glänzend wie ein Spiegel. Infolgedessen erschrak ich, als ich (ahnungslos) vorbeiging, vor meinem eigenen Schatten; dennoch wurde ich sogleich durch unerwartetes Vergnügen getröstet, denn der Ort, der mein Unbehagen verursacht hatte, bot mir nun den Grund aller Wissenschaften, historisiert in einer sichtbaren, manifesten und fachkundigen Malerei.

Und auf beiden Seiten unter denselben schönen und edelsten Tischen waren der Länge nach Steinsitze angebracht. Das Pflaster, sauber und frei von Staub, war aus Ostracus[A] gefertigt.

[Sidenote A: Ostracus ist zerstoßene Muschelschale, gemischt mit Kalk, woraus ein Putz gemacht wird, um den Boden damit zu belegen.]

Und so war in ähnlicher Weise die farbige obere Decke rein und frei von Spinnen und Spinnweben, aufgrund der kontinuierlichen frischen Luft, die sowohl ein- als auch ausströmte.

Die Verkleidung der Wände, wie bereits erwähnt, stieg bis zur Biegung des Bogens von den Kapitellen an, die auf ihren strengen und aufrechten Anten standen, bis zum äußersten Ende des Eingangs, was nach meinem perspektivischen Urteil zwölf Schritte betrug.

Von dieser vollkommenen Verbindung und den befestigten Fugen aus verlief das Dach des Eingangs über seine ganze Länge mit einer halbzylindrischen Wölbung, entsprechend den Anten und geraden Seiten der zuvor beschriebenen Vorhalle, voll von Vielfalt und exquisiten Darstellungen, selten eingraviert, und von kleinen Wassermonstern, wie sie im Wasser selbst in ihren rechten und wohlgeordneten Schwimmflossen waren, halb Menschen und Frauen, mit ihren Fischschwänzen: einige einander mit gegenseitigem Einverständnis umarmend, einige auf Flöten spielend und andere auf anderen phantastischen Instrumenten.

Einige in seltsam geformten Wagen sitzend und darin von schnellen Delphinen gezogen, gekrönt und geschmückt mit Wasserlilien, passend zur Ausstattung der geschmückten Sitze: einige mit verschiedenen Schüsseln und Gefäßen, angefüllt mit vielen Sorten von Früchten. Andere mit reichlicher Fülle, einige zusammengebunden mit Bändern, und andere ringend, wie sie es taten, auf Hippopotamen und anderen verschiedenen und ungeheuren Tieren reitend, mit einer Schildkrötenabwehr.

Einige mutwillig gesinnt, andere zur Vielfalt von Spielen und Festen, mit lebhaften Bestrebungen und schnellen Bewegungen, höchst einzigartig gut dargestellt und den gesamten vorgenannten gewölbten Unterbau ausfüllend.

Entlang unter dem sich biegenden Anstieg des Eingangs erblickte ich eine einzigartige Handwerkskunst von verschiedenen Darstellungen und Abbildern, in einer exzellenten Tessellatur, hell leuchtend wie Gold: und von verschiedenen anderen Farben, mit einer zwei Fuß breiten Bordüre, die den sich drehenden Deckel des Daches umgab, sowohl unter als auch über, und sie von der Arbeit trennte, auf den glatten Seiten, von so perfekten und frischen Farben, als wären sie neu gesetzt, mit einer natürlichen Blattarbeit von smaragdgrünem Grün, auf einem Bims- oder lohfarbenen Grund, mit Blumen von Hyazinthen und Phöniziern, verfälscht mit kuriosen Knoten und Windungen, und in dem enthaltenen Raum der vorgenannten Seiten sah ich diese antike Geschichte gemalt.

Europa, eine junge Dame, die auf einem prestigeträchtigen Stier nach Kreta schwimmt. Und das Edikt von König Agenor an seine Söhne Cadmus, Phoenix und Cilix, ihre entehrte Schwester zu finden, was sie nicht tun konnten, aber nachdem sie tapfer den schuppigen, wilden Drachen getötet hatten, der den schönen Brunnen bewachte, und Apollo konsultiert hatten, beschlossen sie mit ihren Gefolgsleuten und einigten sich darauf, eine Stadt zu bauen, wo die brüllende Färse es bestimmen würde, woraufhin dieses Land bis zum heutigen Tag den Namen des Brüllens einer Kuh trägt: Europa. Cadmus baute Theben. Der andere Bruder Phönizien. Der dritte Kilikien.

Dieses Werk und diese Mosaikmalerei war richtig geordnet, wie es der Anfang und das Ende der Geschichte erforderten, mit Fiktionen in ihren natürlichen Farben, ihre Handlungen und Grade präzise ausgedrückt.

Auf der entgegengesetzten Seite erblickte ich auf die gleiche Weise die wollüstige und lasterhafte Pasiphae, die in infamer Lust brannte, in einer Maschine oder einem Rahmen aus Holz liegend, und den Stier, der auf das sprang, was er nicht kannte.

Danach der monströse Minotaurus mit seiner hässlichen Gestalt, eingeschlossen und gefangen in dem komplizierten Labyrinth. Und danach der gefangene Daedalus, der sich selbst und seinem jungen Sohn Icarus künstlich Flügel machte, der unglücklicherweise die Regel seines Vaters nicht beachtete und kopfüber in das tiefe Meer stürzte, und dem Meer nach seinem Ertrinken seinen Namen hinterließ. Und sein umsichtiger Vater, der sicher nach seinem Gelübde war, hängte seine Flügel im Tempel des Apollo auf.

Worauf ich mit offenem Mund aufmerksam starrte, mit meinen Augen, und im Geiste hingerissen von der Schönheit der Geschichte, so gut angeordnet, so perfekt geordnet, so künstlich gemalt und kurios ausgedrückt, ganz und unversehrt, ohne jedes Zeichen von Verfall; die Stärke der glutinösen Substanz, die die Tessellatur oder die Schachbrettmuster zusammenhielt, war so und so perfekt. Denn darin hatte sich der Handwerker große Mühe gegeben und eine seltene Kunstfertigkeit gezeigt.

Und so ging ich Schritt für Schritt mutig voran, prüfte und betrachtete, welche Richtung und Kunst der Malerei er beobachtet hatte, mit einer pinselartigen Verteilung, um ganze Proportionen in einer glatten und flachen Ebene zu erzeugen. Einige Linien, die sich meinem Objekt näherten, und andere, die schienen, als wären sie weit weg, kaum zu erkennen, und doch beide von einer gleichen Nähe. Und dieselbe wieder, die kaum zu sehen war, bot sich mehr und mehr dem Urteil des Auges dar, mit exquisiter Parergie und Schatten, Wasser, Brunnen, Bergen, Hügeln, Wäldern und Tieren in ihren natürlichen Farben und voneinander entfernt, mit gegensätzlichem Licht. Und in der Kleidung die Falten und Windungen so kunstvoll vollendet und beschattet, dass in diesem wie in allem anderen die Kunst die Natur selbst zu beneiden schien, und das nicht zu knapp, worüber ich sehr staunte.

Auf diese Weise kam ich an das weitere Ende, wo die schönen Geschichten endeten, und jenseits davon war die Dunkelheit so groß, dass ich nicht wagte einzutreten, und als ich zurückkam, hörte ich inmitten der Ruinen ein anhaltendes Geräusch wie das Knacken von Knochen oder ihr Zusammenrasseln, worüber ich stillstand und mein zuvor gefasstes Vergnügen vergaß, unterbrochen durch die Süße der Objekte. Endlich konnte ich ein Rascheln hören, als ob ein toter Ochse über den Boden geschleift worden wäre, das Geräusch näherte sich immer mehr und kam näher an die Vorhalle, durch die ich hinausgehen musste, wo ich ein großes Zischen einer riesigen Schlange hörte: Die plötzliche Angst, in der ich war, machte mich unfähig, um Hilfe zu schreien, noch sah ich, wie ich entkommen könnte, außer durch das Laufen in die dunkle und obskure Weite, in die ich zuvor Angst hatte einzutreten.

Oh unglückseliger Wretch, unterdrückt von widrigem und traurigem Geschick, sah ich am Eingang der Tür auf mich zukommen, nicht einen schädlichen Löwen, der vor Androclus kauerte, sondern einen furchtbaren und schrecklichen Drachen[A], der seine dreigespaltene und dreigeteilte Zunge gegen mich schüttelte, mit den Zähnen knirschte und ein kreischendes oder krächzendes Geräusch machte, ihre schuppige und geschuppte Haut auf dem blumigen Pflaster schleifend, ihre Flügel auf ihrem faltigen Rücken klatschend, mit einem langen Schwanz, der sich wie ein Aal windet und krümmt und niemals ruht. Weh mir, der Anblick war ausreichend gewesen, um den Mars selbst in der Sicherheit kriegerischer Rüstung zu erschrecken oder den starken und mächtigen Herkules zum Beben zu bringen, trotz seines muskelbepackten und keulenbewehrten Körpers. Und um Theseus von seinem begonnenen Unternehmen und kühnen Versuch zurückzurufen, und um den Riesen Typhon zu erschrecken, und um das stolzeste und stärkste Herz, was auch immer es sei, zum Wanken und Beugen zu bringen. Ich wünschte mir die Schnelligkeit der Atalanta, da ich noch jung und unbewaffnet war, in keiner Weise fähig, einer solch giftigen Gewalt zu begegnen, und bemerkte ihren schwarzen, infektiösen Atem, der aus ihrem Mund dampfte. Da alle Hoffnung verloren war, an ihm vorbeizuschlüpfen, rief ich andächtig um göttliche Hilfe. Und plötzlich meinen Rücken wendend, so schnell ich laufen konnte, brachte ich meinen verängstigten Körper mit Hilfe meiner schnell schreitenden Füße in den inneren Teil der dunklen Orte, durch verschiedene krumme Qualen, umständliche Passagen und unbekannte Wege eindringend.

[Sidenote A: Der Drache ist jener Abaddon und Apollyon, der Feind der Menschheit.]

So dass ich dachte, ich wäre[A] im unentrinnbaren Rahmen des klugen Daedalus oder des Porsena, so voll von Wegen und windenden Wendungen, eine in die andere führend, um die Absicht des Herausgehenden zu täuschen, oder in der geräumigen Höhle des schrecklichen Zyklopen oder der hohlen Höhle des diebischen Cacus. Auf eine solche Weise, dass, obwohl meine Augen mit der Dunkelheit einigermaßen vertraut waren, ich doch genau nichts sehen konnte. Aber ich war froh, meine Arme vor meinem Gesicht auszustrecken, um mich herum tastend (wie jemand, der Blindekuh spielte), damit ich nicht mit dem Gesicht gegen irgendwelche Pfeiler laufen würde, und mit meinen Füßen leise vor mir fühlend, bevor ich auf ihnen ruhte, aus Angst, ich könnte in irgendein Gewölbe unter diesen mächtigen Pyramiden stürzen.

[Sidenote A: Die dunklen Orte sind Unwissenheit und die Weisheit dieses Wortes, die nichts weiter als reine Torheit ist.]

Und rückwärts schauend, ob dieser furchtbare Drache mir immer noch folgte oder nicht, war das Licht ganz verschwunden. Und ich verblieb an einem dunklen Ort, voll von verschiedenen Wendungen und kreuzenden Passagen, in einem größeren Schrecken und einer tödlicheren Schwere des Geistes als Merkur. Indem er sich selbst Ibis und Apollo machte, Threicia, Diana, in den kleinen Vogel Cholomene. Und Pan in zwei Gestalten. Ich und verängstigter als jemals Ödipus, Cyrus, Krösus und Perseus. Und zitternder als der Dieb Thracilius in seinem Bärenfell. In Trauer üppiger als die arme Psyche. Und in mühsameren Gefahren als Lucius Apuleius, als er hörte, wie die Diebe berieten, ihm den Kopf einzuschlagen und ihn zu töten.[A]

[Sidenote A: Cosby für die Tötung des L. Browgh.]

Unterdrückt und beladen mit all diesen vorgenannten Schrecken und Ängsten, begann ich mir vorzustellen, dass der Drache um meinen Kopf flog und mit dem Geräusch ihrer kreischenden Zähne und reißenden Krallen mit ihren verschlingenden Kiefern nach mir greifen wollte: Mein Herz gab mir zu verstehen, dass der fleischfressende Wolf, von dem ich träumte, ein Vorbote dieses meines letzten bezweifelten Endes war. Und so lief ich auf und ab wie eine kleine arme Ameise oder Tante, wenn das Rebhuhn auf ihren Hügeln scharrt und sie aufpickt. Mit meinen wachsamen und aufmerksamen Ohren horchend, ob das schreckliche Monster mit ihrem schleimigen und schmutzigen Gift und stinkenden Geruch auf mich zukam. Und fürchtend, was auch immer mir zuerst in den Sinn kam.

Da ich mich unbewaffnet fand, frei von aller Hilfe, in dieser tödlichen Gefahr und elenden Ratlosigkeit, obwohl der Tod von Natur aus bitter und verhasst ist, schätzte ich ihn dennoch zu jener Zeit gnädig ein, was ich meiner Meinung nach bereitwillig hätte erleiden können, aber dieser Wille war unzureichend: Die Hoffnung schaute immer noch und überredete mich eines unsicheren, furchtbaren und unruhigen Lebens.

Ach, wie sehr meine Seele und mein Körper sich sträubten, einander zu verlassen, der Kummer darüber machte mich unwillig, eine so grausame Feindin wie den Tod zu empfangen: woraufhin ich, ein gutes Herz fassend, so dachte.

Soll die Größe meiner Liebe, die so süß entflammt ist, nun verfallen, frustriert von jeglicher Wirkung, denn wenn ich zu diesem Zeitpunkt nur mit einem Anblick davon beschenkt worden wäre, hätte ich noch zufriedener sein können.

Aber doch sogleich zurückkehrend zu dem inneren Eindruck meines süßesten Objekts, immer noch wohnend im Geheimnis meines Herzens, verfiel ich in schluchzende Tränen für den Verlust von zwei so wertvollen Juwelen. Das war Polia und mein kostbares Leben. Sie ständig mit tiefen Seufzern und schluchzenden Sobbern rufend, die in der dicken Luft erklangen, eingeschlossen unter den riesigen Bögen und der geheimen dunklen Abdeckung, sagend so zu mir selbst.

Wenn ich hier so elend, traurig und unbehaglich sterbe, ganz allein, wer soll ein würdiger Nachfolger eines so kostbaren Juwels sein? Und wer soll der Besitzer eines solchen Schatzes von so unschätzbarem Wert sein? Und welcher schöne Himmel soll ein so klares Licht zeigen? Oh elendester Poliphilus, wohin gehst du, Unglücklicher? Wohin eilst du mit deinen Schritten? Hoffst du jemals, irgendein ersehntes Gut wieder zu erblicken? Siehe, all deine gnädigen Einfälle und angenehmen hohen Vergnügen, die in deinen auffassungsreichen Gedanken durch die Süße der Liebe aufgebaut wurden, sind tödlich erschüttert und abrupt niedergeschlagen und hingeworfen? Sieh, wie deine erhabenen verliebten Gedanken in Stücke geschüttelt und vernichtet sind. Ach, was für ein verletzendes Los und böswillige Konstellationen haben dich so verderblich getrieben und täuscherisch in diese elende, dunkle Finsternis gelockt? Und haben dich nun hämisch in einen Haufen tödlicher Ängste geführt und ertränken dich in einem tiefen Meer von unaussprechlichen Sorgen. Zur unbarmherzigen Verschlingung und plötzlichen Hinunterschlingung eines so schmutzigen Monsters, und um in den stinkenden Eingeweiden einer so abscheulichen Bestie verrottet und verdaut zu werden und an einem so abscheulichen Ort ausgeworfen zu werden. Oh kläglicher und ungewohnter Tod. Oh elendes Ende meines ersehnten Lebens. Wo sind meine Augen? Was sind sie unfruchtbar? Ist ihr Humor weg? Gibt es keine Tränen mehr, die meine verweinten Wangen hinunterkullern könnten? Nun, dann bemerke ich, dass der Tod hinter meinem Rücken ist, wer hat jemals eine solche Veränderung des Glücks gesehen? Siehe, unglücklicher und eigensinniger Tod, und die letzte Stunde und die verfluchte Minute davon nahe, in diesem dunklen Schatten, wo mein Körper und Fleisch dazu bestimmt sind, ein Futter für eine so abscheuliche Bestie zu sein. Welche Wut? Welche Grausamkeit? Welches Elend kann ein sterbliches Geschöpf monströser erleiden? Dass süßes und angenehmes Licht denen geraubt werden sollte, die am Leben sind, und die Erde denen verweigert wird, die tot sind. Was für eine schweineartige Kalamität und verformtes Missgeschick sollen so schwer und unzeitig meine ersehnteste und blühendste Polia von mir abwenden? Leb wohl, der Spiegel aller Tugend und wahre Vollkommenheit der Schönheit, leb wohl.

Und so über alle Maßen hin und her geworfen in solchen und so großen Leiden, war meine Seele in mir gequält, strebend, von meinem unglücklichen und schwachen Körper befreit zu werden, auf und ab gehend, ich wusste nicht wo. Meine Beine schwach, kraftlos und unter mir wankend, meine Geister schmachtend und meine Sinne in einer Weise von mir gegangen. Außer dass ich andächtig zum allmächtigen Gott rief, Erbarmen mit mir zu haben, und dass ein guter Engel beauftragt werden möge, mich hinauszuführen. Und damit siehe, entdeckte ich ein kleines Licht. Zu dem, wie froh ich eilte, möge jeder beurteilen, was er in einer solchen Ratlosigkeit tun würde.

Ich sah eine ewige Lampe, die vor einem Altar brannte, der fünf Fuß hoch und zehn Fuß breit war, mit den Bildern aus Gold, die darauf standen, welche ich nicht sehr perfekt betrachten konnte, ungeachtet der brennenden Lampe; die Grobheit der Luft war so und so ein großer Feind des Lichts.

Und immer mit aufmerksamen Ohren horchte ich fleißig, da ich noch nicht von der Angst befreit war, und einiges sah ich, die dunklen Bilder und die großen Fundamente und furchtbaren Gewölbe und unterirdischen Strebepfeiler oder Stützen und Stärken, hier und da an unendlichen Orten verteilt, und viele riesige und mächtige Pfeiler, einige viereckig, einige sechseckig, einige achteckig, passend darunter gesetzt und proportioniert, um die riesige Größe der gewichtigen Pyramiden zu stützen.

Dort, da ich wenig Vergnügen hatte, mich länger aufzuhalten, beabsichtigte ich, einen unbekannten Weg weiter hinein zu nehmen, welchen eingeschlagenen Kurs ich erblickte, ein Licht, das ich so lange ersehnt hatte, das durch eine kleine Pforte hereinkam, so klein, wie ich sehen konnte.

Oh, mit welcher Freude und mit was für einem frohen Herzen erblickte ich es, und mit welcher Heiterkeit eilte ich mit meinen Schritten darauf zu. Vielleicht schneller als Canistius oder Philonides[A], meine unbändige Freude und mein extremes Verlangen, dem näher zu kommen, war so, dass ich die Scheidung meines unzufriedenen und lästigen Lebens widerrief und herbeiholte, nacheinander meinen verstörten Geist und mein verzagtes Herz tröstend. Ein wenig erfrischend und mich beruhigend: meinen entleerten und leeren Herz wieder auffüllend und dasselbe mit seinen alten Gedanken anfüllend.

[Sidenote A: Zwei blockige, faule Lümmel, einer aus Melite, ein anderer aus Athen, die es für eine große Arbeit hielten, ihr eigenes Essen zu essen.]

Nun richtete ich mich mehr auf meine reizende Polia und band meine Zuneigungen sicherer an sie. Überzeugt und fest der Meinung, dass dieser Anblick eine Trance in der Liebe war, denn er zeigte, dass ich sterben und meine Liebe verlieren würde. Oh, wie sehr quälte es mich. Weder verweigerte es sich noch leistete es Widerstand gegen irgendeinen scharfen und neuen Angriff der Liebe, die in meinem geschlagenen und schwer verwundeten Herzen liegen und sich von selbst ernähren würde.

Und zu dieser Zeit, da alle Hemmnisse und Hindernisse vorüber waren, bot sich mir ein geräumiger und weiter Ausgang dar. Dann fühlte ich mich durch das klare Licht einigermaßen getröstet, und meine wandernden Gedanken wieder zusammennehmend und sammelnd, und meine niedergeschlagene Kraft wiederherstellend, ließ mich meine verdächtige und unbekannte Reise aufbrechen und laufen: so dass es mir vorkam, als würde die Tür, je näher ich ihr kam, umso größer. Zu ihr gelangte ich schließlich durch Gottes Willen, da Polia in meiner verliebten Brust eine vorherrschende Kraft ausübte, wobei ich nicht aufhörte, meinen schnellen Lauf fortzusetzen: Meine Hände, die ich zuvor tastend vorstreckte, um nicht gegen Säulen zu laufen, benutzte ich nun wie ein Paar Ruder, um mich zu beeilen.

So sicher weiterreisend, kam ich in eine sehr angenehme Sicht und Landschaft, in der ich jedoch noch nicht ohne Furcht war, und wagte es nicht, mich niederzusetzen, da der Eindruck des schrecklichen Ungeheuers noch so frisch in meinem Geiste war, dass mir schien, ich hörte ihn immer noch hinter mir, und daher konnte ich ihn nicht so leicht vergessen. Aber ich war eher davon überzeugt, weiterzugehen: erstens, weil das Land so fruchtbar, angenehm und schön war. Zweitens, damit ich weit genug von dem Ort wegkommen konnte, an dem ich so kurz zuvor erschreckt worden war. Dass ich mich dann niedersetzend ausruhen und meinen Geist wieder sammeln und diese empfundene Angst vergessen konnte, bei meinem Eintritt in das Tor, als die Erscheinung des weißen Sorix gnädig wieder in mein bewahrendes Gedächtnis zurückkehrte, eine ermahnende Anregung und gute Gelegenheit, mich zu beleben und zu trösten, weil es für die Auguren ein dankbares und günstiges Zeichen für Glück war.

[Sidenote A: Capillata ministra.]

Schließlich war ich entschlossen, mich der Güte meines guten Schicksals anzuvertrauen, das mir zuweilen eine dienstfertige und freigebige Magd für glückliche Ereignisse sein mochte.[A] Und damit angespornt und dazu bewegt, meinen Gang fortzusetzen, wohin auch immer meine müden und schwachen Beine mich führen und bringen würden. Und doch war ich (wie es sich für mich in guter Weise geziemte) ein wenig zweifelhaft, einen solchen Ort zu betreten (der mir unbekannt war), wo es mir vielleicht nicht erlaubt war zu kommen. Obgleich ich hierin um ein Vieles verwegener und kühner war als beim Eingang in die prachtvolle Vorhalle. Und so, mit schnell schlagender Brust und verwirrtem Geist, sagte ich zu mir selbst.

Es gibt keinen Grund, der mich dazu führen sollte, wieder umzukehren, alles in Betracht gezogen: Ist dies nicht ein sichererer Ort und besser geeignet, um der Gefahr zu entfliehen? Ist es nicht besser, sein Leben im hellen und klaren Sonnenschein zu riskieren, als in einer blinden Finsternis zu sterben und zu darben? Und so entschlossen, nicht mehr umzukehren: Mit einem tiefen Seufzer rief ich mir das Vergnügen und die Freude ins Gedächtnis, die meine Sinne beinahe verloren hätten: denn das Werk, das ich gesehen hatte, war voller wunderbarer Wunder, und darüber nachdenkend, auf welche Weise ich ihrer beraubt wurde, rief ich mir die ehernen Löwen im Tempel Salomos ins Gedächtnis, die ein solches grimmiges Antlitz hatten, dass sie die Menschen zur Vergesslichkeit bringen würden.

Und in einen solchen Zustand, fürchtete ich, hatte mich der Drache gebracht, dass so vortreffliche und wunderbare Werke und seltene Erfindungen, die für kein menschliches Geschöpf zu vollbringen waren, würdig, manifestiert und von mir selbst fleißig durchmustert zu werden, nun aus meinem aufsaugenden Gedächtnis geflohen sein sollten, so dass ich nicht in der Lage wäre, einen wahren Bericht von ihnen zu erstatten: aber darin widersprach ich mir selbst: noch fand ich, dass ich in einer Lethargie-Leidenschaft war: Sondern dass ich mich sehr wohl erinnerte und ohne jeden Fehler in Ordnung und Proportion alles hielt, was ich gesehen und betrachtet hatte. Und dass das monströse und grausame Tier eine sehr lebendige Substanz war und keine Fiktion, wie sie von keinem sterblichen Menschen jemals gesehen wurde, nein, nicht einmal von Regulus. Das bloße Andenken daran ließ meine Haare zu Berge stehen und bewegte mich sofort dazu, mein Tempo zu beschleunigen.

Danach zu mir selbst zurückkehrend, dachte ich Folgendes: Hier ist ohne allen Zweifel (denn so stellte ich es mir aufgrund der herrlichen Güte des schönen Bodens vor) keine Behausung außer für zivile Menschen, oder eher für Engel und noble Persönlichkeiten, und ein Ort, den Nymphen aufsuchen, oder für die Götter und Alten, Monarchen und Fürsten, so sehr, dass mein überredender Wunsch meinen zurückgehaltenen Schritt vorwärtstrieb, was ein Beharren auf meiner eben begonnenen Reise verursachte. Und so, wie einer, der gefangen und dem scharfen Sporn unersättlichen Verlangens unterworfen ist, nahm ich mir vor, weiterzugehen, wohin auch immer die Schönheit meines Schicksals mich führen würde, das bisher nur mittelmäßig und eher schmachtend war.

Nun dazu gekommen, ein schönes und ergiebiges Land, fruchtbare Felder und fruchtbare Gründe zu betrachten, lobte ich außerordentlich den Wunsch, der mich dazu bewegte, sie zuerst zu betreten. Aber besonders dankte ich dem, der mich aus dem schrecklichen Ort herausgeführt hatte, den ich nun wenig beachtete, da ich weit genug von ihm entfernt war.

[Decoration]

_Poliphilus zeigt die Annehmlichkeit des Landes, in das er gekommen war, auf seiner Reise innerhalb desselben kam er zu einem schönen Brunnen, und wie er fünf schöne Jungfrauen sah, die auf ihn zukamen, und ihr Staunen über sein Hierherkommen, ihn vor Schaden bewahrend und ihn einladend, an ihren Ergötzungen teilzuhaben._

So aus dieser schrecklichen Hölle, dunklen Höhlung und diesem schrecklichen Ort herausgekommen (obwohl es eine heilige Aphrodise und ein ehrwürdiger Tempel war:) und in ein gewünschtes Licht, liebliche Luft und angenehmes Land voller Zufriedenheit gekommen: drehte ich mich um, um auf den Ort zurückzublicken, aus dem ich herausgekommen war, und wo mein Leben, mein Leben, das ich kurz zuvor so gering geschätzt hatte, so sehr verwirrt und gefährdet war, wo ich einen Berg sah, unnatürlich, mit einem mäßigen Anstieg und steilem Emporsteigen, überwuchert und beschattet mit grünen und zarten Blättern von Mastix-Eichen, Buchen, Paneel-Eichen, Steineichen, Cerries, Aesculien, Korkbäumen, Eiben, Stechpalmen oder Hulver, oder Acilon.

Und gegen die Ebene hin war es bedeckt mit Hamberries, Haseln, Fylbirds, Pflaumen, Liguster, oder Rainweide, und geweißt mit deren Blüten: durch gefärbte Xeapie, die gegen Norden rot und gegen den Süden weiß war, Platanen, Eschen und dergleichen, die ihre Zweige ausbreiteten: gefaltet und umschlungen vom Lauf des Geißblatts oder Waldreben und Hopfen, die einen angenehmen und kühlen Schatten bildeten. Unter dem wuchsen Frauenmantel oder Rote Nachtviole, schädlich für die Sicht, gezackter Tüpfelfarn, und der Trientall und vierzöllige Scolopendria, oder Hirschzunge, Heleborous Niger, oder Melampodi, Trifolien und solche anderen schattenliebenden Kräuter und Waldblumen, einige damit geschmückt und einige ohne.

So dass der Mund des dunklen Ortes, aus dem ich entkommen war, in gewisser Weise innerhalb des hohen Berges war, ganz überwuchert mit Bäumen.

Und wie ich vermuten konnte, war es genau gegenüber dem zuvor besprochenen Rahmen, und in meinem Urteil war es ein seltenes Stück Arbeit gewesen, älter als das andere, und durch die Zeit abgenutzt und verzehrt, nun Efeu und andere Mauerbäume tragend, und war so zu einem überwucherten Wald geworden, dass ich kaum einen Ausgang oder Mund für eine leichte Passage wahrnehmen konnte, außer aus einer Notwendigkeit heraus, denn es war ringsherum von buschigen und sich ausbreitenden Bäumen umgeben und umschlossen, so dass ich nie entschlossen war, dort wieder einzutreten.

In der engen Passage des Tals zwischen den ausgedehnten und hoch aufragenden Felsen war die Luft aufgrund der zurückgehaltenen Dämpfe trüb, und doch war ich damit genauso zufrieden wie Apollo bei seiner göttlichen Geburt.

Aber dieses Loch, aus dem ich durch Bücken herauskam, lassend, kommen wir weiter vorwärts zu den süßen Freiheiten, die ich als nächstes sah, und das war ein dichter Kastanienwald am Fuße des Hügels, den ich für einen Boden für Pan oder einen Sylvanischen Gott mit ihren weidenden Herden und Scharen hielt, mit einem angenehmen Schatten, unter dem ich hindurchging, kam ich zu einer alten Brücke aus Marmor mit einem sehr großen und hohen Bogen, auf dem, entlang zu beiden Seiten der Mauern führend, bequeme Sitze zum Ausruhen waren, die, obwohl sie für meinen müden Körper willkommen waren, ich doch mehr Verlangen hatte, weiterzugehen, auf welchen Seiten der Brücke, direkt über dem Gipfel des Bogens, eine Porphyr-Tafel mit einem prächtigen Rand von kurioser Handwerkskunst platziert war, eine Tafel auf der einen Seite und eine andere auf der anderen Seite, aber die auf der linken Seite war aus Ophit.

Auf der Tafel zu meiner Rechten, als ich ging, sah ich ägyptische Hieroglyphen auf diese Art, einen alten Helm mit einem Hundskopf als Helmzier.

Der knöcherne Schädel eines Ochsen mit zwei grünen Zweigen von Bäumen, die fest an die Hörner gebunden waren. Und eine alte Lampe. Welche Hieroglyphen, die Zweige ausgenommen, weil ich nicht weiß, ob sie von Tanne, Ananas, Lärche oder Wacholder oder dergleichen waren: interpretiere ich also so.

PATIENTIA EST ORNAMENTUM, CUSTODIA ET PROTECTIO VITAE.

Auf der anderen Seite war ein Kreis eingraviert, dann ein Anker mit einem Delphin, der sich um dessen Strang windet, was ich vermutete, sollte dies bedeuten, +AEI SPEU DE BRADEOS+, Semper festina tarde.

Unter dieser alten, sicheren und schönen Brücke floss ein sehr klares, schnelles Wasser, das sich in zwei getrennte Ströme teilte, der eine in die eine Richtung und der andere in die andere, die sehr kalt liefen, ein weiches, anhaltendes, stilles Geräusch in ihren gefrorenen, gebrochenen und benagten Kanälen machend, durch ihr eingefressenes und gefurchtes Ufer, voller Steine, bedeckt und beschattet mit Bäumen, deren sich ausbreitende Wurzeln darin kahl erschienen, und um sie herum hängende Tricomanes, Adiantus und Cimbalaria, und auch bärtig mit verschiedenen kleinen Haaren, wie sie um die Ufer von Flüssen zu wachsen pflegen.

Der Wald, von dem ich gesprochen habe, war sehr angenehm anzusehen, weder zu dicht noch weiter im Umfang, als man sich wünschen würde, aber einen entzückenden Schatten bauend, die Bäume voller kleiner Vögel und Geflügel.

Geradeaus erstreckte sich die Brücke und führte auf eine große Ebene, die überall von den süßen Gezwitscher, melodischen Aufzeichnungen und lautem Gesang derselben widerhallte. Darin sprangen und liefen kleine Eichhörnchen und die schläfrige Haselmaus und andere harmlose Tiere.

Und auf diese Weise, wie oben erwähnt, zeigte sich dieses waldige Land, umgeben von hohen Bergen, soweit ein Mann blicken konnte, und die Ebene ganz bedeckt mit einer feinen Vielfalt von verschiedenen süßen Kräutern und den klaren Kanälen von kristallinen Strömen, die mit einem murmelnden Geräusch entlang der Hügel in das ebene Tal hinabglitten.

Geschmückt und verschönert mit der blühenden bitteren Olive, Lorbeer, Silberpappel und Lysimachia, Schwarzpappel, Erlen und wilder Esche.

Auf den Hügeln wuchsen hohe Tannen, unbewaffnet, und die weinende Lärche, woraus Terpentin gemacht wird, und dergleichen.

Als ich einen so fruchtbaren und so bequemen Ort für Vieh und Tiere zum Weiden und Halten wohl erwogen hatte (denn es sah aus, als würde es die Gesellschaft eines Hirten und ein pastorales Lied verlangen), grübelte ich, was die Ursache sein könnte, dass ein so bequemer Ort unbewohnt dalag. Und meine Augen weiter vorwärts in die Ebene vor mir werfend, und diesen zuvor beschriebenen Ort verlassend, konnte ich ein Gebäude aus Marmor wahrnehmen, das sein Dach über den zarten Wipfeln der umgebenden Bäume zeigte. Beim Anblick dessen wurde ich wunderbar froh und in guter Hoffnung, dass ich dort noch einige Behausung und Zuflucht finden würde. Zu dem ich mich ohne Verzögerung beeilte. Und dort angekommen, fand ich ein Gebäude, achteckig, mit einem seltenen und wunderbaren Brunnen: was nicht ganz schlecht war. Denn bis dahin hatte ich meinen Durst noch nicht gelöscht und gestillt.

Dieses Gebäude war achteckig, klein zum Gipfel hin und mit Blei gedeckt. Auf einer Seite war ein schöner Stein aus reinem weißen Marmor platziert, viereckig, halb so lang wieder wie er breit war, welche Breite, wie ich vermutete, etwa sechs Fuß betrug.

Von diesem guten Stein waren genau zwei kleine halbe Säulen, abgeschrägt mit ihren Basen, die ein gerades Sims hielten, mit einem Gule und hinzugefügter Dentikulation und Kordikulen, oder Arbeit von Herzen, mit ihren Kapitellen unter einem Gebälk, Zophor und Kranzgesims, über dem ein Trigonum enthalten war, im vierten Teil des Steins glatt und eben ohne jede Handwerkskunst in der Tafel derselben, außer einer kleinen Girlande, innerhalb derer zwei Tauben waren, die aus einem kleinen Gefäß tranken.

All der Raum, der nicht gesprochen wurde, inklusive, war eingeschnitten und evakuiert, zwischen den Säulen, der Gulatur und dem quer verlaufenden Gebälk, enthielt eine elegante, gelockte Nymphe. Und unter dem Sims war ein weiteres Viertel gearbeitet mit Thors, Torques, Ballons und einem Plinth.

Welche schöne Nymphe lag schlafend auf einem gefalteten Tuch, Schoß, und gewunden unter ihrem Kopf. Ein anderer Teil passenderweise über sie gebracht, um das Nackte zu verbergen, was weiblich und geziemend war, geheim gehalten zu werden. Auf ihrer rechten Seite liegend mit diesem unterworfenen Arm zurückgezogen, und ihrer offenen Handfläche unter ihrer schönen Wange, worauf sie ihren Kopf ruhte.

Der andere Arm in Freiheit, ganz entlang über ihrer linken Lende liegend, sich bis zur Mitte ihres guten Oberschenkels streckend. Bei ihren kleinen Zitzen (wie bei einem jungen Mädchen) in ihren runden Brüsten sprossen kleine Ströme von reinem und klarem frischem Wasser, aus der rechten Brust, als wäre es ein Faden gewesen, aber aus der linken Brust am heftigsten. Der Fall von beiden, empfangen in einem Gefäß aus Porphyrstein, mit zwei Rezeptorien, die im selben Gefäß zusammengefügt waren, getrennt und verschieden von der Nymphe sechs Fuß, stehend auf einem bequemen Rahmen aus Feuerstein. Zwischen beiden Rezeptorien war ein anderes Gefäß platziert, in dem die Wasser miteinander stritten und sich trafen, aus den geschnittenen und bestimmten Stellen herauslaufend, in der Mitte des Limbus ihrer Rezeptorien, welche Wasser, vermischt aus diesem Gefäß, sich in einen kleinen Kanal entluden, der davon glitt, und was mit dem einen und was mit dem anderen, wurden alle Kräuter und Blumen angrenzend und darum herum reichlich begünstigt.

Das der linken Brust spinnte so hoch, dass es keinen nässte oder hinderte, der aus dem Wasser saugen oder trinken wollte, das aus der rechten Brust strömte und entsprang.

Und dieses exzellente Bild war so definitiv ausgedrückt, dass ich fürchte, Prapitiles hat nie das Gleiche für Venus vollbracht, für Nichomides, den König von Caria, welches Idol er dazu bestimmt hatte, von seinen Untertanen angebetet zu werden, obwohl die Schönheit desselben so war, dass sie dieses schmutzige Volk zu fleischlicher Begierde bewegte.

Aber ich war überzeugt, dass die Vollkommenheit des Bildes der Venus nichts gegen dieses war, denn es sah aus, als wäre eine wunderschöne Dame in ihrem Schlaf in einen Stein verwandelt worden, ihr Herz immer noch klopfend und ihre süßen Lippen bereit sich zu öffnen, als ob sie so nicht behandelt werden wollte.

Von ihrem Kopf lagen ihre losen Locken wogend auf der unterdrückten Bedeckung, gefaltet und plissiert und als ob sie die Haare des eingeklumpten Tuchs verachteten, ihre Oberschenkel von einer bequemen Größe und ihre fleischigen Knie etwas nach oben gebogen und zurückgezogen zu ihr hin.

Ihre geraden Zehen zeigend, als ob sie ihre Finger drängten, sie zu handhaben und zu spannen, der Rest ihres Körpers entsprechend der Vollkommenheit dieser verschiedenen Proportionen.

Und hinter ihr die Beschattung des blättrigen Memerill oder Erdbeerbaums, voll von weichen kleinen Äpfeln und Früchten, und hübschen Vögeln, als ob sie sie schlafend gezwitschert und gesungen hätten.

An ihren Füßen stand ein Satyr in geiler Lust auf seinen Ziegenfüßen, sein Mund und seine Nase zusammengefügt wie eine Ziege mit einem Bart, der auf beiden Seiten seines Kinns wuchs, mit zwei Spitzen und kurz in der Mitte wie Ziegenhaar, und auf gleiche Weise um seine Flanken und seine Ohren wuchsen Haare, mit einem Gesicht, verfälscht zwischen einem Menschen und einer Ziege, auf eine so seltene Art, als ob der exzellente Handwerker bei seinem Schnitzen die Idee und Gestalt eines Satyrs von der Natur präsentiert bekommen hätte.

Derselbe Satyr hatte gewaltsam mit seiner linken Hand einen Arm des Erdbeerbaums über die schlafende Nymphe gebogen, als ob er ihr einen günstigen Schatten damit machen wollte, und mit der anderen Hand einen Vorhang an einer der Seiten hochhaltend, der am Stamm des Baumes befestigt war.

Zwischen dem Comare Meimerill oder Erdbeerbaum und dem Satyr waren zwei kleine Satyrn, der eine eine Flasche in seinen Händen haltend und der andere mit zwei Schlangen, die sich um seine Arme wanden.

Die Exzellenz, Zartheit und Vollkommenheit dieses Gebildes und dieser Handwerkskunst kann nicht hinreichend ausgedrückt werden.

Dies half auch, die Süße desselben zu schmücken, das ist die Weiße des Steins, als ob es reines Elfenbein gewesen wäre.

Ich wunderte mich auch über die Arbeit des Tuchüberzugs, als ob es gewebt gewesen wäre: und über die Zweige, Äste und Blätter, und über die kleinen Vögel, als ob sie gesungen hätten und auf ihren hübschen Füßen in jedem Gelenk einzeln und Kralle perfekt gemacht gehüpft wären, und so der Satyr gleichermaßen. Unter dieser seltenen und wunderbaren Schnitzarbeit zwischen den Gulaturen und Undulen im glatten Ebenen war in attischen Zeichen diese Poesie eingraviert +PANTA TO KADI+.

Der Durst, den ich am Tag zuvor bekommen hatte, war so gewachsen, dass ich nun dazu bewegt wurde, ihn zu stillen, oder eher angelockt durch die schöne Schönheit des Instruments, dessen Kühle so war, dass sie zwischen meinen Lippen, so meinte ich, sich rührte und bebte.

Und rings um diesen angenehmen Ort und bei den plätschernden Kanälen wuchsen Vaticinium, Maiglöckchen und die blühende Lysimachia oder Weidenkraut, die traurigen Schilfe, Minzen, Wassersellerie, Melisse, Hydrolapathos oder Wassersauerampfer und andere erprobte Kräuter und feine Blumen, ein kleiner Kanal, der durch eine Schleuse von der Brücke kam, eintretend und sich entladend, war die Ursache eines guten schönen Beckens, breit und groß, in einer sehr guten Ordnung, getrimmt und verschönert mit einem Zaun aus süßen Rosen und Jasmin. Und von dort darüber laufend, verteilte er sich selbst, nährte und besuchte die nächstgelegenen Felder und Gründe, reich an allen Arten von Kräutern, Blumen, Früchten und Bäumen.

Es wuchsen dort auch große Mengen an Cynarie, dankbar für Venus, wilder Rainfarn, Colocassia mit Blättern wie ein Schild und Gartenkräuter.

Und von dort die flachen Felder betrachtend, war es wunderbar, das Grün derselben zu sehen, gepudert mit einer solchen Vielfalt von verschieden sortierten Farben und verschieden geformten Blumen, wie gelber Hahnenfuß, oder goldener Knop, Ochsenauge, Satrion Hundsstein, das kleinere Tausendgüldenkraut, Steinklee, Steinbrech, Schlüsselblumen, Frauenfinger, wilder Kerbel, oder Hirtennadel, Nauens Gentil, Fingerkraut Augentrost, Erdbeeren mit Blumen und Früchten, wilde Akelei, Agnus Castus, Schafgarbe, Yarrow, womit Achilles Telephus heilte, und der Rost desselben Speers, der ihn verletzte. Mit den weißen Muscarioli, Bienenblumen und Panenentes auf so schöne und angenehme Weise, dass sie mich sehr trösteten (nachdem ich mich verirrt hatte), nur durch das Betrachten derselben. Und hier und dort in einem messbaren und gut angeordneten Abstand und Raum dazwischen. In einer bequemen Ordnung und süß angeordneten Art durch eine gerechte Linie wuchsen die grünen und süß riechenden Orangen, Zitronen, Zitronen, Granatäpfel, ihre Wasserzweige bogen sich innerhalb eines Schrittes vom Boden, bedeckt mit Blättern von einer glasigen grünen Farbe, von großer Höhe und ihre Wipfel wieder herunterdrehend, beladen mit der Fülle ihrer Blumen und Früchte, einen höchst süßen und entzückenden wohlriechenden Geruch ausatmend. Womit mein erschrockenes Herz sich nicht sehr leicht wiederbelebte (es könnte in einer pestilenzialischen Luft und ansteckendem und tödlichem Geruch sein).

Aus diesem Grund stand ich erstaunt und in großer Zweifel, was ich denken oder tun sollte, und das umso mehr, weil ich an diesem Ort einen so wunderbaren Brunnen, die Vielfalt der Kräuter, die Farben der Blumen, das ordentliche Platzieren der Bäume, die schöne und bequeme Anordnung des Sitzes, das süße Gezwitscher und den ruhigen Gesang der Vögel und die gemäßigte und gesunde Luft gesehen hatte. Und mit dem ich sehr wohl hätte zufrieden sein können, und das schlechteste von ihnen hätte mich wohl zufriedenstellen können, wenn ich irgendeinen Bewohner dort gefunden hätte. Und ein wenig war ich betrübt, dass ich nicht länger an einem solchen Ort bleiben konnte, wo sich mir so viele entzückende Anblicke boten. Auch war ich nicht zu meiner besseren Sicherheit und Zufriedenheit beraten, in welche Richtung ich mich wenden sollte.

Indem ich so in einer solchen Ungewissheit des Geistes verharrte und mir die Gefahr ins Gedächtnis rief, der ich zuletzt entgangen war, sowie den Ort, den ich soeben betreten hatte, und über die Hieroglyphen nachdachte, die ich auf der linken Seite der Brücke sah, zweifelte ich, ob ich mich zu irgendeinem unüberlegten widrigen Unfall beeilen sollte. Und dass ein solches Denkmal und eine Warnung, die goldener Buchstaben würdig wäre, nicht umsonst für die Vorübergehenden aufgestellt worden sein konnte, was da lautete: Semper festina tarde. Seht, plötzlich hörte ich hinter mir ein rauschendes Geräusch, wie der Wind oder das Schlagen von Drachenflügeln. Ach, ich wusste nicht, was es sein mochte. Und plötzlich, erschrocken und mich umdrehend, konnte ich an einer Seite von mir viele Silique-Bäume aus Ägypten wahrnehmen, deren reife, lange Schoten hingen und im Wind gegeneinander schlugen und sich selbst niedergelegt hatten; als ich dies bemerkte, war ich bald beruhigt und begann, mich über meine eigene Torheit zu amüsieren.

Ich war nicht lange so verblieben, als ich eine singende Schar galanter Jungfrauen auf mich zukommen hörte (ihren Stimmen nach von jungen und zarten Jahren) und schön (wie ich glaubte), die sich unter den blühenden Kräutern und dem frischen kühlen Schatten ergötzten und vergnügten, frei von der Furcht, von irgendeinem Mann gesehen zu werden, und die mit ihrem Gang ein großes Wohlgefallen inmitten der angenehmen Blumen hervorriefen. Die unglaubliche Süße ihrer musikalischen und wohlklingenden Stimme, getragen in der taufrischen Luft und sich ausbreitend mit dem antwortenden Klang und dem ergötzlichen Widerhall einer trillernden Harfe (um diese Neuheit zu prüfen, kauerte ich mich unter die niedrigen Zweige der nächstgelegenen Büsche und sah sie mit anmutigen Gebärden auf mich zukommen), ihr mädchenhaftes Haupt geschmückt und gebunden in Bändern aus glitzerndem Gold, und verschlungen und bekränzt, geschmückt und besetzt mit blühender Myrte, und auf ihrer schneeweißen Stirn verzweigten sich ihre zitternden gelockten Locken, und um ihre schönsten Schultern flogen ihre langen Strähnen nach nymphenhafter Art künstlich behandelt.

Sie waren bekleidet in karpantichen Gewändern aus feiner Seide von verschiedener Farbe und Webereien dreierlei Art, eine kürzer und unterschieden von der anderen. Das unterste aus purpurner, das nächste aus grüner Seide und Gold oder Gewebe, und das oberste aus gekräuseltem weißem Sendel, um ihre schmalen Taillen mit Gürteln aus Gold unter den unteren Teilen ihrer runden Brüste gegürtet. Ihre Ärmel aus demselben gekräuselten Sendel, oft verdoppelt, was die darunterliegende Farbe verbesserte und zierte. Und um ihre Handgelenke gebunden mit Bändern aus Seide, versehen mit Goldschmiedearbeit. Und einige von ihnen mit Pantoffeln an ihren Schuhen, der obere Teil des Pantoffels aus Gold und purpurner Seide, Blattwerk, das durch die leeren Zwischenräume der Blätter die feine Proportion ihrer hübschen, umschlungenen und gefassten Füße sehen ließ. Ihre Schuhe reichten straff unter ihre Knöchel, mit zwei Lappen, die sich auf ihrem Spann trafen, und fest verschlossen entweder mit Knöpfen oder Spangen aus Gold auf feine Weise. Über den Säumen ihrer unteren Gewänder verliefen anstelle von Besätzen und gestickter Arbeit Herzen, die, hin und wieder vom sanften Wind aufgeblasen, einen Blick auf ihre feinen Beine freigaben.

Und sobald sie meiner gewahr wurden, ließen sie von ihrem Gesang ab und hielten ihre nymphenhaften Schritte an, erstaunt über den Anblick und mein Kommen an diesen Ort, wunderten sich gemeinsam und fragten flüsternd voneinander nach mir, denn ich erschien ihnen als ein seltenes und ungewöhnliches Ding, weil ich ein Fremder und Ausländer war und durch Zufall in ein so berühmtes und namhaftes Land gekommen war. So blieben sie still stehen, sahen manchmal auf mich herab und murmelten wieder zueinander, ich stand still wie ein Bild. Oh weh mir, denn ich fühlte, wie alle meine Glieder zitterten wie die Blätter einer Espe im bitteren Wind. Und ich hatte Angst vor dem weissagenden Vers, den ich gelesen hatte, der mich anderweitig warnte, wovon ich nun glaubte, es sei zu spät, dessen Wirkung zu erfahren, und da ich kein anderes Ereignis erwartete, blieb ich so zweifelhaft hinsichtlich der göttlichen Erscheinung, damit ebenso getäuscht wie Semele durch die fingierte Gestalt der Beroe von Epidaurus. Ach, ich bebte und schüttelte mich wie die furchtsamen Hirschkälber beim Anblick der lohfarbenen Löwen, die vor Hunger brüllten.

Mit mir selbst ringend und streitend, ob es besser für mich wäre, unterwürfig niederzuknien oder mich vielmehr umzudrehen und vor ihnen zu fliehen (denn sie schienen mir ihrem Gebaren nach zu urteilen höfliche junge Frauen zu sein, und neben ihrer Menschlichkeit von göttlicher Güte) oder unbeweglich zu bleiben. Schließlich entschloss ich mich, es zu versuchen und mich dem zu stellen, was auch immer folgen würde, da ich mir sehr wohl sicher war, dass ich keineswegs irgendeine Unmenschlichkeit oder grausames Handeln von einer von ihnen erfahren würde, und besonders deshalb, weil die Unschuld immer ihren Schutz bei sich trägt. Und so meine furchtsame Seele ein wenig tröstend, und doch zurückgehalten durch Schamhaftigkeit, da ich wusste, dass ich unwürdig an diesen schattigen Ort und die einsame Gesellschaft göttlicher und zarter Nymphen gekommen war, wobei mein schuldiger und beunruhigter Geist mir sagte, dass es voreilig und übermütig geschehen sei und dass dies womöglich verbotene Orte und ein untersagtes Land für einen Fremden seien, um es zu betreten. Und während ich dies und jenes bei mir dachte, sprach eine unter den übrigen von mutigerem und kühnerem Geist mich ganz direkt an und sagte: Ho, wer bist du? Bei ihrer Rede war ich halb erschrocken und meiner selbst beschämt, da ich weder wusste, was ich sagen, noch wie ich antworten sollte: Da meine Stimme und mein Geist blockiert waren, stand ich wie ein steinernes, totes Bild. Aber die schönen Jungfrauen und lieblichen Nymphen, wohl bedacht, dass in mir eine reale und menschliche Gestalt und Form war, wenn auch verstört und verängstigt, traten sie alle näher an mich heran und sagten:

Du junger Mann, wer auch immer du bist und woher auch immer du gekommen bist: Lass dich von unserem jetzigen Erscheinen keineswegs erschrecken oder entmutigen, noch sei auch nur im Geringsten verängstigt, denn hier wirst du keine grausamen Bräuche oder Anlass für Unmut finden, sondern frei von Missfallen, und deshalb hab keine Angst, dich zu offenbaren und uns zu sagen, wer du bist.

Durch diese Aufforderung, die meine vergessenen und verlorenen Sinne zurückgerufen hatte, getröstet durch ihr schönes, angenehmes und wohlwollendes Erscheinen und mich durch ihre süßen Worte erholend, gab ich ihnen mit sehr gutem Willen diese Antwort:

Ich bin der am meisten geschmähte und unglücklichste Liebende, den die ganze Welt aufbringen kann. Ich liebe, und diejenige, die ich so sehr schätze und so ernstlich begehre, ich weiß weder, wo sie noch wo ich selbst bin.

Und durch das größte und gefährlichste Geschick, das man sich vorstellen kann, bin ich hierhergekommen. Und nun, mit provozierten Tränen, die von meinen wässrigen Augen meine blassen Wangen hinabfielen, und zur Erde gebeugt, mich vor eure jungfräulichen Füße werfend, flehe und bitte ich demütig um eure gnädigen Gunstbezeugungen: Woraufhin ihre weichen und zarten Herzen, bewegt von Mitleid mit mir, und halb mit mir weinend aus Anteilnahme, und gleichsam pflichtbewusst mit ihren Armen strebend, mich vom Boden aufzuheben, mit süßen und tröstenden Worten höflich zu mir sprachen.

Wir sind sicherlich überzeugt und wissen wohl (armer Wicht), dass wenige oder keine auf dem Weg entkommen können, den du gekommen bist, und deshalb sei nicht undankbar gegen jene göttliche Kraft, die dich so bewahrt hat. Und nun sei nicht zweifelhaft oder verängstigt, dass irgendein widriger Unfall oder Kummer dich befallen könnte. Deshalb beruhige, tröste und setze dein Herz zur Ruhe. Denn nun bist du, wie du deutlich wahrnehmen und klar sehen kannst, an einen Ort des Vergnügens und der Freude gekommen, wo Streit und Unmut aufgegeben sind. Denn unsere gleichförmigen Zeitalter: der unveränderliche Sitz, die Zeit, die nicht dahinschleicht, die gute Gelegenheit, die gnädige und gesellige Vertraulichkeit locken uns verführerisch dazu und gewähren uns eine beständige Muße. Und dies musst du auch verstehen, dass, wenn eine von uns fröhlich und ergötzlich ist, die andere sich umso froher und angenehmer zeigt, und unsere ergötzliche und geteilte Freundschaft ist mit aufmerksamer Überlegung beständig vereint und zusammengeknüpft. Eine von uns vermehrt der anderen Zufriedenheit bis zum höchsten Grad der Wonne und des angenehmsten Trostes.

Du siehst auch, dass die Luft gesund ist, die Grenzen und Schranken dieses Ortes sehr weitläufig: an Kräutern voller Vielfalt. An Pflanzen mannigfaltig im Überfluss und mit Früchten reichlich beladen, umgeben und verteidigt von riesigen Bergen und Felsen, wohl bestückt mit harmlosen Tieren und für alle Zeitvertreibe und Vergnügungen geeignet, angefüllt mit allen Arten von Früchten und Getreide, die überall wachsen, und voller herrlicher Brunnen.

Eine andere sagte: Verstehe, unbekannter (und doch zugesicherter Gast), guter Freund, dass dieses Gebiet fruchtbarer ist als der fruchtbare Berg Taurus im nördlichen Aspekt, dessen Rahmen so sehr anschwillt, dass ihre Traubenbündel zwei Ellen lang sind und dass ein Feigenbaum siebzig Scheffel tragen wird.

Die dritte: Dieses berühmte und geräumige Land übertrifft die Fruchtbarkeit der hyperboreischen Insel in Westindien oder die Portugiesen von Lusitanien, die nun von dem unverschämten Spanier usurpiert und tyrannisiert werden.

Noch Talga im kaspischen Gebirge. Die vierte bekräftigte in ihrem Lob dieses Landes, dass die Fülle Ägyptens nur als Mangel zu betrachten sei im Vergleich zu jenem, obwohl es als der Garten der Welt angesehen wurde.

Und die letzte, von einer erlesenen Erscheinung und süßer Aussprache vor den anderen, fügte noch so viel hinzu und sagte:

In diesem schönen Land wirst du keine großen sumpfigen Gründe oder beleidigende und krankhafte Luft oder schroffe und unfruchtbare Moore finden, sondern schöne und angenehme Hügel, umgeben und ummauert von steilen und unpassierbaren Felsen, und dadurch sicher und frei von allen Gefahren und Furcht, uns fehlt es an nichts, was Entzücken hervorrufen und eine süße Zufriedenheit bewirken könnte. Außerdem sind wir alle im Dienst einer berühmten und vortrefflichen Königin von großer Freigebigkeit und überaus großer Liberalität: Euterilyda genannt, von großem Mitleid und wunderbarer Milde, die mit großer Weisheit und mit einer königlichen Regierung regiert, mit großem Pomp, in einem angehäuften Haufen aller Glückseligkeit, und sie wird sehr erfreut sein, wenn wir dich ihrer heiligen Gegenwart und majestätischen Ansicht vorstellen. Und deshalb wirf allen bedrückenden Kummer weg, schüttle ihn ab und vergiss ihn, und richte dich und deine erschreckten Geister darauf ein, unseren Trost, unser Ergötzen und Vergnügen zu empfangen.

Poliphilus, der sich unter der Zusicherung der fünf Nymphen fühlte, ging mit ihnen zu den Bädern, wo sie großes Gelächter bei der Vorrichtung des Brunnens hatten, und auch durch seine Salbung. Danach, zur Königin Eutherillida gebracht, sah er viele Dinge, die der Beachtung wert waren, aber hauptsächlich das Werk eines Brunnens.

Ich, der ich so höflich von diesen gnädigen und mitleidigen Nymphen behandelt wurde und meine Sicherheit durch sie mit süßen Tröstungen ausreichend verbürgt hatte, die meine verfallenen Geister wiederbelebten. Zu allem, was ihnen dankbar und angenehm erscheinen mochte, so sehr es mir angemessen war, richtete ich mich ein, um meinen Dienst anzubieten. Und weil sie Kästchen mit süßen Parfüms und Gießflaschen aus Gold und Edelsteinen, Spiegel in ihren zarten und schönen Händen und rein weiße Schleier aus Seide, gefaltet und zusammengelegt, und andere Notwendigkeiten hatten, die beim Baden zu verwenden waren, die ich ihnen anzubieten half, lehnten sie ab und sagten zu mir: dass ihr Kommen an diesen Ort dazu diente, zu baden, und zeigten mir dabei, dass es ihr Vergnügen sei, dass ich mit ihnen gehen sollte, denn (sagten sie) der Brunnen ist hier ganz in der Nähe, hast du ihn nicht gesehen. Und ich antwortete ihnen ehrerbietig:

Allerschönste Nymphen, wenn ich tausend Zungen hätte und wüsste, wie ich sie alle gebrauchen sollte, könnte ich doch keinen ausreichenden Dank für eure gnädigen Verdienste abstatten und eure großen Gunstbezeugungen vergelten, denn ihr habt mir mein Leben wiedergegeben. Und deshalb, wenn ich nicht zustimmen und euch meinen Dienst und meine Gesellschaft gewähren sollte, könnte man mich wohl für eine grobe Veranlagung halten. Aus welchem Grund ich unter euch lieber ein Diener sein möchte als an einem anderen Ort ein Herr und Befehlshaber, denn (soweit ich mutmaßen kann) seid ihr die Pächterinnen und Zimmergenossinnen aller Wonne und wahren Glückseligkeit.

Ihr sollt wissen, dass ich einen wunderbaren Brunnen von einer seltenen und wundervollen Handwerkskunst sah, wie ich ihn noch nie zuvor mit meinen Augen erblickt hatte, und mein Geist war so sehr mit der Betrachtung seiner Fremdartigkeit beschäftigt und damit, meinen großen Durst zu löschen, dass ich nach keinem weiteren Nutzen Ausschau hielt.

Eine angenehme Nymphe sprach so fröhlich zu mir und sagte: Gib mir deine Hand, du bist sehr willkommen. Du siehst in diesem Augenblick hier, dass wir fünf Gefährtinnen sind, und ich werde Aphea genannt, und diejenige, die die Kästchen und weißen Tücher trägt, Offressia. Diese andere mit dem glänzenden Spiegel (unsere Wonne), ihr Name ist Orassia. Sie, die die klingende Harfe trägt, heißt Achol, und sie, die die Gießflasche mit kostbarer Flüssigkeit trägt, heißt Genshra. Und wir gehen nun alle zusammen zu diesen gemäßigten Bädern, um uns zu erfrischen und zu erfreuen. Deshalb sollst auch du (da es dein gutes Glück ist, unter uns zu sein) gewillt sein, das Gleiche zu tun, und danach werden wir mit sehr gutem Willen unseren Weg zum großen Palast unserer Souveränin machen.

Die am barmherzigsten, freigebigsten und liberalsten ist und gewillt ist, dir bei deinen beabsichtigten Lieben, brennenden Begierden und hohen Vorstellungen zu helfen und sie zu fördern. Fasse dir ein gutes Herz, Mann, komm, lass uns weitergehen.

Mit vergnüglichen Handlungen, mädchenhaften Gebärden, verführerischem Gebaren, mädchenhaften Scherzen, mutwilligen Blicken und mit süßen Worten führten sie mich dorthin, wobei sie mit jeder gegenwärtigen Handlung wohl zufrieden waren, außer dass meine Polia nicht da war, um meine Glückseligkeit zu ergänzen und die sechste Person bei der Bildung einer vollkommenen Zahl zu sein.

Weiterhin fand ich mich betrübt, dass meine Kleidung nicht mit diesem köstlichen Komfort übereinstimmte, aber da ich in eine gewisse häusliche Vertrautheit hineinwuchs, disponierte ich mich, mit ihnen leutselig zu sein, und sie mit mir, bis wir schließlich an den Ort kamen.

Dort erblickte ich ein wunderbares Gebäude eines Bades, achtseitig, und an jeder äußeren Ecke waren zwei Pfeiler zusammengestellt, in Form eines Pikes, vom Niveau des Fundaments, das unterliegende Areobates ringsherum umgürtet und gerippt. Und nach ihnen folgte das Äußerste von gleicher Größe vom Boden des anderen, mit ihren Kapitellen, die unter dem geraden Balken gesetzt waren, mit einem Rand darüber, unter einem Gesims, das ringsherum ging. Welcher Rand mit vortrefflicher Schnitzarbeit von kleinen nackten Kindern verschönert war, die recht gut dargestellt und in gleichem Abstand voneinander waren, wobei ihre Hände kompliziert miteinander verbunden und umschlungen waren und sie kleine Bündel von kleinen grünen Zweigen hielten, die zusammengeflochten waren. Und über dem besagten Gesims stieg (durch eine elegante Wölbung) ein achtseitiger Turm empor, der das Subjekt nachahmte. Welcher von Ecke zu Ecke mit einer wunderbaren Handwerkskunst von tausend verschiedenen Moden durchbrochen und wieder mit Kristallscheiben verschlossen war, die ich aus der Ferne für Blei hielt. Auf der Spitze dieses gewölbten Turms war ein Trigon platziert, und vom oberen Zentrum desselben stieg ein starker Stab auf, in den ein anderer Stab gefügt war, der sich drehte, und an demselben war ein Flügel befestigt, der sich bei jedem Windstoß drehte, der pfeifende Stab, der auf seiner Spitze eine Kugel hatte, worauf ein nackter Junge stand, gerade auf seinem rechten Fuß, und der linke ausgestreckt. Sein Kopf war bis zu seinem Mund hohl wie ein Trichter, mit der Öffnung, die zum Mund hin entleert war, an die ein Trompete gelötet war, wobei seine linke Hand das Mundstück an seinen Mund hielt und seine rechte Hand in Richtung des mittleren Gelenks reichte, genau über dem Zapfen davon der Flügel oder die Fahne. Alles dies war aus dünnem Messing, vortrefflich gut gegossen und vergoldet. Welcher Flügel, Kugel und Junge, mit seinen Wangen und seinem Gesichtsausdruck, als ob er tönen würde, mit dem hinteren Teil seines Kopfes, der in Richtung des stürmischen Windes entleert war, so wie dieser blies, so tönte er, und wie der Wind ein seltsames Geräusch unter den Ruten der Silique-Bäume aus Ägypten verursachte, genau so tönte es in der Trompete. Aus welchem Grund ich fröhlich bei mir dachte, dass ein Mensch, der allein an einem unbekannten Ort und außer Ruhe ist, leicht durch solche seltsamen Geräusche erschreckt werden kann.

In jenem Teil des Gebäudes, der auf der anderen Seite der Nymphe lag, war der Eingang in das Bad bewerkstelligt, wie mir schien, durch denselben Lithoglyphen, der die schlafende Nymphe bedeckte, auf dessen Fries gewisse griechische Schriftzeichen waren, die +ASAMINTHOS+ bedeuteten.

Darin waren vier Sitze, die ringsherum gingen, und einer unter dem anderen, und eng miteinander verbunden, gearbeitet mit Jaspis und Chalzedonstein, in allen Arten von Farben. Zwei der ringsherum führenden Sitze waren mit Wasser bedeckt, und bis zum oberen Rand des dritten. In den Ecken, und in jeder Ecke stand eine korinthische Säule von verschiedenen Farben, gewellt mit so reinem und schönem Hyazinthenstein, wie die Natur es gewähren konnte, mit passenden Basen und ihren Kapitellen, die kurios unter dem Balken gemacht waren, über dem ein Zophor war, worin kleine nackte Jungen geschnitzt waren, die im Wasser spielten, mit Wassermonstern, mit Ringen und kindischen Streitigkeiten, mit schlauen Fluchten und Beweglichkeiten, die für ihre Jahre angemessen waren, in lebendigen Bewegungen und Sportarten. Alles dies war schön ringsum mit einem Gesims umfasst. Über dem, gemäß der Ordnung der kleinen Säulchen, vom senkrechten Punkt an der Spitze der Kuppel oder Decke und der Abdeckung des Bades, ging ein Tore-Moderator, der immer größer und größer wurde aus Eichenblättern, eines über das andere gefaltet und liegend aus grünem Jaspis, das an ihren verzweigten Stielen hing, vergoldet, die aufstiegen, sich trafen und in der oben genannten Kuppel zusammenfügten: wo ein Löwenkopf platziert war, dessen Haar rund um sein Gesicht aufstand und einen Ring in seinen Kiefern hielt, an welchem gewisse Ketten aus Orichalkum oder Kupfer befestigt waren, die ein großes, herrliches Gefäß hielten, mit einem großen Rand oder Lippe, und gefurcht von der oben genannten glänzenden Substanz, und zwei Ellen über dem Wasser hängend, die Schale des Gefäßes, die nur aus Kristall war, der Rest wie die Rippen davon und die Lippen waren aus azurblauem Blau, mit Goldblasen und glänzend, hier und da verstreut.

Nicht weit davon war ein Riss in der Erde, der beständig brennende Materie ausstieß, und davon nehmend und den Boden des Gefäßes füllend, gaben sie gewisse Apparate und süße Hölzer hinein, die eine unschätzbare Räucherung machten, wie von der süßesten Paste, danach schlossen sie dasselbe und legten den Deckel darauf, wobei beide Teile hohl waren und die Lippe und Rippung durch das transparente, kristallklare und helle durchbohrt und durchlöchert war, gaben sie ein angenehmes und verschiedenfarbiges Licht, durch welches durch die kleinen Löcher die Bäder erleuchtet wurden und die Hitze immer eingekerkert und eingeschlossen blieb.

Die Wand, die gleichmäßig zwischen Säule und Säule dazwischen lag, war aus schwärzestem Stein, von einer extremen Härte und glänzend, ringsherum eingeschlossen und begrenzt mit einem passenden Rand aus Jaspis, rot wie Koralle, geschmückt mit einer Linienführung und Arbeit von doppelten Gurgeln oder Vertikeln. Im mittleren Teil dieses Tisches, zwischen den Säulen, saß eine elegante Nymphe nackt, als ob sie gewartet und den Stein Gallatitis erwartet hätte, von Farbe wie Elfenbein, wobei die unteren Teile jedes der besagten Ränder genau mit den Basen der Säulen zirkulierten.

Oh, wie exquisit waren dieselben Bilder geschnitten, dass meine Augen oft von den realen und lebendigen Gestalten abschweifen würden, um jene erdichteten Darstellungen zu betrachten.

Der gepflasterte Boden unter dem Wasser bestand aus einer verschiedenen Emblem-Arbeit aus hartem Stein, kariert, wo man durch die Verschiedenheit der Farben wunderbare Graphiken sehen konnte. Denn das klare Wasser und nicht schwefelhaltig, sondern süß und mäßig heiß, nicht wie ein Badehaus oder eine Dampfkammer, sondern sich natürlich reinigend jenseits aller Glaubwürdigkeit, es gab keine Mittel, das Objekt vom Anblick des Auges zu hindern. Denn verschiedene Fische an den Seiten der Sitze und am Boden durch eine musivische Schnitzerei ausgedrückt, die die Natur so nachahmten, als ob sie lebendig geschwommen wären. Wie Barben, Neunaugen und viele andere, deren Kuriosität der Arbeit ich mehr beachtete als ihre Namen und Naturen.

Der schwarze Stein der Wände war mit einer Blätterarbeit graviert, als ob es eine umschlungene Komposition aus Blättern und Blumen gewesen wäre, und die kleinen Muscheln der Cytheriaces, so schön für das Auge, wie es nur möglich war, sich auszudenken.

An der Tür, deren Zwischenraum aus einem Stein namens Gallactites bestand, erblickte ich einen Delphin, der in den ruhigen Wellen schwamm und auf seinem Rücken einen jungen Mann trug, welcher die Harfe spielte: Und auf der gegenüberliegenden Seite an dem kalten Brunnen schwamm ein anderer Delphin, auf dem Posidonius ritt, mit einem scharfen Aalstecher in seiner Hand.

Diese Geschichten waren innerhalb des Umfangs ein und desselben Steins vollendet und auf einem tiefschwarzen Grund herausgearbeitet. Dann lobte ich mit Fug und Recht sowohl den Architekten als auch den Bildhauer. Auf der anderen Seite erfüllte mich die angenehme Würde der schönen und lieblichen, sich vergnügenden Nymphen in hohem Maße, sodass ich nicht zu vergleichen vermochte, ob das Übermaß meines vergangenen Leids oder mein gegenwärtiger Trost der größere sei. Und es herrschte ein so süßer Duft, wie Arabien niemals einen gleichen hervorgebracht hat.

Auf den steinernen Sitzen, anstelle eines Apodyteriums, entledigten sie ihre Leiber ihrer reichlich eingehüllten Kleidung, die sie bei ihrem Abwurf von ihren himmlischen Körpern gleiten ließen. Ihre schönen Locken waren in goldene Netze gebunden, auf eine höchst wunderliche Weise gewebt. Und ohne irgendeine Scheu gewährten sie mir die Erlaubnis, ihre schönen und zarten Gestalten zu betrachten, wobei ihre Ehrbarkeit und Ehre gewahrt blieben. Fleisch zweifellos wie die reinen Rosen und der weiße Schnee. Ach, wehe mir, ich fühlte, wie mein Herz aufstieg und sich öffnete und sich ganz und gar einem wollüstigen Vergnügen hingab. Woraufhin ich mich in diesem Augenblick für höchst glücklich hielt, einzig in der Betrachtung solcher Ergötzlichkeiten, weil ich unfähig war, den brennenden Flammen zu widerstehen, die mich im Schmelzofen meines Herzens überkamen. Und deshalb wagte ich es zuweilen aus Zuflucht und Hilfe nicht, so genau auf ihre verführerischen Schönheiten zu blicken, die auf ihren himmlischen Körpern gehäuft waren. Und sie, die dies bemerkten, lächelten über mein schüchternes Gebaren und trieben großen Spott mit mir: Und ich war froh darüber und zufrieden, dass ich auf irgendeine Weise Anlass zu ihrem Zeitvertreib geben durfte. Doch ich schämte mich sehr, insofern ich ein unpassender Gefährte für eine solche Gesellschaft war, hätten sie mich nicht gebeten, zu ihnen zu treten, wo ich wie eine Krähe unter weißen Tauben stand, was mich teils beschämte, solche auserlesenen Objekte zu betrachten und zu überblicken.

Dann sagte Offressia, ein sehr vergnügtes Geschöpf, zu mir: Sag mir, junger Mann, wie ist dein Name? Und ich antwortete ihnen ehrfürchtig: Poliphilus: Es wird mir wohl gefallen, sagt sie, wenn die Wirkung deiner Bedingungen deinem Namen entspricht. Und ohne Täuschung, sagten die anderen. Und wie wird deine liebste Geliebte genannt? Worauf ich, eine Pause machend, antwortete: Polia: Da erwiderte sie: Aha, ich dachte, dein Name solle bedeuten, dass du ein großer Liebender seist, aber nun nehme ich wahr, dass du ein Liebender der Polia bist: und alsbald fügte sie mehr hinzu, sagend: Wenn sie hier anwesend wäre, was würdest du tun? Ich antwortete: Das, was mit ihrer Ehre vereinbar und für eure Gesellschaft angemessen wäre. Sag mir, Poliphilus, liebst du sie tatsächlich sehr? Dann antwortete ich, einen tiefen Seufzer ausstoßend: Über alle Ergötzlichkeiten und die vornehmste Substanz des größten und kostbarsten Schatzes der ganzen Welt hinaus, und diese Meinung hat einen immerwährenden Eindruck in meinem noch immer gequälten Herzen hinterlassen. Und sie: Wo hast du ein solch geliebtes Juwel verloren oder verlassen? Ich weiß es nicht, noch weiß ich, wo ich selbst bin. Dann antwortete sie lächelnd: Wenn jemand sie für dich fände, welche Belohnung würdest du geben? Aber begnüge dich, sei guten Mutes und richte dich auf Ergötzlichkeiten ein, denn du wirst deine Polia wiederfinden. Und mit diesen und ähnlichen angenehmen und gnädigen Fragen wuschen und badeten wir zusammen, während sich diese schönen jungen Jungfrauen vergnügten und ergötzten.

Am gegenüberliegenden Zwischenraum des schönen Brunnens draußen, bei der zuvor erwähnten schönen schlafenden Nymphe, gab es innerhalb des Bades eine weitere aus Statuen von feinem Metall und von wunderlicher Handwerkskunst, die in goldener Farbe glänzten, sodass man sich darin spiegeln konnte. Diese waren in einem Marmor befestigt, der in eine Quadratur geschnitten und für die Bilder ausgehöhlt war, damit sie in ihren Proportionen darin stünden, mit zwei halben Säulen, das heißt Hemicylen, auf jeder Seite, mit einem Gebälk, einem kleinen Zophor und einem Kranzgesims, alles aus einem einzigen massiven Marmor gehauen, und dieses Stück Arbeit stand keinem der übrigen nach, die ich zuvor gesehen hatte, sondern war mit seltener Kunst und wunderbarer Erfindung sowohl erdacht als auch ausgeführt. In dem leeren und ebenen ausgehöhlten Quadrat standen zwei Nymphen, wenig weniger, als wenn sie lebendige Geschöpfe gewesen wären, gekleidet, sodass man etwas oberhalb ihrer Knie an einem ihrer Beine sehen konnte, als ob der Wind es hochgeblasen hätte, während sie ihre Pflicht taten, und ihre Arme waren nackt, bis auf den Bereich vom Ellbogen bis zur Schulter. Und an jenem Arm, mit dem sie den Knaben stützten, war das Kleid, das hochgehoben war, zurückgeworfen. Die Füße des Säuglings standen einer in der Hand der einen Nymphe und der andere in der Hand der anderen. Alle drei Gesichter lächelten: und mit ihren anderen Händen hielten sie das Hemdchen des Knaben über seinem Nabel hoch.

Der Säugling hielt sein kleines Instrument in beiden Händen und urinierte beständig in das heiße Wasser, frisches kühles Wasser. An diesem köstlichen Ort des Vergnügens war ich sehr heiter und voller Zufriedenheit, doch dieselbe war sehr getrübt, da ich mich für einen verächtlichen Körper hielt, inmitten solcher Schönheiten und Tau, der zu Schnee erstarrt war, und gleichsam als ein Neger oder ein dunkelhäutiger Mohr unter ihnen.

Eine von ihnen namens Achoe sagte sehr leutselig und mit einem freundlichen Antlitz zu mir: Poliphilus, nimm jenes Kristallgefäß und bringe mir etwas von diesem frischen Wasser. Ich, ohne Zögern beabsichtigend, dies zu tun, und an nichts denkend, als ihr auf jede Art zu dienen, die sie mir befehlen würde, ging zu dem Ort. Und ich hatte meinen Fuß kaum auf die Stufe gesetzt, um das Wasser aufzufangen, wie es herabfiel, als der urinierende Knabe seinen Penis hob und mir plötzlich so kaltes Wasser ins Gesicht goss, dass ich beinahe in jenem Augenblick rückwärts gefallen wäre. Worüber sie so lachten, und es gab einen solchen Klang in der Rundung und Geschlossenheit des Bades, dass auch ich (als ich wieder zu mir gekommen war) zu lachen begann, dass ich beinahe gestorben wäre. Später fand ich die Aushöhlung heraus und nahm wahr, dass jedes schwere Gewicht, wenn es auf die bewegliche Stufe gelegt wurde, sich wie die Taste und der Springer eines Virginals heben und den Penis des Knaben anheben würde, und als ich die Vorrichtung und die wunderliche Handwerkskunst daran fand, war ich sehr zufrieden. Auf dem Zophor war in attischen Buchstaben dieser Titel geschrieben +GELOIASTOS+.

Nach unserem großen Lachen und Baden, und nachdem wir uns alle mit tausend süßen, verliebten und angenehmen Worten, mädchenhaften Scherzen und Zeitvertreiben gewaschen hatten, gingen wir aus dem Wasser und sprangen auf die gewohnten Sitze, auf unseren Zehen trippelnd, wo sie sich mit süßen Düften, Diasdasmatic und mit einer Myristic-Flüssigkeit oder Muskatnusswasser einsalbten. Und sie boten auch mir eine Dose an, und ich salbte mich damit ein, und ich fand großes Vergnügen daran, denn außer dem ausgezeichneten Geruch und süßen Wohlgeruch war es sehr gut, um meinen Körper, meine Beine und meine Arme zu erfrischen, die in meiner gefährlichen Flucht so ermüdet waren.

Danach, als wir uns fertig gemacht hatten, was etwas lang dauerte, nach der Art anderer Frauen, wegen so vieler Nippes und Tand, öffneten sie ihre Gefäße mit köstlichen Konfekten und erfrischten sich, und ich unter ihnen, und mit kostbarem Getränk. Als sie ausreichend gegessen hatten, kehrten sie wieder zu ihren Spiegeln zurück, mit einer skrupulösen Untersuchung ihrer Körper und des Kopfschmucks ihrer Haare und des Frisierens ihrer gelben lockigen Haare, die herabhingen und halbkreisförmig um ihre göttlichen Gesichter geschlungen waren. Und als sie geendet hatten, sagten sie zu mir:

Poliphilus, wir gehen nun zu unserer gnädigen und vortrefflichsten Herrscherin, der Königin Eutherillida, wo du größeres Vergnügen finden und begreifen wirst, aber das Wasser ist immer noch in deinem Gesicht, worüber sie begannen, ihr Lachen ohne jedes Maß über mich zu erneuern, indem sie sich mit liebevollem Blick gegenseitig ansahen und ihre Augen zueinander wendeten. Zuletzt machten sie sich auf, und als sie gemeinsam im Kreise gingen, begannen sie Verse in einer phrygischen Tonart zu singen, von einer angenehmen Metamorphose eines Mannes, der sich mit einer Salbe in einen Vogel verwandeln wollte und durch das Verwechseln der Dose in einen rohen Esel verwandelt wurde.

Abschließend, dass viele Salben zu einem Zweck nahmen und feststellten, dass die Wirkung ihren Erwartungen zuwiderlief.

Worüber ich zu zweifeln begann, dass sie das wegen mir gesungen hatten, weil sie immer noch lächelten, wenn sie sich zu mir wandten. Aber da ich keine Veränderung an mir bemerkte, war ich wohl zufrieden, sie weiterlachen zu lassen. Plötzlich fand ich mich so lüstern gestimmt und in einer solchen wollüstigen Begierde, dass ich, wohin ich mich auch wandte, nicht umhin konnte, und sie lachten, während sie sangen, umso mehr, da sie wussten, was mit mir geschehen war. Und es nahm in mir immer mehr und mehr zu, dass ich nicht wusste, womit ich mich zügeln und davon abhalten könnte, eine von ihnen zu ergreifen, wie ein eifriger und heißer Falke, der aus der Luft auf ein Rebhuhnvolk herabstößt. Ich war von einem solch gewaltsamen Verlangen vorangetrieben, welches ich in einem brennenden Salz immer mehr zunehmen fühlte. Und umso mehr war ich zu jenem venerischen Verlangen durch das gewaltsame Angebot solch opportuner und süßer Objekte geneigt. Eine Nahrung für eine solche verderbliche Plage und unerfahrene Verbrennung.

Dann sagte eine dieser flammenartigen Nymphen namens Aphea zu mir: Wie ist es, Poliphilus? Eben noch sah ich dich sehr fröhlich, was hat deine Stimmung verändert? Ich antwortete: Verzeiht mir, dass ich mich mehr binde und peinige als ein Weidenkranz. Gebt mir die Erlaubnis, mich in einem wollüstigen Feuer zu zerstören. Und darüber brachen sie alle in ein Gelächter aus und sagten: Aha, und wenn deine ersehnte Polia, wenn sie hier wäre, was würdest du tun, wie? Ach, mein Verlangen, bei der Gottheit, der ihr dient, ich beschwöre euch, legt kein Flachs und Harz in das Feuer, welches mich maßlos verbrennt. Legt kein Pech in das Feuer in meinem Herzen, bringt mich nicht dazu, mich selbst zu vergessen, ich beschwöre euch.

Auf diese meine klägliche und schmerzliche Antwort wurden sie zu einem solch lauten Gelächter gereizt, worin sie sich so sehr übertrafen, dass weder sie noch ich vor Ermüdung darüber weitergehen konnten, sondern gezwungen waren, uns aus Mangel an Atem auf den wohlriechenden Blumen und dem kühlen Gras auszuruhen, wodurch ich etwas gelegenheitlich erleichtert wurde, da meine Hitze nach und nach abnahm und nachließ.

Und während sie sich so zufrieden eine Weile unter dem kühlen Schatten der blättrigen Bäume ausruhten, begann ich mutig mit ihnen zu werden und sagte: O ihr Frauen, die ihr Verbrennerinnen und Zerstörerinnen seid, verwendet ihr mich so? Seht, was für eine dargebotene Gelegenheit ich habe, die mich entschuldigen wird, auszubrechen und euch Gewalt anzutun. Und daraufhin mich etwas kühn bewegend und vortäuschend, als ob ich das getan hätte, was ich keineswegs zu tun wagte, aber dann riefen sie mit einem neuen Zeitvertreib und Gelächter einander zu Hilfe, ließen hier und da ihre goldenen Pantoffeln und Schleier zurück, um vom Winde fortgetragen zu werden, und ihre Gefäße im Grase vernachlässigt, sie rannten alle davon, und ich hinter ihnen her, dass ich wohl bemerken konnte, dass sie weder Krämpfe noch Fesseln oder bleierne Fersen hatten, und so unseren Zeitvertreib eine hübsche Weile fortsetzend, wobei ich etwas erfreut war, dass ich sie zum Laufen gebracht hatte. Ich kehrte zurück, um ihre Pantoffeln und solche Dinge aufzusammeln, die sie hinter sich gelassen hatten. Und als ich in die Nähe eines frischen kühlen Flusses kam, begannen sie aufzuhören zu lachen und Mitleid mit mir zu haben, und Geussia hinter all den anderen beugte sich zum Wasser nieder, wunderschön geschmückt mit dem sich biegenden Rohrkolben, Wasserschierling, schwimmender Vitrix und einer Fülle von Wasserkräutern, sie pflückte die Heraclea Nympha, von einigen Wasserlilie oder Nenuphar genannt, und die Wurzel des Aron oder Aronstab, von einigen Pes vituli oder Serpentaria Minor.

Und Amella oder Balsam, die alle sehr nahe beieinander wuchsen und nicht weit voneinander entfernt, welche sie mir wohlwollend anbot und sagte: Von diesen, die ich ausgewählt habe, nimm, und für meine Freiheit koste.

Weswegen ich die Nenuphar ablehnte und den Dracunculus wegen seiner Hitze zurückwies und die Amella annahm, welche sie sauber gewaschen hatte, wodurch ich innerhalb einer sehr kurzen Zeit feststellte, dass mein venerischer, lüsterner und entzündender Sporn der Begierde nachließ und meine unmäßige Lust völlig verschwunden war.

Und als meine unrechtmäßigen Begierden des Fleisches gezügelt waren, kamen die angenehmen Nymphen wieder zu mir, und als wir weitergingen, kamen wir an einen belebten und wunderbar fruchtbaren Ort.

Und dort war in feiner Ordnung und festgelegtem Abstand ein Weg angelegt, der auf beiden Seiten mit Zypressen gesäumt war, mit ihren eckig gespaltenen Äpfeln, und so dicht mit Blättern, wie es ihre Natur zulässt, wobei der ebene Boden überall bedeckt war mit grünem Vinca Peruima, oder Lorbeer und Chammdaphne, und voller seiner azurblauen Blumen. Welcher geschmückte Weg von einer angemessenen und bequemen Breite führte direkt in eine grüne Umschließung, von deren Anfang an, genau zwischen den Zypressen, bis zum Eingang und der Öffnung der vorgenannten Umschließung waren es etwa vier Stadien. Zu welcher Umschließung, als wir kamen, fand ich sie gleichseitig, mit drei Zäunen wie eine gerade Mauer, so hoch wie die Zypressen auf beiden Seiten des Weges, den wir entlanggegangen waren: welcher gänzlich aus Zitronen-, Orangen- und Limonenbäumen bestand, die mit ihren Blättern ineinander buschten und künstlich miteinander verknüpft und verschlungen waren, und die Dicke, so dachte ich, von sechs Fuß: mit einem Tor in der Mitte derselben Bäume, so wohl zusammengesetzt, wie es entweder möglich ist, sich auszudenken oder zu tun. Und oben an geeigneten Stellen waren Fenster gemacht, durch welche die Zweige an jenen Stellen zu sehen waren, kahl, außer für ihre grünen Blätter, die ein überaus süßes und angenehmes Grün ergaben. Zwischen den wunderlichen Verschlingungen der Zweige und ihren grünen Blättern zeigten sich die weißen Blumen in Fülle als ein einzigartiger Schmuck, der einen höchst entzückenden und süßen Geruch aushauchte. Und um das Auge zu erfreuen, fehlte an keinem Ort die schöne Frucht, wo sie Zufriedenheit gewähren sollte. Und danach konnte ich bemerken, dass in der dazwischenliegenden Dicke die Zweige (nicht ohne ein wunderbares Werk) so künstlich verschlungen und zusammengewachsen waren, dass man auf ihnen hinaufsteigen konnte und nicht in ihnen gesehen wurde, noch der Weg, auf dem man hinaufging.

Schließlich in diesen grünen und für das Auge erfreulichen Boden gelangend, und im Verständnis eines Menschen der Einschätzung wert, nahm ich wahr, dass es eine große Umschließung vor der Stirnseite eines wunderbaren Palastes von einer edlen symmetrierten Architektur war, welcher von dieser belaubten Umschließung der vierte Teil in der Länge sechzig Schritte betrug. Und dies war das Hypaethrum, um darin zu wandeln, für die offene Luft.

In der Mitte dieses großen Basishofes erblickte ich einen stattlichen Brunnen aus klarem Wasser, der von der allerhöchsten Spitze gleichsam bis zum Fundament sprudelte, welches auf einem glatten Pflaster stand, durch kleine gerade Rohre, in ein ausgehöhltes Gefäß fallend, welches aus reinstem Amethyst war, dessen Durchmesser drei Schritte betrug, wobei die Dicke damit übereinstimmte, den zwölften Teil für die Dicke des Randes lassend, ringsherum waren Wasserungeheuer geschnitzt, nach der besten Art, die jemals irgendein antiker Erfinder oder Werkmann für die Härte des Steins zu arbeiten erdenken konnte, es mochte das Werk des Daedalus sein, wegen der wunderbaren Vortrefflichkeit desselben. Pausanias, wenn er dies gesehen hätte, hätte wenig Vergnügen daran gehabt, mit dem Standbecher zu prahlen, den er für Hipparis machte.

Welcher selbst auf einem Ständer oder einer abschließenden Säule aus Jaspis von verschiedenen Farben gegründet war, die sich gegenseitig wunderschön verfälschten, in der Mitte geschnitten und mit dem klaren Chalcedon verschlossen, von der Farbe des aufgewühlten Meerwassers, und in wunderbare Arbeit gebracht, indem er mit gekehlten hohlen Gefäßen, eines über dem anderen, mit einer reservierten Trennung durch künstliche und wunderbare Verbindungen angehoben wurde. Er stand gerade aufrecht, befestigt im Zentrum eines Plinths, gemacht aus grünem Ophit, der rund war und etwas oberhalb erhöht, den Porphyr um etwa fünf Zoll umfassend, welcher mit verschiedenen Linien wunderlich gearbeitet war.

Rings um den Ständer, der das Gefäß stützte, standen vier Harpyien aus Gold, mit ihren Klauen und gekrümmten Füßen auf der glatten Tafel des Ophits.

Ihre hinteren Teile zu dem Ständer, einer genau gegenüber dem anderen, mit ihren Flügeln ausgebreitet und weit aufgespannt, ruhten sie unter dem Gefäß mit ihren weiblichen Gesichtern, und Haare auf ihren Köpfen habend, von denen es sich bis zu ihren Schultern ausbreitete, ihre Köpfe darunter, das Gefäß nicht berührend: mit ihren Schwänzen wie Aale und sich im Kreise drehend. Und auf ihren Nabeln eine antike Blattarbeit. Diese waren sehr notwendig für die Verstärkung des Rohres innerhalb des Ständers und der kleinen Säule.

Innerhalb der Mitte des Schoßes und Bauches oder Nabels des Gefäßes, auf dem darunterliegenden Ständer, war verhältnismäßig von demselben Gefäß aus Amethyst eine Substanz wie ein Kelch erhoben, einwärts, oder die innere Form für eine Glocke, so hoch wie das Gefäß tief war, die Mitte davon auf gleicher Höhe mit dem Rand des Gefäßes.

Worauf ein künstlicher Fuß gemacht war, der unter die drei Grazien gestellt war, nackt aus feinem Gold, von gewöhnlicher Statur, eine an die andere schließend.

Aus den Brustwarzen ihrer Brüste sprühte das aufsteigende Wasser wie silbernes Gespinst hervor. Und jede von ihnen hielt in ihrer rechten Hand ein Füllhorn voll mit allen Arten von Früchten, welche sich in der Länge über ihre Köpfe hinaus erstreckten, und an der Öffnung vereinigten sich alle drei rundherum zu einem, mit verschiedenen Blättern und Früchten, die über die Ränder oder Lippen der gewundenen Füllhörner hingen.

Zwischen den Früchten und den Blättern kamen sechs kleine Rohre heraus, aus denen das Wasser durch ein kleines Loch entsprang.

Und der geschickte Kunsthandwerker, weil er nicht einen Kubit mit der Berührung eines anderen stören wollte. Mit einem Zeichen der Schamhaftigkeit verbargen die Bilder mit ihren linken Händen jenen Teil, den die Bescheidenheit nicht hätte sehen wollen, sondern für würdig erachtet, bedeckt zu werden.

Auf dem Rand des hohlen Gefäßes, dessen Umfang ein Fuß mehr betrug als das Untere davon, mit ihren Köpfen auf ihren Viperfüßen erhoben, mit einer bequemen und anständigen Einfügung, waren sechs kleine schuppige Drachen aus reinem glänzendem Gold platziert, mit einer solchen Vorrichtung, dass das Wasser, das aus den Brustwarzen der Damen kam, direkt auf die ausgehöhlte und offene Krone des Kopfes der Drachen fiel, von denen zuvor gesprochen wurde, mit ihren Flügeln ausgebreitet, und als ob sie gebissen hätten, spieen und erbrachen sie dasselbe Wasser, welches über die Rundung des Ophits hinaus in ein Auffangbecken aus Porphyr fiel, und rund, welche beide höher waren als die Flachheit des zuvor erwähnten Pflasters: wo es eine kleine Rinne gab, die zwischen dem Ophit und dem Porphyrit rundherum ging, in der Breite eineinhalb Fuß und in der Tiefe zwei Fuß.

Welcher Porphyrit drei Fuß vom ebenen obersten Teil bis zum Pflaster entfernt war, mit einer ausgezeichneten Wellenbewegung. Die übrigen Teile der Drachen wuchsen wegen der moderaten Tiefe des Gefäßes weiter, bis alle zusammenkamen, und verwandelten die äußersten Teile ihrer Schwänze in eine antike Blätterform, die eine schöne Verbindung mit der Arule oder dem Fuß bildete, der unter die drei Bilder gesetzt war, ohne eine entstellende Behinderung der Hohlheit des kostbaren Gefäßes. Und was mit dem grünen Angreifen der umfassenden Orangenbäume und den hellen Reflexionen der glänzenden Materie und dem reinen Wasser war, gab es eine solche anmutige Farbe in jenem einzigartigen und kostbarsten Gefäß, als ob der Regenbogen und die Wolken ihre Wohnung dort aufgeschlagen hätten.

Dann, in der korpulenten Ausbuchtung des Gefäßbauches, standen zwischen dem einen und dem anderen Drachen, in gleichem Abstand und von höchst vollendeter Schmelzung oder Gussarbeit, Löwenköpfe von exquisiter Ausführung hervor, die aus einem kleinen Rohr das Wasser stießen, welches aus den sechs Fisteln herabtröpfelte, die oben in der Kopie angebracht waren. Dieses Wasser entsprang so gewaltig nach oben, dass es beim Herabfallen zwischen den Drachen in das große Gefäß stürzte, wo es aufgrund der beträchtlichen Fallhöhe und der Form des Gefäßes ein angenehm klingelndes Geräusch von sich gab.

All dieses seltene Werk, von so scharfem und feinem Verstande erdacht, wie dieses freche und kostbare Gefäß war, die vier vollkommenen Harpyien, das wunderbare und kuriose Azur, worauf die drei Bilder aus reinem Gold standen, mit welcher Kunst, Anordnung und Regel sie gefügt und vollendet wurden: Da ich dieser gänzlich unkundig bin, bin ich umso weniger imstande, das Ganze so zu beschreiben, wie es verdient hätte, da es ein Werk ist, das über jede menschliche Reichweite und Fassungskraft hinausgeht, um Gleiches zu erschaffen.

Und ich darf kühn behaupten, dass in unserem Zeitalter niemals ein solches Stück Arbeit in Stein und Metall gesehen wurde, das so getrieben, ziseliert und graviert war. Denn es war ein Wunder zu sehen, dass Steine von solch extremer Härte, wie jener, der als Stütze diente, um das Gefäß zu halten, zu diesem Zweck geschnitten und bearbeitet wurden, als ob er so weich wie Wachs gewesen wäre. Ein Werk, das eher zu bestaunen als zu unternehmen ist.

Der quadratische Innenhof (in dessen Mitte dieses bemerkenswerte Werk des prächtigen Brunnens stand) war mit feinem Marmor von verschiedenen Farben und Arten gepflastert. Dazwischen waren sehr schön Rundungen aus Jaspis eingefügt, in gleichem Abstand und in ihrer Farbe vom Pflaster abweichend, und die Ecken mit Blättern und Lilien geschlossen. Zwischen den quadratischen Marmorplatten war ein Raum wie eine Leiste gelassen, der mit verschiedenfarbigen Steinen von kleinerem Schliff ausgefüllt war, einige in Form von grünen Blättern und gelbbraunen Blumen. Cyanei, Phönicei und Schöllkraut, so wohl in ihren Farben übereinstimmend, so glänzend und durch fleißige Xesturgie sorgfältig gesetzt. So voller Farben wie ein Kristallglas, das von den Strahlen der Sonne getroffen und durchdrungen wird. Denn die umlaufenden und sich umschließenden Farben, die in denselben glatten und sauberen Steinen zusammenkamen, ergaben eine Reflexion, wobei kein Teil fehlerhaft war, weder bei den quadratischen Schachbrettmustern noch bei den Scutula und Trigonen. Sondern mit einer glatten und geraden Ordnung wohl zusammengefügt.

Worüber ich bei mir selbst wunderbar erstaunt blieb, indem ich fleißig über den Adel des Werkes nachdachte, wie ich es nicht gewohnt war zu sehen, und ich hätte mich sehr bereitwillig damit begnügt, länger beim Betrachten desselben zu verweilen, denn so erforderte es die Würde des Werkes, aber ich konnte nicht, da es notwendig war, meinen Führern zu folgen.

Dann machte mich der Anblick dieses prächtigen, großartigen und stattlichen Palastes, die erprobte Lage desselben, die gebührende Proportion und die wunderbare Zusammensetzung bei meiner ersten Ankunft wunderbar zufrieden, seine Wertigkeit zu betrachten, und in der Folge war ich dazu angeregt, mehr zu schauen; aus welchem Grund ich mich, wie ich es sehr wohl konnte, davon überzeugte, dass der erfahrene Baumeister alle anderen übertraf. Welche Art von Sparren? Welche Weise von Dach? Auf welche Art waren die Salons, Kammern, Kabinette und Logis angeordnet? Mit welcher Art von Decke waren sie umschlossen und inkrustiert? Womit behangen? Mit welcher Farbe und Art von Malerei über dem Haupt? Welche Ordnung der Säulenstellung und welcher Zwischenraum. Kein anderes Gebäude mag dieses übertreffen, sondern mag sehr wohl den Platz räumen, welcher Art von Marmor und welcher Weise der Gravur auch immer.

Dort erblickte ich die Arbeiten des Herkules in Stein graviert mit halb hervortretender Darstellung, auf wunderbare Weise, die Felle, Statuen, Titel und Trophäen. Was für ein Eingang, was für eine stattliche Vorhalle, was für eine von Titus Caesar mit seinem Stein aus Phönizien mit all der Ziselierung und Politur darum, es gibt keinen, dessen Verstand so grob ist, es in Anbetracht dieses zu loben, als dass er es eher verschmähen würde, davon zu sprechen. Was die würdige und ausgezeichnete Art der Verglasung der Galerie außerhalb des Palastes betrifft, die auffällige Vorhalle, die Art des Baues, die gewölbte Decke über dem Haupt, verschönert und geschmückt mit Blattwerk und anderen Linienführungen aus reinem Gold und Azurfarbe und ausgezeichneter Malerei, dass ich alles, was ich zuvor gesehen hatte, für gering achtete, als nicht der Erinnerung wert. Und nun bei der Tür innerhalb der Vorhalle angekommen, war der Eingang mit einem davor gezogenen Behang aus Gold und Seide, die zusammen gewirkt waren, verschlossen, und darin zwei Bilder. Eines davon mit allen Arten von Instrumenten um sich, geeignet und bereit, an die Arbeit zu gehen, und das andere mit einem jungfräulichen Antlitz, das mit seinen Augen in den Himmel blickte.

Die Schönheit dieser beiden war derart und so frisch, dass ich mich umsah, ob Apelles sie mit seinem Pinsel gemalt hatte.

Und dort sagten meine spaßhaften, schönen und angenehmen Begleiterinnen, von denen jede ihre rechte Hand in meine legte, willens, mich hineinzuführen: Poliphilus, dies ist der übliche Weg, auf dem du in die Gegenwart unserer gnädigen und vortrefflichsten Königin kommen musst.

Aber du kannst keine Erlaubnis erhalten, hier durch diesen Vorhang einzutreten, bevor du von einer wachsamen und unschuldigen Jungfrau empfangen wirst, die die Wächterin dieser Tür ist, und sie wird Cinosia genannt. Die, als sie uns kommen hörte, sich sogleich darbot und gefällig das Tuch hochhielt, und wir traten ein.

Es war ein Raum, der mit einem anderen Vorhang aus exzellenter Arras-Wirkerei umhängt und unterteilt war, voll von Bildwerk, wie Zeichen, Gestalten, Pflanzen und Tieren, auf einzigartige Weise gut gemacht.

An diesem Ort kam bei unserer Ankunft eine andere kuriose Frau auf uns zu, genannt Indalomena, und sie schob den Vorhang beiseite, und wir traten ein. Und dort war ein anderer solcher Raum, vom zweiten an Quantität, mit Diskursen und Vernunft wunderbar verwoben, mit unendlichen Knoten, Schnallen, Bindungen und altmodischen Harfeneisen oder Haken, als ob sie festgemacht und zusammengeknüpft wären. An welchem Ort ohne jegliches Verweilen die dritte Frau kam und uns sehr gnädig empfing, ihr Name war Mnemosina, und sie rief uns und gab uns freies Geleit, hineinzugehen. Wo schließlich meine Begleiterinnen mich vor der heiligen Majestät der Königin Eleutherillida präsentierten.

Poliphilus zeigt so gut er kann, wie überaus groß die Majestät der Königin war, die Art ihrer Residenz und ihres Dienstes. Sein freundlicher Empfang. Wie sie über ihn staunte.

Als ich mich der ersten Türwächterin näherte, war ich etwas verlegen, aber dennoch grüßte ich sie auf gute Art, wie es sich für mich gebührte. Und sie hieß mich sehr höflich, näher zu kommen. Und auf gleiche Weise die zweite.

In deren Obhut erblickte ich eine hochgelegene Galerie, so lang wie der Inhalt des Palastes, deren Dach war ganz mit einem grünen Blattwerk bemalt, mit distinkten Blumen und gefalteten Blättern und kleinen fliegenden Vögeln, vortrefflich imphiert durch musikalische Malerei, wie draußen im ersten Hof, und die Steinwände getäfelt mit Schnitzarbeiten von verschiedenen Farben.

An der letzten Tür überzeugte mich die Matrone Mnemosina sehr wirkungsvoll, an nichts zu zweifeln, sondern dass ich standhaft der königlichen Überzeugung und dem heilsamen Rat der Königin folgen und in der Ausführung desselben beharren sollte, denn das Ende würde ohne Zweifel zu meiner Zufriedenheit sein.

Und so, die Erlaubnis habend, hineinzugehen, siehe, solche Dinge präsentierten sich meinen Augen, die eher himmlisch als menschlich waren.

Eine höchst stattliche und prächtige Vorbereitung, in einem prächtigen und geräumigen Hof, jenseits des Palastes, nahe und gegenüber dem anderen, und vierseitig.

Das schöne und kostbare Pflaster innerhalb eines schachbrettartigen Kreises, der darum ging, es gab einen Raum von vierundsechzig Quadraten von drei Fuß, der Durchmesser eines jeden: Von denen eines aus Jaspis war, von der Farbe des Korallensteins, und das andere grün, gepudert mit Blutstropfen, die nicht abgenutzt werden konnten: und zusammengefügt in der Art eines Schachbretts. Umgeben von einer Einfassung, die Breite eines Schrittes, von seltener Erfindung der Arbeit, mit kleinen Stücken von Steinen von verschiedenen Farben, und so kompakt zusammengefügt, als ob es eine seltsame gemalte Arbeit wäre, eben geschnitten und nach der Regel gesetzt, dass man die Fügung nicht wahrnehmen konnte, sondern glatt und glänzend, und so wohl durch das Richtscheit und das Quadrat gerahmt, dass kein kreisendes oder sphärisches Instrument sich ohne Zwang zu den Seiten bewegen würde.

Darum herum war schließlich eine andere wunderbare Art der Pflasterung von drei Schritten Breite, in Knoten aus Jaspis, Praxin, Chalcedon, Achat und anderen Arten von kostbaren Steinen.

Und an den Seiten der Mauern, die den besagten Hof umfassten, gepflastert, wie ihr gehört habt, waren Bänke aus dem Holz von Palmenbäumen aufgestellt, von einer Farbe zwischen Gelb und Braun, vortrefflich gedreht und geformt, bedeckt mit grünem Samt und gepolstert mit weichem Stoff oder Federn, leicht darauf zu sitzen, der Samt bis zum Rahmen der Bänke herabgeführt und an diesem befestigt mit Haftnägeln aus Gold, mit buckligen Köpfen auf einer glatten silbernen Leiste oder Kordel.

Die Wandfläche der umschließenden Mauern war mit Platten aus geschlagenem Gold bedeckt, mit einer Gravur, die der Kostbarkeit des Metalls angemessen war.

Und in der gleichmäßigen und glatten Ebene derselben Steinmauern, durch bestimmte Pilaster, Vierecke oder Rauten, von gleicher Dimension und distinkter Entsprechung in der Mitte eines jeden, waren durchsichtig eingefügt runde Juwelen, die über das plane Niveau der Wand hinausragten und schwollen, nach der Art der Torusse der Basen, und von Dicke entsprechend der Proportion der Raute, in der sie standen, umgeben von grünen gezackten Blättern, eines über das andere gebogen, die Spitzen zum Juwel gewandt.

Und zwischen dem Blattwerk und dem großen Juwel eine andere Einfassung aus kostbaren Steinen, kurios sortiert und auffällig gesetzt.

Und im Rest der Wand, die diese hervortretenden runden Juwelen umwallte, waren die sieben Planeten mit ihrer Natur und ihren Eigenschaften mit enkaustischer Arbeit lieblich gemalt, was ich mit großer Freude betrachtete. Der Rest der Wand, exklusiv von der Rundheit der Juwelen innerhalb der Pilaster, war ausgefüllt und verschönert mit unendlicher Vielfalt von Arbeiten in Silber und gepudert mit verschiedenen unschätzbaren Steinen, auf einzigartige Weise gut geschnitten und von verschiedenen Formen.

Die Wand auf der linken Seite war in gleicher Weise und gegenüber in Rundungen. Gegenüber den sieben Planeten gab es sieben Triumphe über die Untertanen derselben vorherrschenden Planeten und in solcher Art der Malerei wie die andere Seite.

Und am rechten Teil erblickte ich ihre sieben Harmonien und freundlichen Aspekte und den Durchgang des Blutes, mit der qualitativen Aufnahme und Rückkehr und zirkulierenden Eingang, mit einer unglaublichen Historie der himmlischen Operation des Zufalls.

Die vierte Wandfläche machte den Palast von solcher Verteilung wie die andere, ausgenommen die Tür, die einen leeren Zwischenraum einnahm. Die anderen sechs mit einer geregelten Entsprechung und Harmonie des Rests, in den Juwelen zum gegenüberliegenden und symmetrischen Zusammentreffen der Planeten, mit ihren tugendhaften Neigungen, waren in den Gestalten eleganter Nymphen ausgedrückt, mit den Titeln und Zeichen ihrer Naturen.

Das siebte mittlere Viertel war die Vorderfront, direkt gegen das siebte Juwel platziert, den Planeten Sol repräsentierend, welcher höher gesetzt war als der Rest, wegen des Throns der Königin.

Jeder Teil von Materie, Zahl, Form und Linienführung, in der Verteilung gleichermaßen entsprechend seinem Richtmaß, das Rechte mit dem Linken, und hier und da, mit einer exquisiten Liebe und Zusammentreffen übereinstimmend.

Von welchem vortrefflichsten Hof jede Seite achtundzwanzig Schritte betrug. Auf diese Art stand dieser synarische offene Hof, ganz mit feinem Gold umgeben, ein Werk, das eher zu bestaunen als davon zu sprechen ist.

Die Pilaster waren in einem Abstand von vier Schritten voneinander, mit einer gerechten Teilung von sieben (eine der Natur wohlgefällige Zahl) aus feinem und orientalischem Azur, Lasurstein, vortrefflich gefärbt nach seiner Art, mit einer schönen Verteilung kleiner Goldglanzlichter. Im vorderen Teil dessen, zwischen den sieben Pilastern, waren kleine schlanke Säulen angebracht, bearbeitet mit Blättern, Kopien, Köpfen mit Haar wie Blättern, Knaben, deren Hüften und Beine in Zweige proportioniert, Vögel und Kopien, und Gefäße voll von Blumen, mit anderen wunderbaren Erfindungen und Vorrichtungen, von oben bis unten des Reliefs, als ob sie aus dem Fundament gewachsen wären, die Zwischenräume trennend und teilend, ihre Kapitelle waren in einer Weise bearbeitet, die dem Rest entsprach.

Über welchem sich ein gerader Balken mit gravierten Linienführungen erstreckte, die dazu passten. Und darüber ein Fries, der dieses Werk durchgehend enthielt, das heißt, die knöchernen Schädel von Ochsen, mit Myrthenzweigen voll von Beeren, gebunden um ihre Hörner durch ein Tuch aus Leinen.

Auf beiden Seiten von ihnen waren Delphine, mit ihren Kiemen wie Blättern, und ihre Flossen und ihre äußersten Teile von einem Blattwerk, und auf ihren Köpfen und Rücken bestimmte nackte Knaben, die die hochgehobenen verzweigten Schwänze ergriffen, mit Blättern und Blumen, und sie nach unten bogen.

Der Kopf des Delphins hatte eine Simse, wovon der eine Teil sich zum Knaben wandte, und der andere gegen das Gefäß mit offenem Gähnen bog, und endend im Kopf eines Storches, mit seinem Schnabel gegen den offenen Mund eines Monsters, das mit dem Gesicht nach oben lag, und bestimmte Wirbel oder Perlen, die sich zwischen seinem Mund und ihrem Schnabel erhoben.

Welche Köpfe anstelle von Haar mit Blättern bedeckt waren, eines über dem anderen, die Öffnung des Gefäßes füllend, und von einer Lippe zur anderen, und unter der Schale desselben gegen den Fuß, umgab ein feines Tuch aus Leinen, die Enden hingen von den Knoten herab, auf eine solche exzellente Art, wie es sowohl für den Ort als auch für die Materie angemessen war. Und in der Mitte über den Köpfen war das Gesicht eines Kindes auf einem Paar Flügel.

Und mit solchen Linienführungen war der Fries geschmückt und bedeckt, mit einem Gesims voller exzellenter Handwerkskunst. Auf der ebenen Oberseite desselben, durch eine senkrechte Linie über den Säulen, in der Anordnung der Vierecke, waren bestimmte altmodische Gefäße platziert und geformt, durch eine bestimmte Verteilung, drei Fuß hoch aus Chalcedon, einige aus Amethyst, einige aus Achat, einige aus Jaspis, mit ihren Bäuchen gefurcht und gerillt, und geschnitten von seltener und wunderbarer Kunst, und mit exzellenten Henkeln.

In einer vollkommenen Ordnung über jedem Juwel über dem Gesims waren passend Querriegel angefügt, quadratisch sieben Fuß hoch, und der mittlere Raum zwischen ihnen aus glänzendem Gold, mit einer darüber hinweggehenden Erweiterung, die über die gerade verlängerten Querriegel schloss. Und durch ein Herunterbiegen verbanden sich die Querriegel anständig einer mit dem anderen, mit einer Topiari-Arbeit. In der Absicht, dass aus den Gefäßen, die auf dem Gesims wie oben erwähnt standen, in den Ecken der Querriegel und die Weinrebe zusammen aufstiegen, aber aus den anderen Gefäßen entweder eine Weinrebe oder eine Waldrebe aus Gold, in Bahnen sich über den querverlaufenden Riegeln treffend, mit einem dicken Ausstrecken ihrer sich verbreitenden Zweige, einer mit dem anderen verbindend, und sich zusammenwindend mit einem feinen und angenehmen Zusammentreffen, den ganzen Hof mit einer reichen und unschätzbaren Decke bedeckend, mit verschieden geformten Blättern aus grünem Smaragd, erfreulich für das Auge, vollkommener als jene, worin Amenon eingeprägt war, und die Blumen zerstreut und verteilt aus Saphiren und Beryllen. Und mit einer exzellenten und künstlichen Anordnung zwischen den grünen Blättern und den groben Adern hingen so kostbar die Trauben herab, gemacht aus Steinen, angemessen und passend zu den natürlichen Farben der Trauben.

Alle diese seltensten Vorrichtungen, von unbezahlbarem Preis, unglaublich und jenseits der Vorstellung, glänzten überall aufs Kostbarste: nicht so sehr zu bestaunen wegen der Kostspieligkeit der Materie, sondern wegen der großen Weite des Werkes.

Denn nicht ohne großen Grund untersuchte ich von Ort zu Ort mit einer fleißigen und eifersüchtigen Prüfung sorgfältig die weite Ausdehnung der innersten komplizierten Zweige und ihre proportionale Stärke und Dicke, so kunstvoll gemacht, durch eine solche Kunst, kühnes Unterfangen und fortgesetzte Absicht, sie waren so passend herausgeführt, ob durch Löten, oder durch den Hammer, oder durch Gießen, oder durch alle drei, es schien mir ein unmögliches Werk, eine Abdeckung von solcher Breite zu machen, und so verflochten und ineinander verschlungen.

Im mittleren Ausblick, gegenüber unserem Eingang, auf einem gestuften königlichen Thron, besetzt mit glänzenden Steinen in wunderbarer Ordnung, weit vortrefflicher als der Sitz im Tempel des Herkules in Tyrus, aus dem Stein Eusebes. Die Königin mit einer imperialen Majestät darauf sitzend, gottgleich, und von wunderbarer Großmut im Antlitz: prächtig gekleidet in Goldstoff, mit einer kostbaren und kuriosen Tracht auf ihrem Haupt von purpurner Farbe, mit einem Besatz aus orientalischen Perlen, die über ihre große Stirn schatteten, altertümlich und fürstlich, stets ihre gefiederten Haarsträhnen drückend, so schwarz wie Gagat, die zu ihren schneeweißen Schläfen herabfielen, und der Rest der Fülle ihres langen Haares, hinten am Kopf festgesteckt und in zwei Teile oder Zöpfe geteilt, um diese Weise und jene hinter ihren kleinen Ohren umwickelt, über ihr gerade proportioniertes Haupt, und im Scheitel vollendet mit einer Blume aus großer orientalischer und runder Perle, wie sie im indischen Vorgebirge Perimula gefunden werden.

Der Rest ihres lang ausgebreiteten Haares war nicht zu sehen, sondern mit einem dünnen Schleier bedeckt, mit Gold besetzt, der von der besagten Blume und dem Knoten aus Perlen zu ihren zarten Schultern herabhing und mit der Luft umherwehte.

In der Mitte des Besatzes ihres Kopfschmucks, auf dem höchsten Teil über der Mitte ihrer Stirn, hing ein seltenes Juwel. Und um ihren runden und schneeweißen Hals ging eine unschätzbare Halskette mit einem Anhänger über der Teilung ihrer runden Brüste, aus einem Tafel-Diamanten, in Form eines Eies, funkelnd und von monströser Größe, gefasst in Gold mit Drahtarbeit.

An ihren Ohren hingen auf das Reichste an den Spitzen zwei Ohrringe, zwei große glänzende Karfunkel von unschätzbarem Preis.

Ihre Schuhe waren aus grüner Seide, und ihre Pantoffeln aus Gold, in einer Blätterarbeit gestickt. Auf einem Fußschemel, über welchem und unter ihren Füßen ein Kissen aus weißem Samt gelegt war, mit einer Verzierung aus Seide und orientalischen Perlen aus Arabien, innerhalb des persischen Golfs, mit vier Knöpfen, die mit kostbaren Steinen gearbeitet und mit Goldzwirn und karmesinroter Seide behangen waren.

Auf beiden Seiten entlang der oben genannten Bänke, bedeckt mit grünem Samt, saßen ihre Ehrenladys, in einer stattlichen und lobenswerten Ordnung, gemäß ihrem Stand, gekleidet in Goldstoff in einer unglaublichen Pracht, wie sie auf der Welt gesehen werden kann. Und in ihrer Mitte diese berühmte und bekannte Königin in großem Pomp und unsagbarer Stattlichkeit, und die Säume ihrer Gewänder so mit Perlen und Steinen besetzt, als ob die Natur sie auf sie geregnet und gegossen hätte.

Bei ihrem hohen und imperialen Anblick, mit großer Ehrfurcht ihre Knie vor ihr zum Boden beugend, erhoben sich ihre Frauen von ihren Sitzen, veranlasst durch die Neuheit des Schauspiels, und sich sehr wundernd, dass ich an einen solchen Ort kommen sollte.

Aber ich fand mich erstaunter, mein Herz verzagte und weitete sich sowohl ob der Mühsal, die ich durchlitten hatte, als auch des gegenwärtigen Zustandes, in den ich gebracht worden war, was mich mit äußerstem Erstaunen, ehrfürchtiger Furcht und ehrbarer Schüchternheit umgab und erfüllte.

Und sie fragten die fünf Nymphen, die mich hereinbrachten, flüsternd, wer ich sei, und die Seltsamkeit meines Glücks, wobei sie alle ihre Augen auf mich richteten, bogen und aufmerksam fixierten. Da ich mich als so niedriger Wurm in einer solch exzellenten Erscheinung vorfand, war ich wunderbar erstaunt und wie einer, der keinen Geist mehr hatte.

Aber der Erfolg und die Art meines Kommens wurden von ihnen erfragt, die Nymphen offenbarten dies klar, offen und deutlich in der Breite, worüber die gnädige Königin, zu Mitleid bewegt, mich veranlasste aufzustehen, und als sie verstand, was mein Name war, begann sie zu sagen.

Poliphilus, sei guten Mutes, fasse ein Herz und sage mir, wie du hierhergekommen bist, auf welche Weise und wie du jenem sterblichen und schrecklichen Drachen entkommen bist! Und wie du einen Ausweg aus jener abscheulichen und blinden Finsternis gefunden hast, davon habe ich wohl gehört. Doch ich wundere mich nicht wenig, da nur wenige oder gar keine es wagen, diesen Weg zu beschreiten. Aber da die Gnade dich sicher zu uns hierher geführt hat, werde ich dir (ungeachtet jeglicher Gründe) eine gnädige und wohlwollende Aufnahme nicht verwehren.

Auf ihre freigebige Einladung, ihre königlichen Worte und die Aufnahme, die besser war, als ich mir je zu wünschen vermocht hätte, erzählte ich mit andächtigem und ehrerbietigem Dank, der mir in reichem Maße von Punkt zu Punkt über die Lippen kam, wie ich dem Drachen, jenem furchtbaren Ungeheuer, entronnen und entflohen war. Und infolgedessen, mit wie viel Mühsal und Schmerz ich an den ersehnten Ort gelangte. Und wie die fünf Nymphen mich umherirrend und verängstigt auffanden. Als ich dies ausführlich dargelegt und meine Rede beendet hatte, begann ich mit großem Verlangen, mich bereit zu machen, an ihren ergötzlichen und prächtigen Vergnügungen teilzuhaben.

Danach sagte sie zu mir mit einem lächelnden und freundlichen Antlitz: Es ist eine beachtenswerte Sache, dass ein übler und missmutiger Anfang oft zu einem glücklichen und guten Ende führt: und ehe dir etwas zur Erfüllung deiner amourösen und festen Gesinnung anvertraut wird, ist es unser Vergnügen, zur Linderung und Milderung deines lobenswerten Kummers, dass du dich in dieser Gesellschaft ganz besonders mit Philotesia assoziierst, da der schöne Himmel dir deine Unterhaltung gewiesen und dich in unsere triumphale Residenz gebracht hat. Und darum, mein Poliphilus, nimm ohne weitere Zeremonien deinen Platz dort ein und setze dich, denn du wirst (mit sehr gutem Willen) einen Teil unserer prächtigen und stattlichen Art der Bewirtung sehen, die reichliche Vielfalt und Anzahl meiner mehr als fürstlichen Köstlichkeiten, die ehrwürdige Bedienung durch mein Hausgesinde und deren vorzügliche Ordnung, die unschätzbare Kostbarkeit meines großen Überflusses und die weitreichenden Wirkungen meiner Freigebigkeit.

Auf diesen gebieterischen Befehl hin, als ihre beredte und wohlwollende Rede geendet hatte, setzte ich mich demütig und mit ein wenig mehr Kühnheit als zuvor auf eine der Bänke zu meiner Rechten (wobei ich mein zerrissenes Gewand, in dem noch einige Brombeerblätter steckten, vor mir zusammenraffte), zwischen die fünf Nymphen, die mich hereingebracht hatten, und unter ihnen neben Offresia und Achoe, hinter der Königin platziert, und sechs weitere der Kammer auf der anderen Seite, und in der Mitte saß die Königin hoch auf einem Thron in imperialer Majestät.

Der Baldachin über dem Thron war von emaillierter Färbung und enthielt ein schönes Bild ohne Bart, das Haupt mit gelbem Haar buschig, ein Teil der Brust mit einem dünnen Tuch über den ausgebreiteten Flügeln eines Adlers bedeckt, ihr Kopf aufwärts gewandt, auf ihn blickend. Das Haupt dieses Bildes war mit einem azurblauen Diadem bekränzt, das mit sieben Strahlen geschmückt war, und zu Füßen des Adlers zwei Zweige von grünem Lorbeer, einer in die eine, der andere entgegengesetzt nach beiden Seiten. Und in jedem Kranz erblickte ich das Sinnbild, das seinem Planeten eigen ist, und hinter meinem Rücken war das Kleinod, das die Geschichte des geflügelten Merkur enthielt und wie die Wohltat seines guten Wesens entartet, wenn er sich im bösartigen Schwanz des giftigen Skorpions befindet. Und als ich mich selbst betrachtete, schämte ich mich, mein verwahrlostes Gewand inmitten solch prächtiger Trachten zu sehen, dass ich mir vorkam wie jene niederträchtige und todbringende Bestie inmitten der edelsten Zeichen des Tierkreises. Die schönen und ehrbaren Jungfrauen saßen der Reihe nach auf den Bänken, die sich entlang der Seiten der Wände auf der rechten Seite und dem besten Teil des Hofes erstreckten, mit einer seltenen und sonderbaren Art weiblicher Kopfbedeckung, wie sie auf der Welt üblich ist, wobei die Haarflechten in Goldhauben eingewickelt und gebogen waren.

Einige mit bernsteinfarbenem Haar, gelockt und mit Blumen aus demselben auf einem Draht geschmückt, wobei die Enden sich nach unten bogen und auf ihren schneeweißen Stirnen und glatten Schläfen wellten, verschönert mit Rubinen und Diamanten, die in das Haar gesteckt waren.

Andere von der Farbe des indischen Obsidians, schwarz und glänzend, geschmückt mit Blumen aus Orientperlen und Halsbändern aus denselben. Sie standen alle in einer derart ehrfürchtigen Aufmerksamkeit wartend, dass sie, als die Speisen auf den Tisch gebracht wurden, alle im selben Augenblick ihre ehrerbietigen Knicks machten, indem sie ihre Knie beugten, und auf gleiche Weise, als sie sich von ihren Sitzen erhoben, eine jede in Goldstoff gekleidet, doch aßen sie nicht am selben Tisch.

Gerade vor der triumphierenden Königin war die Öffnung des dritten Vorhangs, der eine große und schöne Tür verdeckte, nicht aus Marmor, sondern aus seltenem und hartem Jaspis aus dem Morgenland, von einer kunstvollen und antiken Arbeit, wunderbar anzusehen. Auf beiden Seiten dieser Tür standen junge Musikantinnen, sieben auf jeder Seite, in nymphenhafter Kleidung, bemerkenswert durch den Schnitt und sehr kostbar: welche bei jedem Gangwechsel ihre Musik und Instrumente abwechselten, und während des Banketts stimmten andere mit einem engelhaften und sirenengleichen Einklang dieselben auf ihre Hände ab. Dann wurden plötzlich Gestelle aus Ebenholz mit drei Füßen und andere provisorische Tische aufgestellt, ohne jegliches Geräusch oder Getöse. Jeder war bereit für sein zugewiesenes Amt, mit sorgfältigem, fleißigem und hingebungsvollem Bestreben, ganz für jenen Dienst, der ihm auferlegt war.

Und zuerst wurde vor der Königin ein dreifüßiges Gestell dieser Form aufgestellt, auf einem Rund aus feinem Jaspis mit kuriosen Linienführungen. Daran befanden sich drei Stützen, deren untere Teile in Form der reißenden Kralle eines Löwen endeten, mit einem exquisiten Blattwerk, das die Schäfte der Stützen umschloss, wobei in der Mitte eines jeden der Kopf eines Kindes zwischen zwei Flügeln befestigt war, von denen aus, zwischen dem einen und dem anderen der Stützen, wie ein Kranz ein Bündel Blätter und Früchte hing, zusammengebunden und am dicksten zur Mitte hin, und auf der Spitze der Stützen oder Schäfte war ein Vorsprung angebracht, um den runden Tisch vor der Königin zu tragen.

Dieses Gestell war unbeweglich, aber der runde Tisch konnte schnell abgenommen und wieder aufgelegt werden, je nach der Beschaffenheit der Gefäße bei jedem Wechsel des Tisches.

Und sogleich, wie im Zwinkern eines Auges und im Handumdrehen, wurde auf dieses dreifüßige Gestell ein runder Tisch aus Gold gelegt, drei Fuß im Durchmesser und von mittlerer Dicke, und von dieser Form und Größe waren alle übrigen.

Auf diesen Tisch wurde ein parfümiertes Tischtuch aus Hormisin-Stoff von grüner Farbe gelegt, gleichmäßig ausgebreitet, groß und lang bis zum Boden reichend: an den Seiten mit gedrehtem Faden desselben Stoffes gefranst und mit Silber und Gold vermischt, unter einem Saum aus Stickerei von Perlen und Edelsteinen herabhängend, wobei eine Handbreit auf jeder Seite über den Boden hing. Und von dieser Art waren alle Tischtücher gesäumt und gefranst.

Danach folgte eine schöne junge Jungfrau, flink und mit einem großen Becken aus Gold, gefüllt mit Veilchenblüten, lohfarben, blau und weiß, und wohlriechend wie im ersten Frühlingserwachen, und sie streute sie auf die Tische, ausgenommen den der Königin.

Ihre heilige Majestät, die ihr Gewand abgelegt hatte, so prachtvoll, wie Lolia, die Gattin des Paulus Aemilius, es in den Triumphen ihres Ehemannes niemals sah, verblieb in einem Kleid aus violettem Samt, in das Vögel, kleine Tiere, Blätter und Blumen in Knoten eingewebt waren, die Arbeit etwas erhaben mit Perlen und Steinen, mit einem dünnen Schleier, der das Ganze mit Seidenzypruss bedeckte und durch die klare Feinheit und Dünne desselben die bedeckten Arbeiten und den Stoff hindurchschimmern ließ, eine imperiale und gnädige Kleidung.

Danach kamen zwei schöne Jungfrauen herein, die einen kunstvollen Brunnen hereinbrachten, der fortwährend mit Wasser lief und dasselbe wieder aufnahm, welcher aus feinem Gold war und in einem Gefäß von kurioser Handwerkskunst, das vor die Königin gebracht wurde, und nach der Präsentation auf dem goldenen Tisch beugten sie ihre Knie zum Boden, und die gleiche Ehrfurcht erwiesen im selben Augenblick all die anderen wartenden Damen, sowohl beim Darbringen eines jeden Dinges als auch beim Wegnehmen. Drei andere schöne Jungfrauen folgten ihnen dichtauf, eine trug eine Kanne aus Gold, die zweite ein Becken und die andere ein Handtuch aus weißer Seide.

Während die Königin sich die Hände wusch, nahm diejenige, die das goldene Becken trug, das Wasser darin auf, damit es nicht wieder in den rezirkulierenden Brunnen fiel: und die andere mit der Kanne goss so viel süßes Wasser nach, wie weggetragen wurde, damit der Brunnen nicht leer werde und in seinem Lauf gehindert sei. Die dritte wischte und trocknete ihr die Hände.

Der breite und große Auffangbehälter dieses Brunnens wurde auf vier kleinen Rädern getragen, die sie über jeden Tisch zogen, um die Hände aller Sitzenden zu waschen.

Der Rand des Gefäßes, worin der aufsteigende Brunnen stand, war mit Perlenblasen geschmückt, die aufrecht standen, und unter denselben war eine andere von einer anderen Art angebracht, und beide waren durch zwei Spangen von exquisiter Doppelfassung, feiner Arbeit und kostbar verziert, miteinander verbunden. Denn unter anderen Juwelen von unschätzbarem Wert war zuoberst in einer Blume ein Diamant in Form einer Birne gefasst, glitzernd und funkelnd von einer riesigen und ungeahnten Größe.

Und so nah mein Geruch es mir verraten konnte, urteilte ich, dass das Wasser aus Rosen sei, vermischt mit dem Saft von Zitronenschalen und ein wenig künstlich zusammengesetztem Ambra, was einen süßen und angenehmen Geruch abgab.

In der Mitte dieses bewundernswerten und staunenswerten Hofes war ein wunderbares Parfümgefäß aufgestellt, nicht so sehr wegen der exzellenten und vollkommenen Substanz desselben, welche reines und feines Gold war, sondern wegen der auffälligen, seltenen und antiken Mode des Sockels, der auf drei Harpyienfüßen stand, welche in einem Blattwerk eine dreieckige Verbindung zum Sockel bildeten, voll von Verzierungen, wie es das Metall erforderte, über jedem Winkel oder jeder Ecke standen drei nackte Gestalten von fliegenden Geistern ordentlich aufgestellt, zwei Ellen hoch, mit ihren Schultern einander zugewandt und etwas nahe beieinander.

Sie standen auf dem Sockel mit dem rechten Fuß zur Ecke und der linke erstreckte sich zum fixierten Fuß des anderen Knaben. Ihre Ellenbogen bogen sich nach oben und hielten den Griff der Parfümpfanne, sehr schlank im Schaft und nach oben in Form einer Schale, etwas gefurcht und mit breitem Rand.

Es waren sechs in einem runden Kreis, einer dem anderen zugewandt: Und zwischen ihren Schultern im Mittelpunkt des dreieckigen Sockels erhob sich ein Schaft wie ein altmodischer Kerzenleuchter, der auf seiner Spitze eine solche Schale oder ein solches Gefäß wie das oben genannte hielt, und so breit, dass es den leeren Platz in der Mitte zwischen den anderen sechs ausfüllte.

Diese Schalen waren mit brennender Kohle gefüllt, die mit Asche bedeckt war, und in jedem Gefäß auf der Asche kochte ein kleiner Topf aus Gold, der entgegengesetzte Flüssigkeiten enthielt, die mit süßen Düften versetzt waren.

Und wie ich vermutete, hatte jeder Topf ein anderes Wasser, sozusagen eines mit Rosenwasser, ein anderes mit Orangenblütenwasser, ein anderes mit Myrthe, zarten grünen Lorbeerblättern, Holunderblüten und verschiedenen solcher geselligen Heilkräuter. Und indem diese zusammen kochten, gaben sie einen höchst angenehmen und duftenden Geruch ab.

In der Gegenwart der prächtigen Königin warteten und bedienten stets drei ehrbare Nymphen, deren Kleidung aus Gold und Seide, wunderbar gewebt und geschmückt, und mit Perlen und Steinen besetzt war. Die Fütterung ihrer Gewänder verlief um ihre schneeweißen Schultern und fiel auf ihre kleinen runden Brüste bis zum unteren Teil ihrer Taille, in einer Farbe wie die Servietten, und ließ die angenehmen Täler zwischen ihren schönen Brüsten sehen, eine äußerste Wonne und ersehnte Nahrung für einen engen Blick und ein gieriges Auge, mit tausend kleinen Ketten, hübschen Juwelen und Blumen aus Gold in weiblicher Art, ein süßer Köder, um einen Mann kopfüber in das Vergessen seiner selbst zu stürzen, verzaubert durch auserlesene und amouröse Blicke, die das Verlangen nach jeglicher anderen delikaten Speise bei weitem übertrafen. Ihre Schuhe aus Gold, mit Halbmonden ausgeschnitten und an der Verbindung der Hörner oder Ecken mit Knöpfen und Blumen der Goldschmiedekunst in kurioser Art verschlossen, und die Strähnen ihres schönen und üppigen Haares über ihren Stirnen und Schläfen mit großen und runden Orientperlen durchflochten.

So standen sie auf jeder Hand und vor der Königin mit einem einzigartigen und ehrfürchtigen Blick, bereit, jene Aufgabe auszuführen, zu der sie bestimmt waren. Und diese bedienten nur einen Tisch: welcher gewechselt wurde, sie zogen sich zurück und blieben stehend Arm in Arm, während andere drei ihre Plätze eingenommen hatten: Und von den dreien, die warteten, war die in der Mitte die Vorlegerin.

Die andere auf der rechten Seite hielt einen Teller unter, falls etwas herunterfallen sollte: und die dritte auf der linken Hand hielt ein weißestes und sauberes Handtuch aus Seide, um ihre Lippen zu trocknen, und bei jeder Aktion eine Ehrfurcht.

Das Handtuch wurde nur einmal benutzt und dann auf den Boden geworfen und von einem, der in der Nähe stand, weggetragen. Und so viele Bissen sie auch aß, so viele süße, parfümierte, saubere Handtücher aus Seide, gefaltet und fein gearbeitet, wurden benutzt.

Und das Gleiche wurde bei jedem Gast getan, denn kein einziger bei diesem Bankett berührte etwas, außer dem Becher.

Nachdem die Königin sich gewaschen hatte und ihren ersten Gang erhalten hatte, wuschen sich alle anderen an demselben Brunnen, der von selbst Wasser ausstieß und dasselbe auf wunderbare Weise durch zwei kleine Röhren auf beiden Seiten wieder aufnahm, und in der Mitte vom Boden des Gefäßes gerade nach oben lief, von dessen Vorrichtung, als ich sie verstand, ich sehr angetan war.

Nach der Waschung der Königin zuerst und nacheinander aller anderen, wurde jedem der Wartenden ein runder Ball aus Golddrahtgeflecht überreicht, voller kleiner Löcher und im Inneren mit Ambrateig von vollkommenster Zusammensetzung gefüllt, besetzt mit Edelsteinen, damit ihre Hände, Augen und Sinne nicht müßig seien.

Dann brachten bei jedem Gangwechsel zwei Edeabriees, welche die Anordnung der Speisen der Königin hatten, in die Mitte des königlichen Hofes auf vier drehbaren Rädern einen stattlichen Aufbewahrungsort oder Schrank, in Form eines Schiffes, und die anderen wie ein triumphaler Streitwagen, aus feinstem Gold, mit vielen Fischen und Wassermonstern und unendlich vielen anderen exquisiten Formen, wunderbar gearbeitet und voll mit reichen Steinen besetzt, deren Funkeln und Glänzen rund um die Seiten des Hofes leuchtete und auf die Ronden der anderen zuvor erwähnten Juwelen traf, die auf jeder Seite passend platziert waren, als ob Phoebus von einer Nymphe dazu bestimmt worden wäre, ihr Auge und ihr Antlitz mit seiner leuchtenden Helligkeit zu schmücken.

Zu all diesem ständigen Glitzern von unaussprechlicher Handwerkskunst konnte nichts mehr an gleicher Vergleichbarkeit erdacht werden, selbst wenn es der Tempel zu Babylon mit den drei goldenen Statuen wäre.

Darin war alles Notwendige parfümiert verstaut, was angemessen und bequem für den Wechsel der Tische war, wie Tücher, Blumen, Becher, Handtücher und Gefäße, zum Ausgießen, zum Trinken und Teller zum Essen.

Und diese zwei Nymphen Plaustrarien, die den Schrank zogen, nahmen sie herunter und lieferten sie (wie es nötig war) an die Wartenden.

Und der erste Tisch wurde gewechselt, alles wurde wieder zu den Plaustrarien zurückgebracht, bei deren Weggehen die Trompeten in einer Weise ertönten, an die Piseus Therrenus niemals heranreichte, noch Maletus, der Trompeter des Königs von Hetruria.

Und dann bliesen sie ihre Kornette, was sie jedes Mal taten, wenn die Aufbewahrung herausgezogen wurde, bis sie wieder hineinkam, zu welcher Zeit sie aufhörten.

Und wenn der Tisch gewechselt wurde, veränderten sie ihre Musikinstrumente, welche, da sie verstummt waren, die Sänger so himmlisch begannen, dass sie die Sirenen zum Schlafen gebracht hätten, wobei sie ihren Stimmen stets Windinstrumente aus Holz beimischten, wie sie der Troezer Dardanus niemals erfunden hatte.

Und durch diese festgelegte Ordnung hörte man fortwährend melodische Klänge und angenehme Harmonien, süße Einklänge mit reizvoller Musik wurden präsentiert, wohlriechendes Parfüm gerochen und stattliche Speisen reichlich genossen. Und alles, was auch immer, ohne jeden Mangel an Anmut oder Wohlgefallen, dem Rang des Ortes entsprechend.

Für diesen ersten fürstlichen Tisch waren alle Gefäße und Instrumente zusammen mit dem Tisch selbst aus reinem, feinem Gold. Worauf eine herzstärkende Konfektur präsentiert wurde, und wie ich vermuten konnte, war sie gemacht aus dem Schaben des Einhornhorns, Dattelkernen und Perlen, oft erhitzt und abgelöscht und klein gestoßen, Manna, Pinienkernen, Rosenwasser, Moschus und flüssigem Gold, in einer kostbaren Zusammensetzung nach Gewicht, und zu Rauten geformt mit feinem Zucker und Amylum.

Dies wurde gegessen, ohne danach etwas zu trinken, und es war eine Konfektur, um alle Fieber zu verbieten und melancholische Müdigkeit zu vertreiben.

Nachdem dies in einem Augenblick geschehen war, wurde alles aufgehoben und entfernt, die Veilchen auf den Boden geworfen und der Tisch blieb leer. Und sobald dies geschehen war, wurde der Tisch wieder gedeckt mit einem Tuch aus Talasik, ebenso die Wartenden, und wie beim ersten Mal wurden darauf die süßen Blumen von Zedern, Orangen und Zitronen gestreut, und darauf präsentierten sie in Gefäßen aus Beryll, und aus diesem kostbaren Stein war der Tisch der Königin (außer den Trinkgefäßen, die alle aus reinem, feinem Gold waren), fünf Krapfen aus Teig von Safranfarbe, und mit extrem heißem Rosenwasser und fein gestoßenem Zucker überkrustet, und dann wiederum mit Moschuswasser übergossen und mit feinem Zucker wie Frost auf Eis. Diese Speisen von höchst angenehmem Geschmack und von verschiedener Art wurden so hereingebracht. Die erste in Öl von Orangenblüten. Die zweite in Öl von Levkojen. Die dritte in Öl von Jasminblüten. Die vierte in reinem Öl von Benzoe.

Und die letzte in Öl von Moschus und Ambra. Und als wir von derselben köstlichen Speise wohl gekostet und gegessen hatten, wurde uns ein schöner Becher aus dem vorgenannten Beryll mit seinem Deckel überreicht, und auch dieser bedeckt mit einem dünnen Schleier aus Seide und Gold, kunstvoll gefaltet in die Form eines Baldachins, die Enden über die Schultern der Träger geworfen und ihren Rücken herabfallend.

Und auf diese Weise präsentierten sie alle Trinkgefäße und andere, mit Fleisch und Soßen bedeckt. In dem Trinkbecher hatten sie einen kostbaren Wein eingeflößt, so dass mir dünkte, die Götter der elysischen Felder hätten ihre Kraft in die Süße der Flüssigkeit verwandelt: den Wein von Thasos übertreffend.

Ohne Verzug (nachdem wir getrunken hatten, dieser Tisch abgeräumt und die süßen Blumen auf den Boden geworfen waren), wurde alsbald ein Tuch aus purpurroter Seide und Nelkenfarbe ausgebreitet: mit Rosen weiß, rot, Damaszener, Moschus- und gelben Rosen, die darauf gestreut wurden. Und sogleich brachten neue Wartende (in denselben Farben gekleidet) sechs Brotstücke für jeden herein, getoastet und mit verfeinertem Mark zubereitet, bestreut mit Rosenwasser, Safran und dem Saft von Orangen, was den Geschmack milderte und vergoldet war, und mit ihnen wurden sechs Stücke reines Manchet-Brot hingestellt. Und neben ihnen eine Konfektur aus dem Saft von Zitronen, vermengt mit feinem Zucker, Pinienkernen, Rosenwasser, Moschus, Safran und erlesenem Zimt, und so wurden alle Soßen mit angemessener Abstufung und Darreichung gemacht. Die Gefäße waren aus Topas und der runde Tisch auch.

Nachdem dieser dritte prächtige Tisch wie zuvor gesagt abgeräumt war, wurde sogleich ein anderer erneuert, mit einem Tuch aus Seide, glatt und von gelber Farbe (die Wartenden passend dazu) und mit Maiglöckchen und Narzissen bestreut, unmittelbar wurde dieser Gang präsentiert, sieben Bissen vom Fleisch eines Rebhuhns in einer scharfen Brühe und ebenso viele Stücke reinen weißen Manchet-Brotes. Die Soße Acceres, gehackt und aufgelöst in dreimal gesottenem Zucker, Amylum, Sandelholz, Moschus und Rosenwasser. Die Gefäße und der runde Tisch aus Chrysolith. Zuletzt boten sie einen kostbaren Trinkbecher an, und so wurde es bei den übrigen beobachtet.

Nachdem der vierte Tisch abgeräumt war, wurde der fünfte mit einem Tuch aus Seide von karmesinroter Farbe erbeten, und auf gleiche Weise die nymphenhafte Kleidung. Die Blumen waren von purpurner, gelber, weißer und lohfarbener Pracht. Das Gedeck bestand aus acht Bissen vom Fleisch eines gebratenen Fasans, die in ihrer Soße lagen, und dazu ebenso viele Stücke feinen weißen Manchet-Brotes. Die Soße war folgende: Orangenblütenwasser, Granatapfelsaft, Zucker, Nelken und Zimt. Die Gefäße waren aus Smaragd, und der Tisch gehörte der souveränen Königin.

Nachdem dies sehr feierlich abgeräumt worden war, wurde ein anderes Tuch aus Seide von purpurner Farbe ausgebreitet, ebenso wie die Kleidung der Wartenden.

Die Blumen waren von drei Arten: Jasmin, lohfarben, gelb und weiß. Das Gedeck bestand aus neun Bissen vom Fleisch eines stärkenden Pfaus, benetzt in seinem Bratensaft. Die Soße war überaus grün und herb, mit Pistazien, zerstoßenen Nüssen, Zucker, Zypergras, Amylum, Moschus, Thymian, weißem Majoran und Pfeffer. Die Gefäße waren aus Saphir, und der Tisch war der fürstliche.

Beim siebten Wechsel brachten sie einen prächtigen Tisch aus weißem Elfenbein herein, der mit vielen kleinen Stücken auf dem kostbaren Aloeholz eingefasst, verziert und fein gearbeitet war, zusammengefügt und verleimt, und von einer Seite zur anderen mit Knoten und Blattwerk, Blumen, Gefäßen, Ungeheuern und kleinen Vögeln versehen, wobei die Vertiefungen und Schnitzereien mit einer schwarzen Paste und einer Mischung aus Amber und Moschus gefüllt waren. Dies erschien mir als ein überaus vortreffliches und prächtiges Ding, das einen höchst entzückenden süßen Duft ausströmte. Das Tuch war weiß und subtil mit Durchbrucharbeit aus Satinseide gefertigt, der Grund gepudert und gefüllt, und die Arbeit weiß und schlicht, mit der Darstellung von Formen, Vögeln, Tieren und Blumen, und auf gleiche Weise die Kleidung der Wartenden. Die Blumen waren Lathyrus, Raps, Veilchen und alle Arten von süßen Levkojen. Und so variierte überall eine solche Vielfalt an Düften, die einzeln hereingebracht wurden und so erfreulich für die Sinne waren, dass ich es nicht ausreichend auszudrücken vermag.

Dann wurde jedem ein Konfekt in drei Bissen aus der Schale gereicht, Datteln mit Pistazien, Nußkernen, zerstoßen und in Rosenwasser und Zucker von den Inseln eingelegt, dazu Moschus und Blattgold, das damit vermengt und verarbeitet war, sodass jedes Stück, wenn man es aufnahm, aussah, als sei es ganz aus Gold.

Die Gefäße waren aus Hyazinth, und der Tisch war kreisförmig. Ein passender und angemessener Stein für eine so vortreffliche Anordnung und eine königliche Tafel und seltsame Bankette, wie man sie zuvor niemals gehört hatte.

Nach dem Abräumen dieser wundervollen Konfekte und dem Herabwerfen der Blumen auf den Boden in fürstlicher Pracht wurde sogleich ein großes Gefäß aus Gold hereingebracht, das mit glühenden Kohlen gefüllt war, in das die Tischtücher, Servietten und Handtücher aus Seide geworfen wurden, welche sogleich hell aufloderten, und nachdem sie herausgenommen und abgekühlt worden waren, waren sie unversehrt, unbeschädigt und sauber wie zuvor. Und dies war doch das Wundervollste von allem übrigen. Und dann wurden die Tische und Gestelle abgebaut und weggetragen.

Je mehr ich mich sorgfältig bemühte, diese überaus vortreffliche Ordnung und diese Anblicke zu betrachten, umso unwissender und erstaunter fand ich mich selbst.

Doch bei allem empfand ich zweifellos großes Vergnügen bei meiner beabsichtigten Bewunderung, da ich eine solch große, reichliche und triumphierende Pracht eines unglaublich kostspieligen Banketts sah, dass es besser ist, zu schweigen, als nicht ausreichend darüber berichten zu können. Denn die Bankette von Sizilien sind im Vergleich dazu nur bettelhaft, und ebenso waren die stattlichen Ornamente des Attalus, die korinthischen Gefäße, die Köstlichkeiten von Zypern und die Salier-Gastmähler.

Doch ungeachtet einer solchen höchsten und übermäßigen Heiterkeit und herzlichen Entzückung, und jenes einzigen und äußersten Vergnügens (das durch solche und so unerwartete Freuden hervorgerufen wurde), wurde es durch eine jener drei, die beim letzten Wechsel bedienten, gedämpft, umgestürzt, unterbrochen, gelähmt, abgefangen und zunichtegemacht. Denn sie stellte in ihrem Gebaren die süße Geste und Ähnlichkeit der Polia dar, was in mir durch sie verstohlene Blicke anregte.

Dies war kein geringes Hindernis für mich bei der Einnahme jener angenehmen Köstlichkeiten und fürstlichen Erquickung. Dennoch ließen sich meine Augen hin und wieder mit Mühe abwenden, um die Schönheit der Juwelen und Edelsteine zu betrachten, die an jedem Ort in einer solchen Vielfalt von seltsamer und ungesehener Herrlichkeit und auffälligen Verzierungen funkelten und glitzerten, als ob sie ihr alle ihre Pflicht schuldeten, was mich mit einem maßlosen Verlangen erfüllte, die Entsprechung ihrer vortrefflichen Schönheit zu schauen.

Zuletzt, in solcher Ordnung und Weise wie zuvor erwähnt, als die Tische abgeräumt waren, ließ ich mein Haupt hängen, weil ich den letzten Leckereien nicht folgen konnte, die ich durch das Achten auf diejenige, die bediente, verloren hatte.

Dann präsentierten sich zuerst vor der geheiligten Majestät und königlichen Person der Königin, und danach vor uns, fünf schöne Nymphen, die in blauem Seidenstoff und Gold gekleidet waren, welche kunstvoll in Mustern miteinander verwoben waren.

Die Mittlere von ihnen trug einen Korallenzweig, gleich einem Baum, wie er unter den Orkney-Inseln nicht gefunden wird, von einer Elle Höhe, der wie auf einem kleinen Berg stand, welcher der Deckel eines altertümlichen Gefäßes aus reinem Gold war, in Form eines Kelches, noch einmal so hoch wie der Deckel und der Korallenbaum, voll von kurioser Handwerkskunst und Blattwerk, wie es in unserem Zeitalter nie gemacht wurde, noch seinesgleichen gesehen wurde.

Zwischen der Anmut des Fußes und dem Becher war es mit einem Henkel von unschätzbarer Handwerkskunst zusammengefügt, und auf gleiche Weise waren der Fuß und die Schale aus einer exzellenten Anaglyptik von Blattwerk, Ungeheuern und zweigestaltigen Scyllen, so exquisit ausgedrückt, wie es durch proportionale Zirkulation getrieben, ziseliert oder graviert werden konnte.

Und der beißende Deckel desselben war dicht besetzt mit unvergleichlichen Juwelen; und auf gleiche Weise waren die Basis und der Henkel, wo immer es die Zweckmäßigkeit erforderte, glitzernd umgeben.

Auf den Zweigen der Koralle waren künstlich gewisse offene Blumen mit fünf Blättern angebracht, einige aus Saphir, einige aus Hyazinth und Beryll, und inmitten derselben ein kleiner runder Samen aus Gold, der die Blätter am Korallenzweig befestigte.

Diese junge Frau, die sich ehrfürchtig mit ihrem rechten Knie zur Erde neigte, während sie das andere noch aufgerichtet ließ, worauf sie diesen Korallendeckel hielt, der außer den Blumen auch an den Spitzen und Enden anderer Zweige oder Sprösslinge auf wunderbare Weise monströse große Perlen befestigt hatte. Eine andere von ihnen hatte einen Becher voll kostbarer Flüssigkeit, besser als jener, den die stolze Kleopatra dem römischen Kapitän gab. Die übrigen verrichteten ihre Dienste wie zuvor erwähnt, und indem sie eine nach der anderen mit einem kleinen Instrument mit zwei Zähnen aus Gold pflückten und uns dieselben Früchte anboten, mir unbekannt, da ich dergleichen nie gesehen hatte, kosteten wir sie.

Aber das unerwartete Vergnügen daran und die Süße ihres Geschmacks war mir nicht anders als wie eine anmutige Substanz, der ihre gewünschte Form fehlte.

Und es wurden wieder die zuvor erwähnten Goldkugeln zurückgebracht.

Darauf erschien ein anderes wunderbares Werk, das ein ewig laufender Brunnen war, künstlich aus der vorgenannten Materie erdacht, aber von einer anderen bemerkenswerten Art und Handwerkskunst, gegründet auf einer unbeweglichen Achse, auf der sich zwei Räder drehten.

Darüber stand eine ungleiche Quadratur, drei Fuß lang, zwei Fuß breit und sechs Fuß hoch.

An jedem winkeligen Teil saß eine Harpie mit beiden Flügeln ausgebreitet und nach oben gestreckt bis zur Breite eines höheren Gefäßes, das in der Mitte des vermessenen Vierecks stand, an den äußeren und oberen Teilen gekrönt und mit Kannelierungen und Blattwerk verschönert, das den unteren Teil umgab.

Und auf jeder Seite war dasselbe in drei Teile geteilt; der mittlere Teil zwischen dem Fall der Wasser enthielt in geschnitzten Halbkörpern einen Triumph von Satyrn und Nymphen, mit Trophäen und exquisiten Handlungen, ausgenommen das Vorder- und Hinterteil, die mäßig eingebogen und gewölbt waren. Diese enthielten anstelle von quadratischen Linien eine dazwischen gewellte Rundung, in die wunderbar ein kleines Opfer mit einem alten Altar auf beiden Seiten eingraviert war, mit vielen Figuren und Aktionen; der restliche leere Raum, in dem sich die Schwänze der vorgenannten Harpyien verbanden und sich hier und da in Blätter verwandelten, bedeckte denselben auf vortreffliche Weise.

Aus dem mittleren Zentrum der Gleichung und des Vierecks, das zuvor spezifiziert und beschrieben wurde, aus einem antiken Blattwerk, stieg ein altertümliches und sehr schönes Gefäß auf, dessen Umfang den Inhalt der quadratischen Ebene nicht überstieg, und dies mit dem gesamten übrigen Werk und jeder proportionalen Untersuchung, Prüfung und Untersuchung, sowohl in der höchsten Breite und Dicke, mit den passendsten Gefäßlinien, sorgfältig geglättet und gefeilt, und dann mit einer absoluten und glatten Deformation vollendet.

Aus dessen unterdrückter Öffnung stieg ein weiteres hohles Gefäß auf, dessen Umfang das vorgenannte darunterliegende Gefäß überstieg, rundherum gefurcht und gekanellt, von großer Breite und weiten Rändern, so gut geformt, wie es für jeden Goldschmied möglich ist, mit seinem Hammer zu treiben.

Im Mittelpunkt desselben erhob sich ein weiteres Gefäß von unglaublicher Handwerkskunst.

Am Boden dieses dritten Gefäßes befanden sich kleine Rippen, die nach außen schwollen, deren Spitzen mit einer Reihe verschiedener unschätzbarer Steine umgeben waren, die hervorstanden und sich in den Farben unterschieden, wie es dem Auge eines neugierigen Lapidarius und geschickten Verständigen am besten gefallen konnte.

Auf demselben war auf beiden Seiten der Kopf eines Ungeheuers gebildet, von dem aus auf beiden Händen die Verzierung desselben in einer exquisiten und seltensten Arbeit aus Blättern ausging, die dasselbe mit dem Treffen des gegenüberliegenden Kopfes umgab und diesen Teil des Gefäßes fein zierte.

Und beim Hervortreten der Lippe des Gefäßes über den senkrechten Punkt des Kopfes war ein Ring befestigt, von dem auf beiden Seiten eine Girlande aus Zweigen, Blättern, Blumen und Früchten herabhing, die gegen die Mitte hin größer wurden, mit einer glatten Bindung an beiden Ringen.

Über der mittleren Biegung der Girlande und unter dem Vorsprung der Lippe des Gefäßes war der Kopf eines alten Mannes befestigt und platziert, dessen Bart und Kopfhaar in Nessellätter verwandelt waren und aus dessen Mund das Wasser des Brunnens durch Kunst kontinuierlich in die Höhlung des breiten Gefäßes darunter sprudelte.

Auf der Mündung dieses zuletzt beschriebenen Gefäßes stieg ein kostbarer Hügel auf, wunderbar angehäuft und geformt aus unzähligen runden kostbaren Felssteinen, die sich ungleichmäßig aneinander schlossen, als hätte die Natur sie wachsen lassen, was einen runden, zusammengesetzten Hügel bildete, der schön in verschiedenen Arten und Farben von proportionaler Größe glitzerte.

Und oben auf der Spitze dieses kleinen Hügels wuchs ein feiner Granatapfelbaum, der Körper, die Zweige und die Frucht alle aus Gold gemacht, die Blätter aus grünem Smaragd. Die Früchte von ihrer natürlichen Größe waren hier und da passend platziert, ihre Seiten aufgeschnitten, und anstelle von Kernen waren sie voll von vollkommensten Rubinen, so groß wie die Kerne.

Danach, da es dem ingeniösen Kunstfertigen an keiner Erfindung fehlte, trennte er die Körner anstelle des Häutchens mit Silberfolie.

Und zudem verdoppelte er in anderen Äpfeln, die geöffnet, aber nicht reif waren, die Dicke der Folie, wodurch die Kerne von einer orientalischen Farbe wurden; ebenso machte er die Blumen aus vollkommener Koralle, in den Kelchen voll von goldenen Bienen.

Außerdem kam aus der Spitze des hohlen Stiels, wie aus einer Pfeife, ein sich drehender Stiel heraus, dessen unterster Teil in einem Kopf ruhte, der vom mittleren Stamm oder Rohr direkt über der Achse geformt war.

Dieser Stiel oder Säulchen, das fest verankert war, trug ein Gefäß aus Topas von altertümlicher Form, dessen Schale am Boden breit war und bei der Öffnung mit Rippen hervorstand, selten verziert mit einer Gesimsleiste und mit einer anderen unterlegt.

In dieser Schließung und Verbindung in vier gleichen Teilungen befanden sich vier geflügelte Köpfe eines kleinen Kindes mit vier Pfeifen in ihren Mündern.

Der Rest stieg so weit auf, wie die untere Größe des Gefäßes war, und war an der Öffnung mit einem umgekehrten Blattwerk verschlossen. Darauf war ein weiteres Gefäß platziert, gleichsam ein kreisförmiger Deckel von einer höchst kuriosen Blattarbeit, mit einer kleinen Gesimsleiste und einer künstlichen Öffnung.

Vom Boden desselben begann ein blühender Schwanz eines Delphins, der an der Anmut des Gefäßes befestigt und verlötet war und mit seinem Kopf, der mit Blättern gefiedert war, zum kreisenden Rand des Gefäßes hinabstieg, wo die Köpfe der Knaben befestigt waren. Und mit einer mäßigen Wölbung um den Kopf und einer Verengung zum Schwanz hin passten sie sich in schöner Weise den Ohren an. Und all das sich neigende Teil mit einer exquisiten Politur gab ein ausdrucksvolles Zeugnis von höchst kuriosen Linien.

Das obere Gefäß war so vollkommen gearbeitet, dass, wenn das Rad bewegt wurde, der Stiel mit dem Gefäß darauf sich drehte und Wasser durch den Baum goss, und wenn das Rad stillstand, hörte jenes Drehen auf.

Die Räder waren zur Hälfte mit zwei Flügeln bedeckt, deren Spitzen sich in die eine und andere Richtung drehten, verziert mit einer Ziselierung von Meerjungfrauen oder Scyllen.

Dieses vortreffliche Werkstück, das so vor jedem lief und unsere Hände und Füße mit einer unglaublichen Süße benetzte, wie ich sie nie zuvor gefühlt hatte, trockneten wir unsere Hände, und es wurde weggetragen.

Und nachdem wir so mit diesem seltenen und majestätischen Wasser besprengt worden waren, präsentierten die Wartenden mit großer Ehrfurcht zuerst der Königin einen großen Becher aus Gold, und ihre Hoheit grüßte uns leutselig und trank Nektar, und danach trank jeder von uns nacheinander, unter gegenseitigen, feierlichen Ehrenbezeugungen, einen höchst angenehmen Abschiedstrunk als Abschluss all der kostbaren Köstlichkeiten, die wir gekostet und verzehrt hatten.

Zuletzt, nachdem die wohlriechenden Blumen sorgfältig entfernt und alles, was benutzt worden war, von dort weggetragen worden war, blieb der Boden rein und glänzend wie ein klarster Stahlspiegel, als ob er mit den kostbaren Juwelen ringsum wetteiferte.

Und nachdem jeder an seinem bestimmten Platz saß, befahl die hohe und mächtige Fürstin, dass eine Gesellschaft hereinkäme und sich auf die Jaspis-Schachbretter stelle, wie sie noch nie zuvor von irgendeinem sterblichen Geschöpf gesehen oder erdacht worden waren.

Poliphilus folgt, um außer diesem großen Bankett von einem höchst vortrefflichen Tanz oder Spiel zu berichten, und wie die Königin ihn zwei ihrer Nymphen anvertraute, die ihn führten und zu dem Anblick vieler wundervoller Dinge leiteten, und während sie sprachen, zeigten sie ihm die Geheimnisse solcher Dinge, an denen er zweifelte. Schließlich, wie sie zu den drei Toren kamen, in deren mittlerem er inmitten der amorösen Nymphen verblieb.

Nachdem ich einiges von der überaus großen und unvergleichlichen Herrlichkeit, dem Triumph, dem unbekannten Schatz, den reichlichen Freuden, dem feierlichen Bankett und dem ehrenhaftesten und prächtigsten Trinken dieser höchst glücklichen und reichen Königin gesprochen habe, möge sich die neugierige Gesellschaft nicht darüber wundern, wenn ich ihre höchste Würde nicht deutlich und vollkommen ausgedrückt habe, denn jeder reife, scharfe und bereite Verstand, der mit einer freimütigen, eloquenten und reichlichen Zunge geschmückt ist, ist nicht in der Lage, den kleinsten Teil seiner Pflicht zu erfüllen.

Und noch weniger ich, der ich in jedem geheimen Winkel meines brennenden Herzens unaufhörlich einen unaufhörlichen Streit erleide, ungeachtet der Abwesenheit von Polia, meiner Gebieterin, der Eigentümerin all meiner Fähigkeiten und der Gefängniswärterin meiner Vollkommenheiten.

Außerdem haben mich die vielen Wunder an Exzellenz und unerhörter Vielfalt, so unkünstlich, selten und seltsam, unschätzbar und nicht menschlich, so bedrückt, beladen und meine Sinne niedergedrückt durch die gierige und übermäßige Betrachtung und das Schauen ihrer variablen Vielfalt, dass ich sie von Punkt zu Punkt nicht im Geringsten beschreiben kann, und noch weniger wert bin, sie zu veröffentlichen.

Alles und das Meiste, was ich tun kann, ist, an die reiche Kleidung, die exquisite Vorsorge, die kuriosen Ankleidungen, die vollkommenen, ehrgeizigen und verwundenden Schönheiten ohne Unvollkommenheiten, ihr tiefes Urteilsvermögen, ihre aemilianische Beredsamkeit und Güte, mehr als fürstlich, die bemerkenswerte Anordnung und Ordnung der Architektur, die dauerhafte Symmetrie und Proportion des Gebäudes, vollkommen und absolut, den Adel der Kunst der Maurerei und Lapidarie, die Richtungen und Platzierung der Säulen, die Vollkommenheit der Statuen und Darstellungen, den Schmuck der Wände, die Vielfalt der Steine, den stattlichen Eingang und die fürstliche Vorhalle, die große Galerie, die künstlichen Bodenbeläge zu denken, kein Mensch wird sich vorstellen können, mit welch Kosten und Aufwand verschönert und mit kostbarem Arras und Verdure behangen. Der geräumige und hohe Innenhof, gute Schlafgemächer, innere Rückzugszimmer, Salons, Bäder, Bibliothek und Pinakothek, wo Wappen, Schilde, gemalte Tafeln und Konterfeis von Fremden aufbewahrt und mit majestätischer Anmut und Ordnung platziert und feierlich verteilt wurden.

In dieser auffassenden Kapazität, der wunderbaren Ausführung, den unglaublichen Kosten und der hohen Anerkennung des vortrefflichsten Kunstfertigen, der in jeder Unterteilung und eleganten Konvention exquisiter Linien würdig anerkannt wurde, betrachtete ich auch eine wunderbare gedrehte Verflechtung oder Bedeckung von Goldschmiedearbeit über einem viereckigen ebenen Hof, der ohne Vergleich wie ein Himmel emporwuchs, mit einer angeordneten Distanz vieler sortierter Proportionen, mit verschiedenen gelibellierten Dimensionen, die den Hof mit einer gewölbten Eminenz beschatteten, die darunter mit gekrönten Linien und Gravuren verziert war, die dazu passend waren, wie Fascien, Wülste und Ovalleisten und die Blätter von Akanthus, die gleichsam in den Ecken des viereckigen Hofes leckten. Mit Rosen und der wachsenden Ordnung ihrer Blätter, das oberste Blatt am kleinsten, ihre Zacken um die Blätter und der Raum zwischen Blatt und Blatt. Alles mit reinem feinem Gold und azurblauer Farbe bedeckt, mit verschiedenen anderen Proportionen und Konterfeis von Substanz, gleich ihrer Handwerkskunst. Die Dacheindeckung von Salances, König von Kolchis, mag sich damit nicht vergleichen.

Dann die entzückende Fruchtbarkeit der Hecken, Obstgärten, bewässerten Gärten, springenden Brunnen, strömenden Bäche in Marmorkanälen, enthalten, geformt und gehalten mit einer unglaublichen Kunst, grüne Kräuter, immer frisch und blühend, eine süße Luft, warme und Frühlingswinde, mit einem verwirrten Zauber singender und zwitschernder Vögel, eine reine, schöne und helle Luft, und immer noch andauernd gemäßigt und gesund, ein Land frei von Gefahr und sauber, keine schroffen oder felsigen Stellen, die von scharfen Winden zerkniffen und versengt sind, noch von einer untemperierten heißen Sonne verbrannt, sondern unter einer süßen und angenehmen Temperatur, in einer gemäßigten Mitte sich freuend, zwischen zwei Extremen, die Felder fruchtbar und ohne Pflügen und Düngen, alle Waren liebend, warme Hügel, grüne Wälder und süße kühle Schatten.

Auch die unschätzbare Einrichtung, der begleitende Haushalt und die große Anzahl, ihr exzellenter Dienst, die Vielfalt der Jugend, und alle im besten Alter. Die entzückende Anwesenheit der Nymphen, sowohl draußen in der Gegenwart und den Gemächern wartend, ihre niedere Art, ihr ehrenhaftes und anmutiges Gebaren, ihre Vielfalt an Kleidung, Aufmachung und Ankleiden, besetzt mit Perlen und Steinen, in einer erlaubten, angenehmen und lieblichen Art, wie es sich jeder vorstellen oder ausdrücken kann. Mit diesen unendlichen Reichtümern, höchsten Freuden und unermesslichem Schatz konnte sich weder Darius, Krösus noch irgendein anderer menschlicher Staat in irgendeiner Weise vergleichen.

Und so, um zu schließen, besiegt von deren Herrlichkeit, weiß ich nicht, was ich mehr sagen soll, als dass ich erstaunt dastand und gleichsam ohne Sinne, und doch in großem Vergnügen und ohne Müdigkeit, diese gegenwärtigen Objekte betrachtete und mit mir selbst darüber nachdachte, welches Schicksal und welche Bestimmung mich an einen solchen Ort führen und leiten sollte.

Aber nachdem ich mich später in einer solchen Anhäufung von Herrlichkeit, angenehmem Sitz, glücklichem Land, großer Zufriedenheit und triumphierender Gesellschaft befand, wie sie Clodius, der Schauspieler in Tragödien, niemals gesehen hatte. Ich war nur mäßig bekehrt, ungeachtet des Versprechens der Königin, mein amorphes Verlangen zu begünstigen, und rechnete alles nur als Augenfreuden, die ich bis dahin gesehen und die mir präsentiert worden waren, wobei ich immer noch ein größeres Glück begehrte.

Aus welchem Grund, und für die größere Herausstellung der Exzesse und der überbordenden Exzellenz, jenseits all der übrigen ihrer königlichen Pracht, befahl sie, während jeder nach dem wundersamen, wundervollen und prächtigen Bankett seinen Platz einnahm, ohne jede Verzögerung ein Spiel durch Personen, das nicht nur des Betrachtens wert war, sondern von ewiger Erinnerung, was ein Schachspiel war, in dieser Weise, wie es folgt.

Durch den Eingang des Vorhangs kamen zweiunddreißig Nymphen herein, wovon sechzehn in Stoff aus Gold gekleidet waren (acht uniform ohne Unterschied der Grade), danach war eine dieser sechzehn in fürstlichen Gewändern wie ein König gekleidet, und die andere wie eine Königin, mit zwei Turmwächtern oder Türmen, wie wir sie nennen, zwei Ratsherren oder Sekretären, wir nennen sie Bischöfe, und zwei Rittern. Auf gleiche Weise waren acht andere in Stoff aus Silber, unter der gleichen Herrschaft und Magistratur wie zuvor erwähnt.

Jede von diesen nahm gemäß ihrer Pflichten ihre Plätze auf den Quadraten des Pflasters ein, das heißt sechzehn in Gold auf der einen Seite in zwei Reihen und sechzehn in Silber auf der entgegengesetzten Seite.

Die Musik begann auf einmal mit einer seltenen Erfindung, einen Angriff in einem angenehmen Einklang zu blasen, wobei sie gemeinsam eine süße und donnernde Melodie teilten, die eine göttliche Raserei in sich trug.

Zu dem gemessenen Klang und Takt der Musik auf ihren Quadraten, so wie es dem König gefiel zu befehlen, sprangen die Bauern, sich mit einer anständigen Drehung wendend und den König und die Königin ehrend, auf ein anderes Quadrat vor ihnen.

Der König der weißen Männer, während seine Musik erklang, befahl derjenigen, die vor der Königin stand, vorzurücken, und dieselbe marschierte mit gleichem ehrfürchtigen Gebaren zu ihrem Kontinent voran und blieb stehen. Und gemäß der Mensuration der musikalischen Zeit in dieser Ordnung wechselten sie so ihre Plätze oder fuhren auf den Quadraten tanzend fort, bis sie entweder geschlagen oder vom König vorwärts befohlen wurden.

Wenn die Musik stets den gleichen Takt hielt, verwendeten jene acht uniformen Bauern die Zeit darauf, vorwärts auf ein anderes Quadrat zu marschieren, niemals zurückkehrend, bis sie würdig, ohne Berührung oder Erschütterung des Mutes, auf die Linie jenes Quadrats gesprungen waren, wo die Residenz der Königin war, indem sie geradeaus weitergingen, es sei denn, sie nahm einen Gefangenen durch eine diagonale Linie.

Der Bischof ging in einer diagonalen Linie und behielt dabei stets das farbige Quadrat bei, auf dem er zuerst stand.

Der Ritter nimmt über zwei Quadrate vor ihm das nächste auf beiden Händen und von einer entgegengesetzten Farbe zu der, auf der er unmittelbar zuvor stand.

Die Turmwächter oder Rooks konnten auf Befehl viele Quadrate geradeaus passieren, wie es ihnen beliebte, so dass sie ein, zwei, drei, vier oder fünf Quadrate gehen konnten, wobei sie ein Maß hielten und in ihrem Marsch nicht innehielten.

Der König konnte auf jedes Quadrat gehen, wenn keines darauf war, oder rückwärts, und jeden anderen veranlassen, für ihn beiseite zu treten und ihm Platz zu machen.

Die Königin konnte jeden Weg gehen, aber am besten ist es, wenn sie nahe bei ihrem Gemahl auf jeder Seite ist.

Und wann immer die Offiziere eines der Könige eine ohne Schutz oder Hilfe finden, nehmen sie sie gefangen, und beide einander küssend, geht diejenige, die besiegt und gefangen ist, hinaus und stellt sich zur Seite.

So fuhren sie fort zu spielen und zu tanzen, gemäß dem Takt der Musik, mit großem Vergnügen, Trost und Applaus, bis der König der silbernen Nymphen Sieger und Eroberer war.

Dieser feierliche Sport, was mit Widerstand, Zurückweichen und gegenseitigem Beistand, mit solch gemessener Zirkulation, Ehrfurcht, Pause und bescheidener Zurückhaltung, dauerte den Zeitraum einer Stunde, woran ich solches Vergnügen und Entzücken fand, dass ich mir einbilde (und nicht zu Unrecht), dass ich plötzlich von der Lust an den Spielen des Olymp zu einer neuen Glückseligkeit entrückt wurde.

Nachdem dieses erste Spiel beendet und der Sieg errungen war, kehrten alle an ihre gewohnten Plätze zurück, und auf die gleiche Weise wie beim ersten Mal, so auch das zweite Mal, jede auf ihren bestimmten Quadraten, wobei die Musik ihr Maß änderte, so dass sich die Bewegungen und Gesten der Spieler veränderten.

Und den Takt der Musik in einer angemessenen Ordnung und mit gebilligter Geste und Kunst beobachtend, dass es nicht nötig war, etwas zu befehlen oder zu sagen.

Aber die geschickten und erfahrenen Nymphen hingen mit ihren vollen Flechten, die über ihre zarten Schultern ergossen waren, wallend, und bei ihrer Vorwärtsbewegung strömten sie in die Länge, wobei sie ein wenig ihre Rücken zeigten und um ihre Häupter Girlanden und Kronen aus Veilchen trugen. Und wenn eine gefangen wurde, hoben sie ihre Arme und klatschten in die Hände. So spielend und auf und ab eilend, blieb der Erste weiterhin Sieger.

Im letzten Spiel und Tanz, als sie alle an ihre verteilten Plätze zurückgekehrt waren, ertönte die Musik wieder in einem phrygischen Takt in einer so vollkommenen und provozierenden Raserei, wie sie Marcias von Phrygien jemals erfand.

Der König in Gewändern aus Gold veranlasste die junge Damosell, die vor der Königin stand, zum dritten Quadrat vorzumarschieren, direkt im ersten Zug, woraufhin sich unmittelbar eine Schlacht und ein Turnier zeigte, mit so schnellen und plötzlichen Kräften, die sich zum Boden beugten, als lägen sie dicht auf ihrer Hut, und sogleich darauf mit einer Drehung zweimal über dem Boden in die Höhe sprangen, eine genau gegenüber der anderen, und bei ihrem Herunterkommen zugleich mit einer Drehung auf der Zehe dreimal um sich selbst.

All diese Aktion vollführten sie zu einer Zeit, mit solchem Anmut und solcher Agilität, dass nichts besser sein könnte, mit ihren tiefen Verneigungen, hohen Kapriolen und Drehungen, ohne Affektiertheit der Anstrengung, wie es scheinen sollte mit Leichtigkeit und sorgloser Bequemlichkeit nach Belieben und süßen Gebärden, wie man es sich in einer solchen Sache vorstellen kann und andernorts nicht zu sehen ist. Niemals störte eine die andere, sondern wer gefangen genommen wurde, küsste sogleich ihren Eroberer und räumte den Platz. Und je geringer die Anzahl war, desto größer war das Vergnügen, die Taktiken beider Seiten zu durchschauen, einander zu überwinden.

Und eine solche Ordnung und Bewegung wurde von jeder in lobenswerter Art ohne Fehler angewandt, wie es das Maß und der Takt der Musik vorgaben, was selbst die Zuschauer dazu anregte, eine Regung in ihren Sehnen und Gemütern zu haben, das Gleiche zu tun, so groß war der Einklang und die Übereinstimmung zwischen der Natur und der Musik, besonders wenn man die Ausführung derselben in den Handlungen der anderen sah.

Bei dieser Gelegenheit wurde ich bewegt, mich an die Macht des Timotheus zu erinnern, des geschicktesten Musikers, der mit seiner Stimme und seinem Takt auf seinem Instrument den großen Makedonier Alexander dazu provozieren konnte, gewaltsam zu den Waffen zu greifen, und sogleich seine Stimme und seinen Ton ändernd, selbiges zu vergessen und zufrieden dazusitzen. In diesem dritten Spiel triumphierten diejenigen, die in Gold gekleidet waren, im Sieg.

So ehrenvoll mit übermäßigem Vergnügen und großem Trost, nachdem dieses prächtige Fest beendet war, bereiteten sich alle darauf vor, sich niederzusetzen. Und ich erhob mich, machte eine Verbeugung vor dem königlichen Sitz ihrer heiligen Majestät, kniete auf mein Knie nieder, und sie sprach folgendermaßen zu mir.

Poliphilus, vergiss nun und tilge aus deinem Gedächtnis alle vergangenen Sorgen, auftretenden Mühsale, nachdenklichen Vorstellungen und überstandenen Gefahren, denn ich bin gewiss deiner baldigen vollen Zufriedenheit deines Verlangens.

Und da dein Entschluss ist, standhaft in den amorösen Flammen und der Liebe zu Polia zu verharren, halte ich es für angemessen, dass du dich zu deren Wiedergewinnung zu den drei Porten begibst, welche die Aufenthaltsorte der hohen und mächtigen Königin Telosia sind, an welchem Ort du an jedem dieser Porten und Tore ihren Titel und Namen eingeschrieben sehen wirst. Lies es fleißig, aber zu deiner besseren Führung und Sicherheit wirst du zwei meiner Mägde bei dir haben, die den Weg dorthin sehr wohl kennen, und deshalb gehe getrost mit einem glücklichen Erfolg voran.

Und daraufhin zog sie mit fürstlicher Freigebigkeit von ihrem Finger einen goldenen Ring, in dem ein Anchit gefasst war, und übergab ihn mir, um ihrer Freigebigkeit zu gedenken.

Bei diesem Rat und diesem kostbaren Geschenk wurde ich amphasisch, nicht wissend, was ich sagen oder tun sollte, als Erwiderung oder um Dank zu sagen. Was ihre Hoheit wahrnehmend, mütterlich und mit einer natürlichen Promptheit in einer majestätischen Gravität, wandte ihr Antlitz zwei edlen und schönen Nymphen zu, die nahe bei ihrem königlichen und imperialen Thron warteten, und sprach folgendermaßen zu einer von ihnen auf ihrer rechten Seite.

Logistica, du wirst eine sein, die unseren Gast Poliphilus begleiten soll, und mit einer heiligen und ehrenvollen Anmut wandte sie sich zur linken Hand und sagte: Thelemia, du sollst auch mit ihm gehen. Und ihr beide zeigt und unterweist ihn, an welchem Tor er verweilen muss, und dann, Poliphilus, werden sie dich zu einer anderen mächtigen und majestätischen Königin bringen, die, wenn sie freigebig in der Unterhaltung zu dir sein wird, du glücklich bist, wenn im Gegenteil, dann missvergnügt.

Nichtsdestotrotz weiß niemand ihre Absicht aus ihrem Antlitz, weil sie sich manchmal voll von Gunst, Liebe und angenehmen Dispositionen zeigt. Ein anderes Mal ist sie bösartig, widerspenstig, verschmähend, mit unbeständigen, anfallenden Leidenschaften. Und sie ist es, die solche Ereignisse bestimmt, wie du sie suchst. Und wegen ihrer dunklen Bedingung wird sie mit Recht Thelosia genannt.

Ihr Aufenthalt ist nicht in einem solch stattlichen Palast, wie du mich darin wohnen siehst.

Deshalb möchte ich, dass du verstehst, dass der oberste Werkmeister in der Schöpfung der Natur nichts mit mir Vergleichbares gemacht hat, noch kann dir die Erde einen größeren Schatz zeigen, als in meine Gegenwart zu kommen und meine Freigebigkeit zu kosten, meine Gunst zu erlangen und an meiner Qualität teilzuhaben.

Und deshalb schätze es gemäß dem Wert, denn das, was du in mir findest, ist ein himmlisches Talent über alle irdischen Juwelen, denn ich habe seit seinem Fall meinen Aufenthalt nicht im Menschen gehabt.

Sie mögen sich etwas von mir einbilden, aber sie kennen mich nicht, noch übe ich irgendeine Herrschaft mit ihnen zum Wohl meiner selbst aus.

Nun, die Königin Telosia, sie wohnt an einem Ort von wolkiger Dunkelheit, ihr Haus wird geschlossen und verschlossen gehalten, denn sie will sich nicht dem Menschen zeigen, noch anatomisieren, entdecken und sich vor irgendjemandem so offenbaren, wie sie ist, und aus diesem Grund wird das Ereignis ihrer variablen Bestimmung geheim gehalten.

Aber auf eine wunderbare Art und Weise verwandelt sie sich rücksichtslos in verschiedene Moden, ohne sich zu manifestieren, obwohl es gewünscht wird.

Und wenn die alten Tore für dich geöffnet werden, wird in jedem geschrieben stehen, was dir widerfahren wird, aber du wirst es nicht wahrnehmen, es sei denn, dass dein Verstand und deine Weisheit in irgendeinem Teil rätselhaft und mit einem richtigen und aufrichtigen Urteil darauf schauen und schnell darüber nachdenken, weil sie sich zweideutig in Gewand und Antlitz verändert, und durch diese zweifelhafte Animatversion bleibt ein Mensch ohne Abhilfe von seiner Erwartung getäuscht.

Und deshalb, Poliphilus, das, wozu dich diese meine anvertrauten treuen und bestimmten Mägde durch Vorschlag überreden werden, und an welchem Tor du eintreten und verweilen solltest, eben welches von diesen beiden es dir am besten gefallen wird, zu Gehör zu nehmen, tue es: denn sie haben ein gewisses Verständnis von ihr.

Und nachdem sie so gesprochen hatte, machte sie ein Zeichen oder einen Wink mit ihrem Kopf zu den zwei Nymphen Logistica und Thelemia, die sogleich ohne Zögern ihrem Befehl gehorchten. Und ich, bereit zu sprechen, wusste weder, was ich sagen sollte, noch wagte ich es, einer so hohen Majestät und für solch große Freigebigkeiten ein Wort zu geben.

Die zwei bestimmten Begleiterinnen meiner Reise, sehr wohlwollend und mit einer vertrauten Bereitschaft und jungfräulichen Gebärden, ergriffen mich, eine bei der rechten Hand und die andere bei der linken, und ehrfürchtig die Erlaubnis der Königin einholend und sich von den anderen verabschiedend, gingen sie denselben Weg hinaus, den ich hereingekommen war.

Und ich, begierig und nicht gesättigt, wandte mich um in Richtung der auffälligen Vorhalle, um den kunstvollen Palast fleißig zu betrachten, wunderbar und vollkommen in der Kunst des Bauens.

Dessen Subtilität kein menschliches Nachdenken nachzuahmen vermag.

Und deshalb dachte ich, dass die Natur das zu einem Wunder all ihrer Werke gemacht hätte für Bequemlichkeit, Gebrauch, Anmut, Schönheit, Luft und dauerhafte Haltbarkeit.

Aus welchem Grund ich übermäßig begierig war, zu bleiben und es anzusehen, aber meine Führerinnen und Begleiterinnen wollten es mir nicht gestatten, und doch bemerkte ich durch den Diebstahl meines Auges im Zophor über dem Tor diese Inschrift: +HO TE:S PHUSEO:S OLBOS+.

Und so viel ich mit meinen schnellen Sinnen tragen konnte, nahm ich es beim Hinausgehen mit so großem Vergnügen und Entzücken auf, wie es möglich ist auszudrücken. O glücklich wäre derjenige, der nur ein Knecht oder Küchensklave in einem solchen Paradies sein könnte.

Nun, da ich in den unteren Hof gekommen war, der mit Orangenbäumen umgeben und besetzt war, sagte Thelemia mit großer Höflichkeit Folgendes zu mir: Neben und über all den wunderbaren und erstaunlichen Dingen, die du bereits gesehen und betrachtet hast, sind noch vier übrig, die du sehen wirst.

Und auf der linken Seite des unvergleichlichen Palastes brachten sie mich in einen schönen Obstgarten von erdenklichem Aufwand, Zeit und Subtilität der Handwerkskunst, dessen Inhalt und Umfang so groß war wie das Grundstück des Palastes, worin der Aufenthalt und die Bleibe der Königin war.

Rundherum dicht bei den Mauern des Obstgartens waren bequeme Gartenkübel aufgestellt, in denen anstelle von wachsenden Pflanzen jede aus reinem Glas war, was eines Menschen Vorstellung oder Glauben überstieg, mit Buchsbaum, dessen Wurzeln und Stängel aus Gold waren, woraus das andere hervorging.

Zwischen einem und dem anderen war ein Zypressenbaum platziert, nicht über zwei Schritte hoch, und der Buchsbaum einen Schritt voll mit mannigfaltigen wunderbaren Einfachen, mit einer höchst ausgezeichneten Nachahmung der Natur und angenehmer Vielfalt in den Moden der Blumen in verschiedenen Farben, sehr erfreulich.

Das flache Lippenband, das den Quadrant-Obstgarten umgab und aus den Mauern als Sitz für diese vorgenannten Gartenkübel und Bäume hervorkam, war mit Gold durch ausgezeichnete Linienführungen unterkrönt, bearbeitet und geschmückt. Die obere Fläche davon, worauf jene Kübel und Bäume standen, war mit einem Pflaster aus vergoldetem Glas bedeckt, und eine merkwürdige Historiographie war darin zu sehen, und sie war mit einer Verdrahtung und einem Netz aus Gold umgeben und gehalten.

Die Mauer, die den Obstgarten in angemessenem Abstand umgab, war mit Säulen aus demselben Material ausgebaucht und mit blühenden Bindungen von natürlicher Proportion bekleidet, und hier und da waren vierkantige Säulen aus Gold abgekantet, die sich von einer zur anderen wölbten, mit einem notwendigen Balken, Zophor und Gesims, mit einer angemessenen und bequemen Projektion über dem Kapitel aus Glas auf der Rundung.

Die Substanz dieser Subjektprojektion der spröden Materie war aus nachgeahmtem Diasper, verschieden gefärbt und glänzend. Welche spröde Substanz hatte einen gewissen leeren Raum zwischen ihr und der anderen.

Die Mündungen der Bögen waren mit Rhomben aus klarem Glas in Form eines Dreiecks verschlossen, und die Pfeifen waren überall mit einer Enkaustik-Malerei verschönert, sehr anmutig für den Blick des Betrachters.

Der Boden war hier und da mit großen runden Kugeln aus glasartigen Kanonenkugeln und anderen feinen Proportionen bedeckt, die sehr gefielen, mit einer gegenseitigen Zustimmung unbeweglich wie Perlen glänzend ohne irgendeine Verfälschung durch Folierung. Aus den Blumen atmete ein süßer Duft durch ein klares Waschen mit Öl für diesen Zweck.

Dort hielt Logistica höchst kunstvoll wie ein Redner einen Diskurs in physikalischer Anerkennung jener ausgezeichneten Konfektion von der Vornehmheit der Substanz, der Geheimhaltung der Kunst und der Fremdartigkeit der Erfindung. Das Gleiche ist nirgendwo zu finden.

Und danach sagte sie: Poliphilus, lass uns gehen und diesen Berg neben dem Garten besteigen, und Thelemia blieb am Fuß der Treppe, wir stiegen auf die flache Spitze. Wo sie mir mit einer himmlischen Beredsamkeit einen Garten von großem Umfang zeigte, der in der Form eines komplizierten Labyrinths mit Alleen und Wegen angelegt war, die nicht zu betreten, sondern zu befahren waren, denn anstelle von Alleen zum Betreten gab es Wasserflüsse.

Dieser mystische Ort war von sehr kräftigem Boden und fruchtbar, gefüllt mit allen Arten von Früchten, verschönert mit schönen Quellen und grünen Kräutern und Blumen, voll von allem Trost und Entzücken. Worauf sie Folgendes sprach.

Ich bilde mir ein (Poliphilus), dass du den konditionierten Zustand dieses wunderbaren Werkes nicht verstehst, und deshalb schenke meinen Worten Beachtung.

Wer auch immer hineingeht, kann nicht zurückkehren, aber wie du dort die Berge siehst, hier und da verteilt, sieben Kreise und die Umläufe, die voneinander entfernt sind.

Und die äußerste Belästigung und der Kummer der Eintretenden ist diese: Im mittleren Berg innerhalb des Zentrums desselben und der offenen Mündung desselben lauert unsichtbar ein tödlicher, verschlingender alter Drache, er ist für einige der totale Untergang, und andere werden nicht durch ihn zu Tode verletzt. Er kann weder gesehen noch gemieden werden, noch lässt er irgendeinen unangegriffen, sondern entweder beim Eintritt oder auf ihrer Reise zerstört oder verwundet er sie. Und wenn er sie nicht zwischen einem Berg und dem anderen tötet, passieren sie die sieben Kreise zum nächsten Berg.

Und diejenigen, die durch den ersten Turm oder Berg eintreten (worauf dieser Titel eingeschrieben ist: +DOXA KOSMIKE:O:S POMPHOLYS+.) Sie segeln in einem kleinen Schiff mit einem günstigen Wind und sicher nach Belieben: die Früchte und Blumen fallen auf ihre Luken, und mit großem Trost und Vergnügen schneiden sie durch die sieben Revolutionen mit einem fröhlichen Wind, bis der zweite Berg entdeckt und erreicht wird. Und merke und siehe (Poliphilus), wie klar und hell die Luft am Eingang ist, gegenüber dem, was sie im Zentrum ist, um welches herum dichte Dunkelheit ist.

Im ersten Berg oder Turm ist immer eine mitleidige und freigebige Matrone ansässig, vor der ein altes bestimmtes Gefäß namens Vrna in Bereitschaft steht, das sieben griechische Buchstaben wie diesen darauf hat: +THESPION+, gefüllt mit bestimmtem Honig, und jedem, der eintritt, gibt sie sehr höflich und mit gutem Willen einen davon, ohne Rücksicht auf Stand und Bedingung, sondern gemäß ihrem Eintritt.

Nachdem diese empfangen wurden, kamen sie heraus und begannen im Labyrinth zu segeln, wobei das Wasser auf beiden Seiten von Rosen, Bäumen und Früchten umgeben war.

Und nachdem sie die ersten sieben Revolutionen des Widders gesegelt waren und zum zweiten Berg gekommen waren, trafen sie dort auf unzählige Truppen junger Frauen von verschiedenen Bedingungen, die von jedem den Anblick ihres Honigs verlangten, der, nachdem er ihnen gezeigt wurde, sogleich die Eigenschaft des Honigs und dessen Güte erkannten, und ihn als ihren Gast umarmten, luden sie ihn ein, mit ihnen die nächsten sieben Revolutionen zu passieren, und mit verschiedenen Übungen gemäß ihrer geneigten Bereitschaft begleiten sie sie zum dritten Berg.

An diesem Ort wird sie ihn, wer mit seiner Begleiterin vorwärts gehen will, niemals verlassen oder im Stich lassen: denn es gibt weitaus angenehmere wollüstige Frauen. Und viele lehnen die erste ab und treffen ihre Wahl unter ihnen.

Beim Ablegen vom zweiten Berg, um zum dritten zu kommen, finden sie die Strömung des Wassers etwas gegen sich und brauchen Ruder, aber nachdem sie vom dritten Berg abgefallen sind und ihren Kurs in Richtung des vierten nehmen, finden sie die Gezeiten und den Strom stärker gegen sich, und in diesen sieben schrägen Kursen ist ihr Vergnügen variabel und unbeständig.

Beim vierten Berg angekommen, finden sie andere junge Frauen, die kämpfen und streiten, und jene, die ihre Honigtöpfe untersuchen, locken sie zu ihrer Übung, aber diejenigen, die sich weigern, ihre ersten Begleiterinnen zu verlassen, lassen sie zusammen passieren, und in diesem Kreis ist das Wasser noch gegensätzlicher und mühsamer, wo es viel Studium und Arbeit bedarf, um weiterzukommen.

Und beim fünften Berg angekommen, finden sie ihn spekulativ, wie einen Spiegel, worin sie ihre Darstellungen sehen, und daran finden sie großes Entzücken, und mit einem glühenden Verlangen setzen sie ihren mühsamen Kurs fort. In jenem Berg sehen sie diesen Satz und goldenen Spruch manifestiert: Medium tenuere beati: nicht linienhaft, noch örtlich, sondern zeitlich, wobei er durch eine aufrichtige und vollkommene Untersuchung jene Mitte erkennt, mit der er seine Glückseligkeit, Weisheit und Reichtümer verbunden hat: was, wenn nicht gut, er im Rest seines Kurses umso mehr ermattet.

Und von dort abfallend, beginnen die Gewässer aufgrund der gebrochenen Kreise sehr stark in Richtung des Zentrums zu gleiten, so dass sie mit wenig oder gar keinem Rudern zum sechsten Berg gebracht werden. Und dort finden sie elegante Frauen mit einem Anschein von himmlischer Bescheidenheit und göttlicher Verehrung, mit deren liebenswürdigen Aspekten und Antlitzen die Reisenden in ihrer Liebe gefangen werden und ihre früheren mit Abscheu und hasserfüllter Verabscheuung verurteilen. Und mit diesen werden sie bekannt und passieren die sieben Revolutionen.

Nachdem diese mit einer dunklen und nebligen, engen Luft, mit vielen Verlusten und einer schmerzlichen Reise herübergekommen sind, beginnen sie sich zu erinnern, was sie passiert und verloren haben: denn je mehr sich der Umfang der Revolution der Entdeckung der Figur des Zentrums nähert, desto schneller werden sie überquert, immer kürzer und kürzer, und desto schneller ist der Lauf des Stroms in den verschlingenden Schlund des Zentrums.

Und dann, mit äußerster Betrübnis und bitterer Qual der Erinnerung an den Missbrauch ihrer Vergnügungen und die Gefährten, die sie verlassen haben, und an die süßen Orte, was ihre Sorgen nur umso mehr vergrößert, da sie nicht umkehren oder mit ihrem Schiff zurückkehren können, folgt ihnen eine solche Schar unaufhörlich am Heck mit ihren Backdecks. Und am meisten entmutigt sie der schwere Urteilsspruch über dem mittleren Zentrum, Theonlykos Dys Algetos.

Und dort, den unerfreulichen Titel betrachtend, verfluchen sie die Zeit ihres Eintritts in das Labyrinth, welches so viele verschiedene Wonnen in sich birgt, während ihr Ende einer solch elenden und unvermeidlichen Notwendigkeit unterworfen ist.

Und dann sagte sie lächelnd: Poliphilus, über dem verschlingenden Schlund dieses Zentrums sitzt ein strenger Richter, der die Handlungen eines jeden abwägt und dem hilft, dem er helfen will. Und da es mühsam wäre, dir alles zu erzählen, soll dies hier genügen. Lass uns hinabgehen zu unserer Gefährtin Thelemia, die, als sie fragte, warum sie so lange oben blieben, von Logistica die Antwort erhielt: Es genügt unserem Poliphilus nicht, nur zu schauen, sondern er möchte durch mich auch das Geheimnis jener Dinge verstehen, die er nicht selbst ergründen konnte, worin ich ihn zufriedengestellt habe. Und als sie geendet hatte, sagte Thelemia.

Lass uns ein wenig zu einem anderen Garten gehen, nicht weniger angenehm, der an den Glasgarten angrenzt, auf der rechten Seite des Pallas: Und als wir dorthin gekommen waren, war ich vor übermäßigem Staunen benommen, die Kuriosität des Werkes zu sehen; ebenso schwer zu berichten wie unglaublich zu glauben: äquivalent mit jenem aus Glas, mit gleicher Anordnung der Bänke oder Sitze; deren Ränder mit Bekrönungen und goldenem Grundwerk verziert waren, und solche Bäume, nur dass die Buchsbäume und Zypressen ganz aus Seide waren, ausgenommen die Stämme und größeren Äste oder die Festigkeit der Zweige: der Rest, wie die Blätter, Blumen und die äußerste Rinde, war aus feiner Seide, wobei es nicht an einer Fülle von Perlen fehlte, um das Ganze zu verschönern: und die vollkommen feine Farbe, duftend wie die vorgenannten Glasblumen und ebenso, nur dass sie ringsum die Mauern, von wunderbarer und unglaublicher Üppigkeit, alle mit einer Kruste aus Perlen bedeckt waren, dicht aneinandergefügt und gesetzt: und gegen den oberen Teil spross grüner Efeu hervor, dessen Blätter sich aus den Perlen verdichteten und buschig hervorquollen, mit den Ranken und Adern aus Gold, die an verschiedenen Stellen zwischen den Perlen in einer höchst seltenen und kuriosen Art verliefen, als ob es wahrhaft wachsender Efeu wäre, mit Beeren aus Edelsteinen, die in kleinen Büscheln an den Stielen saßen: und in den Büschen waren Ringeltauben aus Seide, als ob sie von den Beeren äßen, entlang der Seiten der quadratisch angelegten Gartenmauern: über denen sich in meisterhafter und erforderlicher Ordnung der Balken und der Zophorus aus Gold erstreckten.

Die glatte Fläche der Sitze, worauf die Buchsbäume standen, war bedeckt mit Geschichten der Liebe und Venerie, in einer Arbeit aus Seide und Fäden von Gold und Silber, in einer solch vollkommen proportionierten Einbildung und Nachahmung, wie sie niemand übertreffen kann. Der Boden des flachen Gartens war aus Blättern, Gras und Blumen aus Seide, wie eine schöne süße Wiese: inmitten derer ein großer und stattlicher runder Pavillon stand, aus goldenem Draht gefertigt und mit Rosen aus der gleichen Arbeit übersät, schöner für das Auge, als wenn es wachsende Rosen gewesen wären, unter welcher Decke und innerhalb dieses Pavillons an den Seiten Sitze aus rotem Jaspis waren, und das gesamte runde Pflaster aus gelbem Jaspis, der Größe des Platzes entsprechend, mit verschiedenfarbigen Sprenkelungen, die sich verwirrt in angenehmer, verfälschter Einigkeit zusammenfügten, und so klar und glänzend, dass jedem Objekt sein eigenes Bild wiedergegeben wurde. Unter diesem Pavillon sitzend, nahm die schöne und angenehme Thelemia genussvoll ihre Laute, die sie bei sich trug, und mit einer himmlischen Melodie und unerhörter Süße begann sie den Lobpreis und die Freuden ihrer Königin zu singen. Und da ich sah, welch eine Anmut ihr die Gesellschaft ihrer Gefährtin Logistica verlieh, wunderte ich mich, warum Apollo nicht kam, um der von ihnen erzeugten Harmonie zu lauschen: Es war so melodisch, dass man für den Augenblick hätte meinen können, es gäbe keine größere Glückseligkeit. Und nachdem sie ihre göttlichen Gedichte beendet hatte, nahm mich Logistica bei der Hand und führte mich aus dem Pavillon, indem sie zu mir sagte.

Poliphilus, du sollst wissen, dass die Erfindung dieser Objekte angenehmer zu verstehen als zu betrachten ist, und deshalb lass uns hier eintreten, um in beidem zufriedengestellt zu werden.

Und von dort brachten sie und ihre Gefährtin mich aus diesem Garten in einen anderen, wo ich einen gewölbten Areostyl erblickte, vom Boden bis zum Scheitel gebogen, fünf Schritte in der Höhe und drei in der Breite, und so fortlaufend rund um den Umfang des Gartens, in einer ordentlichen und erforderlichen Proportionierung, ganz eingekleidet und bedeckt mit grünem Efeu, sodass kein Teil der Mauer zu sehen war. Und es gab hundert Bögen zur Umfassung dieses Gartens.

Bei jedem der Bögen befand sich ein Altar aus rotem Porphyr, kurios proportioniert mit exquisiten Linien; und auf jedem von ihnen war ein Bildnis aus Gold platziert, gleich einer Nymphe, von seltener und schöner Erscheinung, verschieden gekleidet und variierend in ihrer Tracht und Kopfbedeckung, wobei jede ihre Augen zum Zentrum des Gartens richtete.

In welchem mittleren zentrischen Ort ein Sockel gegründet war, aus einem klaren, kristallartigen Chalcedonstein, in kubischer Form: das heißt, in jeder Richtung gleich quadratisch. Und darauf war ein runder Stein gesetzt, aber flach auf beiden Seiten, zwei Fuß hoch und im Durchmesser anderthalb Schritte weit, aus reinstem rotem Jaspis. Auf welchem ein tiefschwarzer Stein stand, in dreiseitiger Form, und in der Breite dem Runden angepasst, und in der Höhe anderthalb Schritte. Die Ecken dieses Dreiecks trafen genau mit den Seiten und dem Rand des darunterliegenden Sockels oder runden Steins zusammen.

In den glatt polierten Fronten dieses Dreiecks war ein wunderschönes Bildnis von himmlischem Aspekt eingepasst, ernst und bescheiden, wobei ihre Füße den Stein nicht berührten, sondern von demselben direkt über dem unterdrückten und darunter gelegten runden Stein hervorstanden. Ihre Staturen waren so hoch, wie das Trigonale tragen konnte, an welchem sie mit ihren Rückenteilen fest hafteten. Ihre Arme waren ausgebreitet, sowohl der rechte als auch der linke zu den Ecken des Dreiecks, wo sie ein Füllhorn hielten, das zu den Ecken des Trigonalen gefüllt und befestigt war, wobei die Länge eines jeden dieser Füllhörner aus feinem Gold sieben Fuß betrug.

Und die Bildnisse, die Füllhörner und ihre Bänder, womit sie in der Mitte gebunden waren und festgehalten wurden, waren alle glänzend, und ihre Hände waren mit den verschiedenen Schnüren umwickelt, die um die glatte Fläche des schwarzen Steins flatterten.

Ihre Gewänder waren nymphenhaft, von seltenster und exzellentester Arbeit. Das Grabmal der Tarnia, der Königin der Skythen in Asien, war damit nicht zu vergleichen.

In der untersten kubischen Figur waren auf der glatten Fläche jedes Quadrats griechische Buchstaben eingraviert, drei, einer, zwei und drei auf diese Weise. +DYS A LO: TOS+.

Im Kreisförmigen gab es drei hieroglyphische Zeichen, senkrecht unter den Füßen eines jeden Bildnisses. Für das erste war die Form der Sonne eingeprägt. Darunter, unter einem anderen, die Figur einer altmodischen Uhr.

Drittens eine Schale mit einer brennenden Flamme darin.

Auf dem Kopf des trigonalen schwarzen Steins, gegen jede Ecke, erblickte ich ein ägyptisches Monster aus Gold, vierfüßig liegend. Eines davon mit einem Gesicht gänzlich wie ein Mensch. Das andere wie ein halber Mensch und ein halbes Tier. Und das dritte wie ein Tier. Mit einem leinenen Schleier über jedem ihrer Köpfe, mit zwei Bändern, die über ihre Ohren hingen, und der Rest, der hinabstieg und ihre Hälse und Rücken bedeckte, mit den Körpern von Löwen. Ihre Blicke direkt nach vorne.

Auf den Rücken dieser drei stand eine massive Spitze aus Gold aufsteigend, dreiseitig, sich zur Spitze hin verschärfend, fünfmal so hoch wie unten breit. Und auf jeder Front oder Vorderseite war ein Kreis eingraviert, und über einem Kreis ein griechischer Buchstabe, +O+. über einem anderen ein Buchstabe +O:+. und über dem dritten ein griechisches +N+.

Dort begann Logistica zu mir zu sprechen und sagte, durch diese Figuren werde, soweit es die menschliche Vernunft zeigen kann, die himmlische Harmonie beschrieben. Und verstehe, Poliphilus, dass diese Figuren mit einer ewigen Affinität und Verbindung antike Monumente und ägyptische Hieroglyphen sind, die dies bedeuten: _Divinae infinitaeque trinitati unius essentiae_. Was nun durch sein heiliges Wort auf eine höchst liebevolle Weise der ganzen Welt offenbart ist, gemäß seinem Willen: und doch wird es nicht unangebracht sein, Antiquitäten zu sehen und zu bedenken, welchen größeren Nutzen das kostbare Evangelium bietet.

Die untere Figur war der Gottheit geweiht, weil sie in jeder Weise gleich und ein und dasselbe ist; und auf jeder Seite und in jede Richtung gewendet, von gleicher Beständigkeit, auf jeder Basis beständig und permanent.

Der runde kreisförmige Stein, der darauf steht, ist ohne Anfang oder Ende. Auf dessen umlaufenden Seiten sind diese drei Linien enthalten, direkt unter jedem Bildnis, gemäß der zugeschriebenen Eigenschaft.

Die Sonne mit ihrem angenehmen Licht verleiht jedem Ding Leben, und ihre Natur wird GOTT zugeschrieben.

Das zweite ist die Uhr, welche die vorsorgende Lenkung und Regierung von allem mit einer unendlichen Weisheit ist.

Das dritte ist ein feuriges Gefäß, wodurch eine Teilhabe der Liebe verstanden wird.

Und obwohl sie drei verschiedene Dinge sind, sind sie doch in einem ewig enthalten und vereint, mit großer Liebe ihre Segnungen kommunizierend, wie du an den Füllhörnern an jeder Ecke des trigonalen Steins sehen kannst.

Und ihre ergötzliche Rede fortsetzend, sagte sie: Unter der Form der Sonne beachte dieses griechische Wort: Adiegetos. Bei der Uhr schaue auf dieses: Adiachoristos. Und bei dem feurigen Gefäß war eingraviert: Adiereynes.

Und zu diesem Zweck sind die drei Monster unter dem goldenen Obelisken platziert, weil es drei große Meinungen gibt, gleich jenen Monstern: und wie das mit dem menschlichen Antlitz das beste ist, so sind die anderen tierisch und monströs.

In der Spitze gibt es drei glatte Seiten, liniert mit drei Kreisen, einen für jede Zeit bedeutend. Die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft; und keine andere Figur kann diese drei Kreise halten, außer in jener unveränderlichen. Und kein sterblicher Mensch kann in einem Augenblick vollkommen unterscheiden und gleichzeitig zwei Seiten derselben Figur sehen, außer einer integralen, welche die Gegenwart ist: und deshalb wurden mit großer Erkenntnis diese drei Zeichen eingraviert: +O. O:. N+.

Aus welchem Grund, Poliphilus, nicht dass ich mich entschuldige, allzu weitschweifig und mühsam zu sein, sondern um dich kurz zu belehren und dich recht aufzurichten. In der Erkenntnis hiervon sollst du verstehen, dass die erste basale Figur nur ihm selbst bekannt ist und einem Sohn des Menschen, welcher einen verherrlichten menschlichen Körper ohne Sünde hat: und die Helligkeit desselben sehen wir nur wie in einem Spiegel und nicht klar, wie sie ist, da es für eine endliche Substanz unbegreiflich ist.

Aber wer mit Weisheit begabt ist, der betrachte die herrliche Helligkeit desselben. Aber zur dritten Figur, welche von dunkler und schwarzer Farbe ist, worin die drei goldenen Bildnisse sind: _Der schwarze Stein ist das Gesetz: die Füllhörner die Speise: die drei Frauen die Bewahrung der Menschheit._

Nun, diejenigen, die höher schauen wollen, sehen eine Figur in einem dreifachen Aspekt, und je höher sie zum Gipfel gelangen, wo die Vereinigung der drei ist, seien sie auch noch so weise, ihr Verständnis ist unvollkommen: und obwohl sie es sehen, wissen sie doch nicht, was sie sehen, außer dass es ein solches Ding gibt, in dessen Vergleich sie Narren sind, ihre Macht schwach und sie selbst nichts.

Und dort, nachdem Logistica ihre erlaubte Rede beendet hatte, die aus absolutem Wissen, tiefem Urteilsvermögen und Scharfsinn in göttlichen Dingen hervorging und schwachen Fassungskräften unbekannt ist, begann ich hieran größeres Gefallen zu finden als an jedem anderen wunderbaren Werk überhaupt, das ich gnädig mit meinen gierigen Augen geschaut hatte. Ich betrachtete bei mir selbst den mystischen Obelisken, die unaussprechliche Gleichheit, statuarisch für Dauerhaftigkeit und Perpetuität unbeweglich, und unvergänglich bestehend.

Wo ein süßer Wind vom Himmel wehte, mit unveränderlichen Winden, in diesem Garten ringsherum voll von Blumen, von einem großen und kreisförmigen permanenten Grundriss: umgeben von allen Arten von Früchten, angenehm im Geschmack und voller Gesundheit; mit einer ewigen Grüntönung, angeordnet und gesetzt durch eine regelmäßige Ordnung, sowohl schön, angenehm als auch bequem; mit der vollkommenen Arbeit und dem Bestreben der Natur, dies zu erreichen, und mit kostbarem Gold verschönert.

Und als Logistica schwieg, nahmen mich beide bei den Händen, und wir gingen aus der Öffnung eines der Bögen aus dem Bereich der Efeu-Einfriedung hinaus. Und davon weggegangen, sehr zufrieden zwischen beiden dahinschreitend, sagt Thelemia: Lass uns nun zu unseren drei Toren eilen, wohin wir gesandt sind.

Woraufhin wir, einen ergiebigen Sitz und ein angenehmes Land mit einem angemessenen bequemen Schritt durchschreitend, den Himmel sehr klar und hell erblickten und die Zeit mit fröhlichen, süßen und ergötzlichen Unterhaltungen vertrieben. Und ich, begierig, jedes Detail der unschätzbaren Reichtümer, unsagbaren Wonnen und des unvergleichlichen Schatzes der heiligen Königin zu verstehen (wogegen Osyris, der Erbauer der zwei Tempel aus Gold, einen für Jupiter und den anderen für das Königreich, zurücktreten muss), brachte ich diese Frage vor.

Sagt mir, ich bitte euch, schöne Nymphen, (falls meine Neugier nicht zu eurem Missfallen gereicht) unter all den kostbaren Steinen, die ich vollkommen von großer Schätzung und Preis betrachten konnte, hielt ich einen für unschätzbar und ohne Vergleich am kostbarsten; der Jaspis, der das Bildnis von Nero eingeschnitten hatte, er war nicht viel größer. Auch war der Koruskant in der Statue von Arsinoe, der arabischen Königin, ihm nicht gleichzusetzen. Nächst ihr von solchem Wert war das Juwel, worin die Darstellung von Nonius dem Senator war, wie dieser funkelnde und glänzende Diamant von seltener und ungesehener Schönheit und Größe, der an einem reichen Halsband um den schneeweißen Hals der heiligen Königin hing, welche Schliffarbeit war in demselben, die ich aufgrund der Helligkeit und meines etwas entfernten Standes nicht wahrnehmen konnte. Und da ich darin unwissend bin, begehre ich, dieselbe zu wissen.

Logistica, meine ehrliche Bitte bedenkend, antwortete mir unverzüglich. Wisse dies, Poliphilus, in dem Juwel war ein kaiserlicher Thron eingraviert, und auf dem Thron der mächtige Name Jehovas in hebräischen Buchstaben, und vor diesem Thron sind niedergeworfen und mit Füßen getreten die Riesen, die sich stolz gegen sein Wort erhoben und seinem Willen widerstanden haben: auf der linken Seite des Throns ist eine Flamme aus Feuer, auf der rechten Hand ein Horn des Heils oder Füllhorn voll aller guten Segnungen, und dies ist alles, was in dem Juwel enthalten ist.

Dann wagte ich es weiter zu wissen, was diese zwei Dinge auf beiden Seiten des Throns bedeuten sollten, die in zwei Händen herausgehalten wurden. Thelemia antwortete mir schnell: Gott bietet der Menschheit in seiner unendlichen Güte seine Barmherzigkeit und sein Gericht an, wählt, welches ihr wollt.

Da ich hiermit zufriedengestellt war, sagte ich außerdem: Da meine Reden euch nicht missfallen, edle Nymphen, und ich noch nicht in allem zufriedengestellt bin, was ich gesehen habe, bitte ich euch, lasst mich dies verstehen.

Vor der schrecklichen Furcht, in die ich durch den Drachen getrieben wurde, erblickte ich einen mächtigen riesigen Elefanten aus Stein, mit einem Eingang in seinen Bauch, wo zwei Grabmäler waren, mit einer Schrift, deren Bedeutung zu mystisch für mich ist, nämlich, dass ich den Körper nicht berühren, sondern den Kopf wegnehmen sollte.

Logistica gab mir sogleich Antwort. Poliphilus, ich verstehe deinen Zweifel sehr wohl, und deshalb sollst du wissen, dass diese monströse Gestalt und Maschine nicht ohne große und wunderbare menschliche Weisheit, viel Arbeit und unglaubliche Sorgfalt gemacht wurde, mit einer Kompliziertheit des Verständnisses, den mystischen Begriff zu kennen. Du erinnerst dich, dass auf dem Gesicht ein Ornament hing, mit gewissen Ideonix ionic und arabisch, was in unserer Muttersprache so viel heißt wie Arbeit und Fleiß. Damit bedeutend, dass in dieser Welt, wer auch immer irgendeinen Segen haben will, der ihm gut tut, der muss den Körper verlassen, welcher Bequemlichkeit und Müßiggang ist, und sich der Mühsal und dem Fleiß zuwenden, welcher der Kopf ist.

Sie hatte ihre Worte, die sowohl angenehm als auch durchdringend waren, kaum beendet, als ich es sehr wohl verstand und ihr großen Dank sagte. Und dennoch begierig, in allem aufgelöst zu werden, woran ich zweifelte, und sehend, dass ich kühn sprechen durfte, stellte ich diese dritte Frage. Weiseste Nymphe, bei meinem Herauskommen aus dem unterirdischen riesigen dunklen Ort, als ich weiterging, kam ich zu einer stattlichen Brücke, und auf derselben, in einem Porphyrstein auf der einen Seite und einem Ophit auf der anderen, erblickte ich eingravierte gewisse Hieroglyphen, die ich beide interpretierte, aber ich blieb zweifelhaft bezüglich gewisser Zweige, die an die Hörner des Schädels des Ochsen gebunden waren, und das umso mehr, weil sie im Porphyrstein waren und nicht im Ophit auf der anderen Seite.

Sie antwortete mir sogleich. Die Zweige, einer ist von der Distel oder dem Dorn aus Judäa, und der andere von der Terpentin-Eiche. Die Natur dieser Hölzer ist, dass das eine nicht leicht Feuer fängt, und das andere sich weder biegt, fault, verzehrt wird, noch von Würmern gegessen wird. Und so wird die Geduld gelobt, die durch Zorn nicht entzündet wird, noch durch Widerwärtigkeit besiegt werden wird.

Die Natur des Porphyrsteins ist von diesem Geheimnis, dass er im Ofen weder selbst brennt, sondern auch bewirkt, dass andere nahebei liegende Steine nicht brennen. Und von dieser Natur ist die Geduld, dass sie weder selbst verändert wird, noch irgendeine andere darin, wo sie herrscht, in eine Wut fallen lässt. Und der Ophit-Stein ist von solcher Natur auch.

Nun, Poliphilus, ich lobe dich sehr, dass du begierig bist, solche Geheimnisse zu verstehen: denn diese zu schauen, zu betrachten und zu messen, ist eine lobenswerte Tugend und der Weg zur Erkenntnis: woraufhin ich Gelegenheit hatte, ihr für ihre großen und günstigen Höflichkeiten unzählige Dankesworte zu erweisen.

Und so kamen wir mit erlaubten und ergötzlichen diskursiven Reden zu einem schönen Fluss, an dessen Ufer ich außer anderen schönen grünen und blühenden Bäumen und Wasserpflanzen einen feinen Hain von Platanen erblickte, in dem eine exzellente schöne Brücke über den Fluss aus Stein war, mit drei Bögen, mit Pfeilern, die gegen die zwei Fronten herausragen, um das Werk der Brücke zu bewahren, wobei die Seiten derselben von exzellenter Handwerkskunst waren.

Und in der mittleren Biegung derselben befand sich auf beiden Seiten ein quadratischer Stein aus Porphyr, der eine Kataglyphik, eine Gravur von Hieroglyphen, darin hatte.

Auf der rechten Hand, als ich darüber ging, erblickte ich eine Frau, die ihre Arme ausstreckte, nur auf einer Gesäßhälfte sitzend, ein Bein hervorstreckend, als ob sie aufstehen wollte; in ihrer rechten Hand, auf jener Seite, auf der sie saß, hielt sie ein Paar Flügel, und in der anderen Hand, auf der Seite, auf der sie aufstand, eine Schildkröte.

Direkt ihr gegenüber war ein Kreis, dessen Zentrum zwei kleine Geister hielten, mit dem Rücken zum Umfang des Kreises gekehrt.

Und dann sagte Logistica zu mir: Poliphilus, ich bin sicher, dass du diese Hieroglyphen nicht verstehst, aber sie sind sehr wichtig für deinen Zweck: und deshalb sind sie als Monument und Ding für solche, die vorbeigehen, zur Betrachtung platziert.

Der Kreis: Medium tenuere beati.

Das andere: Mäßige deine Eile durch Bleiben, und deine Langsamkeit durch Aufstehen, bedenke hiervon, wie du es für richtig hältst.

Diese Brücke wurde mit einer moderaten Biegung gebaut, zeugend von der klugen Untersuchung, Prüfung, Untersuchung, Kunst und Diskretion des exzellenten Arbeiters und Erfinders, gelobt in der Fortdauer und Dauerhaftigkeit derselben, was viele unserer bayard-artigen modernen Idioten, ohne Wissen, Maß und Kunst, summend weder Proportion noch Linien beachten, sondern alles außer Ordnung ist.

Diese Brücke war ganz aus reinem Marmor.

Nachdem wir die Brücke überschritten hatten, gingen wir im kühlen Schatten, erfreut über die wechselnden Töne und das Gezwitscher kleiner Vögel, zu einem felsigen und steinigen Ort, wo sich hohe und schroffe Berge erhoben, die sich sodann in abrupte und mühsame hügelige Gefilde fortsetzten, voll von zerbrochenen und angefressenen Steinen, die sich in die Luft wanden, so hoch ein Mensch nur blicken mochte, und ohne jedes grüne Gras oder Kraut, und dort waren die drei Tore in den Fels selbst gehauen, so schlicht, wie es nur sein konnte. Ein Werk von sehr hohem Alter und jenseits aller Aufzeichnungen, an einem sehr misslichen Sitz.

#Tif'eret Ha'el# #Gidul Ha'a'hava# #Tif'eret Ha'olam#

+THEODOXIA+ +ERO:TOTROPHOS+ +KOSMODOXIA+

GLORI DEI MATER AMORIS GLORIA MVNDI

Über jedem derselben erblickte ich in ionischen, römischen, hebräischen und arabischen Buchstaben den Titel, von dem die heilige Königin Eleutherillida mir geweissagt hatte, dass ich ihn finden würde. Das Tor zu meiner Rechten trug das Wort Theodoxia. Das zu meiner Linken Cosmodoxia. Und das dritte Erototrophos. Sobald wir an diese gelangt waren, begannen die Jungfrauen, mich in die Titel einzuweisen, und als sie an die widerhallenden Torflügel klopften, die auf der rechten Seite mit grünem Moos bedeckt waren, öffneten sie sich alsbald.

Und da zeigte sich uns eine alte Frau von ehrwürdigem Antlitz aus einem alten, lehmverschmierten und rauchigen Hause, das eine armselige, niedrige kleine Tür hatte, über der Pilurania gemalt stand. Sie kam mit einer bescheidenen und ehrbaren Schüchternheit hervor, und ihre Behausung lag an einem einsamen und schattigen Felsen, verfallen und mürbe, ihre Kleider waren zerlumpt, ihr Gesicht hager, blass und armselig. Ihre Augen waren zu Boden gerichtet, ihr Name war Thende. Ihr zur Seite standen sechs Mägde, dürftig und schlicht gekleidet. Die eine hieß Parthenia, die zweite Edosia, eine andere Hypocolinia, die vierte Pinotidia, die nächste Tapinosa, die letzte Prochina. Diese ehrwürdige Matrone wies mit ihrem nackten rechten Arm gen Himmel.

Sie wohnte an einem Ort, der nur schwer zu erreichen war und voller Mühen auf dem Wege, da er durch Dornen und Gestrüpp versperrt, sehr rau und unangenehm war, von einer nebligen Wolke verhüllt und sehr schwer zu ersteigen.

Logistica, die an meinem Blick bemerkte, dass mir dieser Ort nicht sonderlich gefiel, und darüber ein wenig betrübt war, sprach: Dieser Fels ist niemals bekannt, außer am Ende. Und dann sagte Thelemia: Poliphilus, ich sehe, du achtest diese mühevolle Frau nur wenig. Woraufhin ich ihr mit meiner Miene zustimmte, und wir schieden von dannen, und nachdem das Tor geschlossen war, kamen wir zum nächsten.

Dort klopften wir, und es wurde sogleich geöffnet, und als wir eintraten, begegnete uns eine bräunliche Frau mit wild rollenden Augen und von flinkem Wesen, die ein nacktes, blitzendes Schwert erhob, auf dessen Mitte eine goldene Krone und ein Palmzweig quer darüber lagen.

Ihre Arme waren muskulös wie die des Hercules, in Arbeit und Taten großmütig und von edlem Sinn. Ihr Bauch war schmal. Ein kleiner Mund, kräftige und gebeugte Schultern, ihrem Antlitz nach schien sie von unerschrockenem Geist zu sein, der nicht fürchtet, irgendein Unternehmen zu wagen, wie schwer es auch sein mag.

Ihr Name war Euclelia, sehr ehrenhaft begleitet von sechs jungen Frauen. Die erste hieß Merimnasia, die zweite Epitide, eine andere Ergasilea, die vierte Anectea, die fünfte hieß Statia, die letzte wurde Olistea genannt.

Die Lage und der Ort schienen mir mühselig, und Logistica, die meine Neigung bemerkte, nahm sogleich Thelemias Laute in ihre Hand und begann, eine dorische Weise anzuschlagen, und sang dazu sehr lieblich: O Poliphilus, sei nicht verdrossen, dich an diesem Ort zu mühen, denn wenn Arbeit und Mühsal überwunden sind, wird eine Zeit der Ruhe kommen. Und ihr Gesang war von solcher Kraft, dass ich fast einwilligte, dort zu verweilen, ungeachtet dessen, dass die Wohnstätte arbeitsam erschien. Woraufhin Thelemia mich verlockend ansprach: Ich denke, es ist wohlbegründet, mein Poliphilus, dass du, bevor du hier an diesem Ort zur Ruhe gehst, in jedem Fall das dritte Tor sehen solltest.

Dazu willigte ich mit sehr gutem Willen ein, und so gingen wir von dort fort und kamen zu dem anderen Tor, wo Thelemia an einen ehernen Ring klopfte, worauf es alsbald aufgetan wurde, und als wir eingetreten waren, kam uns eine bemerkenswert schöne Frau entgegen, und ihr Name war Philtronia.

Ihre Blicke waren ausgelassen, lüstern und unbeständig, ihre Anmut wunderbar gefällig, sodass sie mich schon beim ersten Anblick gewaltsam in ihre Liebe zog.

Dieser Ort war das Lustschloss der Wollust. Der Boden geschmückt mit kleinen Kräutern und geziert mit allerlei verschiedenen Blumen, im Überfluss mit Trost und stiller Ruhe. An verschiedenen Stellen entsprangen und flossen kleine Wasserläufe, die über den Bernsteinkies in ihren gewundenen Kanälen plätschernd und gleitend hierhin und dorthin zogen, durch manchen jähen Fall ein stilles, stetes Rauschen erzeugten, die offenen Felder zur großen Lust befeuchteten und die schattigen Plätze unter den belaubten Bäumen kühl und frisch machten.

Sie hatte bei sich ebenfalls sechs junge Frauen von ähnlicher Gestalt, überaus schön, von angenehmem Antlitz, amorös geschmückt und so gekleidet, wie es sich eine ehrgeizige Schönheit und Gebärde nur wünschen kann.

Die erste hieß Rastonelia. Die zweite Cortasina. Die dritte Idonesa. Die vierte Triphelia. Die fünfte Epiania. Und die letzte hieß Adia.

Diese und ihre Begleitung waren eine große Wonne für meine staunenden und forschenden Augen. Woraufhin Logistica, die meine plötzliche Hinneigung zu ihrer knechtischen Liebe sah, alsbald mit trauriger und betrübter Miene zu mir sprach: O Poliphilus, die verlockenden und betörenden Schönheiten dieser sind eitel, trügerisch und falsch, schal und missfällig, und darum, wenn du sie mit Bedacht von hinten betrachten würdest, würdest du ihre abscheuliche Schmutzigkeit hassen, verachten und verabscheuen, die mehr nach Gestank und üblem Geruch stinkt als jeder Misthaufen, den kein Magen ertragen kann.

Und darum fliehe und meide, was schlüpfrig und vergänglich ist; verschmähe jene Lust, die Schande und Reue bringt, eitle Hoffnungen, eine kurze und geringe Freude, mit beständigen Klagen, zweifelhaften Seufzern und einem schmerzvollen Leben, das niemals endet.

O verfälschte und unnatürliche Lust, voller Elend, solch Bitterkeit enthaltend, wie Honig, und doch Galle, die von grünen Blättern tropft.

O Leben, schlimmer als der Tod, und doch tödlich, an süßem Gift sich erfreuend, mit welcher Sorge, welchem Kummer, welchen grüblerischen Gedanken, welch sterblichen und verzweifelten Versuchen wirst du von blinden Liebenden erstrebt, die sich ohne Rücksicht oder Rat kopfüber in einen Schlund der Sorgen stürzen.

Sie sind vor deinen Augen gegenwärtig, und doch siehst du sie nicht. O welche und wie große Sorgen, welcher bittere und scharfe Schmerz und welche Qual erträgst du, böser, abscheulicher und verfluchter Appetit.

O verabscheuungswürdiger Wahnsinn, o betrogene Sinne, durch eure Schuld werden elende sterbliche Menschen von eben dieser tierischen Lust niedergeworfen.

O schmutzige Wollust, absurde Wut, ungeordnetes und eitles Begehren, das Nester mit Irrtümern baut und Qualen für verwundete Herzen, der vollkommene Zerstörer und das müßige Dahingehenlassen aller guten Segnungen.

O blindes Ungeheuer, wie blendest du, und mit welcher Täuschung bedeckst du die Augen und verführst die verstehenden Sinne der unglücklichen und elenden Liebenden mit Schleiern und Nebeln.

O monströs und knechtisch, die du, von so vielen Übeln umgeben, zu solch geringer, vergifteter und erdichteter Lust eilst.

Indem Logistica diese und ähnliche Worte mit Heftigkeit sprach, runzelte sie die Stirn, von Kummer gefurcht, und ihre Adern traten in großem Zorn hervor; sie warf ihre Laute auf den Boden und zerbrach sie.

Woraufhin Thelemia mit lächelnder Miene mir zunickte, als wollte sie sagen: Lass Logistica ihre Freude sprechen, aber tue selbst, was du für gut erachtest.

Und Logistica, die meinen bösen Vorsatz und meine feste Entschlossenheit sah, wandte sich, von Verachtung entbrannt, ab und eilte mit einem tiefen Seufzer davon.

Und ich blieb bei meiner Gefährtin Thelemia, die mit schmeichelnder und lächelnder Anmut zu mir sprach: Poliphilus, dies ist der Ort, an dem du nicht lange verweilen wirst, doch wirst du das Teuerste finden, das du auf der Welt liebst und das du ohne Unterlass in deinem Herzen zu suchen und zu begehren bestimmt hast.

Und indem ich zweifelnd mit mir selbst sprach, war ich gewiss, dass nichts meinem armen, betrübten Herzen Ruhe verschaffen oder Zufriedenheit bringen könnte, außer meiner heiß ersehnten Polia. Das Versprechen und die Bürgschaft von Thelemia für mein Erlangen derselben brachte mir ein wenig Trost.

Und sie, die bemerkte, dass mir die Gebieterin dieses Ortes, der Sitz selbst und ihre Frauen wohl gefielen und mich höflich unterhielten, küsste mich, nahm ihren Abschied und sagte Lebwohl.

Nachdem die metallenen Tore geschlossen waren, blieb ich eingeklostert unter diesen schönen und holden Nymphen, die begannen, sehr lieblich und ausgelassen mit mir zu scherzen: und da ich von ihrer lüsternen Gesellschaft umsäumt war, fühlte ich mich durch ihre überredenden, verführerischen Lockungen zu unerlaubter Begierde gereizt und spürte in mir ein brennendes Verlangen, entfacht durch ihre ausgelassenen Blicke, eine zunehmende Anregung eines lüsternen Feuers. Ich zweifle, dass Xenocrates, wäre Phryne von solcher Anmut und Kraft in Gebärde und Rede gewesen, ihren Verlockungen nicht nachgegeben und sich nicht von ihr als ein steinernes Bild hätte schmähen lassen. Ihre Antlitze waren so lüstern, ihre Brüste nackt und lockend, ihre Augen schmeichelnd, in ihren rosigen Stirnen glänzend und rollend, ihre Formen aufs Trefflichste, ihre Kleidung kostbar, ihre Bewegungen mädchenhaft, ihre Blicke stechend, ihre Ornamente süß und köstlich, kein Teil verfälscht, sondern alles von der Natur in vortrefflicher Weise vollendet, nichts entstellt, sondern alle Teile einander wohl entsprechend.

Ihre Häupter goldgelb, ihre Locken schön, und das Haar weich und fein, auf solch eine Art frisiert und in Strähnen gerollt, mit Bändern aus Seide und Gold, jede Freude übertreffend, die ein Mensch schauen mag, in vortrefflicher Weise um ihre Häupter gedreht, verschlungen und zusammengebunden, ihre Stirnen von wogenden Locken umgeben und beschattet, die auf wunderbare Weise beweglich herabhingen, herrlich ergötzlich, parfümiert und süß, einen unbekannten Wohlgeruch von sich gebend. Ihre Reden so überzeugend und gefällig, dass sie das Wohlwollen eines ungeneigten Herzens rauben und gewaltsam jeden Geist zu sich ziehen könnten, sei er auch noch so satyrhaft oder grob, um Religion zu verderben, jeden losen Gedanken zu binden, jeden rohen Bauern verliebt zu machen und jede widerspenstige Gemütsart zu mildern. Bei welcher Gelegenheit mein Geist, ganz entbrannt von einem neuen Verlangen und in der extremen Hitze der Begierde, gereizt, kopfüber in einen lüsternen Appetit zu stürzen, und ertrunken in unbändiger Liebeslust, in der extremen Invasion und ansteckenden Verpestung derselben, verließen mich die Jungfrauen und ließen mich ganz allein auf einer fruchtbaren Ebene zurück.

_An diesem Ort, da Poliphilus allein gelassen wurde, kam eine überaus schöne Nymphe (nachdem er von der lüsternen Gesellschaft verlassen worden war) zu ihm, deren Schönheit und Kleidung Poliphilus amorös beschreibt._

Mein zartes Herz, so übermäßig verwundet von amoröser Reizung, ich glaube, ich war wahnsinnig, so verblüfft stand ich da, oder zumindest blind, weil ich nicht wahrnehmen konnte, auf welche Weise oder wie diese begehrte und ergötzliche Gesellschaft sich aus dem Staube gemacht hatte; und zuletzt, nicht wissend, was ich tat, aber die Augen geradeaus gerichtet, erblickte ich vor mir eine feine Laube aus süßem Jasmin, etwas hoch, sich aufwölbend und überbeugend, ganz bemalt und geschmückt mit den angenehmen und wohlriechenden Blumen dreier Arten, die sich vermengten, und trat unter dieselbe. Wunderbar verwirrt über den Verlust meiner Begleitung, wusste ich nicht wie oder auf welche Weise, und rief mir die verschiedenen, seltenen und wunderbaren vergangenen Dinge ins Gedächtnis, und vor allem die große Hoffnung und das Vertrauen, die ich auf das Versprechen der Königin gesetzt hatte, dass ich meine Liebe Polia finden würde.

Ach, sagte ich mit einem tiefen Seufzer, meine Polia, dass die grüne Laube davon widerhallte, so amorös waren meine Atemzüge, in meinem brennenden Herzen geformt und von dort ausgesandt. Und ich war nicht eher in diese Agonie eingetreten und von dieser Leidenschaft überwältigt, als ich, wie ich zum anderen Ende der Laube schritt, von ferne eine große Anzahl von Jünglingen wahrnehmen konnte, die sich mit verschiedenen melodischen Klängen, mit angenehmen Sportarten und verschiedenen Zeitvertreiben sehr laut vergnügten und spielten, in großer Freude und höchstem Entzücken versammelt auf einer großen Ebene. Bei dieser erfreulichen und begehrten Neuheit blieb ich stehen und wunderte mich darüber, ehe ich einen weiteren Schritt tat.

Und siehe, eine höchst edle und schöne Nymphe, mit einer brennenden Fackel in der Hand, verließ die Gesellschaft und richtete ihren Lauf auf mich zu, sodass ich wohl wahrnehmen konnte, dass sie eine leibhaftige Maid war und kein Geist, woraufhin ich mich nicht einen Deut bewegte, sondern freudig ihr Kommen erwartete, die sich mit mädchenhafter Eile, bescheidenem Zutritt, sternengleichem Antlitz und lächelnder Anmut mit einer solchen Majestät und doch freundlich näherte, dass ich bezweifle, die amoröse Idalea habe sich jemals dem Mars gezeigt, noch ihr der schöne Hirte Adonis. Noch der zarte Ganymed dem Jupiter oder die schöne Psyche ihrem Gatten Amor.

Aus welchem Grunde, wenn sie die vierte unter den drei streitenden Göttinnen gewesen wäre, wenn Jupiter Richter gewesen wäre, wie im schattigen Wald von Mensunlone der phrygische Schäfer, so wäre sie ohne allen Zweifel als von weitaus vortrefflicherer Schönheit beurteilt worden und ohne Ebenmaß, des goldenen Apfels würdiger als alle oder eine der anderen. Beim ersten Anblick war ich überzeugt, dass sie es sei, meine Polia, doch der ungewohnte Ort und ihre Kleidung ließen mich das Gegenteil denken, und darum blieb mein zweifelhaftes Urteil in der Schwebe, nur eine ehrerbietige Vermutung hegend.

Diese ehrbare Nymphe hatte ihren jungfräulichen, göttlichen und kleinen Leib mit einem dünnen, feinen Stoff aus grüner Seide bedeckt, der mit Gold bestäubt war, über einem Hemd aus reinem, weißem, gekräuseltem Linnen, das ihren zartesten und empfindlichsten Leib und ihre schneeweiße Haut bedeckte, so fein und gut, wie Pamphila, die Tochter des Platis auf der Insel Coo, es je zu weben erfand. Welches weiße Hemd schien, als hätte es Damaszener Rosen bedeckt.

Das Gewand, das sie darüber trug, war nicht wie unsere modischen Röcke mit französischen Taillen, denn ihr lieblich proportionierter Leib brauchte solch einschnürendes und ungesundes Tragen nicht, das die Fortpflanzung hindert und ein Feind der Gesundheit ist: sondern vielmehr wie eine Weste, mit kleinen Falten und Raffungen unter ihren runden und hübschen, hervortretenden Brüsten, auf ihrer schlanken und kleinen Taille, über ihren wohlproportionierten Hüften und dem kleinen, runden Bauch, fest mit einem goldenen Gürtel gegürtet; und darüber ein Kleid oder Gewand, seitwärts bis zum Boden reichend und unten gesäumt.

Dieses Gewand, das sehr weit war, wurde rundherum an der Höhe ihrer Hüften gerafft, vorne über ihrem Bauch, und mit dem mit Stollen besetzten Ehegürtel der Citherea zusammengebunden, wobei das Aufraffen des Gewandes über dem Gürtel um sie herum wie ein französischer Reifrock wirkte, und der unterste Teil in Falten und Umlegungen um ihre Füße fiel, unbeständig und vom süßen Lüftchen und kühlen Wind umweht, was zuweilen durch die Dünnheit desselben ihre Gestalt darin sichtbar machte, was sie mit prompter Bereitschaft zu widerstehen und zu verhindern schien. Ihre Schönheit und Anmut war derart, dass ich in Zweifel stand, ob sie von menschlicher Zeugung sei: ihre Arme herabgestreckt, ihre Hände lang und schlank, ihre Finger klein und schön, und ihre Nägel dünn und rötlich und glänzend, als wäre sie Minerva selbst. Ihre Arme waren durch die klare Dünnheit des Linnens zu sehen, die Flügel um die Größe ihres Gewandes, wo ihre Arme heraustraten, waren von Gold, in vortrefflicher Art und Weise gesäumt und mit Perlen und Steinen besetzt: und in gleicher Weise der ganze Saum ihres Gewandes mit goldenen Ösen, Perlen und goldenen Pailletten an verschiedenen Stellen, in einer kuriosen und gefälligen Art und Weise distanziert angeordnet.

Auf beiden Seiten, unter den Armen bis zur Taille, war ihr oberes Gewand ungenäht und offen, aber mit drei Knöpfen aus großer orientalischer Perle (wie Cleopatra niemals eine hatte, um sie in einem Trank aufzulösen) in Schlaufen aus blauer Seide befestigt, sodass man ihr Hemd zwischen dem Abstand einer Perle von der anderen sehen konnte, das ihre zierliche, weiche, schneeweiße, dünne Haut bedeckte: ausgenommen ihren kleinen Hals und die obere Hälfte ihrer geräumigen und köstlichen Brust, die meine Augen mehr begehrten und erfreuten als die Wasserbäche und kühlen Flüsse den erschöpften und gejagten Hirsch, gefälliger als das Fischerboot des Endymion der Cynthia und angenehmer als Cithera dem Orpheus.

Die Ärmel ihres Hemdes von angemessener Weite und um ihre Handgelenke gefaltet und mit goldenen Armbändern zusammengebunden, doppelt und vereint mit orientalischer Perle. Und außer all ihren Ornamenten und anmutigen Gebärden bemühte sie sich hin und wieder mit verstohlenen und affektierten Blicken, auf süße und angenehme Art, ihre Augen auf ihre kleinen, runden, schwellenden Brüste zu richten, ungeduldig über die Unterdrückung ihrer weichen und feinen Kleidung: sodass ich nach reiflicher Überlegung urteilte und dachte, dass der Schöpfer in der Würde und dem ehrenhaften Bau ihrer Person alle Gewalt der Liebe geformt und vereint habe. Die vier Ammen des königlichen Reiches Babylon, die Zunge der Götter genannt, hatten nicht jene Macht, die Gunst und Liebe des Königs zu gewinnen, die diese süßeste Nymphe hatte.

Um ihren schönen Hals, weißer als der skythische Schnee, trug sie eine Halskette aus orientalischer Perle: Cerna, die Gemahlin des Caesar, hatte niemals eine gleiche, und ich zweifle, dass jene der Eriphile, die sie Amphiaraus abnahm, ihr im Geringsten vergleichbar war. Und in der Beugung hinunter über der Teilung ihrer Brüste, zwischen zwei großen Perlen, war ein leuchtender runder Rubin eingefasst, und auf den kollateralen Seiten der besagten Perlen zwei glitzernde Saphire und zwei Perlen, daneben zwei Smaragde und zwei Perlen, und nach diesen zwei schöne Hyazinthen: all diese Perlen und Steine waren in einer Arbeit in Rautenform, auf eine seltene und schöne Weise eingefasst.

Ihr schönes Haupt, das ein loses, sich ausbreitendes Herabfallen von üppigem Haar entsandte, gleich den kleinsten Goldfäden, im Wind wogend, und auf ihrem Scheitel ein Kranz von taublauen Veilchen, die süß dufteten und denselben fast bis zur Stirn bedeckten: von deren mittlerem oberen Punkt aus, in Form zweier Halbkreise bis zur Hälfte ihrer Ohren, stieg es in gelockten Strähnen empor, fiel wieder herab auf ihre schönen Schläfen, beweglich wogend und dieselben beschattend, und die obere Hälfte ihrer kleinen Ohren verbergend, schöner als je von Mimoria berichtet wurde.

Der Rest ihres gelben Haares stieg hinab über ihren schönen Hals, ihre wohlgeformten Schultern und ihren geraden Rücken bis zu den Waden ihrer schlanken Beine, mäßig wogend und umhergeweht, in größerer Schönheit als die stolz blickenden Federn des Vogels der Juno. Solches Haar, das Berenice niemals im venereischen Tempel für ihren Tholomaus gelobte, noch Conus der Mathematiker jemals ein gleiches im Triangulum platziert sah.

In ihrer Stirn, unter zwei feinen schwarzen Halbkreisen und ausgeprägten Augenbrauen, wie sie Abacsine in Äthiopien nicht aufzuweisen oder zu vergleichen hatte, noch Juno selbst, blickten zwei angenehme, strahlende und glitzernde Augen hervor und präsentierten sich, die Jupiter zwingen würden, Gold zu regnen, von klarem Blick, flink und stechend, mit einem braunen Ring zwischen der Pupille und dem milchigen Weiß: nahe dabei ihre purpurnen und kirschroten Wangen, verschönert mit zwei runden, lächelnden Grübchen, die die Anmut ihres Antlitzes zierten, von der Farbe frischer Rosen, die beim Aufgang der Sonne gepflückt und in ein Gefäß aus Kristall von Zypern gelegt wurden, und hindurchschienen, wie mir deuchte.

Unter ihrer Nase bis zu ihren Lippen verlief ein kleines Tal zu ihrem kleinen Mund von süßester Form, ihre Lippen nicht aufgeworfen oder schwellend, sondern maßvoll und von rubiner Farbe, zwei gleichmäßige Reihen von Zähnen bedeckend, wie Elfenbein, und klein, nicht einer länger und schärfer als der andere, sondern in Ordnung ebenmäßig angeordnet und gesetzt: aus deren Mitte die Liebe einen immerwährenden süßen Hauch komponiert hatte, sodass ich zu glauben vermochte, dass die schneeweißen Zähne zwischen ihren anmutigen Lippen nichts anderes als orientalische Perlen seien, und ihr süßer Hauch heißer Moschus, und bei ihrer ergötzlichen Stimme, dass sie Thespis mit ihren neun Töchtern sei.

Durch all diesen Anblick war ich zutiefst bewegt, und meine Sinne waren berauscht von einem entflammten Verlangen, das unter ihnen einen großen Streit und bittere Zwietracht verursachte, wie ich sie zuvor noch niemals durch irgendeine andere Gegenwart oder erhabene Erscheinung verspürt hatte. Meine forschenden Augen priesen bald diesen, bald jenen Teil als den schöneren; doch mein Verlangen riss mich zu einem anderen Teil ihres himmlischen Körpers hin, den es über alle anderen schätzte. Und so waren meine unersättlichen und lüsternen Augen der böse Ursprung all dieser verwirrenden und streitlustigen Erregung, in der ich die Keime und Beweger alles so großen Haders und Kummers in meinem verwundeten und eiternden Herzen fand. Durch ihre Widerspenstigkeit war ich nun von mir selbst abgebracht, und doch konnte ich durch sie keine Befriedigung finden. Mein gieriges Verlangen pries ihre zarte Brust über jeden Vergleich hinaus, wobei meine Augen entzückt zustimmten und sagten: Zumindest daran können wir erkennen, wie das Übrige beschaffen ist; und sie, von dort zum Ausdruck ihrer Anmut und Haltung schweifend, fanden darin all ihr Entzücken: und mein Verlangen, gestärkt und nicht leicht von dort abzubringen, überzeugte mich, dass die Fülle und Schönheit ihres Hauptes und ihres Haares, und die Art, wie es frisiert war, und die Schönheit ihrer Stirn niemals mit irgendeinem anderen verglichen werden könnten, gleich den Spänen von Gold, die sich stets zu kleinen Ringen kräuseln.

Mit zwei Augen wie Morgensterne an einem klaren Himmel, die ihr Haupt schöner schmückten als irgendwelche, die jemals der kriegerische Neco unter den Acitaniern erblickte, verwundeten sie mein Herz wie einer der Pfeile des zornigen Amor. Und so, um es zum Abschluss zu bringen, wage ich es zu sagen, dass kein sterblicher Mensch jemals so gnadenvolle, so leuchtende, so klare und angenehme Lichter gesehen hat, wie diese waren, die auf der Stirn dieses himmlischen Geschöpfes ruhten; so dass mein Herz durch sie gefangen genommen und mit derart beständigen Widerstreiten des Verlangens erfüllt wurde, als ob ein Blatt des Lorbeers vom Grabe des Königs von Bibria dazwischengelegt worden wäre, und dass dieser Streit niemals enden sollte, solange es dort verweilte: so dass ich meinte, dieser Hader würde niemals ein Ende finden, bis das Vergnügen genommen wäre, weshalb ich nicht wahrnehmen konnte, wie ich die Fülle meines Verlangens erlangen sollte, oder wie es mit dem einen oder dem anderen in Einklang zu bringen wäre. Gleich einem, der extrem hungrig inmitten einer Menge zubereiteter Speisen, nach allen begehrend, von keiner isst, da sein brennendes Verlangen von keiner befriedigt wird, sondern er hungrig bleibt.

Die überaus schöne Nymphe war zu Poliphilus gekommen, eine Fackel in ihrer linken Hand tragend, nahm ihn mit der anderen und lud ihn ein, mit ihr zu wandern, und dort wurde Poliphilus durch ihre Liebe noch mehr entflammt.

So vor mir einen wirklichen und sichtbaren Gegenstand von überaus vortrefflicher Darstellung, lieblicher Gegenwart und himmlischem Aspekt schauend, von einem reichhaltigen Vorrat und einer universellen Ansammlung ungesehener Schönheit und übermenschlicher Anmut, rechnete ich, in Anbetracht dessen, die unschätzbaren Wonnen, den Reichtum und den großen Pomp, die ich zuvor geschaut und gesehen hatte, für gering und unbedeutend, da ich deren Würde im Vergleich zu dieser für der Rede nicht wert hielt. Oh, glücklich derjenige, der einen solchen und so großen Schatz der Liebe genießen darf; und ich achte ihn nicht nur für einen glücklichen Besitzer, sondern für den glücklichsten, der ihre Unterwerfung unter sein Begehren und seine Herrschaft besitzen und erlangen wird. Doch wenn Zenes diese Erscheinung geschaut hätte, er hätte sie über alle Jungfrauen von Agrigent gepriesen; jede Proportion hätte ihm eine treffliche Schau der absolutesten Vollkommenheit der ganzen Welt geboten.

Diese schöne und himmlische Nymphe nun, die sich mir mit heiterer Miene näherte, ihre seltenste Schönheit, die ich kurz zuvor aus einiger Entfernung mit meinen Augen betrachtet hatte, nun aber von ihnen näher und genauer in Augenschein genommen, da war ich berauscht und erstaunt.

Und ihr verliebter Aspekt und ihre liebliche Gegenwart waren, sobald sie durch die Botschaft meiner Augen in mein Inneres gelangt waren, Anlass, dass mein sich erinnerndes und wachsames Gedächtnis mein Herz aufrührte und erweckte, ihr dasselbe präsentierend und darbietend: es ist ihr Laden geworden; der Köcher für ihre durchdringenden Pfeile und verwundenden Blicke, und die Wohnstätte und das bewahrende Haus ihres süßen Bildnisses. Wissend, dass sie es war, die meine zarten Jahre in ihrer heißen und ungestümen Liebe, der nicht zu widerstehen war, mühsam aufgezehrt hatte. Denn ich fühlte, wie es ohne Unterlass gegen meine Brust schlug und pochte, wie einer, der auf eine heisere Trommel schlägt. Und immer noch meinte ich an ihrem lieblichen und entzückenden Antlitz, an ihren schönen Locken und dem sich kräuselnden und wogenden Haar, das auf ihrer Stirn spielte, dass es Polia sein müsse, die ich so sehr geliebt und begehrt hatte und für die ich so viele und mannigfaltige Leiden ohne Unterlass erduldet hatte, während ich glühende Seufzer ausstieß, die äußeren Boten meiner inneren Flammen. Doch ihr reiches und Nymphen-haftes Gewand, ungewohnt, und der Ort unbekannt und fremd, machten mich weiterhin zweifelhaft und misstrauisch.

Sie (wie zuvor gesagt) trug in ihrem schneeweißen linken Arm, eng an ihren Körper geschmiegt, eine entzündete und brennende Fackel, ein gutes Stück höher als ihr Haupt, und das untere Ende, das immer schmaler und schmaler wurde, hielt sie in ihrer Hand: und streckte dasjenige aus, das frei war, weißer als es jemals Pelopea war, worin die dünne Glätte der Haut erschien und das Blau der Adern wie azurne Ströme auf dem schönsten und weißesten Papier. Sie nahm mich mit einer süßen und liebevollen Miene und lächelnder Anmut bei der linken Hand und sagte mit einer beredten Rede in dieser Weise auf angenehme Art.

Poliphilus, ich glaube, dass ich in Sicherheit komme, aber es scheint, dass Ihr zweifelhaft dasteht. Hierüber war ich noch erstaunter, und meine Sinne waren gewissermaßen dahin, mir auszumalen, woher sie meinen Namen wissen sollte; und all mein Inneres war besiegt und von brennenden, verliebten Flammen umzingelt, und meine Sprache war mir vor Furcht und ehrerbietiger Schüchternheit genommen.

In diesem Zustand verharrend, wusste ich auf Anhieb nicht, welche gute Antwort ich geben oder wie ich ihr sonst Reverenz erweisen sollte, außer ihr meine unwürdige und ungeschickte Hand anzubieten; als diese in den ihren gedrückt wurde, meinte ich, sie sei in heißem Schnee und geronnener Milch, und ich meinte in der Tat, dass ich etwas berührte und handhabte, das mehr als menschlich war; als ich dies getan hatte, blieb ich bewegt im Geiste, beunruhigt und zweifelhaft, ungewohnt an eine solche Gefährtin, nicht wissend, was ich sagen sollte, oder ob ich ihr folgen sollte, in meiner schlichten Kleidung und heimischen Erziehung, die nicht mit der ihren übereinstimmte; und als ein Narr, unwürdig und ungeeignet für ihre Gemeinschaft, überzeugte ich mich selbst, dass es einem sterblichen und irdischen Geschöpf nicht erlaubt sei, solche Freuden zu genießen. Aus diesem Grund, mein Gesicht rot und errötend vor ehrerbietiger Bewunderung, über meine Niedrigkeit bekümmert, entschloss ich mich, ihr zu folgen.

Schließlich, und doch nicht mit vollkommen wiedererlangtem Verstand, begann ich meine furchtsamen und verstörten Geister zu sammeln und zusammenzurufen: mich überzeugend, dass ich unbedingt guten Erfolg haben müsse, da ich einem so schönen und göttlichen Gegenstand nahe war und an einem solchen Ort; und so folgte ich ihr mit klopfendem Herzen, mehr zitternd als der Vogel Sisura oder ein Lamm, das im Maul eines Wolfes getragen wird.

Und so, am innigsten berührt von angenehmer Hitze, die mehr und mehr wuchs und zunahm, begannen sie meine kalte Furcht zu sieden und zu entzünden und meine veränderte Hitze bereitwillig in aufrichtige Liebe zu verwandeln. Was, nachdem es auf diese Weise dahin gebracht worden war, durch ein provoziertes inneres Verlangen, doch innerlich, als ich mit mir selbst raisonierte, wunderbar veränderlich und zweifelhaft war. Oh, glücklichster Liebhaber von allen Liebhabern, der als Erwiderung der seinen sicher sein könnte, an der ihren teilzuhaben.

Auf der anderen Seite überzeugte ich mich selbst, dass, wenn ich ihr mein verliebte Herz und meine Liebe anbieten würde, da ich nichts Besseres hätte, um es ihr zu schenken oder zu präsentieren, es sein könnte, dass sie es nicht zurückwiese: gleich Artaxerxes, dem König der Perser, der, als ihm Wasser zu seinen Händen gereicht wurde, es annahm und sich dabei verneigte. Hierbei meinte ich jedoch, dass ein furchtsames und kaltes Zittern mich überkam und sich über meinen ganzen Körper und meine Brust ergoss, die Kraft des extremen Feuers erneuernd, eben wie trockenes Schilf: welches, sobald es entzündet ist, von der frischen Luft genährt und entflammt wird, bis es schließlich so mächtig anwächst, dass es alles zu Asche verzehrt.

Und in gleicher Weise fand ich in mir selbst ein Anwachsen und Um-sich-greifen meiner inneren Flammen in ihrem vorbereiteten Subjekt, so wirkungsvoll, dass ihre verliebten Blicke mir tödliche und todbringende Wunden zufügten: eben wie Blitz und Donner unter den starken und mächtigen Eichen, die sie plötzlich mit großer Kraft versengend zerrissen. Und deshalb wagte ich nicht, ihre hellen Augen anzusehen, denn wenn ich das täte (überwältigt von der unglaublichen Schönheit ihres gnadenvollen Aspekts), wenn möglicherweise ihre strahlenden Strahlen sich wechselseitig mit den meinen begegneten, schien mir für eine kleine Weile alles doppelt, bis ich die Lider geschlossen und sie zu ihrem früheren Licht zurückgeführt hatte.

Woraufhin, und aufgrund dieser Dinge gefesselt, beraubt und überwunden, beschloss ich in diesem Augenblick, einige frische Blumen zu pflücken und sie ihr in aller demütigen Weise anzubieten, und es begab sich, dass, während meine geheimen Gedanken dem zustimmten und ein freies Mittel und einen großen Eingang zur Entdeckung meines Verlangens bewilligten. Doch mein brennendes Herz, das dies demütig geöffnet hatte, eben wie ein reifer Apfel, der entweder gebissen oder geschüttelt wird, so fiel es mir aus der Hand und versagte. Und indem es in seine verwundete und vertraute Lage nach einer gewissen Zeit der Unterbrechung zurückkehrte, nahm seine gewohnte Hitze und sein Inbrunst unmittelbar zu und durchdrang die inneren Teile mit ihren jungfräulichen Aspekten, die mit einer anmutigen Grazie und unbeschreiblicher Eleganz überaus verschönert waren; denn in diese süße Einleitung meiner ersten verliebten Flammen in meinen Geist (gleich dem Trojanischen Pferd, voll von Waffen und Betrug) war der Eingang für eine ewige, unbekannte und unaufhörliche Plage gemacht worden, die tief in meinem zarten und armen Herzen eiterte und dort beständig verblieb: das, leicht überwunden von einem süßen Blick, unbedacht ohne Zögern seinen eigenen Schmerz beschleunigt und sich gänzlich den verliebten Einfällen offenbart und sich mit süßen Vorstellungen von selbst verbrennt.

Zu all diesen brennenden Verlangen zwang mich ihre gegenwärtige Gesellschaft sehr, die ich schätzte, mir mehr Trost zu spenden als der Nordstern in einer stürmischen Nacht dem beunruhigten Seemann: annehmbarer als jene der Melicta für Adonis, oder für Phrodites, die gefällige Nymphe Peristera: und erfreulicher als Dittander für die Tochter des Dydo, mit der purpurnen Blume für die Wunde des frommen Aeneas: und mein Herz getroffen und innerlich stechend findend, heimlich gefüllt und zusammengedrückt gestopft; indem ich in ihm veränderliche Gedanken und das Wirken der Liebe aufzeichnete und ansammelte, wuchs meine unheilbare Wunde mehr und mehr. Aber die Reste meiner Sinne zusammennehmend, wie einer, der es wagte, versicherte ich mich, meine beabsichtigten Begierden und verliebten Einfälle vor ihr zu offenbaren und darzulegen. Und so mich in einer blinden Torheit verlierend, konnte ich nicht anders, als meinen eindringenden Begierden Platz zu machen, die inbrünstig siedeten und mich zwangen, dies zu sagen.

Oh, zartes und himmlisches Fräulein, was immer du auch bist, deine gewaltige Liebe hat mich in Brand gesetzt und verzehrt mein bekümmertes Herz; ich finde mich überall brennend in einer unaufhörlichen Flamme, und einen scharfen Pfeil mitten in meine Brust geworfen, wo er feststeckt, nachdem er eine tödliche Wunde zugefügt hat, die nicht zu heilen ist. Und nachdem ich dies gesagt hatte, um vor ihr mein verborgenes Verlangen zu entdecken und die Extremität meiner bitteren Leidenschaften zu mäßigen: die ich fühlte, je mehr sie verborgen blieben, desto mehr zuzunehmen und anzuwachsen, hielt ich geduldig meinen Mund: und auf diese Weise wurden all jene inbrünstigen und schmerzlichen Aufregungen, zweifelhaften Gedanken, lüsternen und gewaltsamen Begierden ein wenig unterdrückt; mit meinem übel aussehenden Gewand, an dem noch einige der Brombeerblätter und Stacheln aus dem Wald hingen, und eben wie ein Pfau im Stolz seiner Federn, der die Hässlichkeit seiner Füße betrachtend seinen Schweif senkt: so dämpfte ich, die Ungleichheit meiner selbst mit einem solchen himmlischen Gegenstand betrachtend, die Provokationen meiner widerspenstigen und hohen Begierden, in die Eitelkeiten meiner Gedanken blickend.

Und dann bemühte ich mich ernsthaft mit allen Mitteln, die ich konnte, mein unbezügeltes, umherschweifendes Begehren, meinen wandernden Geist und meine unbescheidene Begierde zu unterwerfen, einzukerkern und im Zaum zu halten, beabsichtigend, dass es nun niemals wieder geäußert werden sollte.

Schließlich begann ich in der geheimen Tiefe meines verwundeten Herzens zu denken, dass zweifellos dieser mein gegenwärtiger anhaltender Kummer gleich dem des bösen Tantalus sei, zu dessen heißen und dürstenden Lippen das kühle und klare Wasser sich anbot, und dessen hungrigem Verlangen die süßen Früchte über seinem klaffenden Mund hingen und sich darboten, doch er schmeckte niemals von beidem.

Ach, wehe mir, in gleicher Weise, eine überaus schöne Nymphe von vortrefflicher Gestalt, von blühendem Alter, von engelhaftem Verhalten, das unbeschreiblich ist, und von seltener Ehre und überaus großer Höflichkeit, wie meine Augen sie schauen konnten, deren Gesellschaft jedes erlesene menschliche Vergnügen übertraf; und ich, genau bei ihr, voll von jeder Art Provokation, inbrünstig Liebe und Verlangen fordernd, in ihr selbst die ganze Vollkommenheit der Wonne anhäufend, und doch mein gähnendes und wollüstiges Verlangen dadurch nicht im Geringsten befriedigt.

Nun, auf diese Weise meine brennende Begierde in keiner Weise gelindert, tröstete ich, so gut ich konnte, mein schmachtendes Herz, das unermesslich gequält wurde, indem ich es an die wohltuende und verliebte Hoffnung erinnerte: und damit war niemals eine Kohle so sehr dem Erlöschen nahe, dass sie nicht sogleich erneuert und durch die Gesellschaft der nächsten entflammt worden wäre. Und meine unbezügelten Augen, je mehr sie entwaffnet waren, ihrer Macht zu widerstehen, desto mehr waren sie entflammt von der unverschämten Begierde und dem Gefallen an ihrer wunderbaren und himmlischen Schönheit; immer noch schien sie schöner, vortrefflicher, lieblicher, begehrenswerter, extrem bereit und vorbereitet für die Liebe: augenscheinlich in sich selbst eine wunderbare Zunahme süßer Lust zur Schau stellend.

Danach dachte ich bei mir selbst, es mag sein, dass sie irgendein Geschöpf ist, das ich nicht begehren darf, und es mag sein, dass der Ort nicht geeignet für solche Gedanken ist, und dann mag es sein, dass ich ein weises Werk vollbracht und einen schönen Faden gesponnen habe, wenn ich für meine Unverschämtheit bestraft werden sollte, wie Ixion. In gleicher Weise hätte der Thraker niemals den tiefen Sitz des Neptun gefunden, wenn er sich nicht mit Tethis eingelassen hätte; und Gallantide, die Magd der Lucina, hätte nicht in ihrem Mund hervorgebracht, wenn er nicht betrogen hätte. Es mag sein, dass diese Nymphe einem hohen und mächtigen Fürsten angetraut ist, und ich, ihr diese Schande anzubieten, was bin ich dessen wert?

Und so mit mir selbst raisonierend, dachte ich, dass diejenigen Dinge, die nur geringe Sicherheit hätten, leicht entschlüpfen würden, und dass es nicht schwer wäre zu betrügen, wo kein wachsamer Blick sei: und für kühne Geister sei das Glück nicht gänzlich fehlend: und außerdem, dass es schwer sei, die Gedanken eines Mannes zu kennen. Woraufhin ich mich, eben wie Calistone, die sich ihrer schwellenden Leibes schämte, von der Gegenwart der Diana zurückzog, errötend über meinen Versuch und meine ungehörigen Begierden zügelnd. Doch mit einem lüsternen Auge hörte ich niemals auf, mit großem Entzücken die extreme Schönheit der vortrefflichen Nymphe zu untersuchen, mich ihrer süßen Liebe mit einem unfehlbaren, hartnäckigen und festen Entschluss hingebend.

Polia, ihrem Liebhaber Poliphilus noch unbekannt, versichert ihn gnädig: welcher sich für ihre extreme Schönheit darum bemüht, sie von ganzem Herzen zu lieben. Und beide, zu den Triumphen gehend, sehen sie zahllose Jünglinge und Jungfrauen, die mit großem Vergnügen scherzen.

Der Bogenschütze Amor, der in meinem verwundeten Herzen seinen Wohnsitz hatte, wie ein Herr und König, mich in den Banden der Liebe gefesselt haltend, fand ich mich gestochen und schmerzlich gequält in seiner tyrannischen und doch angenehmen Herrschaft. Und im zweifelhaften Entzücken schwelgend, unermesslich seufzend, begoss ich meine Klagen; und dann gab mir die überragende Nymphe mit einer gefälligen Grazie augenblicklich Trost, und mit ihren roten und wohlklingenden Lippen gewaltsame und anziehende Worte formend, gab sie mir Versicherung: alle furchtsamen Gedanken mit ihren olympischen Aspekten aus meinem Herzen verbannend und entfernend, und mit ihren beredten Reden mein brennendes Herz kühlend; und mit einem verliebten und freundlichen Blick und einem Wurf ihrer Augen und lächelnder Anmut sagte sie dies zu mir.

Poliphilus, ich möchte, dass du dies verstehst und weißt, dass wahre und tugendhafte Liebe keine Rücksicht auf äußere Dinge nimmt, und deshalb lass nicht die Niedrigkeit deiner Kleidung deinen Geist mindern oder verringern, wenn er vielleicht edel und sanft ist und dieser Orte würdig und geeignet, diese wunderbaren Triumphe zu schauen; deshalb lass deinen Geist nicht von Furcht entmutigt sein, sondern betrachte fleißig, welche Königreiche diejenigen besitzen, die von Venus gekrönt werden. Ich meine solche, die schwer gepeinigt sind und dennoch ausharren, ihr auf ihren verliebten Altären und heiligen Flammen dienend und sie erwartend, bis sie ihre rechtmäßige Gunst erlangen. Und dann, ein Ende ihrer kurzen und süßen Rede machend, beide vorwärts gehend, unser Schritt weder zu schnell noch zu langsam, sondern in einem Maß; dachte ich so und raisonierte so mit mir selbst.

Oh, tapferster Perseus, du hättest heftiger mit dem grausamen Drachen gekämpft, für die Gunst dieser, als für die Liebe deiner schönen Andromeda. Und danach.

Oh Iason, wenn die Vermählung dieser dir angeboten worden wäre, mit einem größeren und gefährlicheren Abenteuer als dem Erlangen des goldenen Vlieses, du hättest jenes losgelassen und dieses mit einem größeren Mut unternommen, es über alle Juwelen und kostbaren Schätze der ganzen Welt schätzend; ich, mehr als die der reichen und mächtigen Königin Eleutherillida. Beständig noch schöner, herrlicher und lieblicher scheinend. Hippodamia und all die gierigen, schabenden und zweifelhaften Wucherer nahmen niemals ein solches Entzücken am Erlangen von Gold. Ein ruhiger Hafen war niemals einem notleidenden Seemann in einer stürmischen, dunklen und ungestümen Winternacht so willkommen: noch der ersehnte und treffliche Fall von Regen, auf das Gebet des Crösus hin, wie die liebende Zustimmung dieser zierlichen Nymphe: mir willkommener als blutige Schlachten dem kriegerischen Mars, oder die ersten Früchte von Creta dem Dionisius: oder die trillernde Harfe dem Apollo: und doch dankbarer als fruchtbarer Boden, volle Ähren und reichhaltiger Ertrag dem arbeitenden Landmann.

Und so in höchst zufriedener Art weitergehend und das dichte, grüne und kühle Gras niederdrückend: manchmal wollten meine forschenden und geschäftigen Augen einen Blick auf ihre hübschen und kleinen Füße werfen, die gut in Schuhe aus rotem Leder passten, die vom Spann aus breiter wurden, schmal an der Zehe und eng um die Ferse; und manchmal entdeckten sich ihre feinen und beweglichen Beine (ihr Gewand aus Seide, das vom Wind um ihre jungfräulichen Teile geweht wurde). Wenn ich sie hätte sehen können, so stelle ich mir vor, dass sie wie die feinste Blume des Peloponnes aussahen oder wie die reinste Milch, mit Moschus geronnen.

Durch all diese überaus köstlichen Dinge, in die harten und unentwirrbaren Knoten heftiger Liebe gebunden und gefesselt, schwieriger zu lösen als jener des Herkules, oder jener, den Alexander der Große mit seinem Schwert durchtrennte: und verliebt maskiert in gerollten Netzen, und mein unterworfenes Herz, niedergehalten von bekümmerten Überlegungen und brennenden Begierden, mich führend, wohin sie wollten, fand ich darin mehr stechende Qualen als der treue Regulus in Afrika. So dass meine bekümmerten Geister, die durch ein verliebtes Verlangen und extreme Pein exaspriert waren und beständig in meiner pochenden Brust brannten, keineswegs besänftigt werden konnten, außer durch das Schlürfen unaufhörlichen Schluchzens und das Ausatmen ihres flüchtigen Verlustes. Und so in einem Nebel von Zweifeln ertrunken und sehend, wie ich gewaltsam in ihrer Liebe gefangen war, sagte ich dies zu mir selbst.

O Poliphilus, wie kannst du jemals deine unzertrennliche Liebe, die für deine süße Polia entflammt ist, für eine andere aufgeben? Und während ich mich bemühte, mich von dieser Nymphe loszumachen, die mich so eng und fest umschlungen hielt, stärker noch als in den Klauen eines Krebses oder Hummers, fand ich das kein leichtes Stück Arbeit, sodass ich nicht umhin konnte, mein aufgewühltes Herz schmerzlich an die Liebe und Zuneigung zu dieser zu binden, die allem Anschein nach die wahre Gestalt, die süße Ähnlichkeit und das anmutige Gebaren meiner innigst geliebten Polia besaß. Doch vor allen Dingen ging mir dies am nächsten und betrübte mich am meisten, wie ich mir gewiss sein sollte, dass sie Polia sei. Woraufhin mir aus meinen wässrigen Augen sogleich die salzigen Tränen herabrollten und es mir als eine harte und verächtliche Angelegenheit erschien, aus meinem verlassenen und armen Herzen seine alte Herrin und Gebieterin zu verbannen und eine neue, fremde und unbekannte Tyrannin zu empfangen.

Hernach tröstete ich mich wieder mit dem Gedanken, dass dies vielleicht sie sei, gemäß dem heiligen Orakel und der wahren Rede der mächtigen Königin Eleutherillida: und dass ich daher unter meiner Last nicht zurückweichen oder mich beugen sollte; denn wenn ich mich nicht sehr täuschte, war dies wahrlich sie. Und nachdem ich diesen verliebten und diskursiven Gedanken und diese überzeugende Voraussetzung gefasst hatte, gab ich alle anderen Wünsche auf und beschloss einzig mit Herz und Sinn, zu dieser edlen und vortrefflichen Nymphe zurückzukehren; in deren große Liebe ich, durch äußersten Zwang derart gefangen, es wagte, mit ungewohnter Bewunderung ihre seltene Gestalt und ihre lieblichen Züge fleißig zu betrachten, wobei meine Augen sich selbst zu den verschlingenden Strudeln ihrer unvergleichlichen Schönheit machten: und sie waren nicht eher geöffnet, um heiß die süße Lust ihrer so gütigen und augenfälligen Gegenwart in sich aufzunehmen, als sie für immer gestärkt wurden, mit sich die Versammlung all meiner anderen gefangenen Sinne solazierend zu vereinen, sodass ich bei ihr und keiner anderen die Linderung und das Löschen meiner amorösen Flammen suchte. Und auf diese Weise kamen wir, während ich von der exasprierenden Liebe so grausam verwundet war, ein Stück auf die rechte Seite des weitläufigen Feldes.

An diesem Ort befanden sich grüne Bäume, dicht mit Blättern und voller Blumen, Früchte tragend, rings um den Ort und den Sitz von so veränderlicher und vielfältiger Art, niemals welkend, sondern immer grün, was dem entzückten Betrachter große Zufriedenheit schenkte.

Die galante und angenehme Nymphe blieb dort stehen; und auch ich hielt inne: Wo ich mich durch die Güte der fruchtbaren Ebene umsah, mit halbem Blick, weil ich ihn nicht gänzlich von dem amorösen Objekt abwenden konnte; erblickte ich ganz in unserer Nähe eine gewisse Erscheinung einer uns umgebenden Gesellschaft, die um uns herum triumphierte und tanzte, von überaus tapferen und feinen Jünglingen, ohne Bärte und ungeschorene Haare, außer dass sie buschig, lockig und gewunden waren, ohne irgendeine Kunst oder weibische Kräuselung: gekrönt und geschmückt mit Girlanden und Kränzen aus diversen Blumen und roten Rosen, mit belaubter Myrte, mit purpurnem Amarant oder Tausendschön und Steinklee: und bei ihnen eine große Gesellschaft junger Mädchen, schöner und zarter, als sie in Sparta zu finden sind; beide Arten sehr reich gekleidet, in Seiden von wechselnden Farben, die die vollkommene Farbe verbargen; einige in Purpur und Maulbeerfarben, und andere in weißem, gekräuseltem Sendel, wie Ägypten es niemals aufwies, und von diversen anderen Farben: einige lohfarben, einige karmesinrot, andere in Grün, einige in Violett, einige in Blau, pfirsichfarben, pfauenfarben, vollkommen in der Wolle gefärbt, wie Corica sie je hervorbringen konnte: und bestreut und durchwirkt mit Gold, und eingefasst und gesäumt mit orientalischen Perlen und in reines Gold gefassten Steinen; einige in Gewändern und andere in Jagdgewändern.

Und die meisten der schönen Nymphen hatten ihr schönes Haar glatt zusammengebunden und dreimal mit einem ausgezeichneten Abschlussknoten umwickelt; andere hatten ihre unsteten und wellenden Locken, die sich über ihre schönen Hälse ausbreiteten. Einige mit einer Fülle von Haar, das über ihre Stirnen geworfen war, wobei die Enden in Locken übergingen und die Schönheit derselben überschatteten: sodass die Natur und nicht die Kunst sich darin als eine schöne Gebieterin zeigte; mit Stirnbändern und goldenen Schnüren, eingefasst mit orientalischen Perlen, und andere in goldenen Hauben, wobei sie um ihre schlanken Hälse reiche und kostbare Halsbänder und Ketten aus Perlen und Steinen sowie hängende Juwelen trugen. Und an ihren kleinen Ohren hingen diverse Edelsteine, und über den veränderlichen Frisuren ihrer Köpfe waren vorne in zwei Halbkreisen Schatten aus orientalischen Perlen und Steinen in Blumen aus Haar gesetzt.

All diese ausgezeichneten Ornamente, zusammen mit ihren überaus eleganten Gestalten, waren leicht imstande, jedes grobe, niederträchtige oder eigensinnige Herz zu wandeln.

Ihre schönen Brüste waren auf wollüstige und ausgelassene Art bis zur Mitte entblößt: Und an ihren hübschen Füßen trugen einige Sandalen nach alter Weise, bestehend aus Sohlen, wobei der Fuß nackt war und mit einer kleinen goldenen Kette daran befestigt, die zwischen dem großen Zeh und dem mittleren sowie dem kleinen Zeh und dem nächsten heraufkam, um die Ferse über den Spann verlief und sich am oberen Teil zwischen den Zehen und dem Spann in einer Blume befestigte. Andere trugen gerade Schuhe, die auf dem Spann mit goldenen Blumen verschnallt waren. Ihre Strümpfe aus Seide; einige purpurn, einige nelkenfarben, einige in geteilten Farben: solche, wie sie Caius Galicola niemals zuerst aufbrachte. Andere trugen Buskins an den weißen, geschwollenen Waden ihrer Beine, die mit Seide geschnürt waren; einige mit Gold und Edelsteinen geknöpft.

Ihre Stirnen waren überaus schön und durch die beweglichen Wellen ihres kräuselnden Haares verschönert, bedeckt von einem dünnen Schleier, gleich einem Spinnennetz. Ihre Augen waren beißend und verführerisch, heller als die funkelnden Sterne in einer klaren Luft, unter ihren kreisförmigen Brauen: mit einer kleinen Nase zwischen ihren runden und kirschroten Wangen: ihre Zähne wohlgeordnet, klein und ebenmäßig gesetzt, von der Farbe von raffiniertem Silber: auf dem Rest, zwischen ihren süßen und weichen Lippen: von der Farbe von Korallen.

Viele von ihnen trugen Musikinstrumente, wie sie niemals in Ausonien noch in den Händen des Orpheus gesehen wurden: die auf der blühenden Wiese und der glatten Ebene höchst entzückende Klänge hervorbringen, mit süßen Stimmen und Geräuschen der Freude und des Triumphes: und um den Ruhm zu mehren, amorös miteinander streitend und wetteifernd, mit solazierenden und angenehmen Handlungen, begleitet von schönen Reden und freundlichen Mienen. Und an diesem Ort erblickte ich unter höchst entzückendem Beifall vier Triumphe, die so kostbar und prunkvoll dargeboten wurden, wie sie niemals ein sterbliches Auge gesehen hat.

Poliphilus erblickte an diesem vorgeschriebenen Ort vier triumphierende Streitwagen, alle mit Edelsteinen und Juwelen besetzt, von einer großen Anzahl Jünglinge zur Ehre Jupiters.

Der erste der vier wunderbaren Triumphwagen hatte vier runde Räder aus vollkommenen grünen Smaragden aus Skythen; der Rest des Streitwagens versetzte mich in Staunen, da er ganz aus Tafel-Diamanten gefertigt war: nicht aus Arabien oder Zypern, aus der neuen Mine, wie unsere Steinschneider sie nennen: sondern aus Indien, die den harten Schlägen von Eisen und Stahl widerstehen, dem heißen Feuer standhalten und einzig mit dem warmen Blut von Ziegen erweicht werden, dankbar in der magischen Kunst; welche Steine wunderbar in einer kataglyphischen Explikatur geschliffen und sehr kurios in feines Gold gefasst waren.

Auf der rechten Seite des Streitwagens sah ich die Darstellung einer edlen Nymphe ausgedrückt, mit vielen sie begleitenden in einer Wiese, die siegreiche Stiere mit Blumengirlanden krönten, und einer, der ganz zahm bei ihr verweilte.

Dieselbe Nymphe war auch auf der anderen Seite dargestellt, die auf den Rücken des Stieres gestiegen war, der sanft und weiß war, und sie über das Meer trug.

Am vorderen Ende erblickte ich Cupido, mit einer großen Anzahl verwundeter Menschen und Völker, die voller Staunen zusahen, wie er in die Luft schoss. Und im hinteren Teil stand Mars vor Jupiter, trauernd, weil der Knabe durch seinen undurchdringlichen Brustpanzer geschossen hatte, und zeigte die Wunde, und mit der anderen Hand den Arm ausstreckend, hielt er dieses Wort: Nemo.

Die Form dieses Streitwagens war viereckig, aus zwei vollkommenen Quadraten, längs, von sechs Fuß Länge und drei Fuß Höhe, mit einem ausladenden Gesims über und unter dem Sockel: und um denselben eine Ebene, in der Breite zweieinhalb Fuß und in der Länge fünfeinhalb Fuß, die zum Gesims hin neigte, ganz und gar geschuppt mit Edelsteinen, mit einem veränderten Kongress und einer Anordnung von Farben, die abwechslungsreich angeordnet waren. Und an den vier Ecken waren vier umgekehrte Kopien befestigt, deren Mündung nach oben auf der vorspringenden Ecke des Gesimses lag, voll von Früchten und Blumen, die aus Edelsteinen geschnitten waren, als würden sie aus einem goldenen Blattwerk wachsen. Die Hörner waren nahe ihrer Mündung mit Mohnblättern ziseliert und im Bauch gewunden: die Anmutung und die Auswärtsbiegung schlossen fest an das Ende der Ebene an und brachen in einem altmodischen, gezackten Blattwerk ab, das unter dem Rücken der Kopie und aus demselben Metall entlanglag. An jeder Ecke des Sockels, vom Gesims abwärts, befand sich ein Fuß wie der einer Harpyie, mit einer ausgezeichneten Umwandlung und Drehung auf beiden Seiten der Akanthusblätter.

Die Räder waren über den Naben und Achsen innerhalb des Streitwagens eingeschlossen, und dessen Seiten unter den Füßen der Harpyien bogen sich etwas nach oben und wurden kleiner, drehten sich rund nach unten, woran die Ausstattung oder das Geschirr befestigt waren, um ihn zu ziehen: und wo die Achse war, dort kam an der Seite des Bodens des Streitwagens, über der Nabe des Rades, eine Prepention herab, die sich an den Sockel anschloss, zweimal so lang wie tief, aus zwei Blattwerken, das eine sich in die eine Richtung erstreckend und das andere in die andere: und auf deren Mitte und unterstem Teil befand sich eine Rose mit fünf Blättern, in deren Samen das Ende der Achse lag.

Auf der vorgenannten Ebene erblickte ich das Bild eines schönen, weißen und zahmen Stieres, geschmückt und herausgeputzt mit Blumen, wie ein Ochse für ein Opfer. Und auf seinem großen und breiten Rücken saß eine fürstliche Jungfrau mit langen und schlanken Armen, halb nackt; mit ihren Händen hielt sie sich an seinen Hörnern fest. Ihre Kleidung war exquisit aus grüner Seide und Gold, wunderbar gewebt, und von nymphenhafter Art, ihren Körper bedeckend und um ihre Taille gegürtet, eingefasst mit Perlen und Steinen, und eine Krone aus glänzendem Gold auf ihrem schönen Haupt.

Dieser Triumph wurde von sechs lüsternen Zentauren gezogen, die vom gefallenen Samen des vorlauten und anmaßenden Ixion stammten: mit einem goldenen Geschirr auf ihnen und entlang ihrer starken Seiten, wie Pferde, ausgezeichnet geformt und in Art einer Flaschenzugkette verstrickt, wodurch sie den Triumph zogen; wie sie Ericthonius niemals an Schnelligkeit erfand.

Auf jedem von ihnen ritt eine schöne Nymphe, mit den Schultern zueinander: drei mit ihren schönen Gesichtern zur rechten Seite der Triumphe und drei zur linken, mit Musikinstrumenten, die zusammen eine himmlische Harmonie und einen Konsort bildeten. Ihre Haare waren gelb und fielen über ihre schönen Hälse, mit pankarpialen Girlanden aller Arten von Blumen auf ihren Häuptern. Die zwei, die dem Triumph am nächsten waren, waren in blaue Seide gekleidet, wie die Farbe eines Pfaunackens.

Die mittlere in hellem Karmesinrot: und die zwei vordersten in einem Smaragdgrün, wobei es nicht an Ornamenten fehlte, um sie herauszuputzen, so süß mit kleinen runden Mündern singend und auf ihren Instrumenten spielend, in einer solch himmlischen Art, dass es einen Menschen vor dem Sterben bewahren würde.

Die Zentauren waren mit Efeu gekrönt, der Dendrocyssos genannt wird. Die zwei, die dem Triumph am nächsten waren, trugen in ihren Händen zwei Gefäße altmodischer Art, aus dem Topas Arabiens, von einer hellen goldenen Farbe, der Lucina angenehm ist, und bei dem die Wellen ruhig sein werden: schlank am Boden, dick anschwellend im Bauch und sich klein nach oben zur Öffnung hin verjüngend; in der Höhe zwei Fuß, ohne Ohren: aus denen ein dicker Rauch oder Dunst von unschätzbarem Wohlgeruch aufstieg. Die mittlere blies auf goldenen Trompeten mit Bannern aus Seide und Gold, die an drei Stellen an den Trompeten befestigt waren.

Die anderen zwei vordersten mit altmodischen Kornetten, die im Konsort mit den Instrumenten der Nymphen übereinstimmten.

Unter diesem triumphierenden Streitwagen waren die Achsen zweckmäßig platziert, worauf sich die Räder drehten, und von einem balustrischen Linienament, das zum Ende hin klein wurde und rund: Welche Achsen aus feinem reinem Gold und massiv waren, niemals rostend oder zerfressend; was das tödliche Gift und der Zerstörer der Tugend und des friedlichen Verweilens ist.

Dieser Triumph wurde feierlich gefeiert, mit maßvollem Springen und Tanzen ringsum und großem Beifall: ihre Gewänder waren mit Schärpen gegürtet, deren Enden in der Luft flogen.

Und auf gleiche Weise lobten diejenigen, die auf den Zentauren saßen, im Gesang den Anlass und das Mysterium des Triumphs, mit Stimmen im Konsonanten- und Kantionellvers; angenehmer, als ich auszudrücken vermag, doch dies möge genügen.

Der zweite Triumph.

Der nächste Triumph war nicht weniger würdig, erblickt zu werden, als der erste. Die vier Räder, die Speichen und Naben waren alle aus fulkischem Achat und an diversen Stellen mit weißen Adern: wie König Pyrrhus sie nicht zeigen konnte, mit der Darstellung der neun Musen und Apollo, der in ihrer Mitte auf seiner Laute spielte.

Die Achsen und die Form desselben wie die anderen: aber die Tafeln waren aus orientalischem blauem Saphir, in denen, so klein wie Staubkörner in der Sonne, gewisse goldene Glänze waren, der magischen Kunst angenehm und von Cupido in der linken Hand geliebt.

Auf der Tafel auf der rechten Seite erblickte ich eine gute Matrone eingraviert, die in einem fürstlichen Bett lag und in einem stattlichen Palast von zwei Eiern entbunden wurde: ihre Hebammen und andere Matronen und junge Frauen waren über den Anblick sehr erstaunt. Aus einem derer entsprang eine Flamme aus Feuer: und aus dem anderen Ei zwei helle Sterne.

Auf der anderen Seite waren die neugierigen Eltern eingraviert, unwissend über diese seltsame Geburt, im Tempel des Apollos, vor seinem Bildnis, die durch Orakel nach dem Grund und Ende hiervon fragten und diese dunkle Antwort erhielten: _Uni gratum Mare. Alterum gratum Mari._ Und wegen dieser zweideutigen Antwort wurden sie von ihren Eltern bewahrt.

Am vorderen Ende des Streitwagens war höchst lebendig die Gestalt des Cupido dargestellt, hoch oben in den Himmeln, mit den scharfen Spitzen seiner goldenen Pfeile, die die Körper diverser vierfüßiger Bestien, kriechender Schlangen und fliegender Vögel verwundeten und zum Bluten brachten. Und auf der Erde standen diverse Personen, die sich über die Kraft eines solchen kleinen Sklaven und die Wirkung eines solch schwachen und schlanken Pfeils wunderten.

Am hinteren Ende war Jupiter, der an seiner Stelle einen klugen und subtilen Hirten als Richter einsetzte, der von ihm geweckt wurde, als er bei einem sehr schönen Brunnen schlief, welche der drei schönsten Göttinnen er für am würdigsten hielt. Und er, von dem tückischen Cupido verführt, gab den Apfel der angenehm wirkenden Venus.

Dieser triumphierende Streitwagen wurde von sechs weißen Elefanten gezogen, die paarweise zusammengekoppelt waren, wie sie in Agesinua oder unter den Gandern Indiens kaum zu finden sind. Pompeius hatte niemals dergleichen in seinen Triumphen in Afrika: noch wurden dergleichen in den Triumphen der Eroberung Indiens gesehen; ihre Rüssel mit tödlichen Zähnen aus Elfenbein bewaffnet, ihren Weg gehend und zusammenziehend, ein angenehmes Trompeten oder Geräusch machend. Ihre Ausstattung und Geschirre aus reiner blauer Seide, mit Fäden aus Gold und Silber verzwirnt: die Befestigungen im Geschirr, alle mit quadratischen oder Liebesknoten gefertigt, wie quadratische Ähren vom Berg Garganus. Ihre Brustschmucke aus Gold, besetzt mit Perlen und Steinen in verschiedenen Farben; die Schönheit des einen wetteifernd mit der Schönheit des anderen. Und so war all ihre Ausstattung oder Bewaffnung bis zu den Geschirren aus Seide wie zuvor gesagt.

Auf ihnen ritten ebenfalls (wie zuvor) sechs junge und zarte Nymphen, in gleicher Weise, aber ihre Instrumente waren von den vorigen verschieden, stimmten aber im Konsort überein: und was auch immer die ersten taten, das taten auch diese.

Die ersten zwei waren in Karmesinrot gekleidet: die mittleren zwei in feiner haarfarbener Kleidung: und die vordersten in Violett. Die Schabracken der Elefanten waren aus Goldstoff, eingefasst mit großen Perlen und Edelsteinen: und um ihre Hälse waren Ornamente aus großen runden Juwelen, und auf ihren Gesichtern große Perlenbälle, mit Seide und Gold behangen, unstet und sich drehend.

Über diesem stattlichen triumphierenden Streitwagen erblickte ich einen überaus weißen Schwan, in der amorösen Umarmung einer edlen Nymphe, der Tochter des Theseus, von einer unglaublichen Schönheit: und auf ihrem Schoß saß derselbe Schwan, über ihren weißen Schenkeln. Sie saß auf zwei Kissen aus Goldstoff, fein und weich gewebt, mit allen für sie notwendigen Ornamenten.

Sie selbst war nymphenhaft gekleidet, in Silberstoff, hier und da mit Gold bestäubt, über einem und unter drei, ohne Fehler oder Mangel an irgendetwas, das für die Schmückung einer so ehrenvollen Darstellung erforderlich ist, was dem Betrachter eine angenehme Freude bereiten kann. In jeder Art und Weise mit so großem Beifall dargeboten wie die erste.

Der dritte Triumph.

Dann folgte der dritte Triumph, mit vier Rädern aus äthiopischem Chrysolith, die Gold ausstrahlten: was darin in alter Zeit gehalten wurde, hat man für gut gehalten, um bösartige Geister zu vertreiben. Die Räder nach oben hin bedeckt, wie zuvor gesagt, und die Naben und Speichen von derselben Art, aus grünem Heliotrop aus Zypern: dessen Tugend es ist, im Tageslicht Geheimnisse zu bewahren, zu göttlichen Gaben, voller Blutstropfen.

Diese Historie war auf der rechten Seite der Tafel desselben eingraviert, wie folgt. Ein Mann von großer Majestät, der bat zu wissen, was seiner schönen Tochter zustoßen würde: ihr Vater verstehend, dass er durch sie seiner Krone und Würde beraubt werden würde; und damit sie nicht von irgendwem entführt oder gestohlen werde, baute er einen mächtig starken Turm und ließ sie dort mit einer wachsamen Wache bewahren: und sie, die dort auf diese Weise mit großer Zufriedenheit verweilte, hatte Tropfen aus Gold, die in ihren jungfräulichen Schoß fielen.

Auf der anderen Seite war ein tapferer Jüngling herausziseliert, der mit großer Ehrfurcht einen Schutzschild aus Kristall empfing und später mit seinem Schwert das Haupt einer schrecklichen Frau abschnitt und nachher stolz ihr Haupt als Zeichen des Sieges trug; aus deren heißem Blut ein fliegendes Pferd aufstieg: das mit einem seiner Hufe auf einen Berg schlug und eine seltsame Wasserquelle hervorsprudeln ließ.

Am vorderen Ende erblickte ich den mächtigen Cupido, der seinen goldenen Pfeil zog und denselben hinauf in die Himmel schoss, was sie dazu brachte, Blut zu regnen: worüber eine Anzahl von Menschen aller Art voller Staunen stand. Am anderen Ende sah ich Venus in einem wunderbaren Missfallen, die ihren Sohn von einem Ritter in einem Netz gefangen hatte und ihn bei den Flügeln packte und im Begriff war, ihm seine Federn auszureißen: nachdem sie eine Handvoll ausgerissen hatte, die umherflogen, schrie der kleine Elf kläglich; und ein anderer, von Jupiter gesandt, nahm ihn weg und rettete ihn vor seiner Mutter und präsentierte ihn Jupiter: gegen dessen göttlichen Mund in attischen Buchstaben diese Worte geschrieben standen, +SUMOIPL UKUSTEKAIPKROS+ und er deckte ihn in den Schoß seines himmlischen Gewandes.

Dieser triumphierende Streitwagen wurde prunkvoll mit sechs wilden Einhörnern gezogen: ihre Köpfe wie Hirsche, die die keusche Diana verehrten. Das Brustgeschirr und die Ausstattung um ihre starken Brüste war aus Gold, besetzt mit Edelsteinen und mit Silber und haarfarbener Seide gefranst, in Knoten gebunden, in Art eines Netzwerks, und an jedem herabhängenden Punkt behangen, ihre Schabracken wie die anderen zuvor gesprochenen.

Auf diesen saßen sechs schöne Jungfrauen, in solchem Prunk und Weise wie zuvor, gekleidet in Goldstoff, der mit blauer Seide zu diversen Blättern und Blumen gewebt war; diese hatten einen Konsort aus lünzischen Blasinstrumenten, voller Geist. Und auf der Spitze des Streitwagens war ein Stuhl aus grünem Jaspis platziert, der in Silber gefasst war: notwendig bei der Geburt und medizinisch für die Keuschheit; am Fuß war er sechseckig und wurde kleiner zum Sitz hin, und von der Mitte zum Fuß war er gefast und gefurcht, und nach oben mit Nextrullen gearbeitet; der Sitz davon war etwas ausgehöhlt, für das leichtere Sitzen darauf. Die Linienamente desselben höchst ausgezeichnet.

Auf demselben saß eine überaus seltsame, schöne Nymphe, reich gekleidet in Goldstoff und blauer Seide, angetan wie eine Jungfrau und geschmückt mit zahllosen Arten von Perlen und Steinen; sie zeigte ein gefühlvolles Entzücken, während sie betrachtete, wie Goldtropfen vom Himmel in ihren Schoß fielen. Sie saß in feierlichem Prunk wie die andere, unter großem Beifall, ihr schönes und volles Haar über ihren Rücken ausgebreitet, bekrönt mit einem Diadem aus Gold, besetzt mit mancherlei kostbaren Steinen.

Der vierte Triumph.

Der vierte Triumph wurde auf vier Rädern getragen, mit eisernen Reifen, die mit Gewalt ohne Feuer geschmiedet waren; der ganze übrige Wagen, in der Form dem vorigen gleich, bestand aus brennendem Karfunkel, der an den dunkelsten Orten Licht spendete, von einer auserlesenen Schliffart: es überstieg jeden Verstand, zu denken, wie oder wo er hätte gefertigt werden können oder von welchem Handwerker.

Die rechte Seite desselben enthielt diese Historie. Eine vornehme Frau in anderen Umständen, der Jupiter sich (wie er es mit Juno zu tun pflegte) in Donner und Blitz zeigte: dergestalt, dass sie ganz zu Asche zerfiel, aus welcher ein junger Säugling aufgehoben wurde.

Auf der anderen Seite erblickte ich Jupiter, wie er besagten Säugling in seinen Händen hielt und ihn einem jungen Mann übergab, mit geflügelten Stiefeln und einem Stab, um den sich zwei Schlangen wanden: welcher den Säugling gewissen Nymphen in einer Höhle übergab, damit er dort aufgezogen werde.

Am vorderen Ende konnte ich sehen, wie Amor, nachdem er mit seinem schadenfrohen Pfeil in den Himmel geschossen hatte, Jupiter dazu gebracht hatte, eine sterbliche Nymphe zu betrachten: und eine große Anzahl verwundeter Menschen, die sich darüber wunderten.

Am hinteren Ende saß Jupiter auf einem Richterstuhl als Richter, und Amor erschien hinkend vor ihm und brachte bittere Klagen gegen seine liebende Mutter vor, weil er sich durch ihre Vermittlung mit der Liebe zu einer schönen Jungfrau aufs Äußerste verwundet hatte und sein Bein durch den Tropfen einer Lampe verbrannt worden war, wobei er auch die junge Nymphe und die Lampe in ihrer Hand vorführte. Und Jupiter sprach mit einem lächelnden Antlitz zu Amor,

Perfer scintillam qui coelum accendis & omnes.

Dieses Monostichon war in lateinischen Buchstaben auf einer quadratischen Tafel vor den Angesichtern ihrer höchsten Majestäten eingraviert, das Übrige wie beschrieben.

Dieser mystische Triumph wurde von sechs gefleckten Tieren von gelb leuchtender Farbe gezogen, so flink wie die Tiger von Hyrkanien, Leoparden genannt, die miteinander mit Reisern von verschlungenen Weinreben gekoppelt waren, voll von zartem grünem Laub und Stängeln voller grüner Trauben. Dieser Wagen wurde sehr gemächlich gezogen.

Auf der Mitte dieser Ebene war ein Sockel aus Gold platziert, am untersten Durchmesser einen Fuß und drei Handbreit hoch, die unterste Kante abgerundet und ausgehöhlt, in der Mitte unter dem oberen Saum in Form einer Leiste mit Zierrat, Regeln und Schnüren: die obere Ebene dieses Sockels war ausgehöhlt, worin die Fänge der vier Adler ruhten, die auf der glatten Oberfläche des Sockels standen, welche aus kostbarem Aetit aus Persien bestanden, von der Farbe des Gefieders eines Wanderfalken. Und diese standen mit ihren Schultern einander gegenüber, und ihre goldenen Krallen waren in besagtem Sockel befestigt und verankert, wobei jeder mit seinen Flügeln die Umgebung musterte und die blühenden Spitzen ihrer Schwingen einander berührten. Über diesen, wie in einem Nest, war dieses wunderbare Gefäß aus äthiopischen Hyazinthen platziert, klar und hell, Celso inimicus, Comiti gratiosus. Dieses Gefäß war mit Smaragden und Adern aus verschiedenen anderen kostbaren Steinen besetzt, ein unglaubliches Werk. Die Höhe desselben betrug zweieinhalb Fuß, die Form war beinahe rund, die Breite im Durchmesser anderthalb Fuß, und der Umfang bestand aus drei Durchmessern. Von den Köpfen der Adler stieg der Boden oder Fuß des Gefäßes um einen Triens an, und ein Rand verlief um die Dicke einer Hand, von welchem Rand bis zum Beginn des Bauches des Gefäßes und zum Boden des Fußes mit dieser Handbreite waren es anderthalb Fuß. Hierauf stand die Form des besagten Gefäßes, anderthalb Handbreit breiter, wobei diese halbe Handbreit auf den Rand verteilt war, um den Saum aus sich faltenden Blättern und Blumen, die aus dem Hyazinthengestein hervortraten. Der Durchmesser betrug zweieinhalb Viertel. Unter diesem Rand ragten ringsum gewisse Proportionen hervor wie Walnussschalen oder der Kiel eines Schiffes, etwas dick und breit am oberen Ende und sich nach unten hin zu nichts verjüngend. Von dort bis zur Öffnung stieg es zweieinhalb Viertel an, gefurcht mit sich drehenden Kannelierungen und einem exzellenten Saum: und statt der Henkel, um das Gefäß zu ergreifen, hatte es zwei Lippen, die hervorstanden und sich rund einbogen wie der Kopf einer Bassgeige.

Unter und über den Rändern war das Gefäß mit gedrehten Kügelchen, Wellen und Reliefs gearbeitet, und mit solchen Linienamenten waren die Ränder gearbeitet, sowohl unter als auch über. Auf dem Rand am Hals des Deckels befanden sich zwei halbe Ringe, die durch Querstellung in den Rand eingedrückt waren, einer genau gegenüber dem anderen, welche in den beißenden Zähnen zweier Eidechsen oder beißender Drachen aus grünem Smaragd gehalten wurden, die aus dem Deckel hervorragten. Sie standen mit ihren schlangenartigen Füßen auf dem unteren Teil des Deckels unter dem Hals, zwischen welchem und dem unteren Gefäß ein Zwischenraum war, und von seiner oberen Zierrat herabsteigend, verband er sich mit dem eingedrehten Saum des umlaufenden Randes, wo sie fest zusammenbissen. Dieser Deckel bis zum Hals war in Schuppenarbeit aus Hyazinth gefertigt, abgesehen von den Adern aus Smaragd für die kleinen Drachen, deren Bäuche und Füße sich an dem schuppigen Deckel festklammerten. Diese kleinen Drachen, einander gegenüberstehend, ihre Brust und Kehle sich von dem Rand und dem Deckel auswölbend und ihre Schwänze sich wieder nach oben drehend, dienten als Henkel für den Deckel, genau über denen des unteren Gefäßes.

Die untere Windung, wo der Deckel mit dem Gefäß abschloss, bestand aus zwei Teilen, die mit einer exzellenten Blattverzierung von einem halben Fuß Breite zusammengefügt waren, als wären sie untrennbar gewesen.

Der Körper dieses Gefäßes war ganz von einer Weinrebe überzogen, deren Stränge und Adern und kleine lockige Windungen aus Topas waren, weit besser als der, den man auf der Insel Ophiadis findet, die Blätter aus feinem Smaragd und die Zweige aus Amethyst, dem Anblick nach höchst schön und dem Verstand nach wunderbar betrachtenswert. Das darunterliegende Gefäß schien durch dasselbe hindurch, aus Hyazinth, so rund und poliert, wie es nur ein Rad hervorbringen kann: außer dass unter den Blättern eine Substanz belassen war, welche die Blattverzierung an dem Hyazinthengefäß hielt, über das Subjekt hinweggehend und von diesem getrennt. Die ausgehöhlten und sich biegenden Blätter mit all den anderen steinmetzmäßigen Linienamenten wurden mit einer solchen Nachahmung der Natur ausgeführt, dass es wunderbar war.

Kehren wir nun zu dem umlaufenden Rand des kostbaren Gefäßes zurück. In den glatten Teilen desselben, auf beiden Seiten der Schwänze der Eidechsen, erblickte ich zwei Historien, die der Beachtung würdig waren und auf diese Weise eingraviert waren. Auf der Vorderseite des Gefäßes die Darstellung des Jupiter, der in seiner rechten Hand ein glitzerndes Schwert aus der Ader des äthiopischen Chrysoliths hielt: und in der anderen Hand einen Donnerkeil aus leuchtendem Rubin. Sein Antlitz atmete die Ader des Gallatits, und mit Sternen wie Blitzen gekrönt, stand er auf einem Altar aus Saphir. Vor seiner furchterregenden Majestät befand sich eine Schar von Nymphen, sieben an der Zahl, gekleidet in Weiß, die anboten, mit ihren süßen Stimmen zu singen, und sich daraufhin in grüne Bäume wie Smaragde verwandelten, voll von azurblauen Blumen, und sich andächtig vor seiner Macht verneigten: Nicht dass sie alle in Blätter verwandelt wurden, sondern die erste in einen Baum, ihre Füße zu Wurzeln, ihre Arme und Köpfe zu Zweigen, einige mehr als andere, aber in einem Anschein, dass sie alle gleichermaßen folgen mussten, wie an ihren Köpfen zu sehen war.

Auf dem anderen Anaglyph erblickte ich eine fröhliche und angenehme majestätische Person, wie ein junger dicker Knabe, gekrönt mit zwei sich windenden Schlangen, einer weißen und einer schwarzen, die zu einem Knoten gebunden waren. Er ruhte ergötzlich unter einem üppigen Weinstock voller reifer Trauben, und oben auf dem Rahmen waren kleine nackte Knaben, die hinaufkletterten und oben saßen und die reifen Trauben sammelten: andere boten sie dem Gott in einem Korb dar, der sie vergnügt entgegennahm: andere lagen fest schlafend auf dem Boden, berauscht vom süßen Saft der Trauben. Andere widmeten sich der Arbeit des herbstlichen Mostes: andere sangen und spielten auf der Flöte: all dies war vom Handwerker in kostbaren Steinen vollendet worden, von einer solchen Farbe, wie es die natürliche Lebendigkeit jeder Ader, jedes Blattes, jeder Blume, jeder Beere, jedes Körpers, jeder Proportion, Form und Darstellung erforderte. Und in dieser Bilderwelt, obwohl sie sehr klein war, fand sich doch im kleinsten Teil kein Mangel, sondern sie war vollkommen zu erkennen.

Aus diesem zuvor beschriebenen Gefäß entsprang ein grün blühender Weinstock, dessen windende Zweige voll besetzt waren mit Traubenclustern, die bräunlichen Beeren aus indischem Amethyst und die Blätter aus grünem Selenit aus Persien: Nicht dem Wechsel des Mondes unterworfen, ein Liebling Amors. Dieser Baum beschattete den Wagen: An jeder Ecke dieses Triumphwagens, auf der Ebene, wo das Gefäß stand, war ein Kerzenständer von exzellenter Handwerkskunst platziert, auf drei Füßen aus rotem Korall, bei der einfacheren Sorte sehr beliebt, widerstandsfähig gegen Blitze und Stürme, begünstigend und bewahrend für den Träger: Dergleichen fand man weder unter dem Haupt der Gorgone von Persien noch im Erythräischen Meer. Der Schaft eines der Kerzenständer war aus weißem Korall, geliebt von Diana, von angemessener Länge, mit runden Knoten und Gelenken, zwei Fuß hoch. Ein anderer war aus feinstem Dionisias-Stein, mit Flecken, die von einem Schwärzlichen zu einem reinen Rot wuchsen, und wenn man diesen zerstampft, duftet er süß. Der dritte war aus vollkommenem Medea-Stein von der Farbe dunklen Goldes und mit dem Duft von Nektar. Der vierte aus kostbarem Nebritis, von einem Schwarz zu einem Weiß und Grün wachsend. Aus den ausgehöhlten Schäften stieg eine pyramidenförmige Flamme aus ewigem Feuer empor, die kontinuierlich brannte. Die Helligkeit der Werke, ausgedrückt durch die Reflexion der Lichter und das Funkeln der kostbaren Steine, war derart, dass meine Augen geblendet wurden, sie zu betrachten.

Um diesen himmlischen Triumph herum, mit wunderbarem und feierlichem Prunk, unendliche Scharen von Nymphen, ihre schönen und vollen Locken lose über ihre Schultern fallend, einige nackt mit Schürzen aus Ziegen- und Zickleinfellen, andere mit Tamburinen und Flöten, die ein höchst angenehmes Geräusch machten, wie bei dem Tanz namens Thiasos, in der Trieteris des Bacchus, mit grünen belaubten Zweigen und Weinranken um ihre Häupter und Taillen gewunden, tanzend und springend vor den Triumphen: Unmittelbar nach den Triumphen folgte ein alter Mann auf einem Esel, und hinter ihm wurde eine für ein Opfer geschmückte Ziege geführt: Und eine, die hinterherlief und auf ihrem Kopf einen Fächer trug, ein unermessliches Gelächter anstimmte und wütende und empörende Gesten machte. Dies war die Ordnung dieser Mimallonen, Satyrn und Diener des Bacchus, Kuppler, Thyaden, Najaden und derer, die hinterherliefen.

Die Nymphe zeigt Poliphilus die Menge der jungen Liebenden und ihre Lieben, wer sie waren und auf welche Weise sie geliebt wurden.

Es ist für einen Menschen sehr schwer, seine Sprache den treffenden Begriffen anzupassen, mit denen er ausdrücklich den großen Prunk, den unaufhörlichen Triumph, die unaufhörliche Freude und das entzückende Herumspringen um diese seltenen und ungesehenen Wagen verkünden kann, und wenn man es einmal begonnen hat, ist es ebenso unmöglich, aufzuhören: neben der bemerkenswerten Gesellschaft junger Jünglinge und der wachsenden Scharen zahlloser schöner und angenehmer Nymphen, schärfer im Verstand, weiser, bescheidener und diskreter, als man es in so zarten Jahren gewöhnlich sieht, mit ihren bartlosen Liebhabern, die kaum flaumige Wangen hatten, wie sie sich angenehm über Angelegenheiten der Liebe unterhielten. Viele von ihnen hatten ihre brennenden Fackeln, andere Pastophorien, einige mit alten Beutestücken an den Enden gerader Stäbe und andere mit verschiedenen Arten von Trophäen auf Lanzen, die neugierig herabhingen, vor den mystischen Triumphen hergetragen, mit Jubelrufen, die hoch in der Luft erschallten. Einige mit Blasinstrumenten von verschiedener Art und Weise des Windens, Posaunen und Flöten. Andere mit himmlischen Stimmen, die mit unaussprechlichem Entzücken und übermäßigem Trost sangen, jenseits der menschlichen Vernunft, sich das vorzustellen: In ihrem Inneren zogen sie um die glorreichen Triumphe, sich auf dem blumigen Boden und dem grünen Rasen drehend, ein Ort, der den Glücklichen geweiht war, ohne jeden Stumpf oder Baum, sondern das Feld war wie eine ebene, zusammenhängende Wiese aus süßen Kräutern und angenehmen Blumen, von allen Arten von Farben und verschiedenartigen Formen, die einen so duftenden Geruch abgaben, wie es nur möglich ist zu sagen, nicht versengt von der extremen Hitze der Sonne, sondern gemäßigt, der Boden von süßen Flüssen befeuchtet, die Luft rein und sauber, die Tage alle gleich, die Erde kontinuierlich grün, der Frühling niemals vergehend, sondern sich stets erneuernd, das kühle Gras mit variablen Blumen wie ein Gemälde, das immer unversehrt blieb, mit ihrer taufrischen Frische, ihre Farben bewahrend und haltend ohne Verbot der Zeit. Dort wuchsen die vier Arten von Veilchen, Schlüsselblumen, Steinklee, Rosen-Petersilie oder Küchenschelle, Kornblumen, Nigella, Frauenmantel, Hahnenfuß, Akelei, Maiglöckchen, Amaranth, Garten-Fuchsschwanz, Ideosmus, alle Arten von süßen Nelken und kleine blühende Kräuter von wohlriechendem Duft und Geruch, Rosen aus Persien, die den Geruch von Moschus und Amber hatten, und zahllose Arten von anderen ohne Pflanzung, sondern natürlich wachsend in einer wunderbaren Verteilung, aus ihren grünen Blättern und Stacheln hervorspitzend, sehr entzückend anzusehen.

An diesem Ort konnte ich herrschaftliche tapfere Frauen sehen, wie die arkadische Kallisto, die Tochter des Lykaon, mit der unbekannten Diana. Die lesbische Antiope, Tochter des Nykteus und Mutter von Amphion und Zethos, die Theben bauten, mit ihrem Satyr. Issa, die Tochter des Makareus, mit ihrem Hirten. Antikie, die Tochter des Aikos, und die junge Danaë. Asterie, die Tochter des Koios, und Alkmene mit ihrem fingierten Ehemann. Danach erblickte ich die angenehme Ägina, die sich an der klaren Flut und dem göttlichen Feuer erlabte. Die Tochter des Fullus und die des Menemphus, mit ihrem gefälschten Vater, und jene andere des Diodes mit ihrem Schoß voller Blumen und einer sich windenden Schlange, und das schöne junge Mädchen, das nicht länger über das Wachsen ihrer Hörner trauerte. Astiochie und Antigone, die Tochter des Laomedon, die sich ergötzlich an ihren storchenartigen Federn erfreute, und Lurisile, die erste Erfinderin der Räder. Garamantide, die tanzende Nymphe, die sich am kleinen Finger festhielt und ihre zarten hübschen Füße vom Schweiß im Fluss Bagrada wusch. Danach erblickte ich eine Wachtel, die flog, und einen Falken, der sie verfolgte: Erigone, deren schönes glänzendes Brustbein voll von süßen Trauben steckte, und die Tochter des Königs Chollus mit ihrem Stier, Eriphyle und ihren verwandelten Ehemann: Die Tochter des Alpes und die Jungfrau Melantho mit ihrem Delphin, Phyllira, die Tochter des alten Okeanos, mit dem Vater des Cheiron. Neben ihr Ceres, deren Haupt mit reifen Ähren bekränzt war, die die schuppige Hydra umarmte: Und die schöne Nymphe Lara, die sich zu Argiphon gesellte: und die süße Futurna vom Fluss Numicus.

Und während ich mit übermäßigem Entzücken dastand und nur wie ein Unwissender diese seltene Gesellschaft und die mystischen Triumphe betrachtete, umgeben von diesen und solchen Arten und auch den köstlichen Feldern, dachte ich, es sei ein lieblicher Anblick, und so hätte ich fortfahren sollen: Da sagte die gnädige Nymphe, die mich begleitete und führte, meine Einfalt und Sorglosigkeit sehend, mit einem bereiten Antlitz und süßen und angenehmen Worten, ohne zu fragen, dies zu mir: Mein Poliphilus, siehst du diese? (indem sie mir jene aus der alten Welt zeigte) diese wurden von Jupiter geliebt, und diese und diese war eine solche, und diese waren in ihn verliebt, wobei sie mir auf diese Weise ihre hohe und mächtige Abstammung zeigte, und da ich ihre Namen nicht kannte, erzählte sie sie mir mit großer Höflichkeit. Danach zeigte sie mir eine große Anzahl kleiner Jungfrauen unter der Regierung von drei nüchternen und diskreten Matronen, den Anführerinnen zu so großer Freude: Und fügte sehr angenehm hinzu (wobei sie ihr engelhaftes Antlitz veränderte): Mein Poliphilus, du sollst wissen, dass kein sterbliches Wesen hier ohne eine brennende Fackel eintreten kann, wie du mich siehst, entweder mit extremer Liebe und großen Schmerzen oder wegen der Gunst und Gesellschaft jener drei Matronen. Und aus ihrem Herzen einen tiefen Seufzer ausstoßend, sagte sie: Diese Fackel habe ich deinetwegen hierher gebracht, in der Absicht, sie in jenem Tempel dort auszulöschen.

Diese Reden durchdrangen mein Herz, sie waren so entzückend und ersehnt, und umso mehr, weil sie mich ihren Poliphilus nannte. Woraufhin ich mir versicherte, dass sie Polia sei, und von Kopf bis Fuß verspürte ich eine extreme Veränderung in ein höchstes Entzücken, mein Herz flog nur ihr zu. Welche Gedanken durch mein Antlitz und das Flüstern kleiner Seufzer verraten wurden.

Was sie scharfsinnig wahrnehmend, unterbrach sie diesen neuen Vorfall mit diesen Worten: Oh, wie viele gibt es, die diese Triumphe nur allzu gerne betrachten würden, und deshalb, Poliphilus, richte deine Gedanken auf andere Angelegenheiten und betrachte, welche edlen und würdigen Nymphen sich verdientermaßen in Begleitung ihrer verliebten Liebhaber zeigen, höflich und leutselig: die mit süßen und angenehmen Noten in gemessenen Versen einander ohne Überdruss preisen und loben, ihre Runden unaufhörlich mit übermäßigem Entzücken feiernd und die Triumphe rühmend, die Luft zudem voller Gezwitscher verschiedener hübscher Vögel, die einen diffusen Zauber ergaben.

Um den ersten Triumph unter der sich freuenden Gesellschaft sangen die neun Musen mit ihrer Anführerin, dem göttlichen Lautenspieler Apollo.

Nach dem Triumph folgte die schöne parthenopäische Leria mit einem Lorbeerkranz, begleitet von Melanthia, deren Gewänder und Stimmen den Stolz Griechenlands vertraten, worauf der große Makedon sein Haupt ruhen ließ: Sie trug eine strahlende Lampe, deren Licht sie mit ihrer Gefährtin teilte, dann die übrigen, die sowohl in Stimme als auch in Gesang exzellenter waren.

Dort zeigte mir die schöne Nymphe die alte Iphianassa, und danach die Töchter des alten Vaters Himerinus und ihr Getränk, und eine zwischen den beiden thebanischen Brüdern: Diese zogen mit angenehmen Geräuschen, süßer Musik und feiner Beweglichkeit am ersten Triumph vorbei.

Um den zweiten Triumph war die edle Nemesis mit der lesbischen Corina, Delia und Neära, mit verschiedenen anderen verliebten Nymphen, die angenehme Klänge auf Saiteninstrumenten aus gelbem Holz machten.

Um den dritten Triumph zeigten mir die glorreichen Nymphen Quintilia und Cynthea Nauta, mit anderen, in großer Freude, süße Harmonien machend und angenehme Verse singend: dort erblickte ich auch die Jungfrau Violantilla mit ihrer Taube und die andere, die um ihren Spatzen trauerte.

Um den vierten Triumph gingen die lydische Cloe, Lide, Neobole, süße Phillis und die schöne Lyce Tyburts & Pyra, die mit ihren Harfen sangen und ein höchst angenehmes Geräusch machten. Nach diesem vierten Triumph, unter den Mänaden und Opfern für Bacchus, folgte ein verliebtes Fräulein, das zum Lob des Hauptes ihres Liebhabers Plaon sang, sie wünschte sich Hörner. Und hinter ihnen allen zeigte sie mir zwei Frauen, eine von ihnen in Weiß und die andere in Grün gekleidet, die als Letzte kamen und zusammen sangen.

Und so marschierten sie auf eine höchst angenehme und entzückende Weise auf der frischen, grünen und blühenden Ebene umher: Einige mit Lorbeer bekränzt, einige mit Myrte und andere mit anderen Arten von Blumen und Kränzen, unaufhörlich ohne jede Müdigkeit oder Unterbrechung in einer Vollkommenheit der Glückseligkeit dieser Welt, gegenseitig einander den Anblick und die Gesellschaft genießend.

Die Nymphe, nachdem sie Poliphilus ausführlich die mystischen Triumphe und die extreme Liebe erklärt hatte, bat sie ihn danach, weiterzugehen, wo er auch mit großem Entzücken unzählige andere Nymphen mit ihren ersehnten Liebhabern in tausenderlei Arten von Vergnügungen auf dem grünen Gras, in frischen Schatten und an den kühlen Flüssen und klaren Quellen sah. Und wie Poliphilus dort vor Wahnsinn fast sich selbst in den Leidenschaften des Verlangens vergessen hätte, aber die Hoffnung linderte seine Wut und beruhigte ihn beim Betrachten des süßen Duftes der schönen Nymphe.

Nicht nur glücklich, sondern über alle anderen am glücklichsten wäre derjenige, dem es durch besondere Gunst gewährt sein sollte, kontinuierlich den glorreichen Prunk, die hohen Triumphe, die schönen Orte, die süßen Lagen zu betrachten, zusammen mit den Göttinnen, Halbgöttinnen, schönen Nymphen von unglaublichem Entzücken und Vergnügen, aber besonders, von einer so ehrenwerten Nymphe von so seltener und exzellenter Schönheit unterstützt und begleitet zu werden. Und dies hielt ich nicht für den kleinsten Punkt meiner Glückseligkeit. Nun, da ich diese Anblicke betrachtet hatte, verweilte ich eine lange Zeit damit, sie aufzuzeichnen, und war damit über alle Maßen reichlich zufrieden.

Danach sagte das schöne und süße Fräulein, meine Führerin, dies zu mir: Poliphilus, lass uns nun ein wenig weitergehen. Und dann neigten wir unmittelbar unseren Gang zu den frischen Quellen und schattigen Flüssen, die blühenden Felder mit kristallinen Strömen und gnädigen Bächen umrundend.

In welchem klaren Wasser die purpurn blühende Sonne der Nymphe Liriope wuchs, die von ihren zarten Stängeln und Blättern aufblickte. Und alle die schönen Flüsse waren voll von anderen Blumen, die lieblich zwischen ihren grünen und frischen Blättern gediehen. Dieser entzückende Ort war von weitläufigem und großem Umfang, umgeben und eingefasst von waldigen Bergen von mäßiger Höhe, mit grünem Lorbeer, fruchtbaren Erdbeerbäumen, haarigen und hohen Kiefern, und innerhalb der klaren Kanäle mit kiesigen Ufern; an manchen Stellen war der Boden von feinem, weichem, gelbem Sand, wo das Wasser schnell floss und die dreiblättrige Dryope wuchs.

Es gab dort eine große Schar zarter, schöner Nymphen von zartem Alter, mit einer duftenden Blume der Schamhaftigkeit und von unglaublicher Schönheit, die beständig von ihren bartlosen Liebhabern begleitet wurden. Unter diesen Nymphen zeigten sich einige sehr vergnügt mit mutwilligen Mienen in den klaren Strömen verspielt und scherzend, nachdem sie ihre dünnen Gewänder aus Seide von verschiedener Farbe fein hochgenommen hatten und sie in den Beugen ihrer weißen Arme hielten; die Form ihrer runden Schenkel war unter den Falten zu sehen, und ihre schönen Beine waren bis zu den nackten Knien enthüllt, da die strömenden Wasser so hoch stiegen: Es war ein Anblick, der einen auf das vorbereitet hätte, was ungehörig wäre, selbst wenn er selbst dazu unfähig gewesen wäre. Und dort, wo das Wasser am stillsten war, neigten sie ihre schönen Gesichter von überaus großer Schönheit nach unten und beugten ihre Körper von seltener Proportion, sodass sie in einem großen, herrlichen Spiegel ihre himmlischen Gestalten betrachten konnten, wobei sie das Bild mit der Bewegung ihrer hübschen Füße zerteilten und durch den Kontrast des kreisenden Wassers ein Geräusch machten. Manche strebten vergnüglich danach, an den zahmen schwimmenden Schwänen vorbeizukommen, und warfen sich scherzhaft mit der Höhlung ihrer Handflächen Wasser gegeneinander zu; andere standen außerhalb des Wassers auf dem weichen, kühlen Gras, banden Sträuße und Kränze aus mancherlei süßen Blumen und gaben diese ihren Liebhabern als Zeichen ihrer geneigten Erinnerung, wobei sie ihnen süße Küsse und liebende Umarmungen mit den verliebten Blicken ihrer sternengleichen Augen nicht verwehrten.

Und einige saßen auf den grünen Ufern, die nicht von Schilf und Riedgras überwuchert, sondern fein mit süßen Kräutern und Blumen verschönert waren, unter denen die zarten Nymphen, nass aus dem Wasser kommend, klarer als Axius in Mygdonia, unter den schattigen Bäumen saßen, sich mit ihren verehrenden Liebhabern vergnügten und in entzückenden Umarmungen berieten, sie nicht grausam verschmähend und zurückweisend, sondern mit gesellschaftlicher Liebe und gütiger Leutseligkeit sich zu dem gleichen Ausdruck wahrer Zuneigung bereit zeigten; ihre süßen Gebärden und ihr angenehmes Benehmen waren dem Auge weit anmutiger als fließende Tränen dem störrischen und unbarmherzigen Cupid, die süßen Quellen und feuchten Taue den grünen Feldern und die begehrte Form der ungeformten Materie.

Manche sangen verliebte Sonette und Verse der Liebe, wobei sie aus ihren entflammten Brüsten heiße Seufzer voller süßer Akzente ausstießen, die imstande waren, Herzen aus Stein zu bezwingen: Und die Rauheit des unpassierbaren Berges Kaukasus zu glätten, jegliche Wut zu stillen, die die Harfe des Orpheus hervorrufen würde, sowie das hässliche und übel anzusehende Gesicht der Medusa, jedes schreckliche Ungeheuer zahm und lenksam zu machen und das beständige Drängen der verschlingenden Scylla aufzuhalten. Manche ruhten ihre Köpfe in den keuschen Schoßen ihrer schönen Liebsten, während sie die angenehmen Einfälle des Jupiter erzählten, und jene ihre gelockten Haare mit wohlriechenden Blumen durchwoben.

Andere von ihnen täuschten vor, verlassen zu sein, und schienen vor denen zu fliehen und davonzulaufen, die sie innig liebten, und dann gab es ein Rennen einer hinter der anderen mit lautem Gelächter und weiblichem Geschrei, wobei ihre schönen Locken über ihre schneeweißen Schultern wie Goldfäden herabfielen, gebunden in Bändern aus grüner Seide: Manche locker auf Nymphenart, andere in Goldhauben mit Perlen besetzt. Wenn sie danach nahe zusammenkamen, bückten sie sich, zupften mit ihren schönen und zarten Fingern die süßen Blumen ab und warfen sie ihren verfolgenden Liebhabern mit großem Vergnügen und Ergötzen ins Gesicht, wobei sie ihre gespielten Schmähungen aufrechterhielten.

Andere steckten mit großer Höflichkeit ein Rosenblatt nach dem anderen in ihre geschnürten Brüste, fügten danach süße Küsse hinzu; manche gaben ihren Liebhabern (falls diese allzu kühn waren) auf die Wangen mit ihren harmlosen Handflächen hübsche Klapse, die sie rot machten wie die Räder des Phoebus an einem schönen und klaren Morgen: mit anderen neuen und ungeahnten Neckereien, wie sie die Liebe sich ausdenken konnte. Sie waren alle vergnügt, fröhlich und zum Ergötzen aufgelegt: Ihre Gebärden und Bewegungen waren mädchenhaft und von jungfräulicher Schlichtheit, aufrichtige Liebe pflegend ohne die Kränkung ehrenhafter Tugend: Frei und befreit von dem Ansturm des Kummers oder dem Wetteifern des widrigen Schicksals: Sitzend unter dem Schatten der weinenden Schwester des weißlichen Phaeton, und der unsterblichen Daphne und der haarigen Ananas mit kleinen und scharfen Blättern, der geraden Zypresse, grünen Orangenbäumen und hohen Zedern und anderen vorzüglichsten, die von grünen Blättern, süßen Blumen und angenehmen Früchten strotzten, die immer noch in einer Weise blühten, die unschätzbar ist, gleichmäßig auf den anmutigen Ufern angeordnet und ordentlich in mäßigem Abstand auf dem grasigen Boden wachsend, der mit grünem Immergrün oder Lorbeer bewachsen war. Welches Herz ist so kalt und frostig, das nicht zur Hitze aufgestachelt würde, wenn es offenkundig die entzückenden Pflichten der wechselseitigen Liebe betrachtete, von denen ich überzeugt war, dass sie Diana selbst entflammt hätten?

Woraufhin ich kühn war, jene Torheit zu zeigen, die meinen inneren Geist quälte, indem ich neidisch war, das zu sehen, was andere besaßen, nämlich ein beständiges Entzücken an Vergnügen und Ergötzen ohne jegliche Ermüdung durch völlige Sättigung, und so, da mein Herz mehrmals durch meine Augen in Brand gesetzt wurde und extrem brannte, mein Sinn immer noch auf entzückende Vergnügungen und ihre schmatzenden Küsse gerichtet war und ich mit einem neugierigen Auge die überreichen Gaben des gefiederten Gottes betrachtete, glaubte ich in diesem Augenblick, die äußerste Vollkommenheit des Vergnügens zu schauen. Und auf diese Weise stand ich schwankend und über alle Maßen erstaunt, und wie einer, der einen Liebestrank getrunken hatte, wobei ich mir die Salben der boshaften Circe, die wirkungsvollen Kräuter der Medea, die schädlichen Lieder der Byrrena und die tödlichen Verse der Pamphile ins Gedächtnis rief, stand ich zweifelnd, ob meine Augen etwas Übermenschliches gesehen hätten und ob ein niedriger, ehrloser und gebrechlicher Körper dort sein sollte, wo unsterbliche Wesen weilten.

Nachdem ich aus diesen langen und zweifelhaften Gedanken und phantastischen Vorstellungen gebracht worden war und mich an all jene wunderbaren göttlichen Gestalten und Körper erinnerte, die ich persönlich mit meinen Augen gesehen hatte, wusste ich dann, dass sie keine trügerischen Schatten oder magischen Täuschungen waren, sondern dass ich sie nicht recht begriffen hatte.

Und nun, da ich unter diesen mit ernster Überlegung die vorzüglichste Nymphe dicht bei mir betrachtete, hörten meine Augen, die mit Liebespfeilen gefüllt waren, nicht auf, mein leidenschaftliches Herz zu verwunden, wodurch unaufhörlich all meine schweifenden Gedanken aufgewühlt, zusammengefügt und auf sie, ihr begehrtes Objekt, fixiert wurden, wobei ich meine abgestorbene Seele aufs Neue herbeirief, um in ihren ersten Flammen gequält zu werden, was ich grausamst erlitt, da ich nicht kühn genug war zu fragen, ob sie meine begehrte Polia sei, denn sie hatte mich zuvor in einigen Zweifel darüber versetzt, und da ich nun fürchtete, sie durch mein allzu kühnes Wesen und mein grobes und ungehobeltes Zungenspiel zu beleidigen, unterdrückte ich meine Stimme bei verschiedenen Gelegenheiten, wenn sie mir zwischen den Lippen hervorbrechen wollte. Aber wer sie sein mochte, das zu ergründen, überstieg meine Möglichkeiten, und ich stand so misstrauisch darüber wie der getäuschte Socia mit dem erdichteten Atlantiaden. So untersuchte ich mit fleißigen Blicken und herzlicher Nachforschung ihre himmlischen Züge, befallen von einem brennenden Verlangen über alle Maßen, und sagte zu mir selbst: Oh, dass ich, wenn es möglich wäre, ein freier Mann an einem solchen Ort sein könnte, denn kein Leid sollte mich kränken, noch sollte mich eine drohende Gefahr ängstigen: obgleich sich das störrische Schicksal gegen mich auflehnen sollte, würde ich mein Leben ohne jegliche Rücksicht darauf hingeben, ohne mich zu weigern, das mühsame und große Unternehmen der beiden Tore auf mich zu nehmen, die dem Sohn des Amphitryon gezeigt wurden.

Die Blüte meiner Jugend und das Vergnügen meiner Jahre in den tödlichen Gefahren der unbarmherzigen Meere und an den furchtbaren Orten Trinacrias mit den übermäßigen Mühsalen und Schrecken des Ulysses zu verbringen, in der dunklen Höhle des schrecklichen Polyphem, des Sohnes des Neptun, in der Gesellschaft der Calypso verwandelt zu werden, obgleich ich mein Leben verlor oder die härteste und längste Knechtschaft des Androdus erduldete, denn alle Müdigkeit ist vergessen, wo die Liebe heftig ist. Mit den verliebten Minalion und Ileus um die Wette zu laufen wie Atalanta, oder nur auf solche Weise zu kommen, wie der starke und mächtige Herkules für seine Liebe Deianira es mit dem riesigen Achelous tat, sodass ich eine so gnädige Gunst erlangen und ein so hohes Vergnügen erreichen könnte wie das Verweilen an diesen erquicklichen Orten, und vor allem die kostbare Liebe und den unschätzbaren guten Willen ihrer zu genießen, die ohne Vergleich schöner ist als Cassiopeia, von besserem Aussehen als Castiamira. Ach, mein Leben und mein Tod liegt in ihrer Macht! Und wenn es so sein sollte, dass ich ihrer Gemeinschaft und ihrer verliebten Gesellschaft unwürdig erscheine, so wäre es doch Gott, es möge mir als ein besonderer Lohn und Vorrecht gewährt werden, sie anzuschauen: und dann sagte ich zu mir selbst: Oh Poliphilus, wenn diese schweren und belastenden Gewichte verliebter Einfälle dich bedrücken; die Süße der Frucht lockt dich dazu: und wenn die unerbittlichen Gefahren dich in Schrecken versetzen, wird dich die Hoffnung auf die Unterstützung und Hilfe einer so schönen Nymphe dazu animieren, entschlossen zu sein. So waren meine Gedanken verschieden, und ich sagte: Oh Gott, wenn dies jene begehrte Polia ist, die ich gegenwärtig sehe und deren kostbaren Eindruck ich ohne Unterlass seit den ersten Jahren meiner Liebe bis zu diesem Augenblick in meinem brennenden und verwundeten Herzen getragen habe, so bin ich mit allem Leid zufrieden, und außer ihr begehre ich keine andere Bitte als nur diese, dass sie zu meiner inbrünstigen Liebe hingezogen werde, dass es bei uns gleichermaßen sei, oder dass ich frei sein möge, denn ich kann meinen Kummer nicht länger verhehlen oder die Äußerste meiner Schmerzen verbergen, ich sterbe lebend und lebend bin ich wie tot: Ich erfreue mich an dem, was mein Kummer ist: Ich gehe trauernd: Ich verzehre mich in der Flamme, und doch nährt mich die Flamme, und während ich wie Gold im starken Zement brenne, finde ich mich doch wie kaltes Eis. Ach, wehe mir, dass die Liebe für mich beschwerlicher sein sollte als das Gewicht des Iuarime für Typhon. Sie zerstreut mich mehr als die gefräßigen Geier die zusammengeballten Eingeweide des Tityus: Sie hält mich mehr gefangen als das labyrinthische Krümmen: Sie wirft mich mehr umher als die Nordostwinde die ruhigen Meere: Sie zerreißt mich schlimmer als die Hunde des Actaeon ihren fliehenden Herrn: Sie beunruhigt meinen Geist mehr als der schreckliche Tod jene, die leben wollen: Sie ist für mein gequältes Herz schrecklicher als die Eingeweide der Krokodile für den Ichneumon. Und umso größer ist mein Kummer, dass ich mit allem Verstand, den ich habe, nicht zu denken weiß, in welchem Teil der Welt ich sein sollte, als nur direkt vor dem süßen Feuer dieser Halbgöttin, die mich ohne körperliche Substanz verzehrt: ihr üppiges und schönes gelbes Haar, eine Schlinge und ein Netz, in dem mein Herz gefangen ist: ihre breite und phlegmatische Stirn, wie weiße Lilien, binden mich ein wie mit einem Weidenzweig: ihre durchdringenden Blicke nehmen mir das Leben als süße Anreize, mich zu peinigen: ihre rosenroten Wangen stacheln mein Verlangen an, ihre roten Lippen führen es fort, und ihre köstlichen Brüste, wie der Winterschnee auf den hyperboreischen Bergen, sind die scharfen Sporen und die beißende Peitsche für meine verliebten Leidenschaften: ihre lieblichen Gebärden und ihr angenehmes Gesicht ziehen mein Verlangen zu einem imaginären Ergötzen und häufen mein Leid. Und all diesen beleidigenden Märtyrertümern und schmerzlichen Bedrängnissen jenes gottlosen und trügerischen Cupids setze ich mich aus, indem ich mich mächtig bemühe, sie zu ertragen, und auf keine Weise imstande bin, ihnen zu widerstehen, sondern mich dazu verdammen muss, überwunden zu werden: noch konnte ich sie meiden, sondern blieb wie jemand, der unwissentlich im babylonischen Sumpf verloren ging.

Oh Titius, du kannst mich nicht überzeugen, dass dein Schmerz gleich dem meinen ist, obgleich die Geier deine Brust zerfleischen und dein rauchendes, warmes Herz herausnehmend, es mit ihren krummen Schnäbeln in Stücke zerpflücken und es mit ihren scharfen Krallen kneifen, wobei sie auch den Rest deines Fleisches auffressen, bis sie sich gesättigt haben, und nach einer Weile, da du wieder erneuert bist, sie von Neuem beginnen, dich zu bejagen. Du hast eine Zeit, wiederbelebt und so gesund wie je zu werden: aber zwei Augen ohne alles Erbarmen oder Unterlass haben mich verwundet, verschlingen und verzehren mich, lassen mir keine Zeit der Ruhe oder Raum, getröstet zu werden.

Und nachdem ich diese Zwiegespräche mit mir selbst geführt hatte, begann ich heimlich zu trauern und zu weinen und mir einen Weg zu wünschen, dass ich sterben könnte, wobei ich tiefe Seufzer ausstieß, als ob mein Herz bei jedem von ihnen entzwei ginge. Und mehrmals hatte ich mir vorgenommen, mit kläglicher Stimme ihre Hilfe zu erflehen, da ich nahe am Tode war: aber wie ein Ertrunkener und Überwältigter hielt ich diesen Weg für eitel und zwecklos, und daher dachte ich wütend und wie jemand von rasendem Geist Folgendes: Warum zweifelst du, Poliphilus? Der Tod aus Liebe ist löblich, und daher wird mein schweres und bösartiges Schicksal, mein trauriger Vorfall und mein hartes Los in der Liebe zu einer so schönen Nymphe geschrieben und berichtet werden, wenn ich begraben liege. Dasselbe wird in klagenden Weisen auf süßen Musikinstrumenten gesungen werden, wobei die Gewalt der schädlichen Liebe offenbar wird.

Und so die Torheit meiner Gedanken fortsetzend, sagte ich: Es mag sein, dass diese Nymphe nach allen Wahrscheinlichkeiten irgendeine ehrwürdige Göttin ist, und daher werden meine Reden nur wie das knisternde Schilf von Arkadien an den feuchten und sumpfigen Seiten des Flusses Labdone sein, geschüttelt vom scharfen Ostwind, vom stürmischen Norden, bewölkten Süden und regnerischen Südwestwind. Überdies werden die Götter strenge Rächer einer solchen Unverschämtheit sein, denn die Gefährten des Ulysses wären vor dem Ertrinken und Schiffbruch bewahrt geblieben, wenn sie nicht Apollos Vieh gestohlen hätten, das von Phaetusa und ihrer Schwester Lampetia gehütet wurde. Orion wäre nicht von einem Skorpion erschlagen worden, wenn er nicht die kalte und keusche Diana bedrängt hätte, und daher, wenn ich irgendeine Ungehörigkeit gegen die Ehre dieser Nymphe in irgendeiner Weise anwenden würde, würde eine solche oder schlimmere Rache an mir verübt werden. Zuletzt, aus diesen wechselhaften Gedanken herauskommend, tröstete ich mich sehr damit, die ausgezeichnete Proportion und den süßen Wohlgeruch dieser geistreichen und seltensten Nymphe zu betrachten, die in sich alles enthielt, was verliebte Einfälle und süße Liebe hervorrufen kann, indem sie aus ihren schönen Augen so gnädige und wohlwollende Blicke gab, dass ich dadurch meine beunruhigenden und ungezügelten Gedanken ein wenig mäßigte. Und meine widerhallenden Seufzer, erwidert mit einer schmeichelhaften Hoffnung (oh die verliebte Nahrung der Liebenden und die Sauce der salzigen Tränen), durch diese und keine anderen Zügel lenkte ich meine heftigen Gedanken und brachte sie dazu, in einer empfundenen Hoffnung innezuhalten, indem ich meine Augen mit übermäßigem Entzücken auf ihren schönen Körper und ihre wohlgeformten Glieder richtete, wodurch meine unzufriedenen Begierden sanft gemildert und von jener Wut und jenem Liebesfeuer erlöst wurden, das so nahe daran war, die Äußerste meiner Leidenschaften zu nähren.

Die Nymphe führt den verliebten Poliphilus zu anderen angenehmen Orten, wo er unzählige Nymphen bei ihrem Ergötzen betrachtete und auch den Triumph des Vertumnus und der Pomona.

Auf keine Weise war ich imstande, der gewaltsamen Kraft der Artillerie Cupids zu widerstehen, und daher, da die elegante Nymphe auf verliebte Weise eine unwiderrufliche Herrschaft über mich, einen elenden Liebenden, erlangt hatte, war ich gezwungen, ihr weiterhin auf ihren mäßigen Schritten zu folgen, die mich in eine weitläufige und große Ebene führten, die konterminierende Grenze des blühenden, grünen und süß duftenden Tals, wo auch die geschmückten Berge und fruchtbaren Hügel endeten und den Eingang in dieses goldene Land voller unglaublicher Entzückung mit ihrem Zusammenlaufen verschlossen: bedeckt mit grünen Bäumen von auffälliger Dichte und Entfernung, als ob sie von Hand gesetzt worden wären, wie Eiben, wilde Kiefern, unfruchtbar, aber Harz tropfend, hohe Ananas, gerade Tannen, brennende Pechkiefern, die schwammige Larix[A], die luftige Teda[B], geliebt von den Bergen, gefeiert und bewahrt für die festlichen Oreaden[C]. Dort spazierten wir beide in der grünen und blühenden Ebene, wobei sie meine Führerin durch die hohen Zypressen, die breitblättrigen Buchen, kühlen schattigen Eichen voller Eicheln und andere Hainbuchen, stechenden Wacholder, schwache Haselnuss, spaltbare Eschen, grünen Lorbeer und fruchttragende Eichen, knotige Platanen und Linden[D] war, die sich durch den süßen Hauch des angenehmen Zephirus bewegten und durch ihre zarten Zweige mit einem gütigen und günstigen Antrieb pfiffen.

[Anmerkung A: Larix ist ein Baum, der Blätter wie eine Kiefer hat und gut zum Bauen ist; er wird weder faulen, noch von Würmern zerfressen, noch zu Kohle verbrennen.]

[Anmerkung B: Teda ist ein Baum, aus dem eine Flüssigkeit austritt, die dünner als Pech ist.]

[Anmerkung C: Oreaden sind Landnymphen.]

[Anmerkung D: Linden oder Leimbäume, auf Lateinisch Tiliae, sie tragen eine Frucht so groß wie eine Bohne, die im Inneren Samen wie Anissamen hat.]

All diese grünen Bäume waren nicht dicht miteinander verschlungen, sondern in bequemer Entfernung voneinander, und alle so treffend verteilt, dass der Anblick davon dem Auge große Wonne bereitete.

Dieser Ort wurde von Landnymphen und Dryaden[A] besucht, deren kleine und schlanke Taillen mit einem Geflecht aus zarten Zweigen, Blättern und Blumen umgürtet waren, und auf ihren Köpfen waren ihre aufsteigenden Haare wie mit Kränzen umgeben. Unter ihnen waren die gehörnten Faune und lasziven Satyrn, die ihre faunischen Feste feierten, die sich aus verschiedenen Orten innerhalb dieses fruchtbaren und angenehmen Landes zusammengefunden hatten: und in ihren Händen so zarte grüne und seltsame Zweige trugen, wie sie im Wald der Göttin Feronia[B] nicht zu finden sind, wenn die Einwohner ihr Bild zum Feuer tragen.

[Anmerkung A: Dryaden sind Nymphen der Wälder.]

[Anmerkung B: Feronia ist eine Göttin der Wälder.]

Von dort traten wir in eine große quadratische Einfriedung ein, die von breiten Wegen umgeben war, gerade von einer Ecke zur anderen, mit einer Hecke auf beiden Seiten, in der Höhe eines Schrittes, aus stechendem Wacholder, dicht beieinander gesetzt und mit Buchsbaum vermischt, den quadratischen grünen Anger umgebend. In den Reihen dieser Hecke waren symmetrisch die siegreichen Palmen gepflanzt, deren Zweige mit Früchten beladen waren, die aus ihren Hülsen hervortraten, manche schwarz, manche karmesinrot und viele gelb; dergleichen sind weder im Land Ägypten zu finden, noch in Dabulam[A] unter den arabischen Scaeniten[B] oder in Hieraconta jenseits der Sauromaten[C]. All diese waren mit grünen Zitronen, Orangen, Hippomeliden, Pistazienbäumen, Granatäpfeln, Meligotonen, Dendromyrten, Mispeln und Sorben sowie verschiedenen anderen fruchtbaren Bäumen vermischt.

[Anmerkung A: Dabulam, ein fruchtbarer Ort in Arabien.]

[Anmerkung B: Scaeniten sind ein Volk in Arabien, das gänzlich in Zelten wohnt.]

[Anmerkung C: Sauromaten sind Völker aus Sarmatien, einem großen Land, das von Deutschland und dem Fluss Weichsel bis Hyrcanien reicht und in zwei Teile, Europaea und Asiatica, unterteilt ist.]

An diesem Ort, auf dem grünen Rasen des blühenden Angers und unter den frischen und kühlen Schatten, konnte ich eine große Versammlung von fremden Leuten sehen, solche, die ich noch nie zuvor gesehen hatte, voll von Freuden und Zeitvertreib, aber schlicht bekleidet, manche in Faunshäuten, mit weißen Flecken bemalt, manche in Luchs-[A]Häuten, andere in Leopardenhäuten: und viele hatten verschiedene breite Blätter zusammengefügt, sie mit mancherlei Blumen durchwoben und damit ihre Blöße bedeckt, singend, springend und tanzend mit großem Beifall.

[Anmerkung A: Luchs ist ein geflecktes Tier, aber in der Form wie ein Wolf, sehr sehscharf.]

Dies waren die Hamadryaden-[A]Nymphen, die den blühenden Vertumnus[B] auf beiden Seiten vergnüglich begleiteten, der auf seinem Kopf einen Kranz aus Rosen trug und dessen Gewandschoß voll von schönen Blumen war, da er den Stand des wolligen Widders liebte. Er saß in einem altmodischen Wagen, gezogen von vier gehörnten Faunen oder Satyrn, mit seiner liebenden und schönen Frau Pomona, die mit zarten Früchten gekrönt war; ihr Haar, das von flachsener Farbe war, hing über ihre Schultern herab, und so saß sie da, an des Gatten Vergnügen und Ruhe teilhabend, und zu ihren Füßen lag ein Gefäß namens Clepsydra[C]. In ihrer rechten Hand hielt sie ein Füllhorn voller Blumen, Früchte und grüner Blätter, und in ihrer linken Hand einen Zweig aus Blumen, Früchten und Blättern.

[Anmerkung A: Hamadryaden waren Nymphen des Waldes und Symeniden.]

[Anmerkung B: Vertumnus, der Gott der Früchte.]

[Anmerkung C: Clepsydra wird bisweilen für eine Wasseruhr gehalten, die die Zeit durch das Rinnen von Wasser misst, hier jedoch für einen Krug zum Wässern eines Gartens und junger Setzlinge in einer Baumschule für einen Obstgarten.]

Vor dem Wagen und den vier ziehenden Satyrn schritten zwei schöne Nymphen einher; die eine von ihnen trug ein Trophäe mit einer daran hängenden Tafel, worauf dieser Titel geschrieben stand:

_Integerrimam corporis valetudinem & stabile robur castasque mensarum delitias, & beatam animi securitatem cultoribus me offero._

Und die andere trug eine Trophäe aus gewissen grünen Zweigen, die zusammengebunden waren, und unter ihnen waren verschiedene ländliche Instrumente befestigt. Diese zogen so nach alter Art mit großem Gepränge und viel Feierlichkeit dahin und umkreisten einen großen quadratischen Stein, der einem Altar glich und inmitten dieser schönen Wiese stand, die durch fließende Ströme aus wunderschönen Quellen hinlänglich befeuchtet wurde.

Dieser quadratische Stein oder Altar war aus reinem weißen Marmor, kunstvoll von einem geschickten Steinschneider behauen, und auf jeder seiner Vorderseiten befand sich ein wunderbar prächtiger Ausdruck eines eleganten Bildnisses, so exakt, wie seinesgleichen andernorts kaum zu finden ist.

Das erste war eine schöne Göttin, ihre Locken flogen umher, gegürtet mit Rosen und anderen Blumen, über einem dünnen Obergewand, das ihre schöne und angenehme Gestalt bedeckte. Sie hielt ihre rechte Hand über ein antikes Gefäß nach Art eines Kohlenbeckens, Chytropodus genannt, das eine Feuerflamme aussandte, in welche sie Rosen und Blumen warf, und in der anderen Hand hielt sie einen Zweig aus süßer Myrte, voll von Beeren. An ihrer Seite stand ein kleiner geflügelter Knabe und lächelte, mit seinem Bogen und Pfeilen. Über ihrem Haupt waren zwei Tauben. Und unter dem Fuß dieser Figur war geschrieben:

Florido veri S.

Auf der anderen Seite erblickte ich in einer vorzüglichen Schnitzerei die Darstellung eines Fräuleins von mädchenhaftem Antlitz, deren stattliche Majestät dem kuriosen Entwurf des Handwerkers großes Lob zollte. Sie war mit einem Kranz aus Weizenähren bekrönt, ihr Haar flatterte umher, und ihr Gewand war das einer Nymphe. In ihrer rechten Hand hielt sie ein Füllhorn voller reifer Körner, und in der anderen Hand drei Ähren auf ihren strohigen Halmen. Zu ihren Füßen lag eine zusammengebundene Weizengarbe und ein kleiner Knabe mit Ährenlese in beiden Händen. Die Inschrift war diese:

Flauae Messi S.

Auf der dritten Seite befand sich das Ebenbild in einer göttlichen Erscheinung, nackt, eines jungen Knaben, bekrönt mit Weinblättern und von wollüstiger Miene, der in seiner linken Hand gewisse Traubenbündel hielt und in der anderen ein Füllhorn voller Trauben, die über dessen Öffnung hingen. Zu seinen Füßen lag ein haariger Ziegenbock und darunter diese Schrift:

Mustulento Autumno S.

Das letzte Quadrat trug ein königliches Bildnis, überaus gut behauen, sein Antlitz missmutig und streng, in der linken Hand hielt er ein Zepter empor gen Himmel, die Luft wolkig, unruhig und stürmisch, und mit der anderen Hand griff er in die Wolken, die voller Hagel waren. Hinter ihm war die Luft ebenfalls regnerisch und stürmisch. Er war mit Tierfellen bedeckt und trug an seinen Füßen Sandalen, worunter geschrieben stand:

Hiemi Aeoliae S.

Von dort brachte mich die überaus schöne und angenehme Nymphe zur Meeresseite und zum sandigen Ufer, wo wir zu einem alten verfallenen Tempel kamen, vor welchem wir uns auf den frischen und kühlen Kräutern unter süßen schattigen Bäumen niederließen und ausruhten, während meine Augen mit unersättlichem Verlangen in einer einzigen Vollkommenheit und einem jungfräulichen Leib die Ansammlung und Versammlung aller Schönheiten auf das Genaueste betrachteten; ein Anblick, der meine Augen davon abhielt, irgendeinen anderen zu betrachten, der so anmutig oder von so großer Zufriedenheit wäre.

Indem ich dort in heimlicher Freude mit neu aufkeimenden Gedanken mein brennendes Herz erfrischte und von den gemeinen und gewöhnlichen Torheiten abließ, begann ich über die verständliche Wirkung ehrlicher Liebe nachzudenken und zugleich über die Klarheit des Himmels, die süße und milde Luft, die entzückende Lage, das angenehme Land, das grüne Gras, geschmückt mit einer Vielfalt an Blumen, die schönen Hügel, geziert mit dichten Wäldern, die stille Zeit, die frischen Winde und den fruchtbaren Ort, der wunderschön bereichert war mit fließenden Strömen, die in ihren kiesigen Betten die feuchten Täler zwischen den krummen Hügeln hinabglitten und sich mit stetigem Lauf sanft in die nahen Meere ergossen.

Ein Boden, höchst gesund, das Gras kühl und süß: und aus den Bäumen ertönten die süßen Einklänge kleiner zwitschernder Vögel. Die Fluten und Felder von Thessalie müssen diesem weichen.

Und dort so beisammen sitzend zwischen den süßen Blumen und wohlriechenden Rosen, heftete ich meine Augen auf diese himmlische Gestalt von so schöner und seltener Proportion, worauf meine Sinne so angewandt, gezogen und hingerissen waren, dass mein Herz von äußersten Entzückungen überwältigt wurde, sodass ich besinnungslos blieb und doch von einem kuriosen Verlangen ergriffen wurde, zu verstehen und zu wissen, was der Grund und die Ursache dafür sein könnte, dass die purpurne Feuchtigkeit in der Berührung ihres Leibes, in der Glätte ihrer Hand so weiß wie reine Milch sei: und auf welche Weise die Natur in ihren schönen Leib die duftende Süße Arabiens gelegt hatte. Und mit welchem Fleiß sie in ihrer sternengleichen Stirn, die mit Goldfäden passend geschmückt war, den schönsten Teil des Himmels oder die strahlende Heraclea befestigt hatte.

Hernach meine Augen zu ihren hübschen Füßen senkend, erblickte ich sie in rotes Leder gehüllt, das über Weiß geschnitten und am Rist mit goldenen Knöpfen in Schlaufen aus blauer Seide befestigt war. Und von dort kehrte ich mit meinem wollüstigen Blick aufwärts zu ihrem geraden Hals, der von einem Halsband aus orientalischer Perle umgeben war, die sich abmühte, aber nicht imstande war, sich mit der Weiße ihrer süßen Haut zu messen. Von dort hinabsteigend zu ihrer leuchtenden Brust und ihrem köstlichen Busen, von wo zwei runde Äpfel wuchsen, wie Hercules sie niemals aus dem Garten der Hesperiden stahl. Auch hat Pomona niemals ihresgleichen gesehen, wie sie unbeweglich auf ihrer rosenfarbenen Brust standen, weißer als Schneehügel beim Untergang der Sonne. Zwischen ihnen verlief ein köstliches Tal, worin das zarte Grabmal meines verwundeten Herzens lag, das die berühmten Mausolea übertraf.

Ich, nun zufrieden mit einem verwundeten Herzen, wohl verstehend, dass meine Augen es sterbend in all diese eleganten Teile gezogen hatten. Dennoch konnte ich meine verliebten, entflammten Seufzer nicht so zügeln und unterdrücken oder sie so fest verbergen, dass sie nicht mein inneres Verlangen hätten ausdrücken müssen.

Kraft dessen wandelte sie sich von ansteckender Liebe, und mit ihren verstohlenen Blicken schlagend (diese beneidend), wandte sie sich mir zu, sodass ich ein entzündendes Feuer wahrnahm, das sich wollüstig durch meine inneren Teile und hohlen Adern verbreitete: und während des kontemplativen Betrachtens ihrer seltensten und vorzüglichsten Schönheit zwang mich dazu eine honigsüße Entzückung und ein süßer Trost. So ungebührlich geschlagen mit dem drängenden Sporn unersättlichen Verlangens, fand ich mich von der Mutter der Liebe überfallen, umgeben von ihrem flammenwerfenden Sohn und eingekreist von einer so schönen Gestalt, dass ich durch diese und andere so vorzügliche Umstände in eine solche Seelenqual und körperliche Krankheit gebracht und dermaßen geschwächt wurde, dass das kleinste Haar auf ihrem Haupt ein Band war, stark genug, mich festzuhalten, und jede eingerollte Locke eine Kette und Fessel, um mich zu binden, genährt von der Süße ihrer Schönheit und gehakt an den angenehmen Ködern ihrer verliebten Entzückungen, sodass ich nicht imstande war, mit irgendeinem listigen Plan den eindringenden Hitzen und aufreizenden Begierden zu widerstehen, die immer wieder über mich hereinbrachen, dass ich beschloss, lieber zu sterben, als dies länger zu ertragen oder ihr an diesem einsamen Ort irgendeine Unehre anzutun.

Dann war ich wiederum entschlossen, mit demütigen Bitten und unterwürfigem Flehen so zu sprechen:

Ach, höchst entzückte Polia, in diesem Augenblick durch dich zu sterben, ist ein Ding, das ich begehre, und mein Tod, wenn er durch diese deine kleinen, schlanken und schönen Hände vollbracht würde, dessen Ende wäre für mich erträglicher, süßer und glorreicher, weil mein Herz von solch quälenden Flammen umgeben ist, die unaufhörlich immer grausamer ansteigen und es ohne Mitleid oder Unterlass verbrennen, sodass ich kraft dessen aller Ruhe beraubt bin.

Und hiermit, in der Absicht, einen anderen festen Entschluss in die Tat umzusetzen, siehe, mein Herz wurde von schärferen Flammen gequält, dass mir war, als stünde ich ganz in hellen Flammen. Ach, wehe mir, was warst du beraten zu tun, Poliphilus? Gedenke der Gewalt, die Deianira und der keuschen römischen Dame angetan wurde. Bedenke, was ihnen zum Lohn folgte, und vielen anderen.

Rufe dir ins Gedächtnis, dass mächtige Fürsten von ihren Untergebenen zurückgewiesen wurden, wie viel mehr dann eine niedere und abjekte Person; doch der Lauf der Zeit gibt denen Raum, die auf ihre Güte warten. Die Zeit bewirkt, dass die wilden Löwen zahm werden und was auch immer für ein wütendes Tier: die kleine Ameise legt mit langer Mühsal ihre Wintervorräte im harten Baum an, und soll eine göttliche Gestalt, die in einem menschlichen Leib verborgen liegt, nicht den Eindruck inbrünstiger Liebe annehmen und dann, diesen bewahrend, alle lästigen und quälenden Leidenschaften abschütteln, in der Hoffnung, verliebte Früchte, erwünschte Wirkungen und triumphierende Agonien zu genießen?

Die Nymphe Polia, die den Wechsel meiner Farbe wohl wahrnahm, und mein Blut, das auf seltsamere Art kam als bei Tripolion oder Teucrion, die dreimal am Tag die Farbe ihrer Blumen wechseln, und mein Bemühen, siedende Seufzer auszusenden, die tief vom Boden meines Herzens kamen, sie mäßigte und linderte diese mit ihren süßen und freundlichen Blicken, indem sie die Wut meiner bedrückenden Leidenschaften besänftigte, sodass ich trotz meines brennenden Geistes in diesen fortwährenden Flammen und scharfen Reizungen der Liebe beschloss, geduldig zu hoffen, sogar mit dem Vogel aus Arabien in seinem süßen Nest aus kleinen Zweigen, entzündet durch die Hitze der Sonne, erneuert zu werden.

FINIS.

+WER DU AUCH BIST, NIMM VON DIESEM SCHATZ, SOVIEL DIR BELIEBT. ICH WARNE DICH JEDOCH: WENN DU DAS HAUPT ERGREIFST, SO RÜHRE DEN KÖRPER NICHT AN.+

...WIE VIEL DIR AUCH BELIEBEN MAG, NIMM VON DIESEM SCHATZ, DOCH ICH WARNE DICH...

+DEN GÖTTERN APHRODITE UND IHREM SOHN EROS, DIONYSOS UND DEMETER, AUS EIGENEM MESSEN, DURCH DIE ALLERMITFÜHLENDSTEN+

+EILE STETS MIT WEILE+

+ALLES IST GEBURT+

+ALLES IST GEBURT+

+MIR IST ER SÜSS UND ZUGLEICH BITTER+

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