WEITERE BRIEFE VON CHARLES DARWIN
EIN VERZEICHNIS SEINER ARBEIT IN EINER REIHE BISHER UNVERÖFFENTLICHTER BRIEFE
HERAUSGEGEBEN VON FRANCIS DARWIN, FELLOW DES CHRIST'S COLLEGE, UND A.C. SEWARD, FELLOW DES EMMANUEL COLLEGE, CAMBRIDGE
IN ZWEI BÄNDEN
Anmerkungen des Transkribenten:
Alle biographischen Fußnoten befinden sich am Ende von Band II.
Alle anderen Anmerkungen der Herausgeber von Charles Darwin erscheinen im Text in Klammern () mit einer Kapitel-/Anmerkungs- oder Brief-/Anmerkungsnummer.
BAND I.
IN ZUNEIGUNG UND ACHTUNG GEWIDMET
SIR JOSEPH HOOKER
IN ERINNERUNG AN SEINE LEBENSLANGE FREUNDSCHAFT MIT CHARLES DARWIN
"Du wirst nie wissen, wie viel ich dir für deine stete Güte und Ermutigung schulde"
CHARLES DARWIN AN SIR JOSEPH HOOKER, 14. SEPTEMBER 1862
VORWORT
Das Werk "Life and Letters of Charles Darwin" wurde 1887 veröffentlicht. Seit diesem Datum sind durch die Freundlichkeit verschiedener Korrespondenten zusätzliche Briefe eingegangen; unter ihnen sind jene zu nennen, die Mr. Darwin an Mr. Belt, Lady Derby, Hugh Falconer, Mr. Francis Galton, Huxley, Lyell, Mr. John Morley, Max Muller, Owen, Lord Playfair, John Scott, Thwaites, Sir William Turner und John Jenner Weir schrieb. Das Material für unsere Arbeit bestand jedoch zum Hauptteil aus einer Menge von Briefen, die aus Platzmangel oder aus anderen Gründen nicht im "Life and Letters" abgedruckt wurden. Wir möchten besonders auf den Briefwechsel mit Sir Joseph Hooker aufmerksam machen. An ihn schrieb Mr. Darwin mit völliger Freiheit, und dies hat selbst seinen technischsten Briefen einen persönlichen Charme verliehen. Es gibt zudem einen umfangreichen Briefwechsel von kaum geringerem biographischen Interesse mit Sir Charles Lyell, Fritz Muller, Mr. Huxley und Mr. Wallace. Aus diesem ungenutzten Material konnten wir eine fast vollständige Aufzeichnung von Mr. Darwins Arbeit in einer Reihe von Briefen zusammenstellen, die nun erstmals veröffentlicht werden. Wir haben jedoch in einigen wenigen Fällen Absätze oder in ein oder zwei Fällen ganze Briefe aus dem "Life and Letters" wiederholt, wo eine solche Wiederholung im Interesse der Klarheit oder Kontinuität notwendig erschien.
Unsere zwei Bände enthalten praktisch das gesamte Material, dessen Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt wünschenswert erscheint. Aber zu einer späteren Zeit mögen andere in dem, was ungedruckt geblieben ist, interessante Daten finden; dies gilt sicherlich für eine kurze Reihe von Briefen, die sich mit den Rankenfußkrebsen (Cirripedia) befassen und die allein aus Platzmangel weggelassen wurden. (Vorwort/1. Diejenigen, die an den verstorbenen Albany Hancock adressiert waren, sind bereits in den "Transactions of the Tyneside Nat. Field Club", VIII., Seite 250, erschienen.)
Wir schätzen uns glücklich, mit Erlaubnis von Sir Joseph Hooker und Mr. Wallace bestimmte Briefe von ihnen an Mr. Darwin veröffentlichen zu dürfen. Wir konnten zudem einige wenige Briefe von Sir Charles Lyell, Hugh Falconer, Edward Forbes, Dr. Asa Gray, Professor Hyatt, Fritz Muller, Mr. Francis Galton und Sir T. Lauder Brunton beifügen. Den beiden Letztgenannten sowie Mrs. Lyell (der Biographin von Sir Charles), Mrs. Asa Gray und Mrs. Hyatt möchten wir unseren dankbaren Anerkennungen Ausdruck verleihen.
Die vorliegenden Bände wurden so zusammengestellt, dass sie ein möglichst umfassendes Bild vom Verlauf der Arbeit Mr. Darwins vermitteln. Die Bände enthalten daher notwendigerweise viele Briefe von höchst technischem Charakter, jedoch hoffentlich keinen, der nicht im Wesentlichen interessant wäre. Um Platz zu sparen, haben wir uns darauf beschränkt, die Briefe durch ausführliche Anmerkungen zu erläutern, und haben aus demselben Grund – wenn auch mit einigem Bedauern – in den meisten Fällen die Anfänge und Endschlüsse der Briefe weggelassen. Für die Hauptfakten aus Mr. Darwins Leben verweisen wir unsere Leser auf den Auszug aus seinem privaten Tagebuch, der im vorliegenden Band enthalten ist.
Mr. Darwin schrieb seine Briefe meist, wenn er müde oder in Eile war, und dies führte oft zum Auslassen von Wörtern. Wir haben üblicherweise die Artikel eingefügt, und dies ohne jeden Hinweis auf deren Fehlen in den Originalen. Wo die Möglichkeit bestand, dass dies eine Bedeutungsveränderung bewirkt (und in vielen Fällen, in denen diese Möglichkeit nicht besteht), haben wir die eingefügten Wörter in eckige Klammern gesetzt. Wir können ein für alle Mal festhalten, dass im gesamten Buch eckige Klammern Wörter kennzeichnen, die in den Originalen nicht zu finden sind. (Vorwort/2. Außer an einigen wenigen Stellen, an denen Klammern verwendet werden, um bereits veröffentlichte Passagen zu kennzeichnen. In allen solchen Fällen wird die Bedeutung des Symbols erklärt.) Punkte deuten auf Auslassungen hin, doch viele Auslassungen wurden vorgenommen, ohne dass dies entsprechend gekennzeichnet wurde.
Die Auswahl und Anordnung der Briefe war nicht einfach. Unser Plan war es, die Briefe nach Themen zu klassifizieren – in solche, die Evolution, geographische Verbreitung, Botanik etc. behandeln – und in jeder Gruppe die Briefe chronologisch zu ordnen. In mehreren Kapiteln haben wir jedoch abschnittsweise Überschriften gewählt, von denen wir glauben, dass sie dem Leser eine Hilfe sein werden. Die große Schwierigkeit lag darin zu entscheiden, in welche der Hauptgruppen ein gegebener Brief eingeordnet werden sollte. Wäre das Manuskript in Absätze zerlegt worden, gäbe es diese Schwierigkeit nicht; wir sind jedoch fest davon überzeugt, dass ein Brief so weit wie möglich als Ganzes behandelt werden sollte. Wir haben tatsächlich zugelassen, dass dieses Prinzip einer genauen Klassifizierung entgegensteht, sodass der Leser zum Beispiel in den Kapiteln über Evolution Fragen erörtert findet, die ebenso gut unter Geographische Verbreitung oder Geologie hätten fallen können, oder Fragen im Kapitel über den Menschen, die unter der Überschrift Evolution hätten stehen können. In gleicher Weise haben wir, um Verstümmelungen zu vermeiden, Verweise auf einen Zweig der Wissenschaft in Briefen belassen, die sich hauptsächlich mit einem anderen Thema befassen. Für diese Unregelmäßigkeiten müssen wir den Leser um Geduld bitten und ihn ersuchen zu glauben, dass einige Mühe auf die Anordnung verwandt wurde.
Mr. Darwin, der in anderen Dingen sorgfältig war, ließ in der vertrauten Korrespondenz meist das Datum weg, und oft können wir uns des Datums nur versichern, indem wir einen Brief so behandeln, wie ein Detektiv ein Verbrechen untersucht. Glücklicherweise waren jedoch Sir Joseph Hooker und andere von Darwins Korrespondenten daran gewöhnt, das Datum des Eingangs der Briefe hinzuzufügen. Dies führt manchmal zu einer Ungenauigkeit, die eines Wortes der Erklärung bedarf. So könnte ein Brief, den Mr. Darwin mit "Mittwoch" datierte, von uns mit "Mittwoch [3. Januar 1867]" überschrieben werden, wobei die zweite Hälfte das Datum ist, an dem der Brief einging; wäre er vom Verfasser datiert worden, hätte es "Mittwoch, 2. Januar 1867" geheißen.
Indem wir jenen Freunden – insbesondere Sir Joseph Hooker und Mr. Wallace – danken, die einige unserer Korrekturfahnen durchgesehen haben, möchten wir klarstellen, dass sie nicht im Geringsten für unsere Fehler oder Auslassungen verantwortlich sind; die Last unserer Unzulänglichkeiten ruht allein auf uns.
Wir möchten jenen unsere Dankbarkeit aussprechen, die uns so bereitwillig mit Informationen versorgt haben, insbesondere Sir Joseph Hooker, Professor Judd, Professor Newton, Dr. Sharp, Mr. Herbert Spencer und Mr. Wallace. Und es ist uns ein Vergnügen, Mr. H.W. Rutherford von der Universitätsbibliothek zu erwähnen, dessen gewissenhafter Arbeit als Kopist wir viel verdanken.
Schließlich ist es eine Freude, unsere Verpflichtung gegenüber jenen auszudrücken, die uns bei den Illustrationen geholfen haben. Die Porträts von Dr. Asa Gray, Mr. Huxley, Sir Charles Lyell und Mr. Romanes stammen aus ihren jeweiligen Biographien, und für die Erlaubnis, sie verwenden zu dürfen, haben wir Mrs. Gray, Mr. L. Huxley, Mrs. Lyell und Mrs. Romanes sowie den Verlegern der betreffenden Bücher zu danken. Für die Wiedergabe des frühen Porträts von Mr. Darwin sind wir Miss Wedgwood zu Dank verpflichtet; für die interessanten Porträts von Hugh Falconer und Edward Forbes danken wir Mr. Irvine Smith, der uns die Negative beschaffte; da diese aus Papier und fast sechzig Jahre alt waren, gestaltete sich ihre Reproduktion als recht schwierig. Wir danken auch der Firma Elliott & Fry dafür, dass sie uns freundlicherweise ein Negativ des schönen Porträts zur Verfügung gestellt hat, das das Frontispiz zu Band II bildet. Für die Möglichkeit, Faksimiles von Diagrammen in bestimmten Briefen anzufertigen, sind wir erneut Sir Joseph Hooker zu Dank verpflichtet, der die Originalbriefe der Familie Darwin höchst großzügig geschenkt hat.
Cambridge, Oktober 1902.
INHALTSVERZEICHNIS.
INHALT VON BAND I.
Abriss von Charles Darwins Leben, etc.
KAPITEL 1.I. – Ein autobiographisches Fragment und frühe Briefe, 1809-1842.
KAPITEL 1.II. – Evolution, 1844-1858.
KAPITEL 1.III. – Evolution, 1859-1863.
KAPITEL 1.IV. – Evolution, 1864-1869.
KAPITEL 1.V. – Evolution, 1870-1882.
KAPITEL 1.VI. – Geographische Verbreitung, 1843-1867.
ILLUSTRATIONEN IN BAND I.
CHARLES UND CATHERINE DARWIN, 1816. Nach einer farbigen Kreidezeichnung von Sharples, im Besitz von Miss Wedgwood aus Leith Hill Place.
MRS. DARWIN, 1881. Nach einer Fotografie von Barraud.
EDWARD FORBES, 1844 (?). Nach einer Fotografie von Hill & Adamson.
THOMAS HENRY HUXLEY, 1857. Nach einer Fotografie von Maull & Fox. (Huxleys "Life", Band I.)
PROFESSOR HENSLOW. Nach einer Fotografie.
HUGH FALCONER, 1844. Nach einer Fotografie von Hill & Adamson.
JOSEPH DALTON HOOKER, 1870 (?). Nach einer Fotografie von Wallich.
ASA GRAY, 1867. Nach einer Fotografie. ("Letters of Asa Gray", Band I.)
BAND II
KAPITEL 2.VII. – Geographische Verbreitung, 1867-1882.
KAPITEL 2.VIII. – Der Mensch, 1860-1882. 2.VIII.I. Abstammung des Menschen, 1860-1882. 2.VIII.II. Geschlechtliche Zuchtwahl, 1866-1872. 2.VIII.III. Ausdruck der Gemütsbewegungen, 1868-1874.
KAPITEL 2.IX. – Geologie, 1840-1882. 2.IX.I. Vulkanismus und Erdbewegungen, 1840-1881. 2.IX.II. Eiswirkung, 1841-1882. 2.IX.III. Die Parallelstraßen von Glen Roy, 1841-1880. 2.IX.IV. Korallenriffe, fossil und rezent, 1841-1881. 2.IX.V. Schieferung und Blätterung, 1846-1856. 2.IX.VI. Alter der Welt, 1868-1877. 2.IX.VII. Geologische Wirkung von Regenwürmern, 1880-1882. 2.IX.VIII. Vermischtes, 1846-1878.
KAPITEL 2.X. – Botanik, 1843-1871. 2.X.I. Vermischtes, 1843-1862. 2.X.II. Melastomataceae, 1862-1881. 2.X.III. Briefwechsel mit John Scott, 1862-1871.
KAPITEL 2.XI. – Botanik, 1863-1881. 2.XI.I. Vermischtes, 1863-1866. 2.XI.II. Briefwechsel mit Fritz Muller, 1865-1881. 2.XI.III. Vermischtes, 1868-1881.
KAPITEL 2.XII. – Vivisektion und vermischte Themen, 1867-1882. 2.XII.I. Vivisektion, 1875-1882. 2.XII.II. Vermischte Themen, 1867-1882.
ILLUSTRATIONEN IN BAND II.
CHARLES DARWIN, 1881. Nach einer Fotografie von Elliott & Fry.
ALFRED RUSSEL WALLACE, 1878. Nach einer Fotografie von Maull & Fox.
GEORGE J. ROMANES, 1891. Nach einer Fotografie von Elliott & Fry. (Romanes' "Life".)
CHARLES LYELL. Nach einer Fotografie von Maull & Fox. (Lyells "Life", Band II.)
CHARLES DARWIN, 1854 (?). Nach einer Fotografie von Maull & Fox.
FRITZ MULLER. Nach einer Fotografie.
FAKSIMILES VON SKIZZEN IN DEN BRIEFEN.
ABBILDUNG 1. Hypothetischer Querschnitt zur Veranschaulichung der kontinentalen Hebung.
ABBILDUNG 2. Diagramm der Verbindung zwischen Ganggestein und Lava.
ABBILDUNG 3. Umriss eines elliptischen Kraters.
ABBILDUNG 4. Hypothetischer Querschnitt zur Darstellung der Beziehung von Gängen zu vulkanischen Schlünden.
ABBILDUNG 5. Karte zur Veranschaulichung der linearen Anordnung vulkanischer Inseln in Bezug auf kontinentale Küstenlinien.
ABBILDUNG 6. Skizze zur Form und Verteilung von Quarz in einem geschieferten Gestein.
ABBILDUNG 7. Skizze zur Anordnung von Feldspat und Quarz in einer metamorphen Serie.
ABBILDUNG 8. Blütendiagramm einer Orchidee.
ABBILDUNG 9. Präparierte Blüte von Habenaria chlorantha.
ABBILDUNG 10. Diagramm einer kreuzblütigen Blume.
ABBILDUNG 11. Längsschnitt einer kreuzblütigen Blume.
ABBILDUNG 12. Querschnitt des Fruchtknotens eines Kreuzblütlers.
ABBILDUNG 13. (Inhalt/1. Kein Faksimile.) Blatt von Trifolium resupinatum. (Gezeichnet von Miss Pertz.)
WEITERE BRIEFE VON CHARLES DARWIN.
BAND I.
ABRISS VON CHARLES DARWINS LEBEN.
BASIEREND AUF SEINEM TAGEBUCH, DATIERT AUGUST 1838.
Verweise auf die Journale, in denen Mr. Darwins Arbeiten veröffentlicht wurden, finden sich in seinem "Life and Letters" III., Anhang II. Wir sind Mr. C.F. Cox aus New York zu großem Dank verpflichtet, weil er uns auf Fehler im Anhang aufmerksam gemacht hat, und wir nutzen diese Gelegenheit, sie zu korrigieren.
Anhang II., Liste ii. – Mr. Romanes sprach auf einer Sitzung der Linnean Society am 6. Dezember 1883 über Mr. Darwins Aufsatz zum Instinkt, und ein Bericht darüber findet sich in "Nature" vom selben Datum. Er wurde jedoch nicht von der Linnean Society veröffentlicht.
Anhang II., Liste iii. – "Ursprung salzhaltiger Ablagerungen. Salzseen von Patagonien und La Plata" (1838). Dies ist die Überschrift eines Auszugs aus Darwins Band über Südamerika, nachgedruckt im "Quarterly Journal of the Geological Society", Band II., Teil ii., "Miscellanea", Seiten 127-8, 1846.
Die Arbeit über "Analogie der Struktur einiger vulkanischer Gesteine etc." wurde 1845 veröffentlicht, nicht 1851.
Ein Aufsatz "Über die Befruchtung britischer Orchideen durch Insektenwirkung" im "Entomologist's Weekly Intelligencer" viii. und im "Gardeners' Chronicle" vom 9. Juni 1860 sollte in das Verzeichnis aufgenommen werden.
1809. 12. Februar: Geboren in Shrewsbury.
1817. Tod seiner Mutter.
1818. Besuch der Schule in Shrewsbury.
1825. Verließ die Schule in Shrewsbury.
1826.
Oktober: Besuch der Universität Edinburgh. Las zwei Vorträge vor der Plinian Society von Edinburgh "gegen Ende 1826 oder Anfang 1827".
1827. Immatrikulation am Christ's College, Cambridge.
1828. Beginn des Aufenthalts in Cambridge.
1831.
Januar: Bestand sein Examen als B.A. und absolvierte die beiden folgenden Semester.
August: Geologische Reise mit Sedgwick.
11. September: Reise nach Plymouth, um die "Beagle" zu sehen.
2. Oktober: "Abschied von meinem Zuhause genommen."
27. Dezember: "Von England zu unserer Weltumsegelung aufgebrochen."
1832.
16. Januar: "Zum ersten Mal eine tropische Küste betreten" (Santiago).
1833.
6. Dezember: "Zum letzten Mal von Rio de la Plata in See gestochen."
1834.
10. Juni: "Zum letzten Mal von Feuerland in See gestochen."
1835.
5. September: "Von den Westküsten Südamerikas in See gestochen."
16. November: Briefe an Professor Henslow, verlesen auf einer Sitzung der Cambridge Philosophical Society.
18. November: Vortrag vor der Geological Society über Notizen, die während einer Vermessung der Ost- und Westküste Südamerikas in den Jahren 1832-35 gemacht wurden.
1836.
31. Mai: Anker geworfen am Kap der Guten Hoffnung.
2. Oktober: Anker geworfen in Falmouth.
4. Oktober: Shrewsbury nach einer Abwesenheit von fünf Jahren und zwei Tagen erreicht.
13. Dezember: Umzug nach Cambridge.
1837.
4. Januar: Aufsatz über rezente Hebung in Chile verlesen.
13. März: Wohnsitz in der Great Marlborough Street 36 bezogen.
14. März: Aufsatz über "Rhea" verlesen.
Mai: Las Vorträge über Korallenbildung und über die Pampa vor der Geological Society.
Juli: Erstes Notizbuch über die Transmutation der Arten eröffnet.
13. März bis November: Beschäftigt mit seinem Journal.
Oktober und November: Vorbereitung des Schemas für die Zoologie der Reise der "Beagle". Arbeit an der Geologie Südamerikas.
1. November: Vortrag über Regenwürmer vor der Geological Society gehalten.
1838.
Arbeit an der Geologie Südamerikas und der Zoologie der Reise. "Einige kleine Artentheorie."
7. März: Vortrag über den Zusammenhang bestimmter vulkanischer Phänomene und die Bildung von Gebirgsketten vor der Geological Society gehalten.
Mai: Gesundheit begann zu schwächeln.
23. Juni: Aufbruch nach Glen Roy. Der Aufsatz über Glen Roy wurde im August und September geschrieben.
5. Oktober: Beginn der Korallenarbeit.
11. November: Verlobung mit seiner Cousine Emma Wedgwood.
31. Dezember: "Einzug in Upper Gower Street 12."
1839.
29. Januar: Heirat in Maer.
Februar und März: Etwas Arbeit an Korallen und der Artentheorie.
März (teilweise) und April: Arbeit an der Korallenarbeit. Aufsätze über einen auf einem Eisberg gesichteten Felsen und über die Parallelstraßen von Glen Roy. Veröffentlichung von "Journal and Remarks", Band III. der "Narrative of the Surveying Voyages of H.M.S. 'Adventure' and 'Beagle', etc.". Für den Rest des Jahres Korallen und Zoologie der Reise. Veröffentlichung der "Zoology of the Voyage of H.M.S. 'Beagle'", Teil II. (Mammalia).
1840.
Arbeit an Korallen und der Zoologie der Reise. Geologische Einleitung zu Teil I. der "Zoology of the Voyage" (Fossile Säugetiere von Owen) beigesteuert.
1841.
Veröffentlichung von Teil III. der "Zoology of the Voyage" (Vögel). Vortrag über Findlinge und glaziale Ablagerungen Südamerikas vor der Geological Society gehalten. Veröffentlichung eines Aufsatzes über eine bemerkenswerte Sandsteinbank vor Pernambuco an der Küste Brasiliens. Veröffentlichung von Teil IV. der "Zoology of the Voyage" (Fische).
1842.
6. Mai: Letzte Korrekturfahnen des Korallenbuchs korrigiert.
Juni: Untersuchung der Gletscherwirkung in Wales. "Bleistiftskizze meiner Artentheorie geschrieben."
Juli: Aufsatz über Gletscher in Caernarvonshire geschrieben.
Oktober: Beginn seines Buches über vulkanische Inseln.
1843.
Arbeit an "Vulkanische Inseln" und "einige Artenarbeit".
1844.
13. Februar: "Vulkanische Inseln" fertiggestellt.
Juli bis September: Eine erweiterte Fassung der Artentheorie geschrieben. Aufsätze über Sagitta und über Planaria.
27. Juli: Beginn seines Buches über die Geologie Südamerikas.
1845.
Aufsatz über die Analogie der Struktur vulkanischer Gesteine mit der von Gletschern. "Proc. R. Soc. Edin."
25. April bis 25. August: Arbeit an der zweiten Auflage von "Naturalist's Voyage".
1846.
1. Oktober: Letzte Korrekturfahnen von "Geological Observations on South America" fertiggestellt. Aufsätze über atlantischen Staub und über die Geologie der Falklandinseln der Geological Society mitgeteilt. Aufsatz über Arthrobalanus.
1847.
Arbeit an Rankenfußkrebsen. Rezension von Waterhouses "Natural History of the Mammalia".
1848.
20. März: Wissenschaftliche Anweisungen in Geologie für das Admiralty Manual fertiggestellt. Arbeit an Rankenfußkrebsen. Aufsatz über erratische Blöcke.
1849.
Gesundheit besonders schlecht. Arbeit an Rankenfußkrebsen.
März-Juni: Wasserkur in Malvern.
1850.
Arbeit an Rankenfußkrebsen. Monographien über rezente und fossile Lepadidae veröffentlicht.
1852.
Arbeit an Rankenfußkrebsen.
1853.
30. November: "Royal Medal an mich verliehen."
1854.
Monographien über rezente und fossile Balanidae und Verrucidae veröffentlicht.
9. September: Das Einpacken aller meiner Rankenfußkrebse beendet. "Begann mit dem Sortieren der Notizen für die Artentheorie."
1855.
März-April: Experimente über die Wirkung von Salzwasser auf Samen. Aufsätze über Eisberge und über die Vitalität von Samen.
1856.
14. Mai: "Auf Lyells Rat hin begonnen, die Artenskizze zu schreiben" (beschrieben in "Life and Letters" als das "Unfinished Book").
16. Dezember: Kapitel III. fertiggestellt. Auf der Linnean Society verlesener Aufsatz über Meerwasser und die Keimung von Samen.
1857.
29. September: Kapitel VII. und VIII. fertiggestellt.
30. September bis 29. Dezember: Arbeit an Hybridismus. Aufsatz über die Tätigkeit von Bienen bei der Befruchtung papilionaceer Blumen.
1858.
9. März: "Instinkt-Kapitel fertiggestellt."
18. Juni: Mr. Wallaces Skizze seiner Evolutionstheorie erhalten.
1. Juli: Gemeinsamer Aufsatz von Darwin und Wallace vor der Linnean Society verlesen.
20. Juli bis 27. Juli: "Begann mit dem Abstract des Artenbuches", d. h. "Origin of Species", in Sandown, I.W. Aufsatz über Bienen und die Befruchtung von Blumen.
1859.
25. Mai: Begann mit den Korrekturfahnen von "Origin of Species".
24. November: Veröffentlichung von "Origin": 1250 Exemplare gedruckt.
2. Oktober bis 9. Dezember: In der Wasserkuranstalt, Ilkley, Yorkshire.
1860.
7. Januar: Veröffentlichung der 2. Auflage von "Origin" (3000 Exemplare).
9. Januar: "MS. über Variation durchgesehen." Aufsatz über die Befruchtung britischer Orchideen.
Juli und erneut im September: Beobachtungen an Drosera gemacht. Aufsatz über Motten und Blumen. Veröffentlichung von "A Naturalist's Voyage".
1861.
Bis Juli Arbeit an "Variation under Domestication".
30. April: Veröffentlichung der 3. Auflage von "Origin" (2000 Exemplare).
Juli bis Jahresende: Arbeit an Orchideen.
November: Primula-Aufsatz vor der Linnean Society verlesen. Aufsätze über Pumilio und über die Befruchtung von Vinca.
1862.
15. Mai: Orchideenbuch veröffentlicht. Arbeit an Variation. Aufsatz über Catasetum (Linnean Society). Beitrag zu Kapitel III. von Jenyns' Memoir of Henslow.
1863.
Arbeit an "Variation under Domestication". Aufsätze über gelben Regen, die Pampa und über Rankenfußkrebse. Eine Rezension von Bates' Aufsatz über mimetische Schmetterlinge. Schwere Krankheit bis zum Jahresende.
1864.
Krankheit hielt bis April an. Aufsatz über Linum, veröffentlicht von der Linnean Society.
25. Mai: Aufsatz über Lythrum fertiggestellt.
13. September: Aufsatz über kletternde Pflanzen fertiggestellt. Arbeit an "Variation under Domestication".
30. November: Copley-Medaille verliehen.
1865.
1. Januar: Arbeit an Variation bis zum 22. April fortgesetzt. Die Arbeit wurde durch Krankheit bis spät in den Herbst unterbrochen.
Februar: Vortrag über kletternde Pflanzen gehalten.
25. Dezember: Wieder mit Variation begonnen.
1866.
Arbeit an "Variation under Domestication" fortgesetzt.
1. März bis 10. Mai: Arbeit an der 4. Auflage von "Origin". Veröffentlicht im Juni (1250 Exemplare). Aufsatz über Cytisus scoparius vor der Linnean Society verlesen.
22. Dezember: Begann mit dem letzten Kapitel von "Variation under Domestication".
1867.
15. November: Überarbeitungen von "Variation under Domestication" fertiggestellt.
Dezember: Begann mit Aufsätzen über illegitime Verbindungen von dimorphen und trimorphen Pflanzen und über Primula.
1868.
30. Januar: Veröffentlichung von "Variation under Domestication".
4. Februar: Beginn der Arbeit am Menschen.
10. Februar: Neuauflage von "Variation under Domestication". Aufsätze über illegitime Verbindungen von dimorphen und trimorphen Pflanzen und über Verbascum gelesen.
1869.
10. Februar: "Fünfte Auflage von 'Origin' fertiggestellt; hat mich sechsundvierzig Tage gekostet."
Auflage V. veröffentlicht im Mai.
Arbeit an der "Descent of Man". Aufsätze über die Befruchtung von Orchideen und über die Befruchtung von im Winter blühenden Pflanzen.
1870.
Arbeit an der "Descent of Man". Aufsatz über den Pampas-Specht.
1871.
17. Januar: Begann mit "Expression of the Emotions".
24. Februar: "Descent of Man" veröffentlicht (2500 Exemplare).
27. April: Rohfassung von "Expression" fertiggestellt.
18. Juni: Begann mit der 6. Auflage von "Origin". Aufsatz über die Befruchtung von Leschenaultia.
1872.
10. Januar: Korrekturfahnen der 6. Auflage von "Origin" fertiggestellt und "wieder 'Expression' umgeschrieben."
22. August: Letzte Korrekturfahnen von "Expression" fertiggestellt.
23. August: Begann mit der Arbeit an Drosera.
November: "Expression" veröffentlicht (7000 Exemplare, plus 2000 weitere Ende des Jahres gedruckt).
8. November: "Bei Murrays Verkauf 5267 Exemplare an Londoner Buchhändler verkauft."
1873.
Januar: Korrektur des Aufsatzes über kletternde Pflanzen zur Veröffentlichung als Buch.
3. Februar: Arbeit an "Cross-fertilisation".
Februar bis September: Beiträge zu "Nature".
14. Juni: "Wieder mit Drosera begonnen."
20. November: Begann mit der 2. Auflage der "Descent of Man".
1874.
"Descent of Man", 2. Auflage, in einem Band veröffentlicht (Vorwort datiert September). "Coral Reefs", 2. Auflage, veröffentlicht.
1. April: Begann mit "Insectivorous Plants".
Februar bis Mai: Beiträge zu "Nature".
1875.
2. Juli: "Insectivorous Plants" veröffentlicht (3000 Exemplare); 2700 Exemplare sofort verkauft.
6. Juli: "Korrektur der 2. Auflage von 'Variation under Domestication'." Sie wurde im Herbst veröffentlicht.
1. September (ungefähr): Begann mit "Cross and Self-Fertilisation".
November: Vivisektionskommission.
1876.
5. Mai: „Manuskript von ‚Cross and Self-Fertilisation‘ zum ersten Mal durchgearbeitet.“
Mai bis Juni: Korrektur der 2. Auflage von „Fertilisation of Orchids“. Schrieb seine autobiografische Skizze.
Mai und November: Beiträge für „Nature“.
19. August: Erste Korrekturfahnen von „Cross and Self-Fertilisation“.
10. November: „Cross and Self-Fertilisation“ veröffentlicht (1500 Exemplare).
1877.
„Den ganzen frühen Sommer hindurch Arbeit an ‚Different Forms of Flowers‘.“
Juli: Veröffentlichung von „Different Forms of Flowers“ (1250 Exemplare). Während des restlichen Jahres Arbeit am Blütenstaub auf Blättern, an Pflanzenbewegungen „und ein wenig an Würmern“.
November: LL.D. in Cambridge. Zweite Auflage von „Fertilisation of Orchids“ veröffentlicht. Beiträge für „Nature“, „Gardeners’ Chronicle“ und „Mind“.
1878.
Das ganze Jahr über Arbeit an Pflanzenbewegungen und am Blütenstaub auf Blättern.
Mai: Beitrag für „Nature“. Zweite Auflage von „Different Forms of Flowers“. Schrieb das Vorwort zu Kerners „Flowers and their Unbidden Guests“.
1879.
Das ganze Jahr über Arbeit an Pflanzenbewegungen, mit Ausnahme von „etwa sechs Wochen“ im Frühjahr und Frühsommer, die dem „Life of Erasmus Darwin“ gewidmet waren, welches im Herbst veröffentlicht wurde. Beiträge für „Nature“.
1880. „Den ganzen Frühling hindurch Fertigstellung des Manuskripts von ‚Power of Movement in Plants‘ und der Korrekturfahnen.“ „Im Herbst mit den Würmern begonnen.“ Vorwort für Meldolas Übersetzung von Weismanns Buch verfasst.
6. November: 1500 Exemplare von „Power of Movement“ auf Murrays Verkaufstag verkauft. Beiträge für „Nature“.
1881.
Während der gesamten ersten Jahreshälfte Arbeit am „Wurmbuch“. Mehrere Beiträge für „Nature“.
10. Oktober: Das Buch über „Earthworms“ veröffentlicht: 2000 Exemplare sofort verkauft.
November: Arbeit an der Wirkung von kohlensaurem Ammoniak auf Pflanzen.
1882.
Keine Einträge im Tagebuch.
Februar: Arbeit an der Korrektur der sechsten Tausend der „Earthworms“.
6. März und 16. März: Abhandlungen über die Wirkung von kohlensaurem Ammoniak auf Wurzeln usw. vor der Linnean Society verlesen.
6. April: Notiz für „Nature“ über die Verbreitung von Muscheln.
18. April: Van Dycks Abhandlung über syrische Hunde, mit einer einleitenden Notiz von Charles Darwin, vor der Zoological Society verlesen.
19. April: Charles Darwin starb in Down.
...
CHARLES DARWIN
KAPITEL 1.I. – EIN AUTOBIOGRAFISCHES FRAGMENT UND FRÜHE BRIEFE.
1809-1842.
(Kapitel I./1. Bei der Räumung der restlichen Bücher und Papiere von Mr. Darwin aus Down kamen die folgenden autobiografischen Aufzeichnungen, die 1838 geschrieben wurden, zum Vorschein. Sie erscheinen uns der Veröffentlichung wert – sowohl weil sie einige neue Fakten liefern, als auch weil sie das Interesse illustrieren, das er offensichtlich an seiner eigenen Entwicklung nahm. Viele Wörter fehlen im Manuskript, und einige Namen sind falsch geschrieben; die vorgenommenen Korrekturen sind nicht immer gekennzeichnet.)
Meine früheste Erinnerung, deren Datum ich ungefähr bestimmen kann und die gewesen sein muss, bevor ich vier Jahre alt war, war, als ich auf Caroline’s (Caroline Darwin) Schoß im Wohnzimmer saß, während sie eine Orange für mich schnitt, da lief eine Kuh am Fenster vorbei, die mich erschreckte, sodass ich aufsprang und eine tiefe Schnittwunde erhielt, von der ich noch heute die Narbe trage. Von dieser Szene erinnere ich mich an den Ort, wo ich saß, und an die Ursache des Schreckens, nicht aber an den Schnitt selbst, und ich glaube, meine Erinnerung ist echt und nicht, wie es in ähnlichen Fällen oft geschieht, [abgeleitet] vom häufigen Hören der Geschichte, [wobei] man ein so lebhaftes Bild gewinnt, dass es nicht von der Erinnerung getrennt werden kann: denn ich erinnere mich deutlich daran, in welche Richtung die Kuh lief, was mir wahrscheinlich nicht erzählt worden wäre. Meine Erinnerung ist hier ein dunkles Bild, bei dem ich mir, da ich mich an keinen Schmerz erinnere, kaum bewusst bin, dass es sich auf mich selbst bezieht.
1813.
Als ich viereinhalb Jahre alt war, fuhr ich ans Meer und blieb dort einige Wochen. Ich erinnere mich an viele Dinge, aber mit Ausnahme der Dienstmädchen (und diese sind nicht individualisiert) erinnere ich mich an keines meiner Familienmitglieder, die dort waren. Ich erinnere mich daran, dass entweder ich oder Catherine ungezogen waren und wir in einem Zimmer eingesperrt wurden und versuchten, die Fenster einzuschlagen. Ich habe ein dunkles Bild eines Hauses vor Augen und eines kleinen Ladens in der Nachbarschaft, wo mir der Besitzer eine Feige gab, die sich aber zu meiner großen Freude als zwei herausstellte: Diese Feige wurde mir gegeben, damit der Mann das Dienstmädchen küssen konnte. Ich erinnere mich an einen gewöhnlichen Spaziergang zu einer Art Brunnen; auf dem Weg dorthin lag ein von Damaszener- (Kapitel I./2. Damson [Zwetschge] leitet sich von Damaszener ab; die Frucht war früher als „Damask Prune“ bekannt.) Bäumen beschattetes Häuschen, bewohnt von einem alten Mann, der Eremit genannt wurde, mit weißem Haar, der uns gewöhnlich Damaszener-Pflaumen gab. Ich weiß nicht, ob die Pflaumen oder die Ehrfurcht und die unbestimmte Angst vor diesem alten Mann den größten Eindruck auf mein Gedächtnis hinterlassen haben. Ich erinnere mich, dass wir auf dem Weg dorthin mit der Kutsche eine breite Furt überquerten, und die Angst und das Erstaunen über das weiß schäumende Wasser haben einen lebhaften Eindruck hinterlassen. Ich glaube, die Erinnerung an Ereignisse beginnt plötzlich; das heißt, ich erinnere mich an diese frühesten Dinge genauso deutlich wie an andere, die sehr viel später im Leben geschahen und mich gleichermaßen beeindruckten. Einige sehr frühe Erinnerungen sind mit Angst in Parkfield und mit der armen Betty Harvey verbunden. Ich erinnere mich mit Entsetzen an ihre Geschichte von Leuten, die durch das Treilseil in den Kanal gestoßen wurden, weil sie auf der falschen Seite des Pferdes gingen. Ich hatte das größte Entsetzen vor dieser Geschichte – ein scharfer Instinkt gegen den Tod. Einige andere Erinnerungen sind solche der Eitelkeit – nämlich der Gedanke, dass die Leute mich bewunderten, in einem Fall wegen Ausdauer und in einem anderen wegen meiner Kühnheit beim Besteigen eines niedrigen Baumes, und, was merkwürdiger ist, ein Bewusstsein, als ob instinktiv, dass ich eitel war, und Verachtung meiner selbst. Mein vermeintlicher Bewunderer war der alte Peter Haile, der Maurer, und der Baum die Eberesche auf dem Rasen. Alle meine Erinnerungen scheinen am engsten mit mir selbst verbunden zu sein; Catherine (Catherine Darwin) hingegen scheint sich an Szenen zu erinnern, in denen andere die Hauptakteure waren. Als meine Mutter starb, war ich achteinhalb Jahre alt und [Catherine] ein Jahr jünger, doch sie erinnert sich an alle Einzelheiten und Ereignisse jedes Tages, während ich mich kaum an etwas erinnere (und so ist es in sehr vielen anderen Fällen), außer daran, gerufen worden zu sein, die Erinnerung daran, in ihr Zimmer gegangen zu sein, wie mein Vater mich traf – und dass ich danach weinte. Ich erinnere mich an das Kleid meiner Mutter und kaum an etwas von ihrem Aussehen, außer an ein oder zwei Spaziergänge mit ihr. Ich habe keine deutliche Erinnerung an irgendein Gespräch, und wenn, dann nur an solche von sehr trivialer Natur. Ich erinnere mich, dass sie sagte: „wenn sie mich gebeten habe, etwas zu tun“, was ich ihr vorgeworfen hatte, „dann sei es ausschließlich zu meinem Besten gewesen.“
Catherine erinnert sich, wie meine Mutter weinte, als sie vom Tod meiner Großmutter hörte. Auch wie Tante Sarah und Tante Kitty sie in Parkfield empfingen. Susan erinnert sich, wie ich, nur an persönliche Angelegenheiten. Dieser [Unterschied] bei den erinnerten Themen ist ziemlich seltsam. Catherine sagt, sie erinnere sich nicht an den Eindruck, den äußere Dinge, wie etwa Landschaften, auf sie machten, aber für Dinge, die sie liest, habe sie ein ausgezeichnetes Gedächtnis, d. h. für Ideen. Da nun ihr Mitgefühl ein ideelles ist, ist es Teil ihres Charakters und zeigt, wie leicht ihre Art von Gedächtnis geprägt wurde: ein lebhafter Gedanke wird wiederholt, ein lebhafter Eindruck vergessen.
Ich erinnere mich dunkel an die Illumination nach der Schlacht von Waterloo und die Milizübungen um jene Zeit auf dem Feld gegenüber unserem Haus.
1817.
Mit achteinhalb Jahren kam ich auf Mr. Cases Schule. (Kapitel I/3. Eine Tagesschule in Shrewsbury, geleitet vom Rev. G. Case, Prediger der unitarischen Kapelle („Life and Letters“, Band I., Seite 27 ff.)) Ich erinnere mich, wie sehr ich mich davor fürchtete, den Hunden in der Barker Street zu begegnen, und wie ich in der Schule nicht den Mut aufbringen konnte, mich zu prügeln. Ich war von Natur aus sehr schüchtern. Ich erinnere mich, dass ich in der Schule große Freude daran hatte, im Steinbruchteich nach Molchen zu fischen. Ich hatte schon in so jungen Jahren eine starke Vorliebe für das Sammeln entwickelt, hauptsächlich Siegel, Freibriefe usw., aber auch Kiesel und Mineralien – eines, das mir ein Junge gab, festigte diese Vorliebe. Ich glaube, kurz danach oder davor hatte ich mich oberflächlich mit Botanik befasst, und sicher war ich während meiner Zeit auf Mr. Cases Schule sehr gärtnerisch interessiert und erfand einige große Lügen darüber, dass ich Krokusse nach Belieben färben könne. (Kapitel I./4. Die Geschichte wird in den „Life and Letters“, I., Seite 28, erzählt, wobei die Einzelheiten leicht abweichen.) Zu dieser Zeit empfand ich für einige Jungen eine sehr starke Freundschaft. Kurz nachdem ich mit dem Steinesammeln begann, d. h. mit 9 oder 10 Jahren, erinnere ich mich deutlich an den Wunsch, über jeden Kiesel vor der Haustür Bescheid wissen zu können – es war mein frühestes und einziges geologisches Streben zu jener Zeit. Ich war in jenen Tagen ein sehr großer Aufschneider – aus reinem Vergnügen daran, Aufmerksamkeit und Überraschung zu erregen. Ich stahl Obst und versteckte es aus denselben Gründen und beschädigte Bäume, indem ich sie entrindete, um Ähnliches zu erreichen. Ich ging kaum jemals spazieren, ohne zu behaupten, ich hätte einen Fasan oder einen anderen seltsamen Vogel gesehen (naturkundliches Interesse); diese Lügen erregten, wenn sie nicht entdeckt wurden, vermutlich meine Aufmerksamkeit, da ich mich lebhaft an sie erinnere, nicht verbunden mit Scham, obwohl bei einigen schon, aber als etwas, das, weil es einen großen Eindruck auf meinen Geist gemacht hatte, Vergnügen bereitete wie eine Tragödie. Ich erinnere mich, wie ich bei Mr. Case ein ganzes Geflecht erfand, um zu zeigen, wie sehr ich die WAHRHEIT liebte! Meine Erfindung ist in meinem Geist immer noch so lebendig, dass ich fast glauben könnte, sie sei wahr, wenn mich nicht die Erinnerung an frühere Scham daran erinnerte, dass sie falsch war. Ich habe keine besonders glücklichen oder unglücklichen Erinnerungen an diese Zeit oder frühere Perioden meines Lebens. Ich erinnere mich gut an einen Spaziergang, den ich mit einem Jungen namens Ford über einige Felder zu einem Bauernhaus an der Church Stretton Road machte. Ich erinnere mich an keine geistigen Beschäftigungen außer denen des Steinesammelns usw., der Gartenarbeit und daran, wie ich um diese Zeit oft mit meinem Vater in seiner Kutsche fuhr, ihm von meinen Lektionen erzählte und Wild und andere wilde Vögel sah, was mir eine große Freude war. Ich wurde als Naturforscher geboren.
Als ich neuneinhalb Jahre alt war (Juli 1818), fuhr ich mit Erasmus nach Liverpool: Es hat keinen Eindruck auf meinen Geist hinterlassen, außer den nichtigsten – die Angst, dass die Kutsche umkippen könnte, ein gutes Abendessen und eine äußerst vage Erinnerung an Schiffe.
Mitte des Sommers dieses Jahres kam ich auf Dr. Butlers Schule. (Kapitel I./5. Darwin kam im Sommer 1818 auf Dr. Butlers Schule in Shrewsbury und blieb dort bis 1825 („Life and Letters“, I., Seite 30).) Ich erinnere mich gut an den ersten Tag dort, was ich seltsamerweise vom ersten Tag bei Mr. Case, meiner allerersten Schule, nicht sagen kann. Ich erinnere mich gut an das Jahr 1818, nicht weil ich zum ersten Mal auf eine öffentliche Schule ging, sondern weil ich diese Zahlen in mein Schulbuch schrieb, begleitet von dunklen Gedanken, die sich heute erfüllt haben: ob ich mich in meinem zukünftigen Leben an jenes Jahr erinnern würde.
Im September (1818) war ich an Scharlach erkrankt. Ich erinnere mich gut an das elende Gefühl, im Delirium zu liegen.
1819, Juli (zehneinhalb Jahre alt).
Fuhr ans Meer nach Plas Edwards und blieb dort drei Wochen, was mir heute wie drei Monate vorkommt. (Kapitel I./6. Plas Edwards, bei Towyn, an der walisischen Küste.) Ich erinnere mich an einen gewissen schattigen grünen Weg (wo ich eine Schlange sah) und einen Wasserfall mit einem Grad von Vergnügen, das mit dem Vergnügen an der Landschaft verbunden sein muss, auch wenn es nicht direkt als solches erkannt wurde. Die sandige Ebene vor dem Haus hat einen starken Eindruck hinterlassen, der dunkel mit einer unbestimmten Erinnerung an merkwürdige Insekten verbunden ist, wahrscheinlich eine Cimex, rot gesprenkelt, und Zygaena, das Blutströpfchen. Ich war zu jener Zeit sehr leidenschaftlich (wenn ich fluchte wie ein Kutscher) und streitsüchtig. Die erstgenannte Leidenschaft ist, glaube ich, fast vollständig, aber langsam vergangen. Als ich mit der Postkutsche dorthin reiste, erinnere ich mich an einen Rekrutierungsoffizier (ich glaube, ich würde sein Gesicht heute noch erkennen), der zur Teezeit das Dienstmädchen um geröstetes Brot mit Butter bat. Ich bog mich vor Lachen und hielt es für das kurioseste und witzigste Wort, das je aus dem Mund eines Menschen gekommen war. So ist der Witz mit zehneinhalb Jahren. Die Erinnerung blitzt jetzt in mir auf, welche Freude ich an einem windigen Abend hatte, als ich allein am Strand entlangging und die Möwen und Kormorane beobachtete, die ihren Weg nach Hause in einem wilden und unregelmäßigen Flug nahmen. Solche poetischen Freuden, die ich in späteren Jahren so intensiv empfand, hätte ich so früh im Leben nicht erwartet.
1820, Juli.
Machte eine Reittour (auf dem alten Dobbin) mit Erasmus nach Pistyll Rhiadr (Kapitel I./7. Pistyll Rhiadr führt vom Llyn Pen Rhiadr den Llyfnant hinab zum Dovey.); daran erinnere ich mich wenig, ein unklares Bild des Wasserfalls, aber ich erinnere mich gut an mein Erstaunen, als ich hörte, dass Fische ihn hinaufspringen könnten.
(Kapitel I./8. Das autobiografische Fragment endet hier. Die nächsten Briefe geben einen kleinen Einblick in Darwin als Student in Edinburgh. Er hat („Life and Letters“, I., Seiten 35-45) sein mangelndes Interesse an der offiziellen Lehre der Universität, sein Entsetzen vor dem Operationssaal und seine allmählich wachsende Abneigung gegen das medizinische Studium beschrieben, was ihn schließlich dazu bewog, Edinburgh zu verlassen und in Cambridge einzutreten, um die Priesterweihe zu empfangen.)
BRIEF 1. AN R.W. DARWIN. Sonntagmorgen [Edinburgh, Oktober 1825].
Mein lieber Vater,
Da Erasmus (Erasmus Darwin) wohl alle Einzelheiten der Reise mitgeteilt hat, werde ich darüber nicht mehr sagen, außer dass sie mich alles in allem 7 Pfund gekostet hat. Wir sind gestern Abend in unsere Unterkünfte eingezogen, die sehr komfortabel und nahe dem College gelegen sind. Unsere Vermieterin, Mrs. Mackay, ist eine nette, saubere alte Frau – außerordentlich höflich und aufmerksam. Sie wohnt in der „11, Lothian Street, Edinburgh“ (1/1. In einem Brief, der am 22. Mai 1888 im „Edinburgh Evening Despatch“ gedruckt wurde, schlug der Verfasser vor, eine Gedenktafel am Haus 11, Lothian Street, anzubringen. Dieser Vorschlag wurde 1888 von Mr. Ralph Richardson (Beamter des Commissary Court, Edinburgh) umgesetzt, der von den Eigentümern die Erlaubnis erhielt, eine Tafel am Haus anzubringen, die besagt, dass Charles Darwin dort als Student der Universität Edinburgh wohnte. Wir sind Mr. W.K. Dickson für die Beschaffung dieser Information und Mr. Ralph Richardson für das freundliche Zurverfügungstellen der Einzelheiten zu Dank verpflichtet. Siehe Mr. Richardsons Eröffnungsrede, „Trans. Edinb. Geol. Soc.“ 1894-95; sowie „Memorable Edinburgh Houses“ von Wilmot Harrison, 1898.) und nur vier Treppen vom Erdgeschoss entfernt, was im Vergleich zu anderen Unterkünften, die wir fast genommen hätten, sehr moderat ist. Die Bedingungen sind 1 Pfund 6 Schilling für zwei sehr nette und HELLE Schlafzimmer und ein Wohnzimmer; übrigens sind helle Schlafzimmer in Edinburgh sehr seltene Artikel, da die meisten von ihnen kleine Löcher sind, in denen es weder Luft noch Licht gibt. Wir besuchten am ersten Morgen Dr. Hanley, den wir wohl nie gefunden hätten, wäre da nicht ein gutmütiger Theologe gewesen, der uns in seine Bibliothek mitnahm, uns eine Karte zeigte und uns Anweisungen gab, wie wir ihn finden könnten. Tatsächlich sind alle Schotten so höflich und aufmerksam, dass es ausreicht, einen Engländer vor sich selbst beschämt fühlen zu lassen. Ich sollte meinen, dass Dr. Butler oder irgendein anderer dicker englischer Geistlicher zwei völlig Fremde in seine Bibliothek mitnehmen und ihnen den Weg zeigen würde! Als wir den Doktor schließlich fanden und nach all den angemessenen Reden auf beiden Seiten, machten wir uns zu dritt auf den Weg und spazierten durch die ganze Stadt, die wir überaus bewundern; tatsächlich ist Bridge Street das Außergewöhnlichste, was ich je gesehen habe, und als wir zum ersten Mal über die Seiten blickten, konnten wir unseren Augen kaum trauen, als wir statt eines schönen Flusses einen Strom von Menschen sahen. Wir verbringen alle unsere Vormittage damit, in der Stadt zu promenieren, die wir ziemlich gut kennen, und abends gehen wir ins Theater, um Miss Stephens (Wahrscheinlich Catherine Stephens) zu hören, was ganz herrlich ist; sie ist hier sehr beliebt und wird so sehr zu Zugaben aufgefordert, dass sie kaum mit dem Stück vorankommt. Am Montag gehen wir in „Der F“ (ich weiß nicht, wie man den Rest des Wortes schreibt). (1/2. „Der F“ ist zweifellos „Der Freischütz“, der 1820 erschien und von dem 1825 eine Auswahl unter Webers Leitung in London gegeben wurde. Die letzte von Webers Kompositionen, „From Chindara's warbling fount“, wurde für Miss Stephens geschrieben, die sie zu seiner Begleitung sang, „das letzte Mal, als seine Finger die Klaviatur berührten.“ (Siehe „Dict. of Music“, „Stephens“ und „Weber“).) Bevor wir unsere Unterkunft bezogen, wohnten wir im Star Hotel in der Princes St., wo ich zu meiner Überraschung einen alten Schulkameraden traf, den ich sehr mag; er ist gerade von einer Wanderung durch die Schweiz zurückgekehrt und wird nun für seinen [Abschluss?] studieren. Die Einführungsvorlesungen beginnen nächsten Mittwoch, und wir wurden am Samstag dafür immatrikuliert; wir zahlen 10 Shilling und schreiben unsere Namen in ein Buch, und die Zeremonie ist beendet; aber die Bibliothek steht uns erst frei, wenn wir ein Ticket von einem Professor bekommen. Wir waren gerade in der Kirche und hörten eine Predigt von nur 20 Minuten. Ich hatte nach Sir Walter Scotts Schilderung eine seelenzerreißende Predigt von zweieinhalb Stunden erwartet.
Ich bleibe Ihr liebender Sohn, C. DARWIN.
BRIEF 2. AN CAROLINE DARWIN. 6. Januar 1826. Edinburgh.
Vielen Dank für deinen sehr unterhaltsamen Brief, der eine große Erleichterung war, nachdem ich eine lange, dumme Vorlesung von Duncan über Materia Medica gehört hatte. Da du aber weder die Vorlesungen noch die Dozenten kennst, werde ich dir einen kurzen Bericht über sie geben. Dr. Duncan ist so sehr gelehrt, dass seine Weisheit keinen Raum für seinen Verstand gelassen hat, und er liest, wie ich schon sagte, über Materia Medica, wofür es kein Wort gibt, das seine Dummheit ausreichend ausdrücken könnte. In den letzten paar Vormittagen hat er jedoch Anzeichen von Besserung gezeigt, und ich hoffe, er wird „so weitermachen, wie man es erwarten kann“. Seine Vorlesungen beginnen um acht Uhr morgens. Dr. Hope beginnt um zehn Uhr, und ich mag ihn und seine Vorlesungen SEHR (danach geht Erasmus zu „Mr. Sizars über Anatomie“, der ein charmanter Dozent ist). Um 12 Uhr das Krankenhaus, danach besuche ich Monro über Anatomie. Ich mag ihn und seine Vorlesungen so wenig, dass ich nicht mit Anstand darüber sprechen kann. Dreimal pro Woche haben wir sogenannte klinische Vorlesungen, was Vorlesungen über die Kranken im Krankenhaus bedeutet – diese mag ich sehr. Ich sagte, dieser Bericht solle kurz sein, aber ich fürchte, er war zu lang, genau wie die Vorlesungen selbst.
Ich werde ein braver Junge sein und wieder etwas über Johnson erzählen (nicht dass ich nicht sehr überrascht wäre, dass Papa sich so vergisst, mich, einen Collegian an der Universität von Edinburgh, einen Jungen zu nennen). Er hat seine Unterkunft zum dritten Mal gewechselt; er hat sehr billige bekommen, aber ich fürchte, das wird nicht gut ausgehen, denn sie müssen durch Betrug ausgleichen. Ich hoffe, dir gefallen Erasmus’ offizielle Neuigkeiten; er beabsichtigt, jeden Brief so zu beginnen. Du erwähntest in deinem Brief, dass Emma bei dir zu Besuch war: Wenn sie noch nicht weg ist, bitte sie, Jos zu sagen, dass ich keinen Erfolg bei der Beschaffung von Titan hatte, aber dass ich es wieder versuchen werde... Ich möchte wissen, wie alt ich am nächsten Geburtstag sein werde – ich glaube 17, und wenn das so ist, werde ich gezwungen sein, für ein Jahr ins Ausland zu gehen, da es notwendig ist, dass ich mein 21. Lebensjahr vollendet habe, bevor ich mein Examen mache. Nun, du hast nicht den Grund, über diesen Brief zu runzeln und zu rätseln, denn ich habe nicht versprochen, dir eine schöne Handschrift zu schreiben.
BRIEF 3. AN J.S. HENSLOW.
(3/1. Auszüge aus Darwins Briefen an Henslow wurden am 16. November 1835 vor der Cambridge Philosophical Society verlesen. Einige der Briefe wurden anschließend in einer 31-seitigen Oktavbroschüre vom 1. Dezember 1835 zur privaten Verteilung unter den Mitgliedern der Gesellschaft gedruckt. Eine deutsche Übersetzung von W. Preyer erschien in der „Deutschen Rundschau“, Juni 1891.)
[15. August 1832. Montevideo.]
Wir kreuzen jetzt den Rio Plata auf und ich nutze die Gelegenheit, einen Brief an dich zu beginnen. Ich habe die Exemplare aus Rio Janeiro nicht abgeschickt, da ich die Zeit, die das Einpacken in Anspruch genommen hätte, scheute. Sie sind jetzt versandbereit und gehen höchstwahrscheinlich mit diesem Postschiff ab. Falls dem so ist, gehen sie nach Falmouth (wohin Fitz-Roy Vorkehrungen getroffen hat) und werden so den Agenten deines Bruders in London nicht belästigen. Als ich England verließ, war mir nicht vollends bewusst, welch wesentliche Güte du mir anbotest, als du dich bereit erklärtest, meine Kisten entgegenzunehmen. Ich weiß nicht, was ich ohne ein solches Hauptquartier anfangen sollte. Und nun zu einer entschuldigenden Prosa über meine Sammlung: Ich fürchte, du wirst sagen, sie sei sehr klein, aber ich bin nicht untätig gewesen, und du musst bedenken, welch sehr geringe Schau hunderte von Arten abgeben. Die Kiste enthält eine gute Anzahl geologischer Proben; mir ist wohl bewusst, dass die größere Zahl zu klein ist. Aber ich behaupte, dass niemand das Recht hat, mich anzuklagen, bis er selbst versucht hat, Gesteine unter einer tropischen Sonne zu tragen. Ich habe mich bemüht, Proben von jeder Gesteinsart zu erhalten, und habe Notizen zu allen geschrieben. Wenn du es der Mühe wert hältst, irgendeine davon zu untersuchen, wäre ich sehr froh über einige mineralogische Informationen, insbesondere zu allen Nummern zwischen 1 und 254, die Gesteine aus Santiago beinhalten. Anhand meines Katalogs werde ich wissen, worauf du dich beziehst. Was meine Pflanzen betrifft: „pudet pigetque mihi.“ Alles, was ich sagen kann, ist: Wenn Objekte vorhanden sind, die ich beobachten und über die ich mich in Einzelheiten auslassen kann, kann ich mich nicht dazu durchringen zu sammeln, wenn ich nichts weiß.
Es ist regelrecht bedrückend, in dem herrlichen Wald inmitten solcher Schätze umherzugehen und zu fühlen, dass sie für einen selbst alle verschwendet sind. Meine Sammlung von den Abrolhos ist interessant, da ich vermute, dass sie fast die gesamte blühende Vegetation enthält – und tatsächlich lässt sich aufgrund extremer Sterilität fast dasselbe von Santiago sagen. Ich habe vier Flaschen mit Tieren in Spiritus nach Hause geschickt; ich habe drei weitere, wollte sie aber nicht verschicken, bis ich eine vierte hätte. Ich werde gespannt sein zu hören, wie es ihnen ergeht. Ich habe in Rio eine enorme Sammlung von Arachnida angelegt, ebenso eine gute Anzahl kleiner Käfer in Pillendosen, aber es ist nicht die beste Jahreszeit für Letztere. Unter den niederen Tieren hat mich nichts so sehr interessiert wie das Auffinden zweier Arten von elegant gefärbten echten Planaria, die im taufrischen Wald leben! Die falsche Verwandtschaft, die sie zu Schnecken haben, ist das Außergewöhnlichste dieser Art, das ich je gesehen habe. In derselben Gattung (oder richtiger: Familie) besitzen einige der marinen Arten eine Organisation, die so wunderbar ist, dass ich meinen Augen kaum trauen kann. Jeder hat von den verfärbten Wasserstreifen in den äquatorialen Regionen gehört. Eine, die ich untersuchte, war auf die Anwesenheit derart winziger Oscillariae zurückzuführen, dass auf jedem Quadratzoll Oberfläche mindestens hunderttausend vorhanden gewesen sein müssen. Danach sollte ich besser schweigen, denn du wirst mich für einen Baron Münchhausen unter den Naturforschern halten. Mit Sicherheit könnte ich eine weitaus größere Anzahl von Exemplaren wirbelloser Tiere sammeln, wenn ich mir für jedes weniger Zeit nähme; aber ich bin zu dem Schluss gekommen, dass zwei Tiere mit notierten ursprünglichen Farben und Formen für Naturforscher wertvoller sind als sechs, bei denen nur Datum und Ort vermerkt sind. Ich hoffe, du wirst mir deine Kritik zu meiner Sammlung senden; und mein Bestreben soll es sein, dass nichts, was du sagst, bei mir verloren geht. Ich würde meine Aufzeichnungen mit meinen Exemplaren nach Hause schicken, nur stelle ich fest, dass ich so wiederholt Anlass habe, darauf zurückzugreifen, dass es ein schwerer Verlust für mich wäre. Ich kann über meine Sammlung nicht abschließen, ohne hinzuzufügen, dass ich fest darauf vertraue, dass du eine genaue Abrechnung gegen alle Ausgaben für Kisten usw. führst. In diesem Augenblick liegen wir in der Mündung des Flusses vor Anker, und was ist das für eine seltsame Szene. Alles steht in Flammen – der Himmel vor Blitzen, das Wasser vor leuchtenden Teilchen, und selbst die Masten sind mit einer blauen Flamme gekrönt. Ich erwarte großes Interesse, die Ebenen von Monte Video zu durchstreifen, dennoch blicke ich mit Bedauern auf die Tropen zurück, diesen magischen Lockruf für alle Naturforscher. Die Wonne, inmitten der stillen Düsternis des Waldes auf einem verrottenden Stamm zu sitzen, ist unsagbar und niemals zu vergessen. Wie oft habe ich mir dann dich gewünscht. Wenn ich eine Banane sehe, erinnere ich mich wohl daran, sie mit dir in Cambridge bewundert zu haben – wenig dachte ich damals, wie bald ich ihre Frucht essen würde.
15. August. In wenigen Tagen geht die Kiste mit dem Postschiff „Emulous“ (Capt. Cooke) nach Falmouth und wird an dich weitergeleitet. Dieser Brief geht auf demselben Weg, also würdest du bitte so freundlich sein, nach Falmouth zu schreiben, falls die Kiste nicht zu gegebener Zeit bei dir eintrifft? Wir sind schon seit geraumer Zeit hier (Monte Video); aber aufgrund des schlechten Wetters und der ständigen Kämpfe an Land konnten wir kaum jemals im Land umherwandern. Ich habe im letzten Monat nichts gesammelt, aber heute war ich draußen und bin wie Noahs Arche mit Tieren aller Art zurückgekehrt. Ich habe heute zu meinem Erstaunen zwei Planariae gefunden, die unter trockenen Steinen leben: Frag L. Jenyns, ob er je von dieser Tatsache gehört hat. Ich fand auch eine höchst merkwürdige Schnecke sowie Spinnen, Käfer, Schlangen, Skorpione ad libitum, und um abzuschließen, habe ich eine Cavia geschossen, die einen Zentner wiegt. – Am Freitag segeln wir zum Rio Negro, und dann wird unsere eigentliche wilde Arbeit beginnen. Ich sehe den nassen, stürmischen Regionen des Südens mit Grauen entgegen, aber nach so viel Vergnügen muss ich mich mit etwas Seekrankheit und Elend abfinden.
BRIEF 4. AN J.S. HENSLOW. Monte Video, 24. November 1832.
Wir trafen hier am 24. Oktober ein, nach unserer ersten Fahrt an der Küste von Patagonien. Nördlich des Rio Negro stießen wir auf einige kleine Schoner, die mit Robbenfang beschäftigt waren; um Zeitverlust bei der Vermessung der komplizierten Masse von Sandbänken zu vermeiden, hat Capt. Fitz-Roy zwei davon gemietet und Offiziere darauf eingesetzt. Es hat uns fast einen Monat gekostet, sie auszurüsten; sobald dies beendet war, kamen wir hierher zurück und bereiten uns nun auf eine lange Fahrt in den Süden vor. Ich erwarte, das wilde, bergige Land von Terra del Fuego sehr interessant zu finden, und nach der Küste von Patagonien werde ich es gründlich genießen. – Ich hatte auf die Ehre von Mutter Natur gehofft, dass kein solches Land wie dieses letzte existiere; in trauriger Wirklichkeit fuhren wir 240 Meilen entlang von Sandhügeln; ich wusste vorher nicht, was für ein scheußlich hässliches Objekt ein Sandhügel ist. Das berühmte Land am Rio Plata ist meiner Meinung nach nicht viel besser: ein riesiger Brackwasserfluss, begrenzt von einer endlosen grünen Ebene, ist genug, um jeden Naturforscher stöhnen zu lassen. Also Hurra für Kap Hoorn und das Land der Stürme. Nun, da ich mein Knurren losgeworden bin, was ein Privileg ist, das sich Seeleute bei allen Gelegenheiten nehmen, werde ich das Blatt wenden und einen Bericht über mein Tun in der Naturgeschichte geben. Ich muss noch einmal knurren: Durch das Pech hat die französische Regierung einen ihrer Sammler an den Rio Negro geschickt, wo er die letzten sechs Monate gearbeitet hat und nun um das Horn herum gefahren ist. So fürchte ich ganz eigennützig, dass er den Rahm von all den guten Dingen vor mir abschöpfen wird. Da ich niemanden habe, mit dem ich über mein Glück und Unglück beim Sammeln sprechen kann, bin ich entschlossen, es alles bei dir abzuladen. Ich hatte viel Glück mit fossilen Knochen; ich habe Fragmente von mindestens 6 verschiedenen Tieren: Da viele davon Zähne sind, vertraue ich darauf, dass sie, so zertrümmert und abgerollt sie auch sein mögen, erkannt werden. Ich habe ihrer geologischen Lage alle Aufmerksamkeit geschenkt, deren ich fähig bin; aber das ist natürlich eine zu lange Geschichte für hier. 1., habe ich die Tarsi und Metatarsi einer Cavia sehr vollständig; 2., den Oberkiefer und Kopf eines sehr großen Tieres mit vier quadratischen hohlen Backenzähnen und der Kopf weit nach vorne gestreckt. Ich dachte anfangs, er gehöre entweder zum Megalonyx oder Megatherium (4/1). Das Tier mag wahrscheinlich Grypotherium Darwini, Ow. gewesen sein. Die unten erwähnten knöchernen Platten müssen zu einem der Glyptodontidae gehört haben und nicht zum Megatherium. Wir sind Mr. Kerr zu Dank verpflichtet, dass er unsere Aufmerksamkeit auf eine Passage in Bucklands „Bridgewater Treatise“ (Band II., Seite 20, Anmerkung) gelenkt hat, wo Megatherium ein knöcherner Panzer zugeschrieben wird; zur Bestätigung dessen fand ich in derselben Formation eine große Oberfläche der knöchernen polygonalen Platten, die, wie „spätere Beobachtungen“ (was sind diese?) zeigen, zum Megatherium gehören. Sobald ich dies sah, dachte ich, sie müssten zu einem riesigen Gürteltier gehören, dessen lebende Arten in dieser Gattung hier so zahlreich sind. 3., der Unterkiefer eines großen Tieres, das, nach den Backenzähnen zu urteilen, zu den Edentata gehört haben dürfte; 4., einige große Backenzähne, die in mancher Hinsicht zu einem riesigen Nagetier zu gehören scheinen; 5., auch einige kleinere Zähne, die zu derselben Ordnung gehören. Wenn es dich genügend interessiert, sie auszupacken, werde ich sehr neugierig sein, etwas über sie zu hören. In diesem Fall muss darauf geachtet werden, die Zettel nicht zu verwechseln. Sie sind mit marinen Muscheln vermischt, die mir identisch mit den heute existierenden erscheinen. Aber seit sie in ihren Schichten abgelagert wurden, haben im Land einige geologische Veränderungen stattgefunden. So viel zu den Toten, und nun zu den Lebenden: Es gibt ein armes Exemplar eines Vogels, das meinen unornithologischen Augen wie eine glückliche Mischung aus Lerche, Taube und Schnepfe erscheint (Nr. 710). Mr. MacLeay selbst hat sich nie eine solch inosculierende Kreatur vorgestellt: Ich nehme an, es wird sich als ein wohlbekannter Vogel herausstellen, obwohl er mich völlig ratlos gemacht hat. Ich habe einige interessante Amphibia genommen; einen neuen Trigonocephalus, der in seinen Gewohnheiten auf wunderbare Weise Crotalus und die Viperidae verbindet, und eine Menge neuer (soweit mein Wissen reicht) Saurier. Was eine kleine Kröte betrifft, so hoffe ich, dass sie neu sein mag, damit sie „diabolicus“ getauft werden kann. Milton muss sich auf eben dieses Individuum beziehen, wenn er davon spricht, „hockend wie eine Kröte“ (4/2. „...ihn [Satan] fanden sie [Ithuriel und Zephon] dort, hockend wie eine Kröte, dicht am Ohr Evas“ („Das verlorene Paradies“, Buch IV., Zeile 800). „Früher war Miltons „Verlorenes Paradies“ mein größter Liebling, und auf meinen Exkursionen während der Reise der ‚Beagle‘, wenn ich nur einen einzigen Band mitnehmen konnte, wählte ich immer Milton“ („Autobiographie“, Seite 69).); ihre Farben sind laut Werner (4/3. Werners „Nomenklatur der Farben“, Edinburgh, 1821.) tintenschwarz, zinnoberrot und buff-orange. Es war eine großartige Fahrt für mich in der Naturgeschichte. Unter den pelagischen Crustacea einige neue und merkwürdige Gattungen. Bei den Zoophyten einige interessante Tiere. Was eine Flustra anbelangt, so würde, hätte ich nicht das Exemplar, um mich zu stützen, niemand an ihre höchst anomale Struktur glauben. Aber was die Neuheit angeht, so ist das alles nichts im Vergleich zu einer Familie pelagischer Tiere, die auf den ersten Blick wie Medusae erscheinen, aber in Wirklichkeit hochorganisiert sind. Ich habe sie wiederholt untersucht, und es wäre sicherlich aufgrund ihrer Struktur unmöglich, sie in eine bestehende Ordnung einzuordnen. Vielleicht ist Salpa das nächste Tier, obwohl die Transparenz des Körpers fast das einzige Merkmal ist, das sie gemeinsam haben. Ich glaube, die getrockneten Pflanzen enthalten fast alles, was damals (Bahia Blanca) blühte. Alle Exemplare werden in Fässern verpackt. Ich denke, es werden drei sein (bevor ich diesen Brief absende, werde ich Daten usw. spezifizieren). Ich fürchte, du wirst stöhnen, oder vielmehr der Boden des Hörsaals wird es tun, wenn die Fässer ankommen. Ohne dich wäre ich völlig verloren. Das kleine Fass enthält Fische: Wirst du es öffnen, um zu sehen, wie der Spiritus die Verdunstung der Tropen überstanden hat. An Bord des Schiffes läuft alles so gut wie möglich; der einzige Nachteil ist die erschreckende Zeitspanne zwischen heute und dem Tag unserer Rückkehr. Ich sehe keinerlei Grenzen dafür. Ein Jahr ist fast vollendet und das zweite wird es sein, bevor wir überhaupt die Ostküste Südamerikas verlassen. Und dann kann man sagen, dass unsere Reise erst wirklich begonnen hat. Ich weiß nicht, wie ich das werde ertragen können. Die Häufigkeit, mit der ich an all die glücklichen Stunden denke, die ich in Shrewsbury und Cambridge verbracht habe, ist eher unheilvoll – ich vertraue alles der Zeit und dem Schicksal an und werde mich vortasten, während ich weitermache.
24. November. – Wir waren eine Woche in Buenos Ayres; es ist eine schöne, große Stadt, aber was für ein Land, alles ist Schlamm, man kann nirgendwohin gehen, man kann wegen des Schlamms nichts tun. In der Stadt erhielt ich viele Informationen über die Ufer des Uruguay – ich höre von Kalkstein mit Muscheln und Muschelschichten in jeder Richtung. Ich hoffe, wenn wir im Plata überwintern, einen höchst interessanten geologischen Ausflug in jenes Land zu machen: Ich kaufte Fragmente (Nrn. 837-8) einiger riesiger Knochen, von denen mir versichert wurde, sie gehörten zu den früheren Riesen!! Ich erstand auch einige Samen – ich weiß nicht, ob sie es wert sind, dass du sie annimmst; falls du das denkst, werde ich noch mehr besorgen. Sie sind in der Kiste. Ich habe dir mit dem Postschiff „Duke of York“, kommandiert von Lieut. Snell, nach Falmouth zwei große Fässer mit fossilen Knochen, ein kleines Fass mit Fischen und eine Kiste mit Häuten, Spiritusflasche usw. sowie Pillendosen mit Käfern geschickt. Wärst du so freundlich, diese Letzteren zu öffnen, da sie dazu neigen, schimmelig zu werden. Mit Ausnahme der Knochen sieht der Rest meiner Sammlung sehr spärlich aus. Bedenke, wie ein großer Teil der Zeit auf See verbracht wird. Ich bin immer begierig zu hören, in welchem Zustand die Dinge ankommen, und auf jegliche Kritik über Menge oder Art der Exemplare. In dem kleineren Fass befindet sich ein Teil eines großen Kopfes, dessen vordere Abschnitte sich im anderen großen befinden. Das Postschiff ist eingetroffen und ich bin in großer Geschäftigkeit. Du wirst einige Monate nichts von mir hören.
BRIEF 5. AN J.S. HENSLOW. Valparaiso, 24. Juli 1834.
Eine Kiste ist soeben eingetroffen, in der sich zwei Ihrer überaus freundlichen und liebevollen Briefe befanden. Sie wissen nicht, wie glücklich sie mich gemacht haben. Einer ist datiert auf den 15. Dezember 1833, der andere auf den 15. Januar desselben Jahres! Durch welche Fügung er nicht früher ankam, vermag ich nicht zu erraten; ich bedauere es sehr, denn er enthält die Informationen, die ich am dringendsten brauchte, über die Art des Verpackens usw. usw.: Wurzeln mit Pflanzenexemplaren usw. usw. Dies wurde, wie ich annehme, nach dem Erhalt meiner ersten Fracht an Exemplaren geschrieben. Da ich bis März dieses Jahres nichts von Ihnen gehört hatte, begann ich wirklich zu glauben, meine Sammlungen seien so dürftig, dass Sie in Verlegenheit wären, was Sie dazu sagen sollten; der Fall liegt nun ganz anders; denn Sie machen sich schuldig, all meine eitlen Gefühle auf ein höchst behagliches Maß zu steigern; wenn harte Arbeit diese Gedanken sühnen kann, so gelobe ich, dass sie nicht gescheut werden soll. Es ist etwas spät, aber ich werde auf einige Bemerkungen im Brief vom Januar eingehen; Sie raten mir, Duplikate meiner Notizen nach Hause zu schicken; ich bin mir des Vorteils eines solchen Vorgehens bewusst; aber auf See bin ich bis zum heutigen Tag ausnahmslos seekrank, außer an den allerschönsten Tagen, an denen ich mich, mit pelagischen Tieren um mich herum, niemals zu dieser Aufgabe aufraffen konnte – an Land könnte selbst die umsichtigste Person kaum ein solches Opfer an Zeit erwarten. Meine Notizen werden umfangreich. Ich habe etwa 600 kleine Quartseiten voll; etwa die Hälfte davon ist Geologie – die andere unvollständige Beschreibungen von Tieren; bei letzteren mache ich es mir zur Regel, nur jene Teile oder Tatsachen zu beschreiben, die an in Spiritus konservierten Exemplaren nicht zu sehen sind. Mein privates Journal halte ich von den oben genannten getrennt. (N.B. Dieser Brief ist ein höchst unordentlicher, aber mein Geist ist unordentlich vor Freude; es ist Ihre Schuld, also müssen Sie die Konsequenzen tragen.) Was die Land-Planarien betrifft, so sind sie zweifellos keine Weichtiere. Ich habe Ihre Briefe gestern Abend gelesen, heute Morgen machte ich einen kleinen Spaziergang; durch einen merkwürdigen Zufall fand ich eine neue weiße Art von Planaria und einen für mich neuen Vaginulus (die dritte Art, die ich in Südamerika gefunden habe) von Cuvier. Unter den marinen Mollusken habe ich eine ganze Reihe von Gattungen gesehen und in Rio eine ganz neue gefunden. Was den Brief vom Dezember betrifft, so freue ich mich sehr zu hören, dass die vier Fässer wohlbehalten angekommen sind; seit dieser Zeit haben Sie eine weitere Fracht erhalten, mit den Vogelbälgen, wegen derer Sie mich missverstanden haben. Haben die Samen aus Buenos Aires Pflanzen hervorgebracht? Von den Falklandinseln aus habe ich den Erhalt einer Kiste und eines Briefes von Ihnen bestätigt; bei dem Brief waren einige Samen aus Patagonien. Derzeit habe ich genug Exemplare für eine schwere Fracht, werde aber so lange wie möglich warten, da die Gelegenheiten jetzt nicht mehr so gut sind wie zuvor. Ich bin gerade auf die Spur einiger fossiler Knochen eines MAMMUT gestoßen; was sie sein mögen, weiß ich nicht, aber wenn Gold oder Galoppieren sie beschaffen kann, sollen sie mein sein. Sie sagen mir, Sie hören gerne, wie es mir geht und was ich tue, und Sie können sich wohl vorstellen, wie sehr ich es genieße, mit jemandem über Themen zu sprechen, über die ich ständig nachdenke, aber mit niemandem reden kann. Nachdem wir die Falklandinseln verlassen hatten, fuhren wir zum Rio Santa Cruz und folgten dem Fluss bis auf zwanzig Meilen an die Kordilleren heran. Leider zwang uns Nahrungsmangel zur Rückkehr. Diese Expedition war für mich von größter Bedeutung, da sie einen Querschnitt durch die große patagonische Formation darstellte. Ich vermute (eine genaue Untersuchung der Fossilien kann den Punkt möglicherweise bestimmen), dass das Hauptbett irgendwo in der Miozän-Periode liegt (um Mr. Lyells Ausdruck zu verwenden); ich urteile nach dem, was ich von den heutigen Muscheln Patagoniens gesehen habe. Dieses Bett enthält ein ENORMES Lavafeld. Dies ist von einigem Interesse, da es eine grobe Annäherung an das Alter des vulkanischen Teils der großen Andenkette darstellt. Lange zuvor existierte sie als eine schiefer- und porphyritische Hügelkette. Ich habe eine beachtliche Menge an Informationen über den Zeitraum und die Formen der Hebung dieser Ebenen gesammelt. Ich denke, diese werden für Mr. Lyell interessant sein; ich hatte das Lesen seines dritten Bandes bis zu meiner Rückkehr aufgeschoben: Sie können sich denken, welch große Freude es mir bereitete; einige seiner Holzschnitte kamen so genau zum Einsatz, dass ich nur auf sie verweisen muss, anstatt ähnliche neu zu zeichnen. Ich hatte mein Barometer dabei, ich wünschte nur, ich hätte es in diesen Ebenen häufiger benutzt. Das Tal des Santa Cruz erscheint mir sehr merkwürdig; anfangs war ich völlig ratlos. Ich glaube, ich kann gute Gründe dafür anführen, dass es einst eine nördliche Meerenge war, ähnlich der von Magellan. Wenn ich nach England zurückkehre, werden Sie bei der Sichtung meiner Geologie einige harte Arbeit haben; was wenig ich weiß, habe ich auf eine so merkwürdige Weise gelernt, dass ich oft sehr an der Anzahl der Körner [von Wert?] zweifle. Wie viele es auch sein mögen, ich habe beim Sammeln extremes Vergnügen empfunden. In Feuerland habe ich einige Korallentiere gesammelt und untersucht; ich habe eine Tatsache beobachtet, die mich völlig verblüfft hat: dass nämlich in der Gattung Sertularia (in ihrer restriktivsten Form, wie von Lamoureux [verwendet]) und bei zwei Arten, die ich, von vergleichenden Ausdrücken abgesehen, nur schwer als verschieden beschreiben könnte, die Polypen sich in all ihren wichtigsten und offensichtlichsten Strukturteilen vollkommen und wesentlich unterschieden. Ich habe bereits genug gesehen, um überzeugt zu sein, dass die gegenwärtigen Familien der Korallentiere, wie sie von Lamarck, Cuvier usw. angeordnet sind, höchst künstlich sind. Es scheint, dass sie sich in demselben Zustand befinden, in dem die Muscheln waren, als Linné sie für Cuvier zur Neuordnung hinterließ. Ich wünschte so sehr, ich wäre geschickter beim Sezieren, ich merke, dass ich bei den winzigen Strukturteilen sehr wenig ausrichten kann; ich bin gezwungen, eine sehr grobe Untersuchung als Typus für verschiedene Strukturklassen zu nehmen. Es ist höchst außergewöhnlich, dass ich nirgends in meinen Büchern eine einzige Beschreibung des Polypen eines einzigen Korallentieres finden kann, mit Ausnahme von Alcyonium Lobularia von Savigny. Ich fand eine merkwürdige kleine steinige Cellaria (5/1. Cellaria, eine Gattung der Bryozoa, die in der Sektion Flustrina der Unterordnung Chilostomata eingeordnet ist.) (eine neue Gattung), bei der jede Zelle mit einem langen gezahnten Borstenhaar versehen ist, diese sind zu verschiedenen und schnellen Bewegungen fähig. Diese Bewegung ist oft simultan und kann durch Reizung hervorgerufen werden. Diese Tatsache ist, soweit ich sehen kann, in der Geschichte der Zoophyten völlig isoliert (mit Ausnahme der Flustra mit einem Organ wie einem Geierkopf); sie weist auf eine viel engere Verwandtschaft zwischen den Polypen hin, als Lamarck zuzugeben bereit ist. Ich habe vergessen, ob ich erwähnt habe, dass ich etwas über die Art der Fortpflanzung in dieser höchst zweideutigen Familie, den Korallentieren, gesehen habe; ich bin ziemlich überzeugt, wenn sie keine Pflanzen sind, dann sind sie keine Zoophyten. Die „Gemmula“ einer Halimeda enthielt mehrere vereinigte Glieder, bereit, ihre Hülle zu sprengen und sich an einer Basis festzusetzen. Ich glaube, bei Zoophyten bringt die Gemmula allgemein einen einzelnen Polypen hervor, der danach oder zur gleichen Zeit mit seiner Zelle oder seinem einzelnen Glied wächst.
Die „Beagle“ verließ die Magellanstraße mitten im Winter; sie fand ihren Weg hinaus durch einen wilden, abgelegenen Kanal; Sir J. Narborough konnte die Westküste wohl mit Recht South Desolation nennen, „weil es ein so trostloses Land ist, das man erblickt.“ Wir wurden durch sehr schlechtes Wetter nach Chiloe getrieben. Ein Engländer gab mir drei Exemplare jenes sehr schönen lucanoiden Insekts, das in den „Camb. Phil. Trans.“ (5/2. „Description of Chiasognathus Grantii, a new Lucanideous Insect, etc.“ von J.F. Stephens („Trans. Camb. Phil. Soc.“ Band IV., Seite 209, 1833.) beschrieben wird), zwei Männchen und ein Weibchen. Ich stelle fest, dass Chiloe aus Lava und jüngeren Ablagerungen besteht. Die Laven sind merkwürdig, da sie reich an Pechstein sind, oder vielmehr teilweise daraus bestehen. Wenn wir im Sommer nach Chiloe gehen, werde ich eine entomologische Ernte einfahren. Ich nehme an, die Botanik dort und in Chile ist wohlbekannt.
Ich habe vergessen zu erwähnen, dass in den vier Frachten von Exemplaren drei quadratische Kisten geschickt wurden, von denen jede vier Glasflaschen enthält. Ich erwähne dies für den Fall, dass sie unter geologischen Exemplaren verstaut wurden und somit Ihrer Aufmerksamkeit entgingen, vielleicht wird etwas Spiritus darin benötigt. Sollte eine Kiste aus Buenos Aires mit einem Megatherium-Schädel und den anderen nicht nummerierten Exemplaren ankommen, seien Sie so freundlich, es mir mitzuteilen, da ich große Befürchtungen um seine Unversehrtheit habe. Wir sind vorgestern hier angekommen; die Aussicht auf die fernen Berge ist höchst erhaben und das Klima entzückend; nach unserer langen Reise in den feuchten, düsteren Klimazonen des Südens, eine klare trockene Luft zu atmen, den ehrlichen warmen Sonnenschein zu spüren und gutes frisches Roastbeef zu essen, muss das summum bonum des menschlichen Lebens sein. Die Felsen gefallen mir nicht halb so gut wie das Rindfleisch, es sind zu viele dieser ziemlich faden Bestandteile, Glimmer, Quarz und Feldspat, darin enthalten. Unsere Pläne sind derzeit unentschieden; es gibt eine ganze Menge Arbeit südlich von Valparaiso und nach Norden eine unbestimmte Menge. Ich sehe jedem Teil mit Interesse entgegen. Ich habe Ihnen in diesem Brief eine traurige Dosis Egoismus geschickt, aber denken Sie daran, ich sehe zu Ihnen auf wie zu meinem Vater in der Naturgeschichte, und ein Sohn darf gegenüber seinem Vater von sich selbst sprechen. In Ihrer väterlichen Eigenschaft als Proproctor scheinen Sie eine ganze Menge Ärger gehabt zu haben. Wie turbulent Cambridge geworden ist. Bis jetzt wird es seine Ruhe wiedererlangt haben. Ich habe einen höchst schuljungenhaften Wunsch, dort zu sein und meine Ferien zu genießen. Es ist eine sehr behagliche Reflexion für mich, dass ein Schiff, das aus Holz und Eisen besteht, nicht ewig halten kann und daher diese Reise ein Ende haben muss.
28. Oktober. Dieser Brief liegt seit Juli in meiner Mappe; ich habe ihn nicht abgeschickt, weil ich ihn das Porto nicht wert hielt; er soll nun mit einer Kiste mit Exemplaren gehen. Kurz nach meiner Ankunft hier begab ich mich auf einen geologischen Ausflug und hatte einen sehr angenehmen Streifzug am Fuße der Anden. Das ganze Land scheint aus Brekzien (und ich vermute Schiefern) zu bestehen, die universell durch die Einwirkung von Feuer modifiziert und oftmals vollständig verändert wurden. Die so entstandenen Porphyrvarietäten sind endlos, aber nirgendwo bin ich bisher auf Gesteine gestoßen, die in einem Strom geflossen sind; Grünschiefergänge sind sehr zahlreich. Moderne vulkanische Aktivität ist vollständig auf die ganz zentralen Teile (die derzeit wegen des Schnees nicht erreicht werden können) der Kordilleren beschränkt. Im Süden des Rio Maipo untersuchte ich die tertiären Ebenen, die bereits teilweise von M. Gay beschrieben wurden. (5/3. „Rapport fait a l'Academie Royale des Sciences, sur les Travaux Geologiques de M. Gay,“ von Alex. Brongniart („Ann. Sci. Nat.“ Band XXVIII., Seite 394, 1833.) Die fossilen Muscheln scheinen mir viel stärker von den heutigen verschieden zu sein als in der großen patagonischen Formation; es wäre merkwürdig, wenn sich sowohl in Südamerika als auch in Europa Eozän und Miozän (von denen es dort reichlich gibt) nachweisen ließen. Ich war sehr daran interessiert, eine Fülle heutiger Muscheln in einer Höhe von 1.300 Fuß zu finden; das Land ist an vielen Stellen mit Muscheln übersät, aber diese sind alle litoral. So nehme ich an, dass die Hebung um 1.300 Fuß auf eine Abfolge kleiner Hebungen zurückzuführen sein muss, wie im Jahr 1822. Mit diesen sicheren Beweisen für den jüngsten Aufenthalt des Ozeans über allen tiefer gelegenen Teilen Chiles besitzt die Kontur jeder Aussicht und die Form jedes Tals ein hohes Interesse. Hat die Einwirkung von fließendem Wasser oder das Meer diese tiefe Schlucht gebildet? war eine Frage, die mir oft in den Sinn kam und meistens durch das Auffinden eines Bettes aus jüngeren Muscheln am Boden beantwortet wurde. Ich habe nicht genügend Argumente, aber ich glaube nicht, dass mehr als ein kleiner Bruchteil der Höhe der Anden innerhalb der Tertiärzeit gebildet wurde. Der Abschluss meines Ausflugs war sehr unglücklich, ich wurde krank und konnte diesen Ort kaum erreichen. Ich habe den letzten Monat im Bett gelegen, werde aber jetzt schnell wieder gesund. Ich hatte gehofft, in dieser Zeit eine gute Insektensammlung angelegt zu haben, aber es war unmöglich: Ich bedauere es umso weniger, da Chiloe förmlich von Sammlern wimmelt; es gibt mehr Naturforscher im Land als Tischler oder Schuster oder irgendein anderes ehrliches Gewerbe.
In meinem Brief von den Falklandinseln sagte ich, ich hätte Befürchtungen wegen einer Kiste mit einem Megatherium. Ich habe seitdem aus Buenos Aires gehört, dass sie mit der Brigg „Basingwaithe“ nach Liverpool gegangen ist. Wenn Sie sie nicht erhalten haben, ist es meiner Meinung nach die Mühe wert, sich darum zu kümmern. Im Oktober wurden zwei Fässer und ein Gefäß per H.M.S. „Samarang“ über Portsmouth verschickt. Ich habe keinen Zweifel, dass Sie sie erhalten haben. Mit diesem Brief schicke ich eine gute Anzahl von Vogelbälgen; in derselben Kiste befinden sich ein Papierpaket mit Pillenschachteln mit Insekten. Die anderen Pillenschachteln erfordern keine besondere Sorgfalt. Sie werden in zweien dieser Schachteln einige getrocknete Planarien (terrestrisch) sehen, die einzige Methode, die ich gefunden habe, sie zu konservieren (sie sind außerordentlich spröde). Durch die Untersuchung der weißen Art verstehe ich ein wenig von der internen Struktur. Es gibt zwei kleine Päckchen mit Samen. Es gibt einige Pflanzen, die Sie hoffentlich interessieren, oder zumindest jene aus Patagonien, wo ich jede blühende Pflanze gesammelt habe. Es gibt eine Flasche, ungeschickt, aber wie ich glaube sicher verkorkt, die Wasser und Gas aus den heißen Quellen von Cauquenes enthält, die am Fuße der Anden liegen und seit langem für ihre medizinischen Eigenschaften berühmt sind. Ich habe mir Mühe gegeben, sowohl Wasser als auch Gas abzufüllen und zu sichern. Wenn Sie jemanden finden, der sie analysieren möchte, sollte es meiner Meinung nach die Mühe wert sein. Ich habe derzeit keine Zeit, meine wenigen Beobachtungen über den Standort usw. usw. dieser Quellen abzuschreiben. Werden Sie mir sagen, wie die Arachniden, die ich nach Hause geschickt habe, zum Beispiel jene aus Rio, konserviert zu sein scheinen. Ich habe Zweifel, ob es sich lohnt, sie zu sammeln.
Wir segeln übermorgen: Unsere Pläne sind endlich begrenzt und bestimmt; ich freue mich sagen zu können, dass wir Feuerland ein ewiges Lebewohl gesagt haben. Die „Beagle“ wird nicht weiter südlich als Cabo Tres Montes fahren; von diesem Punkt aus vermessen wir nach Norden. Der Chonos-Archipel ist herrlich unbekannt: schöne tiefe Meeresarme, die in die Kordilleren hineinlaufen – wo wir uns vom Licht eines Vulkans steuern lassen können. Ich weiß nicht, welcher Teil der Reise jetzt die meisten Attraktionen bietet. Dies ist ein schändlich unordentlicher Brief, aber Sie müssen mir verzeihen.
BRIEF 6. AN J.S. HENSLOW. 18. April 1835. Valparaiso.
Ich bin gerade von Mendoza zurückgekehrt, nachdem ich die Kordilleren über zwei Pässe überquert habe. Dieser Ausflug hat mein Wissen über die Geologie des Landes sehr erweitert. Einige der Fakten, von deren Wahrheit ich in meinem eigenen Geist vollkommen überzeugt bin, werden Ihnen völlig absurd und unglaubwürdig erscheinen. Ich werde eine sehr kurze Skizze des Aufbaus dieser riesigen Berge geben. Im Portillo-Pass (dem südlicheren) haben Reisende die Kordilleren als eine doppelte Kette von nahezu gleicher Höhe beschrieben, die durch ein beträchtliches Intervall getrennt ist. Dies ist der Fall; und derselbe Aufbau erstreckt sich nach Norden bis Uspallata; die geringe Erhebung der östlichen Linie (hier nicht mehr als 6.000-7.000 Fuß) hat dazu geführt, dass sie fast übersehen wurde. Um mit der westlichen und hauptsächlichen Kette zu beginnen, haben wir, wo die Abschnitte am besten zu sehen sind, eine enorme Masse eines porphyritischen Konglomerats, das auf Granit ruht. Letzteres Gestein scheint den Kern der gesamten Masse zu bilden und ist in den tiefen Seitentälern zu sehen, injiziert zwischen, aufwölbend, umkippend auf die außergewöhnlichste Weise, die darüber liegenden Schichten. Die Schichtung ist in allen Bergen wunderbar deutlich und kann aufgrund einer Farbvielfalt aus großen Entfernungen gesehen werden. Ich kann mir keinen Teil der Welt vorstellen, der ein außergewöhnlicheres Bild des Aufbrechens der Erdkruste bietet als die ganz zentralen Teile der Anden. Die Hebung hat durch eine große Anzahl von (nahezu) Nord-Süd-Linien stattgefunden; die in den meisten Fällen ebenso viele antiklinale und synklinale Schluchten gebildet haben; die Schichten in den höchsten Zinnen sind fast allgemein in einem Winkel von 70 Grad bis 80 Grad geneigt. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich einige dieser Aussichten genossen habe – es lohnt sich, einmal aus England zu kommen, um solch intensives Entzücken zu spüren; in einer Höhe von 10.000 bis 12.000 Fuß herrscht eine Transparenz in der Luft und eine Verwirrung der Entfernungen und eine Art Stille, die das Gefühl gibt, in einer anderen Welt zu sein, und wenn sich dazu noch das so deutlich gezeichnete Bild der großen Epochen der Gewalt gesellt, verursacht es im Geist eine höchst seltsame Ansammlung von Ideen.
Die Formation, die ich Porphyrkonglomerate nenne, ist die wichtigste und am weitesten entwickelte in Chile: Aus einer großen Anzahl von Querschnitten ersehe ich, dass es sich um ein echtes grobes Konglomerat oder eine Brekzie handelt, die bei jedem Schritt in einer langsamen Abstufung in einen feinen Tonschiefer-Porphyr übergeht; die Kiesel und der Zement werden porphyrisch, bis schließlich alles in einem kompakten Gestein verschmilzt. Die Porphyre sind in dieser Kette überaus zahlreich. Ich bin mir sicher, dass mindestens 4/5 von ihnen auf diese Weise aus Sedimentgesteinen in situ entstanden sind. Es gibt Porphyre, die von unten in Schichten injiziert wurden, und andere, die ausgeworfen wurden und in Strömen geflossen sind; es ist bemerkenswert, und ich könnte Proben dieses Gesteins zeigen, die nach diesen drei Methoden entstanden sind und nicht voneinander unterschieden werden können. Es ist ein großer Fehler, die hiesigen Kordilleren als aus Gesteinen bestehend zu betrachten, die in Strömen geflossen sind. In diesem Gebirgszug sah ich nirgends ein Fragment, von dem ich glaube, dass es so entstanden ist, obwohl die Straße in nicht allzu großer Entfernung an den aktiven Vulkanen vorbeiführt. Die Porphyre, Konglomerate, Sandsteine und quarzhaltigen Sandsteine sowie Kalksteine wechseln sich ab und gehen vielfach ineinander über, wobei sie (wo sie nicht vom Granit durchbrochen werden) auf Tonschiefer aufliegen. In den oberen Teilen beginnt sich der Sandstein mit Gips abzuwechseln, bis wir schließlich diese Substanz von erstaunlicher Mächtigkeit vor uns haben. Ich glaube wirklich, dass die Formation an einigen Stellen (sie variiert stark) fast 2.000 Fuß mächtig ist; sie tritt oft zusammen mit einem grünen (Epidot?) kieselsäurehaltigen Sandstein und schneeweißem Marmor auf; sie ähnelt der in den Alpen gefundenen Formation darin, dass sie große Konkretionen eines kristallinen Marmors von schwärzlich-grauer Farbe enthält. Die oberen Schichten, die einige der höheren Gipfel bilden, bestehen aus Lagen von schneeweißem Gips und rotem kompaktem Sandstein, von der Dicke eines Blattes Papier bis zu einigen Fuß, die sich in einer endlosen Abfolge abwechseln.
Das Gestein hat ein höchst kurios bemaltes Aussehen. Am Peuquenes-Pass in dieser Formation, wo jedoch ein schwarzes Gestein wie Tonschiefer, ohne viele Lamellen, zusammen mit einem hellen Kalkstein den roten Sandstein ersetzt hat, fand ich reichlich Abdrücke von Muscheln. Die Höhe muss zwischen 12.000 und 13.000 Fuß liegen. Eine Muschel, von der ich glaube, dass es sich um eine Gryphaea handelt, ist die häufigste – eine Ostrea, Turritella, Ammoniten, kleine Muscheln, Terebratulae (?). Vielleicht wird ein guter Konchyliologe (6/1. Einige dieser Gattungen werden von Darwin („Geol. Obs.“ Seite 181) als von M. D'Orbigny für ihn benannt erwähnt.) in der Lage sein, eine Vermutung darüber anzustellen, zu welcher großen Abteilung der Formationen Europas diese organischen Überreste die größte Ähnlichkeit aufweisen. Sie sind überaus unvollständig und spärlich. Es war spät in der Saison und die Situation besonders gefährlich wegen Schneestürmen. Ich wagte es nicht, mich zu verspäten, sonst hätte eine reiche Ernte eingebracht werden können. So viel zur westlichen Linie; im Portillo-Pass, nach Osten hin, treffen wir auf eine immense Masse von Konglomerat, das mit 45 Grad nach Westen einfällt und auf glimmerhaltigem Sandstein usw. ruht, der aufgewölbt und in Quarzgestein umgewandelt wurde, das von Gängen aus der sehr großen Masse von Protogin (große Quarzkristalle, roter Feldspat und gelegentlich etwas Chlorit) durchdrungen ist. Nun besteht dieses Konglomerat, das auf dem Protogin ruht und mit 45 Grad von ihm abfällt, aus den eigentümlichen Gesteinen der zuerst beschriebenen Kette, Kieseln aus dem schwarzen Gestein mit Muscheln, grünem Sandstein usw. Es ist daher offensichtlich, dass die Hebung (und Ablagerung zumindest eines Teils) der großen östlichen Kette völlig nach der westlichen erfolgte. Nördlich im Uspallata-Pass haben wir ebenfalls eine Tatsache derselben Art. Behalten Sie das im Gedächtnis: Es wird Ihnen helfen zu glauben, was folgt. Ich habe gesagt, dass die Uspallata-Kette geologisch gesehen, obwohl sie nur 6.000 bis 7.000 Fuß hoch ist, eine Fortsetzung der großen östlichen Kette ist. Sie hat ihren Kern aus Granit, besteht aus großen Betten verschiedener kristalliner Gesteine, bei denen ich keinen Zweifel haben kann, dass es sich um untermeerische Laven handelt, die mit Sandstein, Konglomeraten und weißen tonhaltigen Schichten (wie zersetzter Feldspat) sowie vielen anderen kuriosen Varietäten von Sedimentablagerungen abwechseln. Diese Laven und Sandsteine wechseln sich sehr oft ab und sind vollkommen konform zueinander. Während zweitägiger sorgfältiger Untersuchung sagte ich mir mindestens fünfzig Mal, wie genau diese Schichten (nur etwas härter) denen der oberen Tertiärschichten von Patagonien, Chiloe und Concepcion gleichen, ohne dass mir jemals die mögliche Identität in den Sinn gekommen wäre. Schließlich gab es kein Widerstehen gegen die Schlussfolgerung. Ich konnte keine Muscheln erwarten, da sie in dieser Formation niemals vorkommen; aber Lignit oder kohlenstoffhaltiger Schiefer sollte zu finden sein. Ich war zuvor überaus verwirrt gewesen, als ich im Sandstein dünne Schichten (wenige Zoll bis Fuß mächtig) von brekziösem Pechstein antraf. Ich vermute stark, dass der darunter liegende Granit solche Schichten in diesen Pechstein umgewandelt hat. Das verkieselte Holz (besonders charakteristisch) fehlte noch. Die Überzeugung, dass ich mich auf den Tertiärschichten befand, war zu diesem Zeitpunkt so stark in meinem Geist, dass ich am dritten Tag inmitten von Laven und [? Massen] von Granit meine scheinbar aussichtslose Jagd begann. Wie glauben Sie, war ich erfolgreich? In einer Böschung aus kompaktem grünlichem Sandstein fand ich einen kleinen Wald aus versteinerten Bäumen in vertikaler Position, oder vielmehr waren die Schichten um etwa 20-30 Grad in die eine Richtung geneigt und die Bäume um 70 Grad in die entgegengesetzte. Das heißt, sie waren vor der Neigung wirklich vertikal. Der Sandstein besteht aus vielen Schichten und ist durch die konzentrischen Linien der Rinde markiert (ich habe Proben); 11 sind vollkommen verkieselt und ähneln dem dikotylen Holz, das ich bei Chiloe und Concepcion gefunden habe (6/2. „Geol. Obs.“ Seite 202. Proben des verkieselten Holzes wurden von Robert Brown untersucht und von ihm als koniferenartig bestimmt, „die an den Merkmalen des Araukarienstammes teilhaben, mit einigen kuriosen Punkten der Affinität zur Eibe.“); die anderen (30-40) kenne ich nur aufgrund der Analogie von Form und Position als Bäume; sie bestehen aus schneeweißen Säulen (wie Lots Weib) aus grobkristallinem kohlensaurem Kalk. Der größte Schaft ist 7 Fuß lang. Sie liegen alle nah beieinander, innerhalb von 100 Yards, und auf etwa demselben Niveau: Nirgendwo sonst konnte ich welche finden. Es kann nicht bezweifelt werden, dass die Lagen aus feinem Sandstein sich in aller Ruhe zwischen einer Gruppe von Bäumen abgelagert haben, die durch ihre Wurzeln fixiert waren. Der Sandstein ruht auf Lava, ist bedeckt von einer großen Schicht, die anscheinend etwa 1.000 Fuß mächtig ist, aus schwarzer augitischer Lava, und darüber gibt es mindestens 5 große Wechsel solcher Gesteine und wässriger Sedimentablagerungen, die zusammen eine Mächtigkeit von mehreren tausend Fuß erreichen. Ich fürchte mich sehr vor der einzigen Schlussfolgerung, die ich aus dieser Tatsache ziehen kann, nämlich dass es eine Absenkung der Landoberfläche in diesem Ausmaß gegeben haben muss. Aber wenn man diese Erwägung beiseite lässt, war es eine höchst zufriedenstellende Stütze für meine Vermutung über das tertiäre (ich meine mit Tertiär, dass die Muscheln der Periode eng verwandt oder identisch mit denen waren, die heute leben, wie in den unteren Schichten Patagoniens) Alter dieser östlichen Kette. Ein großer Teil des Beweises muss auf meinem Ipse-dixit einer mineralogischen Ähnlichkeit mit jenen Schichten beruhen, deren Alter bekannt ist, und deren Charakter dieser Ähnlichkeit unendlicher Variation unterworfen ist, indem sie durch eine konkretionäre Struktur von einer Varietät zur anderen übergehen. Ich erwarte kaum, dass Sie mir glauben, wenn es eine Folge dieser Ansicht ist, dass Granit, der Gipfel mit einer Höhe von wahrscheinlich 14.000 Fuß bildet, in der Tertiärperiode flüssig war; dass Schichten dieser Periode durch seine Hitze verändert wurden und von Gängen aus der Masse durchzogen werden. Dass diese Schichten wahrscheinlich auch eine immense Absenkung erfahren haben, dass sie jetzt in hohen Winkeln geneigt sind und regelmäßige oder komplizierte Antiklinalen bilden. Um den Höhepunkt zu vervollständigen und Ihren Unglauben zu besiegeln: diese gleichen Sedimentschichten und Laven werden von SEHR ZAHLREICHEN, echten metallischen Adern aus Eisen, Kupfer, Arsen, Silber und Gold durchzogen, und diese können bis zum darunter liegenden Granit zurückverfolgt werden. Eine Goldmine wurde in der Nähe der Gruppe verkieselter Bäume betrieben. Wenn Sie, wenn Sie meine Proben, Schnitte und Berichte sehen, der Meinung sein sollten, dass es ziemlich starke Beweise für die obigen Fakten gibt, erscheint es sehr wichtig; denn die Struktur und Größe dieser Kette wird jedem Vergleich mit anderen auf der Welt standhalten, und dass dies alles in einer so sehr jungen Periode produziert worden sein sollte, ist in der Tat wunderbar. In meinem eigenen Geist bin ich vollkommen von der Realität dessen überzeugt. Ich kann jedenfalls höchst gewissenhaft sagen, dass keine zuvor gebildete Vermutung mein Urteil verzerrt hat. Wie ich beschrieben habe, so habe ich die Tatsachen tatsächlich beobachtet. Aber ich werde etwas Gnade walten lassen und diesen überaus langen Bericht meiner geologischen Reise beenden.
Auf einigen der großen Flecken ewigen Schnees fand ich den berühmten roten Schnee der arktischen Länder; ich sende mit diesem Brief meine Beobachtungen und ein Stück Papier, auf dem ich versucht habe, einige Proben zu trocknen. Wenn die Tatsache neu ist und Sie es für lohnenswert halten, untersuchen Sie sie entweder selbst oder senden Sie sie an denjenigen, der die Proben aus dem Norden beschrieben hat, und veröffentlichen Sie eine Notiz in einer der Zeitschriften. Ich sende auch eine kleine Flasche mit zwei Eidechsen, eine von ihnen ist lebendgebärend, wie Sie aus der beiliegenden Notiz ersehen werden. Ein M. Gay – ein französischer Naturforscher – hat bereits in einer der Zeitungen dieses Landes eine ähnliche Aussage veröffentlicht und wahrscheinlich einen Bericht nach Paris geschickt; da die Tatsache singulär erscheint, wäre es nicht lohnenswert, die Proben einem guten Eidechsenkundler und vergleichenden Anatomen zu übergeben, um einen Bericht über ihre innere Struktur zu veröffentlichen? Tun Sie, was Sie für richtig halten.
Dieser Brief wird mit einer Ladung Proben aus Coquimbo gehen. Ich werde schreiben, um Sie wissen zu lassen, wann sie abgeschickt wurden. In der Kiste befinden sich zwei Tüten mit Samen, eine [aus den] Tälern der Kordilleren 5.000-10.000 Fuß hoch, der Boden und das Klima überaus trocken, Boden sehr leicht und steinig, extreme Temperaturen; die andere hauptsächlich aus der trockenen sandigen Traversia von Mendoza 3.000 Fuß mehr oder weniger. Wenn einige der Büsche wachsen, aber nicht gesund sein sollten, versuchen Sie eine leichte Bestreuung mit Salz und Salpeter. Die Ebene ist salzhaltig. Alle Blumen in den Kordilleren scheinen herbstblühend zu sein – sie waren alle in Blüte und Samen, viele von ihnen sehr hübsch. Ich sammelte sie, während ich an den Berghängen entlang ritt. Wenn sie nur aufkeimen wollen, habe ich keinen Zweifel, dass viele große Raritäten wären. In der Mendoza-Tüte befinden sich die Samen oder Beeren von etwas, das wie eine kleine Kartoffelpflanze mit einer weißlichen Blume aussieht. Sie wachsen viele Meilen entfernt von dort, wo aufgrund von Wassermangel jemals eine Ansiedlung hätte existieren können. Unter den getrockneten Pflanzen der Chonos werden Sie ein schönes Exemplar der wilden Kartoffel sehen, die unter einem entgegengesetzten Klima wächst und zweifellos eine echte wilde Kartoffel ist. Es muss eine eigene Art von der der unteren Kordilleren sein. Vielleicht sind, wie bei der Banane, unterschiedliche Arten jetzt nicht mehr in ihren durch Kultivierung hervorgebrachten Varietäten zu unterscheiden. Ich kann die wenigen Bemerkungen über die Chonos-Kartoffel nicht kopieren. Bei den Proben befindet sich ein Bündel alter Papiere und Notizbücher. Werden Sie sich darum kümmern; falls ich meine Notizen verlieren sollte, könnten diese nützlich sein. Ich schicke keine Insekten nach Hause, weil sie Ihnen lästig sein müssen, und da jetzt nur noch so wenig von der Reise unvollendet ist, kann ich mich gut um sie kümmern. In zwei oder drei Tagen breche ich auf dem Landweg nach Coquimbo auf; die „Beagle“ holt mich Anfang Juni ab. So habe ich noch sechs Wochen Zeit, um das Geologisieren in diesen kuriosen Bergen Chiles zu genießen. Derzeit gibt es eine blutige Revolution in Peru. Der Kommodore ist dorthin gegangen und hat in der Eile unsere Briefe mitgenommen; vielleicht ist darunter einer von Ihnen. Ich wünschte, ich hätte den alten Kommodore hier, ich würde etwas Rücksichtnahme für andere in seinen alten Körper schütteln. Von Coquimbo werden Sie wieder von mir hören.
BRIEF 7. AN J.S. HENSLOW. Lima, 12. Juli 1835.
Dies ist der letzte Brief, den ich jemals von den Küsten Amerikas an Sie schreiben werde, und aus diesem Grund sende ich ihn. In wenigen Tagen wird die „Beagle“ zu den Galapagos-Inseln segeln. Ich blicke mit Freude und Interesse darauf, sowohl weil ich etwas näher an England bin, als auch um einen guten Blick auf einen aktiven Vulkan zu werfen. Obwohl wir Lava im Überfluss gesehen haben, habe ich den Krater noch nie erblickt. Ich sandte mit H.M.S. „Conway“ zwei große Kisten mit Proben. Die „Conway“ segelte Ende Juni. Bei ihnen waren Briefe für Sie, seit dieser Zeit bin ich auf dem Landweg von Valparaiso nach Copiapo gereist und habe etwas mehr von den Kordilleren gesehen. Einige meiner geologischen Ansichten haben sich nach dem letzten Brief geändert. Ich glaube, die obere Gesteinsmasse ist nicht so modern, wie ich annahm. Diese letzte Reise hat mir viel von der alten Geschichte der Kordilleren erklärt. Ich bin sicher, sie bestanden früher aus einer Kette von Vulkanen, aus denen enorme Lavaströme auf den Meeresboden ergossen wurden. Diese wechseln sich mit Sedimentgesteinen von gewaltiger Mächtigkeit ab; zu einer späteren Zeit müssen diese Vulkane Inseln gebildet haben, aus denen Schichten von mehreren tausend Fuß Mächtigkeit aus grobem Konglomerat hervorgegangen sind. (7/1. Siehe „Geological Observations on South America“ (London, 1846), Kapitel VII.: „Central Chile; Structure of the Cordillera.“) Diese Inseln waren mit feinen Bäumen bedeckt; im Konglomerat fand ich einen von 15 Fuß Umfang, der bis in den Kern vollkommen verkieselt war. Die Wechselfolgen von kompakten kristallinen Gesteinen (ich kann nicht bezweifeln, dass es untermeerische Laven sind) und Sedimentgesteinen, die jetzt aufgewölbt, zerbrochen und verhärtet sind, bilden das Hauptgebirge der Anden. Die Formation entstand zu der Zeit, als Ammoniten, Gryphiten, Austern, Pektin, Mytilus usw. lebten. In den zentralen Teilen Chiles wird die Struktur der unteren Schichten durch die metamorphe Wirkung sehr unklar, die selbst die gröbsten Konglomerate porphyrisch gemacht hat. Die Kordilleren der Anden, so bewundernswert ob der Größe ihrer Dimensionen, steigen in ihrer Würde, wenn man bedenkt, dass sie seit der Zeit der Ammoniten ein ausgeprägtes Merkmal in der Geographie des Globus gebildet haben. Die Geologie dieser Berge gefiel mir in einer Hinsicht; beim Lesen von Lyell war mir immer aufgefallen, dass, wenn die Erdkruste sich in einem Kreis verändert, es irgendwo Formationen geben müsste, die, obwohl sie das Alter der großen europäischen sekundären Schichten haben, die Struktur tertiärer Gesteine besitzen sollten oder jener, die inmitten von Inseln und in begrenzten Becken entstanden sind. Nun, die Wechselfolgen von Lava und grobem Sediment, die die oberen Teile der Anden bilden, entsprechen genau dem, was sich unter solchen Umständen ansammeln würde. Infolgedessen kann ich nur sehr grob die variierenden Schichten (vielleicht 8.000 Fuß mächtig), die diese Berge bilden, in drei Abteilungen unterteilen. Ich fürchte, Sie werden mir sagen, ich solle mein ABC lernen, um Quarz von Feldspat zu unterscheiden, bevor ich mich in solche Spekulationen ergehe. Ich habe kürzlich einen Bericht über die Arbeiten von M. Dessalines D'Orbigny in Südamerika erhalten (7/2. „Voyage dans l'Amerique Meridionale, etc.“ (A. Dessalines D'Orbigny).); ich empfand ein eher erniedrigendes Maß an Verdruss, als ich feststellte, dass er die Geologie der Pampa beschrieben hat und dass ich einige harte Ritte umsonst hatte; es war jedoch erfreulich, dass meine Schlussfolgerungen, soweit ich sammeln kann, mit seinen Ergebnissen übereinstimmen. Es ist auch ausgezeichnet, dass ganz Bolivien beschrieben werden wird. Ich hoffe, seine Geologie dieses Landes mit meiner von Chile verbinden zu können. Nach dem Verlassen von Copiapo berührten wir Iquique. Ich habe die Lage der Natronsalpeterbetten besucht, verstehe sie aber nicht ganz. Hier in Peru kann ich aufgrund des Zustands der Anarchie keine Expedition unternehmen.
Ich höre von zu Hause, dass mein Bruder mir eine Kiste mit Büchern und einen Brief von Ihnen schicken will. Es ist sehr unglücklich, dass ich dies nicht vor unserer Ankunft in Sydney erhalten kann, selbst wenn es jemals so weit sicher ankommt. Ich werde für viele Monate keine weitere Gelegenheit haben, Ihnen wieder zu schreiben. Werden Sie die Barmherzigkeit haben, mir noch einen Brief zu schicken (sobald dieser Sie erreicht), adressiert an das Kap der Guten Hoffnung? Ihre Briefe bereiten mir nicht nur die größte Freude, sondern geben mir immer wieder einen neuen Ansporn zur Anstrengung. Entschuldigen Sie diesen geologischen, langweiligen Brief und leben Sie wohl, bis Sie von mir in Sydney hören und mich im Herbst 1836 sehen.
BRIEF 8. AN JOSIAH WEDGWOOD. [Shrewsbury, 5. Oktober 1836.]
Mein lieber Onkel,
Die „Beagle“ kam am Sonntagabend in Falmouth an, und ich erreichte das Haus spät letzte Nacht. Mein Kopf ist ganz verwirrt vor lauter Freude, aber ich kann nicht zulassen, dass meine Schwestern Ihnen zuerst erzählen, wie glücklich ich bin, alle meine lieben Freunde wiederzusehen. Ich muss in drei oder vier Tagen nach London zurückkehren, wo die „Beagle“ bezahlt werden wird, und dann werde ich Shrewsbury einen längeren Besuch abstatten. Ich bin sehr begierig darauf, Maer und all seine Bewohner noch einmal zu sehen, so dass ich hoffe, Ihnen im Laufe von zwei oder drei Wochen persönlich danken zu können, als meinem ersten Lord der Admiralität. (8/1. Leser der „Life and Letters“ werden sich daran erinnern, dass Darwin Josiah Wedgwood die große Gelegenheit seines Lebens verdankte („Life and Letters“, Band I, Seite 59), und es war angemessen, dass er sich bei seinem „ersten Lord der Admiralität“ meldete. Der vorliegende Brief klärt eine kleine Unklarheit, auf die Herr Poulton aufmerksam gemacht hat („Charles Darwin and the Theory of Natural Selection“, „Century“ Series, 1896, Seite 25). In einem Brief an Fitz-Roy aus Shrewsbury vom 6. Oktober sagt Darwin: „Ich kam gestern Morgen zur Frühstückszeit hier an.“ Dies bezieht sich auf seine Ankunft im Haus seines Vaters, nachdem er im Gasthaus geschlafen hatte. Das Datum seiner Ankunft in Shrewsbury war daher der 4. Oktober, wie in den „Life and Letters“, I, Seite 272 angegeben. Die Einträge in seinem Tagebuch lauten: – 2. Oktober 1831. Abschied von meinem Zuhause genommen. 4. Oktober 1836. Shrewsbury erreicht nach einer Abwesenheit von 5 Jahren und 2 Tagen.) Ich bin so sehr glücklich, ich weiß kaum, was ich schreibe. Glauben Sie mir, Ihr herzlichster Neffe,
CHAS. DARWIN.
BRIEF 9. AN C. LYELL. Shrewsbury, Montag [12. November 1838].
Mein lieber Lyell,
Ich nehme an, Sie werden morgen [oder] am 14. in der Hart St. sein. (9/1. Sir Charles Lyell wohnte in der Hart Street 16, Bloomsbury.) Ich schreibe, weil ich nicht umhin kann, der Erste sein zu wollen, der Frau Lyell und Ihnen mitteilt, dass ich das sehr gute und bis vor Kurzem [d.h. bis vor kurzem] sehr unerwartete Glück habe, heiraten zu wollen! Die Dame ist meine Cousine Miss Emma Wedgwood, die Schwester von Hensleigh Wedgwood und des älteren Bruders, der meine Schwester geheiratet hat, so dass wir durch vielfältige Bande verbunden sind, außerdem meinerseits durch die aufrichtigste Liebe und herzliche Dankbarkeit ihr gegenüber, dass sie einen wie mich akzeptiert.
Ich beschloss, als ich das letzte Mal in Maer war, mein Glück zu versuchen, aber ich erwartete kaum, dass mir ein solches Glück zuteilwerden würde. Ich werde Mitte oder Ende der nächsten Woche in der Stadt sein. (9/2. Herr Darwin heiratete am 29. Januar 1839 (siehe „Life and Letters“, I, Seite 299). Der vorliegende Brief wurde am Tag nach seiner Verlobung geschrieben.) Ich fürchte, Sie werden sagen, ich hätte meine Geschichte auch gut bis zu unserem Treffen für mich behalten können. Aber ich spüre zutiefst Ihre Güte und Freundschaft mir gegenüber, die, das kann ich wahrlich sagen, seit meiner Rückkehr nach England eine der Hauptquellen meines Glücks war: also müssen Sie mich entschuldigen. Ich bin mir sicher, dass Frau Lyell, die für jeden in ihrer Nähe Sympathie hat, mir ihre herzlichen Glückwünsche aussprechen wird.
Glauben Sie mir, mein lieber Lyell, Ihr aufrichtig Verpflichteter CHAS. DARWIN.
(TAFEL: FRAU DARWIN. Walker and Cockerell, ph. sc.)
BRIEF 10. AN EMMA WEDGWOOD. Sonntagnacht. Athenaeum. [20. Januar 1839.]
...ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich meinen Besuch in Maer genossen habe – ich fühlte in Vorfreude mein künftiges ruhiges Leben: wie sehr ich hoffe, dass Sie so glücklich sein mögen, wie ich weiß, dass ich es sein werde: aber es erschreckt mich, sooft ich daran denke, was für eine Familie diejenige ist, der Sie angehört haben. Ich dachte heute Morgen darüber nach, wie es kam, dass ich, der ich gerne rede und fast niemals niedergeschlagen bin, meine Vorstellungen vom Glück so gänzlich auf Ruhe und ein gehöriges Maß an Einsamkeit gründete: aber ich glaube, die Erklärung ist sehr einfach, und ich erwähne sie, weil sie Ihnen Hoffnung geben wird, dass ich allmählich weniger ein Rohling werde, nämlich, dass während der fünf Jahre meiner Reise (und wahrlich, ich kann diese letzten zwei hinzufügen), die aufgrund der aktiven Art und Weise, wie sie verbracht wurden, als der Beginn meines wirklichen Lebens bezeichnet werden können, mein gesamtes Vergnügen daraus stammte, was in meinem Geist vorging, während ich für mich alleine Aussichten bewunderte, durch die wilden Wüsten oder herrlichen Wälder reiste oder nachts auf dem Deck der armen kleinen „Beagle“ auf und ab ging. Entschuldigen Sie diese Menge an Egoismus – ich gebe sie Ihnen, weil ich denke, dass Sie mich vermenschlichen und mich bald lehren werden, dass es ein größeres Glück gibt, als in Stille und Einsamkeit Theorien zu bauen und Fakten anzuhäufen. Meine eigene liebste Emma, ich bete inständig, dass Sie niemals die große, und ich möchte hinzufügen sehr gute Tat bereuen mögen, die Sie am Dienstag vollbringen werden: meine eigene liebe zukünftige Frau, Gott segne Sie... Die Lyells besuchten mich heute nach der Kirche; da Lyell so voll von Geologie war, musste er sich entleeren – und ich speise am Dienstag dort für ein besonderes Vertrauensverhältnis. Ich schämte mich heute meiner selbst, denn wir unterhielten uns eine halbe Stunde lang über ungeschminkte Geologie, während die arme Frau Lyell daneben saß, ein Denkmal der Geduld. Ich brauche Übung in der Misshandlung des weiblichen Geschlechts – ich bemerkte nicht, dass Lyell irgendwelche Gewissensbisse hatte; ich hoffe, mein Gewissen mit der Zeit abzuhärten: nur wenige Ehemänner scheinen es schwer zu finden, dies zu erreichen. Seit meiner Rückkehr habe ich, wie Sie leicht glauben werden, einige Male einen Blick in das Wohnzimmer geworfen; ich nehme an, mein Geschmack [für] harmonische Farben ist bereits verschlechtert, denn ich erkläre, das Zimmer beginnt weniger hässlich auszusehen. Ich habe so viel Freude an dem Haus (10/1. Nr. 12, Upper Gower Street, ist jetzt Nr. 110, Gower Street, und bildet einen Teil eines Blocks, der von Angestellten der Firma Shoolbred bewohnt wird. Wir verdanken diese Information Herrn Wheatley von der Society of Arts.), ich erkläre, ich bin genau wie ein großes, überwachsenes Kind mit einem neuen Spielzeug; aber dann, nicht wie ein echtes Kind, sehne ich mich danach, einen Mitpartner und Besitzer zu haben.
(10/2. Die folgende Passage ist der handschriftlichen Kopie der „Autobiographie“ entnommen; sie wurde nicht in den „Life and Letters“ veröffentlicht, die zu Frau Darwins Lebzeiten erschienen:--)
Sie alle kennen Ihre Mutter und was für eine gute Mutter sie für Sie alle immer gewesen ist. Sie war mein größter Segen, und ich kann erklären, dass ich in meinem ganzen Leben niemals ein Wort von ihr gehört habe, das ich lieber ungesagt gelassen hätte. Sie hat niemals an herzlichster Anteilnahme mir gegenüber gefehlt und hat mit größter Geduld meine häufigen Klagen über schlechte Gesundheit und Unbehagen ertragen. Ich glaube nicht, dass sie jemals eine Gelegenheit verpasst hat, jemandem in ihrer Nähe eine gute Tat zu erweisen. Ich bestaune mein Glück, dass sie, mir in jeder einzelnen moralischen Eigenschaft unendlich überlegen, einwilligte, meine Frau zu werden. Sie war mein weiser Ratgeber und fröhlicher Tröster durch das ganze Leben, das ohne sie über einen sehr langen Zeitraum hinweg aufgrund meiner schlechten Gesundheit ein elendes gewesen wäre. Sie hat sich die Liebe jeder Seele in ihrer Nähe verdient.
BRIEF 11. C. LYELL AN C. DARWIN. [Juli?, 1841?].
(11/1. Lyell trat seine erste Reise in die Vereinigten Staaten im Juli 1841 an und war dreizehn Monate abwesend. Darwin kehrte nach einer längeren Abwesenheit am 23. Juli 1841 nach London zurück; er könnte daher verpasst haben, Lyell zu sehen. Unter der Annahme, dass das Datum 1841 korrekt ist, scheint es, als ob der Plan, auf dem Land zu leben, ein Jahr vor der tatsächlichen Umsetzung gefasst wurde.)
Ich habe keinen Zweifel, dass Ihr Vater richtig gehandelt hat, als er Sie überredete, [in Shrewsbury] zu bleiben, aber wir waren sehr enttäuscht, Sie vor unserem Aufbruch zu einer einjährigen Abwesenheit nicht zu sehen. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie oft ich seit Ihrer langen Krankheit den freundschaftlichen Austausch vermisst habe, den wir vorher so häufig hatten und auf den ich nach Ihrer Hochzeit mehr denn je baute. Es wird nicht leicht zweimal im Leben geschehen, selbst in der großen Welt von London, dass eine verwandte Seele, die so genau mit denselben Bestrebungen beschäftigt ist und über die Unabhängigkeit verfügt, diese zu verfolgen, mir so nahe kommt, und es als eine solche Entbehrung zu empfinden, dass dies mir entrissen wurde, mit der Aussicht, dass Ihr Wohnsitz etwas weit entfernt liegt, fühle ich als eine sehr große. Ich hoffe, Sie werden sich nicht, wie Herschell, weit weg von einer Eisenbahn niederlassen.
BRIEF 12. AN CATHERINE DARWIN.
(12/1. Der folgende Brief wurde etwa zwei Monate, bevor Charles Darwin sich in Down niederließ, an seine Schwester Catherine geschrieben:--)
Sonntag [Juli 1842].
Sie müssen überrascht gewesen sein, nicht früher von dem Haus gehört zu haben. Emma und ich kehrten erst gestern Nachmittag vom Übernachten dort zurück. Ich werde Ihnen im Detail, wie mein Vater es wünscht, MEINE Meinung dazu geben – Emmas weicht leicht ab. Lage: – etwa 1/4 Meile von dem kleinen Dorf Down in Kent – 16 Meilen von St. Paul's – 8 1/2 Meilen vom Bahnhof (mit vielen Zügen), welcher Bahnhof nur 10 von London entfernt ist. Das ist schlecht, da die Fahrt aufgrund der Hügel lang ist. Ich rechne damit, dass wir zwei Stunden von London Bridge unterwegs sind. Das Dorf hat etwa vierzig Häuser mit alten Walnussbäumen in der Mitte, wo eine alte Feuersteinkirche steht und die Gassen zusammenlaufen. Die Bewohner sind sehr respektabel – Kleinkinderschule – erwachsene Leute, die großartige Musiker sind – alle ziehen wie in Wales den Hut und sitzen abends vor ihren offenen Türen; keine Hauptstraße führt durch das Dorf. Das kleine Wirtshaus, in dem wir schliefen, ist ein Krämerladen, und der Wirt ist der Zimmermann – so können Sie die Art des Dorfes erraten. Es gibt einen Metzger, einen Bäcker und ein Postamt. Ein Fuhrmann fährt wöchentlich nach London und hält überall an, um irgendetwas in London abzuholen und bringt irgendetwas überall hin. Auf der Straße [von London] zum Dorf ist die Landschaft an einem schönen Tag absolut wunderschön: von unserem Haus aus ist die Aussicht sehr weit und ziemlich schön, aber da das Haus auf einem ziemlich hohen Tafelland liegt, hat es einen etwas trostlosen Anschein. Es gibt ein wunderschönstes altes Bauernhaus mit großen strohgedeckten Scheunen und alten Eichenstümpfen, wie das von Skelton, ein Feld entfernt. Der Reiz des Ortes für mich ist, dass fast jedes Feld (wie leider auch unseres) von einem oder mehreren Fußpfaden durchschnitten wird. Ich habe noch nie so viele Spazierwege in irgendeinem anderen Landkreis gesehen. Das Land ist außerordentlich ländlich und ruhig mit schmalen Gassen und hohen Hecken und kaum irgendwelchen Spurrillen. Es ist wirklich überraschend zu denken, dass London nur 16 Meilen entfernt ist. Das Haus liegt sehr schlecht, nahe an einer winzigen Gasse und in der Nähe des Feldes eines anderen Mannes. Unser Feld ist 15 Morgen groß und flach, blickt auf beiden Seiten in flachbödige Täler, aber vom Wohnzimmer aus, das genau nach Süden ausgerichtet ist, gibt es außer auf unser flaches Feld und Stücke eines ziemlich hässlichen fernen Horizonts keine Aussicht. Dicht davor gibt es einige alte (sehr ertragreiche) Kirschbäume, Walnussbäume, Eiben, Edelkastanien, Birnbäume, alte Lärchen, Fichten und Silbertannen sowie alte Maulbeerbäume, [die] eine ziemlich hübsche Gruppe bilden. Sie verleihen dem Boden ein altes Aussehen, aber da sie nicht sehr gut gedeihen, verleihen sie ihm auch ein etwas trostloses Aussehen. Es gibt Quitten, Mispeln und Pflaumen mit reichlich Obst, und Schattenmorellen; aber wenige Äpfel. Die purpurne Magnolie blüht am Haus. Es gibt eine wirklich schöne Buche in Sichtweite in unserer Hecke. Der Küchengarten ist ein abscheulicher Streifen und der Boden sieht wegen der Menge an Kalkfeuersteinen elend aus, aber ich glaube wirklich, dass er produktiv ist. Die Hecken wachsen rings um unser Feld gut, und es ist ein bekanntes Stück Heuland. Dieses Jahr war die Ernte schlecht, wurde aber wie sie stand für 2 Pfund pro Morgen gekauft – das sind 30 Pfund –, wobei der Käufer sie einbrachte. Letztes Jahr wurde sie für 45 Pfund verkauft – in der Zwischenzeit wurde kein Dünger aufgebracht. Klingt das nicht gut? Fragen Sie meinen Vater. Zeigen Maulbeerbaum und Magnolie, dass es im Winter nicht sehr kalt ist, was ich befürchte? Sagen Sie Susan, es sind 9 Meilen bis Knole Park und 6 bis Westerham, wo die Landschaft, wie ich höre, wunderschön ist. Es gibt viele sehr seltsame Aussichten rund um unser Haus – tiefes flachbödiges Tal und nettes Bauernhaus, aber große, weiße, hässliche Brachfelder; – hier wird viel Weizen angebaut. Haus hässlich, sieht weder alt noch neu aus – Wände zwei Fuß dick – Fenster ziemlich klein – unteres Stockwerk ziemlich niedrig. Erstklassiges Arbeitszimmer 18 x 18. Esszimmer 21 x 18. Wohnzimmer kann leicht vergrößert werden: ist 21 x 15. Drei Stockwerke, reichlich Schlafzimmer. Wir könnten die Hensleighs und Sie und Susan und Erasmus alle zusammen unterbringen. Haus in gutem Zustand. Herr Cresy hat vor ein paar Jahren für den Eigentümer 1.500 Pfund ausgegeben und ein neues Dach gemacht. Wasserrohre über dem Haus – zwei Badezimmer – ziemlich gute Wirtschaftsräume und guter Stallhof usw., und ein Häuschen. Ich glaube, der Preis liegt bei etwa 2.200 Pfund, und ich habe keinen Zweifel, dass ich es zuerst für ein Jahr zur Probe pachten werde, sodass ich anfangs nichts am Haus machen werde (der letzte Eigentümer hielt drei Kühe, ein Pferd und einen Esel und verkaufte jährlich etwas Heu von einem Feld). Ich habe keinen Zweifel, dass ich, wenn wir den Kauf abschließen, mindestens 1.000 Pfund gegenüber Westcroft oder jedem anderen Haus, das wir gesehen haben, sparen werde. Emma war anfangs ziemlich enttäuscht, auch von der Gegend um das Haus; der Tag war düster und kalt mit Nordostwind. Sie mag das eigentliche Feld und das Haus lieber als ich; das Haus liegt genau so, wie sie es für den Ruhestand mag, nicht zu nah oder zu weit von anderen Häusern entfernt, aber sie findet, das Land sieht trostlos aus. Ich denke, das tun alle Kalkgebiete, aber ich bin an Cambridgeshire gewöhnt, das zehnmal schlimmer ist. Emma ist schnell dabei, ihre Meinung zu ändern. Sie war abends und am Freitag schrecklich schlecht mit Zahnschmerzen und Kopfschmerzen dran, aber als sie gestern zurückkam, war sie von der Landschaft auf den ersten paar Meilen von Down so entzückt, dass es eine große Veränderung bei ihr bewirkt hat. Wir fahren wieder hin, sobald Emma dazu in der Lage ist, und dann entscheiden wir endgültig, was zu tun ist.
(12/2. Der folgende fragmentarische „Bericht über Down“ wurde nach der Veröffentlichung der „Life and Letters“ unter den Papieren von Herrn Darwin gefunden. Er erweckt den Eindruck, dass er beabsichtigte, ein naturgeschichtliches Tagebuch nach der Art von Gilbert White zu schreiben, aber es gibt keine Beweise dafür, dass dies tatsächlich der Fall war.)
1843. 15. Mai. – Die erste Besonderheit, die einem Fremden auffällt, der nicht an ein hügeliges Kalkgebiet gewöhnt ist, sind die Täler mit ihren steilen, abgerundeten Böden – nicht von dem kleinsten Rinnsal gefurcht. Auf der Straße nach Down von Keston aus wurde ein Damm quer durch ein beträchtliches Tal aufgeschüttet, aber selbst gegen diesen Damm gibt es nicht einmal den Anschein, als hätte sich nach den stärksten Regenfällen auch nur eine kleine Wasseransammlung gebildet. Das Wasser versickert alles direkt nach unten. Ermitteln Sie die durchschnittliche Tiefe der Brunnen, die Neigung der Schichten und Quellen. Tritt das Wasser aus diesem Land in Quellen in Holmsdale oder im Tal der Themse aus? Untersuchen Sie die feinen Quellen in Holmsdale.
Die Täler auf dieser Plattform, die nach Norden abfällt, aber außerordentlich gleichmäßig ist, verlaufen im Allgemeinen von Norden nach Süden; ihre Seiten in der Nähe der Gipfel werden im Allgemeinen plötzlich abrupt und sind mit schmalen Streifen gesäumt, oder, wie sie hier genannt werden, „Shaws“ aus Holz, manchmal lediglich von verwilderten Hecken. Die plötzliche Steilheit lässt sich im Allgemeinen wahrnehmen, so kurz vor dem Aufstieg zum Cudham Wood und am Green Hill, wo eine der Gassen diese Täler kreuzt. Diese Täler sind aller Wahrscheinlichkeit nach alte Meeresbuchten, und ich habe manchmal darüber spekuliert, ob diese plötzliche Verschärfung der Seiten nicht die Kanten von vertikalen Klippen markiert, die geformt wurden, als diese Täler mit Meerwasser gefüllt waren, was in Schichten wie Kalk natürlich geschehen würde.
In den meisten Ländern steigen die Straßen und Fußpfade entlang der Talböden an, aber hier ist dies kaum jemals der Fall. Alle Dörfer und die meisten der alten Häuser liegen auf den Plattformen oder schmalen Streifen flachen Landes zwischen den parallelen Tälern. Liegt dies daran, dass die Gipfel seit uralten Zeiten als offene Downs existierten und die Täler mit Gestrüpp gefüllt waren? Ich habe keinen Beweis dafür, aber es ist sicher, dass die meisten Bauernhäuser auf dem flachen Land sehr alt sind. Es gibt eine Besonderheit, die dazu beitragen würde, die Fußpfade dazu zu bringen, entlang der Gipfel anstatt am Boden der Täler zu verlaufen, nämlich dass diese letzteren in der Mitte im Allgemeinen bedeckt sind, sogar noch viel dichter als die allgemeine Oberfläche, mit gebrochenen Feuersteinen. Dieses Feuersteinbett, das sich zu beiden Seiten allmählich verjüngt, kann aus großer Entfernung auf einem frisch gepflügten oder Brachfeld als weißliches Band gesehen werden. Jeder Stein, der nach starkem Regen oder durch den Tritt eines Tieres auch nur ein wenig rollt, tendiert zum Boden der Täler; aber ob dies ausreicht, um ihre Anzahl zu erklären, habe ich manchmal bezweifelt und war geneigt, auf diesen Fall Lyells Theorie der Lösung durch Regenwasser usw. usw. anzuwenden.
Das flache Gipfelland ist mit einer Schicht aus steifem rotem Ton bedeckt, von wenigen Fuß Dicke bis zu, wie ich glaube, zwanzig Fuß: diese [Schicht], obwohl sie unmittelbar auf dem Kalk liegt und von großen, unregelmäßig geformten, ungerollten Feuersteinen wimmelt, oft mit der Farbe und dem Aussehen riesiger Knochen, die ursprünglich im Kalk eingebettet waren, enthält nicht ein Teilchen kohlensauren Kalks. Diese Schicht aus rotem Ton liegt auf einer sehr unregelmäßigen Oberfläche und steigt oft in tiefe, runde Brunnen hinab, deren Ursprung von Lyell erklärt wurde. In diesen Hohlräumen befinden sich Sandflecken wie Meeressand und wie der Sand, der mit den großen Schichten aus kleinen Kieselsteinen abwechselt, die aus der Abnutzung von Kalkfeuersteinen stammen, die Keston, Hayes und Addington Commons bilden. In der Nähe von Down ist ein abgerundeter Kalkfeuerstein eine Seltenheit, obwohl einige wenige vorkommen; und ich habe noch keinen Stein fremden Ursprungs gesehen, was einen Unterschied – zumindest für geologische Augen – im Aussehen des Landes selbst macht, im Vergleich zu all den nördlichen Landkreisen.
Die Kalkfeuersteine verfallen äußerlich, was laut Berzelius („Edin. New Phil. Journal“, letzte Ausgabe) darauf zurückzuführen ist, dass die Feuersteine einen kleinen Anteil Alkali enthalten; aber neben diesem äußeren Verfall ist der ganze Körper durch eine Exposition von wenigen Jahren betroffen, sodass sie für das Bauen nicht mit sauberen Flächen brechen.
Diese Schicht aus rotem Ton, die das Land in den Wintermonaten von Oktober bis April sehr rutschig macht, bedeckt nicht die Seiten der Täler; diese zeigen, wenn sie gepflügt sind, den weißen Kalk, dessen Tönung tiefer im Tal so unmerklich verblasst wie eine Farbe, die mit dem Pinsel eines Malers aufgetragen wurde.
Fast das gesamte Land wird gepflügt und bleibt oft brach liegen, was dem Land ein nacktes rotes Aussehen verleiht, oder nicht selten weiß, durch eine Abdeckung von Kalk, die von den Landwirten aufgetragen wird. Niemand scheint sich darüber im Klaren zu sein, nach welchem Prinzip frischer Kalk, der auf Land aufgebracht wird, das im Überfluss Kalk enthält, diesem etwas nützt. Dies soll jedoch die Praxis des Landes seit der Zeit der Römer sein, und gegenwärtig werden die vielen weißen Gruben an den Hängen, die so häufig einen malerischen Kontrast zu den überhängenden Eiben bilden, alle für diesen Zweck abgebaut.
Die Anzahl der verschiedenen Arten von Büschen in den Hecken, die von der Waldrebe und den Zaunrüben umschlungen sind, ist im Vergleich zu den Hecken der nördlichen Landkreise auffällig.
25. März [1844?]. – Die erste Zeit der Vegetation, und die Ufer sind mit blassblauen Veilchen in einem Ausmaß bedeckt, das ich noch nie gleich erlebt habe, und mit Primeln. Einige Tage später wurden einige der Gehölze wunderschön durch Ranunculus auricomus, Waldanemonen und eine weiße Stellaria belebt. Wiederum später waren große Flächen leuchtend blau von Glockenblumen. Die Blumen sind hier sehr schön, und die Anzahl der Blumen; [und] die Dunkelheit des Blaus der gewöhnlichen kleinen Polygala gleicht fast einem alpinen Enzian.
Es gibt große Waldgebiete, die etwa alle zehn Jahre [abgeholzt werden]; einige dieser Einfriedungen scheinen sehr alt zu sein. Auf der Südseite des Cudham Wood ist eine Buchenhecke zu Brobdignagianischer Größe herangewachsen, wobei sich mehrere der riesigen Zweige kreuzen und fest miteinander verwachsen sind.
Lerchen gibt es hier im Überfluss, und ihr Gesang klingt von allen Seiten höchst angenehm; Nachtigallen sind häufig. Nach einem seltsamen Gurrlaut zu urteilen, der etwas wie das Schnurren einer Katze klingt, sind Tauben in den Wäldern sehr häufig.
25. Juni. – Die Esparsettefelder sind jetzt von schönstem Rosa, und aufgrund der Anzahl der Honigbienen, die sie besuchen, ist das summende Geräusch ganz außergewöhnlich. Dieses Summen ist etwas tiefer als das Summen über einem, das während all dieser letzten heißen Tage über fast jedem Feld kontinuierlich und laut war. Die Arbeiter hier sagen, es wird von „Luftbienen“ gemacht, und ein Mann, der eine Wildbiene in einer anderen Blume als der Honigbienenart sah, bemerkte: „Das ist zweifellos eine Luftbiene.“ Dieses Geräusch gilt als Zeichen für beständiges, schönes Wetter.
KAPITEL 1.II. – EVOLUTION, 1844-1858.
Seit der Veröffentlichung von „Life and Letters“ ist Mr. Huxleys Nachruf auf Charles Darwin erschienen. („Proc. R. Soc.“ Band 44, 1888, und „Collected Essays (Darwiniana)“, Seite 253, 1899.) Diese meisterhafte Abhandlung ist unserer Ansicht nach die beste der großen Reihe darwinistischer Essays, die wir Mr. Huxley verdanken. Wir möchten sie unseren Lesern als die bestmögliche Einführung zu diesen Seiten empfehlen. Es gibt jedoch einen kleinen Punkt, in dem wir uns von Mr. Huxley unterscheiden. Bei der Erörterung der Entwicklung von Mr. Darwins evolutionären Ansichten zitiert Mr. Huxley aus der Autobiographie („Life and Letters“, I., Seite 82. Ein gewisser Bericht über den Ursprung seiner evolutionären Ansichten findet sich in einem Brief an Jenyns (Blomefield), „Life and Letters“, II., Seite 34.) eine Passage, in der der Verfasser den tiefen Eindruck beschreibt, den bestimmte Gruppen von Tatsachen, die er in Südamerika beobachtete, auf seinen Geist gemacht haben. Mr. Huxley fährt fort: „Die Tatsachen, auf die hier Bezug genommen wird, waren zweifellos hervorragend geeignet, die Aufmerksamkeit eines philosophischen Denkers auf sich zu ziehen; aber bis die Beziehungen zwischen den existierenden und den ausgestorbenen Arten sowie zwischen den Arten der verschiedenen geografischen Gebiete zueinander mit einiger Genauigkeit bestimmt waren, boten sie nur eine unsichere Grundlage für Spekulationen. Es war nicht möglich, dass diese Bestimmung vor der Rückkehr der ‚Beagle‘ nach England hätte erfolgen können; und so wird das Datum (Das fragliche Datum ist Juli 1837, als er „das erste Notizbuch über die Transmutation der Arten eröffnete“.), das Darwin (als er 1837 schrieb) dem Beginn des neuen Lichts zuweist, das in seinem Geist aufging, verständlich.“ Dies erscheint uns unvereinbar mit Darwins eigener Aussage, dass es besonders der Charakter der „Arten auf dem Galapagos-Archipel“ war, der ihn beeindruckt hatte. (Siehe „Life and Letters“, I., Seite 276.) Dies muss sich auf die zoologischen Exemplare beziehen: Zweifellos dachte er an die Vögel, aber diese hatte er selbst im Jahr 1835 gesammelt (Er schrieb in seinem „Journal“, Seite 394: „Meine Aufmerksamkeit wurde zuerst gründlich geweckt, durch den Vergleich der zahlreichen Exemplare, die von mir selbst und mehreren anderen Personen an Bord geschossen wurden“, usw.), und keine genaue Bestimmung der Formen war notwendig, um ihm die bemerkenswerten charakteristischen Arten der verschiedenen Inseln einzuprägen. Wir stimmen mit Mr. Huxley darin überein, dass 1837 das Datum des „neuen Lichts ist, das in seinem Geist aufging“. Dass die Morgendämmerung nicht früher kam, scheint uns durch die Zeit erklärt zu werden, die nötig war, um eine so große Revolution in seinen Konzeptionen hervorzubringen. Wir sehen nicht, dass Mr. Huxleys Vermutung über die Wirkung der Bestimmung der Arten usw. großes Gewicht hat. Mr. Huxley zitiert einen Brief von Darwin an Zacharias: „Aber ich wurde erst überzeugt, dass Arten veränderlich seien, als, glaube ich, zwei oder drei Jahre [nach 1837] vergangen waren“ (siehe Brief 278). Diese Passage, die, wie man bedenken muss, 1877 geschrieben wurde, ist mit den direkten Beweisen des Notizbuchs von 1837 so gut wie unvereinbar. Eine Reihe von Passagen daraus wird in „Life and Letters“, Band II., Seite 5 ff., zitiert, und diese kann man nicht lesen, ohne das Gefühl zu haben, dass er von der Veränderlichkeit überzeugt war. Er hatte noch keine klare Vorstellung von der natürlichen Selektion erlangt, und daher mochten seine Ansichten selbst für ihn nicht die unwiderstehliche Überzeugungskraft gehabt haben, die sie später gewannen; aber dass er im gewöhnlichen Sinne des Wortes von der Wahrheit der Evolutionstheorie überzeugt war, können wir nicht bezweifeln. Er hielt es für „fast nutzlos“, die Wahrheit der Evolution beweisen zu wollen, bevor die Ursache der Veränderung entdeckt war. Und es ist natürlich, dass er im späteren Leben das Gefühl hatte, die Überzeugung habe gefehlt, bis diese Ursache ausgemacht war. (Siehe „Charles Darwin, his Life told, etc.“ 1892, Seite 165.) Für die Zwecke des vorliegenden Kapitels ist der Punkt nicht sehr wesentlich. Wir wissen, dass er 1842 den ersten Entwurf seiner Theorie schrieb und dass dieser 1844 stark erweitert wurde. So wissen wir, dass er zum Zeitpunkt der ersten Briefe dieses Kapitels über eine Arbeitshypothese der Evolution verfügte, die sich in den wesentlichen Punkten nicht von der im „Ursprung der Arten“ dargelegten unterschied.
Um das Ausmaß der Arbeit zu erfassen, die während des Zeitraums, den Kapitel II. abdeckt, im Gange war, sollte man sich daran erinnern, dass er während eines Teils der Zeit – nämlich von 1846 bis 1854 – weitgehend mit seiner Arbeit an den Cirripedia beschäftigt war. („Life and Letters“, I., Seite 346.) Diese Forschung hätte einen weniger methodischen Arbeiter voll und ganz in Anspruch genommen, und selbst für diejenigen, die ihn bei der Arbeit sahen, schien es seine ganze Beschäftigung zu sein. So wird (um eine Geschichte von Lord Avebury zu zitieren) gesagt, eines von Mr. Darwins Kindern habe in Bezug auf einen Nachbarn gefragt: „Wo macht er denn seine Rankenfußkrebse?“, als ob nicht nur sein Vater, sondern alle anderen Menschen mit dieser Gruppe beschäftigt sein müssten.
Sir Joseph Hooker, an den der erste Brief in diesem Kapitel gerichtet ist, war so freundlich, eine Notiz über den Ursprung seiner Vertrautheit mit Mr. Darwin beizusteuern, die in „Life and Letters“ veröffentlicht ist. (Ebenda, II., Seite 19. Siehe auch „Nature“, 1899, 22. Juni, Seite 187, wo einige Erinnerungen veröffentlicht wurden, die Teil von Sir Josephs Rede bei der Enthüllung von Darwins Statue im Oxford Museum waren.) Der enge Umgang, der zwischen ihnen entstand, wurde weitgehend durch Korrespondenz gepflegt, und Mr. Darwins Briefe an Sir Joseph haben das wertvollste biographische Material geliefert. Aber man sollte nicht vergessen, dass die Wissenschaft dieser denkwürdigen Freundschaft weit mehr verdankt, denn ohne Hookers Hilfe wäre Darwins großes Werk auf botanischem Gebiet kaum ausgeführt worden. Und Sir Joseph tat weit mehr, als Wissen und Anleitung in technischen Fragen zu liefern: Darwin verdankte ihm eine sympathische und anregende Kameradschaft, die ihn bis an sein Lebensende erfrischte und aufheiterte.
Ein Satz aus einem 1845 an Hooker geschriebenen Brief zeigt, ebenso gut wie ernstere Äußerungen, wie schnell aus der Bekanntschaft Freundschaft wurde.
„Lebwohl! Was für eine gute Sache ist die Gemeinsamkeit der Geschmäcker! Ich fühle mich, als hätte ich Sie seit fünfzig Jahren gekannt. Adios.“ Und zur Veranschaulichung der Beständigkeit des sympathischen Bandes zwischen ihnen zitieren wir einen Brief aus dem Jahr 1881, geschrieben zweiundvierzig Jahre nach dem ersten Treffen mit Sir Joseph am Trafalgar Square (siehe „Life and Letters“, II., Seite 19). Mr. Darwin schrieb: „Ihr Brief hat mich aufgeheitert, und die Welt sieht heute Morgen nicht ein Viertel so schwarz aus, wie sie es tat, als ich zuvor schrieb. Ihre freundlichen Worte sind ihr Gewicht in Gold wert.“
BRIEF 13. AN J.D. HOOKER. Down, Donnerstag [11. Januar 1844].
Mein lieber Sir
Ich muss schreiben, um Ihnen für Ihren letzten Brief zu danken und Ihnen mitzuteilen, wie sehr mich all Ihre Ansichten und Fakten interessieren. Man muss mir erlauben, meine eigene Interpretation dessen zu geben, was Sie darüber sagen, „kein guter Ordner weitreichender Ansichten“ zu sein – was bedeutet, dass Sie nicht den losen Spekulationen frönen, die so leicht von jedem Halbgebildeten und umherschweifenden Sammler in Gang gesetzt werden. Ich betrachte eine starke Neigung zur Verallgemeinerung als ein reines Übel.
Was Sie über Mr. Brown sagen, ist demütigend; ich hatte es vermutet, wollte mich aber nicht dazu hergeben, an eine solche Häresie zu glauben. Fitz-Roy gab ihm in seinem Vorwort einen Seitenhieb (13/1. Im Vorwort zu den „Surveying Voyages of the 'Adventure' and the 'Beagle', 1826-30“, das Band I des Werkes bildet, welches die spätere Reise der „Beagle“ einschließt, schrieb Kapitän Fitz-Roy (März 1839): „Kapitän King gab sich große Mühe bei der Zusammenstellung und Bewahrung einer botanischen Sammlung, unterstützt von einer Person, die ausschließlich zu diesem Zweck an Bord war. Er übergab diese Sammlung dem British Museum und wurde zu der Erwartung geführt, dass ein erstklassiger Botaniker sie untersuchen und beschreiben würde; aber er wurde enttäuscht.“ Ein Hinweis auf Robert Browns Trödelei mit Kings Sammlung findet sich in „Life and Letters“, I., Seite 274, Anmerkung.), und machte ihn sehr entrüstet, aber es scheint, ein viel härterer wäre nicht verschwendet gewesen. Meine kryptogamische Sammlung wurde an Berkeley geschickt; sie war nicht groß. Ich glaube nicht, dass er bisher einen Bericht veröffentlicht hat, aber er schrieb mir vor einigen Jahren, dass er [die Exemplare] beschrieben und all seine Beschreibungen verlegt habe. Wäre es nicht gut für Sie, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, da sonst vielleicht etwas doppelt bearbeitet wird? Meine beste (wenn auch dürftige) Sammlung der Kryptogamen stammte von den Chonos-Inseln.
Würden Sie freundlicherweise ein kleines Faktum für mich beobachten, ob irgendeine Pflanzenart, die für eine Insel eigentümlich ist, wie Galapagos, St. Helena oder Neuseeland, wo es keine großen Vierfüßer gibt, hakige Samen hat – solche Haken, wie man sie hier, falls man sie beobachtete, mit Recht für angepasst hielte, um sich im Fell von Tieren zu verfangen.
Würden Sie mir weiterhin gelegentlich die Gefälligkeit erweisen, mich zu informieren (obwohl ich vergesse, dass dies sicherlich in Ihrer „Antarctic Flora“ erscheinen wird), ob auf Inseln wie St. Helena, Galapagos und Neuseeland die Anzahl der Familien und Gattungen im Vergleich zur Anzahl der Arten groß ist, wie es auf Koralleninseln und, wie ich glaube, im extremen arktischen Land der Fall ist. Sicherlich ist dies bei Meeresschnecken in extremen arktischen Meeren der Fall. Vermuten Sie, dass die Geringfügigkeit der Arten im Verhältnis zur Anzahl großer Gruppen auf Koralleninseln auf die Chance zurückzuführen ist, dass Samen aus allen Ordnungen an solche neuen Stellen getrieben werden, wie ich vermutet habe. Haben Sie auf Kerguelen-Land Meeresschnecken gesammelt? Ich würde gerne ihren Charakter kennen.
Ihre interessanten Briefe verleiten mich dazu, sehr unvernünftig zu sein, indem ich Ihnen Fragen stelle; aber Sie dürfen sich deswegen keine Mühe machen, denn ich weiß, wie voll und würdig Sie beschäftigt sind. (13/2. Der Rest des Briefes wurde bereits in „Life and Letters“, II., Seite 23, veröffentlicht.)
Neben einem allgemeinen Interesse an den südlichen Ländern bin ich seit meiner Rückkehr mit einem sehr vermessenen Werk beschäftigt, und ich kenne keine einzige Person, die nicht sagen würde, ein sehr törichtes. Ich war so beeindruckt von der Verbreitung der Galapagos-Organismen usw. und vom Charakter der amerikanischen fossilen Säugetiere usw., dass ich entschloss, blind jede Art von Tatsache zu sammeln, die irgendwie von Bedeutung für das sein könnte, was Arten sind. Ich habe Haufen von landwirtschaftlichen und gartenbaulichen Büchern gelesen und nicht aufgehört, Fakten zu sammeln. Endlich sind Lichtblicke gekommen, und ich bin fast überzeugt (ganz im Gegensatz zu der Meinung, mit der ich begann), dass Arten nicht (es ist wie das Beichten eines Mordes) unveränderlich sind. Der Himmel bewahre mich vor Lamarks Unsinn von einer „Tendenz zum Fortschritt“, „Anpassungen durch den langsamen Willen der Tiere“ usw.! Aber die Schlussfolgerungen, zu denen ich geführt werde, sind nicht weit von seinen verschieden; obwohl die Mittel der Veränderung es gänzlich sind. Ich glaube, ich habe (hier ist Vermessenheit!) den einfachen Weg gefunden, auf dem Arten auf wunderbare Weise an verschiedene Zwecke angepasst werden. Sie werden jetzt stöhnen und bei sich denken: „An wen für einen Mann habe ich meine Zeit verschwendet und geschrieben.“ Ich hätte das vor fünf Jahren auch gedacht... (13/3. Zu den hier behandelten Fragen siehe den interessanten Brief an Jenyns in „Life and Letters“, II., Seite 34.)
BRIEF 14. AN J.D. HOOKER. [November] 1844.
...Was für ein merkwürdiger, wunderbarer Fall ist der des Lycopodium! (14/1. Sir J.D. Hooker schrieb am 8. November 1844: „Ich bin fest überzeugt (aber nicht genug, um es zu drucken), dass L. Selago in Van-Diemens-Land zu L. varium variiert. Zwei verschiedenere ARTEN (wie sie bisher gehalten wurden), per se können nicht erdacht werden, aber nirgendwo sonst variieren sie ineinander, noch variiert Selago in England überhaupt.“)...Ich nehme an, Sie hätten kaum erwartet, dass sie variabler wären als eine phanerogame Pflanze. Ich vertraue darauf, dass Sie den Fall ausarbeiten und, selbst wenn er ungestützt bleibt, veröffentlichen werden, denn das können Sie sicherlich mit der gebotenen Vorsicht tun. Ich habe von einigen analogen Tatsachen gehört, wenn auch im kleinsten Maßstab, bei bestimmten Insekten, die in einem Gebiet variabler sind als in einem anderen, und ich glaube, dasselbe gilt für einige Landschnecken. Durch einen seltsamen Zufall hatte ich mir notiert, Sie in diesem Brief nach einer analogen Frage zu fragen, in Bezug auf Gattungen, anstelle von einzelnen Arten – das heißt, ob Sie irgendeinen Fall einer Gattung kennen, bei der die meisten ihrer Arten (sagen wir Rubus) auf einem Kontinent variabel sind, während sie auf einem anderen Kontinent eine andere Gruppe von Arten haben, die nicht variabel sind oder nicht in so ausgeprägter Weise. Mr. Herbert (14/2. Zweifellos Dekan Herbert, der Gärtner. Siehe „Life and Letters“, I., Seite 343.) erwähnte beiläufig in einem Brief an mich, dass die Heiden am Kap der Guten Hoffnung sehr variabel seien, während sie in Europa (?) nicht so seien; aber dann sind die Arten hier im Vergleich wenige, sodass der Fall, selbst wenn er wahr wäre, kein guter ist. Bei einigen Insektengattungen scheint die Variabilität in entfernten Teilen der Welt verbreitet zu sein. Bei Muscheln hoffe ich, in Zukunft durch Fossilien viel Licht auf diese Frage zu bekommen. Wenn Sie mir helfen können, wäre ich Ihnen sehr verbunden: Tatsächlich sind all Ihre Briefe für mich äußerst nützlich.
MONTAG:--Nun zu Ihrem ersten langen Brief, der für mich ebenso interessant wie lang ist. Mehrere Dinge sind darin völlig neu für mich – nämlich, zum einen, Ihr Glaube, dass es mehr außertropische als innertropische Arten gibt. Ich sehe, dass mein Argument aus den arktischen Regionen falsch ist, und ich hätte nicht versucht, gegen Sie zu argumentieren, hätte ich nicht vermutet, Sie glaubten, die Ausgeglichenheit des Klimas sei die direkte Ursache für die Erschaffung einer größeren oder geringeren Anzahl von Arten. Ich sehe, Sie nennen unser Klima ausgeglichen; ich hätte gedacht, es sei das Gegenteil. Wie dem auch sei, der Begriff ist vage und hängt in England davon ab, ob man es mit den Vereinigten Staaten oder Feuerland vergleicht. In meinem Journal (Seite 342) sehe ich, dass ich feststelle, dass die Wälder im südlichen Chiloe auf einer Höhe von etwa 1.000 Fuß einen feuerländischen Aspekt hatten: Ich erinnere mich deutlich, dass der Wald auf Meereshöhe in der Mitte von Chiloe fast einen tropischen Aspekt hatte. Ich würde sehr gerne hören, falls Sie es herausfinden, ob die nördlichen oder südlichen Grenzen einer Pflanze am stärksten eingeschränkt sind; ich hätte erwartet, dass die südlichen es in den gemäßigten Regionen wären, da die Anzahl der antagonistischen Arten größer ist. N.B. Humboldt erzählte mir, als er in London war, von einem Fluss (14/3. Der Obi (siehe „Flora Antarctica“, Seite 211, Anmerkung). Hooker schreibt: „Einige der auffälligsten Bäume erreichen jedes seiner Ufer, überqueren sie aber nicht.“) in Nordosteuropa, an dessen gegenüberliegenden Ufern die Flora auf demselben Boden und unter demselben Klima weitgehend unterschiedlich war!
Ich vergesse (14/4. Der letzte Absatz ist in „Life and Letters“, II., Seite 29, veröffentlicht.) meinen letzten Brief, aber er muss ein sehr alberner gewesen sein, da es scheint, ich habe meine Vorstellung geäußert, dass die Anzahl der Arten in hohem Maße davon abhängt, wie oft das Gebiet isoliert und unterteilt war. Ich muss verrückt gewesen sein, das zu schreiben, denn ich habe keine Beweise, ohne dass eine Person bereit wäre, alle meine Ansichten zuzugeben, und dann folgt es daraus.
(14/5. Der Rest des obigen Briefes ist in „Life and Letters“, II., Seite 29, veröffentlicht. Er ist interessant, da er seine Ansichten über die Veränderlichkeit der Arten darlegt. So schrieb er: „In Bezug auf Bücher zu diesem Thema kenne ich keine systematischen, außer Lamarks, das wahrhaftig Müll ist; aber es gibt viele, wie Lyell, Pritchard usw., die die Ansicht der Unveränderlichkeit vertreten.“ Mit „Pritchard“ ist zweifellos James Cowles „Prichard“ gemeint, Autor der „Physical History of Mankind“. Prof. Poulton hat in seinem Aufsatz „A remarkable Anticipation of Modern Views on Evolution“ (14/6. „Science Progress“, Band I., April 1897, Seite 278.) eine interessante Studie von Prichards Werk geliefert. Er zeigt, dass Prichard seiner Zeit in seinen Ansichten über die Nichtübertragbarkeit erworbener Eigenschaften voraus war. Prof. Poulton versucht auch zu zeigen, dass Prichard ein Evolutionist war. Er gibt zu, dass Prichard mit Zögern schrieb und dass seine Ansichten in den späteren Ausgaben seines Buches schwächer wurden. Aber selbst mit diesen Qualifikationen denken wir, dass Poulton unbeabsichtigt den Grad übertrieben hat, in dem Prichard an die Evolution glaubte.
Einer von Prichards stärksten Sätzen wird von Poulton (loc. cit., Seite 16) zitiert; er findet sich in der „Physical History of Mankind“, 2. Aufl., Band II., Seite 570:--
„Ist es nicht wahrscheinlich, dass die Varietäten, die innerhalb der Grenzen bestimmter Arten entstehen, weitere Anpassungen der Struktur an die Umstände sind, unter denen der Stamm existieren soll? Varietäten zweigen von der gemeinsamen Form einer Art ab, so wie die Formen von Arten von dem gemeinsamen Typ einer Gattung abweichen. Warum sollte die eine Klasse von Phänomenen ohne Ende oder Nutzen sein, ein bloßer Effekt von Zufall oder Gelegenheitsursache, mehr als die andere?“
Wenn diese Passage und andere ähnliche allein stünden, könnten wir Prof. Poulton zustimmen; aber dies ist unmöglich, wenn wir in Band I. derselben Ausgabe, Seite 90, die folgende kompromisslose Aussage zur Unveränderlichkeit finden:--
„Die Bedeutung, die dem Begriff Art in der Naturgeschichte beigemessen wird, ist sehr einfach und offensichtlich. Sie beinhaltet nur einen Umstand – nämlich eine ursprüngliche Verschiedenheit und konstante Übertragung eines jeden Merkmals. Eine Rasse von Tieren oder Pflanzen, die durch irgendwelche Eigentümlichkeiten der Struktur gekennzeichnet ist, die immer konstant und unveränderlich waren, bildet eine Art.“
Auf Seite 91 sagt er über den Gedanken, dass die Arten, die eine Gattung bilden, von einer gemeinsamen Form abstammen könnten:--
„Es muss in der Tat ein Prinzip geben, nach dem die Phänomene der Ähnlichkeit sowie die der Vielfalt erklärt werden können; und der Rückgriff mehrerer Formen auf einen gemeinsamen Typ scheint darauf angelegt zu sein, den Gedanken an eine ursprüngliche Verwandtschaft nahezulegen; aber da dies bloße Vermutung ist, muss es außer Acht gelassen werden, wenn unsere Untersuchungen nur Tatsachenfragen betreffen.“
Diese Ansicht wird erneut in Band II., Seite 569, dargelegt, wo er fragt, ob wir glauben sollten, dass „bei der ersten Produktion einer Gattung, als sie zuerst ins Dasein trat, irgendeine leichte Modifikation in den produktiven Ursachen sie ursprünglich mit all diesen spezifischen Verschiedenheiten stempelte? Oder ist es am wahrscheinlichsten, dass die Modifikation nach ihrem Ursprung erfolgte und dass die Gattung bei ihrer ersten Schöpfung eins und einheitlich war und sich danach durch den Einfluss äußerer Agentien diversifizierte?“ Er schließt daraus, dass „die erstere dieser Vermutungen die Schlussfolgerung ist, zu der wir durch alles geführt werden, was über die Grenzen der Arten und das Ausmaß der Variation unter dem Einfluss von Ursachen, die gegenwärtig existieren und wirken, festgestellt werden kann.“
Trotz der Tatsache, dass Prichard seine Ideen nicht zu ihrer logischen Schlussfolgerung führte, mag es vielleicht Überraschung erregen, dass Mr. Darwin von ihm als absolut auf der Seite der Unveränderlichkeit sprach.
Wir glauben, dass dies teilweise (wie Poulton vermutet) durch die Tatsache erklärt wird, dass Mr. Darwin nur die dritte Ausgabe (1836 und 1837) und die vierte Ausgabe (1841-51) besaß. (14/7. Die Ausgabe von 1841-51 besteht aus Nachdrucken der dritten Ausgabe und drei zusätzlichen Bänden verschiedenen Datums. Die Bände I. und II. sind auf dem Titelblatt als vierte Ausgabe beschrieben; die Bände III. und IV. als dritte Ausgabe, und Band V. hat auf dem Titel keine Ausgabe vermerkt.) In keiner von beiden ist der evolutionäre Gesichtspunkt so stark wie in der zweiten Ausgabe.
Wir sind alle Passagen durchgegangen, die von Mr. Darwin in der dritten und vierten Ausgabe für zukünftige Referenzen markiert wurden, und konnten nur die folgende finden, die in der dritten Ausgabe (Band I., 1836, Seite 242) vorkommt. (14/8. Es gibt auch (Ausg. 1837, Band II., Seite 344) einen vagen Hinweis auf die natürliche Selektion, dessen letzter Satz mit Bleistift in Anführungszeichen gesetzt ist, als ob Mr. Darwin ihn hätte zitieren wollen: „In anderen Teilen Afrikas tritt die xanthöse Varietät [des Menschen] oft auf, vermehrt sich aber nicht. So gekennzeichnete Individuen sind wie Samen, die in einem ungeeigneten Boden verderben.“)
„Die Vielfalt der Formen, die unter allen organisierten Erzeugnissen der Natur vorherrscht, ist auch zwischen Individuen einer jeden Art anzutreffen, selbst wenn sie die Nachkommen derselben Eltern sind. Ein weiterer Umstand, der ebenso bemerkenswert ist, ist die Tendenz, die in fast jedem Stamm existiert, ob bei Tieren oder Pflanzen, alle individuellen Eigenheiten, die auf diese Weise entstanden sein mögen, auf ihre Nachkommen zu übertragen und in ihrer Rasse zu verewigen. Diese beiden allgemeinen Tatsachen in der Ökonomie der organisierten Wesen legen ein Fundament für die Existenz diversifizierter Rassen, die aus demselben ursprünglichen Bestand und innerhalb der Grenzen identischer Arten hervorgehen.“
Auf der folgenden Seite (Seite 243) betont eine Passage (die nicht von Mr. Darwin markiert wurde) die Einschränkung, die Prichard den Ergebnissen von Variation und Vererbung zuschrieb:--
„Selbst jene Physiologen, die für das eintreten, was als die unbestimmte Natur der Arten bezeichnet wird, geben zu, dass sie gegenwärtig und unter gewöhnlichen Umständen Grenzen haben. Welche Verschiedenheiten auch immer auftreten, sie geschehen, ohne den charakteristischen Typus der Art zu durchbrechen. Dieser wird von Generation zu Generation weitergegeben: Ziegen bringen Ziegen hervor, und Schafe, Schafe.“
Die Passage auf Seite 242 findet sich im Nachdruck der Ausgabe von 1836-7, die Teil der Ausgabe von 1841-51 ist, ist dort aber nicht von Mr. Darwin markiert. Er notiert am Ende von Band I. der Ausgabe von 1836-7: „März 1857. Ich habe diese [d. h. die markierten Passagen] nicht alle durchgesehen, aber ich bin die spätere Ausgabe durchgegangen“; und ein ähnlicher Eintrag findet sich in Band II. der dritten Ausgabe. Es ist daher leicht zu verstehen, wie er dazu kam, die Passage auf Seite 242 zu übersehen, als er mit der ausführlicheren Darlegung seiner Artentheorie begann, auf die in den „Life and Letters“ als das „unvollendete Buch“ Bezug genommen wird. In der historischen Skizze, die dem „Origin of Species“ vorangestellt ist, werden Schriftsteller als Vorläufer genannt, deren Ansprüche weniger stark sind als die von Prichard, und es ist sicher, dass Mr. Darwin einen Bericht über ihn gegeben hätte, wenn er ihn als Evolutionisten betrachtet hätte.
Die beiden folgenden Passagen werden zeigen, dass Mr. Darwin aufgrund seiner Kenntnis von Prichards Büchern gerechtfertigt war, ihn unter jene einzureihen, die nicht an die Veränderlichkeit der Arten glaubten:
„Die verschiedenen Stämme organisierter Wesen wurden ursprünglich vom Schöpfer in bestimmten Regionen angesiedelt, für die sie von Natur aus besonders angepasst sind. Jede Art hatte nur einen Anfang in einem einzigen Bestand: wahrscheinlich wurde ein einziges Paar, wie Linné vermutete, zuerst an irgendeinem bestimmten Ort ins Dasein gerufen, und die Nachkommenschaft konnte sich so weit von dem ursprünglichen Zentrum ihrer Existenz entfernen, wie die ihnen verliehenen Fortbewegungskräfte oder ihre Fähigkeit, Klimaveränderungen und andere physische Einwirkungen zu ertragen, es ihnen ermöglicht haben mochten, umherzuwandern.“ (14/9. Prichard, dritte Ausgabe, 1836-7, Band I., Seite 96.)
Die zweite Passage ist von Mr. Darwin mit einer Flut von Ausrufezeichen kommentiert:
„Die Bedeutung, die dem Begriff ART in der Naturgeschichte beigemessen wird, ist sehr bestimmt und verständlich. Er umfasst nur die folgenden Bedingungen – nämlich getrennte Herkunft und Unterschiedlichkeit der Rasse, die durch die ständige Übertragung irgendeiner charakteristischen Eigenheit der Organisation bewiesen wird. Eine Rasse von Tieren oder Pflanzen, die durch irgendeinen eigentümlichen Charakter gekennzeichnet ist, der immer konstant und unveränderlich war, stellt eine Art dar; und zwei Rassen werden als spezifisch verschieden betrachtet, wenn sie sich durch irgendein Merkmal voneinander unterscheiden, von dem man nicht annehmen kann, dass die eine es erworben oder die andere es durch irgendeine bekannte Wirkung physischer Ursachen verloren hat; denn wir werden daher zu dem Schluss geführt, dass die so unterschiedenen Stämme nicht vom selben ursprünglichen Bestand abstammen.“ (14/10. Prichard, Ausg. 1836-7, Band I., Seite 106. Diese Passage ist fast identisch mit der aus der zweiten Ausgabe, Band I., Seite 90, zitierten. Der letzte Teil, ab „und zwei Rassen...“, kommt in der zweiten Ausgabe vor, wenn auch oben nicht zitiert.)
Wie es seine Gewohnheit war, heftete Mr. Darwin am Ende des ersten Bandes der Ausgabe von 1841-51 ein Stück Papier, das eine Liste der Seiten enthielt, auf denen markierte Passagen vorkommen. Dieses Papier trägt, mit Bleistift geschrieben: „Wie ähnlich mein Buch all dies sein wird!“ Die Worte scheinen sich auf Prichards Diskussion über die Ausbreitung von Tieren und Pflanzen zu beziehen; sie beziehen sich sicherlich nicht auf die evolutionären Ansichten, die in dem Buch zu finden sind.)
BRIEF 15. AN J.D. HOOKER. Down [1844].
Ich danke Ihnen außerordentlich für Ihren langen Brief, und ich schäme mich in Wahrheit für die Zeit und Mühe, die Sie für mich aufgewandt haben; aber ich muss Ihnen eines Tages wieder über den Gegenstand Ihres Briefes schreiben. Ich werde nur jetzt bemerken, dass Sie meine Bemerkung über die Verbreitung von Muschelarten auf die Verbreitung von Gattungen oder Gruppen ausgedehnt haben. Die Analogie von Muscheln würde nur so weit gehen, dass, wenn zwei oder drei Arten... gefunden würden, die von Amerika bis Indien reichen, man feststellen würde, dass sie sich über eine ungewöhnliche Dicke von Schichten erstrecken – sagen wir von der oberen Kreide bis zu ihrem untersten Bett, oder dem Neokom. Oder Sie können es umkehren und sagen, dass jene Arten, die durch die gesamte Kreidezeit reichen, weite Verbreitungen haben werden: nämlich von Amerika über Europa bis Indien (dies ist ein tatsächlicher Fall bei Muscheln in der Kreidezeit).
BRIEF 16. AN J.D. HOOKER. Down [1845].
Ich hätte früher schreiben sollen, um zu sagen, dass ich sehr bereit bin, 1 Pfund 1 Schilling für den Afrikaner zu zeichnen (auch wenn es Mord in kleinem Maßstab ist), und werde Ihnen eine Postanweisung schicken, zahlbar an Kew, wenn Sie so gut sein wollen, sich darum zu kümmern. Danke für Ihre Informationen über die antarktische Zoologie; ich habe meine Exemplare erhalten, als ich am Donnerstag in der Stadt war: Wäre es zu viel verlangt, Ihren Verleger zu bitten, Ihre Botanik ["Flora Antarctica" von J.D. Hooker, 1844] an den Athenaeum Club zu senden? Er könnte zwei oder drei Exemplare zusammen schicken. Ich schäme mich wirklich, daran zu denken, dass Sie mir ein so wertvolles Werk gegeben haben; alles, was ich sagen kann, ist, dass ich Ihr Geschenk auf zwei Arten schätze – als Ihr Geschenk und wegen seines großen Nutzens für meine Arbeit an den Arten. Ich freue mich sehr zu hören, dass Sie beabsichtigen, dieses Thema eines Tages anzugehen. Ich frage mich, ob wir jemals öffentliche Kämpfer sein werden; wie dem auch sei, ich beglückwünsche mich zu einem höchst unfairen Vorteil Ihnen gegenüber, nämlich mehr Fakten und Ansichten von Ihnen extrahiert zu haben als von irgendeiner anderen Person. Ich wage zu sagen, dass Ihre Erklärung des Polymorphismus auf vulkanischen Inseln die richtige sein mag; der Grund, warum ich neugierig darauf bin, ist die Tatsache, dass die Vögel auf den Galapagos in mehreren Fällen sehr fein abgestimmte Arten sind – das heißt, wenn man sie nicht so sehr miteinander vergleicht, sondern mit ihren Analoga vom Kontinent. Ich habe irgendwie, wie Sie, gefühlt, dass eine alpine Form einer Pflanze keine wahre Varietät ist; und doch kann ich nicht zugeben, dass die einfache Tatsache, dass die Ursache zuweisbar ist, verhindern sollte, dass sie eine Varietät genannt wird; jede Variation muss eine Ursache haben, sodass der Unterschied auf unserem Wissen beruhen würde, die Ursache zuordnen zu können oder nicht. Halten Sie es für erforderlich, dass eine wahre Varietät durch Ursachen erzeugt werden sollte, die durch das Elternteil wirken? Aber selbst wenn man diese Definition nimmt, sind Sie sicher, dass alpine Formen nicht von einer, zwei oder drei Generationen geerbt werden? Nun, wäre das nicht ein kurioses und wertvolles Experiment (16/1. Für einen Bericht über Arbeiten dieser Art siehe Abhandlungen von G. Bonnier in der "Revue Generale", Band II., 1890; "Ann. Sc. Nat." Band XX.; "Revue Generale", Band VII.), nämlich Samen irgendeiner alpinen Pflanze zu bekommen, ein wenig haariger usw. als ihre Tiefland-Gefährtin, und Setzlinge in Kew aufzuziehen: Wenn dies nicht getan wurde, könnten Sie es nicht veranlassen? Haben Sie jemanden in Schottland, von dem Sie die Samen bekommen könnten?
Ich war interessiert an Ihren Bemerkungen über Senecio und Gnaphalium: Wäre es nicht der Mühe wert (ich wäre sehr neugierig auf das Ergebnis), eine kurze Liste der allgemein als variabel oder polymorph betrachteten Gattungen zu erstellen, wie Rosa, Salix, Rubus usw., und darüber nachzudenken, ob solche Gattungen allgemein weltlich sind, und insbesondere, ob sie unterschiedliche oder identische (oder nahe verwandte) Arten in ihren verschiedenen und entfernten Lebensräumen haben.
Vergessen Sie mich nicht, falls Sie jemals auf Fälle stoßen, in denen dieselbe Art in verschiedenen Ländern MEHR oder WENIGER variabel ist.
Was das Wort „steril“ betrifft, wie es für männliche oder pollenhaltige Blüten verwendet wird, so hat es meine Ohren immer schrecklich beleidigt; nach demselben Prinzip, wie es mich beleidigen würde, einen potenten Hengst, Widder oder Stier als steril zu hören, weil sie nicht trugen, sondern nur Junge zeugten.
Was Ihren Vorschlag einer geologischen Karte betrifft, so wünschte ich von ganzem Herzen, ich könnte ihm folgen; aber überlegen Sie nur die Anzahl der erforderlichen Messungen; nun, gegenwärtig könnte es nicht einmal in England getan werden, selbst unter der Annahme, dass das Land einfach um eine exakte Anzahl von Fuß gestiegen wäre. Aber die Senkung hat in den meisten Fällen das Problem hoffnungslos verkompliziert: Sehen Sie, was Jordanhill-Smith (16/2. James Smith, aus Jordan Hill, Autor einer Abhandlung "On the Geology of Gibraltar" ("Quart. Journ. Geol. Soc." Band II., Seite 41, 1846).) über den Tanz auf und ab, viele Male, sagt, den Gibraltar alles innerhalb der jüngsten Zeit gehabt hat. Solche Karten, wie sie Lyell (16/3. "Principles of Geology", 1875, Band I., Tafel I, Seite 254.) von Meer und Land zu Beginn des Tertiärs veröffentlicht hat, müssen überaus ungenau sein: Es setzt voraus, dass jeder Teil, auf dem keine tertiären Betten abgelagert wurden, damals trockenes Land gewesen sein muss, – eine höchst zweifelhafte Annahme.
Ich war amüsiert über Chambers gegen Hooker bezüglich des K.-Kohls. Ich sehe in den „Explanations“ (deren Geist, wenn auch nicht die Fakten, Sedgwick beschämen sollte), dass „Vestiges“ alle Landtiere und Pflanzen als von Meeresformen ausgegangen betrachtet; also ist Chambers ganz in Übereinstimmung. Haben Sie Forbes gehört, als er hier war, als er den ziemlich kuriosen Beweis (aus einer Ähnlichkeit im Irrtum) gab, dass Chambers der Autor der „Vestiges“ sein müsse: Ihr Fall kommt mir wie eine Bestätigung vor. Ich habe einen unangemessen langen und langweiligen Brief geschrieben, also leben Sie wohl. (16/4. "Explanations: A Sequel to the Vestiges of the Natural History of Creation" wurde 1845 veröffentlicht, nach dem Erscheinen der vierten Ausgabe der "Vestiges", als Antwort auf die Kritik an dem ursprünglichen Buch. Der "K.-Kohl", auf den am Anfang des Absatzes Bezug genommen wird, ist Pringlea antiscorbutica, der "Kerguelen-Kohl", der von Sir J.D. Hooker in seiner "Flora Antarctica" beschrieben wurde. Was Chambers zu diesem Thema schrieb, haben wir nicht entdeckt. Die Erwähnung von Sedgwick ist ein Hinweis auf seine scharfe Rezension der "Vestiges" in der "Edinburgh Review", 1845, Band 82, Seite 1. Darwin beschrieb sie als nach "der Dogmatik der Kanzel" schmeckend ("Life and Letters", I., Seite 344). Mr. Irelands Ausgabe der "Vestiges" (1844), in der Robert Chambers erstmals authentisch als Autor bekannt gegeben wurde, enthält (Seite xxix) einen Auszug aus einem Brief, der 1860 von Chambers geschrieben wurde, in dem die folgende Passage vorkommt: "Die April-Nummer der 'Edinburgh Review'" (1860) macht fast eine direkte Wiedergutmachung für den Missbrauch, den sie vor einer Reihe von Jahren über meine Arbeit ergoss." Dies ist die bekannte Rezension von Owen, auf die in den "Life and Letters", II., Seite 300, Bezug genommen wird. Die Wiedergutmachung an die "Vestiges" ist nicht so vollständig, wie der Autor sie empfand; aber sie war eindeutig am Platz in einer Abhandlung, die darauf abzielte, den "Origin" herabzusetzen; sie gab dem Rezensenten (Seite 511) auch eine Gelegenheit für einen Seitenhieb auf Sedgwick und seine Rezension von 1845.)
BRIEF 17. AN L. BLOMEFIELD [JENYNS]. Down. 14. Februar [1845].
Ich habe mir Zeit gelassen, Ihnen für Ihren letzten Brief und Ihre Diskussion zu danken, die für mich sehr interessant war, über die Zunahme der Arten. Seit Ihrem Brief bin ich auf eine sehr ähnliche Ansicht bei Richardson gestoßen, der feststellt, dass die Jungen von den Alten in ungünstige Distrikte vertrieben werden und dort meist umkommen. Wenn man auf solche unerwarteten statistischen Rückläufe über die Zunahme und Abnahme und das Verhältnis von Todesfällen und Geburten unter der Menschheit trifft, und in diesem wohlbekannten Land von uns, sollte man nicht im Geringsten über seine Unwissenheit überrascht sein, wann, wo und wie die endlose Zunahme unserer Rotkehlchen und Spatzen kontrolliert wird.
Danke für Ihre Hinweise zu den Begriffen „Mutation“ usw.; ich hatte einige Verdachtsmomente, dass es nicht ganz korrekt war, und doch sehe ich nicht, wie ich zu besseren Begriffen kommen könnte. Es werden Jahre vergehen, bevor ich veröffentliche, sodass ich viel Zeit haben werde, über bessere Worte nachzudenken. Entwicklung würde vielleicht gehen, nur wird es auf die Veränderungen eines Individuums während seines Wachstums angewendet. Ich bin jedoch sehr froh über Ihre Bemerkung und werde darüber nachdenken.
Uns allen geht es gut, Frau und drei Kinder, und so blühend, wie es dieses schreckliche, hausbindende, stürmische Wetter erlaubt.
BRIEF 18. AN J.D. HOOKER. Down [1845].
Ich hoffe, Sie kommen gut mit Ihren Vorlesungen voran und haben einige angenehme Spaziergänge während des letzten herrlichen Wetters genossen. Ich schreibe Ihnen, um Ihnen mitzuteilen (da Sie vielleicht Befürchtungen bezüglich des Gegenstandes hatten), dass Ihre Bücher sicher angekommen sind. Ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für sie und werde sehr vorsichtig mit ihnen umgehen; es wird einige Zeit dauern, sie sorgfältig zu lesen.
Ich sende heute das korrigierte MS. der ersten Nummer meines „Journal“ (18/1. 1842 hatte er an seine Schwester geschrieben: "Wenn wir von Geld sprechen, habe ich neulich den ganzen Gewinn geerntet, den ich jemals von meinem "Journal" ["Journal of Researches, etc."] erhalten werde, was darin bestand, Mr. Colburn 21 Pfund 10 Schilling für die Exemplare zu zahlen, die ich verschiedenen Leuten schenkte; 1.337 Exemplare wurden verkauft. Das ist eine komfortable Regelung, nicht wahr?") in der Colonial Library, sodass ich Ihnen dankbar wäre, wenn Sie mir Bescheid geben könnten, falls Sie zufällig einen groben Fehler auf den ersten 214 Seiten kennen (falls Sie mein "Journal" haben).
Antworten Sie nicht aus Höflichkeit darauf; denn Sie müssen sehr beschäftigt sein. Wir hatten gerade die Lyells hier, und Sie sollten eine Ehefrau haben, um zu verhindern, dass Sie zu viel arbeiten, so wie Mrs. Lyell Lyell kategorisch stoppt.
BRIEF 19. AN J.D. HOOKER.
(19/1. Sir J.D. Hookers Briefe an Mr. Darwin scheinen das Datum auf 1845 festzulegen, während der Hinweis auf Forbes' Abhandlung auf 1846 hindeutet.)
Down [1845-1846].
Ich bin Ihnen besonders dankbar für Ihre Fakten über einsame Inseln, die mehrere Arten eigentümlicher Gattungen haben; es schlägt einige meiner Analogien aus dem Kopf; der Punkt ist mir dummerweise nie in den Sinn gekommen, danach zu fragen. Ich bin amüsiert über Ihre Anathemen gegen Variation und Co.; was auch immer Sie sagen mögen, Sie werden niemals mit einfachen Arten zufrieden sein, „wie sie sind“. Ich fordere Sie heraus, Ihren Geist für technische Details zu stählen, wie so viele unserer Brüder Naturforscher. Ich freue mich sehr, dass ich daran gedacht habe, Ihnen Forbes' Artikel zu senden. (19/2. E. Forbes' berühmte Abhandlung "Memoirs of the Geological Survey of Great Britain", Band I., Seite 336, 1846. In Lyells "Principles", 7. Ausgabe, 1847, Seite 676, erhebt er einen maßvollen Anspruch auf Priorität, wie er es bereits in einem privaten Brief vom 14. Oktober 1846 an Forbes ("Life of Sir Charles Lyell", 1881, Band II., Seite 106) getan hatte, sowohl in Bezug auf die sizilianische Flora als auch auf den Barriereeffekt von Bergketten. Siehe Brief 20 für eine Anmerkung zu Forbes.) Ich gestehe, dass ich die Beweise seiner Zeitvorstellungen bei der Verteilung nicht nachvollziehen kann, und ich kann nicht umhin zu vermuten, dass sie eher vage sind. Lyell ging Forbes in einer Klasse von Spekulationen dieser Art voraus: zum Beispiel in seiner Erklärung der Identität der Flora von Sizilien mit der von Süditalien dadurch, dass sie innerhalb der jüngsten Zeit vollständig angehoben wurde; und, so glaube ich, mit Bergketten, die Floren trennen. Ich erinnere mich nicht an Humboldts Tatsache über die Heidegebiete. Sehr kurios der Fall des Ginsters; ich kann Ihnen etwas Analoges im kleinen Maßstab erzählen. Mein Vater säte, als er sein Haus baute, viele Ginster-Samen auf einem wilden Ufer, die nicht aufgingen, weil, wie man dachte, zu viel Erde über sie geworfen worden war. Ungefähr fünfunddreißig Jahre später, beim Schneiden einer Terrasse, wurde all diese Erde aufgeworfen, und jetzt ist das Ufer eine Masse von Ginster. Ich sehe, wir redeten in gewissem Maße aneinander vorbei; als ich sagte, ich glaube [nicht] viel an Hybridisierung in irgendeinem Ausmaß, meinte ich keineswegs, Kreuzung auszuschließen. Es ist lange Zeit ein Hobby von mir gewesen, zu sehen, in wie vielen Blumen eine solche Kreuzung wahrscheinlich ist; es war, glaube ich, Knights Ansicht, ursprünglich, dass jede Pflanze gelegentlich gekreuzt werden muss. (19/3. Siehe einen Artikel über "The Knight-Darwin law" von Francis Darwin in "Nature", 27. Oktober 1898, Seite 630.) Ich finde jedoch viel Schwierigkeit darin, auch nur eine vage Wahrscheinlichkeit dafür zu zeigen; besonders bei den Leguminosae, obwohl ihre [Struktur?] unnachahmlich angepasst ist, um Kreuzung zu begünstigen, bin ich noch nie auf mehr als einen Fall eines NATÜRLICHEN MISCHLINGS (oder Maultiers?) in dieser Familie gestoßen.
Ich bin besonders neugierig, einen Bericht über das Erscheinen und den Ursprung der irischen Eibe von Ayrshire zu hören. Und nun zum Hauptzweck meines Briefes: Er besteht darin, zu fragen, ob Sie kurz einen Blick auf den Korrekturabzug meines Galapagos-Kapitels werfen würden (19/4. In der zweiten Ausgabe des "Naturalist's Voyage."), wo ich die Pflanzen erwähne, um zu sehen, dass ich keine Fehler gemacht habe oder wissenschaftliche Namen falsch geschrieben habe. Da ich wage zu sagen, dass Sie mir so weit verpflichten werden, lassen Sie mich ein paar Tage vorher wissen, wann Sie Edinburgh verlassen und wie lange Sie in Kinnordy bleiben, damit mein Brief Sie erreichen könnte. Ich bin nicht überrascht, dass meine Sammlung von James Island sich von anderen unterscheidet, da das feuchte Hochland (wo ich zwei Nächte schlief) sechs Meilen von der Küste entfernt ist und wahrscheinlich noch nie ein Naturforscher außer mir dorthin aufgestiegen ist. Cuming hatte noch nie davon gehört. Cuming sagt mir, dass er auf den Inseln Charles, James und Albemarle war und dass er sich aufgrund meiner Beschreibung nicht an die Scalesia erinnern kann, aber denkt, er könnte es, wenn er ein Exemplar sähe. Ich habe keine Vorstellung vom Ursprung der Verbreitung der Galapagos-Muscheln, nach denen Sie fragen. Ich vermute (nach Forbes' exzellenten Bemerkungen über die Erleichterungen, durch die Embryo-Muscheln transportiert werden), dass die pazifischen Muscheln durch Strömungen dorthin getragen wurden; aber die Strömungen laufen alle in die andere Richtung.
(TAFEL: EDWARD FORBES 1844? Von einem Foto von Hill & Adamson.)
BRIEF 20. EDWARD FORBES AN C. DARWIN.
(20/1. Edward Forbes arbeitete an seiner berühmten Abhandlung in den "Geological Survey Memoirs" für 1846. Wir haben den Brief von Darwin, auf den dies eine Antwort ist, nicht gesehen, noch irgendeinen seiner Briefe an Forbes. Das Datum des Briefes wird durch Forbes' Vorlesung an der Royal Institution am 27. Februar 1846 festgelegt (laut L. Horners privat gedruckten "Memoirs", II., Seite 94.))
Mittwoch. 3, Southwark Street, Hyde Park. [1846].
Lieber Darwin
Ihren sehr willkommenen Brief zu beantworten, ist weit davon entfernt, eine Zeitverschwendung zu sein, sondern ein Gewinn, denn es zwingt mich dazu, mich klar und verständlich zu machen in Angelegenheiten, die ich offensichtlich unvollkommen und mit Unklarheit vorgebracht habe. Ich habe die ganze Woche damit verbracht, die Flora-Frage zu bearbeiten und auszuschreiben, denn ich fühle mich nun stark genug, meine versprochene Abendvorlesung darüber am Freitag in der Royal Institution zu halten, und möchte sie außerdem in druckbarer Form für die Reports unseres Survey erhalten. Daher kann ich zu keiner Zeit Einwände mit mehr Nutzen entgegennehmen oder beantworten als jetzt. Aufgrund der Eile und des Drucks, die leider alle meine Bewegungen und Taten begleiten, habe ich selten Zeit übrig, bei der Vorbereitung auf die Veröffentlichung mehr zu tun, als kurze und unbefriedigende Zusammenfassungen zu geben, die oft äußerst unklar sind, wie ich fürchte.
Nun zu Ihren Einwänden – die aus meinen eigenen Unklarheiten entstanden sind.
Ich argumentiere nicht im Kreis über den irischen Fall, sondern behandle den botanischen Beweis der Verbindung und den geologischen als getrennt. Ersteren habe ich nur in Cambridge vorgebracht; letzteren habe ich noch nicht öffentlich aufrechterhalten.
Nur für die Kontinuität –
Mein Cambridge-Argument (20/2. „Über die Verbreitung endemischer Pflanzen“, von E. Forbes, „Brit. Assoc. Rep.“ 1845 (Cambridge), Seite 67.) lautete wie folgt: Dass keine bekannten Strömungen, ob von Wasser oder Luft, oder gewöhnliche Transportmittel (20/3. Darwins Notiz zum Transport (gefunden bei Forbes’ Brief): „Forbes’ Argumente, da mehrere spanische Pflanzen in Irland nicht transportiert wurden, nicht stichhaltig, weil Meeresströmungen und Luft dto. und Vogelzug in DENSELBEN LINIEN. Ich habe den Nicht-Transport für die größte Schwierigkeit gehalten. Nun sehen wir, wie viele Samen jede Pflanze und jeder Baum benötigt, um in seinem eigenen Land regelmäßig vermehrt zu werden, denn wir können die große Anzahl an Samen nicht für überflüssig halten, und daher wie gering die Chance ist, dass hier und da ein einsamer Sämling in einem gut bestückten Land erhalten bleibt.“), die kleine Gruppe asturischer Pflanzen erklären könnten – wenige an Arten, aber eine auffällige Rolle in der Vegetation spielend –, die dem Süden Irlands einen besonderen botanischen Charakter verleiht; dass ich, da ich Beweise dafür erbracht hatte, dass die anderen Floren unserer Inseln, d. h. die germanische, die kretazische und die devonische (diese Begriffe topographisch, nicht geologisch verwendet), durch Migration über zusammenhängendes Land erworben worden waren (die glaziale oder alpine Flora nehme ich vorerst aus – da der Eistransport bei ihrer Einführung eine große Rolle gespielt haben könnte) – ich es für höchst wahrscheinlich hielt und behauptete, dass die Einführung jener irischen Flora ebenfalls durch dieselben Mittel bewirkt wurde. Ich vertrat zudem die Ansicht, dass der Charakter dieser Flora südlicher und älter sei als der jeder anderen, und dass ihr fragmentarischer und begrenzter Zustand wahrscheinlich darauf zurückzuführen sei, dass die Pflanzen, aus denen sie sich zusammensetzt (aufgrund ihrer relativen Widerstandsfähigkeit – Heidekraut, Steinbrech usw.), den zerstörerischen Einfluss der Eiszeit überlebt haben.
Mein geologisches Argument ist nun wie folgt: Die Hälfte der Mittelmeerinseln oder mehr bestehen teilweise – in einigen Fällen (wie Malta) gänzlich – aus dem gehobenen Bett des Miozän-Meeres; ebenso ein großer Teil Südfrankreichs von Bordeaux bis Montpellier; ebenso der Westen Portugals; und wir finden die entsprechenden Schichten mit denselben Fossilien (Pecten latissimus usw.) auf den Azoren. Eine so allgemeine Hebung scheint mir auf das frühere Bestehen eines großen post-miozänen Landes [in] der Region der sogenannten mediterranen Flora hinzuweisen. (Überall tragen diese miozänen Inseln usw. eine Flora von echtem Typus.) Wenn dieses Land existierte, erstreckte es sich nicht bis nach Amerika, denn die Fossilien des Miozäns von Amerika sind repräsentativ und nicht identisch. Wo also war der Rand oder die Küstenlinie davon, in Richtung Atlantik? Betrachten Sie die Form und Beständigkeit der großen Fucus-Bank und bedenken Sie, dass es sich um eine Sargassum-Bank handelt, dass das Sargassum dort in einem abnormalen Zustand ist und dass die Arten dieser Gattung von Fucus im Wesentlichen Bodenbewohner sind, und erkennen Sie dann die Wahrscheinlichkeit, dass diese Bank ihren Ursprung an einer Linie alter Küste hatte.
Nachdem ich nun so unabhängig argumentiert habe, erst über meine Flora und zweitens über die geologischen Belege für Land in dem erforderlichen Gebiet, füge ich beides zusammen, um meinen irischen Fall zu stützen.
Ich kann den Sargassum-Fall nicht als parallel zu dem von Confervae oder Oscillatoria anerkennen.
Ich glaube, ich habe durch die Fossilien der Findlingsformationen in Irland Beweise dafür, dass ein solches miozänes Land, falls es existierte, zur Zeit der Eiszeit oder der Findlingsperiode aufgebrochen oder teilweise aufgebrochen worden sein muss.
Alle Einwände sind dankbar willkommen.
Stets aufrichtig Ihr,
EDWARD FORBES.
BRIEF 21. AN L. JENYNS (BLOMEFIELD). Down. [1846].
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Notiz und das freundliche beabsichtigte Geschenk Ihres Bandes. (21/1. Zweifellos das Werk des verstorbenen Herrn Blomefield „Observations in Natural History“. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 31.) Ich bin sicher, dass es mir gefallen wird, denn alle Diskussionen und Beobachtungen zu Punkten in der Naturgeschichte, die die Welt als belanglos bezeichnen würde, erscheinen mir immer sehr interessant. In solchen ausländischen Zeitschriften, die ich gesehen habe, gibt es keine derartigen Abhandlungen, wie White oder Waterton oder einige wenige andere Naturforscher in Loudons und Charlesworths Journal sie geschrieben hätten; und das ist mir immer als ein großer Verlust erschienen. Ich hätte Sie sehr gerne in London getroffen, aber ich kann mein Zuhause nicht verlassen, da meine Frau sich von einem ziemlich heftigen Fieberanfall erholt und ich selbst mich abmühe, meine Geologie Südamerikas fertigzustellen (21/2. „Geological Observations in South America“ (London), 1846.), wovon, dank aller plutonischen Mächte, zwei Drittel durch die Presse sind, und dann werde ich mich als ein vergleichsweise freier Mann fühlen. Denken Sie daran, nach Southampton zu fahren? (21/3. Die British Association traf sich 1846 in Southampton.) Ich habe eine vage Vorstellung davon, dorthin zu gehen, und würde mich sehr freuen, Sie zu treffen.
BRIEF 22. AN J.D. HOOKER. Shrewsbury [Ende Februar 1846].
Ich bin wegen der Gesundheit meines Vaters hierher gekommen, die in letzter Zeit traurigerweise nachgelassen hat, aber zu meiner großen Freude geht es ihm überraschend besser... Ich hatte nichts von Ihrer botanischen Ernennung gehört (22/1. Sir Joseph wurde 1846 zum Botaniker für den Geological Survey ernannt.), und ich freue mich sehr darüber, vor allem, weil es Sie zum Reisen bewegen und Ihnen Abwechslung in der Arbeit und Entspannung verschaffen wird. Werden Sie irgendwann die Kreideformation und deren Übergang zum London Clay und Greensand untersuchen müssen? Falls ja, wäre unser Haus ein guter zentraler Ort, und mein Pferd stünde Ihnen zur Verfügung. Könnten Sie nicht eine lange Woche aus dieser Untersuchung machen? Es würde uns wahrlich erfreuen, und Sie könnten Ihre Unterlagen (wie Lyell) mitbringen und zu unpassenden Zeiten arbeiten. Forbes hat mir über seine Senkungslehren geschrieben; ich wünschte, ich hätte seine vollständigen Details gehört, aber ich habe ihm in meiner Unwissenheit meine Einwände ausgedrückt, die lediglich auf seiner zu großen hypothetischen Grundlage beruhen; ich bin neugierig, wenn ich ihn treffe, zu hören, was er sagt. Er spekuliert auch über den Golf-Tang. Ich gestehe, dass ich seine Argumentation über seinen miozänen Kontinent nicht beurteilen kann, aber ich nehme an, es liegt an mangelndem Wissen.
Sie spielen darauf an, dass die Flora Siziliens nicht eigentümlich sei, und dies durch ihre kürzliche Hebung (gut belegt) im Hauptteil verursacht sei: Sie werden feststellen, dass Lyell dies sehr klar und gut dargelegt hat. Die Apenninen (über die ich neulich irgendwo gelesen habe) scheinen ein sehr merkwürdiger Fall zu sein.
Ich denke, Forbes sollte ein wenig auf Lyells (22/2. Siehe Brief 19.) Arbeit zu fast demselben Thema wie seine Spekulationen eingehen; nicht dass ich meine, dass Forbes sich den kleinsten Verdienst von ihm oder irgendeinem lebenden Menschen aneignen möchte; niemand, soweit ich sehe, gibt so gerne anderen die Anerkennung oder erhebt sich mehr über das kleinliche Verlangen nach Selbstberühmtheit.
Wenn Sie zu weiteren Schlussfolgerungen über Polymorphismus gelangen, würde ich mich sehr freuen, das Ergebnis zu hören: Es ist herrlich, viele Punkte in seinem Gehirn gären zu lassen, und Ihre Briefe und Schlussfolgerungen geben einem immer reichlich von dieser Gärung. Ich wünschte, ich könnte auch nur irgendeinen Ausgleich für all Ihre Fakten, Ansichten und Anregungen bieten.
BRIEF 23. AN J.D. HOOKER.
(23/1. Der folgende Auszug enthält den Keim dessen, was sich zu einer interessanten Diskussion im „Origin“ (Ausgabe I., Seite 147) entwickelte. Darwin schrieb: „Ich vermute auch, dass einige Fälle von Kompensation, die vorgebracht wurden, sowie einige andere Fakten unter einem allgemeineren Prinzip zusammengefasst werden können: nämlich, dass die natürliche Selektion ständig versucht, in jedem Teil des Organismus zu sparen.“ Er spricht vom allgemeinen Glauben der Botaniker an die Kompensation, führt aber keine Beispiele an.)
[September 1846].
Haben Sie jemals über G. St. Hilaires „loi de balancement“ (23/2. Laut Darwin („Variation of Animals and Plants“, 2. Auflage, II., Seite 335) wurde das Gesetz des Gleichgewichts von Goethe und Geoffroy Saint-Hilaire (1772–1844) fast gleichzeitig aufgestellt, aber er gibt keinen Verweis auf die Werke dieser Autoren. Es geht jedoch aus dem Werk seines Sohnes Isidore „Vie, Travaux etc., d’Etienne Geoffroy Saint-Hilaire“, Paris 1847, Seite 214, hervor, dass das Gesetz in seiner „Philosophie Anatomique“ dargelegt wurde, deren erster Teil 1818 veröffentlicht wurde. Darwin (ebd.) gibt einige Beispiele für das Gesetz bei Pflanzen.) nachgedacht, angewandt auf Pflanzen? Ich bin mir wohl bewusst, dass einige Zoologen es völlig ablehnen, aber bei Tieren scheint es mir sicherlich oft zuzutreffen. Sie kennen zweifellos die Art von Fakten, auf die ich mich beziehe, wie zum Beispiel die große Entwicklung der Eckzähne bei den Fleischfressern, die anscheinend eine Verringerung – eine Kompensation oder ein Gleichgewicht – in der geringen Größe der Prämolaren usw. verursacht. Ich habe beiläufig einige analoge Bemerkungen bei Pflanzen bemerkt, habe es aber nie von Botanikern diskutiert gesehen. Können Sie an Fälle in einer Art in einer Gattung oder einer Gattung in einer Familie denken, bei denen bestimmte Teile besonders entwickelt und einige angrenzende Teile reduziert sind? Bei Varietäten derselben Art scheinen gefüllte Blüten und große Früchte so etwas zu sein – Mangel an Pollen und Samen, der sich mit der erhöhten Anzahl an Blütenblättern und der Entwicklung von Früchten ausgleicht. Ich hoffe, wir sehen Sie diesen Herbst hier.
(24/1. In diesem Jahr (1847) schrieb Darwin eine kurze Rezension von Waterhouses „Natural History of the Mammalia“, von dem der erste Band erschienen war. Sie wurde in „The Annals and Magazine of Natural History“, Band XIX., Seite 53, veröffentlicht. Der folgende Satz ist der einzige, der auch nur eine Spur von Evolution zeigt: „Ob wir die Klassifizierung als bloßes Hilfsmittel betrachten, um viele Informationen in einem einzigen Wort zu vermitteln, oder als etwas mehr als eine memoria technica und als mit den Gesetzen der Schöpfung verbunden, wir können nicht bezweifeln, dass, wo solch wichtige Unterschiede in den generativen und zerebralen Systemen, wie sie die Marsupiata von den Placentata unterscheiden, durch zwei Tierreihen verlaufen, sie unter Köpfen von gleichem Wert angeordnet werden sollten.“
Eine charakteristische Bemerkung findet sich in Bezug auf die geographische Verbreitung, „dieses edle Thema, von dem wir bisher nur dunkel die volle Tragweite sehen.“
Der folgende Brief scheint von ausreichendem Interesse zu sein, um trotz der Unklarheiten, die durch das Fehlen eines Datums verursacht werden, veröffentlicht zu werden. Er scheint nach 1847 geschrieben worden zu sein, in welchem Jahr ein Streit unter Beteiligung von Dr. King und mehreren „arktischen Herren“ im „Athenaeum“ ausgetragen wurde. Herr Darwin spricht von „naturhistorischen Anweisungen für die gegenwärtige Expedition“. Dies könnte sich möglicherweise auf das „Admiralty Manual of Scientific Enquiry“ (1849) beziehen, denn aus dem einleitenden Memorandum der Lords of the Admiralty geht klar hervor, dass sie glaubten, das Handbuch würde bei den bevorstehenden Expeditionen zur Suche nach Sir John Franklin von Nutzen sein.)
BRIEF 24. AN E. CRESY.
(24/2. Herr Cresy war, wie wir glauben, ein Architekt: seine Freundschaft mit Herrn Darwin datiert aus der Zeit der Niederlassung in Down.)
Down [nach 1847].
Obwohl ich mich nie besonders mit den Streitpunkten zwischen Dr. (Richard) King und den anderen arktischen Herren befasst habe, habe ich doch alle Artikel im „Athenaeum“ sorgfältig gelesen und von ihnen einen ziemlich ähnlichen Eindruck gewonnen, wie Sie ihn in Ihrem Brief vermitteln, wofür ich Ihnen danke. Ich glaube, dass jener alte Sünder, Sir J. Barrow (24/3. Sir John Barrow, (1764–1848): Sekretär der Admiralität.), hinter all dem Geld steckt, das für die Marineexpeditionen verschwendet wurde. Ich habe diesbezüglich so stark empfunden, dass ich, als ich für ein Komitee für naturhistorische Anweisungen für die gegenwärtige Expedition ernannt wurde, beschlossen hatte, falls ich hätte teilnehmen können, meine Meinung über den geringen Vorteil, gemessen an den Kosten, den sie bringen, zu äußern. Es hat, glaube ich, von Anfang an achtzehn Expeditionen gegeben; dies erscheint mir monströs, wenn man bedenkt, wie wenig man zum Beispiel über das Innere Australiens weiß. Das Land hat teuer für Sir Johns Steckenpferd bezahlt. Ich habe sehr wenig Zweifel, dass Dr. King völlig recht hat, was den Vorteil von Landexpeditionen betrifft, soweit es die Geographie betrifft; und das ist jetzt das Hauptziel. (24/4. Dieser Satz würde implizieren, dass Darwin es für aussichtslos hielt, Sir J. Franklins Expedition zu retten. Wenn das der Fall ist, muss der Brief mindestens aus dem Jahr 1850 stammen. Wenn die achtzehn oben erwähnten Expeditionen „Suchexpeditionen“ sind, würde dies das Datum des Briefes ebenfalls auf 1850 bringen.)
BRIEF 25. AN RICHARD OWEN. Down [26. März 1848].
Mein lieber Owen,
Ich weiß nicht, ob Ihre MS.-Anweisungen bereits eingereicht wurden; aber selbst wenn sie nicht eingereicht sind, wage ich zu behaupten, dass das, was ich schreiben werde, absolut überflüssig sein wird (25/1. Die Ergebnisse von Herrn Darwins Erfahrungen, die im obigen Brief dargelegt wurden, wurden von Prof. Owen in den Abschnitt „On the Use of the Microscope on Board Ship“ aufgenommen, der Teil des Artikels „Zoology“ im „Manual of Scientific Enquiry, Prepared for the Use of Her Majesty’s Navy“ (London, 1849) ist.), aber ich habe von meinem neuen einfachen Mikroskop im Vergleich zu dem, das ich an Bord der „Beagle“ benutzte und das mir von R. Brown („Life and Letters“, I., Seite 145.) empfohlen wurde, solch unendlich große Vorteile gehabt, dass ich die bloße Chance nicht ungenutzt lassen kann, Sie dazu zu drängen. Der Hauptpunkt des Unterschieds besteht einfach darin, dass der Objekttisch für Schalen sehr groß und fest ist. Meiner fasst eine Schale mit einem Innendurchmesser von drei Zoll. Ich habe noch nie ein solches Mikroskop wie meines gesehen, obwohl Chevaliers (dessen Plan ich viele Punkte meines Mikroskops entnommen habe) aus Paris ihm ziemlich nahe kommt. Ich weiß die absolute ABSURDITÄT meiner Ratschläge an Sie bezüglich der Art des Sezierens voll zu schätzen; aber ich habe selbst den enormen Nachteil erkannt, mit einem schlechten Instrument gearbeitet zu haben, obwohl ich es vor wenigen Jahren für das beste hielt. Bitte beachten Sie, dass diejenigen, die keine Ahnung von Naturgeschichte haben, sicher eines dieser fummeligen Instrumente kaufen werden, die in den Läden verkauft werden, wenn Sie nicht besonders auf diesen Punkt aufmerksam machen. Wenn Sie es für angebracht hielten, würde ich auf die Unterschiede hinweisen, die nach meiner Erfahrung ein nützliches Mikroskop für die Art der Sezierung der Wirbellosen ausmachen, die eine Person an Bord eines Schiffes wahrscheinlich versuchen würde. Aber ich bitte Sie erneut zu glauben, dass ich die Absurdität dieses Briefes empfinde, und ich schreibe nur aus der Chance heraus, dass Sie selbst, obwohl Sie über große Fähigkeiten verfügen und mit guten Instrumenten gearbeitet haben, [möglicherweise] nicht voll bewusst sind, welch erstaunlichen Unterschied die Art des Mikroskops für diejenigen ausmacht, die nicht in der Fertigkeit des Sezierens unter Wasser geschult wurden. Wenn ich das nächste Mal in die Stadt komme (letztes Mal wurde ich durch Krankheit daran gehindert), muss ich Sie besuchen und Ihnen zu meiner eigenen Zufriedenheit von einem wirklich (wie ich denke) kuriosen Punkt berichten, den ich bei meinen geliebten Seepocken herausgefunden habe. Sie können nicht ermessen, wie sehr ich unser Gespräch hier genossen habe.
Stets, mein lieber Owen, Ihr aufrichtiger C. DARWIN.
P.S. – Wenn ich nichts höre, werde ich verstehen, dass mein Brief überflüssig ist. Smith und Beck waren von dem einfachen Mikroskop, das sie für mich gemacht haben, so angetan, dass sie ein weiteres als Modell angefertigt haben. Falls Sie von jungen Naturforschern konsultiert werden, empfehlen Sie ihnen, sich dieses anzusehen. Ich empfinde wirklich eine persönliche Dankbarkeit für diese Art von Mikroskop und einen ziemlichen Hass auf mein altes.
BRIEF 26. AN J.S. HENSLOW. Down [1. April 1848.]
Danke für Ihre Notiz und die Gelegenheit, Sie in der Stadt zu sehen; aber es stand nicht in meiner Macht, sie wahrzunehmen, da ich zuvor arrangiert hatte, am Montag nach London zu fahren. Ich hätte es sehr genossen, Sie zu sehen. Danke auch für Ihre Adresse (26/1. Eine einführende Vorlesung, die im März 1848 beim ersten Treffen einer Gesellschaft „zur Unterweisung der arbeitenden Klassen in Ipswich in verschiedenen Zweigen der Wissenschaft, und insbesondere in der Naturgeschichte“ gehalten wurde („Memoir of the Rev. J.S. Henslow“, von Leonard Jenyns, Seite 150.), die mir sehr gefällt. Die Anekdote über Whewell und die Gezeiten hatte ich völlig vergessen; ich glaube, sie kommt der Wahrheit nahe genug. Ich widerspreche ein wenig einem Ihrer Sätze – nämlich: „So entzückend eine wissenschaftliche Beschäftigung auch sein mag, wenn sie völlig unanwendbar ist, ist sie nicht nützlicher als Luftschlösser zu bauen.“ Würden Ihre Zuhörer daraus nicht schließen, dass der praktische Nutzen jeder wissenschaftlichen Entdeckung unmittelbar und offensichtlich sein sollte, um sie bewundernswert zu machen? Was für ein schönes Beispiel Chloroform für eine Entdeckung ist, die aus rein wissenschaftlichen Forschungen hervorging und später fast zufällig in den praktischen Gebrauch kam! Für mich persönlich würde ich jedoch einen höheren Standpunkt einnehmen, denn ich glaube, dass es einen Instinkt für Wahrheit oder Wissen oder Entdeckung gibt, und ich fühle ihn in mir, von etwas der gleichen Art wie der Instinkt der Tugend, und dass unser Besitz eines solchen Instinkts Grund genug für wissenschaftliche Forschungen ist, ohne dass jemals praktische Ergebnisse daraus entstehen müssen. Sie werden sich wundern, was mich dazu bringt, so weiterzureden, aber ich habe in den letzten achtzehn Monaten sehr hart an der Anatomie usw. der Cirripedia gearbeitet (worüber ich eine Monographie veröffentlichen werde), und einige meiner Freunde lachen über mich, und ich fürchte, das Studium der Cirripedia wird für immer „völlig unanwendbar“ bleiben, und doch fühle ich, dass ein solches Studium besser ist als Luftschlossbauerei.
BRIEF 27. AN J.D. HOOKER, bei Dr. Falconer, Botanischer Garten, Kalkutta. Down, 10. Mai 1848.
Ich war in der Tat hocherfreut, Ihre Handschrift zu sehen; aber ich empfand fast Bedauern, als ich erblickte, wie lang einen Brief Sie geschrieben hatten. Ich weiß, dass Sie unbezwingbar in der Arbeit sind, aber denken Sie daran, wie kostbar Ihre Zeit ist, und verschwenden Sie sie nicht an Ihre Freunde, wie viel Freude Sie ihnen auch bereiten mögen. Ein solcher Brief hätte mich einen halben Arbeitstag gekostet. Wie prächtig Sie voranzukommen scheinen! Ich beneide Sie um den Anblick all der herrlichen Vegetation. Ich bin sehr erfreut und überrascht, dass Sie so viel in der Tierwelt beobachten konnten. Zweifellos führen Sie ein Tagebuch, und ein ausgezeichnetes wird es sein, da bin ich sicher, wenn es veröffentlicht wird. All diese tierischen Tatsachen werden sich darin vortrefflich machen. Ich kann die Schwierigkeit, die Sie erwähnen, nicht zu wissen, was zoologisch in Indien bekannt ist, durchaus begreifen; aber Tatsachen, die so beobachtet werden, wie Sie sie beobachten werden, werden durch Wiederholung nicht schlechter. Haben Sie Herrn Blyth in Kalkutta gesehen? Er wäre ein vortrefflicher Mann, um Ihnen zu sagen, was über die indische Zoologie bekannt ist, zumindest bei den Wirbeltieren. Er ist ein sehr kluger, sonderbarer, wilder Bursche, der niemals das tun wird, was er tun könnte, weil er bei keinem Thema bleibt. Übrigens, falls Sie ihn jemals sehen sollten, versuchen Sie nicht zu vergessen, ihn sehr freundlich von mir zu grüßen; ich mochte alles, was ich von ihm sah. Ihr Brief war genau der richtige, um mich zu bezaubern, mit all seinen Tatsachen für mein Arten-Buch, und ich bin wahrlich verpflichtet für ein so freundliches Gedenken an mich. Vergessen Sie nicht, Erkundigungen über den Ursprung, selbst wenn er nur traditionell bekannt ist, irgendwelcher Varietäten von Haustieren, Vögeln, Seidenraupen usw. einzuziehen. Gibt es domestizierte Bienen? Falls ja, sollten Bienenstöcke mit nach Hause gebracht werden. Von all den Tatsachen, die Sie erwähnen, ist jene über die wilden [unleserlich], die bei der Paarung mit den domestizierten etwas unfruchtbare Nachkommen hervorbringen, die überraschendste: Sicherlich müssen sie verschiedene Arten sein. Die meisten Zoologen würden eine solche Aussage absolut nicht glauben und das Ergebnis als Beweis dafür betrachten, dass es sich um distinkte Arten handelte. Ich gehe nicht so weit, aber der Fall scheint höchst unwahrscheinlich. Blyth hat die indischen Wiederkäuer studiert. Ich war sehr beeindruckt von dem, was Sie darüber sagen, dass Flachlandpflanzen Berge erklimmen, die alpinen aber nicht herabsteigen. Wie sehr hoffe ich, dass Sie auf einige Berge in Borneo gelangen werden; wie kurios das Ergebnis sein wird! Übrigens habe ich nie von Ihnen gehört, welche Verwandtschaft die Flora der Malediven hat, was grausam ist, da Sie mich durch Ratenlassen in Versuchung geführt haben. Ich stöhne manchmal über Ihre Indienreise, wenn ich über all Ihre verschlossenen Schätze nachdenke. Wann werde ich eine Abhandlung über Insel-Floren sehen, und über den Pazifik? Was für ein großartiges Thema wären die alpinen Floren der Welt (27/1. Herr William Botting Hemsley, F.R.S., von den Royal Gardens, Kew, beschäftigt sich derzeit mit einer Monographie der alpinen Hochgebirgspflanzen der Welt.), soweit bekannt; und dann haben Sie nie einen Überblick über die Ähnlichkeit und Unähnlichkeit arktischer und antarktischer Floren gegeben. Nun, Gott sei Dank, wenn Sie zurückkommen, werden Sie nolens volens eine feste Größe sein. Ich bin besonders froh, dass Sie bei der Kohle waren; ich habe seit Ihrer Abreise oft über das Thema gegrübelt, und ich werde niemals ruhig im Kirchhof von Down ruhen können, ohne dass das Problem von jemandem gelöst wird, bevor ich sterbe. Wo wir vom Sterben sprechen, muss ich Ihnen sagen, dass mein verfluchter Magen ziemlich der alte ist; tatsächlich war er in letzter Zeit eher schlechter, aber ich glaube, im letzten Jahr konnte ich mehr arbeiten. Ich habe nichts außer den Rankenfußkrebsen getan, außer, in der Tat, einem kleinen theoretischen Aufsatz über erratische Blöcke (27/2. „Über den Transport erratischer Blöcke von einem tieferen zu einem höheren Niveau“ („Quart. Journ. Geol. Soc.“ Band IV., Seiten 315-23. 1848). In diesem Aufsatz bevorzugt Darwin die Ansicht, dass der Transport von Blöcken durch Küsteneis bewirkt wurde. Ein früherer Aufsatz mit dem Titel „Anmerkungen zu den Auswirkungen der antiken Gletscher von Caernarvonshire und den durch treibendes Eis transportierten Blöcken“ („Phil. Mag.“ 1842, Seite 352) wird von Sir Archibald Geikie als „fast an der Spitze der langen Liste englischer Beiträge zur Geschichte der Eiszeit“ stehend bezeichnet („Charles Darwin“, „Nature“-Reihe, Seite 352).), und Wissenschaftliche Geologische Anleitungen für den Admiralty-Band (27/3. „Ein Handbuch wissenschaftlicher Untersuchungen, vorbereitet für den Gebrauch der Marine Ihrer Majestät und angepasst für Reisende im Allgemeinen.“ Herausgegeben von Sir John F.W. Herschel, Bart. Abschnitt VI.--Geologie--von Charles Darwin. London, 1849. Siehe „Leben und Briefe“, Seiten 328-9.), was mir einige Mühe bereitete. Diese Arbeit, die von Sir J. Herschel herausgegeben wird, ist eine sehr gute Sache, insofern als die Kapitäne der Kriegsschiffe nun sehen werden, dass die Admiralität sich um Wissenschaft kümmert, und daher Naturforscher an Bord begünstigen werden. Was einen Mann betrifft, der von Natur aus nicht wissenschaftlich ist, so glaube ich nicht, dass Anleitungen ihm etwas nützen werden; und wenn er wissenschaftlich und zu etwas nütze ist, werden die Anleitungen überflüssig sein. Ich weiß nicht, wer die Botanik macht; Owen macht die Zoologie, und ich habe ihm einen Bericht über mein neues einfaches Mikroskop geschickt, das ich für perfekt halte, sogar besser als Ihres von Chevalier. N.B. Ich habe ein 1/8-Zoll-Objektiv bekommen, und es ist großartig. Ich bin mit meinen geliebten Cirripedia gut vorangekommen und werde geschickter im Präparieren. Ich habe das Nervensystem in mehreren Gattungen ziemlich gut ausgearbeitet und ihre Ohren und Nasenlöcher entdeckt (27/4. Für die Riechsäcke siehe Darwins „Monographie der Cirripedia“, 1851, Seite 52.), die völlig unbekannt waren. Ich habe kürzlich einen zweigeschlechtlichen Cirripeden erhalten, bei dem das Männchen mikroskopisch klein und parasitär im Sack des Weibchens lebt. Ich erzähle Ihnen dies, um mit meiner Artentheorie zu prahlen, denn die am nächsten verwandte Gattung dazu ist, wie üblich, zwittrig, aber ich hatte einige winzige Parasiten beobachtet, die daran hafteten, und diese Parasiten kann ich nun als zusätzliche Männchen ausweisen, wobei die männlichen Organe im Zwitter ungewöhnlich klein sind, obwohl sie vollkommen sind und Zoospermien enthalten: wir haben also fast ein polygames Tier, nur einfache Weibchen fehlen. Ich hätte dies niemals herausgefunden, wenn meine Artentheorie mich nicht überzeugt hätte, dass eine zwittrige Art durch unmerklich kleine Stufen in eine zweigeschlechtliche Art übergehen muss; und hier haben wir es, denn die männlichen Organe im Zwitter beginnen zu schwinden, und unabhängige Männchen sind fertig ausgebildet. Aber ich kann kaum erklären, was ich meine, und Sie werden vielleicht meine Rankenfußkrebse und meine Artentheorie zusammen zum Teufel wünschen. Aber es kümmert mich nicht, was Sie sagen, meine Artentheorie ist das reine Evangelium. Wir hatten hier nur eine Gesellschaft: nämlich die Lyells, Forbes, Owen und Ramsay, und wir beide haben Sie und Falconer sehr vermisst... Ich weiß mehr über Ihre Geschichte, als Sie vermuten werden, denn Miss Henslow hat mir sehr freundlicherweise ein Paket Ihrer Briefe geschickt, und sie schrieb mir eine so nette kleine Notiz, dass ich ganz stolz wurde. Ich habe nichts Wissenschaftliches gehört, das Sie interessieren würde. Sir H. De la Beche (27/5. Die Präsidentschaftsrede, die De la Beche 1848 vor der Geologischen Gesellschaft hielt („Quart. Journ. Geol. Soc.“ Band IV., „Proceedings“, Seite xxi, 1848).) hielt eine sehr lange und ziemlich langweilige Ansprache; der interessanteste Teil stammte von Sir J. Ross. Herr Beete Jukes trat darin sehr prominent auf: Es ist wirklich eine sehr nette Eigenschaft bei Sir Henry, die Art und Weise, wie er seine Untergebenen voranbringt. Jukes hat seitdem etwas vorgelesen, das als sehr wertvolles Papier galt. Der Mann, nicht zufrieden mit Schnurrbärten, trägt jetzt einen ganzen Bart und hält sich sicher für einen Jupiter tonans. Es gab vor kurzer Zeit eine nicht sehr rühmliche Diskussion bei einem Treffen der Royal Society, wo Owen über Belemniten mit Wut und Verachtung über Mantell herfiel. Was für elendes Tun kommt aus dem Streben nach Ruhm; die Liebe zur Wahrheit allein würde niemals einen Menschen dazu bringen, einen anderen bitter anzugreifen. Mein Papier ist voll, also muss ich Ihnen von ganzem Herzen Lebwohl sagen. Der Himmel gewähre, dass Ihre Gesundheit gut bleibt.
BRIEF 28. AN J.S. HENSLOW. The Lodge, Malvern, 6. Mai 1849.
Ihre freundliche Notiz wurde mir hierher nachgesandt. Sie werden überrascht sein zu hören, dass wir alle – Kinder, Dienstboten und alle – seit fast zwei Monaten hier sind. Den ganzen letzten Herbst und Winter wurde meine Gesundheit immer schlechter: unaufhörliche Übelkeit, zitternde Hände und Schwindel im Kopf. Ich dachte, ich gehe den Weg alles Irdischen. Nachdem ich von großem Erfolg in einigen Fällen durch die Kaltwasserkur gehört hatte, beschloss ich, alle Versuche, irgendetwas zu tun, aufzugeben, hierherzukommen und mich in die Hände von Dr. Gully zu begeben. Es hat in erheblichem Maße angeschlagen: meine Übelkeit ist stark eingedämmt und ich habe beträchtliche Kraft gewonnen. Dr. G. sagt mir außerdem (und ich höre, er spricht selten zuversichtlich), er habe wenig Zweifel, dass er mich im Laufe der Zeit heilen könne – Zeit wird es jedoch kosten. Ich habe genug erfahren, um sicher zu sein, dass die Kaltwasserkur ein großes und mächtiges Mittel und Umstürzer aller konstitutionellen Gewohnheiten ist. Wo wir von Gewohnheiten sprechen, der grausame Kerl hat mich dazu gebracht, das Schnupfen aufzugeben – diesen Haupttrost des Lebens. Wir danken Ihnen herzlichst für Ihre prompte und frühe Einladung nach Hitcham für die British Association für 1850 (28/1. Die Einladung war wahrscheinlich nicht für 1850, sondern für 1851, als sich die Association in Ipswich traf.): wenn ich gesund und stark gemacht werde, werde ich sie sehr gerne annehmen; aber so wie ich bisher war, wäre eine tägliche Fahrt von ein paar Meilen mehr, als ich mit der Teilnahme an irgendeiner der Sektionen bewältigen könnte. Ich habe vor, nach Birmingham (28/2. Die Association traf sich 1849 in Birmingham.) zu gehen, wenn ich dazu in der Lage bin; tatsächlich bin ich verpflichtet, es zu versuchen, denn ich bin über alle Maßen geehrt, einer der Vizepräsidenten zu sein. Ich bin ungemein froh, dass Sie dort sein werden; ich fürchte jedoch, wir werden keine solch charmanten Ausflüge wie Nuneham und Dropmore haben. (28/3. In einem Brief an Hooker (12. Oktober 1849) spricht Darwin von „diesem himmlischen Tag in Dropmore.“ („Leben und Briefe“, I., Seite 379.)) Wir werden mindestens bis zum 1. Juni hier bleiben, vielleicht bis zum 1. Juli; und ich werde die Wasserbehandlung zu Hause noch einige Monate fortsetzen müssen. Eine höchst sonderbare Wirkung der Behandlung ist, dass sie bei den meisten Menschen, und in meinem Fall in hervorragendem Maße, die vollständigste Stagnation des Geistes hervorruft. Ich habe aufgehört, auch nur an Rankenfußkrebse zu denken! Ich habe vor einiger Zeit von Hooker gehört... Wie prächtig er bei all seinen Unternehmungen erfolgreich gewesen zu sein scheint! Sie müssen jetzt sehr beschäftigt sein. Ich dachte neulich zufällig an den Gamlingay-Ausflug zu den Maiglöckchen (28/4. Das Maiglöckchen (Convallaria majalis) ist aus Gamlingay durch Professor Babington in seiner „Flora von Cambridgeshire“, Seite 234 (London, 1860), dokumentiert.): Ah, das waren herrliche Tage, als man noch kein solches Organ wie einen Magen hatte, nur einen Mund und die kauenden Anhängsel. Ich bin sehr überrascht über das, was Sie sagen, dass die Männer anfangen, ernsthaft [an] Botanik zu arbeiten. Was für ein Verlust es für die Naturgeschichte sein wird, dass Sie aufgehört haben, das ganze Jahr in Cambridge zu wohnen!
BRIEF 29. AN J.F. ROYLE. Down, 1. September [184-?].
Ich sende Ihnen mit vielen Dank Ihr wertvolles Werk zurück. Ich bin sicher, ich habe keinen Zettel verloren oder die losen Nummern durcheinandergebracht. Ich war interessiert, die Bände durchzusehen, obwohl ich nicht ganz so viel gefunden habe, wie ich es für möglich gehalten hätte, über die Varietäten der indischen Haustiere und Pflanzen, und die Versuche zur Einführung waren zu neu, als dass sich die Auswirkungen (falls vorhanden) des Klimas hätten entwickeln können. Ich war jedoch erstaunt und erfreut über den Beweis der energiegeladenen Versuche, durch so viele Menschen Gutes zu tun, und die meisten von ihnen offensichtlich nicht persönlich an dem Ergebnis interessiert. Lange möge unsere Herrschaft in Indien blühen. Ich erkläre, all die Arbeit, die in diesen Transaktionen gezeigt wird, reicht für sich genommen aus, um einen stolz auf seine Landsleute zu machen...
BRIEF 30. AN HUGH STRICKLAND.
(30/1. Der erste Absatz dieses Briefes ist in den „Leben und Briefen“, I., Seite 372, als Teil einer Reihe von Briefen an Strickland veröffentlicht, beginnend auf Seite 365, wo auch eine biographische Notiz von Professor Newton gegeben wird. Professor Newton schrieb: „Im Jahr 1841 brachte er das Thema der naturgeschichtlichen Nomenklatur vor die British Association und erstellte den Kodex der Regeln für die zoologische Nomenklatur, der heute unter seinem Namen bekannt ist – dessen Prinzipien sehr allgemein akzeptiert werden.“ Herrn Darwins Gründe gegen das Anhängen des Namens des Beschreibers an den der Art sind in „Leben und Briefe“, Seite 366, angegeben. Der vorliegende Brief ist von Interesse, da er zusätzliche Details bezüglich Darwins Schwierigkeiten liefert.)
Down, 10. Februar [1849].
Ich muss Ihnen erneut herzlich für Ihren Brief danken. Ihre Bemerkungen werden zu einem gewissen Grad Früchte tragen, und ich werde versuchen, der strengen Tugend und Priorität treuer zu sein; aber Balanus „Lepas“ zu nennen (was ich nicht in Betracht zog), kann ich nicht tun, mein Stift will es nicht schreiben – es ist unmöglich. Ich habe große Hoffnung, dass einige meiner Schwierigkeiten verschwinden werden, aufgrund falscher Daten bei Agassiz und weil ich mehrere Gattungen zu einer zusammenführen muss; denn ich bin bisher in nur wenigen Fällen zu den Originalquellen gegangen. In Bezug auf die Annahme meiner eigenen Vorstellungen in meinem Cirripedia-Buch möchte ich dies nicht tun, ohne dass ich fände, dass andere zustimmen, und zwar auf irgendeine öffentliche Weise; noch ist es in der Tat gut angepasst, da ich eine Art niemals erkennen kann, ohne das Originalexemplar zu haben, was ich glücklicherweise in vielen Fällen im British Museum habe. Soweit beabsichtige ich, meine Vorstellung zu übernehmen, niemals mihi oder Darwin nach meinen eigenen Arten zu setzen und im anatomischen Text überhaupt keine Autorennamen zu geben, da der systematische Teil für diejenigen dienen wird, die die Geschichte der Art wissen wollen, soweit ich sie unvollkommen ausarbeiten kann.
Ich habe heute Morgen eine Notiz von W. Thompson (30/2. Herr Thompson wird im Vorwort zu den Lepadidae als „der ausgezeichnete Naturforscher Irlands“ beschrieben.) erhalten, und er sagt mir, Ogleby habe einen Plan, der fast identisch mit meinem ist. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine wachsende allgemeine Abneigung gegen das Anhängen von Autorennamen gibt, außer in Fällen, in denen dies notwendig ist. Nun, in diesem Moment habe ich Exemplare gesehen, die mit einem Artnamen versehen waren und ohne Referenz – solche sind hoffnungslos unbequem; aber ich erkläre, ich würde lieber (da Zeit sparend) eine Referenz auf ein zweites systematisches Werk haben als auf den ursprünglichen Autor, denn ich habe Fälle davon, die mir kaum helfen, denn ich weiß nicht, wo ich zwischen endlosen ausländischen Zeitschriftenartikeln suchen soll. Auf der anderen Seite kann man die meisten systematischen Werke in die Hand bekommen und so der Spur folgen, und eine Art liegt nicht lange ausschließlich in einem Papier begraben.
Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihr sehr freundliches Angebot, mir gelegentlich mit Ihrer Meinung zu helfen, und ich werde nicht viel eindringen. Ich habe einen Fall, aber [es ist einer], bei dem ich mir fast sicher bin; und um Ihnen also das Schreiben zu ersparen, falls ich richtig schlussfolgere, beten Sie, nicht zu antworten, und ich werde das Schweigen als Zustimmung verstehen.
Olfers machte 1814 Lepas aurita Linn. zur Gattung Conchoderma; [Oken] gab 1815 den Namen Branta für Lepas aurita und vittata, und dadurch ändert er die Gattungsdefinition von Olfers wesentlich. Oken hatte recht (wie sich herausstellt), und Lepas aurita und vittata müssen zusammen eine Gattung bilden. (30/3. In der „Monographie über die Cirripedia“ (Lepadidae) sind die verwendeten Namen Conchoderma aurita und virgata.) (Ich lasse eine Vielzahl nachfolgender Synonyme außer Acht.) Nun nehme ich an, ich muss Conchoderma von Olfers beibehalten. Ich kann keine präzise Regel im „British Association Report“ hierfür ausmachen. Wenn eine Gattung in zwei geteilt wird, sehe ich, dass der alte Name für einen Teil beibehalten und darauf geändert wird; also nehme ich an, die Definition könnte erweitert werden, um eine weitere Art aufzunehmen – obwohl die Fälle etwas anders sind. Ich hätte keinen Zweifel gehabt, wenn Lepas aurita und vittata in zwei Gattungen aufgeteilt worden wären, denn dann wäre bei einer Zusammenführung die älteste der beiden beibehalten worden. Sicherlich ist es nicht ganz korrekt, Conchoderma Olfers zu setzen, wenn es auf die zwei Arten angewendet wird, denn das war nicht Olfers' Definition und Meinung. Wenn ich nichts höre, werde ich Conchoderma für die zwei Arten beibehalten...
P.S.--Wollen Sie durch Schweigen dem Folgenden zustimmen?
Linnaeus gibt seiner Gattung Lepas keinen Typus, obwohl L. balanus an erster Stelle steht. Mehrere ältere Autoren haben Lepas ausschließlich für die gestielte Abteilung verwendet, und der Name wurde der Familie gegeben und in Untergattungsnamen zusammengesetzt. Nun, dies zeigt, dass alte Autoren den Namen Lepas mehr der gestielten Abteilung beimaßen. Wenn ich nun Lepas für Anatifera (30/4. Anatifera und Anatifa wurden als Gattungsnamen für das verwendet, was Linnaeus und Darwin Lepas anatifera nannten.) verwenden würde, würde ich die Schwierigkeit der zweiten Ausgabe von Hill und die Schwierigkeit von Anatifera vel Anatifa loswerden. Die Gattungsbeschreibung von Linnaeus ist gleichermaßen auf Anatifera und Balanus anwendbar, obwohl letzterer an erster Stelle steht. Muss der bloße Vorrang rigoros die anscheinende Meinung vieler alter Naturforscher überwiegen? Was die Verwendung von Lepas anstelle von Balanus betrifft, ich kann nicht. Jeder wird verstehen, was mit Lepas Anatifera gemeint ist, sodass die Bequemlichkeit auf diese Weise wunderbar bedient wäre. Wenn ich nichts höre, werde ich verstehen, dass ich Ihre Zustimmung habe.
BRIEF 31. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN.
(31/1. In den „Leben und Briefen“, I., Seite 392, ist ein Brief an Sir J.D. Hooker von Herrn Darwin, dem ersterer seine „Himalayan Journals“ gewidmet hatte. Herr Darwin schrieb dort: „Ihr Brief, der heute Morgen einging, hat mich außerordentlich interessiert, und ich danke Ihnen aufrichtig dafür, dass Sie mir Ihre alten Gedanken und Bestrebungen mitgeteilt haben.“ Das Folgende ist der erwähnte Brief, den Sir Joseph auf unsere Bitte hin erlaubt hat zu veröffentlichen.)
Kew, 1. März 1854.
Nun, da mein Buch (31/2. „Himalayan Journals“, 2 Bände. London, 1854.) öffentlich als von einigem Wert anerkannt wurde, fühle ich mich mutig, Ihnen zu schreiben; denn, um Ihnen die Wahrheit zu sagen, ich hatte immer die Befürchtung, dass die Widmung ein sehr schlechtes Kompliment sein könnte, wie freundlich ich auch wusste, dass Sie sie empfangen würden. Die Idee der Widmung war mir seit frühem Datum gegenwärtig: sie bildete sich während der Antarktis-Reise, aus Liebe zu Ihrem eigenen „Journal“, und hat mich seitdem nie verlassen; noch würde sie es, glaube ich, wenn ich nie mehr von Ihnen gewusst hätte als vom Hörensagen und als Autor des besagten „Naturalist's Journal“. Abgesehen von der Befriedigung, die ich beim Herausbringen des Buches empfand, kenne ich keine größere als Ihre freundliche, herzliche Annahme der Widmung; und hätte man mich von den Rezensenten an den Pranger gestellt, hätte die Widmung allein mir wirklichen Schmerz bereitet. Ich habe keinen Wunsch, eine stoische Gleichgültigkeit gegenüber der öffentlichen Meinung anzunehmen, denn ich bin mir ihrer wohl bewusst, und die Kritiker hätten mich sehr reizen können, aber sie hätten niemals das Bedauern verursachen können, das die Verbindung Ihres Namens mit einem schlechten Buch von mir verursacht hätte.
Sie werden lachen, wenn ich Ihnen sage, dass ich mich nach dem Erscheinen meines Buches über den Zenit des Lebens hinaus fühle! Aber Sie wissen nicht, wie ich von frühester Kindheit an den Wunsch nährte und pflegte, eine glaubwürdige Reise in einem neuen Land zu machen und einen so respektablen Bericht über seine natürlichen Merkmale zu schreiben, dass er mir einen Platz unter den wissenschaftlichen Entdeckern des Globus, den ich bewohne, sichern und meinen Namen als nützlichen Beitragenden originellen Materials weitergeben würde. Eine Kombination seltenster Vorteile hat es mir ermöglicht, so viel von meinem Ziel zu erreichen, wie mich zufriedenstellt, denn ich wollte niemals der Größte unter Ihnen sein, noch kam mir jemals Rivalität in den Sinn. Kein Hintergedanke war mir bei diesem Streben jemals gegenwärtig. Mein Ehrgeiz ist durch die befriedigende Vollendung meiner Aufgabe voll und ganz befriedigt, und ich bin jetzt glücklich, bis an mein Lebensende im Trab bei der Botanik weiterzumachen – in gewissem Sinne den ganzen Weg bergab. Ich werde nie wieder ein solches Ziel haben, für das ich arbeiten kann, noch werde ich den Mangel daran spüren... Wie es ist, das Verlangen von dreißig Jahren ist gestillt, und ich blicke jetzt auf das Leben auf eine Weise zurück, wie ich es früher nie konnte. Es gab bisher nie eine Vergangenheit für mich. Das Phantom war immer in Sicht; vielleicht ist es doch nur ein „ridiculus mus“, aber es ist groß genug für mich...
(TAFEL: T.H. HUXLEY, 1857. Aufnahme von Maull & Polyblank, Walker & Cockerell ph. sc.)
(32/1. Die Geschichte von Huxleys Leben wurde in der interessanten Biografie, herausgegeben von Herrn Leonard Huxley, ausführlich dargelegt. (32/2. „Life and Letters of Thomas Henry Huxley.“ London 1900.) Leser dieses Buches und der „Life and Letters of Charles Darwin“ erhalten einen Einblick in die Beziehung zwischen diesem Freunde-Paar, dem unsere Worte kaum noch etwas hinzufügen können. Darwin erkannte in vollem Maße die wesentliche Stärke von Herrn Huxleys Wesen; er kannte, wie heute die ganze Welt, den feinen Ehrbegriff seines Freundes, und er neigte stets dazu, sich in praktischen Dingen auf dessen Führung zu stützen wie auf die eines älteren Bruders. Er war ein enthusiastischer Bewunderer von Herrn Huxleys dialektischem und literarischem Geschick und vergaß nie, was seine Theorien den kämpferischen Fähigkeiten seines „Generalbevollmächtigten“ verdankten. (32/3. Ebd., I., Seite 171.) Huxleys Einschätzung Darwins ist sehr interessant: Er schätzte ihn am höchsten für das, was so bezeichnend für ihn selbst war – die Liebe zur Wahrheit. Er sprach davon, in ihm „etwas Größeres als die gewöhnliche Menschheit gefunden zu haben – eine unvergleichliche Einfachheit und Zielgerichtetheit – eine erhabene Selbstlosigkeit.“ (32/4. Ebd., II., Seite 94. Huxley spricht über Gordons Tod und fährt fort: „Von allen Menschen, die ich in meinem Leben getroffen habe, sind er und Darwin die zwei, in denen ich gefunden habe“, usw.) Der gleiche Gesichtspunkt kommt in Huxleys Einschätzung von Darwins geistiger Kraft zum Ausdruck. (32/5. Ebd., II., Seite 39.) „Er besaß eine klare, rasche Auffassungsgabe, ein großes Gedächtnis, eine lebhafte Vorstellungskraft, und was seine Größe ausmachte, war die strikte Unterordnung all dieser Eigenschaften unter seine Liebe zur Wahrheit.“ Dies erscheint uns als eine Analyse von Darwins geistiger Ausstattung unvollständig, wenngleich wir nicht vorgeben, sie zu verbessern. Wir glauben nicht, dass es möglich ist, die komplexen Eigenschaften, die das ausmachen, was wir alle als Genie erkennen, zu sezieren und mit Etiketten zu versehen. Aber wenn wir uns eine Kritik erlauben dürfen, würden wir sagen, dass Herrn Huxleys Worte nicht jene höchste Kraft abzudecken scheinen, das zu sehen und zu durchdenken, was der Rest der Welt übersehen hatte, was eines von Darwins auffälligsten Merkmalen war. Um ein Licht auf die Qualität ihrer Freundschaft zu werfen, geben wir unten einen Brief wieder, der bereits in den „Life and Letters of T.H. Huxley“, I., Seite 366, erschienen ist. Herr L. Huxley gibt einen Bericht über den gesundheitlichen Zusammenbruch, der Huxleys Freunde davon überzeugte, dass Ruhe und Befreiung von Sorgen für ihn gefunden werden müssten. Herr L. Huxley bemerkt treffend zu dem Brief: „Es ist schwer zu sagen, ob er demjenigen, der ihn sandte, oder demjenigen, der ihn empfing, mehr Ehre erweist.“ (32/6. Huxleys „Life“, I., Seite 366. Herr Darwin hinterließ Herrn Huxley ein Vermächtnis von 1.000 Pfund, „als ein kleines Andenken an meine lebenslange Zuneigung und Hochachtung für ihn.“))
BRIEF 32. AN T.H. HUXLEY. Down, 23. April 1873.
Mein lieber Huxley
Ich bin von einigen Ihrer Freunde (achtzehn an der Zahl) gebeten worden, Ihnen mitzuteilen, dass sie über Robarts, Lubbock & Co. die Summe von 2.100 Pfund auf Ihr Konto bei Ihren Bankiers überwiesen haben. Wir haben dies getan, um Ihnen die vollständige Ruhe zu ermöglichen, die Sie zur Wiederherstellung Ihrer Gesundheit benötigen mögen; und indem wir dies tun, sind wir überzeugt, dass wir sowohl im öffentlichen Interesse handeln als auch im Einklang mit unseren ernstesten Wünschen. Lassen Sie mich Ihnen versichern, dass wir alle Ihre warmherzigen persönlichen Freunde sind und dass sich unter uns kein Fremder oder bloßer Bekannter befindet. Wenn Sie hätten hören können, was gesagt wurde, oder hätten lesen können, was, wie ich glaube, unsere innersten Gedanken waren, würden Sie wissen, dass wir alle Ihnen gegenüber so empfinden, wie wir es gegenüber einem geehrten und sehr geliebten Bruder täten. Ich bin sicher, dass Sie dieses Gefühl erwidern werden und daher froh sein werden, uns die Gelegenheit zu geben, Ihnen in gewissem Maße zu helfen, da dies für uns bis zum letzten Tag unseres Lebens ein Glück sein wird. Lassen Sie mich hinzufügen, dass unser Plan fast gleichzeitig und völlig unabhängig voneinander mehreren Ihrer Freunde in den Sinn kam.
Mein lieber Huxley, Ihr Ihnen zugetaner Freund, CHARLES DARWIN.
BRIEF 33. AN T.H. HUXLEY.
(33/1. Der folgende Brief ist einer der frühesten aus der langen Reihe, die an Herrn Huxley gerichtet waren.)
Down, 23. April [1854].
Mein lieber Herr
Ich habe alle Exemplare herausgesucht, von denen ich dachte, dass sie möglicherweise von irgendeinem Nutzen für Sie sein könnten; aber ich habe sie nicht angesehen und weiß nicht, in welchem Zustand sie sich befinden, würde mich aber sehr freuen, wenn sie Ihnen auch nur im Geringsten von Nutzen wären. Ich lege ein Verzeichnis der Fundorte bei: Ich dachte, meine Notizen würden sich als nützlicher erweisen. Ich habe einige wenige Punkte kopiert, die in konservierten Exemplaren vielleicht nicht offensichtlich wären. Die Flasche geht am nächsten Donnerstag mit unserem wöchentlichen Boten an Herrn Gray.
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihre Arbeit über die Mollusca (33/2. Die Arbeit von Huxley ist „On the Morphology of the Cephalous Mollusca, etc.“ („Phil. Trans. R. Soc.“ Band 143, Teil I., 1853, Seite 29.)); ich habe sie ganz mit großem Interesse gelesen: aber es wäre lächerlich von mir, Anmerkungen zu einem Thema zu machen, in dem ich so völlig unwissend bin; aber ich kann ihre hohe Bedeutung erkennen. Die Entdeckung des Typus oder der „Idee“ (33/3. Huxley definiert seine Verwendung des Wortes „Archetypus“ auf Seite 50: „Alles, was ich meine, ist die Konzeption einer Form, welche die allgemeinsten Sätze verkörpert, die in Bezug auf die Cephalous Mollusca aufgestellt werden können, und die in derselben Beziehung zu ihnen steht wie das Diagramm zu einem geometrischen Theorem, und wie dieses zugleich imaginär und wahr ist.“) (in Ihrem Sinne, denn ich verabscheue das Wort, wie es von Owen, Agassiz & Co. verwendet wird) jeder großen Klasse ist, daran kann ich nicht zweifeln, eines der allerhöchsten Ziele der Naturgeschichte; und sicherlich höchst interessant für denjenigen, der sie ausarbeitet. Mehrere Ihrer Bemerkungen haben mich interessiert: Ich bin jedoch überrascht über das, was Sie gegen den „Anamorphismus“ sagen (33/4. Die betreffende Stelle befindet sich auf Seite 63: „Wenn jedoch alle Cephalous Mollusks... nur Modifikationen durch Übermaß oder Mangel der Teile eines definitiven Archetypus sind, dann, so denke ich, folgt daraus als notwendige Konsequenz, dass in dieser Gruppe kein Anamorphismus stattfindet. Es gibt kein Fortschreiten von einem niederen zu einem höheren Typus, sondern lediglich eine mehr oder weniger vollständige Entfaltung eines Typus.“ Huxley scheint den Begriff Anamorphismus in einem Sinne zu verwenden, der sich von dem einiger anderer Autoren unterscheidet. So wird er in Jourdans „Dictionnaire des Termes Usites dans les Sciences Naturelles“, 1834, definiert als die Erzeugung einer atypischen Form entweder durch Hemmung oder Übermaß der Entwicklung.), ich hätte gedacht, dass der Archetypus in der Vorstellung immer in gewissem Grade embryonal und daher fähig [zu] und im Allgemeinen einer weiteren Entwicklung unterworfen sei.
Ist es nicht eine außerordentliche Tatsache, der große Unterschied in der Lage des Herzens bei verschiedenen Arten von Cleodora? (33/5. Eine Gattung der Pteropoden.) Ich bin ein Gläubiger daran, dass, wenn ein Teil, der normalerweise konstant ist, bei verschiedenen verwandten Arten beträchtlich abweicht, er in gewissem Maße innerhalb der Grenzen derselben Art variabel sein wird. So würde ich erwarten, dass, wenn eine große Anzahl von Exemplaren einiger Arten von Cleodora mit diesem Ziel vor Augen untersucht worden wäre, die Lage des Herzens bei einigen der Arten variabel gefunden worden wäre. Können Sie mir mit analogen Fakten helfen?
Ich freue mich sehr zu hören, dass Sie die Idee nicht aufgegeben haben, mein Cirripedien-Werk zu beachten. Alles, was ich seitdem gesehen habe, bestätigt alles von Bedeutung, was in diesem Band dargelegt wurde – insbesondere konnte ich bei einer anomalen Art durch die klarsten Beweise rigoros bestätigen, dass der tatsächliche zelluläre Inhalt der Eierstockröhren durch die drüsenartige Wirkung eines modifizierten Teils der kontinuierlichen Röhre in die Zementmasse übergeht: Tatsächlich machen Cirripedien Leim aus ihren eigenen ungeformten Eiern! (33/6. Zu Darwins Irrtum in diesem Punkt siehe „Life and Letters“, III., Seite 2.)
Bitte glauben Sie mir, Ihr aufrichtig ergebener, C. DARWIN.
Ich habe den obigen Fall Milne Edwards erzählt, und ich sah, dass er nicht den geringsten Glauben daran schenkte.
BRIEF 34. AN T.H. HUXLEY. Down, 2. September [1854].
Mein zweiter Band über die ewigen Seepocken ist endlich veröffentlicht (34/1. „A Monograph of the Sub-class Cirripedia. II. The Balanidae, the Verrucidae.“ Ray Society, 1854.), und ich werde mir das Vergnügen machen, Ihnen nächsten Donnerstag ein Exemplar in die Jermyn Street zu schicken, da ich dann ein anderes Buch an Herrn Baily senden muss.
Und nun möchte ich Sie um einen Gefallen bitten – nämlich, mir zwei Fragen zu beantworten. Da Sie mit den Arbeiten usw. aller kontinentalen Naturforscher so vollkommen vertraut sind, möchte ich, dass Sie mir ein paar Namen derjenigen nennen, von denen Sie glauben, dass sie sich für meinen Band interessieren würden. Ich meine das nicht im Sinne einer Anpreisung meines Buches, sondern ich möchte keine Exemplare an solche senden, die es aufgrund anderer Studien, des Alters usw. als Makulatur betrachten würden. Aufgrund der mir geleisteten Hilfe betrachte ich mich als verpflichtet, Exemplare zu senden an: (1) Bosquet aus Maastricht, (2) Milne Edwards, (3) Dana, (4) Agassiz, (5) Muller, (6) W. Dunker aus Hessen-Kassel. Nun habe ich noch fünf oder sechs weitere Exemplare zu verteilen, und wären Sie so sehr freundlich, mir zu helfen? Ich hatte an Von Siebold, Loven, d'Orbigny, Kolliker, Sars, Kroyer usw. gedacht, aber ich weiß kaum etwas über einen von ihnen.
Meine zweite Frage, es ist lediglich eine Glückssache, ob Sie sie beantworten können – es ist, ob ich diese Bücher oder einige davon (in einigen Fällen begleitet von Exemplaren) durch die Royal Society senden kann: Ich habe eine vage Vorstellung davon gehört zu haben, dass die Royal Society ihre Mitglieder manchmal so unterstützte.
Ich habe gerade Ihre Rezension der „Vestiges“ gelesen (34/2. In seinem Kapitel über die „Reception of the Origin of Species“ („Life and Letters“, II., Seiten 188-9) schrieb Herr Huxley: „und die einzige Rezension, bei der ich Gewissensbisse wegen unnötiger Wildheit habe, ist eine, die ich über die ‚Vestiges‘ schrieb.“ Der Artikel befindet sich in der „British and Foreign Medico-chirurgical Review“, XIII., 1854, Seite 425. Der unten erwähnte „große Mann“ ist Owen: siehe Huxleys Rezension, Seite 439, und Huxleys „Life“, I., Seite 94.), und die Art und Weise, wie Sie einen großen Professor behandeln, ist wirklich exquisit und unnachahmlich. Ich war an anderen Teilen außerordentlich interessiert, und meiner Meinung nach ist es unvergleichlich die beste Rezension, die ich über die „Vestiges“ gelesen habe; aber ich kann nicht anders denken, als dass Sie ziemlich hart gegen den armen Autor sind. Ich muss denken, dass ein solches Buch, wenn es keinen anderen Nutzen hat, doch den Geschmack für Naturwissenschaft verbreitet.
Aber ich bin vielleicht kein fairer Richter, denn ich bin fast ebenso unorthodox in Bezug auf Arten wie die „Vestiges“ selbst, wenn auch hoffentlich nicht ganz so unphilosophisch. Wie glänzend Sie seine Vorstellung über das Gesetz analysieren. Ich weiß nicht, wann ich eine Rezension gelesen habe, die mich so sehr interessiert hat. Beim Himmel, wie muss das Blut in die Kapillaren geschossen sein, als ein gewisser großer Mann (den ich trotz all seiner Fehler nicht anders kann, als zu mögen) sie las!
Es tut mir ziemlich leid, dass Sie nicht mehr von Agassiz' embryologischen Stadien halten (34/3. Siehe „Origin“, Ausgabe VI., Seite 310: auch Brief 40, Anmerkung.), denn obwohl ich sah, wie außerordentlich schwach der Beweis war, wurde ich dazu verleitet, auf deren Wahrheit zu hoffen.
BRIEF 35. AN J.D. HOOKER. Down [1854].
In Bezug auf „Höhe“ und „Niedrigkeit“ sind meine Ideen nur eklektisch und nicht sehr klar. Es scheint mir, dass ein unvermeidlicher Wunsch, alle Tiere mit Menschen als dem Höchsten zu vergleichen, einige Verwirrung stiftet; und ich denke, dass außer einem solchen vagen Vergleich nichts anderes beabsichtigt oder vielleicht sogar möglich ist, wenn die Frage lautet, ob zwei Reiche wie die Articulata oder Mollusca die höchsten sind. Innerhalb desselben Reiches neige ich dazu zu glauben, dass „am höchsten“ normalerweise die Form bedeutet, die die meiste „morphologische Differenzierung“ vom gemeinsamen Embryo oder Archetypus der Klasse erfahren hat; aber dann wird man ab und zu (wie Milne Edwards bemerkt hat) durch „retrograde Entwicklung“ behelligt, d.h. das ausgewachsene Tier besitzt weniger und weniger wichtige Organe als sein eigener Embryo. Die Spezialisierung von Teilen auf verschiedene Funktionen oder „die physiologische Arbeitsteilung“ (35/1. Ein Verschreiber für „physiologische Arbeitsteilung“.) von Milne Edwards stimmt genau (und ist meiner Meinung nach die beste Definition, wenn sie angewendet werden kann) mit dem überein, was Sie als Ihre Idee in Bezug auf Pflanzen angeben. Ich glaube nicht, dass Zoologen sich in diesem Thema über irgendeine definitive Idee einig sind; und meine Ideen sind nicht klarer als die meiner Brüder.
BRIEF 36. AN J.D. HOOKER. Down, 2. Juli [1854].
Ich habe das Haus voller Besucher gehabt, und wenn ich rede, kann ich absolut nichts anderes tun; und seitdem bin ich ziemlich elend gewesen, sonst hätte ich Ihren Brief schon längst beantwortet, denn ich genieße es außerordentlich, solche Punkte wie die in Ihrer letzten Notiz zu diskutieren. Aber was für ein Bösewicht Sie sind, grundlose Beleidigungen auf meine ELASTISCHE Theorie zu häufen: Sie könnten ebenso gut die Tugend einer Dame elastisch nennen wie die Tugend einer Theorie, die in ihren Gefälligkeiten entgegenkommend ist. Was auch immer Sie sagen mögen, ich habe das Gefühl, dass meine Theorie mir einige Vorteile bei der Diskussion dieser Punkte bietet. Aber zum Geschäft: Ich bewahre meine Notizen so auf, d.h. en gros, dass ich beim besten Willen keine Referenz zur Hand habe; noch erinnere ich mich, was das Pflanzenreich betrifft, deutlich daran, irgendeine Diskussion über allgemeine Höhe oder Niedrigkeit gelesen zu haben, mit Ausnahme von Schleiden (glaube ich) über die Compositae als die höchsten. Ad. de Jussieu (36/1. „Monographie de la Famille des Malpighiacees“, von Adrien de Jussieu, „Arch. du Museum“. Band III., Seite 1, 1843.), im „Arch. du Museum“, Tome 3, diskutiert den Wert der Merkmale degenerierter Blüten bei den Malpighiaceae, aber ich bezweifle, ob das Sie überhaupt betrifft. Mirbel hat irgendwo eine solche Frage diskutiert.
Pflanzen sind in Bezug auf solche Diskussionen in einem enormen Nachteil, da sie keine Larvenstadien durchlaufen. Ich weiß nicht, ob Sie eine Pflanze, die durch Nichtentwicklung niedrig ist, von einer unterscheiden können, die durch Degeneration niedrig ist, was theoretisch zumindest sehr verschieden ist. Ich muss Forbes zustimmen, dass ein Mollusk höher sein kann als ein gliederfüßiges Tier und niedriger als ein anderes; wenn man gefragt würde, was als Ganzes am höchsten sei, das Reich der Mollusken oder der Gliederfüßer, würde ich auf die jeweils höchsten schauen und diese vergleichen, und nicht ihre Archetypen vergleichen (vorausgesetzt, sie wären bekannt, was sie nicht sind).
Aber es gibt meiner Meinung nach schwierigere Fälle als die, auf die wir angespielt haben, nämlich die der Fische – aber meine Ideen sind nicht klar genug, und ich nehme nicht an, dass Sie sich dafür interessieren würden, was ich dunkel zu diesem Thema denke. Soweit meine elastische Theorie reicht, kümmert mich nur, dass sehr alte Organismen (wenn sie sich von bestehenden unterscheiden) dazu tendieren sollten, den Larven- oder embryonalen Stadien der bestehenden zu ähneln.
Ich freue mich, was Sie über Parallelismus sagen: Ich bin ein absoluter Ungläubiger an jeden Parallelismus, der über bloßen Zufall hinausgeht. Es ist sehr seltsam, aber ich denke, Forbes ist oft ziemlich phantastisch; seine „Polarität“ (36/2. Siehe Brief 41, Anmerkung.) macht mich krank – es ist wie „Magnetismus“, der einen Tisch dreht.
Wenn mir jemand einfällt, der wahrscheinlich Ihre „Illustrations“ (36/3. „Illustrations of Himalayan Plants from Drawings made by J.F. Cathcart.“ Folio, 1855.) nimmt, werde ich die Anzeige schicken. Wenn Sie eine bestimmte Anzahl zusammenbekommen müssen, um in Druck zu gehen, werde ich meinen Namen mit FREUDE darunter setzen (und ich hoffe und glaube, dass Sie mir glauben, wenn ich das sage), obwohl ich naturgemäß keine gartenbauliche Arbeit abonnieren würde:--handeln Sie für mich.
BRIEF 37. AN J.D. HOOKER. Down, [Mai] 29., 1854.
Es tut mir wirklich aufrichtig leid, von Ihrer [Gesundheit] zu hören. Ich bitte Sie, Ihren eigenen Fall – Symptome und Lebensgewohnheiten – aufzuschreiben und dann Ihren Fall als den eines Fremden zu betrachten; und ich frage Sie, ob der gesunde Menschenverstand Ihnen nicht befehlen würde, regelmäßiger Sport zu treiben und weniger mit Ihrem Gehirn zu arbeiten. (N.B. Nehmen Sie ein kaltes Bad und spazieren Sie vor dem Frühstück.) Ich bin sicher, dass Sie auf lange Sicht keine Zeit verlieren würden. Bis Sie einen durch und durch schlechten Magen haben, werden Sie nicht das wirklich große Übel davon kennen, moralisch, körperlich und in jeder Hinsicht. Denken Sie nach und handeln Sie entschlossen. Denken Sie daran, wie Ihre bekümmerte Herzaktion früher deutlich sagte, wie Ihre Konstitution belastet war. Aber ich werde nichts weiter sagen – außer dass ein Mann wahnsinnig ist, die Gesundheit zu riskieren, von der alles abhängt, einschließlich der geerbten Gesundheit seiner Kinder. Hassen Sie mich nicht für diese Vorlesung. Wirklich, ich bin nicht überrascht, dass Sie nach Donnerstagabend etwas Kopfschmerzen hatten, denn es muss keine kleine Anstrengung gewesen sein, eine Zusammenfassung all dessen zu machen, was nach dem Abendessen gesagt wurde. Dass Sie so beschäftigt waren, war ein Ärgernis, denn es gab mehrere Dinge, die ich gerne mit Ihnen besprochen hätte. Es war sicherlich ein erstklassiges Abendessen, und ich habe es außerordentlich genossen, weit mehr, als ich erwartet hatte. Weit davon entfernt, mir nicht zu bekommen, haben meine Londoner Besuche in letzter Zeit angefangen, meinem Magen bewundernswert zu passen; ich beginne zu glauben, dass Zerstreuung, ein aufwendiges Leben mit reichlich Claret das ist, was ich brauche, und was ich während des letzten Besuchs hatte. Wir werden nach demselben Prinzip handeln und haben auf sehr verschwenderische Weise gerade ein Paar Dauerkarten gekauft, um die Queen bei der Eröffnung des Crystal Palace zu sehen. (37/1. Queen Victoria eröffnete den Crystal Palace in Sydenham am 10. Juni 1854.) Wie ich wünschte, es gäbe irgendeine Chance, dass Sie dabei wären! Das letzte große Ereignis, bei dem wir zusammen waren, war, da bin ich sicher, sehr gut, und das war die Beerdigung des Herzogs.
Haben Sie Forbes' Einführungsvorlesung (37/2. Edward Forbes wurde im Mai 1854 auf eine Professur in Edinburgh berufen.) im „Scotsman“ gesehen (den mir Horner geliehen hat)? sie ist wirklich BEWUNDERNSWERT gemacht, wenn auch vielleicht ohne etwas sehr Originelles, was kaum zu erwarten war: Sie hat mir eine noch höhere Meinung gegeben, als ich vorher hatte, von der Vielfalt und dem Schliff seines Intellekts. Es ist in der Tat ein unersetzlicher Verlust für die Londoner naturgeschichtliche Gesellschaft. Ich wünschte jedoch, er würde diesen alten braunen trockenen Stock Jameson nicht so sehr loben. Alles in allem ist es nach meinem Geschmack die mit Abstand beste Einführungsvorlesung, die ich je gelesen habe. Ich höre, seine Jahresansprache ist sehr gut.
Adios, mein lieber Hooker; seien Sie weise und gut, und seien Sie vorsichtig mit Ihrem Magen, in dem, wie ich nur zu gut weiß, Intellekt, Gewissen, Temperament und die Zuneigungen liegen.
BRIEF 38. AN J.D. HOOKER. Down, 2. Dezember [1854].
Sie sind ein hübscher Kerl, davon zu sprechen, dass Sie Angst davor haben, beim Abendessen für die Medaille den Dank auszusprechen. (38/1. Die Royal Medal wurde Sir Joseph 1854 verliehen.) Ich habe gehört, es sei zweifellos die beste Rede des Abends gewesen, „mit perfekter Geläufigkeit, Deutlichkeit und Sprachbeherrschung“ vorgetragen, und dass Sie große Selbstbeherrschung gezeigt hätten: War letztere der sprichwörtlich verzweifelte Mut eines Feiglings? Aber Sie sind ein hübscher Kerl, so verzweifelt Angst zu haben und dann die Knaller-Rede zu halten. Mögen Sie noch viele solcher Prüfungen durchstehen! Ich weiß nicht, ob Sir William [Hooker] mit der Rede von Lord Rosse (38/2. Präsident der Royal Society 1848-54.) bei der Überreichung der Medaille zufrieden wäre; aber ich bin sehr erfreut darüber, und wirklich die Aufzählung dessen, was Sie geleistet haben, war, wie ich denke, großartig. Was für ein großer Jammer, dass er es halb verdorben hat, indem er sich nicht die Mühe machte, es vorher einfach einmal durchzulesen. Der arme Hofmann (38/3. August Wilhelm Hofmann, der andere Preisträger von 1854.) kam in dieser Hinsicht noch schlechter weg. Es ist wirklich fast arrogante Unverschämtheit gegen jeden, der kein Astronom ist.
Am nächsten Morgen war ich bei einer sehr angenehmen Frühstücksgesellschaft bei Sir R. Inglis. (38/4. Sir Robert Inglis, Präsident der British Association im Jahr 1847. Darwin war anscheinend beim Nachmittagstreffen anwesend, aber nicht beim Abendessen.) Ich habe mit sehr vielen Dankesworten die abweichenden Gattungen erhalten; aber ich hatte noch keine Zeit, sie zu prüfen, noch Ihre Bemerkungen zur australischen botanischen Geografie.
BRIEF 39. AN T.H. HUXLEY.
(39/1. Der folgende Brief zeigt Darwins Interesse an der Vergabe der Royal Medals. Das Jahr 1855 war das letzte, in dem er im Rat der Society diente. Er hatte zuvor 1849-50 gedient.)
Down, 31. März 1855.
Ich habe viel über Westwood nachgedacht und Erkundigungen eingezogen, und ich glaube wirklich, dass er die Goldmedaille vollauf verdient. Sollten Sie jedoch jemanden mit einem höheren Anspruch im Sinn haben, bin ich durchaus bereit, davon abzulassen. Tatsächlich nehme ich an, dass ich ihn nicht vorschlagen kann, ohne jemanden zu finden, der dies unterstützt.
Wären Sie so freundlich, das Beiliegende zu lesen und es mir zurückzusenden? Sollte ich es an Bell schicken? Das heißt, es sei denn, Sie haben Einwände oder können mich vom Gegenteil überzeugen. Ich hatte an Hancock gedacht, eine höhere Klasse von Arbeiter; aber soweit ich das beurteilen kann, hat er bisher nicht so viel geleistet wie Westwood. Ich darf erwähnen, dass ich die gesamte „Klassifikation“ (39/2. Möglicherweise Westwoods „Introduction to the Modern Classification of Insects“ (1839).) gelesen habe, bevor ich im Rat war, und schon immer über das Thema Medaillen nachgedacht habe. Ich fürchte, meine Bemerkungen sind etwas langatmig, aber um ihm gerecht zu werden, konnte ich sie nicht gut kürzen. Bitte sagen Sie mir offen, ob das Beiliegende das Richtige ist, denn obwohl ich einmal im Rat der Royal Society war, habe ich aufgrund schlechter Gesundheit nie an Sitzungen teilgenommen.
Bezüglich der Copley-Medaille (39/3. Die Copley-Medaille wurde 1858 an Lyell verliehen.) habe ich das starke Gefühl, dass Lyell einen hohen Anspruch hat, aber da er bereits die Royal-Medal erhalten hat, nehme ich an, dass es als anstößig empfunden würde, ihn vorzuschlagen; und da ich beabsichtige (falls Sie keine Einwände haben und mich nicht umstimmen), W. für die Royal-Medal vorzuschlagen, würde es natürlich unerträglich anmaßend erscheinen, ihn auch für die Copley-Medaille vorzuschlagen.
BRIEF 40. AN T.H. HUXLEY. Down, 10. Juni 1855.
Werden Sie am kommenden Donnerstag an der Sitzung des Rates der Royal Society teilnehmen? Ich war in letzter Zeit nicht sehr wohlauf und bezweifle, ob ich teilnehmen kann; und wenn ich etwas tun könnte (bitte verschweigen Sie diese skandalöse Tatsache), möchte ich in den Crystal Palace gehen, um die Horners, die Lyells und eine Gesellschaft zu treffen. Ich möchte also wissen, ob Sie für mich am stärksten für Barrande sprechen werden. Sie wissen besser als ich um seine bewundernswerten Arbeiten über die Entwicklung der Trilobiten und sein wichtigstes Werk über seine untere oder primordiale Zone. Ich lege eine alte Notiz von Lyell bei, um zu zeigen, was er denkt. Bezüglich Dana, den ich ebenfalls vorgeschlagen habe, kennen Sie seine Verdienste genau. Ich kann seine klassifikatorische Arbeit über Crustacea und seine geographische Verbreitung nur wärmstens empfehlen. Seine vulkanische Geologie ist bewundernswert, und er hat viel gute Arbeit an Korallenriffen geleistet.
Wenn Sie teilnehmen, antworten Sie nicht hierauf; wenn Sie jedoch nicht am Rat teilnehmen können, informieren Sie mich bitte, und ich nehme an, ich muss, wenn ich kann, teilnehmen.
Danke für Ihr Abstract Ihres Vortrags an der Royal Institution, das mich sehr interessiert und eher betrübt hat, denn ich hatte gehofft, die Dinge wären in geringem Maße anders. (40/1. „On certain Zoological Arguments commonly adduced in favour of the hypothesis of the Progressive Development of Animal Life“, Vortrag, Freitag, 20. April 1855: „Proceedings R.I.“ (1855). Auch veröffentlicht in „Huxley's Scientific Memoirs“. Der Vortragende ging hauptsächlich auf das Argument von Agassiz ein, das er wie folgt zusammenfasst: „Homocerke Fische haben in ihrem embryonalen Zustand heterocerke Schwänze; daher ist Heterocerkie insofern ein Merkmal eines embryonalen Zustands im Vergleich zur Homocerkie, und die früheren heterocerken Fische sind embryonal im Vergleich zu den späteren homocerken.“ Er zeigt, dass Tatsachen diese Ansicht nicht stützen, und schließt allgemein, „dass es keine wirkliche Parallele zwischen den aufeinanderfolgenden Formen gibt, die in der Entwicklung des Lebens des Individuums gegenwärtig angenommen werden, und jenen, die in verschiedenen Epochen der Vergangenheit aufgetreten sind“.) Ich habe vor einiger Zeit gehört, dass ich Ihnen in Kürze dazu gratulieren könnte, ein verheirateter Mann zu werden. (40/2. Mr. Huxley heiratete am 21. Juli 1855.) Aus meiner eigenen Erfahrung von etwa fünfzehn Jahren bin ich mir sehr sicher, dass es auf dieser weiten Welt nichts gibt, was mehr Anerkennung verdient, und ich gratuliere Ihnen aufrichtig und herzlich und wünsche Ihnen viele Jahre mit so viel Glück, wie diese Welt bieten kann.
BRIEF 41. AN J.D. HOOKER.
(41/1. Der folgende Brief veranschaulicht Darwins Arbeit über abweichende Gattungen. Im „Origin“, 1. Auflage, Seite 429, schrieb er: „Je abweichender eine Form ist, desto größer muss die Anzahl der verbindenden Formen sein, die nach meiner Theorie ausgerottet und völlig verloren gegangen sind. Und wir haben einige Beweise dafür, dass abweichende Formen schwer unter dem Aussterben gelitten haben, denn sie sind im Allgemeinen durch extrem wenige Arten vertreten; und solche Arten, die vorkommen, sind im Allgemeinen sehr verschieden voneinander, was wiederum auf Aussterben hindeutet.“)
Down, 15. November [1855?].
In Schoenherrs Katalog der Curculionidae (41/2. „Genera et Species Curculionidum.“ (C.J. Schoenherr: Paris, 1833-38.)) kommen auf die 6.717 Arten durchschnittlich 10,17 Arten pro Gattung. Waterhouse (der die Gruppe gut kennt und über die Geringfügigkeit der Arten in abweichenden Gattungen publiziert hat) hat mir eine Liste von 62 abweichenden Gattungen gegeben, und diese haben durchschnittlich 7,6 Arten; und wenn eine einzige Gattung entfernt wird (von der ich noch nicht glaube, dass sie als abweichend betrachtet werden sollte), dann hätten die 61 abweichenden Gattungen nur 4,91 Arten im Durchschnitt. Ich habe diese Ergebnisse auf eine andere Weise überprüft. Ich fand in Schoenherr 9 Familien, die nur 11 Gattungen umfassen, und diese Gattungen (von denen 9 auf Waterhouses Liste standen) umfassten meiner Feststellung nach nur 3,36 Arten im Durchschnitt.
Dieses letzte Ergebnis führte mich zu Lindleys „Vegetable Kingdom“, in dem ich fand (unter Ausschluss von Thallogenen und Akrogenen), dass die Gattungen jeweils 10,46 Arten enthalten (wie nah zufällig an den Curculionidae), und ich finde 21 Ordnungen, die einzelne Gattungen enthalten, und diese 21 Gattungen haben durchschnittlich 7,95 Arten; aber wenn Lindley Recht hat, dass Erythroxylon (mit seinen 75 Arten) zu den Malpighiaceae gehören sollte, dann läge der Durchschnitt bei nur 4,6 pro Gattung.
Aber hier kommt, wie es mir scheint, eine seltsame Sache (ich hoffe, ich werde Sie nicht ganz ermüden). Es gibt 29 andere Ordnungen mit jeweils 2 Gattungen, und diese 58 Gattungen haben durchschnittlich 15,07 Arten: Diese hohe Zahl ist auf die 10 Gattungen in den Smilaceae, Salicaceae (mit 220 Arten), Begoniaceae, Balsaminaceae, Grossulariaceae zurückzuführen, ohne die die verbleibenden 48 Gattungen durchschnittlich nur 5,91 Arten hätten.
Dieser Fall der Ordnungen mit nur 2 Gattungen, bei denen die Gattungen dennoch 15,07 Arten jeweils haben, erscheint mir sehr verwirrend und stürzt fast die Schlussfolgerung, die aus den Ordnungen mit einzelnen Gattungen ableitbar ist.
Ich bin höher gegangen und habe die Allianzen mit 1, 2 und 3 Ordnungen getestet; und in diesen Fällen finde ich sowohl die Gattungen in jeder Allianz gering als auch die Arten, weniger als der Durchschnitt des gesamten Reiches, in jeder Gattung.
All das hat mich amüsiert, aber ich nehme an, Sie werden mich gut verspotten und mir sagen, ich solle bei meinen Seepocken bleiben. Übrigens sind Sie mit mir einer Meinung, dass man manchmal verzweifelt – zum Beispiel, wenn Theorie und Fakten nicht harmonieren; aber was mir noch schlimmer erscheint und mich verzweifeln lässt, ist, wenn ich sehe, wie Männer wie Barrande aus derselben großen Klasse von Fakten Schlussfolgerungen ableiten, wie seine „Kolonien“ (41/3. Lyell bezieht sich kurz auf Barrandes böhmische Arbeit in einem Brief (31. August 1856) an Fleming („Life of Sir Charles Lyell“, II., Seite 225): „Er erklärte mir vor Ort seine bemerkenswerte Entdeckung einer ‚Kolonie‘ von obersilurischen Fossilien, 3.400 Fuß tief, inmitten der untersilurischen Gruppe. Das hat viel Lärm gemacht, aber ich denke, ich kann die vermeintliche Anomalie durch usw. erklären.“ (Siehe Brief 40, Anmerkung.)) und seine Übereinstimmung mit E. de Beaumonts Erhebungslinien, oder solche Männer wie Forbes mit seiner Polarität (41/4. Edward Forbes „On the Manifestation of Polarity in the Distribution of Organised Beings in Time“ („Edinburgh New Phil. Journal“, Band LVII., 1854, Seite 332). Der Autor weist darauf hin, dass „die maximale Entwicklung generischer Typen während der Paläozoikum-Periode während ihrer früheren Epochen lag; während der Neozoikum-Periode gegen ihre späteren Perioden“. So werden die beiden Aktivitätsperioden als an den beiden entgegengesetzten Polen einer Sphäre konzipiert, die für ihn in gewisser Weise das System der Natur repräsentiert.); ich habe keinen Zweifel, dass ich mich in wenigen Monaten nach den unehrlichsten Arten sehnen werde, als seien sie ehrlicher als die ehrlichsten Theorien. Noch eine Bemerkung. Wenn Sie irgendein Interesse verspüren oder jemanden dazu bringen können, Interesse an der Frage der abweichenden Gattungen zu zeigen, halte ich es für den interessantesten Weg, abweichende Gattungen in einer großen natürlichen Familie zu nehmen und die durchschnittliche Anzahl der Arten zu den Gattungen in dieser Familie zu testen.
Wie ich wünschte, wir würden nahe beieinander wohnen! Ich würde so gerne mit Ihnen über geographische Verbreitung sprechen, in ihren größten Zügen betrachtet. Ich habe versucht, von den Landprodukten her eine sehr allgemeine Sicht auf die Welt zu gewinnen, und ich würde so gerne sehen, wie weit sie mit Pflanzen übereinstimmt.
BRIEF 42. AN MRS. LYELL.
(42/1. Mrs. Lyell ist eine Tochter des verstorbenen Mr. Leonard Horner und Witwe von Lieut.-Col. Lyell, einem Bruder von Sir Charles.)
Down, 26. Januar [1856].
Ich werde sehr froh sein, Ihnen in Bezug auf die Käfer in irgendeiner Weise behilflich zu sein. Aber lassen Sie mich zuerst für Ihre freundliche Notiz und das Angebot von Exemplaren für meine Kinder danken. Meine Jungen sind alle Schmetterlingsjäger; und alle jungen und eifrigen Lepidopterologen verachten aus tiefstem Herzen Coleopterologen.
Der einfachste Plan für Ihren Zweck und zum Wohle der Entomologie wäre meiner Meinung nach, die Sammlung Dr. J.E. Gray für das British Museum anzubieten, unter der Bedingung, dass ein vollständiger Satz für Sie zusammengestellt wird. Wenn die Sammlung überhaupt wertvoll wäre, denke ich, dass er sehr froh wäre, dies zu tun. Ob es sich lohnen würde, einen dritten Satz zusammenzustellen, hinge vom Wert der Sammlung ab. Ich nehme nicht an, dass Sie erwarten, dass die Insekten benannt werden, denn das wäre eine sehr ernsthafte Arbeit. Wenn Sie diesen Plan nicht billigen, halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass Mr. Waterhouse es für lohnenswert hielte, eine Serie für Sie zusammenzustellen, wobei er Duplikate für sich behält; aber das sage ich nur auf gut Glück. Sie könnten Mr. Waterhouse blind vertrauen, was, wie ich fürchte, bei [unleserlich] nicht von allen Entomologen gesagt werden kann. Ich nehme an, wenn Sie an einen der beiden Pläne dachten, könnte Sir Charles Lyell die Herren leicht sehen und es arrangieren; aber wenn nicht, könnte ich das tun, wenn ich das nächste Mal in die Stadt komme, was allerdings erst in drei oder vier Wochen der Fall sein wird.
In Bezug darauf, Ihren Kindern einen Geschmack für Naturgeschichte zu vermitteln, wage ich eine Bemerkung – nämlich, dass das Geben von Exemplaren meiner Meinung nach dazu neigen würde, einen solchen Geschmack zu zerstören. Junge Leute müssen selbst Sammler sein, um einen Geschmack zu erwerben; und wenn ich eine Sammlung englischer Lepidoptera hätte, wäre ich systematisch geizig und würde meinen Jungen nicht ein halbes Dutzend Schmetterlinge im Jahr geben. Ihr Ältester hat die Stirn eines Beobachters, wenn an der Phrenologie auch nur das Geringste Wahre ist. Wir sind alle besser, aber wir waren in letzter Zeit ein kränklicher Haushalt.
BRIEF 43. AN J.D. HOOKER. Down [1855].
Ich hätte weniger Skrupel, Sie zu behelligen, wenn ich Vertrauen hätte, was aus meiner Arbeit werden würde. Manchmal denke ich, sie wird gut, zu anderen Zeiten schäme ich mich wirklich so sehr meiner selbst, wie der Autor der „Vestiges“ sich seiner selbst schämen sollte. Ich weiß wohl, dass Ihre Güte und Freundschaft Sie dazu bringen würden, sehr viel für mich zu tun, aber das ist kein Grund, warum ich unzumutbar sein sollte. Ich kann und darf nicht vergessen, dass Ihre ganze Zeit mit Arbeit ausgefüllt ist, die sicher wertvoll ist. Es ist überflüssig für mich zu sagen, dass ich es außerordentlich genieße, Ihnen zu schreiben, und dass Ihre Antworten mir von größtem Nutzen sind. Ich sende Ihnen mit vielen Dankesworten den Korrekturabzug über Aquilegia zurück (43/1. Dies scheint sich auf die Diskussion über die Gattung Aquilegia in Hooker und Thomsons „Flora Indica“, 1855, Band I., Systematischer Teil, Seite 44, zu beziehen. Die Schlussfolgerung der Autoren ist, dass „alle europäischen und viele der sibirischen Formen, die allgemein anerkannt sind, zu einer sehr variablen Art gehören.“ In Bezug auf Seepocken sprach Mr. Darwin von „bestimmten gerade noch wahrnehmbaren Unterschieden, die ineinander übergehen und Varietäten und keine Arten bilden“ („Life and Letters“, I., Seite 379).): es hat mich sehr interessiert. Es ist genau wie meine Seepocken; aber für meinen speziellen Zweck haben leider sowohl Kolreuter als auch Gärtner hauptsächlich an A. vulgaris und canadensis und atro-purpurea gearbeitet, und das sind genau die Arten, die Sie scheinbar nicht studiert haben. N.B. Warum lassen Sie mich nicht die indische Flora kaufen? Sie sind zu großzügig.
Nun zu einem kurzen Ritt auf meinem (derzeitigen) Steckenpferd, nämlich den abweichenden Gattungen. Was Sie unter Ihren Bemerkungen zu Lepidodendron sagen, scheint genau der Fall zu sein, den ich brauche, um eine Art Beweis für das zu liefern, woran wir beide glauben, nämlich wie Gruppen anomal oder abweichend wurden; und ich denke, eine Art Beweis ist erforderlich, denn ich glaube nicht, dass sehr viele Naturforscher unsere Sichtweise überhaupt zugeben würden.
Danke für die Warnung, dass große anomale Gattungen zuerst Aufmerksamkeit erregen. Ich stimme Ihrer „schwerwiegenden Einrede gegen den gesamten Prozess“ nicht ganz zu, nämlich „dass, wenn man die anomalen Arten mit 100 multipliziert und die normalen durch dieselbe dividiert, man dann die Namen umkehrt...“. Denn, um ein Beispiel zu nehmen, Ornithorhynchus und Echidna wären nicht weniger abweichend, wenn jede ein Dutzend (ich sage nicht 100, weil wir solche Fälle im Tierreich nicht haben) Arten statt einer hätte. Was diese beiden Gattungen wirklich weniger anomal machen würde, wäre die Schaffung vieler Gattungen und Unterfamilien ringsum, die von ihnen nach allen Seiten ausstrahlen. Wäre also Australien zerstört, wäre Didelphys in Südamerika wunderbar anomal (dies ist Ihr Fall mit Proteaceae), während es jetzt so viele Gattungen und kleine Unterfamilien der Marsupiata gibt, dass die Gruppe nicht als abweichend oder anomal bezeichnet werden kann. Sagitta (und der Ohrwurm) ist eines der anomalsten Tiere der Welt, und kein bisschen weniger, weil es ein Dutzend Arten gibt. Nun ist mein Punkt (der, wie ich glaube, ein etwas neuer Blickwinkel ist): Wenn es das Aussterben ist, das die Gattung anomal gemacht hat, würden die gleichen Ursachen für das Aussterben als allgemeine Regel das Bestehen nur weniger Arten in solchen Gattungen erlauben. Wann immer wir uns treffen (was am 23. [im] Club sein wird), werde ich sehr gerne hören, ob Ihnen das stichhaltig erscheint. Ich fühle mich die ganze Zeit am Rande eines Kreises von Plattitüden. Natürlich könnte ich an eine solche Bitte nicht denken, aber Sie könnten möglicherweise: – wenn Bentham das ganze Thema nicht für Müll hält, bitten Sie ihn irgendwann, das Dutzend anomalster Gattungen in den Leguminosae oder einer großen Ordnung auszuwählen, von der es eine Monographie gibt, anhand derer ich den üblichen Prozentsatz von Arten zu Gattungen berechnen könnte. Ich bin umso besorgter, da ich, je mehr ich mich erkundige, feststelle, wie wenige Fälle es gibt, in denen dies getan werden kann. Es kann nicht bei Vögeln oder, fürchte ich, bei Säugetieren getan werden. Ich bezweifle sehr, ob in irgendeiner anderen Klasse von Insekten [außer Curculionidae].
Ich habe Ihre nette Notiz über den armen Forbes im „Gardeners' Chronicle“ gesehen, und ich sehe im „Athenaeum“ eine Notiz über ein Treffen seiner Freunde am letzten Samstag. Natürlich werde ich so bald wie möglich für jedes Denkmal spenden wollen...
Ich habe gerade praktisch getestet, was Nichtgebrauch bei der Reduzierung von Teilen bewirkt. Ich habe [Skelette] von wilden und zahmen Enten angefertigt (oh der Geruch von gut gekochter, abgehangener Ente!), und ich finde, die zahme Ente sollte, gemäß der Skala des wilden Prototyps, ihre zwei Flügel mit 360 Grain wiegen; aber sie hat nur 317, also 43 Grain zu wenig, oder 1/7 ihrer eigenen zwei Flügel zu wenig an Gewicht. Das erscheint mir ziemlich interessant. (43/2. Zu den aus diesen Forschungen gezogenen Schlussfolgerungen siehe Mr. Platt Ball, „The Effects of Use and Disuse“ (Nature Series), 1890, Seite 55. In Bezug auf seine Tauben schrieb Darwin im November 1855: „Ich liebe sie so sehr, dass ich es nicht ertragen kann, sie zu töten und zu skelettieren.“)
P.S.--Ich weiß nicht, ob Sie das für lesenswert halten. Ich habe es seit dem Schreiben meines Briefes ausgearbeitet und das Ganze tabellarisch dargestellt.
21 Ordnungen mit 1 Gattung, mit 7,95 Arten (oder 4,6?).
29 Ordnungen mit 2 Gattungen, mit durchschnittlich 15,05 Arten.
23 Ordnungen mit jeweils 3 Gattungen, und diese Gattungen enthalten durchschnittlich 8,2 Arten.
20 Ordnungen mit jeweils 4 Gattungen, und diese Gattungen enthalten durchschnittlich 12,2 Arten.
27 Ordnungen mit jeweils über 50 Gattungen (insgesamt 4716 Gattungen), und diese Gattungen haben durchschnittlich 9,97 Arten.
Daraus schließe ich, ob es viele oder wenige Gattungen in einer Ordnung gibt, die Anzahl der Arten in einer Gattung wird nicht viel beeinflusst; aber vielleicht, wenn [es] nur eine Gattung in einer Ordnung gibt, wird sie beeinflusst, und dies wird davon abhängen, ob [die Gattung] Erythroxylon zu einer Familie gemacht wird.
BRIEF 44. AN J.D. HOOKER. Down, 8. April [1856].
Ich habe mich besonders gefreut, Ihre großartige Lobrede auf Lindley zu erhalten. Sein Name geisterte in letzter Zeit durch meinen Kopf, und ich hatte gehofft, Miers hätte ihn für die Royal-Medaille vorgeschlagen. Ich stimme voll und ganz zu, dass die Copley-Medaille (44/1. Der verstorbene Professor Lindley erlangte nie die Ehre der Copley-Medaille. Die Royal-Medaille wurde ihm 1857 verliehen.) angemessener ist, und ich nehme an, die Royal-Medaille hätte er nicht geschätzt. Durch das Durchblättern vieler botanischer Bücher und durch häufiges Konsultieren des „Vegetable Kingdom“ hatte ich (so unwissend ich bin) die höchste Meinung von seinen Ansprüchen als Botaniker gebildet. Wenn Sharpey stark für ihn eintritt, sollten wir eine Chance haben; aber die Naturwissenschaften sind im Rat nur schwach vertreten. Sir P. Egerton, so nehme ich an, würde stark für ihn sein. Sie wissen, Bell ist draußen. Nun, mein einziger Zweifel ist, und ich hoffe, Sie bedenken das, dass die Naturwissenschaften im Rat schwach sind und (so bilde ich mir ein) der mächtigste Mann im Rat, Col. S[abine], stark gegen Lindley ist, ob wir überhaupt eine Chance auf Erfolg hätten. Es wäre so einfach, einen bedeutenden Mann zu nennen, dessen Name allen Physikern wohlbekannt wäre. Würde Lindley davon hören und es missbilligen, für die Copley-Medaille vorgeschlagen zu werden und keinen Erfolg zu haben? Wäre es unter diesem Gesichtspunkt nicht besser, ihn für die Royal-Medaille vorzuschlagen? Denken Sie darüber nach. Außerdem, wenn Lindley nicht für die Royal-Medaille vorgeschlagen wird, fürchte ich, beide Royal-Medaillen gingen [an] Physiker; denn ich, für meinen Teil, würde nicht gerne einen anderen Zoologen vorschlagen, obwohl Hancock ein sehr guter Mann wäre, und ich bilde mir ein, es gäbe ein Gefühl gegen Medaillen für zwei Botaniker. Aber für was auch immer Lindley vorgeschlagen wird, ich werde mein Bestes tun. Wir werden das hier besprechen.
BRIEF 45. AN J.D. HOOKER. Down, 9. Mai [1856].
...In Bezug auf Huxley war ich kurz davor, mit Crawford und Strezlecki (die im Komitee des Athenaeum sitzen werden) zu sprechen, als ich daran dachte, wie Owen schauen und was er sagen würde. Können Sie sich ihn nicht vorstellen, wie er mit langsamer und sanfter Stimme fragt: „Wird Mr. Crawford mir sagen, was Mr. Huxley getan hat, das diese Ehre verdient; ich weiß nur, dass er von Cuvier, Ehrenberg und Agassiz abweicht und deren Autorität als völlig bedeutungslos bestreitet.“ Und als ich anfing, Mr. Crawford zu erzählen, was er sagen sollte, war ich ratlos und konnte ihn nur auf einige exzellente Arbeiten in den „Phil. Trans.“ verweisen, für die die Medaille verliehen worden war. Aber ich bezweifle, ob dies bei einer gegnerischen Fraktion als ausreichend angesehen würde, denn ich glaube, wirkliche wissenschaftliche Verdienste gelten nicht als ausreichend, ohne dass die Person allgemein bekannt ist. Nun möchte ich hören, was Sie wohlüberlegt zu diesem Punkt denken: Es wäre schlecht, ihn vorgeschlagen und dann abgelehnt zu bekommen; und Owen ist sehr mächtig.
BRIEF 46. AN J.D. HOOKER. Down [1856].
Ich habe die Vorlesungen erhalten und gelesen. (46/1. Der Hinweis bezieht sich vermutlich auf die Vorlesungen an der Royal Institution, die 1854-56 gehalten wurden. Diejenigen, die wir gesehen haben – nämlich die in den „Scientific Memoirs“, Band I, nachgedruckten: „On the Common Plan of Animal Form“, Seite 281; „On certain Zoological Arguments, etc.“, Seite 300; „On Natural History as Knowledge, Discipline, and Power“, Seite 305 –, scheinen uns nichts zu enthalten, was Anstoß erregen könnte; aber Falconers Angriff im „Ann. and Mag. of Nat. Hist.“ vom Juni 1856 auf den letztgenannten Vortrag zeigt starke Gefühle. Eine Erwiderung von Herrn Huxley erschien in der Juli-Ausgabe derselben Zeitschrift. Die häretischste Diskussion aus moderner Sicht findet sich auf Seite 311, wo er fragt, wie es denkbar sei, dass die leuchtenden Farben von Schmetterlingen und Muscheln oder die eleganten Formen der Foraminifera ihren Besitzern überhaupt von Nutzen sein könnten; und dies ist es, was Darwin, nach den Bleistiftnotizen in seinem Exemplar des Vortrags zu urteilen, besonders beeindruckt hat.) Obwohl ich, soweit mein Wissen reicht, glaube, dass Huxley recht hat, halte ich seinen Ton für viel zu heftig, und ich habe es gewagt, dies in einer Notiz an Huxley zu erwähnen. Ich hatte bei diesen Vorträgen nicht an das Athenaeum gedacht (46/2. Herr Huxley wurde 1858 gemäß Regel 2 in den Athenaeum Club gewählt, die eine jährliche Wahl einer „bestimmten Anzahl von Personen von herausragender Bedeutung in Wissenschaft, Literatur oder Kunst oder für öffentliche Dienste“ vorsieht.), aber ich neige dazu, Ihnen voll und ganz zuzustimmen, und dass wir besser abwarten sollten, bevor etwas gesagt wird... (N.B. Ich fand Falconer sehr empört über die Art und Weise, wie Huxley Cuvier in seinen Vorlesungen an der Royal Institution behandelte; und ich habe es Huxley sanft mitgeteilt.) Ich denke, wir sollten besser nichts tun: ernsthaft zu versuchen, einen großen Naturforscher in das Athenaeum zu bekommen und zu scheitern, ist weit schlimmer, als nichts zu tun.
Wie seltsam, komisch und beschämend, dass fast alle unsere großen Männer (zumindest Faraday und Sir J. Herschel sind Ausnahmen) in Streitigkeiten in Paaren stecken; das ist mir vorher nie aufgefallen...
BRIEF 47. C. LYELL AN CHARLES DARWIN.
(47/1. In den „Life and Letters“, II., Seite 72, ist ein Brief (16. Juni 1856) an Lyell abgedruckt, in dem Darwin seiner Empörung über die „Extensionisten“ Luft macht, die Kontinente nach Belieben erschufen, um die Bequemlichkeit ihrer Theorien zu bedienen. Auf Seite 74 findet sich eine ausführlichere Darlegung seiner Ansichten in einem Brief vom 25. Juni. Wir haben Lyells Antwort darauf nicht gesehen, aber seine Antwort auf Darwins Brief vom 16. Juni ist erhalten und wird hier zum ersten Mal gedruckt.)
53, Harley Street, London, 17. Juni 1856.
Ich wundere mich, dass Sie D. Sharpes Arbeit (47/2. „On the Last Elevation of the Alps, etc.“ („Quart. Journ. Geol. Soc.“ Band XII., 1856, Seite 102.), die gerade erschienen ist, nicht auch erwähnt haben, durch die die Alpen in der Eiszeit bis zu 9.000 Fuß ihrer heutigen Höhe über dem Meeresspiegel untergetaucht und dann wieder angehoben wurden. Ohne dies zuzugeben, würden Sie die alpinen Findlinge wahrscheinlich durch Meeresströmungen zum Jura befördern, und wenn dem so wäre, die Alpen und den Jura zu Inseln im Eiszeitmeer machen. Und würde die Glazialtheorie, wie sie heute ganz allgemein verstanden wird, nicht ebenso viel von Europa untertauchen, wie ich es in meiner ursprünglichen Karte von Europa tat, als ich einfach all das Gebiet ausdrückte, das seit Beginn des Eozäns zu irgendeiner Zeit unter Wasser gewesen war? Ich vermute fast, die glaziale Submergenz würde das übertreffen.
Aber wäre dies nicht ein Maß für die Bewegung in jedem anderen Gebiet, nördlich (arktisch), antarktisch oder tropisch, während eines gleichen Zeitraums – ozeanisch oder kontinental? Denn die Umwandlung von Meer in Land würde immer der Verwandlung von viel Land in Meer gleichkommen.
Aber all dies würde in einem Bruchteil der Pliozän-Periode geschehen; die Glazial-Muscheln sind kaum zu 1 Prozent ausgestorbene Arten. Multiplizieren Sie dies mit den älteren Pliozän- und Miozän-Epochen.
Sie vergessen auch einen Autor, der es durch Atolle verstand, Archipele (oder Kontinente?) untertauchen zu lassen, deren Berge ursprünglich in der Höhe um 8.000 (oder 10.000?) Fuß voneinander unterschieden haben müssen, so dass sie alle gerade auf ein Niveau an die Oberfläche stiegen, oder deren Standorte durch Korallenbojen markiert sind. Ich konnte nie sicher sein, ob er meinte, dass diese gewaltige Katastrophe, die ganz durch das herbeigeführt wurde, was Sedgwick „Lyells kleinliche Operationen“ nannte, während der Ära existierender Korallenarten stattgefunden habe. Vielleicht können Sie es mir sagen, denn ich bin wirklich neugierig, es zu wissen... (47/3. Der erwähnte Autor ist natürlich Darwin.)
Nun, obwohl in meinen Werken nichts steht, was den Aufbau von Kontinenten im Atlantischen und Pazifischen Ozean auch nur seit der Eozän-Zeit rechtfertigen würde, beginne ich, da einige der Gesteine in den zentralen Alpen teilweise eozän sind, zu glauben, dass alle Kontinente und Ozeane hauptsächlich, wenn nicht alle, post-eozän sein könnten, und Danas „Atlantischer Ozean“ des unteren Silur ist kindisch (siehe die Anniversary Address, 1856). (47/4. Wahrscheinlich Danas Anniversary Address an die „American Association for the Advancement of Science“, veröffentlicht in den „Proceedings“ 1856.) Aber wie weit es Ihnen freisteht, Kontinente aus der „riesigen Tiefe“ heraufzubeschwören, so oft Sie eine Helix von den Vereinigten Staaten nach Europa im Miozän oder Pliozän befördern wollen, ist eine Frage; denn der Ozean wird in letzter Zeit immer tiefer, und Haughton sagt, die mittlere Tiefe betrage elf Meilen! laut seiner letzten Arbeit über Gezeiten. (47/5. „On the Depth of the Sea deducible from Tidal Observations“ („Proc. Irish Acad.“ Band VI., Seite 354, 1853-54).) Ich werde überrascht sein, wenn sich dies durch Sondierungen als wahr erweist.
Ich dachte, Ihr Geist erweitere sich in Bezug auf die Zeit so sehr, dass Sie in Bezug auf die Möglichkeit, dass Gebirgsketten in einem Bruchteil der Zeit geschaffen werden könnten, die erforderlich ist, um einen Schwan in eine Gans zu verwandeln oder umgekehrt, vorangekommen wären. Neun Fuß gewann die Rimutaka-Kette in Neuseeland im Januar 1855 an Höhe, und fast ein halbes Jahrhundert lang hat es in Neuseeland alle sieben Jahre ein großes Erdbeben gegeben. Die „Washingtonia“ (kalifornischer Nadelbaum) (47/6. Washingtonia oder Wellingtonia, besser bekannt als Sequoia. Asa Gray, der 1872 schrieb, äußert seinen Glauben, dass „keine heute lebende Sequoia die christliche Zeitrechnung merklich vorwegnehmen kann“ („Scientific Papers“, II., Seite 144).), die kürzlich ausgestellt wurde, war viertausend Jahre alt, so dass ein Individuum eine Hügelkette aufsteigen sehen könnte und mit ihr aufsteigen, umso mehr eine Art – und jene Inseln, die J. Hooker als mit neuseeländischen Pflanzen bedeckt beschreibt, dreihundert (?) Meilen nordöstlich (?) von Neuseeland, könnten vor zwei oder drei oder vier Washingtonia-Generationen vom Festland getrennt worden sein.
Wenn die Identität der Landschnecken aller Hunderte britischen Inseln darauf zurückzuführen ist, dass sie seit der Eiszeit vereint waren, und die fast vollständige Nichtübereinstimmung der Schnecken von Porto Santo und Madeira darauf zurückzuführen ist, dass sie [während] aller neueren und möglicherweise älteren Pliozän-Perioden getrennt waren, dann gibt uns das eine Vorstellung von Zeit, die Ihnen bei Ihrer Umwandlung von Arten sehr helfen wird, wenn Unermesslichkeit der Zeit alles tut, was Sie benötigen; denn die Eiszeit erweist sich so, wie wir hätten antizipieren können, als verachtenswert in Dauer oder in Entfernung von uns, im Vergleich zum älteren Pliozän, geschweige denn zum Miozän, als unsere zeitgenössischen Arten, wenn auch in der Minderheit, bereits zu gedeihen begannen.
Die Littoral-Schnecken deuten laut MacAndrew darauf hin, dass Madeira und die Kanaren einst mit dem Festland von Europa oder Afrika verbunden waren, dass diese Inseln aber vor so langer Zeit getrennt wurden, dass die meisten Arten erst danach kamen. Kurz gesagt, die Meeresschnecken erzählen die gleiche Geschichte wie die Landschnecken. Warum stimmen die Pflanzen von Porto Santo und Madeira so nahe überein? Und warum bleiben die Schnecken, die dieselben wie europäische oder afrikanische Arten sind, völlig unverändert, wie die Crag-Arten, die unverändert in die britischen Meere zurückkehrten, nachdem sie durch glaziale Kälte aus ihnen vertrieben worden waren, als zwei Millionen (?) Jahre vergangen waren und nach einer solchen Wanderung in mildere Meere? Seien Sie so gut, all dies in Ihrem nächsten Brief zu erklären.
BRIEF 48. AN J.D. HOOKER. Down, 5. Juli [1856].
Ich schreibe heute Morgen in großer Trübsal wegen Tristan d'Acunha. (48/1. Siehe „Flora Antarctica“, Seite 216. Obwohl Tristan d'Acunha „nur 1.000 Meilen vom Kap der Guten Hoffnung und 3.000 von der Magellanstraße entfernt ist, ist die Botanik dieser Insel viel enger mit der von Feuerland verwandt als mit der von Afrika.“) Je mehr ich über Ihre antarktische Flora nachdenke, desto erstaunter bin ich. Sie geben alle Fakten so klar und vollständig an, dass es unmöglich ist, nicht über das Thema zu spekulieren; aber es treibt mich zur Verzweiflung, denn ich kann Ihren Kontinent nicht schlucken; und ihn nicht schlucken zu können, gibt in meinen Augen den Schöpfungsgläubigen einen schrecklichen Triumph. Es ist ein wunderbarer Fall, und wie seltsam, dass A. De Candolle ihn ignoriert hat; was er sicherlich hat, wie es mir scheint. Ich schrieb Lyell einen langen geologischen Brief (48/2. „Life and Letters“, II., Seite 74.) über Kontinente, und ich habe eine sehr lange und interessante Antwort erhalten; aber ich kann seine Meinung über all Ihre kontinentalen Extensionisten nicht im Geringsten erfassen; und ich habe wieder geschrieben und um ein Urteil gebettelt. (48/3. In der zehnten Auflage der „Principles“, 1872, fügte Lyell ein Kapitel (Kapitel XLI., Seite 406) über Insel-Floren und -Faunen in Bezug auf den Ursprung der Arten hinzu; er gibt hier (Seite 410) seine Gründe gegen Forbes als Extensionisten an.) Ich bat ihn, Ihnen meinen Brief zu schicken, denn da er gut kopiert war, wäre es nicht mühsam zu lesen; aber ob er es wert ist, gelesen zu werden, weiß ich wirklich nicht; ich habe darin die Gründe genannt, die mich stark gegen Kontinentalerweiterungen sprechen lassen.
Ich war sehr froh, vor einigen Tagen Ihre Notiz zu erhalten: Ich wünschte, Sie würden es für lohnenswert halten, da Sie beabsichtigen, den Laburnum-Fall übersetzen zu lassen, an „Wien“ (diesen unbekannten Ort) zu schreiben (48/4. Es gibt eine Tradition, dass Darwin Hooker einmal fragte, wo „dieser Ort Wien ist, wo sie so viele Bücher veröffentlichen.“), und herauszufinden, wie sich der Laburnum verhalten hat: das sollte wirklich bekannt sein.
Die Entada ist ein Biest. (48/5. Die großen Samen von Entada scandens werden gelegentlich über den Atlantik geschwemmt und an die Küsten Europas geworfen.); Ich war nie anderer Meinung als Sie darüber, dass das Wachstum einer Pflanze auf einer neuen Insel eine VIEL härtere Prüfung ist als der Transport, obwohl das sicherlich hart genug erscheint. Tatsächlich vermute ich, dass ich in dieser Hinsicht sogar noch weiter gehe als Sie; aber das ist eine zu lange Geschichte.
Danke für die Aristolochia- und Viscum-Fälle: Welche Arten waren das? Ich frage, weil seltsamerweise gerade diese beiden Gattungen als Beispiele angeführt wurden (ich vergesse im Moment von wem, aber von guten Männern), bei denen die Einwirkung von Insekten absolut notwendig für die Befruchtung war. Bei unserem britischen zweihäusigen Viscum nehme ich an, dass es notwendig sein muss. Gab es etwas, das zeigte, dass die Narbe in diesen beiden Fällen bereit für Pollen war? denn es scheint, dass es viele Fälle gibt, in denen Pollen lange vor der Narbenreife vergossen wird. Da bei unserem Viscum Insekten Pollen von Blume zu Blume ausreichend regelmäßig zur Befruchtung tragen, sollte ich denken, dass es gelegentliche Kreuzungen selbst bei einer zwittrigen Viscum geben muss. Ich habe nie davon gehört, dass Bienen und Schmetterlinge, nur Motten, fruchtbare Eier ohne Begattung produzieren.
In Bezug auf die Ray Society habe ich so enorm davon profitiert, dass sie meine Cirripedia veröffentlicht hat, dass ich Ihnen nicht ganz zustimmen kann, sie auf Übersetzungen zu beschränken; ich wüsste nicht, wie ich es sonst hätte veröffentlichen können.
Ich habe gerade meinen Namen für 20 Pfund bei der Linnean Society eingereicht, aber ich muss gestehen, ich habe es mit schwerem Ächzen getan, wohingegen ich annehme, dass Sie Ihre 20 Pfund wie ein leichtfüßiger Gentleman gegeben haben...
P.S. Wollaston spricht stark davon, dass der Zwischengrad zwischen zwei Varietäten bei Insekten und Mollusken oft seltener ist als die beiden Varietäten selbst. Dies ist offensichtlich sehr wichtig für mich und nicht leicht zu erklären. Ich glaube, ich habe Fälle von Ihnen bekommen. Aber wenn Sie daran glauben, wünschte ich, Sie würden mir einen Satz geben, den ich von Ihnen in dieser Hinsicht zitieren könnte. Es muss meiner Meinung nach ein gutes Stück Wahrheit daran sein; andernfalls könnte es kaum fast distinkte Varietäten unter irgendeiner Art geben, denn wir hätten stattdessen eine sich vermischende Reihe, wie bei Brombeeren und Weiden.
BRIEF 49. AN J.D. HOOKER. 13. Juli 1856.
Was für ein Buch könnte ein Teufelskaplan über die ungeschickten, verschwenderischen, tollpatschigen, niedrigen und schrecklich grausamen Werke der Natur schreiben! In Bezug auf die Kreuzung glaube ich, dass Sie mich wegen eines Satzes in Ihrem Brief missverstehen. Ich bin weit davon entfernt, an Hybride zu glauben: nur an die Kreuzung derselben Art oder naher Varietäten. Diese letzten zwei oder drei Tage habe ich Weizen beobachtet und mich davon überzeugt, dass L. Deslongchamps im Irrtum ist, dass die Befruchtung in geschlossenen Blüten stattfindet; d.h. natürlich, ich kann nur nach äußeren Erscheinungen urteilen. Übrigens sagte mir R. Brown einmal, dass der Gebrauch des Pinsels auf der Narbe von Gräsern unbekannt sei. Kennen Sie seinen Gebrauch?...
Sie sagen das Wahreste über mehrfache Schöpfungen und meine Vorstellungen. Wenn irgendein Fall bewiesen werden könnte, wäre ich zerschmettert; aber da ich mein Buch schreibe, versuche ich, mir so viel Mühe wie möglich zu geben, um die stärksten Fälle gegen mich anzuführen, und oft solche Vermutungen, die mir in den Sinn kommen. Ich habe Ihre Bücher als die reichste (und niederträchtigste) Mine gegen mich bearbeitet; und was für eine harte Arbeit ich hatte, Ihre neuseeländische Flora zu erarbeiten! Da ich Sie so oft zitieren muss, würde ich gerne auf Müllers Fall der australischen Alpen verweisen. Wo ist er veröffentlicht? Ist es ein Buch? Ein korrekter Hinweis würde mir reichen, obwohl es sogar falsch ist zu zitieren, ohne selbst nachzusehen. Ich würde sehr gerne Forbes' Blätter sehen, auf die Sie sich beziehen; aber ich muss gestehen (ich weiß kaum warum), dass ich angefangen habe, dem armen lieben Forbes zu misstrauen.
Es gibt eine wunderbare Unlogik in seinem berühmten und bewundernswerten Memoir über die Verbreitung, wie es mir scheint, jetzt, wo ich es so weit erarbeitet habe, um die Hauptpunkte auf einer Seite anzugeben. Verlassen Sie sich darauf, mein Ausspruch ist ein wahrer – nämlich, dass ein Kompilator ein großer Mann ist und ein origineller Mann ein gewöhnlicher Mann. Jeder Dummkopf kann verallgemeinern und spekulieren; aber oh, mein Gott, aus zweiter Hand eine neuseeländische Flora zu erarbeiten, das ist Arbeit...
Und nun werde ich um einen fast so großen Gefallen bitten, wie ein Mann einen anderen bitten kann: und ich frage etwa fünf oder sechs Wochen, bevor der Gefallen getan werden soll, damit es weniger schrecklich erscheint. Es ist, meine Seiten (etwa vierzig!!) über alpine Floren und Faunen, arktische und antarktische Floren und Faunen und die angenommene kalte weltliche Periode zu lesen, aber gut kopiert. Es wäre wirklich ein enormer Vorteil für mich, da ich sicher bin, sonst botanische Fehler zu machen. Ich würde die wenigen Punkte spezifizieren, bei denen ich Ihren Rat am meisten brauche. Aber es ist sehr wahrscheinlich, dass Sie Einwände erheben könnten, weil Sie vielleicht vor mir veröffentlichen (ich hoffe, spätestens in einem Jahr zu veröffentlichen), so dass es Sie behindern und belästigen würde; und zweitens könnten Sie Einwände gegen den Zeitverlust erheben, denn ich wage zu sagen, es würde anderthalb Stunden dauern, es zu lesen. Es wäre sicherlich von immensem Vorteil für mich; aber natürlich dürfen Sie nicht daran denken, es zu tun, wenn es Ihre eigene Arbeit stören würde.
Ich betrachte diese Bitte in futuro nicht als Bruch meines Versprechens, keine weiteren Probleme für einige Zeit zu bereiten.
Aus Lyells Briefen geht hervor, dass er in Sachen Wandelbarkeit der Arten in Eisenbahngeschwindigkeit umdenkt und mich ermächtigt, einige Sätze zu diesem Thema in mein Vorwort aufzunehmen.
Ich werde Lyell am Mittwoch bei Lord Stanhope treffen und ihn bitten, meinen Brief an Sie weiterzuleiten; obwohl, da meine Argumente ihn nicht beeindruckt haben, sie keine Kraft haben können, und mein Kopf bei diesem Thema wunderlich sein muss; aber die Wunderlichkeiten bleiben fest dort. Ich habe Ihre Meinung über kontinuierliches Land, wie ich sehe, zu stark wiedergegeben.
BRIEF 50. AN S.P. WOODWARD. Down, 18. Juli [1856].
Vielen Dank für Ihre Güte, mir so ausführlich zu schreiben, und ich freue mich, für Ihr Wohl sagen zu können, dass ich nicht sehe, dass ich um weitere Gefälligkeiten betteln muss. Was für eine Reichweite und was für eine Variabilität bei der Cyrena! (50/1. Eine Gattung von Lamellibranchiata, die vom Lias bis heute reicht.) Ihre Liste der Verbreitungsgebiete der Land- und Süßwasserschnecken ist sicherlich höchst auffällig und merkwürdig, und besonders da das Alter von vier von ihnen so klar gezeigt wird.
Ich habe Harveys Buch über die Küste bekommen und mochte es; ich war nicht besonders beeindruckt davon, aber ich werde das erste und letzte Kapitel noch einmal lesen.
Ich werde so schlimm wie die Schlimmsten in Bezug auf Arten und habe kaum noch einen Rest von Glauben an die Beständigkeit der Arten in mir übrig; und dieses Geständnis wird Sie sehr gering von mir denken lassen, aber ich kann nicht anders. So ist meine ehrliche Überzeugung geworden, obwohl die Schwierigkeiten und Argumente gegen eine solche Häresie sicherlich höchst gewichtig sind.
BRIEF 51. AN C. LYELL. 10. November [1856].
Ich weiß, Sie mögen alle Fälle, in denen negative geologische Beweise umgestoßen werden. Ich bildete mir ein, ein sehr widerwilliger Gläubiger an negative Beweise zu sein; aber dennoch schien mir ein solcher negativer Beweis so stark, dass ich in meinen „Fossil Lepadidae“ unter Angabe von Gründen erklärt habe, dass ich nicht glaube, dass es während des Sekundärzeitalters sessile Cirripedia gegeben haben kann. Nun schickt mir Bosquet aus Maastricht neulich eine perfekte Zeichnung eines perfekten Chthamalus (eine rezente Gattung) aus der Kreide! (51/1. Chthamalus, eine Gattung der Cirripedia. („A Monograph on the Sub-class Cirripedia“, von Charles Darwin, Seite 447. London, 1854.) Eine fossile Art dieser Gattung aus der oberen Kreidezeit wurde von Bosquet Chthamalus Darwini genannt. Siehe „Origin“, 6. Auflage, Seite 284; auch Zittel, „Traité de Paléontologie“, übersetzt von Dr. C. Barrois, Band II., Seite 540, Abbildung 748. Paris, 1887.) Es ist in der Tat etwas weit hergeholt, sie spezifisch von unseren lebenden britischen Arten verschieden zu machen. Es ist eine Gattung, die bisher in keiner Tertiärschicht gefunden wurde.
BRIEF 52. AN T.H. HUXLEY. Down, 9. Juli 1857.
Ich bin Ihnen außerordentlich verbunden, dass Sie so ausführlich auf meinen Punkt eingegangen sind. Ich wusste, dass ich auf unsicherem Boden stand, aber es erweist sich als weit unsicherer, als ich gedacht hatte. Ich hatte gedacht, dass Brulle (52/1. Dies bezieht sich zweifellos auf A. Brullés Arbeit in den „Comptes rendus“ 1844, von der eine Übersetzung in den „Annals and Mag. of Natural History“, 1844, Seite 484, gegeben ist. Wenn der Autor von der Entwicklung der Articulata spricht, sagt er: „dass die Anhängsel umso früher in der Existenz eines Articulata-Tieres manifestiert werden, je komplexer sein Organisationsgrad ist, und umgekehrt, dass sie umso später erscheinen, je weniger Transformationen es durchlaufen muss.“) eine breitere Basis für seine Verallgemeinerung hatte, denn ich machte den Auszug vor mehreren Jahren, und ich vermute (ich erwähne es als Entschuldigung für mich selbst), dass ich daran zweifelte, denn im Gegensatz zu meiner allgemeinen Gewohnheit habe ich seine Gründe nicht extrahiert. Es war die Begegnung mit Barneouds Arbeit, die mich denken ließ, dass die Lehre Wahrheit enthalten könnte. (52/2. Anscheinend Barneoud „On the Organogeny of Irregular Corollas“, aus den „Comptes rendus“, 1847, wie in den „Annals and Mag. of Natural History“, 1847, Seite 440, gegeben. Die Arbeit befasst sich hauptsächlich mit der Tatsache, dass unregelmäßige Blüten in ihrem frühesten Zustand regelmäßig sind. Die Barneoud zugeschriebene Ansicht scheint in dieser Arbeit nicht so definitiv gegeben zu sein wie in einer früheren („Ann. Sc. Nat.“ Bot., Tom. VI., Seite 268).) Ihr Beispiel von Herz und Gehirn des Fisches scheint mir sehr gut zu sein. Es war ein sehr dummer Fehler meinerseits, nicht an den späteren Teil der Entwicklungszeit zu denken. Ich werde natürlich nicht auf dieses Thema anspielen, was mich eher betrübt, da ich wollte, dass es wahr ist; aber, ach! ein wissenschaftlicher Mann sollte keine Wünsche, keine Zuneigungen haben – ein bloßes Herz aus Stein.
Es gibt nur einen Punkt in Ihrem Brief, in dem ich Ihnen gegenwärtig nicht ganz folgen kann: unter der Annahme, dass Barneouds (ich sage nicht Brullés) Bemerkungen wahr und allgemein gültig wären – d. h., dass die Blütenblätter, die den größten Grad an Entwicklung und Modifikation erfahren müssen, am frühesten beginnen, sich von der einfachen und gewöhnlichen embryonalen Form des Blütenblatts zu verändern –, wenn dies ein wahres Gesetz wäre, dann kann ich nicht anders, als zu denken, dass es Licht auf Milne Edwards’ These werfen würde, dass, je weiter die Tierklassen auseinanderliegen, desto eher sie von dem gemeinsamen embryonalen Plan abweichen – welcher gemeinsame embryonale Plan mit den ähnlichen Blütenblättern in der frühen Knospe verglichen werden kann, wobei die verschiedenen Blütenblätter in einer Blüte mit den unterschiedlichen, aber ähnlichen Embryonen der verschiedenen Klassen verglichen werden. Ich wünschte sehr, dass Sie dies so weit im Gedächtnis behalten würden, dass ich bei unserem nächsten Treffen hören könnte, wie weit Sie darin anderer Meinung sind oder mir zustimmen. Ich habe Barneouds und Brullés These immer nur als in gewissem Grade analog betrachtet.
P.S. Ich sehe in meinem Auszug aus Milne Edwards’ Arbeit, dass er von „den vollkommensten und wichtigsten Organen“ spricht, die zuerst entwickelt werden, und ich hätte gedacht, dass dies gewöhnlich gleichbedeutend mit den am weitesten entwickelten oder modifizierten ist.
BRIEF 53. AN J.D. HOOKER.
(53/1. Der folgende Brief ist hauptsächlich deshalb von Interesse, weil er das Ausmaß und die Art der Arbeit zeigt, die für Darwins Schlussfolgerungen über „große Gattungen, die variieren“ erforderlich waren, welche nicht mehr als zwei oder drei Seiten im „Origin“ (Ausgabe I., Seite 55) einnehmen. Etwas Korrespondenz zu diesem Thema findet sich in den „Life and Letters“, II., Seiten 102-5.)
Down, 22. August [1857].
Ihre Handschrift erfreut immer mein Herz; obwohl Sie keinen Grund haben, „von Scham überwältigt“ zu sein, da ich nicht erwartet habe, etwas zu hören.
Ich schreibe jetzt hauptsächlich, um zu erfahren, ob Sie mir sagen können, wie ich an Hermann Schlagenheit (ist das richtig geschrieben?) (53/2. Schlagintweit.) schreiben kann, denn ich glaube, er ist nach England zurückgekehrt, und er hat Geflügelbälge für mich von W. Elliot aus Madras.
Ich freue mich sehr zu hören, dass Sie einige Floren bezüglich der Varietäten tabellarisch erfasst haben. Wollen Sie mir einfach grob das Ergebnis mitteilen? Finden Sie nicht auch, dass es viel Zeit in Anspruch nimmt? Ich beschäftige einen mühsam sorgfältigen Schulmeister, der das Tabellieren und die Einteilung in zwei große Kohorten sorgfältiger erledigt, als ich es kann. Da dies so ist, wäre ich sehr froh, irgendwann Koch, Webbs Canaries, Ledebour und Grisebach zu haben, aber ich weiß nicht einmal, wo Rumelien liegt. Ich werde die britische Flora mit drei separaten Floren bearbeiten; und ich beabsichtige, die Varietäten in zwei Klassen einzuteilen, da Asa Gray und Henslow die Materialien liefern, und des Weiteren haben A. Gray und H.C. Watson für mich die Formen markiert, die sie als echte Arten betrachten, die aber dennoch anderen sehr nahestehen; und es wird neugierig machen, die Ergebnisse zu vergleichen. Wenn sich alles bewahrheitet, ist es sehr wichtig für mich; denn es erklärt, wie ich meine, die gesamte Klassifikation, d. h. das quasi-verzweigte und unterverzweigte Auftreten von Formen, als ob von einer Wurzel ausgehend, große Gattungen, die zunehmen und sich aufspalten usw., wie Sie bemerken werden. Aber dann kommt auch noch das ins Spiel, was ich ein Prinzip der Divergenz nenne, das ich, wie ich glaube, erklären kann, das aber zu lang ist und das Sie vielleicht gar nicht hören möchten. Da Sie sich mit diesem Thema beschäftigt haben, möchten Sie vielleicht hören, was an sehr wenigem bereits abgeschlossen ist (denn mein Schulmeister hatte drei Wochen Urlaub) – ich sehe, bisher nur drei Fälle.
BABINGTON – British Flora.
593 Arten in Gattungen von 5 und 593 (seltsamer Zufall gleich) in aufwärts haben in tausend Gattungen von 3 und abwärts haben Arten, die Varietäten aufweisen, in tausend, die Varietäten aufweisen. 134/1000.* 37/1000.
(*53/3. Dieser Satz kann wie folgt interpretiert werden: Die Anzahl der Arten, die Varietäten aufweisen, beträgt 134 pro Tausend in Gattungen von 5 Arten und aufwärts. Das Ergebnis wird durch die Tabellierung von 593 Arten erzielt.)
HOOKER – New Zealand.
Gattungen mit 4 Arten und Mit 3 Arten und abwärts aufwärts, 150/1000. 114/1000.
GODRON – Central France.
Mit 5 Arten und aufwärts Mit 3 Arten und abwärts 160/1000. 105/1000.
Ich gehe nicht auf Einzelheiten ein, da ich eingeführte Pflanzen und sehr variierende Gattungen wie Rubus, Salix, Rosa usw. weglasse, was das Ergebnis noch mehr zugunsten meiner These ausfallen ließe.
Ich habe mich außerordentlich gefreut, Henslow zu sehen, obwohl ich mich zu der Zeit alles andere als wohl fühlte. Leben Sie wohl, mein lieber Hooker: vergessen Sie Ihren Besuch hier irgendwann nicht.
BRIEF 54. AN J.D. HOOKER. Down, 14. November [1857].
Am Dienstag werde ich von London aus, wohin ich an jenem Tag reise, Ledebours drei verbleibende Bände, Grisebach und Cybele abschicken, d. h. alles, was ich habe, und ich bin Ihnen wahrhaftig sehr dafür verpflichtet. Ich finde die Regel, dass die Arten in den großen Gattungen am meisten variieren, bisher universell, mit Ausnahme von Miquels sehr kurzem und daher unvollständigem Verzeichnis der Holland-Flora, was mich sehr begierig macht, eine vollständigere Flora von Holland zu tabellieren. Ich werde bis Freitagmorgen in London bleiben, und falls es Ihnen sehr gelegen kommt, mir zwei Bände von D.C. Prodromus zu senden, könnte ich sie mit nach Hause nehmen und tabellieren. Ich denke, ein Band mit einer großen, am besten bekannten natürlichen Familie und ein Band mit mehreren kleinen, zergliederten Familien wäre am besten, immer vorausgesetzt, dass die Varietäten in beiden deutlich markiert sind. Haben Sie den von Lowe veröffentlichten Band über Madeira? Falls ja, und falls irgendwelche Varietäten markiert sind, würde ich ihn sehr gerne sehen, um zu sehen, ob ich etwas über die Habitate von Varietäten in einem so kleinen Gebiet herausfinden kann – ein Punkt, auf den ich sehr neugierig geworden bin. Ich fürchte, es besteht keine Chance, dass Sie Forbes und Hancocks „British Shells“ besitzen, ein großartiges Werk, das ich sehr gerne tabellieren würde.
Sehr vielen Dank für den Samen von Adlumia cirrhosa, den ich sorgfältig beobachten werde. Mein Hinweis in der G. Ch. über Kidney Beans (54.1 „Über die Einwirkung von Bienen bei der Befruchtung papilionaceer Blüten“ („Gardeners' Chronicle“, 1857, Seite 725).) hat mir einen interessanten Brief von einem intelligenten Gärtner eingebracht, mit einer höchst bemerkenswerten Menge von Bohnen, die in erstaunlicher Weise IN DER ERSTEN GENERATION gekreuzt wurden, wie die Erbsen, die Ihnen von Berkeley geschickt wurden, und wie diejenigen, mit denen Gärtner und Wiegmann experimentierten. Es ist ein sehr seltsamer Fall; ich werde diese Samen aussäen und sehen, was dabei herauskommt. Wie sehr seltsam, dass der Pollen einer Form die äußeren Hüllen und die Größe der Bohne beeinflussen sollte, die von reinen Arten produziert wird!...
BRIEF 55. AN J.D. HOOKER. Down [1857?].
Sie wissen, wie ich Themen bearbeite: nämlich, wenn ich auf irgendeine allgemeine Bemerkung stoße und wenn ich sie in irgendeiner anderen, sehr verschiedenen Klasse bestätigt finde, dann versuche ich herauszufinden, ob sie wahr ist – ob sie irgendeine Relevanz für meine Arbeit hat. Das Folgende könnte für mich wichtig sein. Dr. Wight bemerkt, dass Cucurbitaceae (55/1. Wight, „Bemerkungen über die Frucht der natürlichen Ordnung Cucurbitaceae“ („Ann. Mag. Nat. Hist.“ VIII., Seite 261). R. Wight, F.R.S. (1796-1872) war Leiter des Botanischen Gartens von Madras.) eine sehr isolierte Familie ist und sehr divergierende Affinitäten aufweist. Ich finde dieselbe Bemerkung, stark formuliert und illustriert, bei den Gattungen der Hymenoptera. Nun ist es mir zunächst nicht offensichtlich, warum eine sehr distinkte und isolierte Gruppe dazu neigen sollte, divergentere Affinitäten zu haben als eine weniger isolierte Gruppe. Ich bin mir bewusst, dass die meisten Gattungen mehr Affinitäten haben als auf zwei Arten, was letzteres vielleicht der häufigste Fall ist. Ich sehe, wie unendlich vage das alles ist; aber ich würde sehr gerne wissen, was Sie und Mr. Bentham (falls er dies lesen wird), die sich so sehr mit den Prinzipien der Klassifikation befasst haben, davon halten. Vielleicht wäre es am besten, an ein halbes Dutzend der isoliertesten Pflanzengruppen zu denken und dann zu überlegen, ob die Affinitäten in eine ungewöhnliche Anzahl von Richtungen weisen. Sehr wahrscheinlich halten Sie die ganze Frage für zu vage, um sie in Betracht zu ziehen.
BRIEF 56. AN J.D. HOOKER. Down, 8. April [1857].
Ich möchte Sie nun um Ihre Meinung und um Fakten zu einem Punkt bitten; und da ich dies im nächsten Jahr oder zwei oft tun werde, lassen Sie mich ein für alle Mal sagen, dass Sie sich nicht aus reiner Gutmütigkeit (von der Sie mir gegenüber einen sehr reichlichen Vorrat haben) Mühe machen dürfen, sondern Sie müssen im Hinblick auf die Mühe, die eine Frage machen könnte, abwägen, ob Sie es für lohnenswert halten – da jeder Zeitverlust Ihre eigentliche Arbeit so weit schmälert –, mir Fakten zu geben, die auf Ihre Autorität hin in meiner Arbeit zitiert werden können. Glauben Sie nicht, dass ich enttäuscht sein werde, wenn Sie keine Zeit erübrigen können; denn ich habe bereits enorm von Ihrem Urteil und Wissen profitiert. Ich bitte Sie inständig, so zu handeln, wie ich vorschlage, und sich nicht allein aus Gutmütigkeit Mühe zu machen.
Mein Punkt ist folgender: Harvey nennt den Fall von Fucus, der bemerkenswert variiert, und zwar auf die gleiche Weise unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. D. Don macht die gleiche Bemerkung bezüglich Juncus bufonius in England und Indien. Polygala vulgaris hat weiße, rote und blaue Blüten auf den Färöern, in England und, ich glaube, Herbert sagt, in Zante. Nun, solche Fälle erscheinen mir sehr auffällig, da sie zeigen, wie wenig Beziehung manche Variationen zu klimatischen Bedingungen haben.
Glauben Sie, dass es viele solcher Fälle gibt? Weist Oxalis corniculata unter sehr verschiedenen Klimata genau dieselben Varietäten auf?
Wie ist es mit anderen britischen Pflanzen in Neuseeland oder am Fuß des Himalaya? Wollen Sie darüber nachdenken und mich das Ergebnis wissen lassen?
Eine weitere Frage: Erinnern Sie sich, ob der eingeführte Sonchus in Neuseeland seltener, ebenso häufig oder häufiger war als der ursprüngliche Bestand derselben Art, wo beide zusammen vorkamen? Ich vergesse, ob es irgendeinen anderen Fall gibt, der diesem seltsamen Fall des Sonchus parallel ist...
Ich habe gute, wenn auch langsame Fortschritte mit meinem Buch gemacht, denn Fakten sind schön in Gruppen gefallen und haben sich gegenseitig erhellt.
BRIEF 57. AN T.H. HUXLEY. Moor Park, Farnham, Surrey [1857?].
Ihr Brief wurde mir hierher nachgeschickt, wo ich von ein paar Wochen Ruhe und Hydrotherapie profitiere. Ihr Brief hat mich sehr interessiert und amüsiert. Ich bin außerordentlich froh, dass Sie sich der Aphis-Frage (57/1. Professor Huxleys Arbeit über die organische Fortpflanzung von Aphis befindet sich in den „Trans. Linn. Soc.“ XXII. (1858), Seite 193. Prof. Owen hatte das Thema in seiner einleitenden Hunterian-Vorlesung „Über Parthenogenese“ (1849) behandelt. Seine Theorie kann hier nicht vollständig wiedergegeben werden. Kurz gesagt, er vertritt die Ansicht, dass Parthenogenese auf die Vererbung eines „Rests von spermatischer Tugend“ zurückzuführen ist: wenn die „spermatische Kraft“ oder „Tugend“ erschöpft ist, erfolgt eine erneute Befruchtung. Huxley kritisiert sowohl Owens Fakten als auch seine Theorie scharf.) angenommen haben, aber um Himmels willen, spielen Sie Owen gegenüber nicht den milden Hindu (was auch immer das sein mag); Ihr Beichtvater zittert um Sie. Ich bilde mir ein, Owen hält viel von dieser seiner Lehre; ich habe von Anfang an nicht daran geglaubt, und ich kann nicht anders, als zu denken, dass dieselbe Kraft bei der Erzeugung von Blattläusen ohne Befruchtung am Werk ist und beispielsweise bei der Bildung von Nägeln auf dem amputierten Stumpf eines menschlichen Fingers oder beim neuen Schwanz einer Eidechse. Übrigens sah ich irgendwo in der letzten Woche eine Aussage über einen Mann, der aus demselben Gelege geflügelte und ungeflügelte Blattläuse aufzog, was mir neu schien. Sagt nicht irgendein Yankee, dass die amerikanischen lebendgebärenden Blattläuse geflügelt sind? Ich bin besonders froh, dass Sie über den Akt der Befruchtung nachdenken: es scheint mir seit langem das wunderbarste und seltsamste physiologische Problem zu sein. Ich habe oft und oft zur Unterhaltung über das Thema spekuliert, aber völlig ergebnislos. Glauben Sie nicht, dass die Konjugation der Diatomaceae letztlich Licht auf das Thema werfen wird? Aber neulich kam ich zu dem Schluss, dass wir eines Tages Fälle haben werden, in denen Junge aus Spermatozoen oder Pollen ohne eine Eizelle hervorgebracht werden. Da ich mich dem Thema von der Seite nähere, die mich am meisten anzieht, nämlich der Vererbung, habe ich in letzter Zeit dazu geneigt, sehr roh und undeutlich zu spekulieren, dass die Fortpflanzung durch wahre Befruchtung sich als eine Art Mischung und nicht als wahre Verschmelzung von zwei verschiedenen Individuen erweisen wird, oder vielmehr von unzähligen Individuen, da jeder Elternteil seine Eltern und Vorfahren hat. Ich kann mir unter keinem anderen Gesichtspunkt die Art und Weise erklären, wie gekreuzte Formen in so großem Maße auf ursprüngliche Formen zurückgehen. Aber all dies ist natürlich unendlich roh. Ich hoffe, im Laufe dieses Monats in London zu sein, und es gibt zwei oder drei Punkte, die ich um meinetwillen kurz mit Ihnen besprechen möchte.
BRIEF 58. AN T.H. HUXLEY. Down, 26. September [1857].
Danke für Ihre sehr angenehme Notiz. Es amüsiert mich zu sehen, was für ein Schreckgespenst ich mir in Ihnen gemacht habe; wenn man einen sehr bissigen und guten Satz geschrieben hat, muss es sehr unangenehm sein, wenn mein Gesicht wie ein hässlicher Geist auftaucht. (58/1. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf Darwins Wunsch, eine gewisse Kampflust bei Huxley zu mäßigen.) Ich habe Agassiz immer Oberflächlichkeit und elende Urteilskraft verdächtigt; aber ich denke, solche Männer tun auf ihre Weise enorm viel Gutes. Sehen Sie, wie er ganz Europa wegen der Gletscher aufgerührt hat. Übrigens war Lyell bei den Gletschern oder vielmehr bei ihren Auswirkungen und scheint gute Arbeit geleistet zu haben, indem er das, was andere getan haben, prüfte und beurteilte...
In Bezug auf die Klassifikation und all die endlosen Streitigkeiten über das „Natürliche System“, das kein Autor auf die gleiche Weise definiert, glaube ich, dass es, gemäß meinen heterodoxen Vorstellungen, einfach genealogisch sein sollte. Aber da wir keine schriftlichen Stammbäume haben, werden Sie vielleicht sagen, dass dies nicht viel helfen wird; aber ich denke, letztendlich wird es das, wann immer Heterodoxie zur Orthodoxie wird, denn es wird eine immense Menge an Müll über den Wert von Merkmalen beseitigen und den Unterschied zwischen Analogie und Homologie klar machen. Die Zeit wird kommen, glaube ich, obwohl ich sie nicht mehr erleben werde, in der wir ziemlich wahre genealogische Bäume jedes großen Naturreichs haben werden.
BRIEF 59. AN T.H. HUXLEY. Down, 16. Dezember [1857].
Meiner Meinung nach ist Ihr Katalog (59/1. Aus einem Brief an Sir J.D. Hooker (25. Dezember 1857) geht hervor, dass sich der Verweis auf die Korrekturfahnen von Huxleys „Explanatory Preface to the Catalogue of the Palaeontological Collection in the Museum of Practical Geology“ von T.H. Huxley und R. Etheridge, 1865, bezieht. Mr. Huxley fügt auf Seite xlix eine Notiz an: „Es sollte beachtet werden, dass diese Seiten vor dem Erscheinen von Mr. Darwins Buch ‚The Origin of Species‘ geschrieben wurden – ein Werk, das eine Revolution in der biologischen Spekulation bewirkt hat.“) schlichtweg die mit Abstand beste Zusammenfassung über die gesamte Wissenschaft der Naturgeschichte, die ich je gesehen habe. Ich habe wirklich keine Kritik: Ich stimme jedem Wort zu. Ihre Metaphern und Erklärungen erscheinen mir bewundernswert. In vielen Teilen ist es seltsam, wie das, was Sie geschrieben haben, mit dem übereinstimmt, was ich geschrieben habe, nur mit dem für mich melancholischen Unterschied, dass Sie alles doppelt so eindrucksvoll ausdrücken wie ich. Ich füge, eher um zu zeigen, dass ich auf alles geachtet habe, als zu irgendeinem anderen Zweck, ein paar höchst triviale Kritiken bei.
Ich war amüsiert, auf einige der Argumente zu stoßen, die Sie im Gespräch mit mir über Klassifikation vorbrachten; und es freut mich, [dass] meine langen Reden insofern nicht umsonst waren, als sie Sie dazu brachten, hier einige gute Sätze hervorzubringen. Aber zur Klassifikation (59/2. Dies bezieht sich wahrscheinlich auf Mr. Huxleys Diskussion über „Natürliche Klassifikation“, ein Thema, das kaum einer fruchtbaren Behandlung zugänglich ist, außer vom Standpunkt der Evolution aus.) bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich Ihnen schon voll und ganz zustimme, obwohl ich jedem Wort, das Sie hier gesagt haben, zustimme. Das Ganze, ich wiederhole, ist meiner Meinung nach bewundernswert und ausgezeichnet.
BRIEF 60. AN J.D. HOOKER. Down, 28. Februar [1858].
Herzlichen Dank für De Candolle, der eingetroffen ist. Ich habe die großen Gattungen in Angriff genommen. Ebenfalls vielen Dank für Ihre wertvollen Bemerkungen zu den Affinitäten der Arten in großen Gattungen, die mir bei meinem Kapitel über Klassifikation von großem Nutzen sein werden. Ihre Meinung ist das, was ich aufgrund des Wenigen, das ich wusste, erwartet hatte, aber ich wollte sie unbedingt bestätigt haben, und viele Ihrer Bemerkungen waren mehr oder weniger neu für mich und alle von Wert.
Sie zeichnen ein trübes Bild von der Philosophie der Botanik. Aufgrund meiner Unwissenheit, nehme ich an, kann ich mich kaum überzeugen, dass die Dinge ganz so schlimm sind, wie Sie sie darstellen – Sie hätten Bemerkungen zur Ornithologie schreiben können! Ich werde viel über Ihre Bemerkungen meditieren, die auch sehr nützlich sein werden, wenn ich meine Tabellen der großen und kleinen Gattungen schreibe und betrachte. Ich muss zu meinem eigenen Leidwesen sagen, dass Watson Ihrer Ansicht zustimmt, aber mit großen Zweifeln. Ich habe ihm keinen Hinweis darauf gegeben, wie Ihre Meinung war. Ich habe an A. Gray und an X. geschrieben, der – d. h. der letztere – in diesem Punkt als S. Smiths „Foolometer“ betrachtet werden kann.
Ich arbeite jetzt an mehreren der großen lokalen Floren, wobei ich alle kleinsten Gattungen vollständig weglasse. Wenn ich dies getan habe und gesehen habe, was die Sektionen der größten Gattungen aussagen, und gesehen habe, was die Ergebnisse der Verbreitung und Häufigkeit der variierenden Arten sind, muss ich zu einer endgültigen Schlussfolgerung kommen, ob ich den Geist ganz aufgeben soll oder nicht. Ich werde dann zeigen, worauf meine Theorie hindeutet, wie die Fakten stehen, dann die Natur Ihres schweren Angriffs darlegen und entweder ganz nachgeben oder den Fall so weit verteidigen, wie ich es ehrlich kann.
Nochmals danke ich Ihnen für Ihre unschätzbare Hilfe. Ich habe den Schlag [Hookers Kritik] in letzter Zeit nicht mehr so sehr gespürt, da ich mich über die Maßen für den Konstruktionsinstinkt der Honigbiene interessiert habe. Adios, Sie schrecklicher Quäler armer Theoretiker!
BRIEF 61. AN J.D. HOOKER. Down [1858?].
Vielen Dank für Ledebour und noch mehr für Ihren Brief mit seiner bewundernswerten Zusammenfassung all Ihrer Einwände. Es ist wirklich sehr nett von Ihnen, sich so viel Mühe mit dem zu machen, was Ihnen wie bloße Hirngespinste erscheint, und wahrscheinlich auch ist.
Ich werde ernsthaft versuchen, vorsichtig zu sein. Ich werde meine Tabellen und Schlussfolgerungen ausschreiben, und (wenn sie gut abgeschrieben sind) hoffe ich, Sie werden so freundlich sein, sie zu lesen. Ich werde sie dann beiseitelegen und nach einigen Monaten mit frischen Augen betrachten. Ich werde alle Ihre Einwände und die von Watson kurz einarbeiten. Ich arbeite unter einer großen Schwierigkeit, weil ich mir sicher bin, dass bei der wenigen systematischen Arbeit, die ich geleistet habe, kleine Gattungen interessanter waren und daher mehr meine Aufmerksamkeit auf sich zogen.
Einer Ihrer Bemerkungen sehe ich die Tragweite unter Ihrem Gesichtspunkt nicht – nämlich, dass in monotypischen Gattungen die „Variation und Variabilität“ „viel häufiger bemerkt“ wird als in polytypischen Gattungen. Ich frage nur ungern, aber dies ist das einzige Ihrer Argumente, dessen Tragweite ich nicht erkenne; und ich wäre certainly sehr froh, es zu wissen. Ich glaube, ich bin der langsamste (vielleicht der schlechteste) Denker in England; und ich gebe daher nun die volle Feindseligkeit der Urticaceae voll zu, die ich in meine Tabellen aufnehmen werde.
Ich werde keine Bemerkungen zu Ihren Einwänden machen, da ich hoffe, dass Sie mein Manuskript lesen werden, was Ihnen nicht viel Mühe kosten wird, wenn es erst einmal sauber abgeschrieben ist. Aus eigener Erfahrung glaube ich kaum, dass die klügsten Beobachter, ohne zu zählen, hätten vorhersagen können, ob es mehr oder weniger aufgezeichnete Varietäten in großen oder kleinen Gattungen gab; denn ich fand, als ich die Liste tatsächlich erstellte, dass ich in meinem Kopf nie ein Gleichgewicht finden konnte – eine gute Anzahl von Varietäten, die zusammen in kleinen oder großen Gattungen auftraten, brachten mich immer aus dem Gleichgewicht...
P.S. – Ich habe gerade gedacht, dass Ihre Bemerkung über die starke Variation monotypischer Gattungen dazu diente, mir zu zeigen, dass selbst in diesen, den kleinsten Gattungen, viel Variabilität vorhanden war. Wenn dies so ist, dann antworten Sie nicht; und ich werde es so verstehen.
BRIEF 62. AN J.D. HOOKER. 23. Februar [1858].
Wollen Sie an einige der größten Gattungen denken, mit denen Sie gut vertraut sind, und dann annehmen, dass 4/5 der Arten völlig zerstört und in den Sektionen (sozusagen) so weit wie möglich im Zentrum solcher großen Gattungen unbekannt sind? Würden dann die verbleibenden 1/5 der Arten, die einige Sektionen bilden, nach der allgemeinen Praxis durchschnittlich guter Botaniker als distinkte Gattungen eingestuft werden? Natürlich wären sie in diesem Fall eng verwandte Gattungen. Die Frage ist eigentlich: Werden alle Arten in einer gigantischen Gattung in dieser Gattung zusammengehalten, weil sie sich in Wirklichkeit so sehr ähneln, dass sie untrennbar sind? Oder ist es deshalb, weil keine Klüfte oder Grenzen gezogen werden können, die die vielen Arten trennen? Die Frage hätte auch für Ordnungen gestellt werden können.
BRIEF 63. AN J.D. HOOKER. Down, 9. Februar [1858].
Ich wäre Ihnen für Ihre Meinung zu dem Beiliegenden sehr verbunden. Sie erinnern sich vielleicht, dass in den drei ersten tabellarisch erfassten Bänden alle Ordnungen korrekt waren, mit Ausnahme der Labiatae. Übrigens, falls Sie den Zettel mit den früheren Ergebnissen durch einen außerordentlichen Zufall noch nicht weggeworfen haben sollten, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie ihn mir zurückschicken könnten, da ich mein Exemplar verloren habe und die gesamte Einteilung noch einmal vornehmen muss; aber suchen Sie BITTE NICHT danach, denn die Berechnung hätte ich ohnehin noch einmal überprüft.
Nun habe ich die drei anderen Bände bearbeitet. Sie werden sehen, dass alle Arten in den sechs Bänden zusammengenommen korrekt sind, ebenso wie alle Ordnungen in den drei letzten Bänden, mit Ausnahme der Verbenaceae. Sind die Verbenaceae nicht sehr eng mit den Labiatae verwandt? Wenn dem so ist, sollte man meinen, dass diese Übereinstimmung kein bloßer Zufall war. Die Arten der Labiatae und Verbenaceae machen zusammen zwischen 1/5 und 1/6 aller Arten (15.645) aus, die ich nun tabellarisch erfasst habe.
Wenn ich nun die vielen lokalen Floren bedenke, die ich tabellarisch erfasst habe (die die gesamte nördliche Hemisphäre umspannen), und berücksichtige, dass sie (und die Autoren des D.C. Prodromus) bei der Erfassung von Varietäten wahrscheinlich unterschiedlich sorgfältig vorgehen und die Gattungen von verschiedenen Leuten nach unterschiedlichen Prinzipien unterteilt werden usw., bin ich über die Gleichförmigkeit des Ergebnisses sehr überrascht und bin überzeugt, dass an der Regel, dass kleine Gattungen weniger variieren als große, etwas Wahres dran sein muss. Was meinen Sie? Hypothetisch kann ich vermuten, wie die Labiatae scheitern könnten – nämlich dann, wenn einige kleine Unterteilungen der Ordnung gegenwärtig in der Welt an Bedeutung gewännen, stark variierten und Arten bildeten. Das bringt mich dazu wissen zu wollen, ob Sie die Labiatae in einige wenige große natürliche Abteilungen unterteilen könnten, damit ich sie dann separat als Unterordnungen tabellarisch erfassen kann. Ich sehe, dass Lindley so viele Abteilungen vornimmt, dass für einen Durchschnitt nicht genug in jeder enthalten wäre. Ich sende Ihnen die Tabelle der Labiatae für den Fall, dass Sie dies für mich tun können. Sie könnten schräge Linien ziehen, die sowohl große als auch kleine Gattungen einschließen und voneinander trennen. Ich habe auch alle Arten in zwei gleiche Massen unterteilt, und meine Regel bewährt sich für alle Arten in einer Masse in den sechs Bänden; sie versagt jedoch bei mehreren (vier) großen Ordnungen – nämlich Labiatae, Scrophulariaceae, Acanthaceae und Proteaceae. Aber wenn die Arten in zwei fast genau gleiche Abteilungen unterteilt werden, sind die Abteilungen mit großen Gattungen so sehr wenige: zum Beispiel wiegt in den Solanaceae Solanum alle anderen auf. Bei den Labiatae wiegen sieben gigantische Gattungen alle anderen auf (d. h. 113), und bei den Proteaceae wiegen fünf Gattungen alle anderen auf. Nun bin ich nach meinen hypothetischen Vorstellungen weit davon entfernt anzunehmen, dass alle Gattungen für immer weiterwachsen, und daher bin ich über dieses Ergebnis nicht überrascht, wenn die Unterteilung so vorgenommen wird, dass sich nur sehr wenige Gattungen auf einer Seite befinden. Meinen Vorstellungen nach sollten die Sektionen oder Untergattungen der gigantischen Gattungen jedoch meiner Regel folgen (d. h. unter der Annahme, dass eine gigantische Gattung ihr Maximum erreicht hat, sollte jede noch stattfindende Zunahme in den größeren Untergattungen stattfinden). Glauben Sie, dass die Sektionen der gigantischen Gattungen im D.C. Prodromus im Allgemeinen NATÜRLICH sind: d. h. nicht auf bloß künstlichen Merkmalen beruhen? Wenn Sie glauben, dass sie im Allgemeinen so natürlich wie möglich gestaltet sind, dann würde ich die Untergattungen sehr gerne tabellarisch erfassen und sie für die Zeit als gute Gattungen betrachten. In diesem Fall, und falls Sie es nicht für unzumutbar halten, dass ich darum bitte, wäre ich Ihnen für die Ausleihe der Bände X., XI., XII. und XIV. sehr dankbar, die Acanthaceae, Scrophulariaceae, Labiatae und Proteaceae enthalten – also die Ordnungen, die bei einer völlig gleichmäßigen Unterteilung nicht mit meiner Regel übereinstimmen und in denen nur sehr wenige Gattungen alle anderen aufwiegen.
Ich habe Ihnen eine ungeheuer lange Prosa geschrieben.
BRIEF 64. AN J.D. HOOKER. Down, 8. Juni [1858].
Ich bin mit Furunkeln ans Sofa gefesselt, also müssen Sie mir erlauben, mit Bleistift zu schreiben. Sie würden lachen, wenn Sie wüssten, wie sehr mich Ihre Notiz gefreut hat. Ich hatte die feste Überzeugung, dass Sie sagen würden, mein ganzes Manuskript sei Unsinn, und Gott sei Dank sind Sie einer der wenigen Männer, die es wagen, die Wahrheit zu sagen. Obwohl ich mich nicht sehr darum geschert hätte, das Wegzuwerfen, was Sie gesehen haben, war ich doch gezwungen, mir einzugestehen, dass alles ziemlich gleich war, und wenn Sie das verurteilen würden, würden Sie meine gesamte Lebensarbeit verurteilen, und das, muss ich gestehen, hat mich ein wenig niedergeschlagen; aber ich hätte es ertragen können, denn ich habe die Überzeugung, dass ich ehrlich mein Bestes getan habe. Die Diskussion steht am Ende des langen Kapitels über Variation im Naturzustand, sodass ich, soweit ich kann, erörtert habe, was man als Varietät bezeichnen soll. Ich werde versuchen, an dieser Stelle jegliche Anspielung auf das Kommen und Gehen von Gattungen wegzulassen, bis ich das „Prinzip der Divergenz“ erörtere, das zusammen mit der „Natürlichen Selektion“ der Schlussstein meines Buches ist; und ich habe großes Vertrauen, dass es fundiert ist. Ich würde diese Diskussion abschreiben lassen, wenn ich wirklich glauben könnte, dass es Sie nicht langweilen würde, sie zu lesen – denn glauben Sie mir, ich schätze jedes Wort Ihrer Kritik voll und ganz, und der Vorteil, den ich aus Ihnen gezogen habe, lässt sich nicht in Worte fassen...
Ich freue mich zu hören, dass der arme alte Brown so leicht stirbt...
Sie werden es kleinlich finden, aber da ich gebeten wurde, für den Druck des Diploms [von einer Gesellschaft, deren Ehrenmitglied er geworden war] zu zahlen, wollte ich nicht ablehnen, also sende ich 1 Pfund. Aber ich halte es für ein schäbiges Vorgehen. Wenn ein Gentleman mir einen Dienst erwiese, obwohl er nicht darum gebeten wurde, und dann Bezahlung forderte, würde ich ihn bezahlen und ihn für einen schäbigen Kerl halten; und nach diesem Prinzip sende ich mein 1 Pfund.
(65/1. Die folgenden vier Briefe beziehen sich auf eine 1858 von den Treuhändern des British Museum eingeleitete Untersuchung über die Verwendung der naturhistorischen Sammlungen. Die Untersuchung war einer der ersten Schritte zur Einrichtung des Cromwell Road Museum, die 1875 vollzogen wurde.)
BRIEF 65. AN R.I. MURCHISON. Down, 19. Juni [1858].
Ich habe gerade Ihre Notiz erhalten. Leider kann ich am Montag nicht im British Museum anwesend sein. Ich nehme nicht an, dass meine Meinung zum Gegenstand Ihrer Notiz von Wert sein kann, da ich das Thema nicht sehr bedacht oder den Vorteil hatte, es mit anderen Naturforschern zu diskutieren. Aber mein Eindruck ist, dass viel Gewicht auf dem liegt, was Sie darüber sagen, die naturhistorische Sammlung des British Museum nicht aufzulösen. Ich denke, eine nationale Sammlung sollte in London sein. Ich kann jedoch sehen, dass einige gewichtige Argumente zugunsten von Kew angeführt werden könnten, aufgrund des immensen Wertes der Sammlung und Bibliothek von Sir W. Hooker; aber dies ist Privateigentum, und mir ist nicht bekannt, dass es eine Gewissheit gibt, dass sie immer in Kew bleiben werden. Wäre dies der Fall, hätte ich gedacht, dass die botanische Sammlung dorthin hätte verlagert werden können, ohne die anderen Zweige der Sammlungen zu gefährden. Aber ich denke, es wäre das größte Übel, das der Naturwissenschaft in diesem Land jemals zustoßen könnte, wenn die anderen Sammlungen jemals aus dem British Museum und der Bibliothek entfernt würden.
BRIEF 66. AN T.H. HUXLEY.
(66/1. Die Denkschrift, auf die sich der folgende Brief bezieht, wurde am 18. November an den Schatzkanzler gerichtet. Sie wurde von Huxley, Bentham, W.H. Harvey, Henfrey, Henslow, Lindley, Busk, Carpenter und Darwin unterzeichnet. Die Denkschrift, die zugänglich ist, wie sie im „Gardeners' Chronicle“ vom 27. November 1858, Seite 861, veröffentlicht wurde, empfahl allgemein die Zusammenlegung der nationalen botanischen Sammlungen in Kew.
Im Februar 1900 wurde von den Lords Commissioners of the Treasury ein Komitee ernannt, „um die gegenwärtigen Vereinbarungen zu prüfen, unter denen botanische Arbeiten geleistet und Sammlungen von den Treuhändern des British Museum bzw. unter dem Ersten Kommissar für Bauwesen in Kew gepflegt werden; und zu berichten, welche Änderungen (falls vorhanden) in diesen Vereinbarungen notwendig oder wünschenswert sind, um eine Doppelarbeit und Doppelsammlungen an den beiden Institutionen zu vermeiden.“ Das Komitee veröffentlichte seinen Bericht im März 1901 und empfahl eine ähnliche Regelung, wie sie 1858 vorgeschlagen wurde.)
Down, 23. Oktober [1858].
Die Namen, die Sie als Unterstützer Ihrer Denkschrift nennen, lassen mich an meinem eigenen Urteil zweifeln; aber da ich Ja oder Nein sagen muss, bin ich gezwungen zu sagen, dass ich an der Weisheit der Bewegung zweifle und im Augenblick nicht bereit bin zu unterschreiben. Meine Gründe, vielleicht von sehr geringem Wert, sind wie folgt. Die herrschenden Klassen sind durch und durch unwissenschaftlich, und die Männer der Kunst und Archäologie haben bei der Regierung viel größeres Gewicht als wir. Wenn wir einen Schritt zur Trennung vom British Museum unternehmen, kann ich nicht umhin zu befürchten, dass wir vor die Hunde gehen könnten. Ich denke, wir verdanken unsere Position zu einem großen Teil den Hunderttausenden von Menschen, die das British Museum besuchen, angezogen von der heterogenen Mischung der Objekte. Wenn wir diese Unterstützung verlören, wie ich glaube, dass wir es täten – denn eine bloße Sammlung von Tieren scheint für die Massen nicht sehr attraktiv zu sein (nach dem Museum der Zoological Society zu urteilen, das früher am Leicester Square war) –, dann glaube ich nicht, dass wir von der Regierung annähernd so viel Hilfe erhalten würden. Daher wäre ich geneigt, an den Mumien und assyrischen Göttern festzuhalten, solange wir können. Wenn wir wüssten, dass die Regierung uns hinauswerfen wollte, dann, und erst dann, wäre ich geneigt, einen energischen Schritt zu unternehmen. Wenn wir uns trennten, glaube ich nicht, dass uns Gelder für die vielen Bücher bewilligt würden, die für gelegentliches Nachschlagen erforderlich sind: Jeder muss aus seiner eigenen Erfahrung sprechen. Ich habe so oft alte Transaktionen und alte Reiseberichte usw. einsehen müssen, dass ich es außerordentlich bedauern würde, wenn ich bei der Arbeit im British Museum von der gesamten Bibliothek getrennt wäre. Die Einrichtungen für die Arbeit an bestimmten großen Klassen – wie Vögeln, großen Fossilien usw. – sind zweifellos so schlecht wie möglich, oder vielmehr unmöglich an den offenen Tagen; aber ich habe die Arbeitsräume der Assistenten für alle anderen Klassen an allen Tagen als sehr bequem empfunden.
Was die botanischen Sammlungen betrifft, so bin ich zu unwissend, um irgendeine Meinung zu äußern. Der Punkt scheint zu sein, wie weit Botaniker Einwände dagegen hätten, nach Kew zu reisen; aber es gibt offensichtlich viele große Vorteile bei der Verlagerung.
Wenn ich meinen eigenen Willen hätte, würde ich die Sammlung des British Museum nur zu einer typischen Sammlung für die Ausstellung machen, was für die Bevölkerung (und ich denke auch für Naturforscher) genauso amüsant und weitaus lehrreicher wäre als die gegenwärtige enorme Ausstellung von Vögeln und Säugetieren. Ich würde die Kosten für das Ausstopfen sparen und alle Felle, bis auf einige „Typische“, in Schubladen aufbewahren. Auf diese Weise würde viel Platz gespart, und den wirklichen Arbeitern, die den ganzen Tag arbeiten könnten, könnte etwas mehr Raum gegeben werden. Räume, die mit Tausenden von Schubladen ausgestattet sind, würden nur sehr wenig kosten. Damit wäre ich zufrieden. Bis ich ziemlich sichere Informationen hätte, dass wir hinausgeworfen würden, würde ich mich in dieser Angelegenheit nicht rühren. Mit solchen Gegnern, wie Sie sie nennen, wage ich zu sagen, dass ich völlig falsch liege; aber das ist mein bestes, wenn auch zweifelhaftes, gegenwärtiges Urteil...
Es erscheint mir gefährlich, auch nur ein neues wissenschaftliches Museum anzudeuten – ein populäres Museum, und die Zoologischen Gärten zu subventionieren; es würde, denke ich, jede Regierung erschrecken.
BRIEF 67. AN J.D. HOOKER. Moor Park, Farnham, Surrey [Oktober] 29. [1858].
Da Sie sagen, dass Sie gute private Informationen darüber haben, dass die Regierung tatsächlich beabsichtigt, die Sammlung aus dem British Museum zu entfernen, hat sich der Fall für mich persönlich völlig geändert; und so wie die Denkschrift jetzt steht, mit einem solchen Ausdruck an der Spitze, habe ich keinerlei Einwände zu unterschreiben. Ich muss eine sehr starke Meinung äußern, dass es ein immenses Übel wäre, nach Kensington umzuziehen, nicht so sehr wegen der Männer der Wissenschaft, sondern für die Massen im gesamten östlichen und zentralen Teil Londons. Ich denke ferner, dass es ein großes Übel wäre, eine typische Sammlung (die ich keineswegs nur als populär ansehen kann) von der Sammlung in ihrer Gesamtheit zu trennen. Könnte nicht ein Ausdruck hinzugefügt werden, der noch stärker ist als die jetzt verwendeten, bezüglich der Ausstellung (die eine Art Eitelkeit der Kuratoren ist) einer so großen Anzahl von Vögeln und Säugetieren mit einem solchen Verlust an Platz. Ich bin niedergeschlagen bei der Überzeugung, dass die Regierung niemals genug Geld für eine wirklich gute Bibliothek geben wird.
Ich will nicht wunderlich sein, aber ich würde es hassen zu unterschreiben, ohne einen Ausdruck darüber, dass der Standort für die Bevölkerung von ganz London leicht zugänglich ist.
Ich wiederhole, so wie die Dinge jetzt stehen, werde ich stolz sein zu unterschreiben.
BRIEF 68. AN T.H. HUXLEY. Down, 3. November [1858].
Ich stimme allem, was Sie in Ihrer Notiz sagen, voll und ganz zu. Ich hatte einige Korrespondenz mit Hooker über das Thema. Da es sicher zu sein scheint, dass eine Bewegung im British Museum allgemein erwartet wird, ist mein Haupteinwand völlig ausgeräumt; und, wie ich Hooker gesagt habe, habe ich keinerlei Einwände, eine Denkschrift von der Art derjenigen zu unterschreiben, die er mir geschickt hat oder die jetzt zurückgegeben wurde. Beide scheinen mir sehr gut zu sein. Ich kann nicht umhin zu fürchten, ob die Regierung jemals genug Geld für Bücher bewilligen wird. Ich kann viele Vorteile darin sehen, nicht unter dem unmütterlichen Flügel von Kunst und Archäologie zu stehen, und meine einzige Sorge war, dass wir nicht stark genug wären, um ohne irgendeinen Schutz zu leben, so tiefgreifend, denke ich, ist die Verachtung für und die Unkenntnis der Naturwissenschaft unter den Gentlemen Englands. Hooker sagt mir, dass ich mich für Kensington Gore bekehren ließe, wenn ich alles hörte, was zu seinen Gunsten gesagt werden könnte; aber ich kann mich immer noch nicht des Gedankens erwehren, dass ein so westlicher Standort ein großes Unglück ist. Wurde Lyell konsultiert? Sein Name wäre ein mächtiger Name, und solche Namen zählen viel bei unseren unwissenden Regierenden. Sie scheinen sich viel Mühe mit der Angelegenheit gegeben zu haben, und ich ehre Sie dafür.
BRIEF 69. AN J.D. HOOKER. Down, 9. November [1858].
Ich bin ganz entzückt, von der Copley und Lyell zu hören. (69/1. Die Copley-Medaille der Royal Society wurde 1858 an Lyell verliehen.) Ich bin viele Male vor Entrüstung heiß geworden, wenn ich daran gedacht habe, wie der Vorschlag letztes Jahr nach Ihrer Schilderung aufgenommen wurde. Ich freue mich auch sehr, von Hancock zu hören (Albany Hancock erhielt 1858 eine Royal Medal.); es wird zeigen, dass die Provinzler nicht vernachlässigt werden. Alles in allem sind die Medaillen großartig. Ich werde stolz sein und mich verpflichtet fühlen, bei der Lobrede zu helfen, was eine ziemlich schwere Steuer für die Vorschlagenden von Medaillen ist, wie ich bei Richardson und Westwood festgestellt habe; aber Lyells Fall wird zwanzigmal schwieriger sein. Ich werde noch heute Abend damit beginnen, ein paar Bemerkungen zu Lyell zu notieren; obwohl zweifellos das meiste überflüssig sein wird und einiges eine wohlüberlegte Überlegung erfordern würde. Wie dem auch sei, solche Notizen können eine erste Hilfe für Sie sein; ich werde sie in ein paar Tagen schicken und werde alles andere tun, was Sie wünschen...
P.S. – Ich habe heute Morgen einen Brief von Henslow erhalten. Er kommt am [Donnerstag] 25. hierher, und ich werde mich sehr freuen, ihn zu sehen; aber es hält mich davon ab, zum Club zu kommen, wie ich es arrangiert hatte, und jetzt nehme ich an, dass ich erst am 16. Dezember in London sein werde, falls nicht Kleinkram mich zwingt, früher zu kommen. Natürlich habe ich Henslow kein Wort von meiner Planänderung gesagt. Ich hatte mich mit Freude auf ein Gespräch mit Ihnen und anderen gefreut.
P.S. 2. – Ich habe gestern den ganzen Abend mit Nachdenken gearbeitet und habe das Papier geschrieben, das heute Morgen mit dieser Post versandt wurde. Kein einziger Satz würde passen, aber es ist die Art von grober Skizze, die ich entworfen hätte, wenn ich es hätte tun müssen. Gott weiß, ob es Ihnen überhaupt helfen wird. Es ist erbärmlich geschrieben, mit schrecklich schlechten Metaphern, wahrscheinlich schrecklich schlechter Grammatik. Es ist mein bewusster Eindruck, so wie ich ihn an jeden Freund geschrieben hätte, der mich gefragt hätte, was ich von Lyells Verdiensten halte. Ich werde alles andere tun, was Sie wünschen oder was ich kann.
BRIEF 70. AN J.D. HOOKER. Down, 30. Dezember [1858].
Ich habe dies kopieren lassen, um Ihnen Mühe zu ersparen, da es abscheulich geschrieben war und jetzt abscheulich ausgedrückt ist.
Ihr Brief hat mich sehr interessiert; aber wie unauflöslich sind die Themen, die wir diskutieren! Ich glaube nicht, dass ich gesagt habe, dass ich die Erzeugnisse Asiens für HÖHER (70/1. Zur Verwendung der Begriffe „höher“ und „niedriger“ siehe Briefe 35 und 36.) halte als die Australiens. Ich beabsichtige, diesen Ausdruck sorgfältig zu vermeiden (70/2. In einem Blatt mit Bleistiftnotizen, das in Darwins Exemplar der „Vestiges“ geheftet ist, kommen die Worte vor: „Verwende niemals das Wort höher und niedriger.“), denn ich glaube nicht, dass irgendjemand eine klare Vorstellung davon hat, was mit höher gemeint ist, außer in Klassen, die lose mit dem Menschen verglichen werden können. Nach unserer Theorie der Natürlichen Selektion, wenn die Organismen eines Gebiets aus dem Eozän oder der Sekundärzeit in Wettbewerb mit denen stünden, die jetzt in demselben Gebiet existieren (oder wahrscheinlich in irgendeinem Teil der Welt), würden sie (d. h. die alten) haushoch geschlagen und ausgerottet werden; wenn die Theorie wahr ist, muss dies so sein. Auf dieselbe Weise glaube ich, dass eine größere Anzahl der Erzeugnisse Asiens, des größten Territoriums der Welt, die Australiens schlagen würde, als umgekehrt. So scheint es zwischen Europa und Nordamerika zu sein, denn ich kann kaum an den Unterschied des Handelsstroms glauben, der einen so großen Unterschied in den Anteilen der Einwanderer verursacht. Aber diese Art von Höhe (ich wünschte, ich könnte einen Ausdruck erfinden und muss versuchen, dies zu tun) ist anders als Höhe in der allgemeinen Akzeptanz des Wortes. Es könnte mit der Degeneration der Organisation verbunden sein: So könnte die blinde degenerierte wurmartige Schlange (Typhlops) den wahren Regenwurm verdrängen. Hier wäre also Degeneration in der Klasse, aber sicherlich Zunahme in der Skala der Organisation bei den allgemeinen Bewohnern des Landes. Auf der anderen Seite wäre es genauso leicht zu glauben, dass wahre Regenwürmer die Typhlops schlagen könnten. Ich sehe nicht, wie diese „wettbewerbsorientierte Höhe“ von uns in irgendeiner Weise getestet werden kann. Und das ist ein Trost für mich, wenn ich mental die silurischen und rezenten Organismen vergleiche. Nicht dass ich daran zweifle, dass ein langer Verlauf von „wettbewerbsorientierter Höhe“ die Organisation letztendlich in jeder Hinsicht höher machen wird; aber es scheint am schwierigsten zu testen. Betrachten Sie einerseits Erigeron canadensis und andererseits Anacharis (70/3. Anacharis (Elodea canadensis) und Erigeron canadensis sind beide erfolgreiche Einwanderer aus Amerika.); diese Pflanzen müssen irgendeinen Vorteil gegenüber europäischen Erzeugnissen haben, um sich so zu verbreiten. Doch wer könnte ihn entdecken? Affen können mit Faultieren und Opossums koexistieren, Ordnungen am unteren Ende der Skala; und die Opossums könnten durchaus von plazentalen Insektivoren geschlagen werden, die aus einem Land kommen, in dem es keine Affen usw. gab. Ich würde es bedauern, die Ansicht aufzugeben, dass ein altes und sehr großes zusammenhängendes Territorium im Allgemeinen Organismen hervorbringen würde, die im wettbewerbsorientierten Sinne höher sind als ein kleineres Territorium. Ich mag natürlich in Bezug auf die Pflanzen Australiens völlig falsch liegen (und Ihre Fakten sind mir natürlich in Bezug auf ihre Höhe völlig neu), aber wenn ich die Berichte über die enorme Ausbreitung europäischer Pflanzen in Australien lese und an die Wolle und das Getreide denke, die von dort nach Europa gebracht werden, und keine einzige Pflanze naturalisiert ist, kann ich den Verdacht kaum vermeiden, dass Europa Australien in seinen Erzeugnissen schlägt. Wenn viele (d. h. mehr als ein oder zwei) australische Pflanzen in Indien WIRKLICH naturalisiert sind (N.B. Naturalisation auf indischen Bergen kaum ganz fair, da Berge kleine Inseln im Land sind), muss ich meine Farben streichen. Ich würde mich freuen zu hören, ob das, was ich zu diesem Punkt sehr unklar geschrieben habe, IRGENDEINEN Effekt auf Sie hat; denn ich möchte meinen Geist klären, da ich vielleicht ein oder zwei Sätze in meinem Abstrakt zu diesem Thema einfügen sollte. (70/4. Abstrakt war Darwins Name für den „Origin“ während Teilen von 1858 und 1859.)
Ich war schon immer bereit, auf früheren riesigen Landmassen in Ozeanen die Segel zu streichen, sofern irgendein Fall dies in erheblichem Maße erforderte. Vielleicht ist Ihrer ein solcher Fall, aber gegenwärtig ziehe ich Land in den antarktischen Regionen bei weitem vor, wo es jetzt nur Eis und Schnee gibt, das aber vor der Eiszeit durchaus mit Vegetation bedeckt gewesen sein könnte. Sie müssen also weit weniger Land erfinden, und zwar zentraler gelegenes; und Hilfe beim Transport von Samen bietet treibendes Eis.
Ich hoffe, ich werde Sie nicht ermüden, indem ich meine Vorstellungen in dieser Ausführlichkeit niederschreibe. Nachdem ich Ihnen das letzte Mal geschrieben hatte, begann ich zu denken, dass das malaiische Land während eines Teils der Eiszeit existiert haben könnte. Dass ich anfangs zweifelte, lag an dem Unterschied der existierenden Säugetiere auf verschiedenen Inseln; doch viele sind sehr nah verwandt, und einige sind auf den Inseln identisch, und ich täusche mich ständig selbst, wenn ich an die geringe Veränderung denke, die die Schalen und Pflanzen erfahren haben, während sie alle seit der Eiszeit in ihrer eigenen nördlichen Hemisphäre koexistierten; aber ich bin überzeugt, dass dies eine höchst falsche Schlussfolgerung ist, denn die Beziehungen der Organismen zu neuen Organismen sind, wenn sie zusammengebracht werden, bei weitem am wichtigsten.
Wenn Sie davon sprechen, dass Pflanzen seit alten geologischen Perioden eine stärkere Veränderung erfahren haben als Tiere, vergleichen Sie dann nicht eher Pflanzen mit höheren Tieren? Bedenken Sie, wie wenig sich manche, ja viele Mollusken verändert haben. Erinnern Sie sich an den silurischen Nautilus, Lingula und andere Brachiopoden, und Nucula, und unter den Echinodermen an die silurische Asterias usw.
Was Sie über die Niedrigwüchsigkeit von Brackwasserpflanzen sagen, interessiert mich. Ich erinnere mich, dass sie dazu neigen, gesellig zu sein (d. h. viele Individuen im Vergleich zu spezifischen Formen), und ich wäre versucht, dies als einen Fall eines sehr kleinen Areals zu betrachten und folglich als sehr wenige Individuen im Vergleich zu denen an Land oder im reinen Süßwasser; und daher eine geringere Entwicklung (abscheuliches Wort!) als an Land oder im Süßwasser. Aber hier kommt Ihr zweischneidiges Schwert ins Spiel! Ich würde sehr gerne irgendeine Abhandlung über Pflanzen des Brackwassers oder am Meeresrand sehen; aber ich nehme an, eine solche wurde nie veröffentlicht.
Danke für das Nelumbium, denn ich glaube, das war genau die Pflanze, die mich aufgrund der Größe des Samens in Erstaunen versetzte und die A. De Candolle als einen wunderbaren Fall von fast unmöglich zu bewerkstelligendem Transport anführte. Ich finde jetzt zu meiner Überraschung, dass Reiher sich manchmal von [unleserlich] Früchten ernähren; und Lappentaucher von Samen der Compositae.
Vielen Dank für das Hilfsangebot bezüglich eines Zuschusses für das Abstrakt; aber ich hoffe, es wird sich genug verkaufen, um die Kosten zu decken.
Ich lese Ihren Brief und kritzele, während ich fortfahre.
Ihr Eichen- und Kastanienfall erscheint mir sehr merkwürdig; ist er nicht umso mehr so, da Buchen in den Süden gegangen sind oder von dort kamen? Aber ich protestiere vehement dagegen, dass Sie oder irgendjemand solche Fälle zu besonderen Wundern erhebt, es sei denn, Sie sind bereit zu sagen, warum jede Art in irgendeiner Flora zwei- oder dreimal usw. seltener ist als jede andere Art, die im gleichen Boden wächst. Je mehr ich darüber nachdenke, desto deutlicher wird mir, wie völlig unwissend wir über die tausend Eventualitäten sind, von denen Verbreitung, Häufigkeit und Aussterben jeder Art abhängen.
Ich habe manchmal gedacht, ausgehend von Edentata (70/5. Zweifellos ein Fehler für Monotremata.) und Marsupialia, dass Australien einen Überrest des früheren und antiken Zustands der Fauna der Welt bewahrt, und ich vermute, dass Sie für Pflanzen zu einem ähnlichen Schluss kommen; aber ist die Beziehung zwischen dem Kap und Australien für solche Ansichten nicht zu speziell? Ich schließe aus Ihren Schriften, dass die Beziehung zwischen Feuerland und Australien zu speziell ist, als dass wir die Ähnlichkeiten bei bestimmten Pflanzen als Relikte weltweiter Ähnlichkeiten betrachten könnten. Andererseits, haben nicht die Sandwichinseln in der nördlichen Hemisphäre einige seltsame Beziehungen zu Australien? Wenn wir tot und begraben sind, welch ein edles Thema wird die Geografische Verbreitung sein!
Sie können sagen, was Sie wollen, aber Sie werden mich niemals davon überzeugen, dass ich Ihnen nicht zehnmal so viel schulde, wie Sie mir schulden können. Leben Sie wohl, mein lieber Hooker. Es tut mir leid zu hören, dass Sie beide an Influenza erkrankt sind. Bemühen Sie sich nicht, auf irgendetwas in diesem Brief zu antworten, außer auf Ihren allgemeinen Eindruck über den Kampf zwischen N. und S.
KAPITEL 1.III.--EVOLUTION, 1859-1863.
BRIEF 71. AN A.R. WALLACE. Down, 6. April 1859.
Ich habe heute Morgen Ihre angenehme und freundliche Notiz vom 30. November erhalten. Der erste Teil meines Manuskripts ist in Murrays Händen, um zu sehen, ob er es veröffentlichen möchte. Es gibt kein Vorwort, sondern eine kurze Einleitung, die jeder lesen muss, der mein Buch liest. Den zweiten Absatz in der Einleitung (71/1. „Origin of Species“, Ausgabe I., 1859, Seiten 1 und 2.) habe ich wortgetreu von meinem Konzept abschreiben lassen, und Sie werden hoffentlich denken, dass ich Ihr Papier im „Linn. Journal“ angemessen gewürdigt habe. (71/2. „On the Tendency of Species to form Varieties, and on the Perpetuation of Varieties and Species by Natural Means of Selection.“ Von Charles Darwin und Alfred Russell Wallace. Übermittelt von Sir Charles Lyell und J.D. Hooker. „Journ. Linn. Soc.“ Band III., Seite 45, 1859. (Gelesen am 1. Juli 1858.)) Sie müssen bedenken, dass ich jetzt nur ein Abstrakt veröffentliche und keine Referenzen angebe. Ich werde natürlich auf Ihre Arbeit über die Verbreitung anspielen (71/3. „On the Law which has regulated the Introduction of New Species“ (A.R. Wallace). „Ann. Mag. Nat. Hist.“ Band XVI., Seite 184, 1855. Das erwähnte Gesetz wird von Wallace wie folgt dargelegt: „Jede Art ist zeitlich und räumlich mit einer bereits existierenden, eng verwandten Art zusammen entstanden“ (loc. cit., Seite 186).); und ich habe hinzugefügt, dass ich aus der Korrespondenz weiß, dass Ihre Erklärung Ihres Gesetzes dieselbe ist wie die, die ich anbiete. Sie haben recht, dass ich durch das Studium domestizierter Erzeugnisse zu dem Schluss kam, dass Selektion das Prinzip der Veränderung sei; und dann, als ich Malthus las, sah ich sofort, wie ich dieses Prinzip anwenden konnte. Die geografische Verbreitung und die geologischen Beziehungen zwischen ausgestorbenen und rezenten Bewohnern Südamerikas führten mich zuerst zu diesem Thema: insbesondere der Fall der Galapagosinseln. Ich hoffe, Anfang nächsten Monats in den Druck zu gehen. Es wird ein kleiner Band von etwa fünfhundert Seiten oder so sein. Ich werde Ihnen natürlich ein Exemplar senden. Ich vergesse, ob ich Ihnen sagte, dass Hooker, der unser bester britischer Botaniker und vielleicht der beste der Welt ist, ein vollständiger Bekehrter ist und nun unmittelbar sein Glaubensbekenntnis veröffentlichen wird; und ich erwarte täglich, Druckfahnen zu sehen. (71/4. „The Flora of Australia, etc., an Introductory Essay to the Flora of Tasmania.“ London 1859.) Huxley hat sich gewandelt und glaubt an die Mutation der Arten: ob er ein Bekehrter zu uns ist, weiß ich nicht genau. Wir werden noch erleben, dass alle jüngeren Männer Bekehrte sind. Mein Nachbar und ein ausgezeichneter Naturforscher, J. Lubbock, ist ein enthusiastischer Bekehrter. Ich sehe, dass Sie im Archipel großartige Arbeit leisten; und ich sympathisiere von ganzem Herzen mit Ihnen. Um Gottes willen, passen Sie auf Ihre Gesundheit auf. Es gab nur wenige so edle Arbeiter im Dienste der Naturwissenschaft wie Sie.
P.S. Sie können nicht sagen, wie sehr ich Ihren Geist bewundere, in der Art und Weise, wie Sie alles hingenommen haben, was bezüglich der Veröffentlichung all unserer Papiere getan wurde. Ich hatte tatsächlich einen Brief an Sie geschrieben, in dem ich erklärte, dass ich nichts veröffentlichen würde, bevor Sie veröffentlicht hätten. Ich hatte diesen Brief noch nicht zur Post gebracht, als ich einen von Lyell und Hooker erhielt, die mich drängten, ihnen ein Manuskript zu senden und ihnen zu erlauben, so zu handeln, wie sie es für fair und ehrlich für uns beide hielten; und das tat ich.
(71/5. Das Folgende ist die Passage aus der Einleitung zum „Origin of Species“, auf die im ersten Absatz des obigen Briefes Bezug genommen wird.)
„Meine Arbeit ist nun fast beendet; aber da es mich noch zwei oder drei Jahre kosten wird, sie zu vervollständigen, und da meine Gesundheit alles andere als stark ist, wurde ich gedrängt, dieses Abstrakt zu veröffentlichen. Ich wurde ganz besonders dazu veranlasst, da Mr. Wallace, der jetzt die Naturgeschichte des malaiischen Archipels studiert, zu fast genau denselben allgemeinen Schlussfolgerungen über den Ursprung der Arten gelangt ist wie ich. Letztes Jahr sandte er mir eine Abhandlung zu diesem Thema mit der Bitte, sie an Sir Charles Lyell weiterzuleiten, der sie an die Linnean Society schickte, und sie ist im dritten Band des Journals dieser Gesellschaft veröffentlicht. Sir C. Lyell und Dr. Hooker, die beide von meiner Arbeit wussten – letzterer hatte meine Skizze von 1844 gelesen –, ehrten mich, indem sie es für ratsam hielten, mit Mr. Wallace’ ausgezeichneter Abhandlung einige kurze Auszüge aus meinen Manuskripten zu veröffentlichen.“
BRIEF 72. AN J.D. HOOKER. Down, 3. Mai 1859.
In Bezug auf Rückschläge habe ich vage Erinnerungen an vage Tatsachen zusammengekratzt; und der Eindruck auf meinen Geist ist etwas mehr zugunsten von Rückschlägen, als er war, als Sie hier waren.
In meinem Abstrakt (72/1. „The Origin of Species.“) gebe ich nur einen Absatz über den allgemeinen Fall des Rückschlags, obwohl ich auf einige Fälle von Rückschlägen besonderer Art im Detail eingehe. Ich habe meine Fakten zu diesem Thema noch nicht alle zusammengetragen, kann also zu keinem definitiven Schluss kommen. Aber da einzelne Merkmale rückschlägig sein können, muss ich sagen, dass ich keine Unwahrscheinlichkeit sehe, dass mehrere rückschlägig sind. Da ich nicht glaube, dass irgendwelche fundierten Experimente oder Tatsachen bekannt sind, muss sich jeder seine Meinung aus vagen Allgemeinheiten bilden. Ich denke, Sie verwechseln zwei eher unterschiedliche Erwägungen; eine Variation entsteht aus irgendeinem Grund, und Rückschlag steht dem nicht entgegen, sondern nur ihrer Vererbung. Nicht, dass ich nicht glaube, dass vielleicht ein Dutzend unterschiedliche Gesetze alle gegeneinander kämpfen, bei jeder Variation, die jemals entsteht. Um meinen Eindruck zu vermitteln, wenn ich gezwungen wäre zu wetten, ob nach hundert Generationen des Wachstums in einem armen sandigen Boden ein Blumenkohl und Rotkohl in dieselbe Form zurückkehren würden oder nicht, müsste ich sagen, ich würde eher mein Geld darauf verwetten, dass sie es täten. Aber in einem solchen Fall sind die Lebensbedingungen verändert (und hier kommt die Frage des direkten Einflusses der Bedingung), und es soll keine Selektion stattfinden, die vergleichsweise plötzlichen Wirkungen der menschlichen Selektion sind dem freien Spiel des Rückschlags überlassen.
Kurz gesagt, ich wage es nicht, zu irgendeinem Schluss zu kommen, ohne alle Fakten zu vergleichen, die ich gesammelt habe, und ich glaube nicht, dass es viele gibt.
Bitte sagen Sie niemandem, dass ich dachte, mein Buch über Arten würde einigermaßen populär sein und einen einigermaßen lohnenden Absatz finden (was der Höhepunkt meines Ehrgeizes war), denn wenn es sich als totaler Fehlschlag erweisen sollte, würde mich das nur noch lächerlicher machen.
BRIEF 73. AN W.H. MILLER. Down, 5. Juni [1859].
Ich danke Ihnen sehr für Ihren Brief. Hätte ich das Interesse meiner Bemerkung gesehen, hätte ich viel mehr Messungen vorgenommen, obwohl ich mehrere gemacht habe. Ich habe die Tatsachen lediglich angegeben, um dem allgemeinen Leser eine Vorstellung von der Dicke der Wände zu geben. (73/1. Die Wände der Bienenwaben: siehe Brief 173.)
Besonders wenn ich gesehen hätte, dass die Tatsache irgendeine allgemeine Bedeutung hat, hätte ich angegeben, dass, soweit ich messen konnte, die Wände keineswegs vollkommen von gleicher Dicke sind. Auch hätte ich angegeben, dass der Hauptunterschied darin besteht, wenn die Dicke der Wände des oberen Teils des Sechsecks und der pyramidenförmigen Basisplatten gegenübergestellt wird. Werden Sie mich verpflichten, mit einer starken Lupe das Stück Wabe zu betrachten, mit einem Messer die oberen verdickten Kanten abzubürsten und dann nur mit dem Auge die Dicke der Wände dort mit der Dicke der Basisplatten zu vergleichen, wie sie in irgendeinem Querschnitt zu sehen ist. Ich würde sehr gerne hören, ob der Unterschied nicht einmal auf diese Weise wahrnehmbar ist. Es ist im Allgemeinen so wahrnehmbar, indem man die Dicke der Wände des Sechsecks (falls nicht zu nahe am Winkel genommen) in der Nähe der Basisplatten vergleicht, wo der Vergleich mit dem Auge natürlich einfacher ist. Ihr Brief machte mich vor Panik geradezu krank; da ich keine große Bedeutung [in der] Tatsache sah, bis ich meine Notizen ansah, erinnerte ich mich nicht, dass ich mehrere Messungen machte. Ich habe jetzt dieselben Messungen wiederholt, grob mit denselben allgemeinen Ergebnissen, aber der Unterschied ist, glaube ich, kaum doppelt so groß.
Ich hätte die Dicke der Basisplatten überhaupt nicht erwähnt, hätte ich nicht gedacht, dass es einen unfairen Eindruck von der Dicke der Wände geben würde, nur die geringeren Messungen anzugeben.
BRIEF 74. AN W.H. MILLER. [1859]
Ich hatte nicht gedacht, dass Sie die Dicke der Wände der Zellen messen würden; aber wenn Sie es tun und mir erlauben, Ihre Messungen anzugeben, wäre das ein immenser Vorteil. Da es keine Mühe macht, sende ich weitere Exemplare. Wenn Sie messen, beachten Sie bitte, dass ich die Dicke der Wände der hexagonalen Prismen nicht sehr nahe an der Basis gemessen habe; aber nach Ihren sehr interessanten Bemerkungen sollte der untere Teil der Wände gemessen werden.
Danke für den Vorschlag, wie Bienen Winkel und Entfernungen beurteilen. Ich werde es im Hinterkopf behalten. Es ist eine völlige Verwirrung für mich, und doch können Insekten sicherlich grob irgendwie Entfernungen beurteilen. Es gibt besondere Schwierigkeiten aufgrund der Abstufung in der Größe zwischen den Arbeiterinnen-Zellen und den größeren Drohnen-Zellen. Ich versuche, den Fall praktisch zu testen, indem ich Waben verschiedener Arten und von unseren eigenen Bienen aus verschiedenen Klimazonen bekomme. Ich habe kürzlich welche von unseren gewöhnlichen Bienen aus Westindien bekommen, aber die Zellen SCHEINEN sicherlich größer zu sein; aber sie wurden noch nicht sorgfältig gemessen. Ich werde Ihren Vorschlag im Hinterkopf behalten, wann immer ich zu Experimenten an lebenden Bienen zurückkehre; aber das wird nicht bald sein.
Da Sie meine kleine Diskussion in Bezug auf Lord Brougham betrachtet haben (74/1. Lord Broughams Papier über „The Mathematical Structure of Bees' Cells“, gelesen vor dem National Institute of France im Mai 1858.), und da ich für diesen Teil mehr beschimpft wurde als für fast jeden anderen, möchte ich Ihnen nur sagen, wie ich die Lage einschätze. Die Diskussion für sich genommen ist wenig mehr wert als das Papier, auf dem sie gedruckt ist, außer insofern, als sie drei oder vier sicherlich neue Tatsachen enthält. Aber für diejenigen, die geneigt sind, die allgemeine Wahrheit der Schlussfolgerung zu glauben, dass Arten und ihre Instinkte langsam durch das, was ich Natürliche Selektion nenne, modifiziert werden, denke ich, dass meine Diskussion fast eine sehr große Schwierigkeit beseitigt. Ich glaube an ihre Wahrheit hauptsächlich aufgrund der Existenz der Melipona, die eine Wabe baut, die in der Struktur so intermediär zwischen der der Hummel und der Honigbiene ist, und besonders aufgrund der neuen und kuriosen Tatsache, dass die Bienen glatte Becher oder Untertassen bauten, als sie in ein dickes Stück Wachs gruben, welche Untertassen so eng standen, dass Sechsecke auf ihren sich schneidenden Kanten gebaut wurden. Und schließlich, weil, als sie auf einem dünnen Stück Wachs gruben, die Ausgrabung auf beiden Seiten ähnlicher glatter Becken gestoppt wurde und flache Ebenen zwischen den fast gegenüberliegenden Becken zurückblieben. Wenn meine Ansicht völlig falsch wäre, wären diese Fälle, denke ich, niemals aufgetreten. Sedgwick und Co. können mich beschimpfen, soviel sie wollen, aber ich werde weiterhin denken, dass meine eine vernünftige Erklärung (soweit sie reicht) ihrer Arbeitsweise ist.
BRIEF 75. AN W.H. MILLER.
Down, 1. Dezember [1859].
Vor einigen Monaten waren Sie so freundlich zu sagen, dass Sie die Dicke der Wände der Basis- und Seitenplatten der Bienenwabe messen würden. Könnten Sie Zeit finden, dies bald zu tun? Warum ich es bald will, ist, dass ich kürzlich von Murray hörte, dass er bei seinem Verkauf weitaus mehr Exemplare verkauft hat, als er vom „Origin of Species“ hat, und dass ich sofort eine neue Ausgabe vorbereiten muss, die ich jetzt korrigiere. Übrigens höre ich von Murray, dass all die Angriffe, die auf mein Buch gehäuft wurden, den Absatz überhaupt nicht geschädigt zu haben scheinen, was den armen lieben alten Sedgwick stöhnen lassen wird. Wenn sich die Basisplatten und Wände in der Dicke beträchtlich unterscheiden, wie sie es sicherlich in den einen oder zwei Zellen taten, die ich ohne besondere Sorgfalt maß (da ich den Punkt nie für wichtig hielt), werden Sie mir die Bedeutung der Tatsache so einfach wie möglich erklären, für den Fall, dass jemand so Dummkopf wie ich in Geometrie in der Lage ist, sie zu verstehen?
Wäre die größere Dicke der Basisplatten und des Randes der Sechsecke eine gute Anpassung, um das vertikale Gewicht der mit Honig gefüllten und Ansammlungen lebender Bienen stützenden Zellen zu tragen?
Werden Sie versuchen, Zeit herauszuschinden und mir diesen Gefallen zu tun?
P.S. Wenn das Ergebnis Ihrer Messung der Wanddicke überhaupt so ausfällt, wie ich es behauptet habe, wäre es nicht wert, eine kleine Abhandlung über das Thema Ihrer früheren Notiz zu schreiben; und die Bienen zu „rupfen“, wenn sie diese Degradierung verdienen? Viele Mathematiker scheinen das Thema für beachtenswert gehalten zu haben. Wenn die Zellen voll mit Honig sind und vertikal hängen, müssen sie ein großes Gewicht tragen. Können die dickeren Basisplatten eine Vorrichtung sein, um der ganzen Wabe Festigkeit zu verleihen, mit weniger Wachsverbrauch, als wenn alle Seiten der Sechsecke verdickt wären?
Dieser rohe Gedanke kam mir früher einmal in den Sinn; aber natürlich ist es für mich unmöglich, auch nur zu vermuten, wie der Fall wäre.
Ein Mathematiker, Mr. Wright, hat in den Vereinigten Staaten infolge meines Buches über die Geometrie von Bienenzellen geschrieben; aber ich kann sein Papier kaum verstehen. (75/1. Chauncey Wright, „Remarks on the Architecture of Bees“ („Amer. Acad. Proc.“ IV., 1857-60, Seite 432.)
BRIEF 76. AN T.H. HUXLEY.
(76/1. Das Datum dieses Briefes ist leider zweifelhaft, andernfalls würde es beweisen, dass er schon früh mit Erasmus Darwins Ansichten über Evolution vertraut war, eine Tatsache, die nicht immer erkannt wurde. Wir können kaum bezweifeln, dass er 1859 geschrieben wurde, denn zu dieser Zeit sammelte Mr. Huxley Fakten über Zucht für seinen Vortrag, der am 10. Februar 1860 in der Royal Institution über „Species and Races and their Origin“ gehalten wurde. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 281.)
Down [Juni?] 9 [1859?].
Wenn Sie am 11. eine halbe Stunde Zeit haben, möchten Sie vielleicht eine sehr gute Taubenschau sehen, und die beiliegende Karte wird Sie einlassen.
Die Geschichte des Irrtums ist völlig unwichtig, aber es ist kurios zu beobachten, wie exakt und genau mein Großvater (in „Zoonomia“, Band I., Seite 504, 1794) Lamarcks Theorie wiedergibt. Ich werde einen Satz zitieren. In Bezug auf Vogelschnäbel sagt er: „Alles, was durch das beständige Bestreben der Geschöpfe, den Nahrungsmangel zu beheben, im Laufe vieler Generationen allmählich erzeugt worden zu sein scheint und mit ständiger Verbesserung für die erforderlichen Zwecke an ihre Nachkommenschaft weitergegeben wurde.“ Lamarck veröffentlichte „Hist. Zoolog.“ 1809. Die „Zoonomia“ wurde in viele Sprachen übersetzt.
BRIEF 77. AN C. LYELL. Down, 28 [Juni 1859].
Es lohnt sich nicht, Sie zu behelligen, aber mein Gewissen ist unruhig, weil ich vergessen habe, Ihnen für Ihren „Etna“ (77/1. „On the Structure of Lavas which have been consolidated on Steep Slopes, with remarks on the Mode of Origin of Mount Etna, and on the Theory of 'Craters of Elevation'“ („Phil. Trans. R. Soc.“ Band CXLVIII., 1858, Seite 703).) zu danken, der mir wie ein großartiger Beitrag zur vulkanischen Geologie vorkommt, und ich sollte meinen, Sie könnten sich jetzt auf Ihren Lorbeeren in diesem Bereich ausruhen.
Sobald ich ein Exemplar meines Buches (77/2. „The Origin of Species“, London, 1859.) fertig habe, in etwa sechs Wochen oder zwei Monaten, soll es Ihnen zugeschickt werden; und wenn Sie es auch nur in mäßigem Maße gutheißen, wird das die höchste Zufriedenheit sein, die ich jemals für einen Arbeitsaufwand erhalten werde, den niemand jemals wertschätzen wird.
BRIEF 78. AN J.D. HOOKER.
(78/1. Der Bezug im folgenden Brief gilt den Korrekturabzügen von Hookers „Australian Flora.“)
Down, 28 [Juli 1859].
Das zurückgegebene Blatt ist im Wesentlichen dasjenige, das ich als Manuskript erhalten habe. Teile scheinen mir (obgleich es vielleicht Vergesslichkeit sein mag) stark verbessert, und ich behalte meinen früheren Eindruck bei, dass die gesamte Abhandlung über die australische Flora bewundernswert gut und originell ist. Ich weiß, Sie werden verstehen und nichts dagegen haben, dass ich meine Meinung (denn eine muss man sich bilden) so anmaßend äußere. Ich habe keine Kritikpunkte, außer vielleicht, dass ich mir wünschte, Sie würden irgendwo, wenn Sie sich auf mich beziehen, erwähnen, dass Sie sich nur auf die Notiz im „Linnean Journal“ beziehen; nicht, dass ich auf mein wohlüberlegtes Ehrenwort hin erwarte, Sie würden das Ganze günstiger beurteilen als den Vorschlag im „Journal“. Ich bin mehr als zufrieden mit dem, was Sie über meine Arbeit sagen; doch wäre es besser, den Anschein zu vermeiden, Ihre Bemerkungen seien eine Kritik an meiner ausführlicheren Arbeit.
Es tut mir sehr leid zu hören, dass Sie so überarbeitet sind. Ich komme auch nur sehr langsam voran und habe kaum die Hälfte meines Bandes beendet... Ich bin am letzten Dienstag von einer einwöchigen Wasserheilanwendung zurückgekehrt.
Nehmen Sie sich an mir ein Beispiel und arbeiten Sie nicht zu hart. Um Himmels willen, denken Sie daran.
Es ist eine schrecklich mühsame Arbeit für mich, meinen verflixten Band fertigzustellen.
Ich wünsche Ihnen ein gutes Durchkommen durch all Ihre Mühen. Adios.
BRIEF 79. AN ASA GRAY. Down, 29. November [1859].
Dies soll ein so außergewöhnlicher Brief werden, wie Sie ihn noch nie von mir erhalten haben, denn er soll nicht eine einzige Frage oder Bitte enthalten. Ich danke Ihnen für Ihren Eindruck zu meinen Ansichten. Jede Kritik von einem guten Mann ist für mich von Wert. Was Sie allgemein andeuten, ist sehr, sehr wahr: dass meine Arbeit schmerzlich hypothetisch sein wird und große Teile keineswegs den Namen Induktion verdienen, wobei mein häufigster Fehler wahrscheinlich die Induktion aus zu wenigen Fakten ist. Ich hatte nicht an Ihren Einwand gedacht, dass ich den Begriff „natürliche Selektion“ als Handelnden verwende. Ich verwende ihn in etwa so, wie ein Geologe das Wort Denudation verwendet – für einen Wirkstoff, der das Ergebnis mehrerer kombinierter Aktionen ausdrückt. Ich werde mich darum kümmern, nicht bloß durch Schlussfolgerung zu erklären, was ich mit dem Begriff meine; denn ich muss ihn verwenden, andernfalls müsste ich ihn unaufhörlich in eine solche (hier jämmerlich ausgedrückte) Formel wie die folgende ausweiten: „Die Tendenz zur Erhaltung (aufgrund des schweren Kampfes ums Dasein, dem alle organischen Wesen zu irgendeiner Zeit oder Generation ausgesetzt sind) jeder, auch der geringsten, Variation in irgendeinem Teil, die von geringstem Nutzen oder förderlich für das Leben des Individuums ist, das sich so verändert hat; zusammen mit der Tendenz zu deren Vererbung.“ Jede Variation, die für das Individuum von gar keinem Nutzen wäre, würde durch diesen Prozess der „natürlichen Selektion“ nicht bewahrt werden. Aber ich werde Sie nicht ermüden, indem ich fortfahre, da ich nicht annehme, ich könnte meine Bedeutung ohne große Ausweitung klarer machen. Ich füge nur einen weiteren Satz hinzu: Mehrere Schafrassen wurden zusammen auf die Berge von Cumberland gelassen, und eine bestimmte Zucht erwies sich als so viel erfolgreicher als alle anderen, dass sie die anderen förmlich zu Tode hungern lässt. Ich sollte hier sagen, dass die natürliche Selektion diese Zucht auswählt und dazu neigen würde, sie zu verbessern oder sie ursprünglich geformt zu haben...
Sie sprechen davon, dass Arten keine materielle Basis hätten, auf der sie ruhen könnten, aber ist dies eine größere Härte, als zu entscheiden, was es verdient, als Varietät bezeichnet und mit einem griechischen Buchstaben benannt zu werden? Als ich systematisch arbeitete, weiß ich, dass ich mich danach sehnte, keine andere Schwierigkeit (die groß genug ist) zu haben, als zu entscheiden, ob die Form verschieden genug sei, um einen Namen zu verdienen, und nicht von undefinierten und unbeantwortbaren Fragen verfolgt zu werden, ob es eine wahre Art sei. Was für ein Sprung ist es von einer gut ausgeprägten Varietät, hervorgebracht durch natürliche Ursache, zu einer Art, die durch den getrennten Akt der Hand Gottes hervorgebracht wurde! Aber ich rede töricht daher. Übrigens traf ich neulich Phillips, den Paläontologen, und er fragte mich: „Wie definieren Sie eine Art?“ Ich antwortete: „Ich kann es nicht.“ Woraufhin er sagte: „Endlich habe ich die einzig wahre Definition gefunden – jede Form, die jemals einen Artnamen hatte!“...
BRIEF 80. AN C. LYELL. Ilkley, 31. Oktober [1859].
Damit Sie nicht missverstehen, wie weit ich mit Pallas und seinen vielen Jüngern gehe, möchte ich hinzufügen, dass ich zwar glaube, dass unsere Haushunde von mehreren wilden Formen abstammen, und obwohl ich denken muss, dass die Sterilität, die sie wahrscheinlich gezeigt hätten, wenn sie vor der Domestizierung gekreuzt worden wären, eliminiert wurde, ich jedoch nur sehr wenig mit Pallas & Co. in ihrem Glauben an die Bedeutung der Kreuzung und Vermischung der ursprünglichen Bestände gemeinsam habe. (80/1. „Bei unseren domestizierten Tieren sind die verschiedenen Rassen, wenn sie miteinander gekreuzt werden, durchaus fruchtbar; dennoch stammen sie in vielen Fällen von zwei oder mehr wilden Arten ab. Aus dieser Tatsache müssen wir schließen, dass entweder die ursprünglichen Elternarten anfangs vollkommen fruchtbare Hybriden hervorbrachten, oder dass die Hybriden, die nachträglich unter Domestizierung aufgezogen wurden, vollkommen fruchtbar wurden. Diese letztere Alternative, die zuerst von Pallas aufgestellt wurde, scheint bei weitem die wahrscheinlichste und kann in der Tat kaum bezweifelt werden“ („Origin of Species“, Ausgabe VI., Seite 240).) Sie werden dies kurz im ersten Kapitel dargelegt sehen. Allgemein können die Auswirkungen in Bezug auf die Kreuzung diametral entgegengesetzt sein. Wenn Sie zwei sehr verschiedene Rassen kreuzen, können Sie (nicht, dass ich glaube, so etwas sei oft gemacht worden) eine dritte und neue intermediäre Rasse bilden; aber wenn Sie zwei überaus nahe Rassen oder zwei leicht verschiedene Individuen derselben Rasse kreuzen, dann heben und verwischen Sie in der Tat den Unterschied. Auf diese letztere Weise glaube ich, dass die Kreuzung von allergrößter Bedeutung ist, und nun arbeite ich seit zwanzig Jahren unter diesem Gesichtspunkt an Blumen und Insekten. Ich mag Hookers Begriffe zentripetal und zentrifugal nicht (80/2. Hookers „Introductory Essay to the Flora of Tasmania“, Seiten viii. und ix.): Sie erinnern mich an Forbes’ schlechten Begriff der Polarität. (80/3. Forbes, „On the Manifestation of Polarity in the Distribution of Organised Beings in Time.“ – „R. Institution Proc.“ I., 1851-54.)
Ich möchte meinen, die Selektion durch den Menschen würde im Allgemeinen schneller wirken als die Natürliche Selektion; aber der wichtige Unterschied zwischen ihnen ist, dass der Mensch kaum anders als nach äußeren und sichtbaren Merkmalen selektieren kann, und zweitens selektiert er zu seinem eigenen Wohl; wohingegen in der Natur Merkmale aller Art ausschließlich zum eigenen Wohl jedes Geschöpfes selektiert werden und gut ausgeübt werden; aber all das finden Sie in Kapitel IV.
Obwohl Laufhund, Windhund und Bulldogge möglicherweise von drei verschiedenen Beständen abstammen, bin ich überzeugt, dass ihr heutiges großes Ausmaß an Unterschiedlichkeit hauptsächlich auf dieselben Ursachen zurückzuführen ist, die die Taubenrassen so verschieden voneinander gemacht haben, obwohl diese Taubenrassen alle von einem wilden Bestand abstammen; sodass ich die Pallas’sche Lehre nur als von ganz untergeordneter Bedeutung ansehe.
In meinem größeren Buch habe ich meine Bedeutung vollständig erklärt; ob ich es im Auszug getan habe, kann ich mich nicht erinnern.
BRIEF 81. AN C. LYELL. [5. Dezember 1859.]
Ich vergesse, ob Sie die „Times“ beziehen; für den Fall, dass Sie dies nicht tun, sende ich den beiliegenden reichen Brief. (81/1. Siehe die „Times“, 1. Dezember und 5. Dezember 1859: zwei Briefe, gezeichnet „Senex“, die sich mit „Works of Art in the Drift“ befassen.) Er ist, da bin ich mir sicher, von Fitz-Roy... Es ist schade, dass er nicht seine Theorie über das Aussterben des Mastodons usw. hinzugefügt hat, weil die Tür der Arche zu klein gemacht worden sei. (81/2. Ein Nachsatz zu diesem Brief, hier weggelassen, ist in den „Life and Letters“, II., Seite 240, veröffentlicht.)
BRIEF 82. FRANCIS GALTON AN CHARLES DARWIN. 42, Rutland Gate, London, S.W., 9. Dezember 1859.
Bitte erlauben Sie mir, den Glückwünschen, die Sie sicher von allen Seiten erhalten haben, ein Wort der Gratulation zur Vollendung Ihres wunderbaren Bandes hinzuzufügen. Ich habe ihn in dem vollen Genuss eines Gefühls weggelegt, das man nach den Jünglingsjahren selten erfährt, nämlich in eine völlig neue Wissensprovinz eingeweiht worden zu sein, die sich jedoch auf tausenderlei Weise mit anderen Dingen verbindet. Ich höre, Sie arbeiten an einer zweiten Auflage. Auf Seite 68 gibt es einen trivialen Fehler bezüglich der Nashörner (82/1. Down (loc. cit.) sagt, dass weder der Elefant noch das Nashorn von Raubtieren vernichtet wird. Mr. Galton schrieb, dass die Wildhunde das junge Nashorn jagen und „sie zu Tode erschöpfen; sie verfolgen sie den ganzen Tag lang und zerreißen ihre Ohren, den einzigen Teil, an dem sich ihre Zähne festbeißen können.“ Der Hinweis auf das Nashorn ist in späteren Ausgaben des „Origin“ weggelassen.), den ich, wie ich dachte, ebensogut aufzeigen könnte, und ich habe die gleiche Gelegenheit genutzt, ein halbes Dutzend anderer Notizen hinzukritzeln, die für Sie wertlos sein mögen oder auch nicht.
(83/1. Die drei nächsten Briefe beziehen sich auf Huxleys Vorlesung über Evolution, die am 10. Februar 1860 an der Royal Institution gehalten wurde, deren Peroration in den „Life and Letters“, II., Seite 282, zusammen mit einigen Briefen zu diesem Thema wiedergegeben ist.)
BRIEF 83. AN T.H. HUXLEY. 25. November [1859].
Ich freue mich über alle Maßen über die Vorlesung. Ich werde in vierzehn Tagen zu Hause sein, dann könnte ich Ihnen großartige farbige Folio-Zeichnungen von Tauben schicken. Wäre das rechtzeitig? Wenn nicht, denke ich, könnte ich an meine Diener schreiben und sie zu Ihnen schicken lassen. Wenn ich NICHTS höre, werde ich verstehen, dass etwa fünfzehn oder sechzehn Tage rechtzeitig sein werden.
Ich habe einen freundlichen, aber vernichtenden Brief gegen mich von dem armen, lieben alten Sedgwick erhalten, „der über mein Buch gelacht hat, bis ihm die Seiten schmerzten“.
Phillips ist vorsichtig, aber entschieden feindselig, fürchte ich. Hurra für die Vorlesung – sie ist großartig!
BRIEF 84. AN T.H. HUXLEY. Down, 13. Dezember [1859].
Ich habe schöne große Zeichnungen (84/1. Für Mr. Huxleys R.I.-Vorlesung.) von Kropftaube, Brieftaube und Tümmler; ich habe nur Zeichnungen in Büchern von Pfautauben, Barben und Scanderoon-Tauben. Wenn Sie diese hätten, hätten Sie eine großartige Darstellung der Extreme der Vielfalt. Würde man an der Royal Institution für das Kopieren von Zeichnungen dieser Vögel in großem Format bezahlen? Ich könnte für denselben Zweck Schädel einer Brieftaube und eines Tümmlers (um den großen Unterschied zu zeigen) ausleihen, aber es wäre wahrscheinlich nicht der Mühe wert.
Ich habe mir mein Manuskript angesehen. Was Sie brauchen, glaube ich, ist etwas über Hybridismus und Zucht. Das Kapitel über Hybridismus ist in einem ziemlich guten Zustand – etwa 150 Folio-Seiten mit Notizen und Verweisen auf der Rückseite. Mein erstes Kapitel über Zucht ist in einem zu schlechten und unvollkommenen Zustand, um es zu schicken; aber meine Diskussion über Tauben (in etwa 100 Folio-Seiten) ist in einem ziemlich guten Zustand. Ich bin vollkommen überzeugt, dass Sie niemals die Geduld hätten, solche Manuskriptbände zu lesen. Ich spreche jetzt im Palast der Wahrheit, und bitte tun Sie das auch: Wenn Sie glauben, Sie würden sie lesen, werde ich sie bereitwillig durch meinen Diener nach oben schicken oder sie nächste Woche selbst bringen. Aber ich habe keine Kopie, und ich könnte sie niemals ersetzen; und wenn Sie nicht wirklich glaubten, dass Sie sie verwenden würden, möchte ich sie lieber nicht riskieren. Aber ich wiederhole, ich werde sie bereitwillig bringen, wenn Sie glauben, Sie hätten die enorme Geduld, sie zu verwenden. Bitte lassen Sie mich zu diesem Thema etwas hören, und ob ich das Buch mit kleinen Zeichnungen von drei anderen Rassen oder Schädeln schicken soll. Ich habe ein Gerücht gehört, dass Busk in Bezug auf Arten auf unserer Seite steht. Ist das so? Das wäre sehr gut.
BRIEF 85. AN T.H. HUXLEY. Down, 16. Dezember [1859].
Ich danke Ihnen für Ihren sehr angenehmen und amüsanten Brief und die Einladung zum Abendessen, die ich, wie ich leider sagen muss, nicht annehmen kann. Ich werde am Donnerstag (wenn der Magen will) für das Abendessen des Phil. Clubs hochkommen und am Samstag zurückkehren, und für Freitag bin ich bei meinem Bruder eingeladen. Aber ich würde sehr gerne am Freitag oder Samstagmorgen im Museum vorbeischauen und Sie sehen. Würden Sie mich wissen lassen, entweder hier oder in 57, Queen Anne Street, zu welcher Stunde Sie im Allgemeinen ins Museum kommen und ob Sie wahrscheinlich am Freitag oder Samstag dort sein werden? Selbst wenn Sie im Club sind, wird es ein reiner Zufall sein, wenn wir nebeneinander sitzen.
Ich werde die Gegenstände am Donnerstag Nachmittag hochbringen und sie unter die Obhut des Portiers im Museum stellen. Sie bestehen aus großen Zeichnungen einer Kropftaube, einer Brieftaube und etwas kleineren Zeichnungen einiger Untervarietäten (die fast rein züchten) von kurzschnäbeligen Tümmlern. Auch eine kleine Zeichnung einer Scanderoon, einer Art Runt, und eine sehr bemerkenswerte Rasse. Auch ein Buch mit sehr mäßig guten Zeichnungen von Pfau- und Barbetaube, aber ich bezweifle sehr, ob es die Mühe des Vergrößerns wert ist.
Auch eine Schachtel (um Himmels willen, seien Sie vorsichtig!) mit einem Schädel einer Brieftaube und eines kurzschnäbeligen Tümmlers; auch Unterkiefer (größte Größe) einer Runt, mittlere Größe einer Felsentaube und der breite einer Barbetaube. Die Form des Kieferastes unterscheidet sich bei diesen Kiefern auf kuriose Weise.
Auch das Manuskript über Hybridismus und Tauben, das Sie zu Tode langweilen wird. Ich werde selbst vorbeikommen oder einen Diener für das Manuskript und die Knochen schicken, wann immer Sie damit fertig sind; aber beeilen Sie sich nicht.
Sie haben den exakten Plan getroffen, den ich auf den Rat von Lyell, Murray usw. zu verfolgen gedenke – nämlich separate Bände im Detail herauszubringen – und ich werde mit den häuslichen Erzeugnissen beginnen; aber ich bin entschlossen zu versuchen und sehr langsam zu [arbeiten], sodass ich nach Möglichkeit in einem etwas besseren Gesundheitszustand bleiben kann. Ich hatte nicht an Illustrationen gedacht; das ist ein ausgezeichneter Rat. Leben Sie wohl, mein guter und bewundernswerter Agent für die Verbreitung verfluchter Ketzereien!
BRIEF 86. AN L. HORNER. Down, 23. Dezember [1859].
Ich muss das Vergnügen haben, Ihnen für Ihren überaus freundlichen Brief zu danken. Ich freue mich sehr, dass Sie mein Buch gutheißen und dass Sie mir das außergewöhnliche Kompliment machen wollen, es zweimal zu lesen. Ich fürchte, es ist schwere Lektüre, aber es übersteigt meine Kräfte, das Thema klarer zu machen. Lyell hätte es bewundernswert getan.
Sie müssen es genießen, ein Gentleman in Muße zu sein, und ich höre, dass Sie mit Eifer zur Arbeit in der Geological Society zurückgekehrt sind. Wir hoffen, im Laufe des Winters Mrs. Horner sowie Sie und Ihre Töchter überzeugen zu können, uns einen Besuch abzustatten. Ilkley hat mir während des letzten Teils meines Aufenthalts und während meiner ersten Woche zu Hause außergewöhnlich gut getan; aber ich bin in letzter Zeit in meine schlechten Wege zurückgefallen und fürchte, ich werde nie ordentlich wohlauf und stark sein.
P.S. – Wenn jemand aus Ihrer Gesellschaft nach Mildenhall schreibt, wäre ich sehr verbunden, wenn Sie Bunbury ausrichten würden, dass ich hoffe, er werde sein Versprechen nicht vergessen, wann immer er mein Buch liest, mich wissen zu lassen, was er darüber denkt; denn sein Wissen ist so groß und genau, dass jeder seine Meinung hoch schätzen muss. Ich werde vollkommen zufrieden sein, wenn sein Glaube an die Unveränderlichkeit der Arten auch nur ein wenig erschüttert wird.
BRIEF 87. AN C. LYELL.
(87/1. Im „Origin of Species“ ist ein Abschnitt von Kapitel X. „Der Nachfolge derselben Typen innerhalb derselben Gebiete während der späten Tertiärzeit“ gewidmet (Ausgabe I., Seite 339). Mr. Darwin schrieb Folgendes: „Mr. Clift zeigte vor vielen Jahren, dass die fossilen Säugetiere aus den australischen Höhlen eng mit den lebenden Beuteltieren dieses Kontinents verwandt waren.“ Nachdem er andere Beispiele zitiert hat, die dieselbe Übereinstimmung zwischen fossilen und rezenten Typen illustrieren, fährt Mr. Darwin fort: „Ich war so sehr von diesen Tatsachen beeindruckt, dass ich 1839 und 1845 stark auf diesem ‚Gesetz der Nachfolge der Typen‘, auf ‚dieser wunderbaren Verwandtschaft auf demselben Kontinent zwischen den Toten und den Lebenden‘ beharrte. Professor Owen hat in der Folge dieselbe Verallgemeinerung auf die Säugetiere der Alten Welt ausgedehnt.“)
Down, 27. [Dezember 1859].
Owen schrieb an mich, um nach dem Verweis auf Clift zu fragen. Da meine eigenen Notizen für die letzten Kapitel alle im Chaos sind, überlegte ich, wer der vertrauenswürdigste Mann von allen sei, um nach Verweisen zu suchen, und ich antwortete mir: „Natürlich Lyell.“ In den [„Principles of Geology“], Ausgabe von 1833, Band III., Kapitel xi., Seite 144, werden Sie den Verweis auf Clift im „Edinburgh New Phil Journal“, Nr. XX., Seite 394, finden. (87/2. Der korrekte Verweis auf Clifts „Report“ über fossile Knochen aus Neuholland ist „Edinburgh New Phil. Journal“, 1831, Seite 394.) Sie werden auch feststellen, dass Sie von der Tatsache selbst sehr beeindruckt waren (87/3. Dies bezieht sich auf die Entdeckung rezenter und fossiler Tierarten in einer australischen Höhlenbrekzie. Mr. Clift wird als derjenige zitiert, der einen der Knochen, der viel größer als der Rest war, als den eines Flusspferds identifiziert hat.), was ich völlig vergessen hatte. Ich habe die Passage kopiert und an Owen geschickt. Warum ich einige Details als Verweise auf meine eigene Arbeit gab, ist, dass Owen (nicht die erste Gelegenheit in Bezug auf mich und andere) mein jemaliges Verallgemeinern zu dem Thema stillschweigend ignoriert und bei mehr als einer Gelegenheit ein großes Aufheben darum macht, das Gesetz der Nachfolge entdeckt zu haben. Tatsächlich hat dieses Gesetz, mit der Verbreitung auf den Galapagosinseln, meinen Sinn zuerst auf die Entstehung der Arten gelenkt. Meine eigenen Verweise sind [auf den „Naturalist’s Voyage“]:
Groß 8o, Murray, Ausgabe 1839 Ausgabe 1845
Seite 210 Seite 173 Über Nachfolge.
Seite 153 Seiten 131-32 Über die Aufspaltung alter geographischer Provinzen.
Lange bevor Owen veröffentlichte, hatte ich im Manuskript die Nachfolge der Typen in der Alten Welt ausgearbeitet (wie ich mich erinnere, Sedgwick zu sagen, der es natürlich nicht glaubte).
Seit ich Ihren letzten Brief über Hooker erhalten habe, habe ich seine Einleitung bis Seite xxiv gelesen (87/4. „On the Flora of Australia, etc.; being an Introductory Essay to the Flora of Tasmania“: London, 1859.), wo die australische Flora beginnt, und diesen letzten Teil mochte ich in den Korrekturabzügen am meisten. Es ist ein großartiger Essay. Ich zweifle ein wenig an einigen Behauptungen, oder hätte mir lieber mehr Fakten gewünscht – wie zum Beispiel in Bezug darauf, dass Arten an den Grenzen ihres Verbreitungsgebiets am meisten variieren. Natürlich bezweifle ich ein wenig seine Bemerkungen über Divergenz (87/5. „Variation wird durch abgestufte Veränderungen bewirkt; und die Tendenz von Varietäten, sowohl in der Natur als auch unter Kultivierung, wenn sie weiter variieren, ist eher, sich mehr und mehr weit vom ursprünglichen Typus zu entfernen, als zu ihm zurückzukehren.“ Am Rand schrieb Darwin: „Ohne Selektion zweifelhaft“ (loc. cit., Seite viii).), und darüber, dass häusliche Rassen unter natürlichen Bedingungen ohne Selektion erzeugt werden könnten. Es bedürfte viel, um mich zu überzeugen, dass eine Kropftaube oder eine Brieftaube usw. durch die bloßen Gesetze der Variation ohne lange fortgesetzte Selektion hätten erzeugt werden können, obwohl jede kleine Vergrößerung von Kropf und Schnabel auf Variation zurückzuführen ist. Ich widerspreche sehr seinem Vergleich der Produkte von sinkenden und steigenden Inseln (87/6. „Ich wage vorauszusagen, dass ein Studium der Vegetation der Inseln in Bezug auf die Besonderheiten der Gattungstypen einerseits und der geologischen Bedingungen (ob steigend oder sinkend) andererseits, im jetzigen Stand unseres Wissens, andere Themen der Verbreitung und Variation beträchtlich voranbringen kann“ (loc. cit., Seite xv).); im Indischen Ozean vergleicht er ausschließlich viele steigende vulkanische und sinkende Koralleninseln. Letztere haben einen sehr eigenartigen Boden, sind flächenmäßig überaus klein und werden von sehr wenigen Arten bewohnt; zudem sind solche niedrigen Koralleninseln während ihrer Senkung wahrscheinlich oft völlig untergetaucht und von anderen Inseln aus mit Pflanzen neu bestückt worden. Im Pazifischen Ozean sind die Floren aller besten Fälle unbekannt. Der Vergleich hätte ausschließlich zwischen steigenden und gesäumten vulkanischen Inseln sowie sinkenden und umschlossenen vulkanischen Inseln stattfinden müssen. Ich habe Naudin gelesen (87/7. Naudin, „Revue Horticole“, 1852?.) und Hooker stimmt zu, dass er meine Ansichten nicht einmal berührt.
BRIEF 88. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. [1859 oder 1860.]
Ich hatte ein weiteres Gespräch mit Bentham, der von Ihrem Buch sehr aufgewühlt ist: Offenbar ist der strenge, scharfsinnige Intellekt wachgerüttelt, und er stellt fest, dass es zu spät ist, zwischen zwei Meinungen zu schwanken. Wie es ausgehen wird, werden wir sehen. Ich bin brennend daran interessiert, wohin wir gelangen werden, und bringe das Thema ihm gegenüber nie zur Sprache. Ich habe gestern die Kapitel über die geologischen Beweise beendet; sie sind sehr fein und sehr eindrucksvoll, aber ich kann nicht erkennen, dass sie derart stichhaltige Einwände sind, wie Sie sie nach wie vor halten. Ich würde sagen, dass Sie in Ihrer geheimen Seele die Unvollständigkeit des geologischen Befundes immer noch unterschätzen, obwohl keine Sprache stärker oder Argumente fairer und solider dagegen sein könnten. Natürlich bin ich von der Botanik beeinflusst und von der Überzeugung, dass wir nicht einen Bruchteil der Pflanzen, die existiert haben, im versteinerten Zustand haben, und dass nicht einmal ein Bruchteil derer, die wir haben, spezifisch bestimmbar ist. Ich habe noch nie so klar dargelegt gesehen, dass es nicht Zwischenformen zwischen existierenden Arten sind, die wir brauchen, sondern zwischen diesen und dem unbekannten tertium quid.
Sie machen sich zweifellos ein Steckenpferd aus der natürlichen Selektion und reiten es wahrscheinlich zu hart; das ist eine Notwendigkeit Ihres Falles. Wenn die Verbesserung der Lehre von der Schöpfung durch Variation denkbar ist, dann durch die Entlastung Ihrer Theorie der natürlichen Selektion, die auf den ersten Blick überstrapaziert erscheint – d. h. zu viel erklären soll. Ich denke auch, dass einige Ihrer Schwierigkeiten, die Sie mit der natürlichen Selektion überwinden, anderen Erklärungen weichen könnten. Aber, oh Herr! Wie wenig wissen wir doch und haben wir durch eine Theorie einen so großen Wissensvorsprung erlangt. Wenn wir uns für wissende Hunde hielten, bevor Sie die natürliche Selektion enthüllten, was für verdammt unwissende Hunde müssen wir nun wohl sein, da wir dieses Gesetz kennen.
Ich höre, Sie könnten am Donnerstag im Club sein. Ich hoffe es. Huxley wird nicht dort sein, kommen Sie also nicht aus diesem Grund.
BRIEF 89. AN T.H. HUXLEY. 1. Januar [1860].
Ich schreibe nur eine Zeile, um Ihnen für Ihre angenehme Notiz zu danken und um zu sagen, dass ich Ihr Geheimnis bewahren werde. Ich werde den Kopf so geheimnisvoll schütteln wie Lord Burleigh. Mehrere Personen haben mich gefragt, wer diesen „höchst bemerkenswerten Artikel“ in der „Times“ geschrieben hat. (89/1. Die „Times“, 26. Dezember 1859, Seite 8. Die einleitenden Absätze stammten von einem Mitarbeiter der „Times“. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 255, für Mr. Huxleys interessante Schilderung seines Anteils an der Angelegenheit.) Wie eine Katze einen König ansehen darf, so habe ich gesagt, dass ich Sie stark verdächtige. X war so scharfsinnig, dass der erste Satz die Urheberschaft verriet. Die Z's (Gott behüte) dachten, es sei von Owen! Sie können sich darauf verlassen, dass er einen tiefen Eindruck hinterlassen hat, und ich bin von Herzen froh, dass das Thema und ich Ihnen diese weitere Verpflichtung schulden. Aber um Gottes willen, achten Sie auf Ihre Gesundheit; bedenken Sie, dass das Gehirn Jahre braucht, um sich auszuruhen, während die Muskeln nur Stunden benötigen. Da ist der arme Dana, dem ich früher brieflich predigte, er schreibt mir, dass meine Prophezeiungen wahr geworden sind: Er ist in Florenz völlig erschöpft, kann nichts lesen und nichts schreiben und kann keine halbe Stunde lang reden. Ich habe den „frechen Satz“ (89/2. Mr. Huxley fährt nach der Erwähnung der rudimentären Zähne des Wals, rudimentärer Kiefer bei Insekten, die niemals beißen, und rudimentärer Augen bei blinden Tieren fort: „Und wir möchten diejenigen, die, unkundig der Tatsachen, durch Autorität bewegt werden müssen, daran erinnern, dass niemand die Unzulänglichkeit der Lehre von den Endursachen in ihrer Anwendung auf Physiologie und Anatomie stärker behauptet hat als unser eigener bedeutender Anatom, Professor Owen, der bei der Erörterung solcher Fälle sagt („On the Nature of Limbs“, Seiten 39, 40): ‚Ich denke, es wird offensichtlich sein, dass das Prinzip der finalen Anpassungen nicht alle Bedingungen des Problems erfüllt.‘“ – „The Times“, 26. Dezember 1859.) über Owen bemerkt, obwohl meine Frau seine Tragweite zuerst sah. Leben Sie wohl, Sie bester und schlechtester aller Männer!
Der Satz über die Vogel- und Fischessen hat uns entzückt. Lyell schrieb mir – Stil wie Ihrer.
Haben Sie den vernichtenden Artikel vom 26. Dezember in der „Daily News“ gesehen, in dem behauptet wird, ich hätte von meinem „Meister“, dem Autor der „Vestiges“, gestohlen?
BRIEF 90. AN J.L.A. DE QUATREFAGES. [Undatiert]
Wie gerne wüsste ich, ob Milne Edwards das Exemplar gelesen hat, das ich ihm geschickt habe, und ob er glaubt, dass ich auf unserer Seite der Frage einen recht guten Fall vorgebracht habe. Es gibt keinen Naturforscher auf der Welt, für dessen Meinung ich einen so tiefen Respekt hege. Natürlich bin ich nicht so albern zu erwarten, seine Meinung zu ändern.
BRIEF 91. AN C. LYELL.
(91/1. Das Datum dieses Briefes ist zweifelhaft; da er sich jedoch offensichtlich auf die 2. Auflage des „Origin“ bezieht, die am 7. Januar 1860 erschien, glauben wir, dass der 9. Dezember 1859 richtig ist. Der Brief von Sedgwick ist zweifellos derjenige, der in „Life and Letters“, II., Seite 247 abgedruckt ist; er ist dort auf den 24. Dezember 1859 datiert, aber anderen Beweisen zufolge wurde er wahrscheinlich am 24. November geschrieben.)
[Dezember?] 9. [1859].
Ich sende Sedgwicks Brief; er ist schrecklich verworren, und die erste Seite wirkt wirklich fast kindisch.
Ich bin traurig überarbeitet, daher werde ich Ihnen nicht schreiben. Ich habe eine Reihe Ihrer unschätzbaren Korrekturen eingearbeitet – tatsächlich alle, soweit die Zeit es erlaubt. Ich schließe aus einem Brief von Huxley, dass Ramsay (91/2. Siehe einen Brief an Huxley vom 27. November 1859, „Life and Letters“, II., Seite 282.) ein Konvertit ist, und ich bin sehr froh, reine Geologen zu gewinnen, da es ihrer nur sehr wenige geben wird. Vielen Dank für Ihre sehr angenehme Notiz. Welche Freude Sie mir bereitet haben. Ich glaube, ich wäre unglücklich gewesen, wenn es Sie und ein paar andere nicht gegeben hätte, denn ich höre Drohungen von Angriffen, die, wie ich vermute, schwer genug sein werden. Aber ich bin sicher, dass ich sie jetzt ertragen kann.
BRIEF 92. AN T.H. HUXLEY.
(92/1. Der hier diskutierte Punkt ist einer, dem Mr. Huxley große, unserer Meinung nach zu große Bedeutung beimaß.)
Down, 11. Januar [1860?].
Ich stimme vollkommen zu, dass die Schwierigkeit groß ist und von einem bloßen Advokaten hochgespielt werden könnte. Würden Sie mir den Gefallen tun, noch einmal langsam die Seiten 267 bis 272 zu lesen. (92/2. Der Verweis bezieht sich auf den „Origin“, Auflage I.: der Abschnitt über „Die Fruchtbarkeit von Varietäten bei Kreuzung und ihrer Bastardnachkommen“ umfasst die Seiten 267-72.) Ich darf dem dort Gesagten hinzufügen, dass es mir völlig hoffnungslos erscheint, erklären zu wollen, warum Varietäten nicht unfruchtbar sind, solange wir nicht die genaue Ursache der Unfruchtbarkeit bei Arten kennen.
Denken Sie einen Moment darüber nach, von wie geringfügigen und welch sehr eigenartigen Ursachen die ungleiche Reziprozität der Fruchtbarkeit bei denselben zwei Arten abhängen muss. Denken Sie an den merkwürdigen Fall von Arten, die mit fremdem Pollen fruchtbarer sind als mit ihrem eigenen. Denken Sie an viele Fälle, die angeführt werden könnten und in meinem größeren Buch angeführt werden sollen (unabhängig von der Hybridität), bei denen sehr geringfügige Änderungen der Bedingungen eine Art völlig unfruchtbar machen, ohne eine eng verwandte Art zu beeinträchtigen. Wie zutiefst unwissend sind wir über die innige Beziehung zwischen Lebensbedingungen und beeinträchtigter Fruchtbarkeit bei reinen Arten!
Der einzige Punkt, den ich meiner kurzen Diskussion zu diesem Thema hinzufügen könnte, ist, dass ich es für wahrscheinlich halte, dass der Mangel an Anpassung an gleichförmige Lebensbedingungen bei unseren domestizierten Varietäten eine wichtige Rolle dabei gespielt hat, sie daran zu hindern, bei Kreuzung Unfruchtbarkeit zu erwerben. Denn der Mangel an Gleichförmigkeit und Änderungen der Lebensbedingungen scheinen die einzige Ursache für die Beseitigung der Unfruchtbarkeit (bei Kreuzung) unter Domestikation zu sein. (92/3. Die Bedeutung, die wir diesem dunklen Satz beimessen, ist folgende: Arten im Naturzustand sind eng an bestimmte Lebensbedingungen angepasst, sodass die sexuelle Konstitution der Art A sozusagen auf eine Bedingung eingestimmt ist, die sich von der unterscheidet, auf die B eingestimmt ist, und dies führt zur Unfruchtbarkeit. Aber domestizierte Varietäten sind durch die natürliche Selektion nicht strikt an bestimmte Bedingungen angepasst und haben daher weniger spezialisierte sexuelle Konstitutionen.) Diese Beseitigung, obwohl von vielen Autoren zugegeben, stützt sich auf sehr dürftige Beweise, dennoch halte ich sie für sehr wahrscheinlich wahr, wie aus dem Fall der Hunde geschlossen werden kann. In der Natur erscheint es unwahrscheinlich, dass die Unterschiede in der reproduktiven Konstitution, von denen die Unfruchtbarkeit zweier Arten bei Kreuzung abhängt, direkt durch natürliche Selektion erworben werden können; denn sie ist für die Art von keinem Vorteil. Solche Unterschiede in der reproduktiven Konstitution müssen in Korrelation mit anderen Unterschieden stehen; aber wie unmöglich ist es, zu vermuten, welche diese sind! Denken Sie an den Fall der Variationen von Verbascum, die sich in keiner anderen Hinsicht unterscheiden als durch das fluktuierende Element der Blütenfarbe, und dennoch ist es unmöglich, sich Gärtners Beweisen zu widersetzen, dass dieser Unterschied in der Farbe die gegenseitige Fruchtbarkeit der Varietäten beeinflusst.
Der ganze Fall scheint mir viel zu mysteriös, um (92/4. Das Wort „rest“ scheint anstelle von „to serve as a foundation for“ gebraucht zu werden.) einen gültigen Angriff auf die Theorie der Modifikation der Arten zu stützen, obwohl er, wie Sie sagen, einem bloßen Advokaten ausgezeichneten Boden bietet.
Ich bin überrascht, wenn man bedenkt, wie unwissend wir in sehr vielen Punkten sind, [dass] mir noch nicht mehr schwache Stellen in meinem Buch aufgezeigt wurden. Zweifellos werden viele folgen. H.C. Watson gründet seinen Einwand im Manuskript darauf, dass der unendlichen Diversifizierung der Arten keine Grenze gesetzt sei: Ich habe dies, wie ich glaube, zufriedenstellend beantwortet und Angriff und Antwort an Lyell und Hooker gesendet. Wenn Ihnen dies als ein guter Einwand erscheint, würde ich Ihnen die Papiere senden. Andrew Murray „erledigt“ die ganze Theorie durch eine geistreiche Schwierigkeit aus der Verbreitung blinder Höhleninsekten (92/5. Siehe „Life and Letters“, Band II., Seite 265. Der Verweis bezieht sich hier auf Murrays Vortrag vor der Botanical Society, Edinburgh. Mr. Darwin scheint Murrays Ansichten nur in einem separaten, aus den „Proc. R. Soc. Edin.“ nachgedruckten Exemplar gelesen zu haben. Es herrscht einige Verwirrung über das Datum des Papiers; das separate Exemplar ist auf den 16. Januar datiert, während es im Band der „Proc. R. Soc.“ auf den 20. Februar datiert ist. In „Life and Letters“, II., Seite 261, wird irrtümlich angegeben, dass es sich um zwei verschiedene Papiere handelt.); aber sie kann, wie ich glaube, fair beantwortet werden.
BRIEF 93. AN T.H. HUXLEY. Down, 2. [Februar] [1860].
Ich habe heute Morgen einen Brief vom alten Bronn (93/1. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 277.) erhalten (der zu meinem Erstaunen von der natürlichen Selektion leicht verblüfft zu sein scheint), und er sagt, ein Verleger in Stuttgart sei bereit, eine Übersetzung zu veröffentlichen, und dass er, Bronn, sie bis zu einem gewissen Grad beaufsichtigen werde. Haben Sie an Kölliker geschrieben? Wenn nicht, ist es vielleicht besser, wenn ich auf diesen Vorschlag eingehe – was meinen Sie? Falls Sie geschrieben haben, muss ich warten, und in diesem Fall wären Sie so freundlich, mich wissen zu lassen, sobald Sie von Kölliker hören?
Mein armer lieber Freund, Sie werden den Tag verfluchen, an dem Sie die „Generalvertretung“ übernommen haben; aber wirklich, danach werde ich Ihnen keine Mühe mehr machen.
Vergessen Sie nicht die drei Eintrittskarten für uns für Ihren Vortrag und die Karte für Baily, den Geflügelhändler.
Der alte Bronn hat im „Jahrbuch für Mineralogie“ eine Notiz zum „Origin“ veröffentlicht (93/2. „Neues Jahrb. für Min.“ 1860, Seite 112.); und sagt, er habe selbst an anderer Stelle eine Vorahnung der Theorie veröffentlicht!
BRIEF 94. AN J.D. HOOKER. Down, 14. Februar [1860].
Es gelang mir, mich vierundzwanzig Stunden lang davon zu überzeugen, dass Huxleys Vortrag ein Erfolg war. (94/1. In der Royal Institution. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 282.) Teile waren eloquent und gut und alles sehr mutig; und ich hörte Fremde sagen: „Was für ein guter Vortrag!“ Ich sagte dies Huxley; aber ich wandte mich sehr gegen die Zeit, die mit einleitenden Bemerkungen verschwendet wurde, insbesondere dagegen, dass er den Anschein erweckte, Unfruchtbarkeit sei ein klares und offensichtliches Unterscheidungsmerkmal von Arten, und dass er die wichtigeren Teile des Themas nicht einmal erwähnt hatte. Er sagte, er habe noch viel mehr niedergeschrieben, aber die Zeit habe nicht gereicht. Nach einem Gespräch mit anderen und längerem Nachdenken muss ich gestehen, dass der Vortrag als Darlegung der Lehre für mich ein völliger Misserfolg ist. Ich danke Gott, dass ich das nicht dachte, als ich Huxley sah; denn er sprach so freundlich und großartig über mich, dass ich es kaum ertragen hätte, das zu sagen, was ich jetzt denke. Er gab keine richtige Vorstellung von der natürlichen Selektion. Ich habe die Lehre von der natürlichen Selektion immer als eine Hypothese betrachtet, die, wenn sie mehrere große Klassen von Tatsachen erklären würde, es verdiente, als eine Theorie eingestuft zu werden, die Anerkennung verdient; und dies ist natürlich meine eigene Meinung. Aber da Huxley meine Erklärung der Klassifikation, Morphologie, Embryologie usw. nie erwähnt hat, dachte ich, er sei mit diesem ganzen Teil meines Buches zutiefst unzufrieden. Aber zu meiner Freude stelle ich fest, dass dies nicht so ist und dass er mit meiner Art, das Thema zu betrachten, übereinstimmt; nur dass er die Notwendigkeit, die natürliche Selektion als eine stets wirksame vera causa aufzuzeigen, höher bewertet als ich. Er sagt mir, er schreibe eine lange Rezension in der „Westminster“. Es war wirklich provozierend, wie er Zeit verschwendete mit der Idee einer Art, wie sie am Pferd veranschaulicht wird, und mit Sir J. Halls altem Experiment mit Marmor. Murchison war nach dem Vortrag sehr höflich zu mir bezüglich meines Buches, von dem er enttäuscht war. Ich habe mich vollkommen auf einen wilden Ansturm eingestellt; aber mit Lyell, Ihnen und Huxley fühle ich mich zuversichtlich, dass wir im Recht sind und auf lange Sicht siegen werden. Ich glaube nicht, dass Asa Gray Ihnen am Anfang der Rezension über mich ganz gerecht geworden ist. (94/2. „Review of Darwin’s Theory on the Origin of Species by means of Natural Selection“, von „A.G.“ („Amer. Jour. Sci.“ Band XXIX., Seite 153, 1860). In einem Brief an Asa Gray vom 18. Februar 1860 schreibt Darwin: „Ihre Rezension erscheint mir bewundernswert; bei weitem die beste, die ich gelesen habe.“ („Life and Letters“, II., 1887, Seite 286.) Die Rezension erschien mir sehr gut, aber ich habe sie sehr flüchtig gelesen.
BRIEF 95. AN C. LYELL. Down, 18. [Februar] [1860].
Ich sende mit dieser Post Asa Gray, was mir sehr gut erscheint, mit dem Stempel der Originalität darauf. Ebenfalls Bronns „Jahrbuch für Mineralogie“. (95/1. Siehe Brief 93.)
Der vereinte Intellekt meiner Familie hat vergeblich versucht, es zu verstehen. Ich habe noch nie so verflixt schweres Deutsch versucht; noch scheint es die Mühe wert zu sein. Er hält an Priestleys „Grüner Materie“ fest und scheint zu denken, dass es nichts nützt zu zeigen, wie die Lebensformen entstehen, solange nicht gezeigt werden kann, wie das Leben entsteht. Das erscheint mir ungefähr so logisch (wenn man sehr große Dinge mit kleinen vergleicht), wie zu sagen, es sei für Newton nutzlos gewesen, die Gesetze der Anziehungskraft der Schwerkraft und die daraus resultierende Bewegung der Planeten aufzuzeigen, weil er nicht zeigen konnte, was die Anziehungskraft der Schwerkraft ist.
Der Ausdruck „Wahl der Lebens-Weise“ (95/2. „Die fruchtbarste und allgemeinste Ursache der Varietäten-Bildung ist jedoch die Wahl der Lebens-Weise“ (loc. cit., Seite 112).) lässt mich zweifeln, ob B. versteht, was ich mit natürlicher Selektion meine, wie ich ihm gesagt habe. Er sagt (wenn ich ihn richtig verstehe), dass Sie auf derselben Seite wie ich stehen sollten.
P.S. Sonntagnachmittag. – Ich habe diesen Brief zurückgehalten, um Ihnen für Ihren Brief zu danken, der viele Neuigkeiten enthielt und heute Morgen einging. Mein Gewissen ist unruhig wegen der Zeit, die Sie damit verschwenden, mich zu amüsieren und zu interessieren. Ich war sehr neugierig, von Phillips zu hören. Die Rezension in den „Annals“ ist, wie ich überzeugt war, von Wollaston, denn ich habe heute Morgen einen sehr herzlichen Brief von ihm erhalten. (95/3. Eine bibliographische Notiz „On the Origin of Species by means of Natural Selection; or the Preservation of Favoured Races in the Struggle for Life.“ („Annals and Mag.“ Band V., Seiten 132-43, 1860). Die Notiz ist nicht unterzeichnet. Bezugnehmend auf den Artikel schreibt Darwin in einem Brief an Lyell vom 15. Februar 1860: „Ich bin vollkommen überzeugt...dass die Rezension in den „Annals“ von Wollaston stammt; niemand sonst auf der Welt hätte so viele Klammern verwendet“ („Life and Letters“, II., Seite 284).)
Ich sende mit dieser Post einen Angriff im „Gardeners’ Chronicle“ von Harvey (ein erstklassiger Botaniker, wie Sie wahrscheinlich wissen). (95/4. Im „Gardeners’ Chronicle“ vom 18. Februar 1860 beschrieb W.H. Harvey einen Fall von Monstrosität bei Begonia frigida, von dem er argumentierte, er sei feindselig gegenüber der Theorie der natürlichen Selektion. Die Passage über Harveys Angriff wurde in den „Life and Letters“, II., Seite 275, veröffentlicht.) Er erscheint mir ziemlich seltsam; er nimmt die Beständigkeit von Monstern an, während Monster im Allgemeinen unfruchtbar und nicht oft vererbbar sind. Aber geben wir seinen Fall zu, so kommt es [darauf hinaus], dass ich zu vorsichtig war, indem ich keine großen und plötzlichen Variationen zuließ. Hier kommt wieder das Unheil meines Abstracts zum Tragen. In einem ausführlicheren Manuskript habe ich den parallelen Fall eines normalen Fisches wie eines monströsen Goldfisches diskutiert.
Ich beende meine Diskussion mit Zweifeln, weil alle Fälle von Monstrositäten, die normalen Strukturen ähneln, die ich finden konnte, nicht in verwandten Gruppen waren. Bäume wie Aspicarpa (95/5. Aspicarpa, eine amerikanische Gattung der Malpighiaceae, wird im „Origin“ (Auflage VI., Seite 367) als Illustration von Linnés Aphorismus zitiert, dass nicht die Charaktere die Gattung ergeben, sondern die Gattung die Charaktere ergibt. Während mehrjähriger Kultivierung in Frankreich produzierte Aspicarpa nur degradierte Blüten, die sich in vielen der wichtigsten strukturellen Punkte vom eigentlichen Typ der Ordnung unterschieden; aber es wurde von M. Richard erkannt, dass die Gattung unter den Malpighiaceae beibehalten werden sollte. „Dieser Fall“, fügt Darwin hinzu, „veranschaulicht gut den Geist unserer Klassifikation.“), mit zwei Arten von Blüten (im „Origin“), führten mich auch dazu, über dasselbe Thema zu spekulieren; aber ich konnte nur einen zweifelhaft analogen Fall von Arten finden, die Blüten wie die degradierten oder monströsen Blüten hatten. Harvey sieht nicht, dass, wenn nur wenige (wie er annimmt) der Sämlinge das Monstrositäten-Sein erben würden, die natürliche Selektion notwendig wäre, um sie auszuwählen und zu bewahren. Sie sollten den „Gardeners’ Chronicle“ etc. besser an meinen Bruder zurücksenden. Der Fall von Begonia (95/6. Harveys Kritik wurde von Sir J.D. Hooker in der folgenden Nummer des „Gardeners’ Chronicle“ (25. Februar 1860, Seite 170) beantwortet.) ist an sich sehr merkwürdig; ich bin versucht, die Notiz zu beantworten, aber ich werde mich zurückhalten, denn Antworten gäbe es kein Ende.
In Bezug auf Ihren Einwand einer Vielzahl von noch lebenden einfachen Formen habe ich ihn nirgendwo im „Origin“ diskutiert, obwohl ich oft darüber nachgedacht habe. Was Sie darüber sagen, dass Fortschritt nur gelegentlich vorkomme und Rückschritt nicht ungewöhnlich sei, dem stimme ich zu; nur bezweifle ich im Tierreich sehr, dass Rückschritt häufig ist. Ich habe mich immer gefragt: Welchen Vorteil können wir darin sehen, dass ein Infusor, ein Eingeweidewurm, ein Korallenpolyp oder ein Regenwurm hoch entwickelt ist? Wenn kein Vorteil, würden sie nicht hoch entwickelt werden: nicht, dass alle diese Tiere sehr komplexe Strukturen hätten (außer Infusorien), und sie mögen durchaus höher sein als die Tiere, die ähnliche Plätze in der Ökonomie der Natur vor der silurischen Epoche einnahmen. Es gibt eine blinde Schlange mit dem Aussehen und in mancher Hinsicht den Gewohnheiten von Regenwürmern; aber diese blinde Schlange tendiert, soweit wir sehen können, nicht dazu, Würmer zu ersetzen und zu vertreiben. Ich denke, ich muss in einer künftigen Auflage ein paar mehr solcher Punkte diskutieren und werde diesen und H.C. Watsons Einwand über die unendliche Anzahl von Arten und den allgemeinen Anstieg in der Organisation einführen. Aber es gibt einen direkt entgegengesetzten Einwand zu Ihrem, der sehr schwer zu beantworten ist – nämlich, wie profitierte bei Beginn des Lebens, als es nur die einfachsten Organismen gab, irgendeine Komplikation der Organisation ihnen? Ich kann nur antworten, dass wir nicht genug Tatsachen haben, um irgendeine Spekulation über das Thema zu leiten.
In Bezug auf Lepidosiren, Ganoidfische, vielleicht Ornithorhynchus, vermutete ich, wie im „Origin“ dargelegt, (95/7. „Origin of Species“ (Auflage VI.), Seite 83.), dass sie bewahrt wurden, da sie in Süßwasser und isolierten Teilen der Welt lebten, in denen es weniger Wettbewerb und weniger schnellen Fortschritt in der natürlichen Selektion gab, aufgrund der geringen Anzahl von Individuen, die kleine Gebiete bewohnen können; und wo es wenige Individuen gibt, muss Variation höchstens langsamer sein. Es gibt mehrere Anspielungen auf diese Vorstellung im „Origin“, wie unter Amblyopsis, dem blinden Höhlenfisch (95/8. „Origin“, Seite 112.), und unter Heer (95/9. „Origin“, Seite 83.) über Madeira-Pflanzen, die den fossilen und ausgestorbenen Pflanzen Europas ähneln.
BRIEF 96. AN JAMES LAMONT. Down, 5. März [1860?].
Ich bin Ihnen für Ihren langen und interessanten Brief sehr verbunden. Sie haben in der Tat jedes Recht, mit Zuversicht über die Lebensgewohnheiten wilder Vögel und Tiere zu sprechen; denn ich sollte meinen, dass außer Ihnen niemand jemals in Spitzbergen und im südlichen Afrika auf der Jagd gewesen ist. Es ist sehr seltsam und interessant, dass Sie zu der Schlussfolgerung gelangt sind, dass die sogenannte „Natürliche Selektion“ bei der Verleihung der eigentümlichen Färbungen unserer Moorhühner wirksam gewesen sei. Ich werde vermutlich Ihre Autorität bezüglich der ähnlichen Lebensgewohnheiten unserer Moorhühner und der norwegischen Art anführen.
Ich bin Ihnen besonders für Ihre sehr kuriose Tatsache bezüglich der Wirkung bei den Moorhühnern in Ihrer Nachbarschaft verpflichtet. Es ist ein sehr schlagendes Beispiel dafür, was Kreuzungen bei der Beeinflussung des Charakters einer Rasse bewirken können. Haben Sie jemals in einem sportlichen Werk die Aussage gelesen, dass das Wild in diesem Land scheuer geworden ist? Ich wünschte, ich könnte irgendeine Art von Beweis für diese Tatsache erhalten, denn Ihre Erklärung erscheint mir ebenso geistreich wie wahrscheinlich. Ich habe selbst in Südamerika einen nahezu parallelen Fall zu demjenigen erlebt, den Sie in Bezug auf die Rentiere in Spitzbergen erwähnen, nämlich mit dem Cervus campestris vom La Plata. Er fürchtete weder den Menschen noch den Knall eines Gewehrschusses, war aber beim Anblick eines berittenen Mannes entsetzt; da dort jeder ständig reitet. Da Sie ein so großer Sportler sind, werden Sie vielleicht freundlicherweise einen sehr nebensächlichen Punkt für mich prüfen, da meine hiesigen Nachbarn ihn für zu absurd halten, um ihn zu beachten – nämlich, ob die Füße von Vögeln schmutzig sind, ob nicht gelegentlich ein paar Körnchen Schmutz an ihren Füßen haften bleiben. Ich möchte insbesondere wissen, wie sich dies bei Vögeln wie Reihern und Watvögeln verhält, die im Schlamm waten. Sie werden erraten, dass dies die Ausbreitung von Samen betrifft, was eine meiner größten Schwierigkeiten darstellt. Meine Gesundheit ist sehr mäßig, und ich bin selten in der Lage, an wissenschaftlichen Versammlungen teilzunehmen, aber ich hoffe aufrichtig, dass ich eines Tages das Vergnügen haben werde, Sie zu treffen.
Bitte nehmen Sie meinen herzlichen Dank für Ihren sehr freundlichen Brief entgegen.
BRIEF 97. AN G.H.K. THWAITES. Down, 21. März [1860].
Ich danke Ihnen sehr aufrichtig für Ihren Brief und freue mich sehr, dass Sie ein Stück weit mit mir gehen. Sie werden es für anmaßend halten, aber ich bin aus meiner eigenen geistigen Erfahrung heraus fest davon überzeugt, dass Sie letztendlich weitergehen werden, wenn Sie das Thema überhaupt vor Ihrem geistigen Auge behalten. Der vorliegende Band ist ein bloßer Auszug, und es gibt große Auslassungen. Eine wesentliche, die ich in den ausländischen Ausgaben berichtigt habe, ist eine Erklärung (die Lyell, der denselben Einwand wie Sie erhob, zufriedengestellt hat), warum viele Formen keinen Fortschritt machen oder sich nicht weiterentwickeln (und ich stimme völlig darin überein, dass einige einen Rückschritt machen). Ich habe auch eine MS.-Abhandlung über Schönheit; aber glauben Sie wirklich, dass zum Beispiel Diatomeen deshalb schön erschaffen wurden, damit der Mensch sie nach Millionen von Generationen durch das Mikroskop bewundern kann? Ich würde die meisten solcher Strukturen ganz unbekannten Wachstumsgesetzen zuschreiben; und die bloße Wiederholung von Teilen ist in unseren Augen ein Hauptelement der Schönheit. Wenn eine Struktur von Nutzen ist (und ich kann aufzeigen, welche seltsam winzigen Einzelheiten oft von höchstem Nutzen sind), kann ich mit meinen voreingenommenen Augen keine Grenze für die Perfektion der Koanpassungen sehen, die durch natürliche Selektion bewirkt werden könnten. Ich bezweifle ein wenig, ob Sie sehen, wie weit, wie es mir scheint, das Argument für Homologie und Embryologie getragen werden kann. Ich betrachte dies nicht als bloße Analogie. Ich würde ebenso schnell glauben, dass fossile Muscheln bloße Nachahmungen echter Muscheln seien, als dass dieselben Knochen im Fuß eines Hundes und im Flügel einer Fledermaus oder der ähnliche Embryo von Säugetier und Vogel keine direkte Bedeutung hätten, und dass die Bedeutung nur Einheit der Abstammung oder gar nichts sein kann. Aber ich erlaube mir zu wiederholen, wie sehr es mich freut, dass Sie ein kleines Stück weit mit mir gehen. Ich stelle fest, dass eine Reihe von Naturforschern das Gleiche tut, und da ihre Haltepunkte verschieden und, wie ich meinen muss, willkürlich sind, glaube ich, dass sie alle weitergehen werden. Was das sofortige Ändern der eigenen Meinung betrifft, so würde ich die Meinung eines Mannes, der dies könnte, nicht schätzen; es muss ein langsamer Prozess sein. Danke, dass Sie mir von der Lantana erzählt haben, und ich wäre Ihnen jederzeit für jede Information, von der Sie glauben, dass sie mir von Nutzen sein könnte, sehr dankbar. Ich hoffe, dass Sie eine Liste aller eingebürgerten Pflanzen in Ceylon veröffentlichen werden, soweit sie bekannt sind, wobei Sie sorgfältig diejenigen unterscheiden, die nur auf kultivierten Böden vorkommen. Ich bin sicher, dass dieses äußerst wichtige Thema stark unterschätzt wurde.
BRIEF 98. AN T.H. HUXLEY.
9. April [1860].
Ich habe noch nie ein solches Ausmaß an Falschdarstellung gesehen. Auf Seite 530 sagt er, wir seien dazu aufgerufen, die Hypothese unter dem Vorwand von Unwissenheit zu akzeptieren, wohingegen ich glaube, nicht deutlicher hätte machen können, dass ich die Unvollkommenheit des geologischen Aufzeichnungs-Befundes als eine große Schwierigkeit zugebe.
Das Zitat auf Seite 512 der „Review“ über „junge und aufstrebende Naturforscher mit plastischen Köpfen“, das der „Natur der Gliedmaßen“ zugeschrieben wird, ist ein falsches Zitat, da ich die Worte „plastische Köpfe“ nicht verwende.
Auf Seite 501 ist das Zitat entstellt, denn ich frage nur, ob Naturforscher an das Aufblitzen elementarer Atome usw. glauben, und er wandelt es dahingehend um, dass ich behaupte, sie würden dies glauben.
Auf Seite 500 ist es sehr falsch zu sagen, ich impliziere mit „Blindheit voreingenommener Meinung“ den einfachen Glauben an die Schöpfung. Und so weiter in anderen Fällen. Aber ich bitte um Verzeihung für die Belästigung. Es tut mir von Herzen leid, dass Sie in Ihren selbstlosen Bestrebungen, das zu verbreiten, was Sie für die Wahrheit halten, einen so brutalen Angriff auf sich gezogen haben. Und nun will ich an diesen falschen und bösartigen Angriff keinen Gedanken mehr verschwenden.
BRIEF 99. AN MAXWELL MASTERS. Down, 13. April [1860].
Ich danke Ihnen sehr aufrichtig für Ihre zwei freundlichen Notizen. Wenn Sie das nächste Mal an Ihren Vater schreiben, bitte ich Sie, ihm meinen besten Dank auszusprechen, aber es tut mir leid, dass er die Mühe hatte zu schreiben, während er krank war. Die von ihm gelieferten Fakten haben mich sehr interessiert. Wenn Sie glauben, dass es ihn im Geringsten interessieren würde, das Ergebnis einer künstlichen Kreuzung zweier Duftwicken zu hören, können Sie das Beiliegende senden; wenn es ihn nur belästigt, zerreißen Sie es. Es scheint bei der Art der Variation aus meinem Experiment, das sicherlich eine Kreuzung war, und dem, was Herr Masters beobachtet hat, so viel Parallelität zu geben, dass ich nicht umhin kann zu vermuten, dass seine Erbsen von Bienen gekreuzt wurden, die ich selbst schon gut bestäubt mit dem Pollen der Duftwicke gesehen habe; aber dann wünsche ich mir das, und wie schwer ist es zu verhindern, dass der eigene Wunsch das Urteilsvermögen beeinflusst!
Ihre Bemerkung über die Compositae usw. hat mich beeindruckt. Ich sehe nicht, dass sie viel gegen mich spricht, und ob sie es tut oder nicht, ist natürlich von nicht der geringsten Bedeutung. Obwohl ich vollkommen zustimme, dass keine Definition zwischen Monstrositäten und leichten Variationen (wie meine Theorie sie erfordert) gezogen werden kann, vermute ich doch, dass es einen gewissen Unterschied gibt. Manche Fakten führen mich zu der Annahme, dass Monstrositäten im Allgemeinen in einem frühen Alter auftreten; und nachdem ich mich mit dem Thema befasst habe, habe ich große Zweifel, ob Arten im Naturzustand jemals durch solch plötzliche Sprünge modifiziert werden, wie sie aus der natürlichen Selektion von Monstrositäten resultieren würden. Sie können mir keinen größeren Dienst erweisen, als indem Sie mich auf Fehler hinweisen. Ich hoffe aufrichtig, dass Ihr Werk über Monstrositäten bald erscheinen wird, denn ich bin sicher, dass es äußerst lehrreich sein wird.
Nun zu Ihren Notizen, für die ich Ihnen nochmals danken möchte.
1. Ihre Schlussfolgerung über Teile, die entwickelt sind, nicht extra variabel zu sein, stimmt mit Hookers überein. Sie werden sehen, dass ich erklärt habe, dass die Regel bei Pflanzen anscheinend nicht gilt, obwohl sie, wenn sie wahr wäre, für sie gelten sollte.
2. Ich kann mich jetzt nicht daran erinnern, in welchem Werk ich die Aussage darüber sah, dass Pelorie die Achse beeinflusst, aber ich weiß, es war eines, dem ich zu trauen glaubte. Ich habe auch Dr. Falconer konsultiert, und ich glaube, dass er der Wahrheit dessen zustimmte; aber ich kann jetzt nicht sagen, wo ich nach meinen Notizen suchen soll. Ich war sehr beeindruckt gewesen, als ich einen Goldregenbaum fand, bei dem nur die endständigen Blüten in jeder Traube pelorisch waren, wenn auch nicht vollkommen regelmäßig. Der Fall der Pelargonie im „Origin“ scheint in die gleiche Richtung zu deuten.
3. Danke für die Korrektur bezüglich des Ginsters: Ich fand die Sämlinge gerade keimend und war so sehr von ihrem Aussehen überrascht, dass ich sie an Hooker sandte; aber ich habe mich nie klar gefragt, ob sie Keimblätter oder erste Blätter waren.
4. Das ist eine kuriose Tatsache über die Samen des Ginsters, umso kurioser, als ich bei Leguminosae feststellte, dass das Eintauchen in einfaches kaltes Wasser für nur wenige Tage einige Arten tötete.
Sollte Ihnen jemals etwas einfallen, das meine Vorstellungen illustriert oder ihnen entgegensteht, und Sie haben Zeit, mich zu informieren, wäre ich Ihnen wahrhaft dankbar, denn ich kann deutlich sehen, dass Sie einen Reichtum an Wissen besitzen.
Was Fortschritt oder Rückschritt in der Organisation bei Monstrositäten der Compositae usw. betrifft, finden Sie es nicht sehr schwierig, zu definieren, was was ist?
Wie dem auch sei, die meisten Botaniker scheinen in diesem Punkt so weit wie möglich auseinanderzugehen.
BRIEF 100. AN J.S. HENSLOW. Down, 8. Mai [1860].
Vielen herzlichen Dank für die Elodea, ein Fall, der mich sehr interessiert. Ich schrieb an Herrn Marshall in Ely, und zu gegebener Zeit sagt er, er werde mir alle Informationen zukommen lassen, die er beschaffen kann.
Owen ist in der Tat sehr gehässig. Er stellt das, was ich sage, sehr unfair falsch dar und verändert es. Aber ich halte sein Verhalten gegenüber Hooker für höchst ungroßzügig: nämlich sein Essay (Australian Flora) zu erwähnen, aber die großartigen Ergebnisse zur geografischen Verbreitung nicht zu beachten. Die Londoner sagen, er sei verrückt vor Neid, weil über mein Buch gesprochen wurde; was für ein seltsamer Mann, neidisch auf einen Naturforscher wie mich zu sein, der ihm unermesslich unterlegen ist! Aus einem Gespräch mit ihm vermute ich wirklich, dass er im Grunde seiner verborgenen Seele so weit geht wie ich.
Ich frage mich, ob Sedgwick in der „Edinburgh Review“ etwas über die „priesterlichen Verleumder“ bemerkt hat – die Verleumder zerfleischen sich also gegenseitig. Ich nehme an, Sedgwick wird in der Philosophical Society sehr heftig gegen mich sein. Nach seiner Notiz im „Spectator“ zu urteilen, wird er mich falsch darstellen, aber es wird sicherlich unbeabsichtigt geschehen. In einem Brief an mich und in der obigen Notiz spricht er viel davon, dass ich vom Geist der induktiven Philosophie abweiche. Ich wünschte, wenn Sie jemals mit ihm über das Thema sprechen, Sie würden ihn fragen, ob es nicht erlaubt (und ein großer Schritt) war, die Undulationstheorie des Lichts zu erfinden, d. h. hypothetische Undulationen in einer hypothetischen Substanz, dem Äther. Und wenn dies so ist, warum darf ich nicht die Hypothese der natürlichen Selektion erfinden (die aus der Analogie häuslicher Produktionen und aus dem, was wir über den Kampf ums Dasein und die Variabilität organischer Wesen wissen, in einem sehr geringen Maße an sich wahrscheinlich ist) und versuchen, ob diese Hypothese der natürlichen Selektion nicht (wie ich glaube, dass sie es tut) eine große Anzahl von Fakten zur geografischen Verbreitung – geologische Abfolge, Klassifizierung, Morphologie, Embryologie usw. – erklärt. Ich würde wirklich sehr gerne wissen, warum eine solche Hypothese wie die Undulation des Äthers erfunden werden darf und warum ich nicht irgendeine Hypothese erfinden darf (nicht dass ich sie erfunden hätte, denn ich wurde dazu durch das Studium häuslicher Varietäten geführt), wie die natürliche Selektion.
Bitte verzeihen Sie mir und meinem Stift, dass sie mit mir durchgingen und so ausführlich weiterkritzelten.
Ich kann vollkommen verstehen, dass Sedgwick oder irgendjemand sonst sagt, dass natürliche Selektion nicht große Klassen von Fakten erklärt; aber das ist etwas ganz anderes als zu sagen, dass ich von den richtigen Prinzipien wissenschaftlicher Untersuchung abweiche.
BRIEF 101. AN J.S. HENSLOW. Down, 14. Mai [1860].
Ich war von Ihrem Brief an Hooker sehr interessiert, und ich muss Ihnen von ganzem Herzen dafür danken, dass Sie mich so großzügig, soweit Sie konnten, gegen meine mächtigen Angreifer verteidigt haben. Nichts, was Leute sagen, verletzt mich für lange, denn ich habe die feste Überzeugung, dass ich bei den Schlussfolgerungen, zu denen ich gelangt bin, nicht von schlechten Gefühlen beeinflusst wurde. Auch habe ich meine Schlussfolgerungen nicht ohne lange Überlegung veröffentlicht, und sie wurden nach weitaus mehr Studium erreicht, als die Öffentlichkeit jemals wissen oder glauben wird. Ich habe sicherlich in vielen Punkten geirrt, aber ich glaube nicht in so vielen, wie Sedgwick und Konsorten denken.
Gibt es irgendeinen Auszug oder ein Protokoll der Cambridge Philosophical Society, das veröffentlicht wird? Falls ja, und Sie könnten mir ein Exemplar besorgen, würde ich gerne eines haben.
Glauben Sie mir, mein lieber Henslow, ich bin Ihnen bei dieser Gelegenheit dankbar und für die Vielzahl von Freundlichkeiten, die Sie mir seit meinen frühesten Tagen in Cambridge erwiesen haben.
BRIEF 102. AN C. LYELL. Down, 22. Mai [1860].
Hooker hat mir einen Brief von Thwaites aus Ceylon geschickt, der genau dieselben Einwände erhebt, die Sie anfangs bezüglich der Notwendigkeit des Fortschritts aller Formen und daher der Schwierigkeit des Weiterbestehens einfacher Formen hatten. Es gab keine schlimmere Auslassung als diese in meinem Buch, und ich hatte die Diskussion schon fertig.
Ich bin außerordentlich froh zu hören, dass Sie beabsichtigen, neue Argumente über die Unvollkommenheit des geologischen Aufzeichnungs-Befundes hinzuzufügen. Ich empfinde dies immer scharf und bin überrascht, dass Männer wie Ramsay und Jukes es nicht mehr empfinden.
Ich stimme völlig bezüglich der unzureichenden Beweise für Mumienweizen zu.
Wenn Sie es entbehren können, würde ich (aber aus bloßer Neugier) gerne Binney über marine Kohlenmarschen sehen.
Ich habe Hooker einmal sehr wild gemacht, indem ich sagte, ich glaube, die Kohlenpflanzen wüchsen im Meer, wie Mangroven.
BRIEF 103. AN J.D. HOOKER.
Down [1860].
Vielen Dank für Harveys Brief, den ich noch ein wenig behalten und dann zurücksenden werde. Ich werde ihm schreiben und versuchen, anhand der Analogie häuslicher Produktionen den Teil zu verdeutlichen, von dem ich glaube, dass die Selektion ihn gespielt hat. Ich habe meine Tauben und andere Haustiere überarbeitet, und ich bin sicher, dass jeder Recht hat, der sagt, dass Selektion die wirksame Ursache ist, obwohl, wie Sie zu Recht sagen, Variation die Basis von allem ist. Warum ich nicht so sehr wie Sie an physikalische Agentien glaube, ist, dass ich in fast jedem Organismus (wenn auch in Tieren weitaus deutlicher als in Pflanzen) Anpassung sehe, und dies muss, außer in seltenen Fällen, wie ich meine, auf Selektion zurückzuführen sein.
Vergessen Sie die Pyrola nicht, wenn sie blüht. (103/3. In einem Brief an Hooker vom 22. Mai 1860 schrieb Darwin: „Hast du Pyrola in Kew? Wenn ja, dann beobachte um Himmels willen die Krümmung des Stempels in Richtung des Zugangs zum Nektarium.“ Die Tatsache, dass die Narbe in von Insekten besuchten Blüten so platziert ist, dass der Besucher sie auf seinem Weg zum Nektar berühren muss, war ein Punkt, der Darwins Aufmerksamkeit früh erregte und ihn stark beeindruckte.) Meine gesegnete kleine Scaevola hat begonnen zu blühen, und ich werde künstliche Befruchtung an ihr versuchen.
Ich habe Harveys Brief durchgesehen und (ich hoffe zu Recht) angenommen, dass er nichts dagegen haben könnte zu wissen, dass Sie ihn an mich weitergeleitet haben.
BRIEF 104. AN ASA GRAY. Down, 8. Juni [1860].
Ich habe Ihnen für zwei Notizen zu danken, eine über Hooker und eine mit einigen Briefen, die zur Post gebracht werden sollten, was auch geschah. Ich kam Ihrer Bitte zuvor, indem ich einige Anmerkungen zu Owens Rezension machte. (104/1. „The Edinburgh Review“, April 1860.) Hooker ist der Rezensionen so überdrüssig, dass ich nicht glaube, dass Sie von ihm irgendwelche Hinweise erhalten werden. Ich habe in letzter Zeit mehr „Tritte als Groschen“ bekommen. Eine Rezension im letzten Dublin „Nat. Hist. Review“ ist das Unfairste, was bisher erschienen ist – eine einzige Masse von Falschdarstellungen. Sie stammt offensichtlich von Haughton, dem Geologen, Chemiker und Mathematiker. Sie zeigt maßlose Einbildung und Verachtung für alle, die keine Mathematiker sind. Er erörtert Bienenwaben und führt eine Reihe an, auf die ich nie angespielt habe, und ignoriert dabei völlig die Zwischenwabe von Melipona, die mich erst auf meine Vorstellungen brachte. Der Artikel ist ein Kuriosum an Unfairness und Arroganz; aber da er sich über Malthus lustig macht, bin ich zufrieden, denn es ist klar, dass er nicht logisch denken kann. Er ist ein Freund von Harvey, mit dem ich einen gewissen Briefwechsel geführt habe. Ihr Artikel hat ihn, wie er zugibt, eindeutig beeinflusst. Er gibt bis zu einem gewissen Grad die Natürliche Selektion zu, versteht mich aber sicher nicht. Es ist seltsam, dass dies nur sehr wenige tun, und ich bin vollends davon überzeugt, dass ich ein extrem schlechter Erklärer sein muss. Um noch einmal kurz auf Owen zurückzukommen: Er stellt Huxley grob falsch dar und ist sehr unfair ihm gegenüber. Sie sagen, Sie hielten den Artikel für das Werk eines Schülers von Owen; aber keine Tatsache spricht so stark gegen Owen, wenn man seine frühere Position am College of Surgeons bedenkt, wie die, dass er nie einen Schüler oder Nachfolger herangezogen hat. In der gerade erschienenen Ausgabe von „Fraser’s Magazine“ (104/2. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 314.) gibt es einen Artikel oder eine Rezension über Lamarck und mich von W. Hopkins, dem Mathematiker, der, wie Haughton, die Vernunftkraft aller Naturforscher verachtet. Persönlich ist er mir gegenüber äußerst freundlich; aber er beabsichtigt offensichtlich, mich in der folgenden Ausgabe in Atome zu zerlegen. Er würdigt in keiner Weise den Unterschied zwischen meinen Ansichten und denen von Lamarck hinsichtlich der Erklärung von Anpassung, dem Prinzip der Divergenz, der Zunahme dominanter Gruppen und dem fast notwendigen Aussterben der weniger dominanten und kleineren Gruppen usw.
BRIEF 105. AN C. LYELL. Down, 17. Juni [1860].
Noch ein Wort zur Vergöttlichung (105/1. „Wenn wir ‚Variation‘ oder ‚Natürliche Selektion‘ mit solchen Schöpfungsgesetzen verwechseln, vergöttlichen wir sekundäre Ursachen oder übertreiben ihren Einfluss maßlos“ (Lyell, „The Geological Evidences of the Antiquity of Man, with Remarks on Theories on the Origin of Species by Variation“, Seite 469, London, 1863). Siehe Brief 131.) der Natürlichen Selektion: Ihr so viel Gewicht beizumessen, schließt noch allgemeinere Gesetze, d. h. die Ordnung des gesamten Universums, nicht aus. Ich habe gesagt, die Natürliche Selektion verhalte sich zur Struktur organisierter Wesen wie der menschliche Architekt zu einem Gebäude. Die bloße Existenz des menschlichen Architekten zeigt die Existenz allgemeinerer Gesetze; aber niemand, der das Verdienst für ein Gebäude dem menschlichen Architekten zuschreibt, hält es für notwendig, sich auf die Gesetze zu berufen, durch die der Mensch entstanden ist.
Kein Astronom hält es, wenn er zeigt, wie die Bewegungen der Planeten durch die Schwerkraft bedingt sind, für notwendig zu sagen, das Gesetz der Schwerkraft sei dazu bestimmt gewesen, dass die Planeten die Bahnen verfolgen, die sie verfolgen. Ich kann nicht glauben, dass es beim Aufbau jeder Art auch nur ein bisschen mehr Einmischung durch den Schöpfer gibt als beim Lauf der Planeten. Ich glaube, es ist nur Paley und Co. zuzuschreiben, dass diese speziellere Einmischung bei lebenden Körpern für notwendig gehalten wird. Aber wir werden uns nie einig werden, also bemühen Sie sich nicht zu antworten.
Ich sollte meinen, Ihre Bemerkungen seien sehr gerecht gewesen, dass Mathematiker nicht besser in der Lage seien, über Wahrscheinlichkeiten zu urteilen als andere vernünftige Menschen.
Ich habe gerade weitere Rückmeldungen über die Tragzeit von Hunden erhalten. Die Dauer unterscheidet sich zumindest zwischen einundsechzig und vierundsiebzig Tagen, genau wie ich erwartet hatte.
Ich hatte überlegt, Ihnen die „Gardeners’ Chronicle“ zu schicken, wegen eines Artikels von mir über die Befruchtung von Orchideen durch Insekten (105/2. „Fertilisation of British Orchids by Insect Agency“. Dieser Artikel in der „Gardeners’ Chronicle“ vom 9. Juni 1860, Seite 528, beginnt mit der Bitte, Beobachtungen über die Art der Befruchtung bei der Bienen- und der Fliegenragwurz anzustellen.), da er einen kuriosen Punkt berührt, und da Sie sich für meinen Artikel über Gartenbohnen interessiert haben; aber da Sie so beschäftigt sind, werde ich es nicht tun.
BRIEF 106. AN C. LYELL. Down [Juni?] 20. [1860].
Ich sende Blyth (106/1. Siehe Brief 27.); es ist eine schreckliche Handschrift; die Passage steht auf Seite 4. In einer früheren Notiz sagte er mir, er fürchte, es bestehe kaum eine Chance, Geld für die China-Expedition zu bekommen, und sprach von Ihrer Güte.
Vielen Dank für Ihren langen und interessanten Brief. Ich staune über Ihre Geduld, so viel zu schreiben, bewundere sie und danke Ihnen dafür. Ich widerspreche ein wenig, dass Deinosaurus keinen „freien Willen“ habe, da wir ihn doch sicherlich haben. Ich widerspreche auch Ihrer Einordnung von Huxleys „Kraft und Stoff“ in dieselbe Kategorie wie die Natürliche Selektion. Letztere mag natürlich eine völlig falsche Ansicht sein; aber sicherlich gehen wir dabei nicht über unsere Tiefe hinaus zu den ersten Ursachen.
Es ist wahrlich sehr bemerkenswert, dass die Tragzeit von Hunden (106/2. In einem Brief an Lyell vom 25. Juni 1860 steht der folgende Absatz: „Du brauchst kein Wort von dem zu glauben, was ich über die Tragzeit von Hunden gesagt habe. Seit ich dir schrieb, hatte ich weiteren Briefwechsel mit dem Hundemeister, und ich sehe, seine [Aufzeichnung?] ist nichts wert. Sie mag natürlich korrekt sein, ist aber nicht vertrauenswürdig. Ich finde auch unterschiedliche Angaben über den Wolf: Tatsächlich bin ich völlig ratlos.“) so stark variiert, während die des Menschen es nicht tut. Es mag von einem mehrfachen Ursprung herrühren. Die Eier der Moschusente und der gewöhnlichen Ente benötigen eine zwischenliegende Zeit zum Ausbrüten; aber ich würde es eher als einen der zehntausend Fälle betrachten, die wir nicht erklären können – nämlich, wenn ein Teil oder eine Funktion bei einer Art variiert und bei einer anderen nicht.
Hooker hat mir nichts über seine Erklärung für wenige arktische Formen gesagt; die Tatsache kannte ich vorher. Ich hatte über das spekuliert, was ich, nach dem, was Sie sagen, für seine Erklärung halte (106/3. „Outlines of the Distribution of Arctic Plants“, J.D. Hooker, „Trans. Linn. Soc.“ Band XXIII., Seite 251, 1862. [gelesen am 21. Juni 1860]. In diesem Artikel lenkt Hooker die Aufmerksamkeit auf den Ausnahmecharakter der grönländischen Flora; aber hinsichtlich der Armut an Arten und ihrer viel größeren Ähnlichkeit mit den Floren des arktischen Europas als mit denen des arktischen Amerikas hält er es für schwierig, diese Tatsachen zu erklären, „es sei denn, wir lassen Mr. Darwins Hypothesen gelten“ (siehe „Origin“, 6. Auflage, 1872, Kapitel XII., Seite 330) einer südlichen Migration aufgrund der Kälte der Eiszeit und der anschließenden Rückkehr der nördlichen Typen während der darauf folgenden wärmeren Periode. Viele der grönländischen Arten, die auf die Halbinsel beschränkt sind, „würden gleichsam ins Meer getrieben, d. h. ausgerottet werden“ (Hooker, op. cit., Seiten 253-4).); aber es muss zu allen Zeiten eine arktische Region gegeben haben. Ich fand, die Spekulation wurde zu komplex, wie mir schien, als dass es sich gelohnt hätte, sie weiterzuverfolgen.
Ich habe weitere interessante Arbeiten mit Orchideen gemacht. Sprechen Sie von Anpassung bei Spechten (106/4. „Kann ein eindrucksvolleres Beispiel für Anpassung angeführt werden als das eines Spechtes zum Klettern auf Bäumen und zum Ergreifen von Insekten in den Rissen der Rinde?“ („Origin of Species“, 1. Auflage, Seite 141).), manche der Orchideen übertreffen das.
Ich zeigte den Fall Elizabeth Wedgwood, und ihre Bemerkung war: „Jetzt hast du dein eigenes Buch widerlegt, denn du wirst mich nicht davon überzeugen, dass dies durch Natürliche Selektion bewirkt werden könnte.“
BRIEF 107. AN T.H. HUXLEY. 20. Juli [1860].
Vielen Dank für Ihren erfreulichen Brief. Ich stimme jedem Wort zu, das Sie über „Fraser“ und die „Quarterly“ sagen. (107/1. Bischof Wilberforces Rezension des „Origin“ in der „Quarterly Review“, Juli 1860, wurde in seinen „Collected Essays“, 1874, wiederveröffentlicht. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 182, und II., Seite 324, wo einige Zitate aus der Rezension gegeben sind. Für Hopkins’ Rezension im „Fraser’s Magazine“, Juni 1860, siehe „Life and Letters“, II., 314.) Ich habe einige wirklich bewundernswerte Briefe von Hopkins erhalten. Ich nehme nicht an, dass er sich jemals Gedanken über geografische Verbreitung, Klassifikation, Morphologien usw. gemacht hat, und nur diejenigen, die dies getan haben, werden eine gewisse Erleichterung dabei empfinden, eine Art vernünftige Erklärung für solche Fakten zu haben. Ist es nicht großartig, wie der Bischof behauptet, dass alle solche Fakten durch Ideen in Gottes Geist erklärt werden? Die „Quarterly“ ist ungewöhnlich schlau; und ich habe viel in mich hineingekichert über die Art und Weise, wie mein Großvater und ich durch den Kakao gezogen werden. Ich konnte hier und da Owens Handschrift sehen. Übrigens, wie kommt es, dass Sie nicht angegriffen wurden? Fängt Owen an, es für klüger zu halten, Sie in Ruhe zu lassen? Ich würde fünf Schilling geben, um zu wissen, welchen gewaltigen Fehler der Bischof gemacht hat; denn ich sehe, dass eine Seite gestrichen und eine neue eingeklebt wurde.
Ich bin in der Tat überaus zufrieden mit dem Fortschritt der Meinung. Nach allem, was ich von mehreren Seiten höre, scheint Oxford dem Thema viel Gutes getan zu haben. (107/2. Ein Bericht über das Treffen der British Association in Oxford im Jahr 1860 ist in den „Life and Letters“, II., Seite 320, enthalten, und ein ausführlicherer in der einbändigen „Life of Charles Darwin“, 1892, Seite 236. Siehe auch die „Life and Letters of T.H. Huxley“, Band I., Seite 179, und den amüsanten Bericht über das Treffen in Mr. Tuckwells „Reminiscences of Oxford“, London, 1900, Seite 50.) Es ist von enormer Bedeutung, der Welt zu zeigen, dass einige erstklassige Männer keine Angst haben, ihre Meinung zu äußern. Ich sehe täglich deutlicher, dass mein Buch ohne Hilfe absolut nichts bewirkt hätte. Asa Gray kämpft in den Vereinigten Staaten bewundernswert. Er ist ein vollkommener Meister des Themas, was man von Männern wie selbst Hopkins keineswegs sagen kann.
Ich habe über das nachgedacht, worauf Sie bezüglich einer naturgeschichtlichen Rezension anspielen. (107/3. In den „Life and Letters of T.H. Huxley“, Band I., Seite 209, findet sich in einem Brief an Sir J.D. Hooker vom 17. Juli 1860 eine Darstellung der Gründung der „Natural History Review“. Am 2. August fügte Mr. Huxley hinzu: „Darwin schrieb mir eine sehr freundliche Ermahnung dazu und sagte mir, ich solle mich nicht mit etwas anderem als origineller Arbeit verschwenden. Ich versicherte ihm jedoch in meiner Antwort, dass ich mich wohl oder übel verschwenden MUSS und dass die ‚Review‘ nur eine Art Sammelbecken sei.“) Ich nehme an, Sie meinen wirklich eine REZENSION und keine Fachzeitschrift für Originalbeiträge in der Naturgeschichte. Von letzteren gibt es jetzt ein Übermaß. In Bezug auf eine gute Rezension kann es keinen Zweifel an ihrem Wert und Nutzen geben; dennoch hoffe ich, falls es nicht zu spät ist, dass Sie sorgfältig überlegen, bevor Sie sich entscheiden. Denken Sie daran, wie viel Arbeit Sie auf Ihren Schultern haben, und obwohl Sie viel leisten können, gibt es doch eine Grenze für die Arbeitskraft selbst des härtesten Arbeiters. Ich würde es zutiefst bedauern, Sie viel Zeit opfern zu sehen, die origineller Forschung gewidmet werden könnte. Ich fürchte, für jemanden, der so gut rezensieren kann wie Sie, gäbe es dieselbe Versuchung, Zeit zu verschwenden, wie es bekanntermaßen für diejenigen der Fall ist, die gut sprechen können.
Eine Rezension ist nur vorübergehend; Ihre Arbeit sollte dauerhaft sein. Ich weiß wohl, dass Sie sagen mögen, dass es keine guten Rezensionen geben werde, wenn gute Männer nicht rezensieren. Und das ist wahr. Würden Sie nicht mehr Gutes durch eine gelegentliche Rezension in irgendeiner gut etablierten Zeitschrift tun, als wenn Sie viel Zeit für die Herausgabe oder die weitgehende Unterstützung einer Rezension aufwenden, die aufgrund ihrer Beschränkung auf ein einziges Thema keine sehr große Verbreitung hätte? Aber ich muss zu dem Hauptgedanken zurückkehren, der mir in den Sinn kommt – nämlich, dass es die Menge an origineller und dauerhafter Arbeit verringern würde, die Sie leisten könnten. Überlegen Sie, wie wenige Männer es in England gibt, die originelle Arbeit in den verschiedenen Bereichen leisten können, für die Sie hervorragend geeignet sind. Lyell, so erinnere ich mich, nahm sich vor vielen Jahren aus analogen Gründen vor, keine Rezensionen mehr zu schreiben. Ich bin ein alter Trödler, und Ihr Plan lässt mich zittern. Gott weiß, in gewissem Sinne bin ich so ziemlich der letzte Mensch in England, der Wasser in den Wein einer Rezension gießen sollte, an der Sie beteiligt wären, da ich so ungemein von Ihren Arbeiten in dieser Richtung profitiert habe.
Was das eigene Rezensieren betrifft, so habe ich es nie versucht: Jede Arbeit dieser Art hält mich davon ab, irgendetwas anderes zu tun, da ich unmöglich zu verschiedenen Zeiten stückweise arbeiten kann. Ich habe zudem einen wahnsinnigen Hass darauf, meinen regelmäßigen Arbeitsstrom zu unterbrechen. Ich habe jetzt Material für ein oder zwei kleine Artikel, aber ich weiß, dass ich sie nie ausarbeiten werde. Also werde ich nicht versprechen zu helfen; obwohl es mich sehr undankbar Ihnen gegenüber fühlen ließe, nicht zu helfen, wenn ich könnte. Sie haben keine Vorstellung davon, während wie kurzer Zeit täglich ich fähig bin zu arbeiten. Wenn ich irgendwelche regelmäßigen Pflichten hätte, wie Sie und Hooker, würde ich wissenschaftlich absolut nichts tun.
Ich bin von Herzen froh zu hören, dass es Ihnen besser geht; aber wie eine solche Arbeit wie der Freiwilligendienst (alle Ehre gebührt Ihnen) Sie nicht umbringt, kann ich nicht verstehen.
Um Gottes willen denken Sie daran, dass Ihr Arbeitsfeld die originelle Forschung in den höchsten und schwierigsten Zweigen der Naturgeschichte ist. Nicht, dass ich die Bedeutung kluger und solider Rezensionen unterschätzen möchte.
BRIEF 108. AN T.H. HUXLEY. Sudbrook Park, Richmond, Donnerstag [Juli 1860].
Ich muss Ihnen ein paar Zeilen schreiben, um zu sagen, was für ein guter Kerl Sie sind, dass Sie mir so einen langen Bericht über das Treiben in Oxford geschickt haben. Ich habe ihn zweimal gelesen und an meine Frau geschickt, und wenn ich nach Hause komme, werde ich ihn noch einmal lesen: Er hat mich so sehr interessiert. Aber wie konnten Sie es wagen, einen lebendigen Bischof auf diese Art anzugreifen? Ich schäme mich regelrecht für Sie! Haben Sie keine Ehrfurcht vor feinen weißen Ärmeln? Beim Jupiter, Sie scheinen es gut gemacht zu haben. Wenn irgendjemand irgendeinen Glauben des Bischofs lächerlich machen würde, würde er nicht sanft mit den Schultern zucken und über alle Maßen schockiert sein? Ich bin sehr, sehr traurig zu hören, dass Sie nicht wohlauf sind; aber ich bin nach all Ihrer selbst auferlegten Arbeit nicht überrascht. Ich hoffe, Sie haben bald einen Ausflug, und das wird Ihnen wirklich gut tun.
Ich freue mich, von J. Lubbock zu hören, den ich bald zu sehen hoffe, und ich werde ihm sagen, was Sie gesagt haben. Haben Sie Hopkins im letzten „Fraser“ gelesen? – gut ausgedrückt, in gutem Geist, außer dass die Seelendiskussion schlecht war, wie ich ihm gesagt habe; nichts eigentlich Neues, greift nur die schwachen Punkte heraus und lässt alle anderen Überlegungen aus.
Ich habe gestern von Asa Gray gehört; er kämpft weiter wie ein Trojaner.
Gott segne Sie! – werden Sie gesund, seien Sie faul und haben Sie immer Ehrfurcht vor einem Bischof.
BRIEF 109. AN J.D. DANA. Down, 30. Juli [1860].
Ich habe vor einigen Wochen Ihre Notiz erhalten, in der Sie mir mitteilten, dass Sie England nicht besuchen könnten, was ich aufrichtig bedauerte, da ich Sie von ganzem Herzen gerne persönlich kennengelernt hätte. Sie gaben mir einen verbesserten, aber nicht sehr guten Bericht über Ihren Gesundheitszustand. Ich wäre Ihnen zu irgendeiner Zeit dankbar für ein paar Zeilen, die mir mitteilen, wie es Ihnen geht. Wir hatten einen elenden Sommer, bedingt durch eine schrecklich lange und schwere Krankheit meiner ältesten Tochter, die sich leicht verbessert, aber immer noch in einem prekären Zustand befindet. Ich konnte in letzter Zeit wissenschaftlich nichts tun. Mein lieber Freund Asa Gray schreibt mir oft und berichtet mir von den hitzigen Diskussionen über den „Origin of Species“ in den Vereinigten Staaten. Wann immer Sie stark genug sind, ihn zu lesen, weiß ich, dass Sie total gegen mich sein werden, aber ich weiß genauso gut, dass Ihre Opposition liberal und philosophisch sein wird. Und das ist eine ganze Menge mehr, als ich von all meinen Gegnern in diesem Land sagen kann. Ich habe Agassiz’ Angriff (109/1. „Silliman’s Journal“, Juli 1860. Eine Passage aus Agassiz’ Rezension wird von Mr. Huxley in Darwins „Life and Letters“, II., Seite 184, gegeben.) noch nicht gesehen, aber ich hoffe, ihn zu Hause vorzufinden, wenn ich in ein paar Tagen zurückkehre, denn ich war wegen meiner Tochter mehrere Wochen von zu Hause weg. Prof. Silliman schickte mir durch Asa Gray eine außerordentlich freundliche Nachricht, dass Ihr Journal für eine Antwort von mir offen stünde. Ich kann mich erst entscheiden, wenn ich ihn gesehen habe, aber aus Prinzip habe ich beschlossen, es zu vermeiden, irgendetwas zu beantworten, da es viel Zeit und oft das Temperament verbraucht, und ich habe im „Origin“ mein Wort gesagt. Keine Person versteht meine Ansichten und hat sie so gut verteidigt wie A. Gray, obwohl er keineswegs den ganzen Weg mit mir geht. Es gab viel Diskussion über das Thema bei der British Association in Oxford, und ich hatte viele Verteidiger, und meine Seite scheint (denn ich war nicht dort) fast den Sieg davongetragen zu haben. Ihr Korrespondent und mein Nachbar, J. Lubbock, arbeitet weiter in der Freizeit, die er hat. Dies ist ein egoistisches Schreiben, aber ich habe seit Monaten keinen Naturforscher gesehen. Am aufrichtigsten und tiefsten hoffe ich, dass diese Notiz Sie fast wiederhergestellt antreffen mag.
BRIEF 110. AN W.H. HARVEY.
(110/1. Siehe Brief 95, Anmerkung. Dieser Brief wurde als Antwort auf einen langen Brief von W.H. Harvey vom 24. August 1860 geschrieben. Harvey hatte bereits einen ernst-komischen Scherzartikel und eine Rezension veröffentlicht, worauf in den „Life and Letters“, II., Seiten 314 und 375, verwiesen wird; aber anscheinend hatte er zu diesem Zeitpunkt das Lesen des „Origin“ noch nicht abgeschlossen.)
[August 1860.]
Ich habe Ihren langen Brief mit großem Interesse gelesen und danke Ihnen für Ihre große Freigiebigkeit, ihn mir zuzusenden. Doch nach einigem Nachdenken möchte ich nicht versuchen, irgendeinen Teil davon zu beantworten, außer Ihnen gegenüber persönlich. Irgendetwas, das ich selbst zur Verteidigung vorbrächte, hätte kein Gewicht; es ist am besten, von anderen verteidigt zu werden oder gar nicht. Teile Ihres Briefes erscheinen mir, wenn ich das sagen darf, sehr scharfsinnig und originell, und ich empfinde es als ein großes Kompliment, dass Sie so viel Zeit für mein Buch aufwenden. Doch im Ganzen bin ich enttäuscht; nicht, weil Sie mir nicht zustimmen, denn das habe ich nie erwartet, und tatsächlich gehen Sie in Ihren Anmerkungen zu den Kapiteln XII. und XIII. viel weiter mit mir (wenn auch nur ein kleines Stück), als ich je vorausgeahnt habe, und ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Aber im Großen und Ganzen bin ich enttäuscht, weil es mir scheint, dass Sie nicht verstehen, was ich mit Natürlicher Selektion meine, wie es auf Seite 11 (110/2. Harvey spricht von der Bewahrung oder Selektion des Nützlichen und setzt dabei "ein wachsames und intelligentes Wesen" voraus, was dem sehr ähnlich ist, als würde man sagen, ein intelligentes Wesen sei nötig, um darauf zu achten, dass die kleinen Steine durch die Maschen eines Siebes fallen und die großen zurückbleiben.) Ihres Briefes und durch mehrere Ihrer Anmerkungen gezeigt wird. Da mein Buch es versäumt hat, meine Meinung zu erklären, wäre es hoffnungslos, dies in einem Brief zu versuchen. Sie sprechen im frühen Teil Ihres Briefes und auf Seite 9, als hätte ich gesagt, die Natürliche Selektion sei die einzige Instanz der Modifikation, wohingegen ich wieder und wieder, ad nauseam, direkt gesagt und durch die Rangfolge angedeutet habe (was mir offensichtlich erscheint), dass Selektion nichts ohne vorherige Variabilität ausrichten kann (siehe Seiten 80, 108, 127, 468, 469 usw.), "nichts kann bewirkt werden, es sei denn, es treten vorteilhafte Variationen auf." Ich halte die Natürliche Selektion deshalb für von solch hoher Bedeutung, weil sie aufeinanderfolgende Variationen in jeder vorteilhaften Richtung anhäuft und so jedes neue Lebewesen an seine komplexen Lebensbedingungen anpasst. Der Begriff "Selektion", so sehe ich, täuscht viele Personen, obwohl ich keinen Grund sehe, warum er das mehr sollte als die Wahlverwandtschaft, wie sie von den alten Chemikern verwendet wurde. Müsste ich mein Buch umschreiben, würde ich "natürliche Erhaltung" oder "natürlich erhalten" verwenden. Ich sollte meinen, Sie würden ebenso bald ein Brechmittel einnehmen wie irgendeinen Teil meines Buches wiederzulesen; aber wenn Sie es täten und "Selektion" und "selektiert" ausradieren und "Erhaltung" und "erhalten" einfügen würden, wäre das Thema möglicherweise klarer. Da Sie mit dem Missverstehen meines Buches nicht allein sind, hätte ich schon lange zuvor geschlussfolgert, dass mein Verstand im Nebel läge, hätte ich nicht durch veröffentlichte Rezensionen und besonders durch Korrespondenz festgestellt, dass Lyell, Hooker, Asa Gray, H.C. Watson, Huxley und Carpenter und viele andere vollkommen begreifen, was ich meine. Das Ergebnis Ihrer Anmerkungen auf Seite 11 ist, dass meine Erklärung usw. und die ganze Lehre der Natürlichen Selektion bloße leere Worte sind, die die "Ordnung der Natur" bezeichnen. Da die oben genannten klaren Köpfe, die meine Ansichten tatsächlich begreifen, alle ein gewisses Stück mit mir gehen und sicherlich nicht denken, es sei alles Unsinn, würde ich mir erlauben, ein wenig weiteres Nachdenken Ihrerseits anzuregen. Ich meine damit nicht, dass die Meinung dieser Männer viel wert ist als Beweis dafür, dass ich recht habe, sondern lediglich als ein gewisses Indiz dafür, dass ich klarere Vorstellungen habe, als Sie denken, andernfalls müssten diese Männer selbst noch verwirrter sein als ich; denn sie haben keine Versuchung, sich selbst zu täuschen. In der kommenden Septembernummer (110/3. "American Journal of Science and Arts", September 1860, "Design versus Necessity", nachgedruckt in Asa Grays "Darwiniana", 1876, Seite 62.) des "American Journal of Science" gibt es einen interessanten und kurzen theologischen Artikel (von Asa Gray), der nebenbei mit bewundernswerter Klarheit die Theorie der Natürlichen Selektion darlegt und daher Ihre Lektüre wert sein könnte. Ich denke, der theologische Teil würde Sie interessieren.
Sie wenden gegen alle meine Illustrationen ein. Sie sind alle notwendigerweise mutmaßlich und können alle falsch sein; aber es waren die besten, die ich geben konnte. Der Bärenfall (110/4. "Origin of Species", 1. Auflage, Seite 184. Siehe Brief 120.) wurde ordentlich belacht und von manchen unredlich dahingehend verzerrt, dass ich gesagt hätte, ein Bär könne in einen Wal verwandelt werden. Da es Leute beleidigte, strich ich es in der zweiten Auflage; aber ich behaupte immer noch, dass es keine besondere Schwierigkeit gibt, das Maul eines Bären in einem Maße zu vergrößern, das seinen sich ändernden Gewohnheiten nützlich ist – keine größere Schwierigkeit, als der Mensch beim Vergrößern des Kropfes der Taube durch stetige Selektion gefunden hat, bis er buchstäblich so groß ist wie der ganze Rest des Körpers. Wäre dies nicht bekannt gewesen, wie absurd wäre es erschienen zu sagen, der Kropf eines Vogels könne vergrößert werden, bis er wie ein Ballon sei!
In Bezug auf den Strauß glaube ich, dass die Flügel reduziert wurden und nicht in der Entwicklung begriffen sind, weil die gesamte Struktur eines Vogels im Wesentlichen zum Fliegen geformt ist; und der Strauß ist im Wesentlichen ein Vogel. Sie werden auf Seite 182 des "Origin" eine etwas analoge Diskussion sehen. Auf Seite 450 der zweiten Auflage habe ich den wesentlichen Unterschied zwischen einem entstehenden und einem rudimentären Organ aufgezeigt. Wenn Sie die komplexere Ansicht bevorzugen, dass der Vorfahre des Straußes seine Flügel verlor und der heutige Strauß sie wiedergewinnt, so habe ich dem nichts entgegenzusetzen.
In Bezug auf Bäume auf Inseln sammelte ich einige Fälle, nahm aber die Hauptfakten von Alph. De Candolle und dachte, sie seien verlässlich. Meine Erklärung mag grob falsch sein; aber ich bin nicht davon überzeugt, dass sie es ist, und ich sehe nicht die volle Kraft Ihres Arguments, dass bestimmte krautige Ordnungen in gewissen seltenen Fällen auf Kontinenten zu Bäumen entwickelt wurden. Der Fall scheint mir gänzlich von der Frage abzuhängen, ob krautige Ordnungen im Allgemeinen auf Inseln häufiger Bäume und Sträucher hervorbringen als auf Kontinenten, im Verhältnis zu ihren Flächen. (110/5. Im "Origin", 1. Auflage, Seite 392, weist der Autor darauf hin, dass eine krautige Pflanze in Gegenwart konkurrierender Bäume wenig Chancen hätte, baumartig zu werden; aber auf einer Insel, mit nur anderen krautigen Pflanzen als Konkurrenten, könnte sie einen Vorteil dadurch gewinnen, dass sie ihre Gefährten überragt, und baumartig werden. Harvey schreibt: "Was Sie (Seite 392) über Inselbäume sagen, die zu Ordnungen gehören, die andernorts nur krautige Arten umfassen, scheint mir nicht durch ausreichende Beweise gestützt. Sie führen keine bestimmten Bäume an, und ich könnte daher falsch liegen, wenn ich vermute, dass die Ordnungen, auf die Sie anspielen, Scrophularineae und Compositae sind; und die Inselbäume die antarktischen Veronikas und die baumartigen Compositae von St. Helena, Tasmanien usw. Aber in Südafrika ist Halleria (Scrophularineae) oft so groß und holzig wie ein Apfelbaum; und es gibt mehrere südafrikanische baumartige Compositae (Senecio und Oldenburgia). Zudem wachsen zumindest in Tasmanien die baumartigen Compositae nicht in Konkurrenz zu krautigen Pflanzen allein und werden immer höher, indem sie sie überragen...; denn der baumartigste von allen (Eurybia argophylla, der Moschusbaum) wächst... in Eukalyptuswäldern. Und so mit der südafrikanischen Halleria, die ein Baum unter Bäumen ist. Wie die Bedingungen der baumartigen Gerania der Sandwichinseln sein mögen, vermag ich nicht zu sagen... Ich kann mich an keine anderen Beispiele erinnern, noch kann ich Ihre Erklärung in irgendeinem der anderen Fälle, die ich angeführt habe, akzeptieren.")
Auf Seite 4 Ihres Briefes sagen Sie, Sie gäben viele Buch-Arten als getrennte Schöpfungen auf: Ich gebe alle auf, und Sie folgern, unsere Differenz sei nur eine des Grades und nicht der Art. Dem widerspreche ich; denn ich gebe einen deutlichen Grund an, wie weit ich beim Aufgeben von Arten gehe. Ich betrachte alle Formen, die sich einander homolog oder embryologisch ähneln, als sicher von derselben Art abstammend.
Sie treffen mich hart und fair (110/6. Harvey schreibt: "Sie fragen – wurden alle unendlich zahlreichen Arten von Tieren und Pflanzen als Eier oder Samen oder als ausgewachsen erschaffen? Hierauf genügt es zu antworten: Wurde Ihr ursprünglicher Organismus oder wurden Ihre vier oder fünf Vorfahren als Ei, Samen oder ausgewachsen erschaffen? Keine Theorie versucht, dieses Rätsel zu lösen, noch das Rätsel des Omphalos." Der letzte Punkt, den Mr. Darwin nicht aufzugeben bereit ist, steht auf Seite 483 des "Origin": "und im Falle der Säugetiere, wurden sie erschaffen, während sie die falschen Zeichen der Ernährung aus dem Mutterleib trugen?") bezüglich meiner Frage (Seite 483, "Origin") über die Schöpfung von Eiern oder Jungen usw. (aber nicht über Säugetiere mit dem Zeichen der Nabelschnur), doch ich habe immer noch ein unlogisches Gefühl, dass es weniger schwierig ist, sich die Schöpfung einer asexuellen Zelle vorzustellen, die durch einfache Teilung wächst.
Seite 5 Ihres Briefes: Ich stimme jedem Wort über das Alter der Welt zu und habe nie gesehen, dass jemand den Fall stärker oder fähiger dargelegt hätte. Es macht jedoch keinen größeren Eindruck auf mich als Einwand, als wenn der Astronom ein paar hundert Millionen Meilen zur Entfernung der Fixsterne hinzurechnet. Um sehr kleine Dinge mit großen zu vergleichen: dass Lingula usw. von der silurischen Epoche bis zum heutigen Tag nahezu unverändert blieb, ist, wie wenn die Haustauben noch immer mit den wilden Felsentauben identisch wären, wohingegen ihre "Zucht"-Nachkommen durch künstliche Selektion ungemein modifiziert wurden und noch immer modifiziert werden.
Sie legen die Schwierigkeit der ersten Modifikation des ersten Protozoons bewundernswert dar. Ich versichere Ihnen, dass mir dies unmittelbar nach der Veröffentlichung der ersten Auflage in den Sinn kam, und ich dachte daran, es in die zweite Auflage einzufügen. Ich tat es nicht, weil wir nicht im Geringsten wissen, was der erste Keim des Lebens war, noch haben wir irgendeine Tatsache, die uns bei unseren Spekulationen über die Art der Veränderung leitet, die seine Nachkommen durchliefen. Ich widerspreche durchaus dem, was Sie über die Myriaden von Jahren sagen, die es bräuchte, um die Welt mit einem solchen erdachten Protozoon zu bevölkern. In welch sehr kurzer Zeit Ehrenberg berechnete, dass ein einzelnes Infusorium einen Gesteinswürfel bilden könnte! Ein einzelner Würfel in geometrischer Progression würde den festen Globus in (ich vermute) unter einem Jahrhundert bilden. Nach dem wenigen, was ich weiß, kann ich nicht anders, als zu denken, dass Sie die Auswirkungen der physischen Lebensbedingungen auf diese niedrigen Organismen unterschätzen. Aber ich gebe voll und ganz zu, dass ich keinerlei Antwort auf Ihre Einwände geben kann; doch ich muss hinzufügen, dass es wunderbar wäre, wenn irgendein Mensch dies je könnte, vorausgesetzt für einen Moment, dass meine Theorie wahr ist. Sie begehen einen Zirkelschluss, wie ich denke, wenn Sie sagen, Protococcus wäre zu ewiger Ähnlichkeit verdammt. Auch können Sie nicht wissen, dass der erste Keim einem Protococcus oder irgendeiner anderen heute lebenden Form ähnelte.
Seite 12 Ihres Briefes: Es gibt nichts in meiner Theorie, das in jedem Fall eine Höherentwicklung der Organisation notwendig macht, obwohl die Natürliche Selektion in diese Richtung tendiert und im Allgemeinen so gewirkt hat. Ein Tier wird im Allgemeinen degenerieren, wenn es durch Selektion angepasst wird, beispielsweise das Leben eines Parasiten zu führen. Ich habe es sehr bedauert, dass ich diesen Teil des Themas nicht klarer gemacht habe. Ich ließ dieses und viele andere Themen aus, von denen ich jetzt sehe, dass sie hätten eingeführt werden sollen. Ich habe eine Diskussion zu diesem Thema in den fremdsprachigen Ausgaben eingefügt. (110/7. In der dritten Auflage ist eine Diskussion zu diesem Punkt in Kapitel IV. hinzugefügt.) In keinem Fall wird irgendein organisches Wesen dazu tendieren, sich zurückzuentwickeln, es sei denn, eine solche Rückentwicklung wäre ein Vorteil für seine variierenden Nachkommen; und es ist schwer zu sehen, wie eine Rückkehr zur Struktur des unbekannten vermuteten ursprünglichen Protozoons jemals ein Vorteil sein könnte.
Seite 13 Ihres Briefes: Ich habe mich mehr gefreut, Ihre Diskussion über "dominante" Formen zu lesen, als irgendeinen Teil Ihres Briefes. (110/8. Harvey schreibt: "Betrachtet man die organische Natur in ihrem weitesten Aspekt, so halte ich es für unbestreitbar, dass die wahrhaft dominanten Rassen nicht die von hoher, sondern die von niedriger Organisation sind"; und fährt fort, die Kartoffelkrankheit usw. anzuführen. In der dritten Auflage des "Origin", Seite 56, ist eine Diskussion eingeführt, die den Gebrauch des Begriffs "dominant" durch den Autor definiert.) Ich kann jetzt sehen, dass ich nicht vorsichtig genug war, meine Definition und Bedeutung einzugrenzen. Ich kann nicht sagen, dass Sie meine Ansichten geändert haben. Wenn Botrytis [Phytophthora] die wilde Kartoffel ausgerottet hätte, hätte eine niedrige Form eine hohe besiegt; aber ich kann mich nicht erinnern, jemals gesagt zu haben (ich bin sicher, ich habe es nie gedacht), dass eine niedrige Form niemals eine hohe besiegen würde. Ich habe ausdrücklich auf Parasiten angespielt, die Wildtiere halb ausgerottet haben, und darauf, dass der Kampf ums Dasein manchmal zwischen Formen stattfindet, die so verschieden wie möglich sind: zum Beispiel zwischen Heuschrecken und pflanzenfressenden Vierfüßern. Unter den vielen Lebensbedingungen, die diese Welt bietet, kann jede Gruppe, die zahlreich an Individuen und Arten ist und weit verbreitet ist, mit Recht als dominant bezeichnet werden. Ich habe nie davon geträumt, in Betracht zu ziehen, dass irgendeine Gruppe unter allen Bedingungen und auf der ganzen Welt vorherrschend wäre. Wie könnten Vertebraten unter den Lebensbedingungen vorherrschend sein, unter denen parasitäre Würmer leben? Welchen Nutzen würden ihre perfektionierten Sinne und ihr Intellekt unter solchen Bedingungen bringen? Wenn ich von dominanten Formen gesprochen habe, war dies im Verhältnis zur Vermehrung neuer spezifischer Formen, und die Dominanz irgendeiner Art war im Allgemeinen relativ zu anderen Mitgliedern derselben Gruppe, oder zumindest zu Wesen, die ähnlichen Bedingungen ausgesetzt sind und in Konkurrenz treten. Aber ich wage zu sagen, dass ich mich im "Origin" nicht klar ausgedrückt habe, und der Platz hat es unmöglich gemacht. Aber ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre wertvollen Anmerkungen, auch wenn ich ihnen nicht zustimme.
Über plötzliche Sprünge: Ich habe keine Einwände dagegen – sie würden mir in manchen Fällen helfen. Alles, was ich sagen kann, ist, dass ich mich mit dem Thema befasste und keine Beweise fand, die mich an Sprünge glauben ließen; und einiges deutete in die andere Richtung. Sie werden es schwer finden (Seite 14 Ihres Briefes), eine markante Trennlinie zwischen fruchtbaren und unfruchtbaren Kreuzungen zu ziehen. Ich sehe nicht, wie die scheinbar plötzliche Veränderung (denn die Plötzlichkeit der Veränderung bei einer Puppe ist natürlich weitgehend nur scheinbar) bei Larven während ihrer Entwicklung irgendein Licht auf das Thema wirft.
Ich wünschte, ich hätte diesen Brief mehr wert machen können, Ihnen gesandt zu werden. Ich habe ihn kopieren lassen, um Ihnen zumindest die unerträgliche Mühe zu ersparen, meine schlechte Handschrift zu lesen. Nochmals danke ich Ihnen für Ihre große Freigiebigkeit und Güte, mir Ihre Kritik zu senden, und ich wünsche von Herzen, wir wären ein wenig näher in Übereinstimmung; aber wir müssen uns damit begnügen, so weit voneinander entfernt zu sein wie die Pole, jedoch ohne, Gott sei Dank, irgendeinen Groll oder andere üble Gefühle.
BRIEF 111. AN T.H. HUXLEY.
(111/1. Dr. Asa Grays Artikel im "Atlantic Monthly", Juli, August und Oktober 1860, wurden in England als Broschüre veröffentlicht und bilden Kapitel III. in seiner "Darwiniana" (1876). Siehe "Life and Letters", II., Seite 338. Der in diesem Brief erwähnte Artikel ist der in der August-Nummer.)
Down, 10. September [1860].
Ich sende mit dieser Post eine Rezension von Asa Gray, so gut, dass ich möchte, dass Sie sie sehen; ich muss um ihre Rückgabe bitten. Ich möchte auch nach Ihrer Meinung fragen, ob sie in England nachgedruckt werden sollte. Ich dachte daran, sie an den Herausgeber der "Annals and Mag. of Nat. Hist." zu senden, in denen zwei feindselige Rezensionen erschienen sind (obwohl ich annehme, dass die "Annals" eine sehr geringe Auflage haben), und sie im Geiste des Fair Play zu bitten, dies mit Asa Grays Namen zu drucken, wofür ich die Verantwortung der Hinzufügung übernehmen werde. Da sie lang ist, würde ich auch anbieten, die Kosten zu tragen.
Sie ist zudem sehr gut, da sie Pictet so stark einbezieht. (111/2. Pictet (1809-72) schrieb eine "vollkommen faire" Rezension, die sich gegen den "Origin" richtete. Siehe "Life and Letters", II., Seite 297.) Sagen Sie mir kurz, was Sie denken.
Was für eine erstaunliche Expedition das ist von Hooker nach Syrien! Gott weiß, ob sie klug ist.
Wie geht es Ihnen und den Ihren? Ich hoffe, Sie arbeiten nicht zu hart. Um Himmels willen, denken Sie daran, dass Sie ein solches Tier werden könnten wie ich. Wie geht es mit der "Nat. Hist. Review?" Wo wir von Rezensionen sprechen, habe ich die Rezension im "Athenaeum" (111/3. Rezension von "The Glaciers of the Alps" ("Athenaeum", 1. September 1860, Seite 280).) über Tyndall mit einer gemeinen, schäbigen Anspielung auf Sie anständig verdammt. Es ist eine Schande wegen Tyndall – tatsächlich wird seine Wahrhaftigkeit bezweifelt.
Ich bin sehr müde und hasse fast die ganze Welt. Also gute Nacht, und achten Sie auf Ihre Verdauung, was Gehirn bedeutet.
BRIEF 112. AN C. LYELL. 15, Marine Parade, Eastbourne, 26. [September 1860].
Es ist mir gerade eingefallen, dass ich Ihre Fragen zum Aussterben auf St. Helena nicht beachtet habe. Ich bin mir fast sicher, dass Hooker Informationen über das Aussterben von Pflanzen hat (112/1. "Principles of Geology", Band II. (10. Auflage, 1868), Seite 453. Fakten werden von Hooker zitiert, die die Ausrottung von Pflanzen auf St. Helena illustrieren.), aber ich kann mich nicht erinnern, wo ich sie gesehen habe. Man kann zuversichtlich annehmen, dass viele Insekten ausgerottet wurden.
Übrigens hörte ich kürzlich von Wollaston, der mir erzählte, er habe gerade Insektenformen, die eminent denen von Madeira und den Kanarischen Inseln gleichen, vom Kap der Guten Hoffnung erhalten, auf welche winzige Entfernung er, wenn er logisch ist, sein Atlantis ausdehnen muss! Ich habe gerade Ihren Brief erhalten und freue mich sehr, dass Sie zustimmen. Aber ich bin zutiefst angewidert und beschämt wegen des Dingos. Ich kann nicht denken, wie ich das Papier so grob missverstanden haben konnte. Ich hoffe, ich habe mich nicht ebenso bei dessen Koexistenz mit ausgestorbenen Arten vertan: was für ein entsetzliches Stümpern! Ich bin betrübt zu hören, dass Sie denken, ich müsse die Notizen in den Text einarbeiten; aber Sie sind ein so viel besserer Richter, dass ich gehorchen werde. Es tut mir leid, dass Sie die Mühe hatten, das Hunde-Manuskript zurückzusenden, das ich wohl morgen erhalten werde.
Ich beabsichtige, gute Holzschnitte von allen Hauptrassen der Tauben zu geben. (112/2. "The Variation of Animals and Plants under Domestication", 1868.)
Außer der C. oenas (112/3. Die Columba oenas von Europa ruht auf Bäumen und baut ihr Nest in Löchern, entweder in Bäumen oder auf dem Boden ("Var. of Animals", Band I., Seite 183).) (die teilweise, ja fast gänzlich, eine Ringeltaube ist), gibt es keine andere Felsentaube, mit der sich unsere Haustaube kreuzen würde – das heißt, wenn mehrere überaus nahe geografische Rassen von C. livia, die kaum ein Ornithologe als wahre Arten ansieht, alle unter C. livia gruppiert werden. (112/4. Columba livia, die Felsentaube. "Wir können mit Zuversicht schließen, dass alle Haustierrassen, ungeachtet ihres großen Ausmaßes an Unterschieden, von der Columba livia abstammen, wobei unter diesem Namen gewisse wilde Rassen eingeschlossen sind" (op. cit., Band I., Seite 223).)
Ich schreibe drunter und drüber, während ich Ihren Brief wiederlese. Ich dachte, mein Brief sei viel wilder gewesen als Ihrer. Ich empfinde ganz den Trost des Schreibens, wenn man "seine Spekulationen am nächsten Tag ändern" darf. Es übersteigt mein Wissen, die Ränge von Vögeln und Monotremen abzuwägen; im Atmungs- und Kreislaufsystem und in der Muskelenergie glaube ich, dass Vögel allen Säugetieren voraus sind.
Ich wusste, dass Sie von Neuguinea gewusst haben müssen; aber beim Schreiben an Sie mache ich mich nie höflich!
Nachdem ich ein halbes Dutzend oder ein Dutzend Haustiere auf die gleiche Weise wie die Hunde behandelt habe, beabsichtigte ich, ein Kapitel mit Schlussfolgerungen zu haben. Aber der Himmel weiß, wann ich fertig werde: Ich komme sehr langsam voran. Sie wären überrascht, wie lange ich brauchte, um aus einer Vielzahl von Details das herauszupicken, was über Hunde nützlich erschien.
Ich sehe die Stichhaltigkeit Ihrer Bemerkung über die isolierteren Menschenrassen in alten Zeiten und folglich deren größere Anzahl. Es scheint mir schwierig, die Wahrscheinlichkeiten abzuwägen. Vielleicht ist dies zutreffend, wenn Sie sich auf sehr geringfügige Unterschiede bei den Rassen beziehen: Um große Unterschiede hervorzurufen, wäre viel Zeit erforderlich, und dann hätte ich selbst in der frühesten Zeit erwartet, dass eine Rasse sich ausgebreitet, die anderen unterworfen und ausgerottet hätte.
Was die Elefanten-Reihe von Falconer betrifft (112/5. Im Jahr 1837 sammelten Dr. Falconer und Sir Proby Cautley eine große Anzahl fossiler Überreste aus den Siwalik Hills. Falconer und Cautley, "Fauna Antiqua Sivalensis", 1845-49.), so denke ich, dass dieser Fall besser beantwortet werden könnte, als ich es im "Origin", Seite 334, getan habe. (112/6. "Origin of Species", 1. Auflage, Seite 334. "Es ist kein wirklicher Einwand gegen die Wahrheit der Aussage, dass die Fauna jeder Periode als Ganzes in ihrem Charakter nahezu eine Zwischenstellung zwischen der vorangegangenen und der nachfolgenden Fauna einnimmt, dass gewisse Gattungen Ausnahmen von der Regel bieten. Zum Beispiel stimmen Mastodonten und Elefanten, wenn sie von Dr. Falconer in zwei Reihen angeordnet werden, erst nach ihren gegenseitigen Verwandtschaften und dann nach ihren Existenzperioden, in der Anordnung nicht überein. Die Arten mit extremem Charakter sind nicht die ältesten oder die jüngsten; noch sind diejenigen, die im Charakter dazwischen liegen, vom Alter her dazwischenliegend. Aber selbst wenn wir für einen Augenblick annehmen würden, dass in diesem und anderen solchen Fällen das Protokoll über das erste Erscheinen und Verschwinden der Arten vollkommen wäre, haben wir keinen Grund zu der Annahme, dass nacheinander hervorgebrachte Formen notwendigerweise für entsprechende Zeitspannen fortdauern. Eine sehr alte Form könnte gelegentlich viel länger bestehen als eine anderswo später hervorgebrachte Form, insbesondere im Falle von terrestrischen Lebewesen, die in getrennten Gebieten leben" (Seiten 334-5). Die gleichen Worte finden sich in der späteren Ausgabe des "Origin" (6. Auflage, Seite 306.) All diese neuen Entdeckungen zeigen, wie unvollkommen die entdeckte Reihe ist, die Falconer vor Jahren für nahezu perfekt hielt.
Ich werde heute oder morgen zwei Artikel von Asa Gray senden. Der längere (der jetzt noch nicht endgültig korrigiert ist) wird in der Oktober-Ausgabe des "Atlantic Monthly" erscheinen, und sie können bei Trubner bezogen werden. Herzlichen Dank für all Ihre Güte.
Eilen Sie sich nicht wegen Asa Gray. Er erscheint mir als einer der besten Denker und Schriftsteller, die ich je gelesen habe. Er kennt mein Buch so gut wie ich selbst.
BRIEF 113. AN C. LYELL. 15, Marine Parade, Eastbourne, 3. Oktober [1860].
Ihr letzter Brief hat mich in vielerlei Hinsicht sehr interessiert.
Ich lege einen Brief von Wyman bei, der das Gehirn betrifft. Wyman irrt sich, wenn er annimmt, ich hätte nicht gewusst, dass die Höhlenratte eine amerikanische Form sei; ich habe spezielle Erkundigungen eingezogen. Er weiß nicht, dass das Auge des Tucotuco sorgfältig seziert wurde.
Bezüglich der Rezensionen von A. Gray. Ich dachte daran, den Dialog in etwa einer Woche an die "Saturday Review" zu senden, da sie kürzlich den Entwurf (Design) diskutiert haben. (113/1. "Diskussion zwischen zwei Lesern von Darwins Abhandlung über die Entstehung der Arten, über deren natürliche Theologie" ("Amer. Journ. Sci." Band XXX, Seite 226, 1860). Nachgedruckt in "Darwiniana", 1876, Seite 62. Der Artikel beginnt mit der folgenden Frage: "Erster Leser – Ist Darwins Theorie atheistisch oder pantheistisch? Oder neigt sie zum Atheismus oder Pantheismus?" Die Diskussion wird durch den Zweiten Leser abgeschlossen, der seine Ansichten wie folgt zusammenfasst: "Weshalb wir darauf bestehen können, dass das Argument für einen Entwurf, wie es von den natürlichen Theologen dargelegt wird, nach allem, was bisher erscheint, immer noch genauso gut ist, wenn wir Darwins Theorie akzeptieren, wie es war, bevor die Theorie verkündet wurde; und dass der skeptische Geschworene, der dabei war, sich den anderen elf für ein einstimmiges Urteil zugunsten eines Entwurfs anzuschließen, keine gute Entschuldigung dafür findet, das Gericht länger warten zu lassen.") Ich habe den zweiten, oder August-Artikel aus dem "Atlantic" an die "Annals and Mag. of Nat. History" gesandt. (113/2. "Annals and Mag. Nat. Hist." Band VI., Seiten 373-86, 1860. (Aus dem "Atlantic Monthly", August 1860.)) Das Exemplar, das Sie haben, möchte ich an Pictet senden, wie ich es A. Gray versprach, da ich aufgrund dessen, was er sagte, dachte, er würde dies begrüßen. Ich bezweifle, ob es möglich wäre, die Oktober-Ausgabe in diesem Land nachdrucken zu lassen; daher habe ich damit überhaupt keine Eile.
Ich erhielt vor einigen Wochen einen Brief von Symonds über die Unvollkommenheit des geologischen Protokolls, weniger klar und überzeugend, als ich erwartet hatte. Ich antwortete ihm ausführlich und sehr höflich, obwohl ich kaum verstehen konnte, worauf er hinauswollte. Er sprach in einer Weise über Sie, die mir gut tat zu lesen.
Ich bin außerordentlich froh, dass Ihnen A. Grays Rezensionen gefallen. Wie großzügig und selbstlos er bei all seiner Arbeit gewesen ist! Sind Sie nicht beeindruckt von seinen Metaphern und Gleichnissen? Ich habe ihm gesagt, er sei ein Dichter und kein Anwalt.
Ich würde insgesamt daran zweifeln, dass sich Schildkröten auf irgendeiner einzelnen Insel in Landschildkröten verwandeln. Denken Sie daran, wie eng ähnlich Schildkröten auf allen Kontinenten sowie Inseln sind; sie müssen alle von einem alten Vorfahren abstammen, einschließlich der Riesenschildkröte des Himalaya.
Ich denke, Sie müssen vorsichtig sein, nicht die bequeme Lehre zu verfolgen, dass nur eine Art von sehr vielen jemals variiert. Denken Sie an solche Fälle wie die Fauna und Flora von Europa, Nordamerika und Japan, die so ähnlich sind und dennoch bei der großen Mehrheit ihrer Arten entweder spezifisch verschieden sind oder gut ausgeprägte Rassen bilden. Wir müssen in solchen Fällen zu der Überzeugung neigen, dass eine Vielzahl von Arten einst in allen drei Ländern identisch gleich war, als dort ein wärmeres Klima herrschte und sie mehr miteinander verbunden waren; und dass sie in allen drei Ländern variiert haben. Ich neige zu der Ansicht, dass fast jede Art (wie wir es bei fast all unseren Haustierproduktionen sehen) ausreichend variiert, damit die Natürliche Selektion neue spezifische Unterschiede herausgreifen und akkumulieren kann, unter neuen organischen und anorganischen Lebensbedingungen, wann immer ein Platz im Gefüge der Natur offen ist. Aber wenn ich auf eine lange Zeitspanne und auf die ganze Welt oder große Teile der Welt blicke, glaube ich, dass nur eine oder wenige Arten jeder großen Gattung letztlich siegreich werden und modifizierte Nachkommen hinterlassen. Um ein imaginäres Beispiel zu geben: Der Eichelhäher hat sich in den drei Ländern in (glaube ich) drei oder vier Arten modifiziert; aber die Gattung Eichelhäher ist anscheinend keine so dominante Gruppe wie die Krähen; und auf lange Sicht werden wahrscheinlich alle Eichelhäher ausgerottet und vielleicht durch einige modifizierte Krähen ersetzt werden.
Ich gebe dieses Beispiel nur, um zu zeigen, was mir wahrscheinlich erscheint.
Aber oh! Welche Arbeit liegt vor uns, bevor wir die Genealogie der organischen Wesen verstehen werden!
Was den Apteryx betrifft, so weiß ich nicht genug über Anatomie; aber fragen Sie Dr. F., ob das Schlüsselbein usw. nicht einigen Muskeln der Atmung als Ansatzpunkt dienen. Wenn meine Ansichten überhaupt korrekt sind, kann der Flügel des Apteryx (113/3. "Origin of Species", 6. Auflage, Seite 140.) kein (Seite 452 des "Origin") entstehendes Organ sein, da diese Flügel nutzlos sind. Ich wage es nicht, mich auf mein Gedächtnis zu verlassen, aber ich weiß, dass ich das gesamte Brustbein bei allen Zucht- und eingesperrten Tauben immer reduziert in der Größe im Verhältnis zu denselben Knochen bei der wilden Felsentaube fand: Der Kiel war im Allgemeinen im Verhältnis zur reduzierten Länge des Brustbeins noch weiter reduziert; aber bei einigen Rassen war er auf eine höchst anomale Weise prominenter. Ich habe eine Menge Fakten zur Reduktion der Flugorgane bei der Taube, deren Ausarbeitung mich Wochen kostete und die Huxley für merkwürdig hielt.
Ich schäme mich zutiefst und stöhne über meine Handschrift. Es sollte "Natürliche Erhaltung" ("Natural Preservation") heißen. Natürliche Verfolgung ist das, was der Autor erleiden sollte. Es freut mich, dass Sie gegen den Begriff keinen Einwand erheben. Hooker machte die gleiche Bemerkung, dass es "Variation und Natürliche Selektion" hätte heißen sollen. Doch bei Haustierproduktionen ist, wenn von Selektion gesprochen wird, Variation immer impliziert. Aber ich stimme Ihrer und Hookers Bemerkung vollkommen zu.
Haben Sie bereits regelmäßig damit begonnen, Ihr Buch über das Alter des Menschen zu schreiben? (113/4. Veröffentlicht 1863.)
Ich stimme Ihrer Bemerkung NICHT zu, dass ich die Natürliche Selektion zu viel Arbeit machen lasse. Sie werden vielleicht antworten, dass jeder Mensch sein Steckenpferd zu Tode reitet; und dass ich mich im galoppierenden Zustand befinde.
BRIEF 114. AN C. LYELL. 15, Marine Parade, Eastbourne, Freitag, 5. [Oktober 1860].
Ich habe zwei Notizen, für die ich Ihnen danken muss, und ich sende Wollaston zurück. Es erschien mir immer etwas seltsam, dass Forbes, Wollaston und Co. aufgrund des Vorhandenseins verwandter, aber nicht identischer Arten auf Inseln für die frühere Kontinuität von Land argumentieren.
Sie argumentieren, vermute ich, daraus, dass die Arten in verschiedenen Regionen desselben Kontinents zwar verwandt, aber spezifisch verschieden sind. Aber ich denke, man könnte nach der Schöpfungslehre mit gleicher Kraft in einer direkt umgekehrten Weise argumentieren und sagen, dass, da Arten auf Inseln so oft deutlich verschieden, aber dennoch verwandt sind, alle unsere Kontinente zuerst als Inseln existierten und ihre Bewohner zuerst auf diesen Inseln erschaffen wurden und sich seitdem vermischt haben, sodass sie nicht mehr so verschieden sind, wie sie es heute im Allgemeinen auf Inseln sind.
BRIEF 115. AN H.G. BRONN. Down, 5. Oktober [1860].
Ich sollte mich dafür entschuldigen, Sie zu belästigen, aber ich habe endlich Ihre ausgezeichneten Kritiken zu meinem Buch sorgfältig gelesen. (115/1. Bronn fügte seiner deutschen Übersetzung des "Origin" kritische Anmerkungen hinzu: siehe "Life and Letters", II., Seite 279.) Ich stimme vielem davon zu und vollständig Ihrem letzten Satz. Die Einwände und Schwierigkeiten, die gegen meine Ansicht vorgebracht werden können, sind in der Tat schwer genug, um mir fast das Rückgrat zu brechen, aber es ist noch nicht gebrochen! Sie bringen sehr gut und sehr fair zum Ausdruck, dass ich in keinem einzigen Fall den Verlauf der Modifikation in einem bestimmten Einzelfall erklären kann. Ich könnte eine Art Antwort auf Ihren Fall der zwei Ratten geben; und könnte ich nicht umkehren und denjenigen, der an die getrennte Schöpfung jeder Art glaubt, fragen, warum eine Ratte einen längeren Schwanz oder kürzere Ohren hat als eine andere? Ich nehme an, die meisten Leute würden sagen, dass diese Merkmale von einigem Nutzen seien oder in einer Verbindung mit anderen Teilen stünden; und wenn dem so ist, würde die Natürliche Selektion auf sie einwirken. Aber so wie Sie den Fall schildern, spricht er gut gegen mich. Sie argumentieren sehr zu Recht gegen meine Frage, ob die vielen Arten als Eier (115/2. Siehe Brief 110.) oder als ausgewachsene usw. erschaffen wurden. Ich hatte sicherlich kein Recht, diese Frage zu stellen. Ich stimme voll und ganz zu, dass es ebenso gut hunderttausend Schöpfungen hätte geben können wie acht oder zehn oder nur eine. Aber dann können wir, auf der Sicht von acht oder zehn Schöpfungen (d. h. so viele, wie es verschiedene Strukturtypen gibt), auf meiner Sicht die homologische und embryologische Ähnlichkeit aller Organismen jedes Typs verstehen, und aus diesem Grund allein schon glaube ich nicht an die unzähligen Schöpfungsakte. Es gibt nur zwei Punkte, bei denen ich glaube, dass Sie mich missverstanden haben. Ich beziehe mich nur auf eine Eiszeit, die die Verteilung der organischen Wesen beeinflusst hat; ich wollte nicht einmal auf die zweifelhaften Beweise für glaziale Aktivität in der Perm- und Karbonzeit anspielen. Zweitens glaube ich nicht, dass der Prozess der Entwicklung in allen verschiedenen Teilen der Welt immer mit der gleichen Geschwindigkeit abgelaufen ist. Australien spricht gegen einen solchen Glauben. Die nahezu gleichzeitige gleiche Entwicklung in vergangenen Perioden schreibe ich der langsamen Migration der höheren und dominanteren Formen über die ganze Welt zu und nicht unabhängigen Entwicklungsakten in verschiedenen Teilen. Zuletzt gestatten Sie mir hinzuzufügen, dass ich die Stichhaltigkeit Ihres Einwands nicht erkennen kann, dass nichts bewirkt sei, bis der Ursprung des Lebens erklärt ist: Sicherlich lohnt es sich zu versuchen, der Wirkung der Elektrizität nachzugehen, obwohl wir nicht wissen, was Elektrizität ist.
Sollten Sie mir jemals den Gefallen tun, mir zu schreiben, wäre ich Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich informieren würden, ob Sie selbst Brehms Unterarten von Vögeln untersucht haben; denn ich habe einige seiner Schriften durchgesehen, aber noch nie einen Ornithologen getroffen, der an seine [unleserlich] glaubte. Sind diese Unterarten wirklich charakteristisch für bestimmte verschiedene Regionen Deutschlands?
Sollten Sie schreiben, würde ich sehr gerne wissen, wie sich die deutsche Ausgabe verkauft.
BRIEF 116. AN J.S. HENSLOW. 26. Oktober [1860].
Vielen Dank für Ihre Notiz und all die Mühe wegen der Samen, die mir im nächsten Frühjahr sehr nützlich sein werden. Nach meiner Heimkehr werde ich die Schillinge senden. (116/1. Schillinge für die kleinen Mädchen in Henslows Gemeinde, die Samen für Darwin sammelten.) Ich kam zu dem Schluss, dass Dr. Bree sich bezüglich der Kelten geirrt hat. Ich kümmere mich nicht um seine stumpfsinnigen, unveränderlichen Beleidigungen gegen mich und seine sonderbare Verdrehung der Tatsachen. Aber auf Seite 244 bezweifelt er tatsächlich mein ehrliches Wort, und das ist die Tat eines Mannes, der nicht die Seele eines Gentleman in sich trägt. Kingsley ist "der berühmte Autor und Geistliche" (116/2. "Species not Transmutable", von C.R. Bree. Nach einem Zitat aus dem "Origin", 2. Auflage, Seite 481, den Worten, in denen ein berühmter Autor und Geistlicher bekennt, dass "er allmählich gelernt habe zu sehen, dass es eine ebenso edle Vorstellung von der Gottheit ist, zu glauben, dass Er einige ursprüngliche Formen erschaffen habe, usw.", fährt Dr. Bree fort: "Ich denke, wir hätten den Namen dieses Geistlichen mit dieser bemerkenswerten Aussage erhalten sollen. Ich gestehe, dass ich mich noch nicht ganz davon überzeugt habe, dass irgendein Geistlicher jemals Zeilen hätte schreiben können, die so fatal für die Wahrheiten sind, die zu lehren er berufen ist.") dessen treffenden Satz ich in der zweiten Auflage mit seiner Erlaubnis angebe. Ich wollte ihn nicht bitten, mir zu erlauben, seinen Namen zu verwenden, und da er sich nicht freiwillig meldete, hatte ich natürlich keine Wahl. (116/3. Wir sind Herrn G.W. Prothero zu Dank verpflichtet, dass er uns auf die folgende treffende Passage aus den Werken eines Geistlichen dieser Zeit aufmerksam gemacht hat:--"Genau eine ähnliche Skepsis wurde von fast allen ersten Physiologen des Tages an den Tag gelegt, die sich der Ablehnung der Entwicklungstheorien von Lamarck und der 'Vestiges' angeschlossen haben...Dennoch wird jetzt unter der hohen Sanktion des Namens von Owen anerkannt, dass 'Schöpfung' nur ein anderer Name für unsere Unwissenheit über die Art der Entstehung ist...während nun ein Werk eines Naturforschers von anerkanntester Autorität erschienen ist, Darwins meisterhafter Band über die 'Entstehung der Arten', durch das Gesetz der 'natürlichen Selektion', das nun auf unbestreitbaren Gründen genau das Prinzip begründet, das so lange von den ersten Naturforschern angeprangert wurde--die Entstehung neuer Arten durch natürliche Ursachen: ein Werk, das bald eine völlige Revolution der Meinung zugunsten des großen Prinzips der selbstentwickelnden Kräfte der Natur herbeiführen muss."--Prof. Baden Powells "Studie über die Beweise des Christentums", "Essays and Reviews", 7. Auflage, 1861 (Seiten 138, 139).)
Dr. Freke hat mir sein Papier geschickt, das weit über meinen Rahmen hinausgeht--etwas wie das großartige Quiz im "Anti-Jacobin" über meinen Großvater, das in der "Quarterly Review" zitiert wurde.
BRIEF 117. AN D.T. ANSTED.
(117/1. Der folgende Brief wurde in Professor Meldolas Präsidentschaftsrede vor der Entomological Society, 1897, veröffentlicht, und wir sind ihm für eine Kopie zu Dank verpflichtet.)
15, Marine Parade, Eastbourne, 27. Oktober [1860].
Da ich wegen der Gesundheit meiner Tochter nicht zu Hause bin, kenne ich Ihre Adresse nicht und lasse dies aufs Geratewohl fliegen, und es ist von sehr geringer Bedeutung, falls es Sie nie erreicht.
Ich habe gerade den größten Teil Ihres "Geological Gossip" gelesen und fand einen Teil sehr interessant; aber ich möchte meine Bewunderung für die klare und korrekte Art und Weise ausdrücken, in der Sie einen Abriss der Natürlichen Selektion gegeben haben. Sie werden dies für ein sehr geringes Lob halten; aber ich erkläre, dass die Mehrheit der Leser völlig unfähig zu sein scheint, mein langes Argument zu begreifen. Einige der Rezensenten, die sich sklavisch an meine Illustrationen und fast an meine Worte gehalten haben, waren korrekt, aber außerordentlich wenige andere waren erfolgreich. Ich kann deutlich sehen, an Ihren neuen Illustrationen und Ihrer Art und Weise und Reihenfolge, den Fall darzulegen, dass Sie das Thema gründlich begreifen. Ich versichere Ihnen, dies ist für mich sehr erfreulich, und es ist der einzige Weg, wie die Öffentlichkeit indoktriniert werden kann. Ich bin oft verzweifelt, die Allgemeinheit der NATURFORSCHER überhaupt dazu zu bringen, mich zu verstehen. Intelligente Männer, die keine Naturforscher sind und keine bigotte Vorstellung vom Begriff Art haben, zeigen mehr Klarheit des Geistes. Ich denke, dass Sie dem Thema einen wirklichen Dienst erwiesen haben, und ich danke Ihnen aufrichtig. Zweifellos wird sich in meinem Buch viel Irrtum finden, aber ich habe großes Vertrauen, dass die Hauptansicht mit der Zeit als korrekt erkannt werden wird; denn ich finde ohne Ausnahme, dass diejenigen Naturforscher, die anfangs einen Zoll mit mir gingen, jetzt einen Fuß oder eine Elle mit mir gehen.
Diese Notiz erfordert offensichtlich keine Antwort.
BRIEF 118. AN H.W. BATES. Down, 22. November [1860].
Ich danke Ihnen aufrichtig dafür, dass Sie mir schreiben, und für Ihren sehr interessanten Brief. Ihr Name ist mir schon sehr lange vertraut, und ich habe von Ihren eifrigen Bemühungen im Dienste der Naturgeschichte gehört. Aber ich wusste nicht, dass Sie sich mit hohen philosophischen Fragen befasst haben, bevor Sie sich an die Arbeit machten. Ich habe den alten Glauben, dass ein guter Beobachter wirklich einen guten Theoretiker bedeutet (118/1. Für eine gegenteilige Meinung siehe Brief 13.), und ich erwarte voll und ganz, Ihre Beobachtungen als äußerst wertvoll zu erachten. Es tut mir sehr leid zu hören, dass Ihre Gesundheit zerrüttet ist; aber ich vertraue darauf, dass sie sich in einem gesunden Klima wiederherstellen mag. Ich kann Ihnen in dieser Hinsicht voll und ganz nachempfinden, denn ich habe seit vielen Jahren schlechte Gesundheit und fürchte, dass ich immer ein bestätigter Invalid bleiben werde. Ich bin hocherfreut zu hören, dass Sie mit all Ihrem großen praktischen Wissen über Naturgeschichte mir in vielerlei Hinsicht zuvorgekommen sind und mir zustimmen. Wie Sie sagen, bin ich gründlich gut angegriffen und geschmäht worden (insbesondere von Entomologen--Westwood, Wollaston und A. Murray haben mich alle nach Herzenslust rezensiert und verspottet), aber ich mache mir nichts aus ihren Angriffen; mehrere wirklich gute Richter gehen ein gutes Stück mit mir, und ich beobachte, dass all jene, die ein kleines Stück mitgehen, dazu neigen, etwas weiter zu gehen. Was für einen feinen philosophischen Geist Ihr Freund Mr. Wallace hat, und er hat mir gegenüber wie ein wahrer Mann mit einem edlen Geist gehandelt. Ich sehe aus Ihrem Brief, dass Sie sich mit mehreren der schwierigsten Probleme, wie es mir scheint, in der Naturgeschichte befasst haben--wie die Unterscheidungen zwischen den verschiedenen Arten von Varietäten, repräsentativen Arten usw. Vielleicht werde ich einige Fakten in Ihrem Papier über intermediäre Varietäten in intermediären Regionen finden, über welches Thema ich bemerkenswert wenig Informationen gefunden habe. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie froh ich bin zu hören, dass Sie dem merkwürdigen Punkt der äquatorialen Abkühlung Aufmerksamkeit geschenkt haben. Ich stimme voll und ganz zu, dass sie gering gewesen sein muss; dennoch, je mehr ich in diese Frage eindringe, desto mehr fühle ich mich überzeugt, dass es während der Eiszeit eine gewisse Migration von Nord nach Süd gab. Die Skizze im "Origin" gibt einen sehr dürftigen Bericht über meinen ausführlicheren MS.-Aufsatz zu diesem Thema.
Ich werde Ihnen besonders für eine Kopie Ihres Papiers verpflichtet sein, wenn es veröffentlicht ist (118/2. Wahrscheinlich ein Papier von Bates mit dem Titel "Beiträge zur Insektenfauna des Amazonasbeckens" ("Trans. Entomol. Soc." Band V., Seite 335, 1858-61).); und wenn mir Vorschläge einfallen (nicht, dass Sie welche benötigen würden) oder Fragen, werde ich schreiben und fragen.
Ich muss sogleich eine neue Ausgabe des "Origin" vorbereiten, (118/3. Dritte Auflage, März 1861.), und ich werde mir das Vergnügen machen, Ihnen ein Exemplar zu senden; aber es wird nur sehr geringfügig geändert sein.
Fälle von neutralen Ameisen, unterteilt in Kasten, mit intermediären Abstufungen (die, wie ich mir vorstelle, selten sind), interessieren mich sehr. Siehe "Origin" über die Treiberameise, Seite 241 (bitte schauen Sie sich die Passage an.)
BRIEF 119. AN T.H. HUXLEY.
(119/1. Dies bezieht sich auf die erste Nummer der neuen Reihe der "Natural History Review", 1861, eine Zeitschrift, an deren Gründung Huxley maßgeblich beteiligt war und deren Herausgeber er war (siehe Brief 107). Die erste Reihe wurde in Dublin herausgegeben und umfasste sieben Bände zwischen 1854 und 1860. Die neue Reihe endete 1865.)
Down, 3. Januar [1861].
Ich habe soeben Nr. 1 der "Natural History Review" beendet und muss Ihnen, da Sie maßgeblich daran beteiligt sind, zu deren Exzellenz gratulieren. Das Ganze erscheint mir bewundernswert – so bewundernswert, dass es unmöglich ist, dass weitere Ausgaben ebenso gut sein werden, aber es wäre töricht, dies zu erwarten. Ich bin eher ein Schwarzseher und fürchte tatsächlich, dass der Wert der Artikel über das Niveau der gewöhnlichen Leser und Abonnenten hinausgehen wird. Ihr Artikel über das Gehirn hat mich sehr interessiert. (119/2. Huxleys "Gehirn-Artikel" trug den Titel "On the Zoological Relations of Man with the Lower Animals" und erschien in Nr. 1, Januar 1861, Seite 67. Es war Mr. Huxleys Rechtfertigung für den unverblümten Widerspruch, den er auf dem Treffen der British Association in Oxford gegenüber Professor Owens Behauptungen bezüglich des Unterschieds zwischen den Gehirnen von Mensch und höheren Affen geäußert hatte. Der von Owen in seiner Vorlesung vor der Universität Cambridge ausgelassene Satz war eine Fußnote über die enge strukturelle Ähnlichkeit zwischen Homo und Pithecus, die in seinem Aufsatz über die Merkmale der Klasse Mammalia im "Linn. Soc. Journal", Band II, 1857, Seite 20, vorkommt. Laut Huxley war die Vorlesung oder der "Essay on the Classification of the Mammalia" mit dieser Auslassung ein Nachdruck des Linnean-Aufsatzes. In "Man's Place in Nature", Seite 110, Anmerkung, bemerkt Huxley: "Es ist sicher ein wenig eigenartig, dass der 'Anatom', der es 'schwierig' findet, 'den Unterschied' zwischen Homo und Pithecus zu 'bestimmen', sie dennoch auf anatomischer Grundlage in verschiedene Unterklassen einordnet.") Was für eine vollständige und schreckliche Klatsche (und dazu noch wie ein "mit Butter bestrichener Engel" ausgeführt) ist das für Owen! Was für ein Schwindler er ist, den Satz in der Vorlesung vor den orthodoxen Donn von Cambridge weggelassen zu haben! Lubbocks Aufsatz gefällt mir sehr gut: wie gut er schreibt. (119/3. Sir John Lubbocks Aufsatz war eine Rezension von Leydig über die Daphniidae. M’Donnells Aufsatz lautete "On the Homologies of the Electric Organ of the Torpedo", später verwendet im "Origin" (siehe Ausgabe VI., Seite 150).) M’Donnell gefällt mir natürlich sehr. Aber ich bin sehr neugierig zu erfahren, wer den Artikel über Protozoa geschrieben hat: Ich werde es von Lubbock hören, falls es kein Geheimnis ist. Er erscheint mir sehr gut, und bei Jove, wie Owen bloßgestellt wird – dieser "große und vernünftige Denker"! Übrigens erinnert mich dies an eine Passage, die ich gerade in Owens Rede in Leeds beobachtet habe und die ein kluger Rezensent ins Lächerliche ziehen könnte. Er definiert (Seite xc) und erweitert später seine Definition, dass Schöpfung einen "Prozess bedeutet, von dem er nicht weiß, was er ist". Und in einem früheren Satz sagt er, Fakten erschütterten sein Vertrauen, dass der Apteryx in Neuseeland und das Alpenschneehuhn in England "getrennte Schöpfungen" seien. Er hat also kein Vertrauen, dass diese Vögel durch "Prozesse, von denen er nicht weiß, was sie sind", hervorgebracht wurden! Zu welch elenden Widersprüchen und welchem Unsinn führt dieses Anbiedern an gegensätzliche Meinungen den großen Generalisierer! (119/4. In der "Historical Sketch", die Teil der späteren Ausgaben des "Origin" ist, verwendete Mr. Darwin Owens Rede in Leeds auf die oben skizzierte Weise. Siehe "Origin", Ausgabe VI., Seite xvii.)
Leben Sie wohl: Ich freue mich herzlich über den klaren Wert dieser Ausgabe. Ich hoffe, es geht Mrs. Huxley gut. Etty ist weitgehend unverändert, hat aber nicht wieder das gleiche Niveau wie zu der Zeit, als Sie hier waren. Leben Sie wohl.
BRIEF 120. AN JAMES LAMONT. Down, 25. Februar [1861].
Ich bin Ihnen außerordentlich dankbar für das sehr freundliche Geschenk Ihres schönen Werkes "Seasons with the Sea-Horses"; und ich habe keinen Zweifel, dass ich von einem so sorgfältigen und scharfsinnigen Beobachter wie Ihnen viel Interessantes erfahren werde. (120/1. "Seasons with the Sea-Horses; or, Sporting Adventures in the Northern Seas." London, 1861. Mr. Lamont (loc. cit., Seite 273) schreibt: "Der Eisbär scheint mir nichts weiter als eine Varietät der Bären zu sein, die Nordeuropa, Asien und Amerika bewohnen; und es erfordert sicherlich keine sehr große Anstrengung der Vorstellungskraft, anzunehmen, dass diese Varietät ursprünglich nicht so erschaffen wurde, wie wir ihn heute sehen, sondern durch Individuen von Ursus arctos in Sibirien, die, als sie feststellten, dass ihre Existenzgrundlage knapp wurde, und vom Hunger getrieben, sich auf das Eis wagten und einige Robben fingen. Diese Individuen würden feststellen, dass sie auf diese Weise ihren Lebensunterhalt bestreiten könnten, und sie würden sich an der Küste niederlassen und allmählich ein Leben auf dem Eis führen... Dann ist es nur logisch, dass diejenigen Individuen, die zufällig die hellste Farbe hätten, die besten Chancen hätten, Robben zu überraschen... Der Prozess der Natürlichen Selektion würde den Rest erledigen, und Ursus arctos würde im Laufe einiger Tausend oder einiger Millionen Jahre in die Varietät verwandelt werden, die heute als Ursus maritimus bekannt ist." Der Autor fügt die folgende Fußnote hinzu (op. cit., Seite 275): "Es wird jedem offensichtlich sein, dass ich in diesen Bemerkungen Mr. Darwin folge; und obwohl der Inhalt dieses Kapitels auf Spitzbergen geschrieben wurde, bevor "The Origin of Species" veröffentlicht wurde, beanspruche ich keine Originalität für meine Ansichten; und ich erkenne auch freudig an, dass ich es ohne die Veröffentlichung dieses Werkes in Verbindung mit dem Namen eines so angesehenen Naturforschers niemals gewagt hätte, meine eigenen bescheidenen Meinungen zu diesem Thema der Welt preiszugeben.")
P.S. Ich habe gerade die Seiten Ihres Buches aufgeschnitten und war sehr erfreut und überrascht über Ihre Anmerkung darüber, was Sie auf Spitzbergen geschrieben haben. Da Sie es unabhängig durchdacht haben, ist es kein Wunder, dass Sie die Natürliche Selektion so klar verstehen, was nur wenige meiner Rezensenten tun oder vorgeben, nicht zu tun.
Ich hätte nie erwartet, jemanden so heldenhaft kühn zu sehen, meine Bären-Illustration zu verteidigen. (120/2. "In Nordamerika wurde der Schwarzbär von Hearne beobachtet, wie er stundenlang mit weit geöffnetem Maul schwamm und so, fast wie ein Wal, Insekten im Wasser fing." – "Origin", Ausgabe VI., Seite 141. Siehe Brief 110.) Aber ein Mann, der all das getan hat, was Sie getan haben, muss kühn sein! Es ist lächerlich, wie oft ich wegen dieses Bären angegriffen und falsch dargestellt wurde. Ich bin sehr erfreut über Ihre Bemerkungen und danke Ihnen herzlich für das Eingreifen.
BRIEF 121. AN W.B. TEGETMEIER.
(121/1. Mr. Darwins Briefe an Mr. Tegetmeier geben insgesamt ein eindrucksvolles Bild des Ausmaßes der Unterstützung, die Darwin über viele Jahre hinweg von ihm erhielt. Einige Zitate aus diesen Briefen in "Life and Letters", II., Seiten 52, 53, zeigen, wie frei und großzügig Mr. Tegetmeier seine Hilfe anbot und wie sehr seine Mitarbeit geschätzt wurde.
Der folgende Brief dient als Beispiel für die Fragen, bei denen Darwin Tegetmeiers Meinung und Rat suchte.)
Down, 22. März [1861].
Ich hätte Ihre letzte Notiz früher beantworten sollen; aber ich war sehr beschäftigt. Wie erstaunlich erfolgreich Sie bei der Zucht von Kröpfern waren! Sie haben ein gutes Recht, stolz auf Ihre Genauigkeit des Auges und Ihr Urteilsvermögen zu sein. Ich stecke mitten in der Geflügelzucht, habe gerade erst angefangen, und wäre Ihnen für die Schädel wirklich dankbar, wenn Sie sie mit irgendeiner Transportgelegenheit nächsten Donnerstag an den Nag's Head senden könnten.
Sie fragen nach Zinnoberwachs: Es war definitiv nicht im Zustand einer Wabe, sondern in festen Stücken und Kuchen, die zusammen mit anderem Abfall nicht weit von meinen Bienenstöcken weggeworfen wurden. Sie können diese Tatsache beliebig verwenden. Waben könnten konzentrisch und verschieden gefärbt werden und Daten könnten aufgezeichnet werden, indem man für einige Tage Wachs gibt, das dunkel mit Zinnober und Indigo gefärbt ist, und ich nehme an, auch mit anderen Substanzen. Sie fragen nach meinen gekreuzten Hühnern, und das veranlasst mich zu einem Vorschlag an Sie, von dem ich hoffe, dass er für Sie nicht anstößig sein kann. Ich vertraue darauf, dass Sie mich zu gut kennen, um zu denken, dass ich etwas vorschlagen würde, das nach bestem Wissen zu beanstanden wäre. Der Fall ist folgender: Für mein Ziel, Geflügel zu behandeln, muss ich eine Skizze mehrerer Rassen mit Anmerkungen zu verschiedenen Punkten geben. Ich fühle mich in diesem Thema nicht stark. Wenn nun mein Manuskript in einer exzellenten Handschrift sauber kopiert ist, würden Sie es durchlesen – was Sie höchstens ein oder zwei Stunden kosten würde – und Kommentare mit Bleistift darauf machen; und wie ein Anwalt ein Honorar annehmen, sagen wir, von ein paar Guineen. Dies wäre eine große Hilfe für mich, besonders wenn Sie mir erlauben würden, eine Anmerkung zu machen, dass Sie, ein ausgezeichneter Kenner und Züchter, es durchgelesen hätten. Ich würde angeben, dass Sie gezweifelt oder zugestimmt haben, je nach Fall, natürlich unter Streichung dessen, was Sie sicher als inkorrekt erachteten. Es gäbe für Sie wenig Neues in meinem Manuskript; aber wenn Sie zufällig einige meiner Fakten oder Schlussfolgerungen vor meiner Veröffentlichung verwenden würden, möchte ich, dass Sie angeben, dass sie auf meiner Autorität beruhen; andernfalls werde ich beschuldigt, von Ihnen zu stehlen. Es wird wenig Neues geben, außer dass ich vielleicht einige ausgefallene Bücher konsultiert und mit einigen guten Autoritäten korrespondiert habe. Sagen Sie mir offen, was Sie davon halten; aber wenn Sie mich nicht durch die Annahme einer Vergütung verpflichten wollen, kann und werde ich Ihnen solche Umstände nicht bereiten. Ich habe wenig Zweifel, dass mehrere Punkte auftauchen werden, die eine Untersuchung erfordern, da mir viele Punkte wichtig sind, die von Züchtern vernachlässigt werden; und entsprechend der dafür aufgewendeten Zeit werden Sie mir, so hoffe ich, gestatten, eine Vergütung zu leisten. Ich hoffe, dass Sie mir diesen Gefallen erweisen werden. Es gibt eine Unterstützung, um die ich Sie nun zu bitten wage – nämlich, mir, wenn Sie können, ein weiteres Exemplar eines alten weißen Angorakaninchens zu besorgen. Ich möchte es tot für das Skelett haben; und nicht durch einen Schlag auf den Kopf getötet. Zweitens sehe ich im "Cottage Gardener" (19. März, Seite 375), dass es unreine Half-Lops gibt, bei denen ein Ohr ganz aufrecht und kürzer als das andere hängende Ohr ist. Ich möchte dringend ein totes Exemplar. Baker kann keines bekommen. Baily hält Ausschau; aber ich brauche zwei Exemplare. Können Sie mir helfen, falls Sie irgendeinem Kaninchenzüchter begegnen? Ich hatte Kaninchen, bei denen ein Ohr stärker hing als das andere; aber ich möchte eines mit einem Ohr, das ganz aufrecht und kürzer ist, und dem anderen, das ganz lang und hängend ist.
BRIEF 122. AN H.W. BATES. Down, 26. März [1861].
Ich habe Ihre Aufsätze mit größtem Interesse gelesen, und ich habe jedes Wort davon sorgfältig gelesen. (122/1. "Contributions to an Insect Fauna of the Amazon Valley." (Gelesen am 5. März und 24. November 1860). "Entomological Soc. Trans." V., Seiten 223 und 335).) Sie scheinen mir weitaus reicher an Fakten über Variation, und besonders über die Verteilung von Varietäten und Unterarten, als alles, was ich gelesen habe. In Zukunft werde ich sie noch einmal lesen und hoffe, in meinem zukünftigen Werk davon zu profitieren und sie zu nutzen. Das Ausmaß der Variation hat mich sehr überrascht. Die analoge Variation verschiedener Arten in denselben Regionen erscheint mir besonders merkwürdig. Die größere Variabilität des weiblichen Geschlechts ist neu für mich. Ihr Fall aus Guayana scheint, soweit Pflanzen betroffen sind, in gewissem Maße analog zu den modernen Ebenen von La Plata zu sein, die aus dem Norden kolonisiert worden zu sein scheinen, wobei die Arten jedoch kaum modifiziert wurden. (122/2. Mr. Bates (Seite 349) gibt Gründe zu der Annahme, dass die Region Guayana als "eine vollkommen unabhängige Provinz" betrachtet werden sollte und dass sie ein Zentrum gebildet hat, "von dem aus die Arten ausstrahlten, die nun die Tiefländer an ihren Grenzen bewohnen.")
Würden Sie mir freundlicherweise zwei oder drei Fragen beantworten, wenn es Ihnen möglich ist? Wenn Art A in einer anderen Region zu einer klar abgegrenzten Form C modifiziert wird, aber durch eine (oder mehrere) Übergangsformen B, die eine dazwischenliegende Region bewohnt, mit ihr verbunden ist; existiert diese Form B im Allgemeinen in gleicher Anzahl wie A und C, ODER BEWOHNT SIE EIN EBENSO GROSSES GEBIET? Es ist wahrscheinlich, dass Sie diese Frage nicht beantworten können, obwohl einer Ihrer Fälle darauf zuzutreffen scheint...
Sie werden, denke ich, froh sein zu hören, dass ich jetzt oft von Naturforschern höre, die meine Ansichten mehr oder weniger vollständig akzeptieren; aber einige sind merkwürdig vorsichtig, wenn es darum geht, das Risiko eines kleinen Odiums einzugehen, indem sie ihren Glauben ausdrücken.
BRIEF 123. AN H.W. BATES. Down, 4. April [1861].
Ich war unwohl und habe daher gezögert, Ihnen für Ihren bewundernswerten Brief zu danken. Ich hoffe, Sie halten mich nicht für anmaßend, wenn ich sage, wie sehr ich von Ihrem vielfältigen Wissen beeindruckt bin und von der entscheidenden Art und Weise, wie Sie es auf jeden Punkt anwenden – eine seltene und höchst wertvolle Eigenschaft, soweit meine Erfahrung reicht. Ich hoffe inständig, dass Sie Zeit finden werden, in großem Umfang zu veröffentlichen: Vor der Linnean Society könnten Sie Ihre Ansichten über Arten kühn darlegen. Haben Sie jemals daran gedacht, Ihre Reisen zu veröffentlichen und die weniger schwierigen Teile Ihrer Naturgeschichte darin einzuarbeiten? Ich glaube, es würde sich verkaufen und ein sehr wertvoller Beitrag zur Naturgeschichte sein. Sie müssen auch viel von den Eingeborenen gesehen haben. Ich weiß sehr wohl, dass es völlig unvernünftig wäre, Sie um weitere Informationen zu bitten; aber ich will nur erwähnen, dass ich derzeit, und noch für lange Zeit, über domestizierte Varietäten aller Tiere schreibe. Jede Tatsache wäre nützlich, besonders jede, die zeigt, dass Wilde bei der Zucht ihrer Tiere irgendeine Sorgfalt walten lassen oder dass sie die Schlechten ablehnen und die Guten bewahren; oder irgendwelche Vorlieben, die sie haben mögen, dass ein farbiger oder markierter Hund usw. besser ist als ein anderer. Ich habe bereits vieles in dieser Hinsicht gesammelt, bin aber gierig nach Fakten. Sie werden sofort deren Bedeutung für die Variation unter Domestikation erkennen.
Kaum etwas in Ihrem Brief hat mir mehr gefallen als das über die sexuelle Selektion. In meinem größeren Manuskript (und tatsächlich im "Origin" bezüglich des Haarbüschels auf der Brust des Truthahns) habe ich mich davor gehütet, zu weit zu gehen; aber ich wusste überhaupt nicht, dass männliche und weibliche Schmetterlinge eher unterschiedliche Orte aufsuchen. Wenn ich mich selbst in einer Rezension zerpflücken müsste, hätte ich die sexuelle Selektion [zerpflückt?] und hinterfragt; daher können Sie sich vorstellen, wie sehr es mich freut, was Sie über Ihren Glauben sagen, obwohl ich vollkommen überzeugt bin, dass sie weitgehend wahr ist. Dieser Teil Ihres Briefes ist für mich eine Quintessenz an Reichtum. Die Tatsache über Schmetterlinge, die von farbigen Kelchblättern angezogen werden, ist eine weitere gute Tatsache, die ihr Gewicht in Gold wert ist. Es hätte das Herz des alten Christian C. Sprengel erfreut – der nun schon viele Jahre in seinem Grab liegt.
Ich bin froh zu hören, dass Sie sich besonders mit "mimetischen" Analogien befasst haben – einem höchst merkwürdigen Thema; ich hoffe, Sie veröffentlichen darüber. Ich wollte schon lange wissen, ob das, was Dr. Collingwood behauptet, wahr ist – dass die auffälligsten Fälle im Allgemeinen zwischen Insekten vorkommen, die dasselbe Land bewohnen.
BRIEF 124. AN F.W. HUTTON. Down, 20. April [1861].
Ich hoffe, Sie gestatten mir, Ihnen für die Zusendung eines Exemplars Ihres Aufsatzes in "The Geologist" (124/1. In einem Brief an Hooker (23. April?, 1861) bezeichnet Darwin Huttons Rezension als "sehr originell" und fügt hinzu, dass Hutton "einer der wenigen ist, die sehen, dass der Artenwechsel nicht direkt bewiesen werden kann..." ("Life and Letters", II., Seite 362). Die Rezension erschien in "The Geologist" (später bekannt als "The Geological Magazine") für 1861, Seiten 132-6 und 183-8. Ein Brief über "Difficulties of Darwinism" ist im gleichen Band von "The Geologist", Seite 286, veröffentlicht.) zu danken und gleichzeitig meine Meinung auszudrücken, dass Sie dem Thema einen wirklichen Dienst erwiesen haben durch die höchst originelle, treffende und prägnante Art, mit der Sie den Fall dargestellt haben. Ich bin eigentlich müde davon, den Leuten zu sagen, dass ich nicht behaupte, direkte Beweise für das Verwandeln einer Art in eine andere anzuführen, sondern dass ich glaube, dass diese Ansicht im Wesentlichen korrekt ist, weil so viele Phänomene auf diese Weise gruppiert und erklärt werden können. Aber es nützt im Allgemeinen nichts; ich kann die Leute das nicht sehen lassen. Ich halte ihnen im Allgemeinen die allgemein anerkannte Theorie der Undulation des Lichts entgegen – weder die Undulation noch die Existenz des Äthers sind bewiesen, werden aber dennoch akzeptiert, weil die Ansicht so viel erklärt. Sie sind einer der wenigen, die das erkannt haben und es nun sehr eindringlich und klar dargelegt haben. Ich freue mich sehr zu sehen, wie sorgfältig Sie mein Buch gelesen haben und, was weitaus wichtiger ist, über so viele Punkte mit einem unabhängigen Geist nachgedacht haben. Da ich zutiefst an dem Thema interessiert bin (und ich hoffe, nicht ausschließlich unter einem persönlichen Gesichtspunkt), konnte ich nicht widerstehen, Ihnen für den guten Dienst zu danken, den Sie geleistet haben.
Ich brauche kaum zu sagen, dass diese Nachricht keine Antwort erfordert.
BRIEF 125. AN J.D. HOOKER.
(125/1. Teile dieses Briefes sind in "Life and Letters", II., Seite 362, veröffentlicht.)
Down, [23.] April [1861].
Ich war sehr interessiert an Benthams Aufsatz in der "Natural History Review", aber er würde Sie aufgrund der Vertrautheit natürlich nicht so beeindrucken wie mich. (125/2. Dies bezieht sich auf Benthams Aufsatz "On the Species and Genera of Plants, etc." "Nat. Hist. Review", April 1861, Seite 133, der auf einem vor der Linn. Soc. am 15. November 1858 gelesenen Aufsatz basiert oder daraus entnommen ist. Er war ursprünglich für den 1. Juli 1858 zur Verlesung vorgesehen, musste aber den Aufsätzen von Darwin und Wallace weichen. Mr. Bentham hat beschrieben ("Life and Letters", II., Seite 294), wie er widerwillig die Teile strich, die auf der "ursprünglichen Fixität" des spezifischen Typs beharrten, und der Rest scheint nicht veröffentlicht worden zu sein, außer in dem oben zitierten Aufsatz in der "Nat. Hist. Review".) Mir hat das Ganze gefallen – all die Fakten über die Natur enger und variierender Arten. Gütiger Himmel! Wenn man daran denkt, dass die britischen Botaniker die Nase rümpfen und sagen, er wisse nichts über britische Pflanzen! Ich war auch erfreut über seine Bemerkungen zur Klassifikation, weil sie mir zeigten, dass ich über dieses Thema im "Origin" die Wahrheit geschrieben habe. Ich sah Bentham bei der Linnean Society und unterhielt mich etwas mit ihm, Lubbock, Edgeworth, Wallich und einigen anderen. Ich bat Bentham, uns seine Ideen über Arten mitzuteilen; ob teilweise mit uns oder strikt gegen uns, er würde exzellente Materie schreiben. Er antwortete nicht, aber seine Art ließ mich denken, dass er es tun könnte, wenn man ihn drängte – also greifen Sie ihn an. Jeder sprach mit Zuneigung und Sorge über Henslow. Ich habe mit Bell im Linnean Club zu Abend gegessen und das Essen genossen... Auswärts essen ist eine solche Neuheit für mich, dass ich es genossen habe. Bell hat ein wirklich gutes Herz. Rollestons Aufsatz hat mir gefallen, aber ich habe nie etwas so Obskures und nicht Einleuchtendes gelesen wie seine "Kanons". (125/3. Siehe "Nat. Hist. Review", 1861, Seite 206. Der Aufsatz ist "On the Brain of the Orang Utang" und bildet Teil der erbitterten Kontroverse dieser Zeit, auf die in Briefen an Huxley und an anderer Stelle in diesen Bänden Bezug genommen wird. Rollestons Arbeit wird von Huxley ("Man's Place in Nature", Seite 117) als Teil der vernichtenden Widerlegung von Owens Position zitiert. Huxleys oben erwähnter Brief ist zweifellos der im "Athenaeum", 13. April 1861, Seite 498; er ist sicherlich streng, aber für diejenigen, die Huxleys "Succinct History of the Controversy" usw. ("Man's Place in Nature", Seite 113) kennen, wird er nicht als zu streng erscheinen.) Ich hatte eine vage Wahrnehmung der Wahrheit Ihrer tiefgründigen Bemerkung – dass er in Angst und Zittern vor "Gott, den Menschen und den Affen" schrieb, aber ich würde es in "Gott, den Menschen, Owen und die Affen" ändern. Huxleys Brief war truculent, und ich sehe, dass jeder ihn für zu truculent hält; aber in einfacher Wahrheit bin ich gegenüber Owen ganz dämonisch geworden – schlimmer als Huxley; und ich sagte Huxley, dass ich mich in seine Obhut begeben sollte, um milder gestimmt zu werden. Aber ich habe vor, zu versuchen, engelhafter in meinen Gefühlen zu werden; doch ich werde nie seinen herzlichen Händedruck vergessen, als er so gehässig wie nur möglich gegen mich schrieb. Aber ich habe immer gedacht, dass Sie mehr Grund haben als ich, dämonisch gegen ihn eingestellt zu sein. Bell sagte mir, dass Owen sagt, der Herausgeber habe seinen Artikel in der "Edinburgh Review" verstümmelt (125/4. Dies ist der einzige Fall, der uns bekannt ist, in dem Owen die Autorschaft des Artikels in der "Edinburgh Review" anerkennt.), und Bell schien zu denken, dass er durch den Herausgeber gehässiger gemacht wurde; vielleicht ist die gegenteilige Ansicht genauso wahrscheinlich. Oh weh! Das sieht nicht danach aus, als würde ich engelhafter in meinem Temperament!
Ich hatte ein wunderbares, langes Gespräch mit Lyell (Sie können sich denken, wie wunderbar, denn er war viele Male auf den Knien, mit den Ellbogen auf dem Sofa) (125/5. Mr. Darwin sprach oft von Sir Charles Lyells Neigung, merkwürdige Körperhaltungen einzunehmen, wenn er aufgeregt war.) über seine Arbeit in Frankreich: Er scheint großartige Arbeit geleistet zu haben, indem er das Alter der beilführenden Schichten bestimmte, aber der Fall wird immer komplizierter. Alles deutet jedoch auf ein immer höheres Alter des Menschen hin. Die Schotterschichten scheinen Ästuarablagerungen zu sein. Ich besuchte R. Chambers in seinem sehr schönen Haus in St. John's Wood und hatte ein sehr angenehmes halbstündiges Gespräch – er ist wirklich ein prächtiger Kerl. Er machte eine gute Bemerkung und kicherte darüber: dass die Laien die Kontroverse um die "Essays and Reviews" durchweg als rein fachliches Thema behandelt und sich nicht daran beteiligt, sondern sie den Geistlichen überlassen hätten. Ich werde gespannt auf Ihren nächsten Brief wegen Henslow warten. Leben Sie wohl, mit aufrichtigem Mitgefühl, mein alter Freund.
P.S. – Wir sind Ihnen sehr dankbar für die "London Review". Wir lesen vieles darin gern, und die Wissenschaft ist unvergleichlich besser als im "Athenaeum". Sie sollen nicht allzu lange fortfahren, sie zu schicken, da Sie durch die Pennys und die Mühe ruiniert werden; aber ich stehe unter einem schrecklichen Bann des "Athenaeum" und der "Gardeners' Chronicle", die beide unerträglich langweilig sind, aber ich beziehe sie schon seit so vielen Jahren, dass ich sie nicht aufgeben kann. Der "Cottage Gardener" ist für meine Zwecke jetzt weitaus besser als die "Gardeners' Chronicle".
BRIEF 126. AN J.L.A. DE QUATREFAGES. Down, 25. April [1861].
Ich habe heute Morgen Ihre "Unite de l'Espece Humaine" [veröffentlicht 1861] erhalten und danke Ihnen aufrichtig für dieses sehr freundliche Geschenk. Ich hatte von Ihren Artikeln gehört und mir wurde empfohlen, sie zu lesen, aber da ich nicht wusste, dass sie separat veröffentlicht wurden, wusste ich nicht, wie ich sie bekommen sollte. Ihr Geschenk ist also höchst willkommen, und ich bin sehr begierig darauf, Ihre Ansichten zum gesamten Thema der Arten und der Variation zu sehen; und ich werde sicher großen Nutzen aus Ihrem Werk ziehen. Beim Aufschneiden der Seiten bemerke ich, dass Sie mein Werk sehr freundlicherweise mehrmals erwähnt haben. Meine Ansichten verbreiten sich in England und Amerika nur langsam; und ich bin sehr überrascht festzustellen, dass sie am häufigsten von Geologen akzeptiert werden, gefolgt von Botanikern und am wenigsten von Zoologen. Ich freue mich sehr, dass die jüngeren und mittelalten Geologen sich bekehren, denn die Argumente aus der Geologie schienen mir immer die stärksten zu sein. Nicht einer der älteren Geologen (außer Lyell) ist auch nur in seinen Ansichten von der ewigen Unveränderlichkeit der Arten erschüttert worden. Aber so viele der jüngeren Männer wenden sich mit Eifer der Sache zu, dass ich mit einigem Vertrauen in die Zukunft blicke. Ich arbeite jetzt an "Variation under Domestication", mache aber nur langsame Fortschritte – es ist eine so mühsame Arbeit, Skelette zu vergleichen.
Mit sehr aufrichtigem Dank für das freundliche Mitgefühl, das Sie mir stets entgegengebracht haben, und mit viel Hochachtung,...
P.S. – Ich habe kürzlich M. Naudins Arbeit (126/1. Naudins Arbeit ("Revue Horticole", 1852) wird in der "Historischen Skizze" erwähnt, die den späteren Ausgaben des "Origin" vorangestellt ist (Ausgabe VI., Seite xix). Naudin bestand darauf, dass Arten in einer Weise gebildet werden, die der Erzeugung von Varietäten durch Kultivateure analog ist, d.h. durch Selektion, "aber er zeigt nicht, wie die Selektion in der Natur wirkt." In den "Life and Letters", II., Seite 246, sagt Darwin über Naudins Arbeit: "Decaisne scheint zu glauben, er gebe meine ganze Theorie wieder.") gelesen, aber sie scheint mir nicht vorzugreifen, da er nicht zeigt, wie Selektion in der Natur angewendet werden könnte; aber ein obskurer Schriftsteller (126/2. Der obskure Schriftsteller ist Patrick Matthew (siehe die "Historische Skizze" im "Origin") über Waldbäume, 1830, in Schottland, nahm meine Ansichten höchst ausdrücklich und klar vorweg – obwohl er den Fall so kurz fasste, dass kein einziger Mensch jemals die verstreuten Passagen in seinem Buch bemerkte.
BRIEF 127. AN L. HINDMARSH.
(127/1. Der folgende Brief war eine Antwort an Mr. Hindmarsh, dem Mr. Darwin geschrieben hatte, um Informationen über die durchschnittliche Anzahl der jedes Jahr in der Chillingham-Herde getöteten Tiere zu erfragen. Das Ziel der Anfrage war es, Informationen zu erhalten, die Licht auf die Vermehrungsrate der Rinder im Verhältnis zu denen auf den Pampas von Südamerika werfen könnten. Mr. Hindmarsh hatte einen Artikel "On the Wild Cattle of Chillingham Park" zu den "Annals and Mag. Nat. Hist." Band II., Seite 274, 1839, beigesteuert.)
Down, 12. Mai [1861].
Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre prompte und große Freundlichkeit und sende den Brief zurück, den zu sehen ich sehr froh war und von dem ich eine Kopie habe anfertigen lassen. Die Zunahme ist schneller, als ich erwartet hatte, aber sie scheint eher mutmaßlich zu sein; ich hatte gehofft, dass in einem so interessanten Fall eine genaue Aufzeichnung geführt worden wäre. Die Anzahl der Geburten oder der Kälber, die aufgezogen wurden, bis sie ihren Müttern folgten, wäre vielleicht das beste Datum gewesen. Aus Mr. Hardys Brief schließe ich, dass jährlich zehn geboren werden müssen, um die Todesfälle aus verschiedenen Ursachen auszugleichen. In Paraguay gibt Azara an, dass in einer Herde von 4.000 Tieren 1.000 bis 1.300 aufgezogen werden; aber obwohl sie keine Kälber töten, sondern die jungen Bullen kastrieren, würden zweifellos die Ochsen früher getötet als die Kühe, sodass die Herde wahrscheinlich mehr weibliche Tiere enthalten würde als die Herde in Chillingham. Es gibt anscheinend keine Aufzeichnung darüber, ob mehr junge Bullen getötet werden als Kühe. Ich bin überrascht, dass Lord Tankerville keine genaue Aufzeichnung über Todesfälle, Geschlechter und Geburten führen lässt: nach einem Dutzend Jahren wäre es eine interessante statistische Aufzeichnung für den Naturforscher und Landwirt.
(TAFEL: PROFESSOR HENSLOW.)
BRIEF 128. AN J.D. HOOKER.
(128/1. Der Tod von Professor Henslow (der der Schwiegervater von Sir J.D. Hooker war) ereignete sich am 16. Mai 1861.)
Down, 24. Mai [1861].
Danke für Ihre beiden Notizen. Ich bin froh, dass die Beerdigung vorüber ist, und empfinde aufrichtiges Mitgefühl und kann Ihre Gefühle bei Ihrem Verlust voll und ganz verstehen.
Ich bedauere sehr, wie wenig ich Henslow seit vielen Jahren gesehen habe. In Bezug auf eine Biografie von Henslow kann ich nicht umhin, mich eher zweifelnd zu fühlen, nach dem Prinzip, dass eine Biografie ihm nicht gerecht werden könnte. Seine Briefe waren meist in Eile geschrieben, und ich fürchte, er hat kein Journal oder Tagebuch geführt. Wenn es irgendwelche lebendigen Materialien gäbe, um sein Leben als Gemeindepfarrer und seine Art, die Armen zu verwalten, zu beschreiben, wäre das sehr gut.
Ich bin bei literarischen Projekten nie sehr zuversichtlich. Ich kann nicht umhin zu fürchten, dass sein Leben flach ausfallen könnte. Es kann kaum markante Ereignisse geben, die man beschreiben könnte. Ich hoffe aufrichtig, dass ich eine falsche und düstere Sichtweise habe, aber ich kann nicht umhin zu fürchten – ich würde lieber kein Lebensbild sehen als eines, das nur sehr wenige interessiert. Es wird mir ein Vergnügen und eine Pflicht sein, zu überlegen, woran ich mich erinnern kann; aber im Moment fällt mir kaum etwas ein. Die Ausgeglichenheit und Vollkommenheit von Henslows ganzem Charakter würde es meiner Meinung nach für jeden sehr schwierig machen, ihn zu porträtieren. Ich habe den ganzen Tag viel über Henslow nachgedacht, aber je mehr ich nachdenke, desto weniger fällt mir ein, was ich aufschreiben könnte. Es ist ein ganz neuer Stil für mich, damit anzufangen, aber ich werde weiter darüber nachdenken, was ich sagen könnte, um eine, wenn auch unvollkommene, Vorstellung von ihm aus den alten Cambridge-Tagen zu vermitteln.
Bitte richten Sie L. Jenyns (128/2. Der Rev. Leonard Jenyns (später Blomefield) übernahm das "Leben" von Henslow, zu dem Darwin eine charakteristische und entzückende Skizze beitrug. Siehe Brief 17.), der oft mit meiner Erinnerung an jene alten glücklichen Tage verbunden ist, meine freundlichsten Grüße aus.
BRIEF 129. HENRY FAWCETT AN CHARLES DARWIN.
(129/1. Als Antwort auf den folgenden Brief schrieb Darwin an Fawcett: "Sie hätten mir unmöglich etwas sagen können, das mir mehr Genugtuung verschafft hätte, als das, was Sie über Mr. Mills Meinung sagen. Bis Ihre Rezension erschien, begann ich zu denken, dass ich vielleicht überhaupt nicht verstand, wie man wissenschaftlich schlussfolgert." ("Life of Henry Fawcett", von Leslie Stephen, 1885, Seite 100.)
Bodenham, Salisbury, 16. Juli [1861].
Ich habe das Gefühl, dass ich nicht so lange mit dem Schreiben hätte warten sollen, um Ihnen für Ihren sehr freundlichen Brief an mich über meinen Artikel über Ihr Buch im "Macmillan's Magazine" zu danken.
Es war mir besonders wichtig, darauf hinzuweisen, dass die angewandte Untersuchungsmethode in jeder Hinsicht philosophisch korrekt war. Ich verbrachte letzte Woche einen Abend mit meinem Freund Mr. John Stuart Mill, und ich bin sicher, es wird Sie freuen, von einer solchen Autorität zu hören, dass er Ihre Argumentation durchweg für in genauester Übereinstimmung mit den strengen Prinzipien der Logik hält. Er sagt auch, die Untersuchungsmethode, die Sie verfolgt haben, sei die einzige, die für ein solches Thema angemessen ist.
Es ist für einen antagonistischen Rezensenten leicht, wenn er Schwierigkeiten hat, Ihre Argumente zu widerlegen, zu versuchen, die ganze Angelegenheit abzutun, indem er eine solche Banalität äußert wie: "Das ist keine Bacon'sche Induktion."
Ich gehe davon aus, dass ich bald einige Tage in Ihrer Nachbarschaft verbringen werde, und falls ich Sie nicht stören sollte, würde ich es als einen großen Gefallen ansehen, wenn Sie mir erlauben würden, Sie zu besuchen und ein halbes Stündchen mit Ihnen zu sprechen.
Was mich persönlich betrifft, so bin ich sicher, dass ich Ihnen dankbar sein sollte, denn seit meinem Unfall hat mir nichts so viel Freude bereitet wie die Lektüre Ihres Buches. Solche Studien sind jetzt ein großes Hilfsmittel für mich.
BRIEF 130. AN C. LYELL. 2, Hesketh Terrace, Torquay [2. August 1861].
Ich erkläre Ihnen, dass Sie die Rezensionen zum "Origin" sorgfältiger lesen als ich. Ich stimme all Ihren Bemerkungen zu. Der Punkt der Korrelation erschien mir gut dargelegt, ebenso wie der über Varietäten, die zusammen wachsen; aber ich habe bereits begonnen, Dinge in die Wege zu leiten, um Informationen zu diesem letzteren Punkt zu erhalten, auf den Bronn ebenfalls näher eingeht. In Bezug auf die Sexualität habe ich oft darüber spekuliert und bin immer zu dem Schluss gekommen, dass wir zu unwissend sind, um zu spekulieren: Kein Physiologe kann vermuten, warum die beiden Elemente ein neues Wesen bilden, und mehr noch, warum die Natur danach strebt, die beiden Elemente von zwei Individuen zu vereinen. Woran ich jetzt bei meinen Orchideen arbeite, ist eine bewundernswerte Illustration dieses Gesetzes. Ich würde sicherlich daraus schließen, dass alle Sexualität von einem Prototyp abstammt. Unterschätzen Sie nicht den Grad der Niedrigkeit der Organisation, in der Sexualität vorkommt – nämlich bei der Hydra, und noch niedriger bei einigen der einzelligen freien Confervae, die "konjugieren", was gute Kenner (Thwaites) für die einfachste Form der wahren geschlechtlichen Fortpflanzung halten? (130/1. Siehe Brief 97.) Aber der ganze Fall ist ein Rätsel.
Es gibt einen weiteren Punkt, zu dem ich gelegentlich ein paar Worte sagen wollte. Ich glaube, Sie denken mit Asa Gray, dass ich dem Umstand, dass der Strom der Variation durch eine höhere Macht gelenkt wurde, nicht genug Spielraum gelassen habe. Ich hatte in letzter Zeit viel Korrespondenz zu diesem Thema. Herschel hat in seiner "Physical Geography" (130/2. "Physical Geography of the Globe", von Sir John F.W. Herschel, Edinburgh, 1861. Auf Seite 12 schreibt Herschel über die Enthüllungen der Geologie, die auf aufeinanderfolgende Überflutungen und Rekonstruktionen der Kontinente sowie auf neue Rassen von Tieren und Pflanzen hinweisen. Er verweist auf ein "großes Gesetz der Veränderung", das weder durch eine allmählich fortschreitende Variation der Arten noch durch eine plötzliche und totale Abschaffung einer Rasse operiert hat... Die folgende Fußnote auf Seite 12 der "Physical Geography" wurde im Januar 1861 hinzugefügt: "Dies wurde vor der Veröffentlichung von Mr. Darwins Werk über den "Ursprung der Arten" geschrieben, ein Werk, das wir, ungeachtet seines Verdienstes oder seines Einfallsreichtums, nicht als eine Widerlegung der im Text vertretenen Ansicht betrachten können. Wir können das Prinzip der willkürlichen und zufälligen Variation und der natürlichen Selektion nicht mehr als eine per se ausreichende Erklärung für die vergangene und gegenwärtige organische Welt akzeptieren, als wir die Laputa-Methode des Bücherschreibens (bis zum Äußersten getrieben) als eine ausreichende für Shakespeare und die "Principia" akzeptieren können. In beiden Fällen muss gleichermaßen eine durch einen Zweck geleitete Intelligenz ständig in Aktion sein, um die Richtung der Veränderungsschritte zu beeinflussen – um ihr Ausmaß zu regulieren, ihre Divergenz zu begrenzen und sie in einem bestimmten Kurs fortzusetzen. Wir glauben nicht, dass Mr. Darwin die Notwendigkeit einer solchen intelligenten Lenkung leugnen will. Aber sie geht, soweit wir sehen können, nicht in die Formel dieses Gesetzes ein, und ohne sie können wir uns nicht vorstellen, wie weit das Gesetz zu den Ergebnissen geführt haben kann. Andererseits wollen wir nicht leugnen, dass eine solche Intelligenz nach einem Gesetz handeln kann (das heißt, nach einem vorgefassten und definitiven Plan). Ein solches Gesetz, in Worte gefasst, wäre kein anderes als das tatsächlich beobachtete Gesetz der organischen Sukzession; ein allgemeineres, das diese Form annimmt, wenn es auf unseren eigenen Planeten angewendet wird, und alle Glieder der Kette einschließt, die verschwunden sind. ABER DAS EINE GESETZ IST EINE NOTWENDIGE ERGÄNZUNG ZUM ANDEREN UND SOLLTE IN ALLER LOGISCHEN RICHTIGKEIT TEIL SEINER FORMULIERUNG SEIN. Wenn wir dies gewähren, und mit einigem Zögern hinsichtlich der Genesis des Menschen, sind wir weit davon entfernt, die in Mr. Darwins Buch vertretene Ansicht zu diesem mysteriösen Thema zurückzuweisen." Der kursiv gedruckte Satz ist zweifellos derjenige, auf den im Brief an Lyell verwiesen wird. Siehe Brief 243.) einen Satz in Bezug auf den "Origin", etwa in dem Sinne, dass das höhere Gesetz der providenziellen Anordnung immer angegeben werden sollte. Aber Astronomen sagen nicht, dass Gott den Lauf jedes Kometen und Planeten lenkt. Die Ansicht, dass jede Variation providenziell angeordnet wurde, scheint mir die Natürliche Selektion völlig überflüssig zu machen und entzieht tatsächlich den ganzen Fall des Erscheinens neuer Arten dem Bereich der Wissenschaft. Aber was mich am meisten gegen Asa Grays Ansicht einnehmen lässt, ist das Studium der extremen Variabilität der Haustiere. Wer nicht annimmt, dass jede Variation bei der Taube providenziell verursacht wurde, durch deren Anhäufung der Mensch einen Pfauenschwanz schuf, kann meiner Meinung nach nicht logisch argumentieren, dass der Schwanz des Spechtes durch providenziell verordnete Variationen gebildet wurde. Es scheint mir, dass Variationen unter häuslichen und wilden Bedingungen auf unbekannte Ursachen zurückzuführen sind und zwecklos und insofern zufällig sind; und dass sie erst dann zweckvoll werden, wenn sie vom Menschen zu seinem Vergnügen selektiert werden oder durch das, was wir Natürliche Selektion nennen, im Kampf ums Dasein und unter sich ändernden Bedingungen. Ich möchte nicht sagen, dass Gott nicht alles vorausgesehen hat, was sich daraus ergeben würde; aber hier kommt fast dieselbe Art von elendem Wirrwarr auf wie zwischen freiem Willen und vorherbestimmter Notwendigkeit. Ich bezweifle, ob ich meine Gedanken klar gemacht habe; aber sicherlich scheint mir A. Grays Vorstellung, dass die Verläufe der Variation wie ein Wasserstrom durch die Schwerkraft geleitet wurden, das ganze Ding zu zerschlagen. Es erinnert mich an einen Spanier, dem ich erzählte, ich versuche herauszufinden, wie die Kordilleren entstanden seien; und er antwortete mir, dass es zwecklos sei, denn "Gott hat sie gemacht". Man kann sagen, dass Gott voraussah, wie sie gemacht würden. Ich frage mich, ob Herschel sagen würde, dass man immer das höhere providenzielle Gesetz angeben und erklären sollte, dass Gott alle bestimmten Niveauschwankungen angeordnet habe, damit bestimmte Berge entstehen. Ich muss denken, dass solche Ansichten von Asa Gray und Herschel nur zeigen, dass das Thema in ihren Köpfen in Comtes theologischem Stadium der Wissenschaft ist...
Natürlich möchte ich keine Antwort auf meine quasi-theologische Diskussion, sondern nur, dass Sie über meine Vorstellungen nachdenken, falls Sie sie verstehen.
Ich hoffe zum Himmel, dass Ihre langen und großen Arbeiten an Ihrer neuen Ausgabe sich dem Ende zuneigen.
BRIEF 131. AN C. LYELL. Torquay, [13. August 1861].
Vielen Dank für die Orchideen, die mir auf zwei Arten sehr nützlich waren, die ich nicht vorhergesehen hatte, aber sie waren zu monströs (wenn auch von einigem Nutzen) für meinen speziellen Zweck.
Wenn Sie zur "Vergöttlichung" (131/1. Siehe Brief 105, Anmerkung.) kommen, fragen Sie sich ehrlich, ob das, worüber Sie nachdenken, auf die endlosen Variationen häuslicher Produktionen zutrifft, die der Mensch lediglich für seine Laune oder seinen Nutzen anhäuft. Zweifellos werden diese alle durch ein unbekanntes Gesetz verursacht, aber ich kann nicht glauben, dass sie zu irgendeinem Zweck verordnet wurden, und wenn sie nicht unter Domestizierung so verordnet wurden, sehe ich keinen Grund zu glauben, dass sie in einem Naturzustand verordnet wurden. Natürlich kann man sagen, wenn man gegen einen Stein tritt oder ein Blatt von einem Baum fällt, dass es vor der Grundlegung der Welt verordnet wurde, genau wo dieser Stein oder dieses Blatt liegen sollte. In diesem Sinne hat das Thema für mich kein Interesse.
Noch einmal, vielen Dank für die Orchideen; Sie müssen mich das bezahlen lassen, was Sie dem Sammler bezahlt haben.
BRIEF 132. AN C. LYELL.
(132/1. Der erste Absatz bezieht sich wahrscheinlich auf die Korrekturabzüge von Lyells "Antiquity of Man", aber die erwähnte Passage scheint im Buch nicht vorzukommen.)
Torquay, 21. August [1861].
...Ich habe eigentlich keine Kritik, außer einer unbedeutenden mit Bleistift gegen Ende, die ich wegen der dominanten und wichtigen Arten eingefügt habe, die im Allgemeinen am meisten variieren. Sie sprechen von "ihren Ansichten", als ob Sie tausend Meilen von solchen Unglückseligen entfernt wären, aber Ihr abschließender Absatz zeigt, dass Sie einer der Unglückseligen sind.
Ich freue mich, dass Sie Huttons Rezension gutheißen. (132/2. "Some Remarks on Mr. Darwin's Theory", von F.W. Hutton. "Geologist", Band IV., Seite 132 (1861). Siehe Brief 124.) Sie schien mir eine philosophischere Sicht auf die Art und Weise der Beurteilung der Frage zu haben als jede andere Rezension. Der Satz, den Sie daraus zitieren, scheint sehr wahr zu sein, aber ich stimme mit der theologischen Schlussfolgerung nicht überein. Ich glaube, er zitiert Asa Gray, sicherlich nicht mich; aber ich habe weder A. Gray noch "Origin" bei mir. Tatsächlich habe ich im "Origin" immer und immer wieder gesagt, dass die Natürliche Selektion ohne Variabilität nichts ausrichtet; ich habe ein ganzes Kapitel über Gesetze geschrieben und die stärkste Sprache verwendet, wie unwissend wir über diese Gesetze sind. Aber ich stimme zu, dass ich irgendwie (Hooker sagt, es liegt an meinem Titel) die große und offensichtliche Bedeutung der vorherigen Variabilität nicht deutlich genug gemacht habe. Züchter sprechen ständig von Selektion als dem einen großen Mittel zur Verbesserung; aber natürlich implizieren sie individuelle Unterschiede, und das, so hätte ich gedacht, wäre allen bei der Natürlichen Selektion offensichtlich gewesen; aber das war es nicht.
Ich habe gerade gesagt, dass ich nicht mit "welche Variationen die Wirkungen eines unbekannten Gesetzes sind, ohne Zweifel verordnet und gelenkt durch eine intelligente Ursache nach einem vorgefassten und definitiven Plan" einverstanden sein kann. Werden Sie mir ehrlich sagen (und ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar), ob Sie glauben, dass die Form meiner Nase (eheu!) verordnet und "gelenkt durch eine intelligente Ursache" wurde? (132/3. Man sollte sich daran erinnern, dass die Form seiner Nase Fitz-Roy fast dazu bewogen hätte, Darwin als Naturforscher auf der H.M.S. "Beagle" abzulehnen ("Life and Letters", I., Seite 60).) Durch die Selektion analoger und geringerer Unterschiede machen Liebhaber fast gattungsartige Unterschiede bei ihren Tauben; und sehen Sie irgendeinen guten Grund, warum die Natürliche Selektion analoger individueller Unterschiede nicht neue Arten schaffen sollte? Wenn Sie sagen, dass Gott verordnete, dass zu irgendeiner Zeit und an irgendeinem Ort ein Dutzend leichter Variationen entstehen sollten und dass nur eine von ihnen im Kampf ums Dasein bewahrt werden sollte und die anderen elf in der ersten oder den ersten paar Generationen zugrunde gehen sollten, dann scheint mir das bloßes Wortgeplänkel zu sein. Es läuft lediglich darauf hinaus zu sagen, dass alles, was ist, verordnet ist.
Lassen Sie mich noch einen weiteren Satz hinzufügen. Warum sollten Sie oder ich davon sprechen, dass Variation verordnet und gelenkt wurde, mehr als ein Astronom es bei der Erörterung des Falls eines Meteoritensteins tut? Er würde einfach sagen, dass er durch die Anziehungskraft der Schwerkraft auf unsere Erde gezogen wurde, nachdem er durch die Wirkung einiger völlig unbekannter Gesetze von seinem Kurs abgelenkt worden war. Würden Sie von ihm verlangen, zu sagen, dass sein Fall an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit „zweifellos von einer intelligenten Ursache nach einem vorgefassten und definitiven Plan verordnet und gelenkt“ wurde? Würden Sie dies nicht theologische Pedanterie oder Wichtigtuerei nennen? Ich glaube, dass es im Falle der Arten keine Pedanterie ist, einfach deshalb, weil ihre Entstehung bisher als außerhalb der Gesetze stehend betrachtet wurde; tatsächlich befindet sich dieser Zweig der Wissenschaft bei den meisten Menschen noch in seiner theologischen Entwicklungsphase. Der Schluss, zu dem ich nach dem Nachdenken über solche Fragen immer komme, ist, dass sie den menschlichen Verstand übersteigen; und je weniger man darüber nachdenkt, desto besser. Sie mögen sagen: Warum behelligen Sie mich dann damit? Aber ich würde sehr gerne klar wissen, was Sie denken.
BRIEF 133. AN HENRY FAWCETT.
(133/1. Der folgende Brief wurde im „Life“ von Mr. Fawcett (1885) veröffentlicht; wir sind Mrs. Fawcett und den Herren Smith & Elder für die Erlaubnis zum Nachdruck zu Dank verpflichtet. Siehe Brief 129.)
18. September [1861].
Ich habe mich gefragt, wer mir so freundlicherweise die Zeitung (133/2. Die zugesandte Zeitung war der „Manchester Examiner“ vom 9. September 1861, der einen Bericht über Mr. Fawcetts Vortrag vor der Sektion D der British Association enthielt: „On the method of Mr. Darwin in his treatise on the origin of species“, in dem der Redner aufzeigte, dass die „von Mr. Darwin in seiner Abhandlung über die Entstehung der Arten verfolgte Untersuchungsmethode in strikter Übereinstimmung mit den Prinzipien der Logik steht“. Das „A“ des Briefes (wie in Fawcetts Life veröffentlicht) ist der verstorbene Professor Williamson, von dem berichtet wird, er habe gesagt, „während er nicht sagen wolle, dass Mr. Darwins Buch ihm einen Reputationsverlust eingebracht habe, so sei er sich doch sicher, dass es ihm keinen Gewinn gebracht habe“. Der Bezug auf „B“ wird durch den Bericht über die Rede des verstorbenen Dr. Lankester erklärt, in der er sagte: „Die Fakten, die zur Unterstützung der Hypothese vorgebracht wurden, hatten in der Tat einen ganz anderen Wert als die Hypothese... Ein großer Naturforscher, der immer noch ein Freund von Mr. Darwin war, sagte einmal zu ihm (Dr. Lankester): ‚Der Fehler ist, dass Darwin sich mit der Entstehung befasst hat. Warum hat er uns seine Fakten nicht vorgelegt und sie dabei belassen?‘“ Ein anderer Redner, der Rt. Hon. J.R. Napier, bemerkte: „Ich werde mich eng an die Frage halten. Wenn die Hypothese aufgestellt wird, um Fakten zu widersprechen, und die Behauptungen im Widerspruch zum Wort Gottes stehen, dann sage ich, dass dies kein logisches Argument ist.“ An dieser Stelle griff der Vorsitzende, Professor Babington, weise ein, mit der Begründung, dass die Versammlung eine wissenschaftliche sei.) geschickt hat, was ich sehr gerne gesehen habe; und nun muss ich Ihnen aufrichtig dafür danken, dass Sie mir erlaubt haben, Ihr Manuskript zu sehen. Es scheint mir sehr gut und fundiert zu sein; obwohl ich sicherlich kein unparteiischer Richter bin. Sie werden der Wissenschaft einen guten Dienst erweisen, indem Sie die Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Männer auf die Mittel und Gesetze des Philosophierens lenken. Soweit ich das nach den Zeitungsberichten beurteilen konnte, waren Ihre Gegner Ihrer nicht würdig. Wie jämmerlich hat A. über meinen Ruf gesprochen, als ob das irgendetwas damit zu tun hätte!... Wie zutiefst unwissend muss B. von der eigentlichen Seele der Beobachtung sein! Vor etwa dreißig Jahren wurde viel darüber geredet, dass Geologen nur beobachten und nicht theoretisieren sollten; und ich erinnere mich gut, dass jemand sagte, dass man bei diesem Tempo genauso gut in eine Kiesgrube gehen, die Kieselsteine zählen und die Farben beschreiben könnte. Wie seltsam, dass irgendjemand nicht sehen sollte, dass jede Beobachtung für oder gegen eine bestimmte Ansicht sprechen muss, wenn sie von irgendeinem Nutzen sein soll!
Ich bin erst kürzlich von einem zweimonatigen Besuch in Torquay zurückgekehrt, was meiner Gesundheit zu der Zeit gut getan hat; aber ich bin eines jener elenden Geschöpfe, die niemals für vierundzwanzig Stunden wohlauf sind; und es ist mir klar, dass ich ausgerottet werden sollte. Ich war in letzter Zeit etwas untätig, oder, um genauer zu sein, habe ich an einigen vermischten Aufsätzen gearbeitet, die jedoch einen direkten Bezug zum Thema der Arten haben; dennoch fühle ich mich schuldig, mein größeres Buch vernachlässigt zu haben. Aber für mich ist Beobachten ein viel besserer Zeitvertreib als Schreiben. Ich fürchte, ich werde Sie mit dieser langen Notiz ermüdet haben.
Bitte glauben Sie, dass ich aufrichtig dankbar dafür bin, dass Sie die Lanze zur Verteidigung der Argumentationslinie in der „Origin“ gebrochen haben; Sie werden dem Thema einen Dienst erwiesen haben.
Viele sind so ängstlich davor, sich offen auszusprechen. Ein deutscher Naturforscher kam neulich hierher; und er erzählt mir, dass es in Deutschland viele auf unserer Seite gibt, aber dass alle sich zu fürchten scheinen, sich offen auszusprechen, und darauf warten, dass jemand spricht, und dann werden viele folgen. Die Naturforscher scheinen in Bezug auf ihren wissenschaftlichen Ruf so schüchtern zu sein, wie junge Damen es sein sollten. Es gibt viel Diskussion über das Thema auf dem Kontinent, sogar im ruhigen Holland; und ich erhielt neulich ein Pamphlet aus Moskau von einem Mann, der sich vortrefflich für die Unvollkommenheit des „Geological Record“ einsetzt, sich aber darüber beklagt, dass ich die Variabilität der alten versteinerten Tiere schändlich unterschätzt habe! Aber ich darf nicht weiter abschweifen.
BRIEF 134. AN H.W. BATES. Down, 25. September [1861].
Nun zu ein paar Worten über die Wissenschaft. Vielen Dank für die Fakten zu den Neutern. Sie können sich nicht vorstellen, wie ich mich freue, dass Sie das, was ich zu diesem Thema gesagt habe, nicht für absurd halten. Nur zwei Personen haben es mir gegenüber überhaupt erwähnt – nämlich das bissige Spottgelächter von Owen in der „Edinburgh Review“ (134/1. „Edinburgh Review“, April 1860, Seite 525.) und mein guter Freund und Unterstützer, Sir C. Lyell, der nur den Mut aufbringen konnte zu sagen: „Nun, Sie haben sich der Schwierigkeit tapfer gestellt.“
Was für ein wunderbarer Fall von Volucella, von dem ich noch nie gehört hatte. (134/2. Volucella ist eine Fliege – eine der Syrphidae –, von der angenommen wird, dass sie einen Fall von Mimikry darstellt; dies war zweifellos der Punkt von Interesse für Bates. Dr. Sharp sagt [„Insects“, Teil II. (in der Reihe Camb. Nat. Hist.), 1899, Seite 500]: „Früher nahm man an, dass die Volucella-Larven von den Larven der Bienen lebten und dass die Elterntiere eine bienenähnliche Erscheinung hatten, damit sie in die Bienennester eindringen konnten, ohne entdeckt zu werden.“ Dr. Sharp fährt fort, dass das wenige, was über das Thema bekannt ist, die Annahme stützt, dass die „Anwesenheit der Volucella in den Nestern sowohl für die Fliege als auch für die Biene vorteilhaft ist.“) Ich hatte keine Ahnung, dass ein solcher Fall in der Natur vorkommt; ich muss Exemplare im British Museum besorgen und ansehen. Ich hoffe und nehme an, dass Sie in Ihren Reiseberichten eine Menge Naturgeschichte bringen werden; jeder interessiert sich für Ameisen – in der „Origin“ wurde mehr Notiz von Sklavenameisen genommen als von jeder anderen Passage.
Ich erwarte fest, an Ihren Reiseberichten Freude zu haben. Bleiben Sie bei einem einfachen Stil, wie in Ihren exzellenten Briefen – aber ich bitte um Verzeihung, ich berate schon wieder.
Was für ein vortrefflicher Aufsatz wird das über mimetische Ähnlichkeiten! Sie werden daraus ein völlig neues Thema machen. Ich hatte solche Fälle als eine Schwierigkeit betrachtet; und einmal, als ich mit Dr. Collingwood korrespondierte, dachte ich an Ihre Erklärung; aber ich verwarf sie aus meinem Sinn, da ich fühlte, dass ich nicht das Wissen hatte, in der einen oder anderen Richtung zu urteilen. Dr. C., glaube ich, stellt fest, dass die mimetischen Formen dasselbe Land bewohnen, aber ich wusste nicht, ob ich ihm glauben sollte. Was für wunderbare Fälle Ihre zu sein scheinen! Könnten Sie nicht ein paar Holzschnitte in Ihre Reiseberichte einfügen, um dies zu veranschaulichen? Ich bin müde von einem harten Arbeitstag, also nicht mehr, außer Ihnen meinen aufrichtigen Dank und herzliche Wünsche für den Erfolg Ihrer Reiseberichte auszusprechen.
BRIEF 135. AN J.D. HOOKER. Down, 18. März [1862].
Ihr Brief erörtert eine Menge interessanter Themen, und ich bin sehr froh, dass Sie nach Ihrem Brief an Bates geschickt haben. (135/1. Veröffentlicht in Mr. Clodds Biographie von Bates im „Naturalist on the Amazons“, 1892, Seite l.) Was meinen Sie mit „individuellen Pflanzen“? (135/2. In einem Brief an Mr. Darwin vom 17. März 1862 hatte Sir J.D. Hooker einen vermeintlichen Unterschied zwischen Tieren und Pflanzen erörtert: „insofern das Individuum Tier durch äußere Bedingungen sicherlich materiell verändert wird, das letztere (glaube ich) niemals, außer in einer so groben Weise wie Verkümmerung oder Vergrößerung – z. B. keine Zunahme von Kälte am Ort oder Veränderung der individuellen Pflanze von heiß zu kalt wird besagte individuelle Pflanze dazu veranlassen, eine wolligere Bedeckung zu bekommen; aber ich nehme an, eine Reihe von kalten Jahreszeiten würde eine solche Veränderung bei einem individuellen Vierbeiner bewirken, genau wie Rudern die Hände abhärtet, etc.“) Ich bildete mir ein, eine Knospe lebe nur ein Jahr, und man könne in dieser Zeit kaum irgendeine Veränderung erwarten; aber wenn Sie einen Baum oder eine Pflanze ein Individuum nennen, haben Sie sprossende Knospen. Vielleicht meinen Sie, dass der ganze Baum sich nicht verändert. Tulpen verändern sich beim „Brechen“. Obst scheint sicherlich durch die Unterlage beeinflusst zu werden. Ich glaube, ich habe (135/3. Siehe Anmerkung, Brief 16.) Fälle von leichter Veränderung bei umgepflanzten alpinen Pflanzen. All diese Themen sind mir aufgrund der Orchideen etwas aus dem Kopf gegangen, aber ich werde mich bald ernsthaft mit ihnen befassen müssen, wenn ich wieder zu meinem Band über Variation unter Domestikation komme.
...In der Lebenszeit eines Tieres würden Sie, so glaube ich, es sehr schwierig finden, Auswirkungen äußerer Bedingungen auf Tiere aufzuzeigen, mehr als Schatten und Licht, guter und schlechter Boden bei einer Pflanze bewirken.
Sie sprechen von „einer innewohnenden Tendenz zu variieren, völlig unabhängig von physikalischen Bedingungen“! Dies ist eine sehr einfache Art, die Sache darzustellen (wie Dr. Prosper Lucas es auch ausdrückt) (135/4. Prosper Lucas, der Autor von „Traité philosophique et physiologique de l’hérédité naturelle dans les états de santé et de maladie du système nerveux“: 2 Bände, Paris, 1847-50.): aber zwei große Klassen von Fakten lassen mich denken, dass alle Variabilität auf Veränderungen der Lebensbedingungen zurückzuführen ist: erstens, dass es unter unnatürlichen häuslichen Bedingungen mehr Variabilität und mehr Missbildungen gibt (und diese gehen ineinander über) als in der Natur; und zweitens, dass veränderte Bedingungen in besonderer Weise die Fortpflanzungsorgane beeinflussen – jene Organe, die ein neues Wesen hervorbringen sollen. Aber warum ein Sämling aus Tausenden irgendeinen neuen Charakter aufweist, übersteigt die wildesten Möglichkeiten der Vermutung. In diesem Sinne sprach ich davon, dass „Klima“ usw. möglicherweise ohne Selektion einen gehaken Samen oder irgendeine nicht große Variation hervorbringen könnten. (135/5. Diese Aussage findet sich wahrscheinlich in einem Brief und nicht in Darwins veröffentlichten Werken.)
Ich habe jahrelang mit mir selbst gekämpft, um nicht zu viel der Natürlichen Selektion zuzuschreiben – um etwas der direkten Einwirkung von Bedingungen zuzuschreiben; und vielleicht habe ich meine Tendenz, kaum irgendein Gewicht auf die Lebensbedingungen zu legen, zu sehr überwunden.
Ich bin nicht erschüttert bezüglich „saltus“ (135/6. Sir Joseph hatte am 17. März 1862 geschrieben: „Huxley ist eher geneigt zu denken, dass Sie saltus übersehen haben, aber ich bin nicht sicher, ob er recht hat – saltus quoad Individuen ist nicht saltus quoad Arten – wie ich im Falle der Begonie aufzeigte, obwohl das vielleicht eher eine spezielle Argumentation im gegenwärtigen Stand der Wissenschaft war.“ Für den Fall der Begonie siehe „Life and Letters“, II., Seite 275, sowie Brief 110, Seite 166.), ich schrieb nicht, ohne mich ziemlich sorgfältig mit allen Fällen von normaler Struktur bei Tieren zu befassen, die Missbildungen ähneln, welche per saltus auftreten.
BRIEF 136. AN J.D. HOOKER. 26. [März 1862].
Danke auch für Ihren eigenen (136/1. Siehe Anmerkung in Brief 135.) und Bates’ Brief, die ich hiermit zurücksende. Sie sind beide exzellent; Sie haben, so denke ich, alles gesagt, was gegen direkte Auswirkungen von Bedingungen gesagt werden kann, und vortrefflich ausgedrückt. Aber ich bleibe trotzdem bei meiner und Bates’ Seite. Nichtsdestotrotz bin ich erfreut, den Bedingungen wenig zuzuschreiben, und ich wünschte, ich hätte getan, was Sie vorschlagen – vom Grundprinzip auszugehen, dass Variation ein angeborenes Prinzip sei, und danach ein paar Bemerkungen zu machen, die zeigen, dass dieses Prinzip vielleicht später erklärbar sein würde. Wann immer mein Buch über Geflügel, Tauben, Enten und Kaninchen veröffentlicht wird, mit all den Messungen und Wägungen von Knochen, werden Sie, so glaube ich, sehen, dass „Gebrauch und Nichtgebrauch“ zumindest irgendeinen Effekt haben. Ich glaube nicht an eine perfekte Rückkehr zum Typus. Ich widerspreche eher Ihrer Lehre von der „zentrifugalen Variation“. (136/2. Die „Lehre von der zentrifugalen Variation“ wird in Sir J.D. Hookers „Introductory Essay to the Flora of Tasmania“ (Teil III. der Botany of the Antarctic Expedition), 1859, Seite viii, gegeben. In Paragraph 10 schreibt der Autor: „Die Tendenz von Varietäten, sowohl in der Natur als auch unter Kultivierung... ist eher, sich immer weiter vom ursprünglichen Typus zu entfernen, als zu ihm zurückzukehren.“ In Sir Josephs Brief an Bates (loc. cit., Seite lii) schrieb er: „Darwin glaubt auch an eine gewisse Rückkehr zum Typus, was meiner Ansicht von Variation entgegengesetzt ist.“ Es mag in diesem Zusammenhang angemerkt werden, dass Mr. Galton Grund zu der Annahme einer zentripetalen Tendenz in der Variation gegeben hat (um Hookers Wortwahl zu verwenden), die nicht identisch mit der Rückkehr kultivierter Pflanzen zu ihren Vorfahren ist, dem Fall, auf den Hooker sich anscheinend bezieht. Siehe „Natural Inheritance“ von F. Galton, 1889.) Ich nehme an, Sie stimmen meiner Lehre vom Nutzen der Diversifizierung nicht zu oder erinnern sich nicht daran (136/3. Darwin benutzte in diesem Zusammenhang normalerweise das Wort „Divergenz“.); dies scheint mir hinreichend zu erklären, warum Variation zentrifugal ist – wenn Sie es vergessen haben, schauen Sie sich diese Diskussion an (Seite 117 der 3. Auflage), es war der beste Punkt, den ich nach meinen Begriffen ausgearbeitet habe, und er hat mir immer gefallen. Es ist wirklich seltsam befriedigend für mich, einen so fähigen Mann wie Bates (und Sie selbst) zu sehen, der mehr an die Natürliche Selektion glaubt, als ich es selbst tue. (136/4. Dies bezieht sich auf eine sehr interessante Passage in Hookers Brief an Bates (loc. cit., Seite liii): „Ich bin sicher, dass Sie, wie ich, je mehr Sie nachdenken, desto weniger Anlass für etwas anderes als Zeit und natürliche Selektion sehen werden, um Veränderung zu bewirken; und dass diese Ansicht die einfachste und klarste im gegenwärtigen Stand der Wissenschaft ist, ist zumindest ein Vorteil. Tatsächlich denke ich, dass es im gegenwärtigen Stand der Untersuchung die legitime Position ist, die man einnehmen sollte; es ist früh genug, unsere Köpfe mit der sekundären Ursache zu behelligen, wenn es irgendeinen Beweis oder irgendeinen Bedarf dafür gibt – im Augenblick sehe ich weder das eine noch das andere und fühle mich daher geneigt, vorerst auf jede andere zu verzichten.“) Übrigens prahle ich immer bei Ihnen, und so denke ich, wird Owen im Unrecht sein, dass mein Buch in zehn Jahren vergessen sein wird, denn eine französische Ausgabe geht jetzt durch die Presse und eine zweite deutsche Ausgabe wird verlangt. Ihr langer Brief an Bates hat meinen Kopf zum Arbeiten gebracht und lässt mich die neun Monate bereuen, die ich mit Orchideen verbracht habe; obwohl ich nicht weiß, warum ich mich nicht genauso gut mit ihnen hätte amüsieren sollen, anstatt mich mit Knochen von Enten und Tauben usw. abzuplagen. Die Orchideen waren ein herrlicher Zeitvertreib, obwohl ich sie im Moment schrecklich überdrüssig bin.
Ich lege eine überzählige Kopie des Holzschnitts von Mormodes ignea bei; ich wünschte, Sie hätten eine Pflanze in Kew, denn ich bin sicher, ihr wunderbarer Mechanismus und ihre Struktur würden Sie amüsieren. Ist es nicht merkwürdig, wie das Labellum oben auf der Säule sitzt? – hier landen Insekten und werden auf wunderbare Weise weggeschossen, wenn sie einen bestimmten empfindlichen Punkt berühren, durch die Pollinien.
Wie freundlich haben Sie mir bei meiner Arbeit geholfen! Leben Sie wohl, mein lieber alter Freund.
BRIEF 137. AN H.W. BATES. Down, 4. Mai [1862].
Herzlichen Dank für Ihren höchst interessanten Brief und drei sehr wertvolle Auszüge. Ich bin sehr froh, dass Sie sich die südgemäßigten Insekten angesehen haben. Ich wünschte, das Material im British Museum wäre reichhaltiger gewesen; aber ich sollte meinen, der Fall der südamerikanischen Carabi, unterstützt durch einen anderen Fall, wäre einen Aufsatz wert. Für uns, die wir theoretisieren, ist der Fall sicher sehr wichtig. Unterscheiden sich die südamerikanischen Carabi stärker von den anderen Arten als zum Beispiel die sibirischen und europäischen und nordamerikanischen und himalayanischen (falls die Gattung dort existiert)? Wenn sie es tun, stimme ich Ihnen vollkommen zu, dass der Unterschied zu groß wäre, um ihn durch die jüngste Eiszeit zu erklären. Ich stimme Ihnen auch völlig darin zu, einen unabhängigen Ursprung für diese Carabi abzulehnen. Es besteht eine Schwierigkeit, soweit ich weiß, in unserer Unwissenheit darüber, ob sich Insekten schnell im Laufe der Zeit verändern; Sie könnten dies beurteilen, indem Sie wüssten, inwieweit eng verwandte Coleopteren im Allgemeinen sehr eingeschränkte Verbreitungsgebiete haben, denn dies impliziert fast eine schnelle Veränderung. Was für ein seltsamer Fall wird durch Landschnecken geboten, die in jedem Unterdistrikt modifiziert werden und doch die gleiche allgemeine Struktur seit sehr weit zurückliegenden geologischen Perioden beibehalten haben! Als ich an der Eiszeit arbeitete, erinnere ich mich, dass ich sehr überrascht war, wie wenige Vögel, keine Säugetiere und sehr wenige Meeresmollusken die intertropischen Regionen während der kalten Periode überquert oder tief betreten zu haben schienen. Insekten scheinen nach allem, was Sie sagen, unter dieselbe Kategorie zu fallen. Pflanzen scheinen leichter zu wandern als Tiere. Unterschätzen Sie nicht die Dauer der Eiszeit: Forbes argumentierte früher, dass sie dem gesamten Pleistozän in den wärmeren Breitengraden entsprach. Ich glaube mit Ihnen, dass wir zu einer älteren Eiszeit getrieben werden.
Es tut mir sehr leid, von dem British Museum zu hören; es wäre hoffnungslos, gegen jemanden anzukämpfen, der von Owen unterstützt wird. Vielleicht könnte sich vor nicht allzu langer Zeit eine andere Gelegenheit ergeben. Wie wäre es, mit Owen zu sprechen, sobald Sie sich selbst entschieden haben? Nach dem, was ich gehört habe, seit ich mit Ihnen gesprochen habe, fürchte ich, dass das stärkste persönliche Interesse bei einem Minister für eine Pension erforderlich ist.
Leben Sie wohl, und möge der Erfolg dem acerrimo pro-pugnatori beschieden sein.
P.S. Ich wünsche zutiefst, Sie könnten eine Anstellung finden, in der Sie Ihre Zeit der Wissenschaft widmen könnten; es wäre eine große Sache für die Wissenschaft und für Sie selbst.
BRIEF 138. AN J.L.A. DE QUATREFAGES. Down, 11. Juli [1862].
Ich danke Ihnen herzlich dafür, dass Sie meine Fragen so freundlich und prompt beantwortet haben. Ich werde einige Ihrer Bemerkungen zitieren. Der Fall scheint mir in Bezug auf meine häretischen Vorstellungen von einiger Bedeutung zu sein, denn er zeigt, wie Larven modifiziert werden könnten. Ich werde, wie ich annehme, ein Jahr lang nicht veröffentlichen, denn viel Zeit wird mit Experimenten verbracht. Sollten Sie innerhalb dieser Zeit neue Informationen über die Ähnlichkeit der Motten verschiedener Rassen erlangen und mir erlauben, Fakten auf Ihre Autorität hin zu zitieren, wäre ich sehr dankbar.
Ich danke Ihnen für Ihre große Güte in Bezug auf die Übersetzung der „Origin“; es ist sehr liberal von Ihnen, da wir uns in erheblichem Maße unterscheiden. Ich wurde von meinen religiösen Landsleuten abscheulich beschimpft; aber da ich ein unabhängiges Leben auf dem Land führe, schadet es mir in keiner Weise, außer wenn die Beschimpfung von einem alten Freund wie Professor Owen kommt, der mich beschimpft und dann die Lehre aufstellt, dass alle Vögel wahrscheinlich von einem Elternteil abstammen.
Ich wünschte, die Übersetzerin (138/1. Mdlle. Royer, welche die erste französische Ausgabe der „Origin“ übersetzte.) hätte mehr von Naturgeschichte verstanden; sie muss eine kluge, aber sonderbare Dame sein, aber ich habe nie von ihr gehört, bis sie vorschlug, mein Buch zu übersetzen.
BRIEF 139. AN ASA GRAY. Down, 23. Juli [1862].
Vor einigen Tagen erhielt ich zwei große Pakete, habe aber bisher nur Ihren Brief gelesen; denn wir befanden uns in furchtbarer Not und ich konnte mich um nichts kümmern. Unser armer Junge hatte den seltenen Fall eines zweiten Ausschlags und Halsentzündungs-Fiebers...; und, als wäre dies nicht genug, einen sehr ernsten Anfall von Erysipel mit typhösen Symptomen. Ich verzweifelte an seinem Leben; aber heute Abend hat er einen Bissen gegessen, und ich glaube, er hat die Krise überstanden. Er hat Tag und Nacht alle drei Viertelstunden von Portwein gelebt. Heute Abend fragte er zu unserem Erstaunen, ob seine Briefmarken sicher seien, und ich erzählte ihm von einer, die Sie geschickt hatten, und dass er sie morgen sehen solle. Er antwortete: „Ich würde sie schrecklich gerne jetzt sehen“; also öffnete er mühsam seine Augenlider, warf einen Blick darauf und sagte mit einem Seufzer der Zufriedenheit: „Alles in Ordnung.“ Kinder sind das größte Glück, das man haben kann, aber oft auch ein noch größeres Elend. Ein Mann der Wissenschaft sollte keine haben – vielleicht auch keine Frau; denn dann gäbe es auf dieser weiten Welt nichts, wofür es sich zu sorgen lohnte, und ein Mann könnte (ob er es könnte, ist eine andere Frage) wie ein Trojaner arbeiten. Ich hoffe, in ein paar Tagen meine Gedanken ordnen zu können, und dann werde ich alle Ihre Orchideenbriefe heraussuchen und sie Ihnen zurücksenden, in der Hoffnung, dass Sie sie verwenden können...
Von allen Handwerkern, die den Nagel auf den Kopf treffen, sind Sie der allerbeste; niemand sonst hat erkannt, dass mein Hauptinteresse an meinem Orchideenbuch darin bestand, dass es ein „Flankenmanöver“ gegen den Feind war. Ich lebe in einer solchen Einsamkeit, dass ich nichts höre und keine Ahnung habe, worauf Sie sich in Bezug auf Bentham und die Orchideen und Arten beziehen. Aber ich muss mich erkundigen.
Übrigens habe ich gehört, dass einer meiner Hauptfeinde (der einzige, der mich geärgert hat), nämlich Owen, Vorlesungen über Vögel gehalten hat; er räumt ein, dass alle von einem einzigen abstammen, und bringt als seine eigene Idee vor, dass die flugunfähigen ozeanischen Vögel ihre Flügel durch allmählichen Nichtgebrauch verloren haben. Er erwähnt mich nie, oder nur mit bitterem Hohn, und in Verbindung mit Buffon und den „Vestiges“.
Nun, es war mir an diesem ersten Abend ein Vergnügen, so egoistisch wie üblich über mich und mein Tun zu kritzeln; Sie müssen es mir also verzeihen, wie ich weiß, dass Ihr gütiges Herz es tun wird. Ich habe es geschafft, die Zeitung zu überfliegen, aber hatte nicht den Mut, all die blutigen Details zu lesen. Großer Gott! Was wird das Ende sein? Vielleicht sind wir hier zu verzagt; aber ich muss denken, dass Sie auf Ihrer Seite des Wassers zu hoffnungsvoll sind. Ich habe nie an die „Canards“ geglaubt, dass die Armee des Potomac kapituliert habe. Meine gute liebe Frau und ich sind dahin gekommen, uns Frieden um jeden Preis zu wünschen. Gute Nacht, mein guter Freund. Ich werde nicht mehr weiterkritzeln.
Noch ein Wort. Ich würde gerne hören, was Sie über das denken, was ich im letzten Kapitel des Orchideenbuchs über die Bedeutung und Ursache der endlosen Vielfalt der Mittel für denselben allgemeinen Zweck sage. Es berührt das Design, diese endlose Frage. Gute Nacht, gute Nacht!
BRIEF 140. AN C. LYELL. 1, Carlton Terrace, Southampton, 22. August [1862].
Sie sagen, dass der Bischof und Owen über Sie herfallen werden (140/1. Dies bezieht sich auf die „Antiquity of Man“, die 1863 veröffentlicht wurde.): Letzterer kann das kaum, denn ich wurde versichert, dass Owen in seinen Vorlesungen in diesem Frühjahr die neue Idee vorbrachte, dass flugunfähige Vögel ihre Flügel durch Nichtgebrauch verloren hätten. (140/2. Der erste Absatz dieses Briefes wurde in „Life and Letters“, II., Seiten 387, 388, veröffentlicht.) Auch dass Elstern Löffel usw. stahlen, aus einem Überrest eines Instinkts wie dem des Laubenvogels, der seinen Spielgang mit hübschen Federn schmückt. Tatsächlich wurde mir gesagt, er habe deutlich angedeutet, dass alle Vögel von einem einzigen abstammen. Was für ein schamloser Mann er sein muss, um so zu dozieren, nachdem er mich so beschimpft hat und niemals offen widerrufen oder mein Buch erwähnt hat!
BRIEF 141. AN JOHN LUBBOCK (LORD AVEBURY). Cliff Cottage, Bournemouth, 5. September [1862].
Vielen Dank für Ihre freundliche Notiz als Antwort auf all meine dumme Mühe. Ich wusste Ihren Insekten-Tauch-Fall (141/1. „On two Aquatic Hymenoptera, one of which uses its Wings in Swimming.“ Von John Lubbock. „Trans. Linn. Soc.“ Band XXIV., 1864, Seiten 135-42.) [Gelesen am 7. Mai 1863.] (In diesem Aufsatz beschreibt Lubbock eine neue Art von Polynema – P. natans –, die mit ihren Flügeln schwimmt und mehrere Stunden unter Wasser leben kann; die andere Art, die einer neuen Gattung Prestwichia zugeordnet wird, lebt unter Wasser, hält ihre Flügel bewegungslos und benutzt ihre Beine als Ruder.) vor Ihrer letzten Notiz nicht voll zu würdigen, noch hatte ich eine Ahnung, dass die Tatsache neu war, obwohl sie für mich neu war. Es ist wirklich sehr interessant. Natürlich werden Sie einen Bericht darüber veröffentlichen. Sie werden dann sagen, ob das Insekt gut durch die Luft fliegen kann. (141/2. Bei der Beschreibung der Gewohnheiten von Polynema schreibt Lubbock: „Ich war leider nicht in der Lage festzustellen, ob sie fliegen konnten“ (loc. cit., Seite 137).) Meine Frau fragte: „Woher hat er gewusst, dass es vier Stunden unter Wasser blieb, ohne zu atmen?“ Ich antwortete sofort: „Mrs. Lubbock saß vier Stunden da und beobachtete.“ Ich frage mich, ob ich recht habe.
Ich sehne mich danach, zu Hause zu sein und stetig zu arbeiten, und ich hoffe, wir können es in einem weiteren Monat sein. Ich fürchte, es ist hoffnungslos, dass ich zu Ihnen komme, denn ich bin weicher denn je, hoffe aber, dass zwei Duschbäder am Tag mir ein wenig Kraft geben werden, sodass Sie, wie ich hoffe, zu uns kommen werden. Es ist eine Ewigkeit her, seit ich Sie oder einen wissenschaftlichen Freund gesehen habe.
Ich habe neulich von Lyell von der Isle of Wight und von Hooker aus Schottland gehört. Über Huxley weiß ich nichts, aber ich hoffe, sein Buch schreitet voran, denn ich bin sehr neugierig darauf, es zu sehen. (141/3. „Man's Place in Nature.“ London, 1863.)
Ich tue hier nichts, außer gelegentlich ein paar Blumen zu betrachten, und davon gibt es hier nur sehr wenige, denn das Land ist wunderbar karg.
Sehen Sie, was es heißt, gut erzogen zu sein. Horace sagte gestern zu mir: „Wenn jeder Ottern töten würde, würden sie weniger stechen.“ Ich antwortete: „Natürlich würden sie das, denn es gäbe weniger.“ Er antwortete empört: „Das meinte ich nicht; aber die ängstlichen Ottern, die weglaufen, würden gerettet werden und mit der Zeit gar nicht mehr stechen.“ Natürliche Selektion der Feiglinge!
BRIEF 142. H. FALCONER AN CHARLES DARWIN.
(142/1. Dies bezieht sich auf das Manuskript von Falconers Aufsatz „On the American Fossil Elephant of the Regions bordering the Gulf of Mexico (E. Columbi, Falc.)“, veröffentlicht in der „Natural History Review“, Januar 1863, Seite 43. Der Abschnitt, der sich mit der Bedeutung seiner Fakten für Darwins Ansichten befasst, befindet sich auf Seite 77. Er besteht stark (Seite 78) auf der „Beständigkeit und Gleichförmigkeit der Merkmale der Backenzähne beim frühesten bekannten Mammut und seinem modernsten Nachfolger“. Dennoch fügt er hinzu, dass die „Schlussfolgerungen, die ich aus diesen Fakten ziehe, nicht einer der führenden Sätze von Darwins Theorie widersprechen“. Diese Zugeständnisse waren umso erfreulicher, als, wie Falconer bemerkt (Seite 77), „ich von ihm in die Kategorie derer aufgenommen wurde, die vehement die Beständigkeit spezifischer Merkmale aufrechterhalten haben“.)
21, Park Crescent, Portland Place, N.W., 24. September [1862].
Erschrecken Sie nicht über den Anhang. Ich möchte mich bei Ihnen rechtfertigen, bevor ich in den Druck gehe. Ich bringe eine schwere Abhandlung über Elefanten heraus – eine Sammelsurium-Angelegenheit mit Beobachtungen zu den fossilen und rezenten Arten. Ein Abschnitt ist der Beständigkeit der spezifischen Merkmale des Mammuts im Laufe der Zeit gewidmet. Ich verfolge ihn von vor der Eiszeit durch sie hindurch und danach, unveränderlich und unverändert, soweit es die Organe der Verdauung (Zähne) und der Fortbewegung betrifft. Nun, die Eiszeit war kein Scherz: Sie hätte aus Ihren lieben Tauben Enten und Gänse gemacht.
Trotz all meiner Unzulänglichkeiten habe ich eine so aufrichtige und liebevolle Hochachtung vor Ihnen und eine solche Bewunderung für Ihre Arbeit, dass es mich schmerzen würde, festzustellen, dass ich meine ehrlichen Überzeugungen auf eine Weise ausgedrückt hätte, die für Sie zu irgendeinem Einwand Anlass geben könnte. Die Argumentation mag sehr dumm sein, aber ich glaube, dass die Beobachtung fundiert ist. Werden Sie also die wenigen Seiten, die ich geschickt habe, durchsehen und mir sagen, ob Sie einen Fehler finden oder ob Sie denken, dass ich die Ausdrucksweise ändern sollte? Sie sind von einem Freund von Ihnen und mir so unanständig und unaufrichtig behandelt worden, dass es mir leid täte, mich in der Position eines Gegners von Ihnen zu finden, und ganz besonders mit der Chance, mich zum Narren zu machen.
Ich habe gestern Ihren Bruder getroffen, der mir sagt, dass Sie in die Stadt kommen. Ich hoffe, Sie geben mir ein Signal. Ich sehne mich nach einem Gespräch mit Ihnen und habe viel mit Ihnen zu besprechen.
Sie werden das Eclaircissement über die Eozän-Affen von England gesehen haben. Durch einen Schlag mit dem Zauberstab sind sie – à la Darwin – in Hyracotherium-Schweine verwandelt worden. (142/2. „On the Hyracotherian Character of the Lower Molars of the supposed Macacus from the Eocene Sand of Kyson, Suffolk.“ „Ann. Mag. Nat. Hist.“ Band X., 1862, Seite 240. In dieser Notiz stellte Owen fest, dass die Zähne, die er Macacus genannt hatte („Ann. Mag.“ 1840, Seite 191), höchstwahrscheinlich zu Hyracotherium cuniculus gehörten. Siehe „A Catalogue of British Fossil Vertebrata“, A.S. Woodward und C.D. Sherborn, 1890, unter Hyracotherium, Seite 356; auch Zittels „Handbuch der Palaeontologie“ Abth. I., Bd. IV., Leipzig, 1891-93, Seite 703.) Würden Sie es glauben? Selbst das ist ein grober Schnitzer. Sie sind keine Schweine.
BRIEF 143. AN HUGH FALCONER. Down, 1. Oktober [1862].
Bei meiner Heimkehr gestern fand ich Ihren Brief und Ihr Manuskript, die ich mit größtem Interesse gelesen habe. Ihre Notiz und jedes Wort in Ihrem Aufsatz sind mit demselben freundlichen Gefühl ausgedrückt, das ich von Ihnen erfahren habe, seit ich das Glück habe, Sie zu kennen. Ich schätze wissenschaftliches Lob, aber ich schätze solch ein freundliches Gefühl wie das Ihre unvergleichlich höher. Es gibt kein einziges Wort in Ihrem Aufsatz, gegen das ich möglicherweise Einwände erheben könnte: Ich wäre verrückt, dies zu tun; sein einziger Fehler ist vielleicht seine zu große Freundlichkeit. Ihr Fall scheint mir der auffälligste zu sein, dem ich je begegnet bin, was die Beständigkeit spezifischer Merkmale betrifft. Er ist umso auffälliger, als er sich auf die Backenzähne bezieht, die sich bei den Arten der Gattung so sehr unterscheiden und bei denen ich folglich Variation erwartet hätte. Als ich weiterlas, fühlte ich mich nicht wenig verblüfft und dachte bei mir, dass ich, wann immer ich zu diesem Thema käme, wild gegen mich selbst sein müsste; und ich fragte mich, wie wild Sie sein würden. Ich zitterte ein wenig. Meine einzige Hoffnung war, dass etwas aus den Sumpf-nordamerikanischen Formen gemacht werden könnte, die Sie als geographische Rasse einstufen; und möglicherweise später aus den sizilianischen Arten. Raten Sie also meine Zufriedenheit, als ich feststellte, dass Sie selbst ein Schlupfloch ließen (143/1. Dies bezieht sich vielleicht auf eine Passage („N.H. Review“, 1863, Seite 79), in der Falconer die Existenz von Zwischenformen entlang gewisser möglicher Abstammungslinien zulässt. Falconers Hinweis auf die sizilianischen Elefanten steht in einer Anmerkung auf Seite 78; der Sumpfelefant wird auf Seite 79 erwähnt.), von dem ich natürlich nie hätte ahnen können; und stellen Sie sich meine noch größere Zufriedenheit vor, als Sie sich als Ungläubiger an der ewigen Unveränderlichkeit der Arten ausdrückten. Ihre abschließenden Bemerkungen zu meiner Arbeit sind zu großzügig, haben mir aber nicht wenig Freude bereitet. Was Kritik betrifft, so habe ich nur kleine. Wenn Sie von „moderatem Variationsbereich“ sprechen, kann ich nicht anders, als zu denken, dass Sie Ihre Leser daran erinnern sollten (obwohl dies wohl zuvor geschehen ist), wie groß dieser Umfang ist, einschließlich des Falles des amerikanischen Sumpf-Mammuts. Sie sprechen von diesen Tieren als solchen, die vor bis nach der Eiszeit einer riesigen Bandbreite von klimatischen Veränderungen ausgesetzt waren. Ich hätte aufgrund der Analogie von Meeresschnecken gedacht, dass diese Tiere durch Migration (oder lokales Aussterben, wenn Migration nicht möglich war) hätten unter nahezu demselben Klima bleiben können und würden.
Eine etwas wichtigere Überlegung scheint mir zu sein, dass die gesamte Rüsseltiergruppe, wie ich annehme, als dem Aussterben zuneigend betrachtet werden kann: Wie dem auch sei, das Aussterben war vollständig, was Europa und Amerika betrifft. Zahlreiche Überlegungen und Fakten haben mich im „Origin“ zu dem Schluss geführt, dass es die blühenden oder dominanten Mitglieder jeder Ordnung sind, die im Allgemeinen neue Rassen, Unterarten und Arten hervorbringen; und unter diesem Gesichtspunkt bin ich überhaupt nicht überrascht über die Konstanz Ihrer Arten. Dies führt mich zu der Bemerkung, dass der Satz unten auf Seite [80] nicht auf meine Ansichten anwendbar ist (143/2. Siehe Falconer unten auf Seite 80: Es ist die alte Schwierigkeit – wie kann Variabilität mit der Beständigkeit des Typs koexistieren? In unserer Kopie des Briefes wird die Passage als auf Seite 60 vorkommend angegeben, ein Schreibfehler für Seite 80.), obwohl er durchaus auf diejenigen anwendbar ist, die Modifikation der direkten Wirkung der Lebensbedingungen zuschreiben. Ein Elefant könnte individuell variabler sein als jedes bekannte vierfüßige Tier (durch die Auswirkungen der Lebensbedingungen oder andere angeborene unbekannte Ursachen), aber wenn diese Variationen dem Tier nicht dabei helfen würden, allen feindlichen Einflüssen besser zu widerstehen und es daher in seiner Zahl zunehmen zu lassen, gäbe es keine Tendenz zur Erhaltung und Anhäufung solcher Variationen – d. h. zur Bildung einer neuen Rasse. Da die Rüsseltiergruppe aus völlig unbekannten Ursachen in vielen Teilen der Welt eine schwindende Gruppe zu sein scheint, hätte ich die Bildung neuer Rassen nicht erwartet.
Sie machen wichtige Bemerkungen gegen die Natürliche Selektion, und Sie werden vielleicht überrascht sein, dass ich Ihnen in großem Maße zustimme. Ich könnte Ihnen viele Passagen zeigen, die so stark wie möglich im „Origin“ geschrieben sind und erklären, dass die Natürliche Selektion ohne vorherige Variabilität nichts tun kann; und ich habe versucht, ebenso stark zu betonen, dass Variabilität vielen Gesetzen unterliegt, die meist völlig unbekannt sind. Mein Titel täuscht die Leute, und ich wünschte, ich hätte ihn etwas anders gemacht. Ihre Phyllotaxis (143/3. Falconer, Seite 80: „Das Gesetz der Phyllotaxis... ist in seiner Manifestation fast so konstant wie jedes der physikalischen Gesetze, die mit der materiellen Welt verbunden sind.“) wird als Beispiel dienen, denn ich stimme vollkommen zu, dass die spiralförmige Anordnung einer bestimmten Anzahl von Blattquirlen (wie auch immer das ursprünglich entstanden sein mag, und ob es nun ganz so unveränderlich ist, wie Sie angeben), die Grenzen der Variabilität bestimmt und daher bestimmt, was die Natürliche Selektion tun kann. Lassen Sie mich erklären, wie es dazu kam, dass ich so viel Wert auf die Natürliche Selektion legte, und ich halte dies immer noch für gerechtfertigt. Ich kam durch geographische Verbreitung usw. usw. zu dem Gedanken, dass Arten sich wahrscheinlich verändern; aber jahrelang war ich völlig blockiert durch meine völlige Unfähigkeit zu sehen, wie jeder Teil jedes Geschöpfes (ein Specht oder eine Schwalbe zum Beispiel) an seine Lebensbedingungen angepasst worden war. Dies schien mir das zu lösende Problem zu sein und scheint es immer noch; und ich denke, die Natürliche Selektion löst es, so wie die künstliche Selektion die Anpassung häuslicher Rassen für den Gebrauch des Menschen löst. Aber ich vermute, dass Sie noch etwas Weiteres meinen – dass es ein unbekanntes Gesetz der Evolution gibt, durch das sich Arten notwendigerweise verändern; und wenn dies so ist, kann ich nicht zustimmen. Dies ist jedoch eine zu große Frage selbst für einen so unangemessen langen Brief wie diesen. Um jedoch nur durch bloße wertlose Vermutungen zu erklären, wie ich mir vorstelle, dass sich die Zähne Ihrer Elefanten verändern, würde ich die Veränderung als indirektes Ergebnis von Veränderungen in der Form der Kiefer oder durch die Entwicklung von Stoßzähnen oder im Falle des primigenius sogar durch Korrelation mit dem wolligen Überzug betrachten; in allen Fällen würde die Natürliche Selektion die Variation überprüfen. Wenn ein Elefant tatsächlich besser gedeihen würde, indem er sich von neuen Arten von Nahrung ernährt, dann würde jede Variation irgendeiner Art in den Zähnen, die ihre Mahlkraft begünstigte, bewahrt werden. Nun kann ich mir vorstellen, wie Sie die Hände heben und rufen, was für ein Quatsch! Um auf Ihren abschließenden Satz zurückzukommen: Weit davon entfernt, überrascht zu sein, betrachte ich es als absolut sicher, dass sehr vieles im „Origin“ als Unsinn bewiesen werden wird; aber ich erwarte und hoffe, dass das Gerüst stehen bleiben wird. (143/4. Falconer, Seite 80: „Er [Darwin] hat die Fundamente eines großen Gebäudes gelegt: aber er muss nicht überrascht sein, wenn während des Fortschritts des Baus der Oberbau von seinen Nachfolgern verändert wird...“)
Ich hatte gehofft, Sie am Montagabend zu besuchen, war aber völlig erschöpft. Ich habe Lyell gestern Morgen gesehen. Er war sehr neugierig auf Ihre Ansichten, und da ich ihm heute Morgen schreiben musste, konnte ich nicht anders, als ihm ein paar Worte über Ihre Ansichten zu sagen. Ich nehme an, Sie haben den „Origin“ satt und werden ihn nie wieder lesen; andernfalls würde ich mir wünschen, dass Sie die dritte Ausgabe hätten, und würde sie Ihnen gerne schicken, anstatt dass Sie in die erste oder zweite Ausgabe schauen. Mit herzlichem Dank für Ihre großzügige Freundlichkeit.
BRIEF 144. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Royal Gardens, Kew, 7. November 1862.
Ich bin durch Ihren Brief heute Morgen über meinen arktischen Aufsatz sehr erleichtert, denn ich hatte mir einen ungeheuerlichen Fehler ausgemalt (wie die Granitebenen von Patagonien). Sicherlich wird ihm nach dem, was Sie mir über Dawson erzählt haben, der Brief nicht gefallen, den ich ihm vor Tagen geschrieben habe, in dem ich ihm sagte, dass es unmöglich sei, eine starke Meinung gegen die Darwin’sche Hypothese zu hegen, ohne dass dies zu einer mentalen Verzerrung führt, wenn man Dinge betrachtet, in die diese Hypothese involviert war oder sein könnte. Ich sagte ihm, dass ich das Gefühl habe, dass dies bei mir der Fall war, als ich Ihnen widersprach, und dass alle Geister solchen Abweichungen unterworfen sind! – Gott helfe mir, und das an einen LL.D. und Rektor eines Colleges! Ich fuhr fort, seine Geologie mit der Unverfrorenheit eines Anfängers zu diskutieren; und Gott sei Dank habe ich das Argument Ihres Briefes über den Beweis der Absenkung angeführt – nämlich, dass nicht alles auf einmal untergetaucht sei und glaziale Einwirkung subaërisch und nicht ozeanisch sei. Ihr Brief war daher eine Erleichterung, denn ich fühlte, dass ich kaum stark genug war, mich so zu äußern, wie ich es gegenüber einem studierten Geologen getan habe.
(144/1. [Zum Thema des obigen Briefes siehe einen früheren Datums von Sir J.D. Hooker (2. November 1862), der in diesem Werk (Brief 354) mit Darwins Antwort (Brief 355) wiedergegeben ist.])
BRIEF 145. AN HUGH FALCONER. Down, 14. November [1862].
Ich habe Ihre Abhandlung (145/1. „On the disputed Affinity of the Mammalian Genus Plagiaulax, from the Purbeck beds.“ – „Quart. Journ. Geol. Soc.“ Band XVIII., Seite 348, 1862.) mit äußerstem Interesse gelesen und danke Ihnen für die Zusendung, wenngleich ich sie, oder alles, was Ihren Namen trägt, ohnehin sorgfältig im Journal gelesen hätte. Sie erscheint mir als ein Meisterwerk scharfsinniger Beweisführung: Obwohl ich natürlich kein Richter in solchen Dingen bin, kann ich keinen Zweifel daran hegen, dass sie schlüssig ist. Wird Owen Ihnen antworten? Ich vermute, aufgrund seiner arroganten Sicht auf seine eigene Position wird er nicht antworten. Ihre Abhandlung ist schrecklich streng mit ihm, dabei vollkommen höflich und geschliffen wie der feinste Dolch. Wie gütig Sie mir gegenüber sind: Ihr erster Satz (145/2. „One of the most accurate observers and original thinkers of our time has discoursed with emphatic eloquence on the Imperfection of the Geological Record.“) hat mir mehr Freude bereitet, als es vielleicht sollte, wenn ich auch nur ein wenig Bescheidenheit in meinem Wesen hätte. Übrigens, nachdem ich den ersten Absatz ganz gelesen hatte, las ich ihn noch einmal, nicht wegen des Inhalts, sondern wegen des Stils; und da fiel mir plötzlich ein, dass ein gewisser Mann einmal zu mir sagte, als ich ihn drängte, einen Teil seines vielfältigen Wissensschatzes zu veröffentlichen: „Oh, er könne nicht schreiben – er hasse es“, usw. Sie falscher Mann, sagen Sie mir das nie wieder. Ihre beiläufige Bemerkung über die bemerkenswerte Spezialisierung von Plagiaulax (145/3. „If Plagiaulax be regarded through the medium of the view advocated with such power by Darwin, through what a number of intermediate forms must not the genus have passed before it attained the specialised condition in which the fossils come before us!“), die mir seit dem Lesen Ihrer ersten Abhandlung im Magen liegt, als Bezugnahme auf die Anzahl der vorangegangenen Formen, ist mir völlig neu und entspricht natürlich nach meinen Begriffen einem höchst eindrucksvollen Argument. Ich war auch froh, an die Zähne des Kamels und die Fußwurzelknochen erinnert zu werden. (145/4. Op. cit. Seite 353. Ein Verweis auf Cuviers Beispiel „der geheimen Beziehung zwischen den oberen eckzahnartigen Schneidezähnen des Kamels und den Knochen des Tarsus.“) Abstammung von einer intermediären Form, Ähem!
Nun, alles, was ich sagen kann, ist, dass ich schon lange nicht mehr von einer Abhandlung so interessiert war wie von Ihrer. Es entlockt mir ein diabolisches Kichern, an Owens angenehmes Gesicht zu denken, wenn er sie liest.
Ich war seit Ende September nicht mehr in London; wenn ich komme, werde ich bei Ihnen vorbeischauen, wenn es mir irgendwie möglich ist; aber ich weiß nicht, was mit mir los ist. Ich vertrage Aufregung schlechter denn je. Selbst ein abendliches Gespräch von weniger als zwei Stunden hat in jüngster Zeit zweimal so heftiges Erbrechen und Zittern ausgelöst, dass ich davor zurückschrecke, nach London zu fahren. Ich höre, Sie seien in Cambridge (145/5. Prof. Owen brachte in einer Mitteilung an die British Association in Cambridge (1862) „On a tooth of Mastodon from the Tertiary marls, near Shanghai“ den Fall des australischen Mastodons als Beweis für die bemerkenswerte geographische Verbreitung der Proboscidia vor. In einer späteren Diskussion gab er ihn aufgrund der damals geäußerten Zweifel an seiner Authentizität freimütig auf. (Siehe Fußnote, Seite 101, in Falconers Abhandlung „On the American Fossil Elephant“, „Nat. Hist. Review“, 1863.)) stark aufgetreten, und ich bin herzlich froh, dass Sie das australische Mastodon angegriffen haben. Ich konnte und wollte nie an ihn glauben. Ich wünschte, Sie würden meine kleine Primula-Abhandlung im „Linnean Journal“, Band VI. Botanik (Nr. 22), Seite 77 lesen (ich habe kein Exemplar, das ich entbehren kann), da ich glaube, dass eine gute Chance besteht, dass Sie ähnliche Fälle beobachtet haben könnten. Das ist zurzeit mein eigentliches Steckenpferd. Ich habe in diesem Sommer die funktionelle Differenz der beiden Formen bei Primula erneut überprüft und finde alles streng akkurat. Sollten Sie analoge Fälle kennen, lassen Sie es mich bitte wissen. Leben Sie wohl, mein guter und lieber Freund.
BRIEF 146. AN J.D. HOOKER.
(146/1. Der folgende Brief ist von Interesse im Zusammenhang mit einem an Sir J.D. Hooker gerichteten Brief vom 26. März 1862, Nr. 136, in dem der Wert der natürlichen Selektion von Sir Joseph stärker betont wird als von Darwin. Es ist bedauerlich, dass der Brief von Sir Joseph, auf den dies eine Antwort ist, nicht gefunden wurde.)
Down, 20. November [1862].
Ihr letzter Brief hat mich in außerordentlichem Maße interessiert, und Ihr wahrlich pfäffischer Rat, „irgendeine andere weise und diskrete Person“ usw., usw., hat uns nicht wenig amüsiert. Ich werde einen konkreten Fall anführen, um zu zeigen, was ich glaube, was A. Gray über die Kreuzung denkt, und was ich glaube. Würden 1.000 Tauben 10.000 Jahre lang in einem Käfig zusammengezüchtet und dürfte ihre Zahl durch zufälliges Töten nicht ansteigen, dann entstünden durch gegenseitige Kreuzung keine Varietäten; wäre aber jede Taube ein selbstbefruchtender Zwitter, so würde eine Vielzahl von Varietäten entstehen. Dies, so glaube ich, ist die allgemeine Wirkung der Kreuzung, nämlich die Auslöschung beginnender Varietäten. Ich leugne nicht, dass bei der Entstehung zweier ausgeprägter Varietäten ihre Kreuzung eine dritte oder weitere intermediäre Varietäten hervorbringen wird. Möglicherweise oder wahrscheinlich neigt bei domestizierten Varietäten mit einer starken Neigung zur Variation der Akt der Kreuzung dazu, neue Charaktere hervorzubringen; und so kann eine dritte oder können mehrere Rassen entstehen, die nicht streng intermediär sind. Es gibt jedoch gewichtige Beweise gegen das Entstehen neuer Charaktere durch Kreuzung wilder Formen; dann entstehen nur intermediäre Rassen. Nun, stimmen Sie bis hierhin zu? Wenn nicht, hat Argumentieren keinen Sinn; wir müssen zum Fluchen übergehen, und ich bin überzeugt, dass ich härter fluchen kann als Sie, also habe ich recht. Q.E.D.
Wenn die Zahl von 1.000 Tauben nicht durch zufälliges Töten, sondern beispielsweise durch das Töten aller kurzschnäbeligen Vögel daran gehindert würde zuzunehmen, dann bekäme die GANZE Population längere Schnäbel. Stimmen Sie zu?
Drittens, wenn 1.000 Tauben in einem heißen Land und weitere 1.000 in einem kalten Land gehalten, mit unterschiedlichem Futter gefüttert, in unterschiedlich großen Volieren eingesperrt und durch zufälliges Töten in ihrer Zahl konstant gehalten würden, dann würde ich es als eher wahrscheinlich erachten, dass sich die beiden Populationen nach 10.000 Jahren in Größe, Farbe und vielleicht anderen unbedeutenden Merkmalen leicht unterscheiden würden; dies würde ich als direkte Wirkung physikalischer Bedingungen bezeichnen. Mit dieser Wirkung möchte ich andeuten, dass die angeborenen Lebenskräfte in den beiden Fällen irgendwie dazu gebracht werden, etwas anders zu wirken, so wie Hitze es zwei Elementen ermöglicht oder sie dazu veranlasst, sich zu verbinden, die sich andernfalls nicht verbunden hätten. Ich wäre Ihnen besonders dankbar, wenn Sie mir sagen würden, was Sie in dieser Hinsicht denken.
Aber der Teil Ihres Briefes, der mich vor Staunen regelrecht aus den Angeln gehoben hat, ist der, in dem Sie feststellen, dass jeder einzelne Unterschied, den wir sehen, auch ohne jede Selektion hätte auftreten können. Dem stimme ich voll und ganz zu und habe dies immer getan; aber Sie haben das Thema völlig umrundet und von einer ganz entgegengesetzten und neuen Seite betrachtet, und als Sie mich dorthin mitnahmen, war ich verblüfft. Wenn ich sage, dass ich zustimme, muss ich die Einschränkung machen, dass gemäß Ihrer Ansicht, wie jetzt, jede Form lange Zeit an bestimmte feste Bedingungen angepasst bleibt und dass die Lebensbedingungen auf lange Sicht veränderlich sind; und zweitens, was wichtiger ist, dass jede individuelle Form ein selbstbefruchtender Zwitter ist, sodass jede noch so kleine Variation nicht durch Kreuzung verloren geht. Ihre Art, den Fall darzustellen, wäre noch eindrucksvoller, als sie es ohnehin schon ist, wenn der Geist solche Zahlen erfassen könnte – es ist ein Ringen mit der Ewigkeit – denken Sie daran, wie jedes von tausend Samen seine Pflanze hervorbringt und dann jede wieder tausend. Ein Globus, der sich bis zum fernsten Fixstern erstreckt, wäre sehr bald bedeckt. Ich kann die Vorstellung nicht einmal erfassen, nicht einmal bei Hunderassen, Rindern, Tauben oder Geflügel; und hier geben alle die akkurate Strenge Ihrer Illustration zu und sehen sie ein.
Dass Männer wie Sie und Lyell denken, ich mache zu sehr einen Deus aus der natürlichen Selektion, ist ein schlüssiges Argument gegen mich. Dennoch wüsste ich kaum, wie ich an allen Stellen meines Buches stärkere Sätze hätte einfügen können. Der Titel, wie Sie einmal anmerkten, hätte besser sein können. Niemand erhebt jemals Einwände, wenn Landwirte die stärkste Sprache über ihre Selektion gebrauchen, doch jeder Züchter weiß, dass er die Modifikation, die er selektiert, nicht selbst erzeugt. Meine enorme Schwierigkeit war jahrelang, die Anpassung zu verstehen, und das ließ mich, wie ich nicht anders kann als zu denken, zu Recht so sehr auf der natürlichen Selektion beharren. Gott verzeihe mir, dass ich so ausführlich schreibe; aber Sie können nicht ermessen, wie sehr Ihr Brief mich interessiert hat und wie wichtig es für mich ist, mit meinem jetzigen Buch in der Hand zu versuchen, klare Vorstellungen zu gewinnen. Denken Sie ein wenig darüber nach, was mit der direkten Wirkung physikalischer Bedingungen gemeint ist. Ich meine nicht, ob sie wirken; meine Fakten werden darauf einiges Licht werfen. Ich sammele alle Fälle von Knospenvariationen, im Gegensatz zu Samenvariationen (mögen Sie diesen Begriff für das, was manche Gärtner „Sports“ nennen?); diese schließen alle Auswirkungen von Kreuzungen aus. Bitte denken Sie daran, wie sehr ich Ihre Meinung als die klarste und originellste schätze, die ich je bekomme.
Ich sehe deutlich, dass Welwitschia (146/2. Sir Josephs großartige Abhandlung über Welwitschia mirabilis wurde in den „Linn. Soc. Trans.“ 1863 veröffentlicht.) ein Fall für Seepocken sein wird.
Ich habe noch eine Pflanze zu erbitten, aber ich schreibe auf einem separaten Blatt, da es für Sie bequemer ist, es aufzubewahren. Ich wollte schon vorher als Entschuldigung dafür, dass ich Kew so viel abverlange, sagen, dass ich jetzt ZWEI Saisons verloren habe, weil verdammte Gärtnereien nicht die richtigen Pflanzen hatten und mir die falschen schickten, anstatt zu sagen, dass sie sie nicht besitzen.
BRIEF 147. AN J.D. HOOKER. Down, 24. [November 1862].
Ich habe gerade die Anlage für Sie erhalten und dachte, Sie würden vielleicht die zweite Hälfte von A. Grays Brief an mich lesen wollen, da sie politisch ist und in unseren englischen Augen fast so verrückt wie eh und je. Sie werden sehen, wie der Verlust der Macht zur Schikane für die Männer des Nordens tatsächlich der schmerzliche Verlust durch die Trennung ist.
Ich sende Ihnen mit Dank Bates' Brief zurück, den ich gerne gesehen habe. Es war sehr gut von Ihnen, ihm zu schreiben, denn er ist offensichtlich ein Mann, der Ermutigung braucht. Ich habe jetzt seine Abhandlung beendet (aber sonst nichts in dem Band gelesen); sie erscheint mir bewundernswert. Meiner Meinung nach wurde der Akt der Segregation von Varietäten in Arten noch nie so deutlich dargelegt, und es gibt eine Fülle ausgezeichneter vielfältiger Beobachtungen.
Ich weiß kaum, warum ich ein wenig traurig bin, aber meine derzeitige Arbeit führt mich dazu, etwas mehr an die direkte Wirkung physikalischer Bedingungen zu glauben. Ich nehme an, ich bedaure es, weil es den Ruhm der natürlichen Selektion schmälert und so verflucht zweifelhaft ist. Vielleicht werde ich meine Meinung wieder ändern, wenn ich alle meine Fakten unter einem Gesichtspunkt zusammengefasst habe, und das wird ein ziemlich hartes Stück Arbeit sein. (147/1. Dieser Absatz wurde in „Life and Letters“, II., Seite 390 veröffentlicht. Es ist nicht klar, warum der Glaube an „direkte Wirkung“ den Ruhm der natürlichen Selektion schmälern sollte, da die so erzeugten Veränderungen, wie jede andere Variation auch, die Feuerprobe des Überlebens des Stärkeren bestehen müssen. Zur gesamten Frage der direkten Wirkung siehe Herrn Adam Sedgwicks „Presidential Address to the Zoological Section of the British Association“, 1899.)
BRIEF 148. AN H.W. BATES. Down, 25. November [1862?].
Ich sollte meinen, es sei nicht notwendig, eine schriftliche Vereinbarung zu treffen. (148/1. Herr Bates' Buch „A Naturalist on the Amazons“ wurde 1863 veröffentlicht.) Ich habe nie eine von Murray erhalten. Ich nehme an, Sie haben einen Brief mit den Bedingungen; wenn nicht, sollte ich meinen, es wäre besser, um eine zu bitten, um Missverständnisse zu vermeiden. Ich glaube, Sir C. Lyell sagte mir, er habe keine formellen Verträge. Ich bin herzlich froh zu hören, dass Ihr Buch Fortschritte macht. Könnten Sie mir irgendeinen Platz finden, sei es eine Fußnote (obwohl diese in neun von zehn Fällen zu beanstanden sind), wo Sie so ausführlich wie es Ihre Materialien erlauben, alle Fakten über die Paarung ähnlicher Varietäten darlegen könnten – eine Schätzung, wie viele Sie gefangen haben und wie viele jetzt in Ihrer Sammlung sind? Ich betrachte diesen Fakt als sehr wichtig; wenn nicht in Ihrem Buch, bringen Sie es woanders unter oder lassen Sie mir Fälle zukommen.
Ich stimme Ihnen völlig zu, was den enormen Vorteil des gründlichen Studiums einer einzigen Gruppe betrifft.
Ich habe wirklich keine Kritik zu üben. (148/2. Herr Bates' Abhandlung über mimetische Schmetterlinge wurde am 21. November 1861 vor der Linnean Society verlesen und in den „Linn. Soc. Trans.“ XXIII., 1862, Seite 495 unter dem Titel „Contributions to an Insect Fauna of the Amazon Valley“ veröffentlicht.) Der Stil scheint mir sehr gut und klar; aber ich bedaure sehr, dass Sie im Titel oder in der Einleitung nicht laut posaunt haben, was Sie zeigen wollten. Vielleicht wäre die Abhandlung in Abschnitte mit Überschriften unterteilt besser gewesen. Vielleicht hätten Sie irgendwo mehr eine Zusammenfassung über den Fortschritt der Segregation von Varietäten geben können und Ihre Leser nicht auf den beschreibenden Teil verweisen sollen, außer solche, die detaillierte Angaben wünschten. Aber das sind Kleinigkeiten: Ich betrachte Ihre Abhandlung in jeder Hinsicht als eine höchst bewundernswerte Arbeit. Wann immer ich zur Variation unter natürlichen Bedingungen komme (mein Kopf war monatelang ausschließlich mit domestizierten Varietäten beschäftigt), werde ich Ihre Abhandlung studieren und erneut studieren müssen, und zweifellos werde ich Sie dann mit Fragen plagen müssen. Ich bin herzlich froh zu hören, dass es Ihnen gut geht. Ich war gezwungen, in Eile zu schreiben; entschuldigen Sie mich also.
BRIEF 149. AN T.H. HUXLEY. Down, 7. Dezember [1862].
Ich war kurz davor, eine Bestellung bei Williams & Norgate für Ihre Vorträge (149/1. „A Course of Six Lectures to Working Men“, veröffentlicht in sechs Broschüren bei Hardwicke und später als Buch. Siehe Brief 156.) zu ergänzen, als sie eintrafen, und ich bin sehr zu Dank verpflichtet. Ich habe sie mit Interesse gelesen, und sie scheinen mir sehr gut für diesen Zweck geeignet und glänzend geschrieben zu sein, wie alles, was Sie schreiben. Ich nehme an, jedes Buch erfordert heutzutage etwas Werbung, also wenn Sie nicht wünschen, dass diese Vorträge weit verbreitet werden, werden sie es wohl nicht; andernfalls sollte ich meinen, sie würden Gutes tun und den Geschmack für die Naturwissenschaften verbreiten. Wie dem auch sei, sie haben mir gefallen; aber ich kümmere mich, wie ich leider sagen muss, immer mehr um nichts als Naturgeschichte; und hauptsächlich, wie Sie einmal sagten, um die bloße Artenfrage. Ich glaube, Nr. III. hat mir von allen am besten gefallen. Ich habe oft gesagt und gedacht, der Prozess der wissenschaftlichen Entdeckung sei identisch mit dem alltäglichen Denken, nur mit mehr Sorgfalt; aber es ist mir nie gelungen, mir den Fall auch nur zu einem Zehntel so klar vor Augen zu führen, wie Sie es getan haben. Ich glaube, Ihr zweiter geologischer Abschnitt wird Ihre nicht-wissenschaftlichen Leser verwirren; wie dem auch sei, er hat mich verwirrt, und bei der starken Mittellinie, die entweder eine Schichtungslinie oder eine bedeutende mineralogische Veränderung darstellen muss, kann ich mir nicht vorstellen, wie Ihre Aussage Bestand haben kann.
Ich freue mich sehr, von Ihrer „dreijährigen“ Kraft [?] zu hören; aber ich fürchte, bei all Ihrer vielfältigen Arbeit wird sich Ihr Buch über den Menschen zwangsläufig verzögern. Sie schlimmer Mann; Sie verlieren kein Wort über Mrs. Huxley, nach der meine Frau und ich uns immer aufrichtig erkundigen möchten.
P.S. Ich sehe im „Cornhill Magazine“ eine Notiz über ein Werk von Cohn, das anscheinend wichtig ist, über das kontraktile Gewebe von Pflanzen. (149/2. „Ueber contractile Gewebe im Pflanzenreiche.“ „Abhand. der Schlesischen Gesellschaft für vaterländische Cultur“, Heft I., 1861.) Sie sollten es rezensieren lassen. Ich habe es bestellt und muss versuchen, wenn ich kann, das verdammte Deutsch zu verstehen, denn ich interessiere mich sehr für das Thema und habe in diesem Sommer ein wenig damit experimentiert und kam zu dem Schluss, dass Pflanzen irgendeine Substanz enthalten müssen, die der vermeintlich diffusen Nervenmaterie bei den niederen Tieren sehr nahe kommt; oder wie es wohl, wie ich annehme, treffender wäre, mit Cohn zu sagen, dass sie kontraktiles Gewebe haben.
Vortrag VI., Seite 151, Zeile 7 von oben – das Benetzen von FÜSSEN oder Körpern? (Kritik von Miss Henrietta Darwin.) (149/3. Vortrag VI., Seite 151: Lamarck „sagte zum Beispiel, dass die kurzbeinigen Vögel, die von Fischen leben, durch den Wunsch, die Fische zu bekommen, ohne ihre Füße nass zu machen, in langbeinige Wathunde verwandelt worden seien.“)
Ihre Kritik an den Vorträgen IV. und VI. befindet sich auf einem separaten, undatierten Zettel und muss zu einem Brief späteren Datums gehören; bis zum 7. Dezember 1862 wurden nur drei Vorträge veröffentlicht.)
Vortrag IV., Seite 89 – Atavismus.
Sie verwenden hier und da Atavismus = Vererbung. Duchesne, der, wie ich glaube, das Wort erfand, beschränkte es in seinem Erdbeerbuch, wie es seither jeder getan hat, auf die Ähnlichkeit mit dem Großvater oder einem entfernteren Vorfahren, im Gegensatz zur Ähnlichkeit mit den Eltern.
BRIEF 150. AN JOHN SCOTT.
(150/1. Das Folgende ist der erste einer Reihe von Briefen an den verstorbenen John Scott, von denen der größere Teil in unseren botanischen Kapiteln wiedergegeben ist. Wir waren versucht, diese Korrespondenz vollständig wiederzugeben, nicht nur wegen ihres inhaltlichen wissenschaftlichen Interesses, sondern auch, weil es fast die einzigen Briefe sind, die Darwin in persönlicher Beziehung zu einem jüngeren Mann zeigen, der unter seiner Aufsicht forscht.)
[1862?]
Nach meinem besten Urteilsvermögen ist kein Thema in Bezug auf die theoretische Naturwissenschaft in mehrfacher Hinsicht so wichtig und verdient auch in sich selbst eine Untersuchung wie die Auswirkungen veränderter oder unnatürlicher Bedingungen oder einer veränderten Struktur auf das Fortpflanzungssystem. Unter diesem Gesichtspunkt erfordert die Beziehung zwischen gut ausgeprägten, aber zweifelsfreien Varietäten bei der gegenseitigen Befruchtung weit mehr Experimente, als bisher versucht wurden. Siehe im „Origin“ den kurzen Auszug von Gärtner über Verbascum und Zea. Herr W. Crocker, kürzlich Vorarbeiter in Kew und ein sehr guter Beobachter, wird auf meinen Vorschlag hin mit Varietäten von Stockrosen arbeiten. (150/2. Althea-Arten. Diese Experimente scheinen nicht durchgeführt worden zu sein.) Das Klima wäre, so nehme ich an, für Tabakvarietäten zu kalt. Ich begann mit Kohl, stoppte aber sofort, da das frühe Abwerfen seines Pollens zu viel Mühe bereitete. Ihr Wissen würde einige [Pflanzen] nahelegen. Nach demselben Prinzip wäre es gut, pelorische Blüten mit ihrem eigenen Pollen und mit Pollen regelmäßiger Blüten zu testen und Pollen von pelorischen auf regelmäßigen Blüten auszuprobieren – wobei die Samen in jedem Fall gezählt werden sollten. Ich habe jetzt einen Sämling aus vielen Kreuzungen einer pelorischen Pelargonie durch pelorischen Pollen; ich habe zwei oder drei Sämlinge von einer pelorischen Blüte durch Pollen einer regelmäßigen Blüte. Ich habe ein pelorisches Antirrhinum (150/3. Siehe „Variation of Animals and Plants“, Ausgabe I., Band II., Seite 70.) und die pelorische Gloxinie bestellt, aber ich fürchte sehr, ich werde nie Zeit haben, sie auszuprobieren. Die Passiflora-Fälle sind wahrlich wunderbar, wie die Crinum-Fälle (siehe „Origin“). (150/4. „Origin“, Ausgabe VI., Seite 238.) Ich habe in einer deutschen Zeitung gelesen, dass manche Kartoffelvarietäten (Name nicht genannt) nicht durch [ihren] eigenen Pollen befruchtet werden können, wohl aber durch Pollen anderer Varietäten: ein Versuch ist es wert. Des Weiteren: die Fruchtbarkeit einer jeden Monsterblüte, die ziemlich regelmäßig produziert wird; ich habe die wunderbare Begonia frigida (150/5. Die Art, über die Sir J.D. Hooker im „Gardeners' Chronicle“ vom 25. Februar 1860 schrieb. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 275.) aus Kew erhalten, bezweifle aber, ob ich die Wärme habe, um ihre Samen ansetzen zu lassen. Wenn ein unmodifizierter Celosia beschafft werden könnte, wäre es gut, ihn mit dem modifizierten Hahnenkamm zu testen. Es gibt eine Variation von Akelei [Aquilegia] mit einfachen Blütenblättern ohne Nektarien usw. usw. Ich konnte mir nie ausdenken, was ich versuchen sollte; aber wenn man eine lange kultivierte Pflanze ergattern könnte, die sich mit einer distinkten Art kreuzte und eine sehr geringe Anzahl von Samen ergab, dann wäre es höchst gut, die wilde Stammform und ihre variierenden Nachkommen vergleichend mit dieser dritten Art zu testen: zum Beispiel, wenn eine Polyanthus sich mit einer Primelart kreuzen ließe, dann eine wilde Schlüsselblume mit ihr zu versuchen. Ich glaube, kaum jemals wurden Primeln gekreuzt. Wenn wir den Stammvater der Nelke (150/6. Dianthus caryophyllus, Gartenvarietät.) kennen und bekommen könnten, wäre dies sehr gut für diesen Zweck. Jedes Mitglied der Lythraceae, das aus Samen gezogen wurde, sollte gut auf Dimorphismus hin beobachtet werden. Ich habe wunderbare Fakten, das Ergebnis von Experimenten, über Lythrum salicaria.
BRIEF 151. AN JOHN SCOTT. Down, 11. Dezember [1862].
Ich habe Ihren Aufsatz mit großem Interesse gelesen. (151/1. „On the Nature and Peculiarities of the Fern-spore.“ „Bot. Soc. Edin.“ Gelesen am 12. Juni 1862.) Sie bitten um Anmerkungen zu dieser Angelegenheit, die die einzig wirklich wichtige ist. Werden Sie mich für unverschämt halten (ich bin sicher, das liegt mir fern), wenn ich eine Bemerkung zum Stil wage, der von größerer Bedeutung ist, als manche glauben? Meiner Meinung nach (ob sie nun viel wert ist oder nicht) wäre Ihr Aufsatz viel besser gewesen, wenn er einfacher und weniger ausgearbeitet geschrieben wäre – mehr wie Ihre Briefe. Es ist eine goldene Regel, wenn möglich immer ein kurzes, altes sächsisches Wort zu verwenden. Ein Satz wie „so purely dependent is the incipient plant on the specific morphological tendency“ klingt in meinen Ohren nicht nach gutem Mutter-Englisch – er muss übersetzt werden. Hier und da hätten Sie, wie ich meine, einige Sätze straffen können. Ich verfolge den Plan, jedes einzelne Wort, das ohne tatsächlichen Sinnverlust weggelassen werden kann, als einen entschiedenen Gewinn zu betrachten. Nun werden Sie mich vielleicht für einen einmischenden Eindringling halten: Wie dem auch sei, es ist der Rat eines alten, abgebrühten Schreibers, der Ihnen aufrichtig alles Gute wünscht. Ihre Bemerkung über die beiden Geschlechter, die der Variabilität im Produkt des einen entgegenwirken, ist mir neu. (151/2. Scott (op. cit., Seite 214): „Die Fortpflanzungsorgane der Phanerogamen sind bekanntlich immer Produkte zweier morphologisch verschiedener Organe, wobei die Staubgefäße den Pollen und die Fruchtblätter die Samenanlagen hervorbringen... Da der Embryo in diesem Fall die modifizierte Resultante zweier ursprünglich verschiedener Organe ist, wird zwangsläufig eine größere Tendenz bestehen, etwaige individuelle Eigentümlichkeiten derselben auszulöschen, als dies der Fall gewesen wäre, wenn der Embryo das Produkt eines einzigen Organs gewesen wäre.“ Ein anderer Gedanke scheint Herrn Darwin gekommen zu sein, denn in einem undatierten Brief an Scott schrieb er: „Ich weiß kaum, was ich zu Ihrer Ansicht über männliche und weibliche Organe und Variabilität sagen soll. Ich muss mehr darüber nachdenken. Aber ich war amüsiert, neulich in meiner Mappe, die der Knospenvariation gewidmet ist, einen Zettel vom Juni 1860 mit etwa diesen Worten zu finden: ‚Könnte die Beständigkeit gepfropfter Knospen nicht darauf zurückzuführen sein, dass die beiden geschlechtlichen Elemente, die aus verschiedenen Teilen stammen, nicht ins Spiel gekommen sind?‘ Ich hatte völlig vergessen, als ich Ihren Aufsatz las, dass mir jemals ein analoger Gedanke durch den Kopf gegangen war – noch kann ich mich jetzt daran erinnern, aber der Zettel zeigt mir, dass er es war.“ Es ist interessant, dass auch Huxley zu einer Schlussfolgerung kam, die von Scotts abweicht; und seltsamerweise verwechselte Darwin die beiden Ansichten, denn er schrieb an Scott (19. Dezember): „Durch einen seltsamen Zufall finde ich bei der Lektüre einiger soeben veröffentlichter kurzer Vorlesungen von Prof. Huxley Ihre Beobachtung, die er unabhängig davon gemacht hat, über das Zusammenfließen der beiden Geschlechter als Ursache für Variabilität.“ Professor Huxleys Bemerkungen finden sich in seinen „Lectures to Working Men on our Knowledge, etc.“ Nr. 4, Seite 90: „Und tatsächlich glaube ich, dass ein gewisses Maß an Variation vom ursprünglichen Bestand das notwendige Ergebnis der Methode der geschlechtlichen Fortpflanzung selbst ist; denn da das Fortgepflanzte von zwei Organismen verschiedenen Geschlechts und verschiedener Beschaffenheit und Temperamente ausgeht und da der Nachkomme entweder das eine oder das andere Geschlecht haben muss, ist es völlig klar, dass er keine exakte Diagonale der beiden sein kann, oder er wäre gar kein Geschlecht; er kann keine exakte Zwischenform zwischen derjenigen eines jeden seiner Eltern sein – er muss zur einen oder anderen Seite abweichen.“) Aber ich kann mich des Gedankens nicht erwehren, dass in der geschlechtlichen Fortpflanzung etwas Unbekanntes und Tieferes liegt. Denken Sie an die lange Abfolge embryologischer Veränderungen bei jedem Tier. Bringt eine Knospe jemals Keimblätter oder embryonale Blätter hervor? Ich habe mich sehr für Ihre Bemerkung über die Vererbung in entsprechenden Lebensaltern interessiert; ich hoffe, Sie werden, wie Sie sagen, dies weiterhin verfolgen. Ist es wahr, dass weibliche Primula-Pflanzen durch Parthenogenese immer Weibchen hervorbringen? (151/3. Es erscheint wahrscheinlich, dass Darwin hier die vegetative Vermehrung meint.) Wenn Sie dies beantworten können, wäre ich Ihnen sehr dankbar; es ist für meine Primula-Arbeit von Bedeutung. Ich dachte über das Thema nach, gab aber die Untersuchung dessen, was beobachtet worden war, auf, weil die weibliche Biene durch Parthenogenese nur Männchen hervorbringt. Ihr Aufsatz hat mir vieles gesagt, was in meiner Unwissenheit völlig neu für mich war. Danke wegen P. scotica. Sollten der Botanischen Gesellschaft gegenüber wichtige Kritikpunkte an der Primula geäußert werden, würde ich sie gerne hören. Wenn Sie es für angemessen halten, können Sie angeben, dass ich die Kreuzungsexperimente an P. sinensis und Schlüsselblume in diesem Frühjahr mit demselben Ergebnis wie im letzten Jahr wiederholt habe – tatsächlich mit einem noch deutlicher ausgeprägten Unterschied in der Fruchtbarkeit der beiden Kreuzungen. Tatsächlich hätte ich, wenn ich den Fall Linum damals bewiesen hätte, keine Zeit mit der Wiederholung verschwendet. Ich bin entschlossen, sofort über Linum zu veröffentlichen...
Ich hatte recht, vorsichtig zu sein, wenn ich Sie im Irrtum über Siphocampylus vermutete (es waren keine Blumen beigefügt). Ich hoffe, Sie finden heraus, ob der Stempel zwei bestimmte Längen aufweist; ich werde verblüfft sein, wenn er das tut. Ich verstehe Ihre Einwände gegen die Natürliche Selektion nicht vollständig; falls ich es doch tue, nehme ich an, sie würden mit voller Kraft zum Beispiel auf Vögel zutreffen. Denken Sie an die Modifikation des Araber-Türken-Pferdes zu unserem englischen Rennpferd. Ich hatte das Vergnügen, meinem Verleger zu sagen, er solle mein „Journal“ und „Origin“ an Ihre Adresse senden. Ich vermute, mit Ihrem fruchtbaren Geist werden Sie es weitaus besser finden, mit Ihrer eigenen Wahl zu experimentieren; aber wenn Sie nach reiflicher Überlegung einige ausprobieren möchten, die mich interessieren, wäre ich wirklich erfreut und würde in diesem Fall etwas ausführlicher schreiben. Wenn Sie die Mittel haben, Gärtners Experimente an Variationen von Verbascum oder an Mais (siehe „Origin“) zu wiederholen, wären solche Experimente außerordentlich wichtig. Ich konnte niemals Variationen von Verbascum bekommen. Ich könnte ein Experiment mit Kartoffeln vorschlagen, analog zum Fall Passiflora; selbst der Fall Passiflora, so oft er auch wiederholt wurde, könnte mit Vorteil wiederholt werden. Ich habe wie ein Sklave (nachdem ich etwa neuntausend Samen gezählt habe) an Melastoma gearbeitet, an der Bedeutung der beiden Sätze sehr unterschiedlicher Staubgefäße, und wurde bisher schändlich geschlagen, und nun rufe ich um Hilfe. Ich könnte ein, wie ich glaube, sehr gutes Schema vorschlagen (zumindest hielt Dr. Hooker es dafür) für die systematische Degeneration von Kulturpflanzen, um so deren Ursprung herauszufinden; aber dies wäre mühsam und die Arbeit von Jahren.
BRIEF 152. AN J.D. HOOKER. Down, 12. [Dezember 1862].
Mein guter alter Freund –
Wie freundlich war es von Ihnen, mir so viel von Ihrer Zeit zu schenken! Ihr Brief ist von echtem Nutzen und wurde und wird wohl überlegt sein. Es freut mich sehr festzustellen, dass wir nicht so sehr verschiedener Meinung sind, wie ich befürchtet hatte. Ich beginne mein Buch mit der Aussage, dass mein Hauptziel darin besteht, das ungeheure Ausmaß der Variation aufzuzeigen; ich habe insbesondere alle Arten von Variationen des Individuums studiert. Bei der Kreuzung kann ich mich nicht ändern; je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Grund habe ich zu der Annahme, dass meine Schlussfolgerung von allen praktizierenden Züchtern akzeptiert würde. Ich hege auch große Zweifel daran, ob Variabilität und Domestikation notwendigerweise korrelativ sind, aber ich habe dies in „Origin“ gestreift. Dass Pflanzen unter sehr unterschiedlichen Bedingungen identisch sind, erschien mir immer als ein sehr schwerwiegendes Argument gegen das, was ich direkte Einwirkung nenne. Ich denke, vielleicht nehme ich den Fall von 1.000 Tauben (152/1. Siehe Brief 146.), um meinen Band zusammenzufassen; ich werde keine anderen Punkte diskutieren, aber wie gesagt, ich werde auf Ihren Brief zurückkommen. Aber ich muss nur sagen, dass sich meine ganze Argumentation ändert, wenn Sterilität ins Spiel kommt, wenn langschnäbelige Vögel auch nur im geringsten Grad steril gegenüber kurzschnäbeligen sind. Übrigens ändern sich meine Vorstellungen über Hybridität durch meine dimorphe Arbeit beträchtlich. Ich neige jetzt stark zu der Annahme, dass Sterilität anfangs eine selektierte Eigenschaft ist, um beginnende Arten getrennt zu halten. Wenn Sie Lythrum betrachtet haben, werden Sie sehen, wie Pollen lediglich verändert werden kann, um die Kreuzung zu begünstigen; mit der gleichen Leichtigkeit könnte er verändert werden, um die Kreuzung zu verhindern.
Das ist es, was mich so sehr für Dimorphismus usw. interessiert. (152/2. Dies vermittelt einen engen Eindruck von Darwins Interesse am Dimorphismus. Die Bedeutung seiner Arbeit war (kurz gesagt) der Beweis, dass Sterilität keine notwendige Verbindung zum Artunterschied hat, sondern von einer geschlechtlichen Differenzierung unabhängig von Rassenunterschieden abhängt. Siehe „Life and Letters“, III., Seite 296. Sein Standpunkt, dass Sterilität eine selektierte Eigenschaft ist, wird nochmals in einem Brief an Huxley („Life and Letters“, II., Seite 384) dargelegt, wurde aber in seinen späteren Schriften nicht aufrechterhalten (siehe „Origin of Species“, Ausgabe VI., Seite 245). Die Idee, dass Sterilität eine selektierte Eigenschaft ist, ist interessant im Zusammenhang mit Romanes’ Theorie der physiologischen Selektion. (Siehe Briefe 209-214.))
Ein Wort noch. Als Sie mich durch Ihre neue Art, die Kehrseite der Variation zu betrachten, über den Haufen geworfen haben, gewann ich Sicherheit und Kraft durch die Betrachtung von Monstern – die dem Gesetz geschuldet sind: So schrecklich seltsam sie auch sind, die Monster lebten zumindest bis zu ihrer Geburt. Sie unterscheiden sich mindestens so sehr von den Eltern wie jedes Säugetier vom anderen.
Ich habe gerade ein langes, mühsames Kapitel über einfache Tatsachen der Variation bei Kulturpflanzen beendet und erfrische mich nun mit einem Aufsatz über Linum für die Linnean Society.
BRIEF 153. AN W.B. TEGETMEIER.
(153/1. Der folgende Brief betrifft ebenfalls die Frage der künstlichen Erzeugung von Sterilität.)
Down, 27. [Dezember 1862].
Der gegenwärtige Plan ist zu versuchen, ob irgendeine existierende Rasse zufällig irgendeinen Grad an Sterilität erworben hat; aber dazu später. Das beigefügte Manuskript wird zeigen, was ich zu diesem Thema getan habe und weiß. Bitte senden Sie mir das Manuskript zu gegebener Zeit sorgfältig zurück. Wenn ich es noch einmal versuchen würde, würde ich Turbit mit Carrier oder Dragon vorziehen.
Ich werde ein analoges Experiment vorschlagen, das ich seit zwei Jahren in meinem Experimentierbuch mit dem Vermerk „unbedingt ausprobieren“ stehen habe, das ich aber, da meine Gesundheit von Jahr zu Jahr schwächer wird und meine andere Arbeit zunimmt, wohl niemals versuchen werde. Erlauben Sie mir hinzuzufügen, dass ich es für eine große Freude hielte, 5 Pfund für die Kosten des Experiments zu spenden, und Sie könnten das Ergebnis veröffentlichen, falls es ein Ergebnis gibt. Ich kreuzte den spanischen Hahn (Ihren Vogel) und die weiße Seidenhenne und erhielt reichlich Eier und Küken; aber zwei von ihnen schienen völlig steril zu sein. Ich war damals traurig überarbeitet, habe mir aber seither oft Vorwürfe gemacht, dass ich die Fortpflanzungsfähigkeit dieser Hennen nicht bewahrt und sorgfältig getestet habe. Nun, wenn Sie geneigt sind, sich einen spanischen Hahn und ein Paar weiße Seidenhennen zu besorgen, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn ich hören würde, ob der Nachwuchs gut brütet: Sie werden, glaube ich, nicht robust sein; sollten sie sich als steril erweisen, was ich kaum glauben kann, so taugen sie immerhin für den Kochtopf. Wenn Sie dies versuchen, wie wäre es, einen Seidenhahn zu Ihrer kuriosen seidigen Cochin-Henne zu setzen, um eine große Seidenrasse zu erhalten; es wäre kurios, wenn Sie seidige Hühner mit leuchtenden Farben bekommen könnten. Ich glaube, eine Seidenhenne, gekreuzt mit irgendeiner anderen Rasse, ergibt niemals seidige Federn. Eine Kreuzung aus Seidenhahn und Cochin-Seidenhenne müsste seidige Federn und wahrscheinlich leuchtende Farben ergeben.
Ich bin in letzter Zeit durch Experimente (nicht veröffentlicht) zum Dimorphismus dazu geführt worden, viel über Sterilität durch Hybridismus nachzudenken und die in „Origin“ geäußerte Meinung teilweise zu ändern. Ich habe jetzt Briefe verschickt, in denen ich mich nach folgendem Punkt erkundige, der in dem Experiment impliziert ist und der mir einen Versuch wert scheint, aber zu mühsam ist, um jemals unternommen zu werden. Ich würde jeden Tauben- und Hühnerzüchter fragen, ob er jemals in derselben Rasse beobachtet hat, dass ein Hahn A, gepaart mit einer Henne B, keine Jungen hervorgebracht hat. Dann würde ich Hahn A nehmen und ihn mit einer Henne seines nächsten Blutes verpaaren; und Henne B mit ihrem nächsten Blut. Ich würde dann den Nachwuchs von A (nämlich a, b, c, d, e) mit dem Nachwuchs von B (nämlich f, g, h, i, j) verpaaren, und all jene Kinder, die untereinander fruchtbar waren, sollten vernichtet werden, bis ich eines fand – sagen wir a –, das nicht ganz fruchtbar war mit – sagen wir i. Dann sollten a und i bewahrt und mit ihren Eltern A und B gepaart werden, um zu versuchen, zwei Familien zu erhalten, die sich nicht miteinander vereinigen würden; aber die Mitglieder INNERHALB jeder Familie wären untereinander fruchtbar. Dies wäre wahrscheinlich völlig hoffnungslos; aber wer dies erreichen könnte, würde, glaube ich, das Problem der Sterilität durch Hybridismus lösen. Sollten Sie jemals von einzelnen Hühnern oder Tauben hören, die untereinander steril sind, wäre ich Ihnen für einen Hinweis auf den Fall sehr dankbar. Es ist ein paralleler Fall zu denen, die von einem Mann berichtet werden, der nicht impotent war und lange mit einer Frau zusammenlebte, die kinderlos blieb; der Ehemann starb, und die Frau heiratete wieder und hatte reichlich Kinder. Anscheinend (keineswegs sicher) waren dieser erste Mann und diese Frau in ihrer sexuellen Organisation unähnlich. Ich halte es für möglich, dass ihr Nachwuchs (wenn beide wieder geheiratet hätten und beide Kinder gehabt hätten) sexuell unähnlich wäre, wie ihre Eltern, oder untereinander steril. Bitte verzeihen Sie meine schreckliche Handschrift; ich habe mich den ganzen Tag sehr unwohl gefühlt und habe keine Kraft, dieses Gekritzel neu zu schreiben. Ich arbeite langsam weiter und nehme an, dass ich in drei oder vier Monaten fertig sein werde.
Ich weiß sicher nicht, ob irgendein Mensch dieses schändliche Gekritzel verstehen oder lesen könnte.
BRIEF 154. AN T.H. HUXLEY. Down, 28. Dezember [1862].
Ich sende das Beigefügte zurück: Wenn Sie schreiben, danken Sie Herrn Kingsley dafür, dass er daran dachte, mich den gesunden Menschenverstand eines orientalischen Potentaten sehen zu lassen. (154/1. Kingsleys Brief an Huxley vom 20. Dezember 1862 enthält eine Geschichte oder ein Gleichnis von einem heidnischen Khan in der Tatarei, der von einem Paar proselytierender Mullahs besucht wurde. Der erste Mullah sagte: „Oh! Khan, verehre meinen Gott. Er ist so weise, dass er alle Dinge erschuf.“ Aber Mullah Nr. 2 gewann den Tag, indem er darauf hinwies, dass sein Gott „so weise ist, dass er alle Dinge dazu bringt, sich selbst zu erschaffen.“) Alles, was ich über das kleine Buch gesagt habe (154/2. Die sechs „Lectures to Working Men“, veröffentlicht in sechs Broschüren und in Buchform im Jahr 1863. Herr Huxley war der Ansicht, dass Darwins Argument die Erzeugung von Rassen durch menschliche Selektion erfordere, die gegenseitig unfruchtbar sein sollten und somit getrennten Arten physiologisch wie morphologisch ähneln würden.), ist strikt meine Meinung; es ist in jeder Hinsicht ausgezeichnet und kann nicht anders, als Gutes zu bewirken, je weiter es verbreitet wird. Ob es für Sie der Mühe wert ist, Zeit dafür zu opfern, ist eine andere Frage, die nur Sie entscheiden können; dass es für das Thema Gutes bewirken wird, steht außer jedem Zweifel. Ich glaube nicht, dass es einen Dummkopf gibt, der es nicht verstehen könnte, und das ist ein kühnes Wort nach dem Ausmaß, in dem ich missverstanden wurde. Ich habe nicht verstanden, was Sie bezüglich Sterilität verlangten: Sicherlich gehen die angeführten Fakten bei weitem nicht so weit. Wir sind so sehr verschiedener Meinung, dass es keinen Sinn hat zu streiten. Den Grad an Sterilität zu erreichen, den Sie bei kürzlich gebildeten Varietäten erwarten, scheint mir einfach hoffnungslos. Es scheint mir fast wie jene Naturforscher, die erklären, sie würden niemals glauben, dass sich eine Art in eine andere verwandelt, bis sie jedes Stadium im Prozess sehen.
Ich habe von Tegetmeier gehört und ihm das Ergebnis meiner Kreuzungen der Vögel mitgeteilt, die er ausprobieren will, und ihm gesagt, wie allein ich glaube, dass das Experiment mit der geringsten Hoffnung auf Erfolg versucht werden könnte – nämlich, wenn möglich, einen Fall von zwei Vögeln zu bekommen, die bei der Paarung unfruchtbar waren, obwohl keiner impotent war. Ich hatte zum Beispiel heute Morgen einen Brief mit dem Fall einer Hereford-Färse, die nach wiederholten Versuchen steril gegenüber einem bestimmten und keineswegs impotenten Stier zu sein schien, aber nicht gegenüber einem anderen Stier. Aber es ist eine zu lange Geschichte – es ist der Versuch, zwei Stämme zu bilden, die beide fruchtbar sind und doch steril, wenn einer von einem Stamm mit einem aus dem anderen Stamm gekreuzt wird. Aber die Schwierigkeit... wäre unkalkulierbar. Soweit ich sehe, würde Tegetmeiers Plan lediglich testen, ob zwei existierende Rassen jetzt in irgendeinem geringen Grad steril sind; was bereits ausgiebig getestet wurde: nicht, dass ich den Nutzen einer erneuten Prüfung bestreite.
BRIEF 155. AN HUGH FALCONER.
(155/1. Der Originalbrief ist auf „10. Dezember“ datiert, aber dies muss, wie wir glauben, ein Schreibfehler für den 10. Januar sein. Er enthält einen Verweis auf Nr. VI. der „Lectures to Working Men“, die, wie Herr Leonard Huxley uns freundlicherweise mitteilt, erst am 15. Dezember gehalten wurde und daher von Herrn Darwin am 10. Dezember nicht gesehen werden konnte. Die Datumsänderung macht den Verweis auf Falconers Aufsatz „On the American Fossil Elephant of the Regions bordering the Gulf of Mexico (E. Columbi, Falc.)“ verständlich, der in der Januarausgabe der „Natural History Review“ erschien. Es stimmt zwar, dass er Vorabexemplare von Falconers Aufsatz gesehen hatte („Life and Letters“, II., Seite 389), aber der Verweis hier gilt dem vollständigen Aufsatz.
In diesem Band hielten wir es für richtig, der Haltung Darwins gegenüber Owen Ausdruck zu verleihen. Der Biograph von Professor Owen hat die Schwierigkeit deutlich gespürt, eine Aussage über Owens Haltung zum Darwinismus zu treffen, und sah sich („Life of Sir Richard Owen“, Band II., Seite 92) gezwungen, die schwere Anklage zu übernehmen, die in der „Origin of Species“, Ausgabe VI., Seite xviii, enthalten ist. Darwin war bei weitem nicht der Einzige in seinem Misstrauen gegenüber Owen; und ein Verhalten, das zur Isolierung Owens unter seinen früheren Freunden und Kollegen führte, gänzlich unerwähnt zu lassen, hieße, einen Teil der Wissenschaftsgeschichte jener Tage auszulassen. Und da wir Darwins Sichtweise nicht unbeachtet lassen können, scheint es richtig, die Fakten eines typischen Falls darzulegen, der das Gefühl veranschaulicht, mit dem er Owen betrachtete. Dies ist umso notwendiger, als die kürzlich veröffentlichte Biographie von Sir R. Owen, soweit uns bekannt ist, nicht einmal einen Hinweis auf eine Meinungsverschiedenheit mit anderen Wissenschaftlern enthält.
Der Bericht, den Falconer in dem oben genannten Aufsatz in der „Nat. Hist. Review“ (Januar 1863) gibt, wäre amüsant, wenn die Angelegenheit weniger ernst wäre. 1857 beschrieb Falconer („Quart. Journ. Geol. Soc.“ XIII.) eine neue Art fossiler Elefanten aus Amerika, der er den Namen Elephas Columbi gab, eine Bezeichnung, die von kontinentalen Autoren anerkannt und übernommen wurde. 1858 (Brit. Assoc. Leeds) verwendete Owen den Namen „Elephas texianus, Blake“ für die Art, die Falconer zuvor als E. Columbi benannt hatte, ohne jedoch auf Falconers Bestimmung zu verweisen; er gab keine Quelle an, „womit er nach dem etablierten Brauch der Zoologie den Anschein erweckte, als sei es seine eigene“. 1861 beschreibt Owen in seiner Palaeontology, 2. Auflage, 1861, den Elefanten als E. texianus, Blake. An Herrn Blakes Namen ist ein Sternchen angehängt, das sich auf eine Fußnote in Bollaerts „Antiquities of S. America“, 2. Auflage, bezieht. Laut Falconer (Seite 46) war zum Zeitpunkt der Abfassung (August 1862) keine zweite Auflage von Bollaert erschienen, und in der ersten Auflage (1860) war er „außerstande, das Vorkommen des Namens von E. texianus irgendwo im gesamten Band zu entdecken“; obwohl Bollaert die Tatsache erwähnt, dass er im British Museum den Zahn eines fossilen Elefanten aus Texas hinterlegt hatte.
Im November 1861 schrieb Blake einen Aufsatz im „Geologist“, in dem der neue Elefant nicht mehr seinen eigenen Namen als Autor trägt, sondern als „Elephas texianus, Owen, E. Columbi, Falconer“ beschrieben wird. Schließlich wird in einem anderen Aufsatz der Name Owen fallengelassen und der Elefant ist wieder sein eigener. Wie Falconer bemerkt, „billigt der Gebrauch der Wissenschaft solche gefälligen Arrangements nicht, wenn das Ergebnis darin besteht, ein Prioritätsrecht zu beeinträchtigen.“
Man mag zweifellos sagen, dass die Frage, wer eine bestimmte Art zuerst beschrieben hat, eine belanglose ist; aber diese Ansicht hat eine doppelte Seite und gilt am stärksten für diejenigen, die die gerechten Ansprüche ihrer Vorgänger missachten.)
Down, 5. Januar [1863].
Ich habe gestern Abend Ihre Arbeit über den Elefanten zu Ende gelesen und muss Ihnen meine Bewunderung dafür aussprechen. (155/2. „On the American Fossil Elephant of the Regions bordering the Gulf of Mexico (E. Columbi, Falc.), etc.“ „Nat. Hist. Rev.“ 1863, Seite 81. (Vgl. Brief an Lyell. „Life and Letters“, II., Seite 389; sowie „Origin“, 6. Auflage, Seite 306.) Siehe Brief 143.) Alle Punkte erscheinen mir bewundernswert ausgearbeitet und sehr viele davon höchst interessant. Besonders beeindruckt haben mich Ihre Anmerkungen zum Charakter der alten Säugetierfauna Nordamerikas (155/3. Falconer, Seite 62. Diese Passage ist in Darwins Exemplar markiert.); sie stimmt mit allem überein, was ich mir als Fall vorgestellt hatte, nämlich ein vorübergehender Einbruch südamerikanischer Formen nach Nordamerika und umgekehrt, und ich habe ein wenig in mich hineingekichert über das Exemplar von M. Andium, das zwischen den beiden Gruppen „zögert“. (155/4. Beim Besprechen der Merkmale von Mastodon Andium verweist Falconer auf einen früheren eigenen Aufsatz („Quart. Journ. Geol. Soc.“ Band XIII. 1857, Seite 313), in dem er auf den „Ausnahmecharakter gewisser Exemplare von M. Andium aufmerksam machte, als ob sie zwischen [den Gruppen] Tetralophodon und Trilophodon zögerten“ (ebd., Seite 100).) Mir wurde von Herrn Wallace versichert, dass in Timor zahlreiche Mastodon-Überreste gefunden wurden, und das ist ziemlich nah an Australien. Ich freue mich, dass Sie diesen Fall zertrümmert haben. (155/5. In dem Aufsatz in der „Nat. Hist. Review“ (loc. cit.) schreibt Falconer: „Es erscheint wahrscheinlicher, dass sich ein unbeabsichtigter Irrtum in die Geschichte dieses bemerkenswerten Fossils eingeschlichen hat; und bis weitere bestätigende Beweise von unanfechtbarem Charakter vorgelegt werden, kann der Realität des behaupteten australischen Mastodons kein Glaube geschenkt werden“ (Seite 101).) Es ist in der Tat eine großartige Arbeit. Ich werde nichts weiter über Ihre Anspielungen auf mich sagen, außer dass sie mir im Druck genauso gut gefallen haben wie im Manuskript. Sie müssen sehr hart gearbeitet haben; die Mühe muss extrem gewesen sein, aber ich hoffe sehr, dass Sie Gesundheit und Kraft haben werden, weiterzumachen. Sie würden lachen, wenn Sie sehen könnten, wie empört mich all Owens gemeines Verhalten bezüglich E. Columbi gemacht hat. (155/6. Siehe Brief 157.) Ich konnte bis nach 3 Uhr morgens nicht einschlafen. Wie gut Sie ihn geißeln, fest und streng, mit unerschütterlicher Ruhe, als ob Sie eine einfache Pflicht erfüllten. Der Fall ist an einem solchen Punkt angelangt, dass ich denke, jeder Mann der Wissenschaft ist verpflichtet, seine Gefühle durch eine offene Handlung zu zeigen, und ich werde auf eine passende Gelegenheit warten.
P.S. – Ich habe das Beiliegende einen Tag zurückgehalten, wegen des Eintreffens Ihres höchst interessanten Briefes. Ich wusste, dass es reiner Zufall war, ob Sie mich über die erforderlichen Punkte informieren konnten; aber keine andere Person hat so oft auf meine vielfältigen Anfragen geantwortet. Ich glaube, ich habe jetzt in meinem Gewächshaus L. trigynum (155/7. Linum trigynum.), das aus Samen aufgegangen ist, die als L. flavum gekauft wurden, von dem es sich im Laub völlig unterscheidet. Ich habe gerade einen Aufsatz über Dimorphismus von Linum an die Linnean Society geschickt (155/8. „On the Existence of the Forms, and on their reciprocal Sexual Relation, in several species of the genus Linum.--„Journ. Linn. Soc.“ Band VII., Seite 69, 1864.), und so zweifle ich nicht daran, dass Ihr Gedächtnis bezüglich L. trigynum richtig ist: Der funktionelle Unterschied in den beiden Formen von Linum ist wirklich wunderbar. Ich versichere Ihnen, ich sehne mich danach, Sie und einige andere in London zu sehen; es ist nicht so sehr das Ekzem, das mir schon ein Dutzend Mal die Epidermis sauber abgezogen hat; aber ich war in letzter Zeit mit außergewöhnlicher Leichtigkeit erschöpft, und wann ich in der Lage sein werde, hinaufzukommen, weiß ich nicht. Ich möchte besonders von dem wundersamen Vogel hören: Der Fall hat mich erfreut, weil keine Gruppe so isoliert ist wie die Vögel. Ich möchte sehr gerne hören, wenn wir uns treffen, welche Finger entwickelt sind; als ich vor zwei oder drei Jahren Vögel untersuchte, erinnere ich mich deutlich daran, an Lyell geschrieben zu haben, dass eines Tages ein fossiler Vogel mit gespaltenem Flügelende gefunden würde, d. h. der Afterflügel und der andere Teil, beide gut entwickelt. Dank für Von Martius, mit dieser Post zurückgeschickt, den zu sehen ich froh war. Der arme alte Wagner (Wahrscheinlich Johann Andreas Wagner, Autor von „Zur Feststellung des Artbegriffes, mit besonderer Bezugnahme auf die Ansichten von Nathusius, Darwin, Is. Geoffroy und Agassiz“, „München Sitzungsb.“ (1861), Seite 301, und zahlreicher Aufsätze über zoologische und paläozoologische Themen.) hat mich immer in einem ordentlichen Geist angegriffen und mir zwei oder drei kleine Broschüren geschickt, und ich habe ihm herzlich gedankt. Die Deutschen scheinen über das Thema sehr aufgewühlt zu sein. Ich erhielt mit derselben Post fast einen kleinen Band über den „Origin“.
Ich kann nicht mehr als ein paar Stunden täglich arbeiten, und das spielt mir übel mit.
P.S. 2. – Ich habe wie ein Sklave gearbeitet und wurde wie ein Sklave vereitelt bei dem Versuch, die Bedeutung von zwei sehr unterschiedlichen Sätzen von Staubblättern bei einigen Melastomaceae herauszufinden. (155/9. Mehrere Briefe zu den Melastomaceae finden sich in unserer botanischen Sektion.) Ich muss Ihnen eine Tatsache mitteilen. Ich zählte 9.000 Samen, einen nach dem anderen, aus meinen künstlich befruchteten Schoten. Da ist etwas sehr Seltsames, aber ich bin bis jetzt geschlagen. Pflanzen von zwei Pollen wachsen mit unterschiedlichen Raten! Nun, was ich wissen möchte, ist, ob Sie bei Individuen derselben Art, die zusammen wachsen, jemals irgendeinen Unterschied in der Position des Stempels oder in der Größe und Farbe der Staubblätter bemerkt haben?
BRIEF 156. AN T.H. HUXLEY. Down, 18. Dezember [1862].
Ich habe Nr. IV und V gelesen. (156/1. „On our Knowledge of the Causes of the Phenomena of Organic Nature“, bestehend aus sechs Vorlesungen für Arbeiter, die von Prof. Huxley am Museum of Practical Geology gehalten wurden, 1863. Diese Vorlesungen, die ab dem 10. November 1862 einmal wöchentlich gehalten wurden, wurden nach den Notizen von Herrn J.A. Mays gedruckt, einem Stenografen, der um Erlaubnis bat, sie auf eigene Rechnung zu veröffentlichen; Herr Huxley erklärte in einem einleitenden „Hinweis“, dass er keine Muße hatte, die Vorlesungen zu überarbeiten.) Sie sind schlichtweg perfekt. Sie sollten stark beworben werden; aber es ist sehr gütig von mir, dies zu sagen, denn ich warf Nr. IV mit dieser Reflexion hin: „Was nützt es, ein donnernd dickes Buch zu schreiben, wenn alles in diesem grünen kleinen Buch steht, das wegen seiner Größe so verachtenswert ist?“ Im Namen von allem, was gut und böse ist, kann ich genauso gut den Laden ganz dichtmachen. Sie stellen die Beziehung von Tieren und Pflanzen zueinander auf Seite 122 großartig und höchst einfach und klar dar.
Seien Sie vorsichtig mit Fantails: Ihre Schwanzfedern sind in einer strahlenden Position fixiert, aber sie können sie senken und heben. Ich erinnere mich, in einem Taubenbuch vernichtende Verachtung gegenüber einem Naturforscher ausgedrückt gesehen zu haben, weil er diesen wichtigen Punkt nicht kannte! Seite 111 (156/2. Der Verweis bezieht sich auf die ursprünglichen kleinen grünen Heftchen, in denen die Vorlesungen zuerst erschienen; die Seitennummerierung im gebundenen Band von 1863 ist etwas anders. Die Passage hier lautet: „...Wenn Sie einen männlichen und weiblichen Hybriden paaren... ist das Ergebnis, dass Sie in neunundneunzig von hundert Fällen überhaupt keinen Nachwuchs bekommen.“ Darwin behauptet an anderer Stelle, dass Huxley, weil er die botanischen Beweise nicht kannte, diesen Punkt zu stark betonte. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 384.) scheint etwas zu stark – nämlich neunundneunzig von hundert, es sei denn, Sie nehmen Pflanzen aus.
Seite 118: Sie sagen, die Antwort auf die Frage, ob Varietäten bei Kreuzung überhaupt steril seien, sei „absolut negativ“. (156/3. Huxley, Seite 112: „Können wir irgendeine Annäherung daran [Sterilität von Hybriden] bei den verschiedenen Rassen finden, von denen bekannt ist, dass sie durch selektive Zucht aus einem gemeinsamen Bestand hervorgegangen sind? Bis zum heutigen Tag ist die Antwort auf diese Frage absolut negativ.“) Wollen Sie damit sagen, dass Gärtner gelogen hat, nach hunderten von Experimenten (und er ein feindseliger Zeuge), als er zeigte, dass dies bei Verbascum und bei Mais der Fall war (und hier haben Sie selektierte Rassen): Lügt Kölreuter, wenn er über die Varietäten des Tabaks spricht? Mein Gott, ist der Fall nicht schwierig genug, ohne dass er, wie ich meinen muss, fälschlicherweise noch schwieriger gemacht wird? Ich glaube, es ist mein eigener Fehler – meine verfluchte Offenheit: Ich hätte zehnmal mehr Aufhebens um diese sorgfältigsten Experimente machen sollen. Ich habe es in der dritten Auflage des „Origin“ stärker formuliert. Wenn Sie eine neue Auflage haben, bedenken Sie Ihren zweiten geologischen Abschnitt: Ich bestreite nicht die Wahrheit Ihrer Aussage; aber ich behaupte, dass der Kies in fast jedem Fall in den Schlamm übergehen würde; dass es keine harte, gerade Linie zwischen der Masse aus Kies und Schlamm gäbe; dass der Kies, indem er landeinwärts kriecht, von den darunter liegenden Schichten durch schräge Schichtungslinien getrennt würde. Eine nette Vorstellung von der Schwierigkeit der Geologie würde Ihr Abschnitt einem Arbeiter vermitteln! Zeigen Sie Ramsay Ihren Abschnitt und sagen Sie ihm, was ich sage; und wenn er ihn für einen Anfänger für einen fairen Abschnitt hält, bin ich ruhiggestellt und „werde für immer schweigen“. Gute Nacht.
BRIEF 157. AN T.H. HUXLEY. Down, [Januar] 10. [1863].
Sie werden der Notizen von mir über Ihr kleines Buch überdrüssig sein. Es ist mein Glück, dass ich, bevor ich Nr. VI las (157/1. „Lectures to Working Men“, Nr. VI., ist eine kritische Untersuchung der Position des „Origin of Species“ in Bezug auf die vollständige Theorie der „Ursachen der Phänomene der organischen Natur.“), meine Meinung über seine absolute Exzellenz zum Ausdruck brachte und darüber, dass es eine weite Verbreitung und eine Korrektur wert sei (nicht, dass ich wüsste, wo Sie sich verbessern könnten), wenn Sie es für Ihre wertvolle Zeit wert hielten. Hätte ich Nr. VI gelesen, hätte mich ein Rest an Bescheidenheit abgehalten, so viel zu sagen, oder hätte es tun sollen. Obwohl ich gut beschimpft wurde, habe ich doch so viel Lob erhalten, dass ich ein Feinschmecker geworden bin, sowohl was die Kapazität als auch den Geschmack angeht; und ich hätte wirklich nicht gedacht, dass ein sterblicher Mensch meinen Gaumen auf die exquisite Weise hätte kitzeln können, wie Sie es mit der Arbeit getan haben. Also bin ich ein alter Esel, und mehr muss darüber nicht gesagt werden. Ich stimme Ihren Vorbehalten, die Lehre zu akzeptieren, voll und ganz zu, und Sie hätten mit weiterer Sicherheit und Wahrheit noch weiter gehen können. Natürlich stimme ich bezüglich der Sterilität nicht ganz zu. Ich hasse es über alles, mich in Uneinigkeit mit einem fähigen Richter zu befinden, wenn die Prämissen dieselben sind; und doch kommt dies gelegentlich vor. Als ich über meinen früheren Brief an Sie nachdachte, bildete ich mir ein (aber ich bezweifle es jetzt), dass ich teilweise die Ursache unserer Uneinigkeit gefunden hätte, und ich führte sie darauf zurück, dass Sie natürlich am meisten über Tiere nachdenken, bei denen die Sterilität der Hybriden viel auffälliger ist als die verminderte Fruchtbarkeit der ersten Kreuzung. Tatsächlich konnte dies bei Säugetieren kaum anders festgestellt werden, als durch den Vergleich der Produkte [ihres] ganzen Lebens; und, soweit ich weiß, wurde dies nur im Fall des Pferdes und des Esels festgestellt, die tatsächlich im Laufe [ihres] Lebens weniger Nachkommen hervorbringen als bei der reinen Zucht. Bei Pflanzen scheint der Test der ersten Kreuzung ebenso fair zu sein wie der Test der Sterilität von Hybriden. Und dieser letztere Test gilt, ich werde es bis zum Tod behaupten, für die Kreuzung von Varietäten von Verbascum und Varietäten, selektierten Varietäten, von Zea. (157/2. Siehe Brief 156.) Sie werden sagen: Geh zum Teufel und halt den Mund. Nein, ich werde nicht den Mund halten; denn ich muss hinzufügen, dass ich, nachdem ich für mein jetziges Buch alle Haustiere durchgegangen bin, zu dem Schluss gekommen bin, dass es fast sicher mehrere Fälle von zwei oder drei oder mehr Arten gibt, die miteinander vermischt sind und jetzt vollkommen fruchtbar miteinander sind. Daher schließe ich, dass es etwas bei der Domestizierung geben muss – vielleicht die weniger stabilen Bedingungen, genau die Ursache, die so viel Variabilität hervorruft –, das die natürliche Sterilität von Arten bei Kreuzung eliminiert. Wenn dem so ist, können wir sehen, wie unwahrscheinlich es ist, dass Sterilität zwischen Haustierrassen entsteht. Jetzt werde ich den Mund halten. Seite 143: Sollte „Sanscrit“ nicht „Aryan“ sein? Was für eine großartige Nummer die letzte „Natural History Review“ ist! Das ist ein großartiger Aufsatz von Falconer. Ich kann nicht sagen, wie empört Owens Verhalten bezüglich E. Columbi gemacht hat. Ich glaube, ich hasse ihn mehr als Sie, vielleicht sogar mehr als der gute alte Falconer. Aber ich bin bei diesem Thema bei ein oder zwei Korrespondenten übergequollen und werde nichts mehr dazu sagen. Ich habe Lubbock eine kleine Rezension von Bates' Aufsatz in den „Linn. Transact.“ geschickt (157/3. Die unsignierte Rezension von Herrn Bates' Arbeit über mimetische Schmetterlinge erschien in der „Nat. Hist. Review“ (1863), Seite 219.), von der L. zu glauben scheint, dass sie für Ihre „Review“ taugt. Führen Sie eine große Verbesserung ein und lassen Sie die Seiten aufschneiden, wie es die Amerikaner tun; ich werde Segnungen auf Ihr Haupt häufen. Verschwenden Sie nicht Ihre Zeit damit, dies zu beantworten.
BRIEF 158. AN JOHN LUBBOCK [LORD AVEBURY]. Down, 23. Januar [1863].
Ich habe keine Kritik, außer einem Satz, der nicht ganz flüssig ist. Ich finde Ihre einleitenden Bemerkungen sehr auffallend, interessant und neu. (158/1. „On the Development of Chloeon (Ephemera) dimidiatum, Part I. By John Lubbock. „Trans. Linn. Soc.“ Band XXIV., Seiten 61-78, 1864 [Gelesen am 15. Januar 1863].) Sie interessierten mich umso mehr, weil die vage Gedanken derselben Art durch meinen Kopf gegangen waren; aber ich hatte keine Vorstellung davon, dass sie so gut entwickelt werden könnten, noch wusste ich von Ausnahmen. Sitaris und Meloe (158/2. Sitaris und Meloe, zwei Gattungen von Käferinsekten, werden von Lubbock (op. cit., Seiten 63-64) als „vielleicht... die bemerkenswertesten Fälle... unter den Coleoptera“ von merkwürdigen und komplizierten Metamorphosen bezeichnet.) erscheinen sehr gut. Sie haben den ganzen Fall der Metamorphose in ein neues Licht gerückt; ich wage zu sagen, was Sie über die Armut des Süßwassers bemerken, ist sehr wahr. (158/3. „Wir können nicht umhin, von der Armut der Süßwasserfauna im Vergleich zu der des Ozeans beeindruckt zu sein“ (op. cit., Seite 64).) Ich denke, Sie könnten eine Abhandlung über Süßwasserproduktionen schreiben. Ich schlage vor, dass der Grundton darin liegt, dass Landproduktionen höher sind und generell einen Vorteil gegenüber marinen haben; und folglich wurden Landproduktionen im Allgemeinen zu Süßwasserproduktionen modifiziert, anstatt dass marine Produktionen direkt in Süßwasserproduktionen umgewandelt wurden, wie es auf den ersten Blick wahrscheinlicher scheint, da die Chance der Einwanderung vom Meer zu Flüssen und Teichen immer offen steht.
Mein Gespräch mit Ihnen hat mir sehr gut getan, und ich habe es sehr genossen.
BRIEF 159. AN J.D. HOOKER. Down, 13. Januar [1863].
Ich sende eine sehr unvollständige Antwort auf [Ihre] Frage, die ich auf ausländischem Papier geschrieben habe, um Ihnen das Kopieren zu ersparen, und Sie können sie senden, wenn Sie an Thomson in Kalkutta schreiben. Künftig werde ich Ihre Frage besser beantworten können, welche Qualitäten, die bei Individuen induziert werden, vererbt werden; Gicht beim Menschen – Verlust von Wolle bei Schafen (was in der ersten Generation beginnt und zwei oder drei braucht, bis es vollständig ist); wahrscheinlich Fettleibigkeit (denn sie ist selten bei Armen); wahrscheinlich Fettleibigkeit und frühe Reife bei Kurzhornrindern, usw., usw.
BRIEF 160. AN A. DE CANDOLLE. Down, 14. Januar [1863].
Ich danke Ihnen aufs Herzlichste für die Zusendung Ihrer Abhandlung. (160/1. Etude sur l’Espece a l’occasion d’une revision de la Famille des Cupuliferes. „Biblioth. Univ. (Arch. des Sc. Phys. et Nat.)“, November 1862.) Ich habe sie mit dem lebhaftesten Interesse gelesen, wie es für mich natürlich ist; aber Sie besitzen die Kunst, Themen, die trocken sein könnten, leicht laufen zu lassen. Ich war völlig erstaunt über das Ausmaß der individuellen Variabilität bei den Eichen. Ich habe das Thema in keinem Bereich der Natur jemals zuvor so sorgfältig ausgearbeitet gesehen. Welche Mühe muss es Sie gekostet haben! Sie sprachen in einem Brief von fortgeschrittenen Jahren; aber ich bin mir sehr sicher, dass niemand vermutet hätte, dass Sie dies spürten. Ich war an jedem Teil interessiert; obwohl ich so unglücklich bin, mich von den meisten meiner Zeitgenossen zu unterscheiden, indem ich denke, dass die riesigen kontinentalen Erweiterungen (160/2. Siehe Briefe 47, 48.) von Forbes, Heer und anderen nicht nur ohne ausreichende Beweise vorgebracht werden, sondern viel gewichtigen Beweisen entgegenstehen. Sie beziehen sich auf meine Arbeit im freundlichsten und großzügigsten Geist. Ich bin voll und ganz zufrieden mit dem Ausmaß des Glaubens, zu dem Sie gelangen, und überhaupt nicht überrascht über die vorsichtigen Vorbehalte, die Sie machen. Ich erinnere mich gut, wie viele Jahre es mich gekostet hat, von alten Glaubenssätzen abzukehren. Es ist für mich ermutigend zu beobachten, dass jeder, der einen Zoll mit mir gegangen ist, nach einer gewissen Zeit ein paar weitere Zoll oder sogar Fuß geht. Aber der große Punkt, wie es mir scheint, ist, die Unveränderlichkeit spezifischer Formen aufzugeben; solange sie für unveränderlich gehalten werden, kann es keinen wirklichen Fortschritt in der „Epiontologie“ geben. (160/3. Siehe De Candolle, loc. cit., Seite 67: er definiert „Epiontologie“ als das Studium der Verteilung und Abfolge organisierter Wesen von ihrem Ursprung bis zur Gegenwart. Derzeit ist die Epiontologie in Geographie und Paläontologie unterteilt, „mais cette division trop inegale et a limites bien vagues disparaitra probablement.“) Es spielt für niemanden außer für mich eine große Rolle, ob ich bei diesem oder jenem Punkt ein wenig mehr oder weniger falsch liege; tatsächlich werde ich mit Sicherheit in vielen Punkten als falsch bewiesen werden. Aber das Thema wird, da bin ich überzeugt, eine großartige Zukunft haben. Wenn man bedenkt, dass Vögel die isolierteste Gruppe im Tierreich sind, was für ein herrlicher Fall ist dieses Solenhofener Vogelkreatur mit seinem langen Schwanz und den Fingern an seinen Flügeln! Ich habe in letzter Zeit täglich und stündlich Ihre „Geographical Botany“ in meinem Buch über „Variation under Domestication“ verwendet und zitiert.
BRIEF 161. AN HORACE DOBELL. Down, 16. Februar [1863].
Abwesenheit von zu Hause und der daraus resultierende Müßiggang sind die Gründe, warum ich Ihnen nicht früher für Ihr sehr freundliches Geschenk Ihrer Vorlesungen gedankt habe. (161/1. „On the Germs and Vestiges of Disease“, (London) 1861.) Ihre Argumentation erscheint mir völlig zufriedenstellend (obwohl das Thema etwas außerhalb meiner Denk- und Wissensgrenze liegt), dass die V.M.F. keine „gegebene Größe“ ist. (161/2. „Es war zu üblich, die in den Lebensvorgängen gezeigte Kraft (die V.M.F.) als eine gegebene Größe zu betrachten, zu der keine Zugänge gemacht werden können, die aber jedem lebenden Wesen in einer Menge zugeteilt wird, die für seine Bedürfnisse ausreicht, gemäß irgendeinem verborgenen Gesetz“ (op. cit., Seite 41.) Und ich kann sehen, dass die Lebensbedingungen eine höchst wichtige Rolle dabei spielen müssen, dieser Menge zu erlauben, zuzunehmen, wie beim Knospen eines Baumes, usw. Wie weit diese Bedingungen auf „die Formen des organischen Lebens“ (Seite 46) einwirken, sehe ich nicht klar. Tatsächlich hat mich kein Teil meines Themas so völlig verblüfft wie die Bestimmung, welchen Effekt ich (was ich vage nenne) der direkten Wirkung der Lebensbedingungen zuschreiben soll. Ich werde vor langer Zeit zu diesem Thema kommen und muss versuchen, zu einem Schluss zu kommen, wenn ich die Masse der gesammelten Fakten in einer Art Ordnung in meinem Geist habe. Mein gegenwärtiger Eindruck ist, dass ich diese Wirkung im „Origin“ unterschätzt habe. Ich habe keinen Zweifel, dass ich, wenn ich Ihren Band durchgehe, andere Punkte von Interesse und Wert für mich finden werde. Ich bin bereits über einen Fall gestolpert (über den ich Herrn Paget konsultieren möchte) – nämlich über das Nachwachsen überzähliger Finger. (161/3. Siehe Briefe 178, 270.) Sie verweisen auf „White on Regeneration, etc., 1785“. Ich war in den Bibliotheken der Royal Society und der Linnean Society und im British Museum, wo die Bibliothekare Ihren Band heraussuchten und eine spezielle Suche machten, aber keine Spur eines solchen Buches entdecken konnten. Werden Sie mir den Gefallen tun, mir irgendeinen Hinweis zu geben, wo ich das Buch sehen könnte? Haben Sie es? Wenn ja, und der Fall kurz angegeben ist, hätten Sie die große Güte, ihn zu kopieren? Ich möchte sehr gerne alle Einzelheiten wissen. Ein Fall wurde mir mitgeteilt, aber mit kaum genügend detaillierten Angaben, eines überzähligen kleinen Fingers, der bereits zweimal abgeschnitten wurde, und nun wird die Operation bald zum dritten Mal durchgeführt werden müssen. Ich bin Ihnen außerordentlich zu Dank verpflichtet für die genealogische Tabelle; die Tatsache, dass die beiden Cousins die Besonderheit, soweit es bisher scheint, nicht weitervererben, ist außergewöhnlich und muss von mir angegeben werden.
BRIEF 162. AN C. LYELL. [17. Februar 1863.]
Die gleiche Post, die das Beiliegende brachte, brachte auch Danas Broschüre zum selben Thema. (162/1. Die erwähnte Broschüre wurde in "Silliman's Journal", Band XXV., 1863, Seiten 65 und 71, sowie in den "Annals and Magazine of Natural History", Band XI., Seiten 207-14, 1863, veröffentlicht: "On the Higher Subdivisions in the Classification of Mammals." In dieser Arbeit vertritt Dana die Ansicht, dass "der Anspruch des Menschen auf eine eigene Stellung, getrennt von den anderen Säugetieren in der Klassifikation, sowohl auf strukturellen als auch auf physischen Gründen zu beruhen scheint" (Seite 210). Seine Einteilung ist wie folgt:--
I. ARCHONTIA (vel DIPODA) Mensch (allein).
II. MEGASTHENA. III. MICROSTHENA. Quadrumana. Cheiroptera. Carnivora. Insectivora. Herbivora. Rodentia. Mutilata. Bruta (Edentata).
IV. OOTICOIDEA. Marsupialia. Monotremata.)
Das Ganze erscheint mir vollkommen abwegig. Wäre nicht der voreingenommene Wunsch vorhanden gewesen, den Menschen abzusondern, so kann ich niemals glauben, dass Dana oder irgendjemand sonst sich auf eine so geringfügige Unterscheidung verlassen hätte, wie dass der erwachsene Mensch seine Vordergliedmaßen nicht zur Fortbewegung benutzt, wo doch Affen ihre Gliedmaßen in jeder anderen Hinsicht zum gleichen Zweck wie der Mensch benutzen. Analoge Prinzipien (denn sie sind nicht identisch; bei den Krebstieren liegen die Kopfgliedmaßen nahe am Mund) von den Krebstieren auf die Klassifikation der Säugetiere übertragen zu wollen, scheint mir Wahnsinn. Wer würde davon träumen, bei Vögeln eine grundlegende Unterscheidung danach zu treffen, ob die Vordergliedmaßen bei [einigen] Vögeln überhaupt nicht benutzt werden, oder bei anderen Vögeln als Flossen zum Schwimmen oder zum Fliegen dienen?
Ich komme mit Ihrem großartigen Werk nur langsam voran, da ich von Kleinigkeiten und Briefen überhäuft bin.
BRIEF 163. AN J.D. HOOKER.
(163/1. Der folgende Auszug bezieht sich auf Owens Arbeit im "Linn. Soc. Journal", Juni 1857, in der die Klassifikation der Mammalia nach zerebralen Merkmalen vorgeschlagen wurde. Trotz der Tatsache, dass Menschen und Affen in getrennte Unterklassen eingeteilt werden, spricht Owen (in der Fußnote, mit der Huxley so eine durchschlagende Wirkung erzielte) von der Bestimmung des Unterschieds zwischen Homo und Pithecus als das Problem des Anatomen. (Siehe Brief 119.))
5. Juli 1857.
Was für eine ausgezeichnete Nummer des "Linnean Journal"! Owens Arbeit ist großartig; aber ich kann es nicht schlucken, dass der Mensch eine ebenso deutliche Abteilung bildet wie ein Schimpansen von einem Schnabeltier oder einem Pferd; ich frage mich, was ein Schimpanse dazu sagen würde? (163/2. Laut Owen enthält die Unterklasse Archencephala nur die Gattung Homo: die Gyrencephala enthalten sowohl Schimpansen als auch Pferde, die Lyencephala enthalten Ornithorhynchus.)
BRIEF 164. AN T.H. HUXLEY. Down [Februar?] 26., 1863.
Ich bin gerade mit sehr großem Interesse mit "Man's Place" fertig geworden. (164/1. "Evidence as to Man's Place in Nature", 1863 (Vorwort datiert Januar 1863).) Ich höre nicht auf, die Klarheit und die konzentrierte Kraft Ihres Stils, wie man es nennt, zu bewundern, aber eigentlich Ihres Denkens. Ich habe keine Kritik; und es ist auch unwahrscheinlich, dass ich sie haben könnte. Aber ich denke, Sie hätten noch etwas Interessantes über den Charakter oder das Wesen der jungen Orang-Utans hinzufügen können, die in Frankreich und England gehalten wurden. Ich hätte gedacht, Sie hätten ein wenig mehr auf die späteren embryologischen Veränderungen beim Menschen und auf seine rudimentären Strukturen eingehen können, den Schwanz im Vergleich zum Schwanz höherer Affen, den Zwischenkieferknochen, die falschen Rippen und ich nehme an, auch auf andere Punkte, wie die Muskeln der Ohren usw., usw. Ich war sehr beeindruckt und voller Bewunderung für die einleitenden Seiten von Teil II. (und oh! was für ein köstlicher Spott, so gut wie ein Nachtisch, auf Seite 106) (164/2. Huxley, op. cit., Seite 106. Nachdem er gesagt hat, dass "es nur eine Hypothese über den Ursprung der Arten von Tieren im Allgemeinen gibt, die eine wissenschaftliche Existenz hat – die von Herrn Darwin vorgetragene", und nach ein paar Worten über Lamarck fährt er fort: "Und obwohl ich von der Ankündigung einer Formel gehört habe, die 'das verordnete kontinuierliche Werden organischer Formen' betrifft, ist es offensichtlich, dass es die erste Pflicht einer Hypothese ist, verständlich zu sein, und dass ein qua-qua-versaler Satz dieser Art, der rückwärts oder vorwärts oder seitwärts mit genau demselben Bedeutungsumfang gelesen werden kann, nicht wirklich existiert, auch wenn es so scheinen mag." Die fragliche "Formel" ist die von Owen.): aber meine Bewunderung ist grenzenlos bei den Seiten 109 bis 112. Ich erkläre, ich habe in meinem ganzen Leben nichts Großartigeres gelesen. Bacon selbst hätte ein paar Absätze nicht mit mehr konzentriertem und schneidendem Verstand füllen können, als Sie es getan haben. Es ist wahrhaft großartig. Ich bedauere außerordentlich, dass Sie Ihr Buch nicht beenden konnten oder wollten (nicht, dass ich ein Wort gegen die Geologische Geschichte sagen möchte) mit diesen Seiten. Bei einem Buch ist es wie bei einem schönen Tag: man möchte, dass es mit einem herrlichen Sonnenuntergang endet. Ich gratuliere Ihnen zur Veröffentlichung; aber seien Sie nicht enttäuscht, wenn es sich nicht gut verkauft: Teile sind hochwissenschaftlich, und ich habe oft bemerkt, dass die besten Bücher häufig nicht bald gewürdigt werden: sicherlich ist ein hoher Absatz kein Beweis für den höchsten Verdienst. Aber ich hoffe, dass es weit verbreitet wird; und ich freue mich, in Ihrer Notiz an Miss Rhadamanthus (164/3. Dies bezieht sich auf Herrn Darwins Tochter (jetzt Mrs. Litchfield), die Herr Huxley wegen der Strenge ihrer Kritiken zu verspotten pflegte.) zu sehen, dass ein zweites Tausend des kleinen Buches verlangt wird. Was für ein Brief das von Owen im "Athenaeum" ist (164/4. Ein Brief von Owen im "Athenaeum", 21. Februar 1863, als Antwort auf die Kritik an seiner Behandlung der Gehirnfrage, die in Lyells "Antiquity of Man" erschienen war.); wie geschickt er die Öffentlichkeit völlig verwirren und durcheinanderbringen wird. Tatsächlich hat er mich völlig verwirrt, bis ich erneut Ihre "knappe Darlegung" (164/5. Dies bezieht sich auf einen Abschnitt (Seiten 113-18) in "Man's Place in Nature" mit der Überschrift "A succinct History of the Controversy respecting the Cerebral Structure of Man and the Apes". Huxley verfolgt die Frage von Owens Versuch, die Mammalia nach zerebralen Merkmalen zu klassifizieren, der 1857 von der "Linn. Soc." veröffentlicht wurde, bis zu seinem Wiederaufleben des Themas auf der Versammlung der British Association in Cambridge im Jahr 1862. Es ist eine gewaltige Anklage gegen Owen und scheint uns mit einem Zitat aus Huxleys Artikel in der "Medical Times" vom 11. Oktober 1862 nicht unpassend zu enden. Huxley weist hier darauf hin, dass "in den letzten zwei Jahren" spezielle Untersuchungen zu der strittigen Frage von Allen Thomson, Rolleston, Marshall, Flower, Schroeder van der Kolk und Vrolik durchgeführt wurden und dass "alle diese fähigen und gewissenhaften Beobachter" die Richtigkeit seiner Aussagen bestätigt haben, "während kein einziger Anatom, ob groß oder klein, Professor Owen unterstützt hat." Er fasst den Fall noch einmal zusammen und schließt: "Die Frage ist somit zu einer Frage der persönlichen Wahrhaftigkeit geworden. Für mich werde ich kein anderes Ergebnis als dieses akzeptieren, so schwerwiegend es auch für die gegenwärtige Kontroverse ist.") (die glänzend klar ist), und dann sah ich, dass mein Verdacht wahr war, dass er sein Terrain vollständig auf die Größe des Gehirns verlagert hat. Wie aufrichtig er sich zeigt, das verrutschte Gehirn genommen zu haben! (164/6. Owen im "Athenaeum", 21. Februar 1863, gibt zu, dass bei dem Gehirn, das er zur Veranschaulichung seiner Aussagen verwendete, "die Großhirnhemisphären nach vorne und hinten auseinandergeglitten waren, um einen Teil des Kleinhirns freizulegen.") Ich bin brennend neugierig, ob Lyell antworten wird. (164/7. Lyells Antwort stand im "Athenaeum" vom 7. März 1863.) Lyell war, fürchte ich, etwas voreilig, sich auf ein Thema einzulassen, von dem er natürlich selbst nichts versteht. Beim Himmel, Owen wird sich schütteln, wenn er sieht, was für einen Gegner er sich in Ihnen geschaffen hat. Mit herzlicher Bewunderung, Lebwohl.
Ich bin schrecklich enttäuscht über Lyells übermäßige Vorsicht (164/8. In der "Antiquity of Man": siehe "Life and Letters", III., Seite 8.) bei der Äußerung eines Urteils über Arten oder [über den] Ursprung des Menschen.
BRIEF 165. AN JOHN SCOTT. Down, 6. März 1863.
Ich danke Ihnen für Ihre Kritik am "Origin", die zu diskutieren ich keine Zeit habe; aber ich kann nicht umhin, aufgrund Ihres Ausdrucks eines "ANGEBORENEN...selektiven Prinzips" zu bezweifeln, ob Sie voll und ganz begreifen, was mit Natürlicher Selektion gemeint ist. Sicherlich, wenn Sie davon sprechen, dass schwächere (d.h. weniger gut angepasste) Formen sich mit stärkeren kreuzen, vertreten Sie eine weitaus andere Ansicht als ich über den Kampf ums Dasein; denn solche schwächeren Formen könnten nur durch den seltensten Zufall existieren. In Bezug auf den Nutzen bedenken Sie, dass 99/100stel der Struktur jedes Wesens auf die Vererbung ehemals nützlicher Strukturen zurückzuführen sind. Bitte lesen Sie, was ich über "Korrelation" gesagt habe. Orchideen sollten uns zeigen, wie unwissend wir darüber sind, was nützlich ist. Zweifellos könnten Hunderte von Fällen angeführt werden, für die keine Erklärung angeboten werden könnte; aber ich muss aufhören. Ihr Brief hat mich sehr interessiert. Ich bin bei weitem nicht stark und habe große Angst, dass ich alle Arbeit für ein paar Monate einstellen muss, um mich vollständig auszuruhen und das Haus zu verlassen. Es wird der Ruin meiner ganzen Arbeit sein.
BRIEF 166. AN J.D. HOOKER. Down, 23. April [1863].
Je mehr ich über Falconers Brief nachdenke (166/1. Veröffentlicht im "Athenaeum" vom 4. April 1863, Seite 459. Der Verfasser behauptet, Lyell habe nicht deutlich gemacht, dass bestimmtes Material, das in der "Antiquity of Man" verwendet wurde, aus der ursprünglichen Arbeit von Herrn Prestwich und ihm selbst stammte. (Siehe "Life and Letters", III., Seite 19.)), desto mehr betrübt es mich; er und Prestwich (letzterer muss zumindest den "Principles" viel verdanken) nehmen eine absurd unvertretbare Position gegenüber Lyell ein. Es ist zu schlimm, einen alten Helden der Wissenschaft so zu behandeln. Ich kann aus einer Notiz von Falconer (über ein wunderbares fossiles brasilianisches Säugetier, treffend Meso- oder Typo-therium genannt) ersehen, dass er kein Mitgefühl von mir erwartet. Er wird hoffentlich am Ende Reue zeigen. Lyell bietet eine Angriffsfläche, indem er sagt, er würde kommen, um seine ursprünglichen Beobachtungen zu zeigen, und dies dann nicht deutlich tut; er hätte in diesem einen Punkt des Menschen nur Anspruch auf Verifizierung und Zusammenstellung erheben sollen.
Insgesamt gefällt mir Lyells Brief sehr gut. Aber all dieses Gezänk wird wissenschaftliche Männer sehr herabwürdigen. Ich habe schon einen Spott in der "Times" gesehen.
BRIEF 167. AN H.W. BATES. Bei Rev. C. Langton, Hartfield, Tunbridge Wells, 30. April [1863].
Sie werden vor diesem die Notiz erhalten haben, die ich nach Abschluss von Band I. nach Leicester adressiert habe, und Sie werden Exemplare meiner kleinen Rezension (167/1. "Nat. Hist. Review", 1863, Seite 219. Eine Rezension von Bates' Arbeit über mimetische Schmetterlinge.) Ihres Papiers erhalten haben... Ich habe jetzt Band II. beendet und meine Meinung bleibt dieselbe – dass Sie ein wahrhaft bewundernswertes Werk geschrieben haben (167/2. "The Naturalist on the Amazons", 1863.), mit ausgezeichneten originellen Bemerkungen, erstklassigen Beschreibungen und das Ganze in einem Stil, der nicht verbessert werden könnte. Meine Familie liest jetzt das Buch und bewundert es außerordentlich; und, wie meine Frau bemerkt, hat es einen so starken Anschein von Wahrhaftigkeit. Ich erhielt neulich einen Brief von einer Ihnen unbekannten Person, voll des Lobes für das Buch. Ich hoffe sehr, dass es weithin bekannt und verbreitet wird; aber bis zu einem gewissen Grad hängt dies, wie ich glaube, immer vom Zufall ab.
Ich nehme an, das schnalzende Geräusch der Überraschung, das der Indianer macht, ist dasjenige, das die Zungenspitze macht, wenn sie an den Gaumen gelegt und plötzlich zurückgezogen wird?
Ich habe seit Erhalt Ihrer Notiz vom 20. April, in der Sie mir Ihr Vertrauen schenkten und mir Ihre Aussichten mitteilten, nicht mehr geschrieben. Ich wünschte von Herzen, sie wären besser und vor allem sicherer; aber mit Ihren Fähigkeiten und Ihrer schriftstellerischen Begabung wäre es seltsam, wenn Sie nicht das Wenige, das Sie für Ihr Einkommen benötigen, hinzufügen könnten. Ich bin froh, dass Sie eine zurückgezogene und halbländliche Situation gefunden haben. Was für einen großartigen Abschluss geben Sie Ihrem Buch, indem Sie Zivilisation und wildes Leben gegenüberstellen! Ich bedauere es sehr, dass ich es beendet habe: Jeden Abend war es ein wahrer Genuss für mich, meine halbe Stunde im großartigen Amazonas-Wald zu verbringen und mir Ihre lebhaften Beschreibungen vorzustellen. Es gibt eine Menge Fakten, die für mich aus naturgeschichtlicher Sicht von Wert sind. Es war ein großes Unglück, dass Sie daran gehindert wurden, die Diskussion über Arten zu führen. Aber Sie werden hoffentlich in der Lage sein, Ihre Ansichten und Fakten woanders darzulegen.
BRIEF 168. AN J.D. HOOKER. Down, 15. Mai [1863].
Ihr Brief, der heute Morgen einging, hat mich mehr interessiert als selbst die meisten Ihrer Briefe, und das will etwas heißen. Ich muss zu mehreren Punkten ein wenig kritzeln. Über Lyell und Arten – Sie treffen den Kern der Sache, das glaube ich wirklich, wenn Sie sagen, er sei "halbherzig und vollköpfig" (168/1. Darwins Enttäuschung über die vorsichtige Sichtweise, die Lyell in der "Antiquity of Man" einnahm, wird in "Life and Letters", III., Seiten 11, 13 illustriert. Siehe auch Brief 164, Seite 239.). Ich schrieb an A. Gray, dass es mich in Verzweiflung stürze, wenn ich sehe, wie Männer wie Lyell und er sich weigern zu urteilen, und dass ich manchmal dachte, ich würde es vorziehen, Lyell hätte gegen die Modifikation der Arten geurteilt, anstatt Unfähigkeit zur Entscheidung vorzugeben; und ich überließ es ihm, dies auf sich selbst anzuwenden. Ich freue mich von Herzen zu hören, dass Sie versuchen wollen, L. und F. (168/2. Falconer behauptete, Lyell habe "dem Teil, den er bei der Wiederbelebung der Höhlenfrage spielte, nicht Gerechtigkeit widerfahren lassen". Siehe "Life and Letters", III., Seite 14.) wieder zusammenzubringen; aber wäre es nicht besser, Sie würden warten, bis sie ein wenig abgekühlt sind? Sie werden der Wissenschaft einen wirklichen guten Dienst erweisen. Falconer hat Lyell nie verziehen, dass er die Purbeck-Knochen von ihm nahm und sie an Owen weitergab.
In Bezug auf Insel-Floren unterscheiden wir uns, wenn ich es richtig verstehe, fast nur darin, wie die Pflanzen zuerst dorthin gelangten. Ich nehme an, dass in langen Abständen, von den späteren Tertiärzeiten bis zur Gegenwart, gelegentlich Pflanzen ankamen (in einigen Fällen vielleicht durch andere Strömungen als die heutigen und durch ehemalige Inseln unterstützt), und dass diese alten Ankömmlinge auf den Inseln wenig verändert überlebt haben, auf dem Kontinent aber stark verändert wurden oder ausgestorben sind. Wenn ich es richtig verstehe, glauben Sie, dass alle Inseln früher mit Kontinenten verbunden waren und dann alle ihre Pflanzen erhielten und keine seitdem; und dass sie auf den Inseln weniger Aussterben und Modifikation erfahren haben als auf dem Kontinent. Die Anzahl der Tierformen auf Inseln, die sehr eng mit denen auf Kontinenten verwandt sind, mit einigen extrem unterschiedlichen und anomalen, scheint mir nicht gut mit Ihrer vermuteten Ansicht zu harmonieren, dass alle früher angekommen oder vielmehr zusammen auf der Insel zurückgelassen worden seien.
BRIEF 169. AN ASA GRAY. Down, 31. Mai [1863?].
Ich habe mich sehr gefreut, Ihre Rezension (169/1. Die Rezension über De Candolles Arbeit über die Eichen (A. Grays "Scientific Papers", I., Seite 130).) von De Candolle vor einer Woche zu erhalten. Sie scheint mir ausgezeichnet, und Sie sprechen sich, wie ich finde, deutlicher für die Ableitung der Arten aus als bisher, wenn auch zweifelnd bezüglich der Natürlichen Selektion. Gewähren Sie das Erste, ich bin beruhigt bezüglich des Zweiten. Halten Sie nicht solche Fälle wie bei allen Orchideen für fast eine Demonstration gegen Heers Ansicht, dass Arten plötzlich durch Monstrositäten entstehen? – es ist unmöglich, sich vorzustellen, dass so viele Co-Adaptionen alle durch einen Zufallsschlag gebildet wurden. Natürlich würden Kreationisten das Rätsel durchschneiden.
BRIEF 170. AN T.H. HUXLEY. 27. Juni [1863?]
Was machen Sie jetzt? Ich habe noch nie die "Edinburgh Review" in die Hände bekommen, in der ich höre, dass Sie ordentlich beschimpft werden. Übrigens habe ich neulich von Asa Gray gehört, dass Wyman von "Man's Place" begeistert war. (170/1. "Evidence as to Man's Place in Nature", von T.H. Huxley, 1863.) Ich frage mich, wer es ist, der im "Anthropological Review" schwach, aber virulent gegen Sie antritt. Wie ruhig Owen scheint! Ich beginne endlich zu glauben, dass er letztendlich in der öffentlichen Meinung fallen wird. Welchen Unsinn er im "Athenaeum" (170/2. "Athenaeum", 28. März 1863. Siehe "Life and Letters", III., Seite 17.) über Heterogenese geschrieben hat! Ich sah in seinem Aye-Aye-Papier (170/3. Siehe Owen in den "Trans. Zool. Soc." Band V. Der erwähnte Satz scheint der folgende zu sein (Seite 95): "Wir wissen von keinen Veränderungen, die in der Insel Madagaskar im Gange sind und eine spezielle Suche nach holzbohrenden Larven durch kleine Vierfüßler der Lemurinen- oder Sciurinen-Typen der Organisation erfordern.") (glaube ich), dass er sich über die Art und Weise lustig macht, wie wir uns seiner Meinung nach die Struktur seiner Gliedmaßen erklären würden; und fragt, woher wir wissen, dass bestimmte Insekten in den Wäldern Madagaskars zugenommen haben. Wäre es nicht eine gute Abfuhr, ihn zu fragen, woher er weiß, dass es auf den baumlosen Ebenen von La Plata überhaupt Bäume für seine Mylodons zum Niederreißen gab? Aber ich muss aufhören, denn wenn ich erst einmal über [ihn] anfange, gibt es kein Ende. Ich war enttäuscht über den Teil über Arten bei Lyell. (170/4. Lyells "Antiquity of Man". Siehe "Life and Letters", III., Seite 11.) Sie und Hooker sind die einzigen beiden mutigen Männer. Ich hatte ein schlechtes Frühjahr und einen schlechten Sommer, war fast ständig sehr unwohl; aber ich krieche in meinem Buch über "Variation under Domestication" weiter.)
BRIEF 171. AN C. LYELL. Down, 14. August [1863].
Haben Sie Benthams Bemerkungen über Arten in seiner Ansprache an die Linnean Society gesehen? (171/1. Präsidentenansprache vor der Linnean Society von G. Bentham ("Journ. Proc. Linn. Soc." Band VII., Seite xi., 1864).) sie haben mir besser gefallen als alles, was ich seit einiger Zeit gelesen habe. Ich habe keine Neuigkeiten, denn ich habe seit Monaten keine Seele gesehen und hatte ein schlechtes Frühjahr und einen schlechten Sommer, habe aber geschafft, eine ganze Menge Arbeit zu leisten. Emma droht mir, mich nach Malvern zu bringen, und vielleicht werde ich gezwungen sein, aber es ist eine schreckliche Zeitverschwendung; Sie müssen Nordwales genossen haben, sollte ich denken, es ist für mich ein herrlichstes Land...
Wenn Sie Bates' Buch nicht gelesen haben (171/2. Henry Walter Bates, "The Naturalist on the River Amazons", 2 Bände, London, 1863. In einem Brief an Bates, 18. April 1863, schreibt Darwin: "Es ist das beste Werk über naturgeschichtliche Reisen, das jemals in England veröffentlicht wurde" ("Life and Letters", II., Seite 381.), denke ich, dass es Sie interessieren würde. Er steht nur hinter Humboldt zurück, wenn es darum geht, einen tropischen Wald zu beschreiben. (171/3. Zitiert in "Life and Letters", II., Seite 381.). Apropos Lesen, ich habe nie die "Edinburgh" bekommen (171/4. Die "Geological Evidence of the Antiquity of Man", von Sir Charles Lyell, und Werke anderer Autoren rezensiert in der "Edinburgh Review". Band CXVIII., Juli 1863. Der Verfasser fasst seine Kritik wie folgt zusammen: "Wenn man das Werk von Sir Charles Lyell als Ganzes betrachtet, hinterlässt es den Eindruck in unseren Köpfen, dass wir eine geistreiche akademische These gelesen haben, anstatt ein Werk der Demonstration eines originellen Autors... Es gibt kein Argument darin, und nur wenige Fakten, die nicht an anderer Stelle von Sir C. Lyell selbst oder von anderen dargelegt wurden" (loc. cit., Seite 294).), in der Sie, wie ich vermute, niedergemacht werden.
BRIEF 172. AN H. FALCONER. 26. Dezember [1863].
Danke, dass Sie mir von dem Pliozän-Säugetier erzählt haben, das sehr bemerkenswert ist; aber hat Owen nicht behauptet, dass der Pliozän-Dachs identisch mit dem rezenten ist? Ein solcher Fall zeigt in der Tat gut die ungeheure Dauer derselben Form. Ich habe nichts von Suess' Broschüre gehört (172/1. Wahrscheinlich Suess' Arbeit "Ueber die Verschiedenheit und die Aufeinanderfolge der tertiaren Land-faunen in der Niederung von Wien." "Sitz.-Ber. Wien Akad." XLVII., Seite 306, 1863.), und würde den Titel sehr gerne erfahren, wenn er beschafft werden kann; aber ich bin zurzeit mit anderen Themen beschäftigt. Ich würde es eher gerne sehen, wenn es höchst wahrscheinlich gemacht würde, dass der Prozess der Bildung einer neuen Art kurz im Vergleich zu ihrer Dauer war – das heißt, wenn der Prozess langsam und lang sein durfte; die Idee ist neu für mich. Heers Ansicht, dass neue Arten plötzlich wie Monster gebildet werden, halte ich aus vielen Gründen für falsch.
KAPITEL 1.IV.--EVOLUTION, 1864-1869.
BRIEF 173. AN A.R. WALLACE. Down, 1. Januar 1864.
Ich bin nach wie vor außerstande, anders als durch Diktat zu schreiben. In einem Brief, den ich vor zwei oder drei Wochen von Asa Gray erhielt, schreibt er: „Ich las neulich mit Genuss Wallaces Enthüllung über den Dubliner Mann bezüglich der Bienenwaben usw.“ (173/1. „Anmerkungen zu Rev. S. Haughtons Abhandlung über die Bienenwabe und über den Ursprung der Arten“ („Ann. and Mag. Nat. Hist.“ XII., 1863, Seite 303). Prof. Haughtons Abhandlung wurde am 21. November 1862 vor der Natural History Society of Dublin verlesen und in „Ann. and Mag. Nat. Hist.“ XI., 1863, Seite 415 nachgedruckt. Siehe Briefe 73, 74, 75.) Nun, obwohl ich gegenwärtig nicht lesen kann, möchte ich sehr gerne wissen, wo dies veröffentlicht wurde, damit ich mir ein Exemplar besorgen kann. Weiter unten sagt Asa Gray (nachdem er von Agassiz’ Abhandlung über Gletscher im „Atlantic Magazine“ und seinem kürzlichen Buch mit dem Titel „Method of Study“ gesprochen hat): „Bitte setzen Sie Wallace auf diese Artikel an.“ Asa Gray scheint also viel von Ihren Fähigkeiten als Rezensent zu halten, und ich erwähne dies, da es sicherlich ein laudari a laudato ist. Ich hoffe, Sie arbeiten hart, und wenn Sie geneigt sind, es mir mitzuteilen, würde ich sehr gerne wissen, was Sie tun. Ich fürchte, es werden noch viele Monate vergehen, bevor ich wieder etwas tun werde.
BRIEF 174. AN J.L.A. DE QUATREFAGES. Down, 27. März [1864?].
Ich hatte gehört, dass Ihr Werk übersetzt werden sollte, und ich hörte es mit Vergnügen; aber ich kann keinerlei Verdienst für mich in Anspruch nehmen, denn ich bin kein aktives, sondern nur ein Ehrenmitglied der Gesellschaft. Seit ich schrieb, habe ich Ihr bewundernswertes Werk über Metamorphose mit äußerstem Interesse bis zum Ende gelesen. (174/1. Wahrscheinlich „Metamorphosen des Menschen und der niederen Tiere“. Übersetzt von H. Lawson, 1864.) Wie gut Sie mit den Werken englischer Naturforscher vertraut sind und wie großzügig Sie sie ehren! Herr Lubbock ist mein Nachbar, und ich kenne ihn, seit er ein kleiner Junge war; er ist in jeder Hinsicht ein durch und durch guter Mensch; ebenso wie mein Freund Huxley. Es bereitete mir wirkliches Vergnügen zu sehen, wie Sie ihre Werke gewürdigt haben.
BRIEF 175. AN T.H. HUXLEY. Down, 11. April [1864].
Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet für das Geschenk Ihrer „Comp. Anatomy“. (175/1. „Vorlesungen über die Elemente der Vergleichenden Anatomie“, 1864.) Wenn ich stark genug bin, werde ich es sicher mit größtem Interesse lesen. Ich konnte dem letzten Kapitel nicht widerstehen, von dem ich einen Teil gelesen habe, und ich war sehr interessiert an dem „inspirierten Idioten“. (175/2. In Bezug auf Oken (op. cit., Seite 282) sagt Huxley: „Ich muss gestehen, dass ich seine Werke nie lese, ohne an das Epitheton ‚inspirierter Idiot‘ zu denken, das auf unseren eigenen Goldsmith angewandt wurde.“) Falls Owen den Artikel „Oken“ schrieb (175/3. Der Artikel über Oken in der achten Ausgabe der „Encyclopaedia Britannica“ ist mit „R.O.“ gezeichnet: Huxley schrieb an Darwin (18. April 1864): „Es besteht nicht der geringste Zweifel, dass Owen sowohl den Artikel ‚Oken‘ als auch das ‚Archetyp‘-Buch schrieb“ (Huxleys „Life“, I., Seite 250). Herrn Huxleys Aussagen laufen auf Folgendes hinaus: (1) Prof. Owen beschuldigt Goethe, sich 1820 Okens Theorie des Schädels angeeignet und eine apokryphe Darstellung davon gegeben zu haben, wie ihm die Idee 1790 selbst gekommen sei. (2) Im selben Artikel, Seite 502, erklärte Owen, es sei fraglich, ob der Entdecker der wahren Theorie der segmentalen Beschaffenheit des Schädels (d. h. er selbst) zu seinen Arbeiten angeregt oder „in irgendeiner Weise durch die a-priori-Vermutungen von Oken beeinflusst“ wurde. Hierzu schreibt Huxley, Seite 288: „Aber wenn er selbst in keiner Weise durch Oken beeinflusst worden war, und wenn das ‚Programm‘ [von Oken] nur eine Anhäufung von ‚a-priori-Vermutungen‘ ist, wie kommt es dann, dass Herr Owen nur drei Jahre zuvor so schreiben konnte? ‚Oken, ce genie profond et penetrant, fut le premier qui entrevit la verite, guide par l'heureuse idee de l'arrangement des os craniens en segments, comme ceux du rachis, appeles vertebres...‘“ Später schrieb Owen: „Cela servira pour exemple d'une examen scrupuleux des faits, d'une appreciation philosophique de leurs relations et analogies, etc.“ (Aus „Principes d'Osteologie comparee, ou Recherches sur l'Archetype“, usw., Seiten 155, 1855). (3) Schließlich sagt Huxley, Seite 289, offen: „Tatsache ist, dass Prof. Owens eigene Beiträge zu dieser Frage keineswegs ‚in keiner Weise‘ durch Oken beeinflusst waren, sondern die reinsten Okenismen, remanie.“) und das französische Werk über den Archetyp (Punkte, die Sie nicht ganz klar darlegen), hat er nie eine niederträchtigere Tat begangen... Sie sind ein so guter Christ, dass Sie kaum verstehen werden, wie ich über dieses Stück Niedertracht kichern kann. Ich hoffe, Sie bleiben gesund und munter; ich ehre Ihre Weisheit, gegenwärtig die Gesellschaft der Wissenschaft vorzuziehen. Aber andererseits spüre ich an mir selbst, dass es möglich ist, sich zu sehr für Naturwissenschaft und zu wenig für andere Dinge zu interessieren. Es geht mir besser, ich wage fast zu hoffen, dauerhaft; denn meine Krankheit ist entschieden geringer – siebenundzwanzig Tage hintereinander war mir täglich viele Male übel, und neulich war ich fünf Tage frei. Ich sehne mich danach, wieder ein wenig zu arbeiten. Das großartige (bei weitem das großartigste und allzu großartige) Kompliment, das Sie mir am Ende Ihrer „Origin of Species“ gemacht haben (175/4. Ein Titel für die „Vorlesungen für Arbeiter“, jenes „grüne kleine Buch“, auf das in Brief 156 verwiesen wird. Über Herrn Darwins Arbeit sagt er (Seite 156): „Ich glaube, wenn man sie von ihrem theoretischen Teil befreit, bleibt sie immer noch eine der größten Enzyklopädien biologischer Lehre, die je ein Mensch hervorgebracht hat; und ich glaube, wenn man sie als Verkörperung einer Hypothese nimmt, ist sie dazu bestimmt, der Leitfaden für biologische und psychologische Spekulationen für die nächsten drei oder vier Generationen zu sein.“), habe ich in letzter Zeit zwei- oder dreimal nachgedruckt bei Ihnen gesehen.
BRIEF 175A. AN ERASMUS DARWIN. Down, 30. Juni 1864.
(175A.1. Der vorangegangene Brief enthält einen Hinweis auf die langwierige Zeit der Krankheit, unter der Darwin 1863 und 1864 litt, und in diesem Zusammenhang ist der vorliegende Brief von Interesse.
Die Copley-Medaille wurde ihm 1864 verliehen.)
Ich hatte kein Wort über die Copley-Medaille gehört. Bitte richten Sie Falconer meinen herzlichen Dank für sein Interesse an mir aus. Ich lege die Liste mit allem bei, was von mir veröffentlicht wurde, mit Ausnahme einiger weniger unwichtiger Arbeiten. Bitten Sie Falconer, nicht zu erwähnen, dass ich die Liste geschickt habe, da jemand sagen könnte, ich hätte Wahlwerbung betrieben, was eine abscheuliche Unterstellung ist. Der Ursprung der Reise mit der „Beagle“ war, dass Fitz-Roy großzügigerweise anbot, die Hälfte seiner Kajüte jedem zu überlassen, der sich freiwillig als Naturforscher melden würde. Beaufort schrieb an Cambridge, und ich meldete mich freiwillig. Fitz-Roy hat mich nie überredet, die Reise wegen Krankheit aufzugeben, noch habe ich jemals daran gedacht, dies zu tun, obwohl ich beträchtlich litt; aber ich glaube nicht, dass dies die Ursache für meine spätere Kränklichkeit war, die mich so viele Jahre gekostet hat, und daher würde ich die Seekrankheit nicht für erwähnenswert halten. Es würde Ihnen Mühe ersparen, dies zusammen mit meinen herzlichsten Grüßen an Falconer weiterzuleiten.
(176/1. Der folgende Brief war der Beginn eines Briefwechsels mit Herrn B.D. Walsh, den C.V. Riley als „einen der fähigsten und gründlichsten Entomologen unserer Zeit“ beschreibt.)
BRIEF 176. B.D. WALSH AN CHARLES DARWIN. Rock Island, Illinois, U.S., 29. April 1864.
(176/2. Die Wörter in eckigen Klammern sind Wiederherstellungen von Teilen, die vom Originalbrief abgerissen wurden.)
Vor mehr als dreißig Jahren wurde ich Ihnen in Ihren Räumen im Christ’s College von A.W. Grisebach vorgestellt und hatte das Vergnügen, Ihre edle Sammlung britischer Coleoptera zu sehen. Einige Jahre später wurde ich Fellow am Trinity, gab schließlich mein Fellowship auf, statt in den Kirchendienst zu gehen, und kam in dieses Land. Seit fünf oder sechs Jahren widme ich der Insektenfauna der U.S. beträchtliche Aufmerksamkeit, einige der Früchte davon werden Sie in den beiliegenden Broschüren sehen. Erlauben Sie mir, diese Gelegenheit zu nutzen, Ihnen für die Veröffentlichung Ihrer „Origin of Species“ zu danken, die ich vor drei Jahren auf Anraten eines botanischen Freundes las, obwohl ich ein starkes Vorurteil gegen das hatte, was ich damals für Ihre Ansichten hielt. Die erste Durchsicht erschütterte mich, die zweite überzeugte mich, und je öfter ich sie lese, desto überzeugter bin ich von der allgemeinen Solidität Ihrer Theorie.
Da Sie Naturforscher, die an Ihre Ansichten glauben, dazu aufgerufen haben, öffentlich Zeugnis von ihren Überzeugungen abzulegen, habe ich Ihre Aufmerksamkeit auf der Außenseite einer oder zweier meiner Broschüren auf die speziellen Passagen gelenkt, in denen [ich] dies getan habe. Bitte nehmen Sie diese Papiere von mir als Zeichen meines Respekts und meiner Bewunderung an.
Wie Sie aus der neuesten dieser Arbeiten ersehen können, [habe] ich kürzlich die bemerkenswerte Entdeckung gemacht, dass es [die] sogenannten „drei Geschlechter“ nicht nur bei sozialen Insekten, sondern [auch in der] streng solitären Gattung Cynips gibt.
Wann soll Ihr großes Werk erscheinen? [Ich wäre] sehr erfreut, ein paar Zeilen von Ihnen zu erhalten.
BRIEF 177. AN B.D. WALSH. Down, 21. Oktober [1864].
Schlechte Gesundheit hat mich daran gehindert, Ihnen früher für Ihren sehr freundlichen Brief und die verschiedenen Abhandlungen zu danken.
Ich habe mich sehr gefreut zu sehen, wie kühn und klar Sie sich über die Modifikation der Arten aussprechen. Ich danke Ihnen dafür, dass Sie mir die Referenzseiten angegeben haben; aber sie waren überflüssig, denn ich fand so viele originelle und tiefgründige Bemerkungen, dass ich alle Arbeiten sorgfältig durchgesehen habe. Ich hoffe, dass Ihre Entdeckung über die Cynips (177/1. „Über Dimorphismus in der Hautflüglergattung Cynips“, „Proc. Entom. Soc. Philadelphia“, März 1864. Herrn Walshs Ansicht ist, dass Cynips quercus aciculata eine dimorphe Form von Cynips q. spongifica ist und nur als Weibchen vorkommt. Cynips q. spongifica erzeugt auch spongifica-Weibchen und -Männchen aus anderen Gallen zu einer anderen Jahreszeit.) Bestand haben wird, denn es ist eine bemerkenswerte, und ich für meinen Teil habe mich oft gefragt, was die Bedeutung des Falls sein könnte. Ich werde Ihre Arbeit meinem Nachbarn Herrn Lubbock leihen, von dem ich weiß, dass er sehr an dem Thema interessiert ist. Gelegentlich werde ich von Ihren Bemerkungen zu Gallen profitieren. Wenn Sie Zeit haben, halte ich ein ziemlich aussichtsloses Experiment für einen Versuch wert; jedenfalls hätte ich es versucht, wenn meine Gesundheit es erlaubt hätte. Es besteht darin, ein winziges Korn einer organischen Substanz zusammen mit dem Gift von Bienen, Sandwespen, Schlupfwespen, Ottern und sogar Alkaloidgiften in das Gewebe geeigneter Pflanzen einzuführen, in der Hoffnung, dass monströse Wucherungen entstehen. (177/2. Siehe „Life and Letters“, III., Seite 346, für einen Bericht über Experimente, die Herr Darwin 1880 in dieser Richtung versuchte. Zu den Auswirkungen der Verletzung von Pflanzengewebe siehe Massart, „La Cicatrisation, etc.“ in Band LVII. der „Memoires Couronnes“ der Brüsseler Akademie.)
Meine Gesundheit ist seit langem schlecht, und ich habe in letzter Zeit unter einer langen Krankheit gelitten, die alle Arbeiten unterbrochen hat, aber ich beginne nun wieder einen Band in Verbindung mit dem „Origin“.
P.S.–Wenn Sie wieder schreiben, würde ich sehr gerne hören, wie Ihr Leben in Ihrem neuen Land ist.
Was kann die Bedeutung oder der Nutzen der großen Vielfalt der externen Geschlechtsorgane in Ihren Fällen, bei Bombus und den phytophagen Coleoptera sein?
Was kann es beim Akt der Kopulation geben, das einen so komplexen und vielfältigen Apparat erforderlich macht?
BRIEF 178. AN W.H. FLOWER. Down, 11. Juli 1864.
Ich bin Ihnen wirklich dankbar für all die Mühe, die Sie sich für mich gemacht haben, und für Ihre sehr interessante Notiz. Ich hatte nur vage gehört, dass Frösche ein Rudiment eines sechsten Zehs hätten; hätte ich gewusst, dass solche großen Männer diesen Punkt untersucht hatten, hätte ich nicht im Traum daran gedacht, selbst nachzusehen. Das Rudiment, das Ihnen zugeschickt wurde, stammte von einem ausgewachsenen Frosch; wenn diese Knochen also die beiden Keilbeine sind, müssen sie meiner Meinung nach als in einem rudimentären Zustand befindlich betrachtet werden. Heute Nachmittag brachte mein Gärtner einige Kaulquappen mit, bei denen nur die Hinterbeine entwickelt waren, und ich habe mir das Rudiment angesehen. In diesem Alter sieht es sicherlich sehr nach einem Finger aus, denn das Ende ist vergrößert wie das der angrenzenden echten Zehe, und die Quergelenkverbindung scheint ähnlich zu sein. Ich bedauere, dass der Fall zweifelhaft ist, denn wenn diese Batrachier sechs Zehen hätten, glaube ich sicherlich, dass dies Licht auf die wahrhaft außerordentliche Stärke der Vererbung bei Polydaktylie bei so vielen Tieren geworfen hätte, und insbesondere auf die Regenerationskraft bei amputierten überzähligen Fingern. (178/1. In der ersten Ausgabe von „Variation under Domestication“ wird die hier gegebene Ansicht aufrechterhalten, aber in der zweiten Ausgabe (Band I., Seite 459) zog Darwin seinen Glauben zurück, dass die Entwicklung überzähliger Finger beim Menschen „ein Fall von Rückschritt zu einem niedrig organisierten Vorfahren ist, der mit mehr als fünf Fingern ausgestattet war“. Siehe Briefe 161, 270.)
BRIEF 179. AN J.D. HOOKER. Down [22. Oktober 1864].
Die Lyells waren hier und waren äußerst angenehm, aber ich sah sie nur gelegentlich für zehn Minuten, und als sie gingen, hatte ich einen schrecklichen Tag [der Krankheit]; aber ich bin jetzt langsam wieder auf meinem früheren Stand. Ich werde bald in ein lebendiges Grab gesperrt sein, und es ist ein furchtbares Übel.
Ich nehme an, Sie haben Tyndall gelesen. (179/1. Wahrscheinlich Tyndall „Über die Gestaltung der Alpen“ („Phil. Mag.“ 1864, Seite 255).) Ich bin jetzt zum dritten oder vierten Mal wieder auf Ramsays Ansicht zurückgekommen, (179/2. „Phil. Mag.“ 1864, Seite 293.) aber Lyell sagt, wenn ich seine Diskussion in den „Elements“ lese, werde ich zum fünften Mal widerrufen. (179/3. Dies bezieht sich auf eine Diskussion über die „Verbindung der Vorherrschaft von Seen mit glazialer Wirkung“ („Elements“, Ausgabe VI., Seiten 168-74). Lyell hält an den Ansichten fest, die in „Antiquity of Man“ (1863) gegen Ramsays Theorie vom Ursprung der Seebecken durch Eiswirkung geäußert wurden.) Was für ein ausgezeichneter Schriftsteller Tyndall ist!
In Ihrer letzten Notiz fragen Sie, was die Bardfield-Schlüsselblume ist. Es ist P. elatior von Jacq., die, wenn sie wächst, für gewöhnliche Augen sicherlich anders aussieht als die gewöhnliche Schlüsselblume. Ich werde mit Ihnen bis aufs Blut streiten, dass, da Primel und Schlüsselblume im Aussehen verschieden sind (ganz zu schweigen von Geruch, Lebensraum und Verbreitung), und da ich jetzt zeigen kann, dass die zwischengeschalteten Nachkommen steril sind wie gewöhnliche Hybriden, wenn sie sich kreuzen, sie als ebenso gute Arten bezeichnet werden müssen wie ein Mensch und ein Gorilla.
Ich stimme zu, dass, wenn Scotts rote Schlüsselblume wild wuchs oder sich ausbreitete und nicht [in] die gewöhnliche Schlüsselblume variierte (und wir haben absolut keinen Beweis dafür, dass Primel oder Schlüsselblume ineinander variieren), und da sie sich nicht mit der Schlüsselblume kreuzt, sie eine vollkommen gute Art wäre. Die Fähigkeit, über einen längeren Zeitraum konstant zu bleiben, betrachte ich als das Wesen einer Art, kombiniert mit einem wahrnehmbaren Maß an Unterschied; und niemand kann sagen, dass es diesen Unterschied nicht zwischen Primel und Schlüsselblume gibt.
(TAFEL: HUGH FALCONER, 1844. Nach einer Fotografie von Hill & Adamson.)
BRIEF 180. HUGH FALCONER AN W. SHARPEY.
(180/1. Falconer hatte Darwin für die Copley-Medaille der Royal Society vorgeschlagen (die ihm 1864 verliehen wurde), aber da er im Ausland festgehalten wurde, gab er seine Gründe für die Unterstützung Darwins für diese Ehre in einem Brief an Sharpey, den Sekretär der Royal Society, an. Eine Kopie des hier abgedruckten Briefes scheint Erasmus Darwin gegeben worden zu sein, der sie seinem Bruder Charles zeigte.)
Montauban, 25. Oktober 1864.
Busk und ich haben alle Anstrengungen unternommen, um bis zum 27. d. M. zurück in London zu sein, aber wir wurden von Missgeschicken verfolgt – durch Pannen bei Zügen, Postkutschen usw., sodass wir uns in unseren Berechnungen schmerzlich getäuscht haben – und haben einige der Hauptziele verloren, die uns in diesen Teil Frankreichs brachten – von denen keines untätig oder unwichtig war.
Busk startete gestern von Bruniquel nach Paris, um sicherzugehen, dass er bei der Sitzung des Royal Council am Donnerstag anwesend ist. Er wird Ihnen sagen, dass es triftige Gründe für mich gab, hinter ihm zurückzubleiben. Da ich aber den Vorschlag für Herrn Darwin für die Copley-Medaille unterstützte, bitte ich Sie, in Ermangelung meiner Anwesenheit bei der ersten Sitzung dem Präsidenten und dem Rat mein großes Bedauern darüber auszudrücken, dass ich nicht dort bin, und dass ich nur sehr widerwillig aufgehalten werde. Ich werde sicherlich (so Gott will) zur zweiten Sitzung am 3. des kommenden Monats in London sein. In der Zwischenzeit bitte ich um die Gunst, durch Sie bezüglich der Gründe gehört zu werden, aus denen ich die Nominierung Herrn Darwins für die Copley-Medaille unterstützte.
Bezogen auf die klassifizierte Liste, die ich von Herrn Darwins wissenschaftlichen Arbeiten erstellte, die sich über das weite Feld der (1) Geologie, (2) Physischen Geografie, (3) Zoologie, (4) physiologischen Botanik, (5) genetischen Biologie erstrecken, und auf die Kraft, mit der er jedes Thema untersucht hat, das er aufgegriffen hat – Nullum quod tetigit non ornavit – bin ich der Meinung, dass Herr Darwin nicht nur einer der bedeutendsten Naturforscher seiner Zeit ist, sondern dass er in Zukunft als einer der großen Naturforscher aller Länder und aller Zeiten angesehen werden wird. Seine frühe Arbeit über die Struktur und Verbreitung von Korallenriffen stellt eine Ära in der Erforschung des Themas dar. Als monografische Arbeit kann sie mit Dr. Wells „Essay upon Dew“ verglichen werden, ebenso originell, erschöpfend und vollständig – sie enthält genaueste Beobachtungen mit großen und wichtigen Verallgemeinerungen.
Unter den Zoologen gelten seine Monografien über die Balanidae und Lepadidae, fossil und rezent, in den Publikationen der Palaeontographical und Ray Societies als Modelle ihrer Art.
In der physiologischen Botanik sind seine jüngsten Forschungen über den Dimorphismus der Genitalorgane bei bestimmten Pflanzen, verkörpert in seinen Abhandlungen im „Linnean Journal“ über Primula, Linum und Lythrum, von höchster Bedeutung. Sie erschließen eine neue Mine von Beobachtungen auf einem Feld, das zuvor kaum berührt worden war. Dasselbe gilt für seine Forschungen über die Struktur und die verschiedenen Anpassungen der Orchideenblüten an ein bestimmtes Ziel, das mit der Befruchtung der Pflanzen durch Insekten mit fremdem Pollen verbunden ist. Es gab noch nicht genug Zeit, damit ihr gebührender Einfluss auf den Fortschritt der Wissenschaft spürbar werden konnte. Aber in beiden Fällen stellen sie einen Fortschritt per saltum dar. Ich brauche nicht auf den Wert seiner geologischen Forschungen einzugehen, die ihm eine der früheren Auszeichnungen der Wollaston-Medaille von der Geological Society einbrachten, den besten Richtern in diesem Punkt.
Und schließlich Herrn Darwins große Abhandlung über den „Ursprung der Arten“ durch natürliche Selektion. Dieses feierliche und geheimnisvolle Thema war zuvor so leichtfertig oder so grotesk behandelt worden, dass es kaum als innerhalb der Grenzen legitimer philosophischer Forschung liegend betrachtet wurde. Herr Darwin veröffentlichte nach zwanzig Jahren engster Studie und Forschung seine Ansichten, und es genügt zu sagen, dass sie sofort die Aufmerksamkeit der Menschheit in der gesamten zivilisierten Welt auf sich zogen. Dass die Bemühungen eines einzelnen Geistes auf einem Gebiet von solch großem Umfang und von solch großen Schwierigkeiten Erfolg haben konnten, war mehr, als man vernünftigerweise erwarten konnte, und ich bin weit davon entfernt zu glauben, dass Charles Darwin seinen Fall vollständig bewiesen hat. Aber er hat es mit solcher Kraft und in einem so philosophischen und wahrheitssuchenden Geist behandelt und mit einer solchen Menge an originellen und zusammengetragenen Beobachtungen illustriert, dass er das Thema fairerweise innerhalb der Grenzen rationaler wissenschaftlicher Forschung gebracht hat. Ich betrachte diese große Abhandlung über genetische Biologie als einen starken zusätzlichen Anspruch auf die Copley-Medaille zugunsten Herrn Darwins. (180/2. Der folgende Brief (3. Dezember 1864) von Herrn Huxley an Sir J.D. Hooker wird mit freundlicher Genehmigung von Herrn L. Huxley aus dem „Leben“ seines Vaters, I., Seite 255, nachgedruckt. Sabines Ansprache (aus dem „Reader“) ist in „Life and Letters“, III., Seite 28 angegeben. In den „Proceedings of the Royal Society“ ist der anstößige Satz leicht modifiziert. Es wird in Huxleys „Life“ (loc. cit., Anmerkung) gesagt, dass der Satz, der ihm folgt, eingefügt wurde, um den Effekt abzuschwächen:
„Ich wünschte, Sie wären bei der Jubiläumssitzung und dem Abendessen gewesen, denn letzteres war sehr angenehm, und erstere für mich sehr unangenehm. Mein Misstrauen gegenüber Sabine ist, wie Sie wissen, chronisch; und ich ging entschlossen, seine Ansprache genau zu beobachten, falls eine listige Phrase, die Darwin schadet, eingefügt werden sollte. Mein Verdacht war gerechtfertigt, der einzige Teil der Ansprache [in Bezug auf] Darwin, der von Sabine selbst geschrieben wurde, enthielt die folgende Passage:
‚Allgemein und kollektiv gesprochen, haben wir sie [Darwins Theorie] ausdrücklich von den Gründen unserer Auszeichnung ausgenommen.‘“
„Natürlich würde dies von jedermann so ausgelegt werden, dass der Rat nach gebührender Erörterung förmlich beschlossen habe, Darwins Theorie nicht nur von den Gründen der Auszeichnung auszuschließen, sondern dies auch durch den Präsidenten öffentlich bekannt zu geben, und darüber hinaus, dass Darwins Freunde niederträchtig genug gewesen seien, eine Ehrung für ihn unter der Voraussetzung anzunehmen, dass er mit ihrer Entgegennahme öffentlich beleidigt werde!
Ich spürte, dass dies keinesfalls angehen würde, und daher hielt ich, als der Beschluss zum Druck der Ansprache eingebracht wurde, eine Rede, bei der ich darauf achtete, vollkommen ruhig und maßvoll zu bleiben; ich wies jede Absicht von mir, die Freiheit des Präsidenten, zu sagen, was ihm beliebte, einzuschränken, übte jedoch mein verfassungsmäßiges Recht aus, die Verlesung des Sitzungsprotokolls des Rates zu fordern, in dem die Auszeichnung beschlossen wurde, damit die Gesellschaft darüber informiert werden möge, ob die von Sabine angedeuteten Bedingungen auferlegt worden waren oder nicht.
Der Beschluss wurde verlesen, und natürlich kam nichts dergleichen vor. Sabine war das, glaube ich, nicht gerade recht. Sowohl Busk als auch Falconer remonstrierten ihm gegenüber gegen die Passage, und ich hoffe, sie wird zurückgezogen, wenn die Ansprache gedruckt wird. Falls nicht, wird es einen gewaltigen Krach geben, und ich jedenfalls werde keine Gnade walten lassen.“
Bei der Einschätzung des Wertes und Umfanges von Mr. Darwins Forschungen sollte den Umständen, unter denen sie durchgeführt wurden, gebührende Beachtung geschenkt werden – einem Druck durch unaufhörliche Krankheit, die ihm in letzter Zeit nicht mehr als ein oder zwei Stunden des Tages ließ, die er als seine eigenen bezeichnen konnte.
BRIEF 181. AN HUGH FALCONER. Down, 4. November [1864].
Was für ein guter, lieber Freund Sie doch sind! Ich weiß wohl, dass diese Medaille Sie eine Menge Mühe gekostet haben muss. Es ist eine sehr große Ehre für mich, aber ich erkläre, dass das Wissen, dass Sie und einige andere Freunde sich für dieses Thema interessiert haben, für mich der wahre Höhepunkt des Genusses ist; tatsächlich ist es mir weitaus mehr wert als viele Medaillen. Nehmen Sie daher meinen aufrichtigen und herzlichen Dank entgegen. Ich hoffe, dass ich noch die Kraft haben möge, ein wenig mehr Arbeit in der Naturwissenschaft zu leisten, so wackelig und alt ich auch bin. Ich habe über Ihr Postskriptum wegen des armen M. Brulle und seiner jungen Schüler gekichert und triumphiert (181/1. Das Folgende ist das Postskriptum in einem Brief von Falconer an Darwin vom 3. November [1864]: „Ich bin gestern Abend aus Spanien über Frankreich zurückgekehrt. Am Montag war ich in Dijon, wo mich M. Brulle, Professor für Zoologie, während ich im Museum war, nach meiner offenen Meinung über Charles Darwins Lehre fragte. Er erzählte mir verzweifelt, dass er seine Schüler dazu bringen könne, sich irgendetwas von ihm anzuhören, außer à la Darwin! Er, der arme Mann, konnte es nicht begreifen und war immer noch nicht überzeugt, aber alle jungen Franzosen wollten nichts anderes hören oder glauben.“). Vor etwa einer Woche erhielt ich einen fast ähnlichen Bericht aus Deutschland, und zur gleichen Zeit hörte ich von einigen glänzenden Bekehrten in Männern wie Leuckart, Gegenbauer usw. Sie mögen über sich selbst sagen, was Sie wollen, aber ich betrachte einen Mann, der die Naturgeschichte in demselben Geiste behandelt wie Sie, für das, was ich für die Wahrheit halte, als ebenso gut wie einen Bekehrten.
BRIEF 182. AN HUGH FALCONER. Down, 8. November [1864].
Ihre Bemerkung über das Verhältnis der Verleihung der Medaille und den gegenwärtigen Ausbruch von Bigotterie war mir nicht in den Sinn gekommen. Sie scheint sehr wahr zu sein und lässt mich die Auszeichnung umso mehr zu schätzen wissen. General Sabine (182/1. Siehe „Life and Letters“, III., Seite 28.) schrieb mir und bat mich, am Jahrestag teilzunehmen, aber ich sagte ihm, dass es wirklich unmöglich sei. Ich habe nie die Ursache erraten können; aber ich stelle fest, dass mich an meinen guten Tagen, wenn ich ein paar Stunden schreiben kann, alles, was mich aufregt, wie ein halbes oder auch nur ein viertelstündiges Gespräch, im Allgemeinen völlig niederwirft, manchmal sogar für lange Zeit danach. Ich glaube, die Teilnahme am Jahrestag würde mich möglicherweise ernsthaft krank machen. Ich würde es genießen, teilzunehmen und Ihnen und einigen meiner anderen Freunde die Hand zu schütteln, aber es wäre eine Torheit, selbst wenn ich nicht in jenem Augenblick zusammenbräche. Ich sagte Sabine, dass ich nicht wüsste, wer mich für die Medaille vorgeschlagen und unterstützt habe, dass ich aber annehme, es seien Sie, Hooker oder Busk gewesen, und dass ich sicher sei, wenn Sie teilnähmen, würden Sie die Medaille für mich entgegennehmen; und falls keiner von Ihnen teilnehme, würden Lyell oder Huxley sie für mich entgegennehmen. Wollen Sie sie entgegennehmen, und sie könnte bei meinem Bruder hinterlegt werden?
Nehmen Sie noch einmal meinen herzlichen und bleibenden Dank für all Ihre Güte und Anteilnahme entgegen.
BRIEF 183. AN B.D. WALSH. Down, 4. Dezember [1864].
Ich habe mich sehr für Ihren Bericht über Ihr amerikanisches Leben interessiert. Was für ein außergewöhnliches und in sich geschlossenes Leben Sie geführt haben! Und welche geistige Kraft müssen Sie besitzen, um der Wissenschaft nach all dem, was Sie durchgemacht haben, mit so viel Eifer zu folgen! Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet für Ihre Broschüre über Geographische Verbreitung, über Agassiz usw. (183/1. Mr. Walshs Aufsatz „On certain Entomological Speculations of the New England School of Entomologists“ wurde in den „Proc. Entomolog. Soc. of Philadelphia“, September 1864, Seite 207, veröffentlicht.) Ich bin begeistert von der Art und Weise, wie Sie diesen Löwen in seiner Höhle gezähmt haben. Ich stimme allem, was Sie geschrieben haben, voll und ganz zu. Was ich meinte, als ich an Agassiz schrieb, um ihm für ein Bündel seiner Publikationen zu danken, war genau das, was Sie vermuten. (183/2. Nämlich, dass Mr. Darwin, nachdem er von anderen Schriftstellern als Atheist usw. beschimpft worden war, wahrscheinlich einem Schriftsteller gegenüber dankbar war, der bereit war, ihm „einen ebenso ehrfürchtigen Geist wie seinen eigenen“ zuzugestehen. („Methods of Study“, Vorwort, Seite iv.) Ich gestehe jedoch, ich habe nicht voll erkannt, wie er meine Ansichten falsch dargestellt hat; aber ich habe sein „Methods of Study“ nur überflogen und hielt es für ein sehr schlechtes Buch. Ich bin so sehr daran gewöhnt, völlig missverstanden zu werden, dass es kaum meine Aufmerksamkeit erregt. Aber Sie haben wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Alle jüngeren guten Naturforscher, die ich kenne, denken über Agassiz so wie Sie; aber er hat große Dienste in Bezug auf Gletscher und Fische geleistet. Was die Abfolge der Formen betrifft, so hat Pictet seine gesamten Ansichten aufgegeben, und kein Geologe stimmt heute mehr mit Agassiz überein. Ich bin froh, dass Sie Dana’s wilde Vorstellungen angegriffen haben; [obwohl] ich großen Respekt vor Dana habe... Wenn Sie Gelegenheit haben, lesen Sie in den „Trans. Linn. Soc.“ Bates über „Mimetic Lepidoptera of Amazons“. Ich war von seinem Aufsatz begeistert.
Ich habe eine Notiz über Ihre Ansichten bezüglich der weiblichen Cynips in die „Natural History Review“ einfügen lassen (183/3. „Nat. Hist. Review“, Januar 1865, Seite 139. Eine Notiz von „J.L.“ (wahrscheinlich Lord Avebury) über Walshs Aufsatz „On Dimorphism in the Hymenopterous Genus Cynips“ in den „Proc. Entomolog. Soc. of Philadelphia“, März 1864.): ob die Notiz günstig ausfallen wird, weiß ich nicht, aber auf jeden Fall wird sie auf Ihre Ansichten aufmerksam machen...
Da Sie in Ihrem Aufsatz auf die Anhänger der Artenveränderung anspielen, wird es Sie freuen zu hören, dass sehr viele der allerbesten Männer in Deutschland umschwenken. Ich habe in letzter Zeit von Hackel, Gegenbauer, F. Müller, Leuckart, Claparède, Alex. Braun, Schleiden usw. gehört. So ist es, wie ich höre, auch bei den jüngeren Franzosen.
BRIEF 184. AN J.D. HOOKER. Down, 19. Januar [1865].
Es ist Arbeitszeit, aber ich versuche, einen Tag Urlaub zu machen, denn ich habe gestern mein Kletterpflanzen-Papier beendet und abgeschickt. Die letzten zehn Tage habe ich nichts anderes getan, als widerspenstige Sätze zu korrigieren, und ich verabscheue das ganze Thema wie Brechweinstein. Übrigens bin ich überzeugt, dass Sie einen Urlaub brauchen, und ich denke das, weil Sie in Ihrer letzten Notiz so oft den Namen des Teufels vergeblich angerufen haben. Können Sie am Sonntag hierher kommen? Sie wissen, wie sehr ich es mir wünschen würde, und Sie werden hier ruhig und langweilig genug sein, um viel Ruhe zu finden. Ich habe mit Bedauern an das gedacht, was Sie in einer Ihrer späteren Notizen darüber sagten, dass Sie es versäumt hätten, sich Notizen über die Abstufung der Merkmale in Ihren Gattungen zu machen; aber wäre es zu spät? Sicherlich, wenn Sie Namen in Reihen durchgingen, würden die Tatsachen zurückkehren, und Sie könnten sicherlich einen schönen Aufsatz „On the gradation of important characters in the genera of plants“ schreiben. Was unwichtige Merkmale betrifft, so habe ich ihre vollkommene Abstufung in meinem Aufsatz zu einem sehr prominenten Punkt in Bezug auf die Mittel des Kletterns gemacht. Ich fange an zu glauben, dass eines der häufigsten Mittel des Übergangs darin besteht, dass dieselbe individuelle Pflanze dasselbe Teil in verschiedenen Zuständen hat: So kann Corydalis claviculata, wenn man ein Blatt betrachtet, als Rankenträger bezeichnet werden; wenn man ein anderes Blatt betrachtet, kann sie als Blattkletterer bezeichnet werden. Nun bin ich sicher, dass ich mich an einige Fälle bei Pflanzen erinnere, bei denen wichtige Teile wie die Position der Samenanlage unterschiedlich sind: Unterschiede in der Spiralstellung der Blätter an seitlichen und endständigen Zweigen usw.
In der letzten „Natural History Review“ war nicht viel, was mich interessierte, außer koloniale Floren (184/1. „Nat. Hist. Review“, 1865, Seite 46. Eine Rezension von Grisebachs „Flora of the British West Indian Islands“ und Thwaites’ „Enumeratio Plantarum Zeylaniae“. Der erwähnte Punkt wird auf Seite 57 angegeben: „Mehr als die Hälfte der Blütenpflanzen gehört in Westindien zu elf Ordnungen und in Ceylon zu zehn, während die ceylonischen Ordnungen bis auf eine Ausnahme dieselben sind wie die westindischen.“ Der Rezensent spekuliert über die Bedeutung der Tatsache „in Bezug auf die Hypothese einer intertropischen Kälteepoche, wie sie Mr. Darwin für die Wanderung der nördlichen Flora zur südlichen Hemisphäre fordert.“) und der Bericht über die Sexualität der Kryptogamen. Ich nehme an, ersterer war von Oliver; wie überaus merkwürdig ist die Tatsache der Ähnlichkeit der Ordnungen in den Tropen! Ich habe die Überzeugung, dass sie irgendwie mit glazialer Zerstörung zusammenhängt, aber ich kann mich zu dem Thema überhaupt nicht bequem „herumwinden“. Ich bin fast sicher, dass Dana herausfindet, dass die größte Anzahl von Krebstierformen in wärmeren gemäßigten Regionen lebt.
Ich habe einen riesigen Brief von Leo Lesquereux (nach einigem Zögern hielt ich es nicht für wert, ihn Ihnen zu schicken) über die Kohlenflora erhalten: er schrieb einige exzellente Artikel in „Silliman“ wieder für [meine] „Origin“-Ansichten; aber er sagt jetzt, nach wiederholtem Lesen des Buches, sei er ein Bekehrter! Aber wie komisch die menschlichen Geister doch sind! Er sagt, er sei hauptsächlich deshalb bekehrt worden, weil meine Bücher ihm die Geburt Christi, die Erlösung durch Gnade usw. verständlich machten!
BRIEF 185. AN J.D. HOOKER. Down, 9. Februar [1865].
Ich stimme vollkommen zu, wie demütigend der langsame Fortschritt des Menschen ist, aber jeder hat seinen eigenen Lieblingsschrecken, und dieser langsame Fortschritt oder gar die persönliche Vernichtung sinkt in meinem Geist zur Bedeutungslosigkeit herab im Vergleich zu der Vorstellung oder vielmehr, so vermute ich, Gewissheit, dass die Sonne eines Tages abkühlt und wir alle erfrieren. An den Fortschritt von Millionen von Jahren zu denken, wo jeder Kontinent von guten und aufgeklärten Menschen wimmelt, alles endend in diesem, und wahrscheinlich ohne einen neuen Anfang, bis unser Planetensystem wieder in rotglühendes Gas verwandelt worden ist. Sic transit gloria mundi, mit einer Rache...
BRIEF 186. AN B.D. WALSH. Down, 27. März [1865].
Ich habe mich sehr für Ihren Brief interessiert. Ich erhielt Ihren früheren Aufsatz über Phytophagische Varietät (186/1. Für „Phytophagic Varieties and Phytophagic Species“ siehe „Proc. Entomolog. Soc. Philadelphia“, November 1864, Seite 403, auch Dezember 1865. Der Teil über Abstufung wird auf den Seiten 427, 428 zusammengefasst. Walsh zeigt, dass eine vollständige Abstufung zwischen Arten besteht, die von Nahrungsänderungen absolut unbeeinflusst sind, und Fällen, in denen „Unterschiede in der Nahrung von deutlichen und konstanten Unterschieden begleitet sind, entweder in Bezug auf Färbung, Struktur oder beides, im Larven-, Puppen- und Imago-Zustand.“), von dem das meiste neu für mich war. Ich habe seitdem Ihren Aufsatz über Weidengallen erhalten; dies war sehr gelegen, da ich ein wenig über Gallen lernen wollte. Es gab vieles in diesem Aufsatz, was mich überaus interessiert hat, über Abstufungen usw. und über Ihre „Einheit der Färbung“. (186/2. „Einheit der Färbung“: dieser Ausdruck scheint im Aufsatz vom November 1864 nicht vorzukommen, wird aber ausführlich in dem vom Dezember 1865, Seite 209, diskutiert.) Dieses letztere Thema ist fast neu für mich, obwohl ich vor vielen Jahren einige solcher Fälle bei Vögeln gesammelt habe; aber was mich am meisten beeindruckte, war, wenn eine Vogelgattung zwei Kontinente bewohnt, die beiden Sektionen manchmal eine etwas andere Art der Färbung aufweisen. Ich würde gerne hören, ob dies nicht bei weit verbreiteten Insektengattungen vorkommt? Es mag Sie interessieren zu hören, dass Wichura (186/3. Max Wichuras „Die Bastardbefruchtung im Pflanzenreich, etc.“: Breslau 1865. Eine Übersetzung erschien in der „Bibliothèque Universelle“, xxiii., Seite 129: Genf 1865.) kürzlich ein Buch veröffentlicht hat, das mich vollkommen überzeugt hat, dass es in Europa eine Vielzahl von spontanen Bastardweiden gibt. Wäre es nicht sehr interessant zu wissen, wie sich die Gallbildner in Bezug auf diese Bastarde verhielten? Halten Sie es für wahrscheinlich, dass der Vorfahre von Cecidomyia sein Gift wie Mücken (die Menschen stechen) nicht für einen besonderen Zweck (zumindest nicht für die Gallbildung) erworben hat? Solche Vorstellungen lassen mich wünschen, dass jemand die in meinem früheren Brief vorgeschlagenen Experimente versuchen würde. Ist es nicht wahrscheinlich, dass Gastfliegen ursprünglich Gallbildner waren und zu ihnen in derselben Beziehung stehen wie Apathus wahrscheinlich zu Bombus? (186/4. Apathus (= Psithyrus) lebt in den Nestern von Bombus. Diese Insekten sollen den Hummeln so ähnlich sein, dass „sie von den frühen Entomologen nicht von ihnen unterschieden wurden“: Dr. Sharp in „Cambridge Nat. Hist. (Insects“, Teil II.), Seite 59.) Bezüglich des Dimorphismus mag es Sie interessieren zu hören, dass Dr. Hooker mir sagt, dass eine zweihäusige parasitäre Pflanze, die mit Rafflesia verwandt ist, ihre beiden Geschlechter als Parasiten auf zwei verschiedenen Arten derselben Pflanzengattung hat; halten Sie also Ausschau nach einem solchen Fall bei den beiden Formen von Cynips. Ich habe Ihnen Exemplare meiner Aufsätze über Dimorphismus zugeschickt. Leersia (186/5. Leersia oryzoides wurde lange Zeit für die Produktion von nur kleistogamen und daher autogamen Blüten gehalten. Siehe „Variation of Animals and Plants“, Ausgabe II., Band II., Seite 69.) verhält sich im Naturzustand tatsächlich auf die von mir beschriebene ärgerliche Weise. Bezüglich Wagners merkwürdiger Entdeckung ist meine Meinung nichts wert; zweifellos ist es eine große Anomalie, aber sie erscheint mir bei weitem nicht so unglaubwürdig wie Ihnen. Denken Sie daran, wie verwandte Formen bei den Hydrozoa in ihren sogenannten Alternativgenerationen differieren; ich folge denjenigen Naturforschern, die all solche Fälle als Formen der Knospung betrachten; und eine Vielzahl von Organismen hat diese Kraft oder Spuren dieser Kraft in jedem Alter, vom Keim bis zur Reife. Bezüglich Agassiz’ Ansichten gab es viele, und es gibt immer noch nicht wenige, die glauben, dass dieselbe Art an vielen Orten erschaffen wird. Ich habe an Bates geschrieben, und er wird Ihnen seinen Mimese-Aufsatz schicken; und ich wage zu sagen, auch andere: er ist ein erstklassiger Mann.
Ihr Fall der flügellosen Insekten in der Nähe der Rocky Mountains ist überaus merkwürdig. Ich bin sicher, ich habe von einem solchen Fall in der Alten Welt gehört: Ich glaube im Kaukasus. Würde mein Argument über flügellose Inselinsekten vielleicht auf wirklich alpine Insekten zutreffen? Denn wäre es für sie nicht der Untergang, von ihrer eigentlichen Heimat weggeblasen zu werden? Ich würde Ihnen gerne über viele Punkte ausführlicher schreiben, aber ich habe keine Kraft übrig.
BRIEF 187. AN A.R. WALLACE. Down, 22. September [1865].
Ich bin Ihnen sehr für Ihren Auszug dankbar (187/1. Mr. Wallace hatte Darwin eine Notiz über eine Haubenschwarzdrossel geschickt, die das Merkmal an einige ihrer Nachkommen weitergab.); ich habe noch nie von einem solchen Fall gehört, obwohl eine solche Variation vielleicht am ehesten von allen in der Natur vorkommen und vererbt werden könnte, insofern als alle domestizierten Vögel Rassen mit einer Haube oder mit umgekehrten Federn auf dem Kopf aufweisen. Ich habe manchmal gedacht, der Vorfahre der gesamten Klasse müsse ein behaubtes Tier gewesen sein.
Machen Sie Fortschritte mit Ihrem Reisejournal? Ich bin umso begieriger darauf, dass Sie dies tun, da ich kürzlich mit großem Interesse einige Aufsätze von Ihnen über den Orang-Utan usw. in den „Annals“ gelesen habe, von denen ich kürzlich die späteren Bände gelesen habe. Ich habe immer gedacht, dass Journale dieser Art beträchtlichen Nutzen bringen, indem sie den Geschmack für Naturgeschichte fördern: Ich weiß in meinem eigenen Fall, dass nichts meinen Eifer jemals so sehr stimuliert hat wie das Lesen von Humboldts „Personal Narrative“. Ich habe den letzten Teil der „Linnean Transactions“ noch nicht erhalten, aber Ihr Aufsatz (187/2. Wahrscheinlich über die Variabilität und Verbreitung der Schmetterlinge der malaiischen Region: „Linn. Soc. Trans.“ XXV., 1866.) wird derzeit etwas über meine Kräfte gehen, denn obwohl es mir etwas besser geht, kann ich bisher kaum etwas anderes tun, als auf dem Sofa zu liegen und mir vorlesen zu lassen. Übrigens, haben Sie Tylor und Lecky gelesen? (187/3. Tylor, „Early History of Mankind“; Lecky, „Rationalism“.) Beide Bücher haben mich sehr interessiert. Ich nehme an, Sie haben Lubbock gelesen. (187/4. Lubbock, „Prehistoric Times“, Seite 479: „...die Theorie der Natürlichen Selektion, die er mit charakteristischer Selbstlosigkeit vorbehaltlos Mr. Darwin zuschreibt.“) Im letzten Kapitel gibt es eine Anmerkung über Sie, der ich von ganzem Herzen zustimme. Ich sehe, Sie waren bei der British Association, aber ich habe nichts davon gehört, außer was ich im „Reader“ aufgeschnappt habe. Ich habe das Gerücht gehört, dass der „Reader“ an die Anthropological Society verkauft wurde. Wenn Sie die Mühe einer weiteren Notiz nicht scheuen (denn mein einziger Nachrichtenkanal durch Hooker ist durch seine Krankheit geschlossen), würde ich sehr gerne hören, ob der „Reader“ tatsächlich verkauft wurde. Es täte mir sehr leid, da das Blatt dadurch in seiner Tendenz sektiererisch würde. Wenn Sie schreiben, sagen Sie mir, was Sie selbst tun. Die einzige Neuigkeit, die ich über die „Origin“ habe, ist, dass Fritz Müller vor einigen Monaten ein bemerkenswertes Buch (187/5. „Für Darwin.“) zu ihren Gunsten veröffentlicht hat, und zweitens, dass gerade eine zweite französische Ausgabe herauskommt.
BRIEF 188. AN F. MÜLLER. Down, 11. Januar [1866].
Ich habe Ihren interessanten Brief vom 5. November vor einiger Zeit erhalten und sofort ein Exemplar meines „Journal of Researches“ abgeschickt. Ich fürchte, Sie werden mich in meinem Angebot für lästig halten; aber haben Sie die zweite deutsche Ausgabe der „Origin“? Diese ist eine Übersetzung, mit Ergänzungen, der dritten englischen Ausgabe und ist, wie ich glaube, im Vergleich zur ersten Ausgabe beträchtlich verbessert. Ich habe einige zusätzliche Exemplare, die mir nichts nützen, und es wäre mir ein Vergnügen, Ihnen eines zu schicken, wenn es Ihnen von Nutzen wäre. Sie müssten das Buch nie wieder ganz lesen, aber vielleicht möchten Sie auf eine Passage verweisen. Ich bin Ihnen besonders für Ihr Foto dankbar, denn man hat gerne ein Bild im Kopf von jedem, an dem man interessiert ist. Ich habe Ihren Aufsatz über den Schwamm mit hornartigen Nadeln erhalten und mit Interesse gelesen. (188/1. „Ueber Darwinella aurea, einen Schwamm mit sternförmigen Hornnadeln.“ – „Archiv. Mikrosk. Anat.“ I., Seite 57, 1866.) Aufgrund meiner angeschlagenen Gesundheit und weil ich beschäftigt war, als ich früher gesund war, habe ich einige Jahre lang die periodische wissenschaftliche Literatur vernachlässigt und habe sie in letzter Zeit nachgelesen und dabei Übersetzungen mehrerer Ihrer Aufsätze gelesen; unter denen ich besonders froh war, die Metamorphosen von Peneus zu lesen und die Zeichnungen dazu zu sehen. (188/2. „On the Metamorphoses of the Prawns“, von Dr. Fritz Müller. – „Ann. Mag. Nat. Hist.“ Band XIV., Seite 104 (mit Tafel), 1864. Übersetzt von W.S. Dallas aus „Wiegmann’s Archiv“, 1863 (siehe auch „Facts and Arguments for Darwin“, passim, übersetzt von W.S. Dallas: London, 1869).) Dies scheint mir die interessanteste Entdeckung in der Embryologie zu sein, die seit Jahren gemacht wurde.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie mir ein wenig von Ihren Zukunftsplänen mitgeteilt haben; was für ein seltsames, aber nach meinem Geschmack interessantes Leben Sie führen werden, wenn Sie sich auf Ihr Anwesen am Itajahy zurückziehen!
Sie beziehen sich in Ihrem Brief auf die Tatsachen, die Agassiz gegen unsere Ansichten am Amazonas sammelt. Obwohl er so viel für die Wissenschaft getan hat, erscheint er mir in all seinen Ansichten so wild und paradox, dass ich seine Meinungen für wertlos halte.
BRIEF 189. AN A.R. WALLACE. Down, 22. Januar 1866.
Ich danke Ihnen für Ihre Arbeit über Tauben (189/1. „On the Pigeons of the Malay Archipelago“ [„The Ibis“, Oktober 1865]. Herr Wallace weist darauf hin [Seite 366], dass „die auffälligste Überfülle an Tauben sowie an Papageien auf die australo-malaiische Subregion beschränkt ist, in der... die waldbewohnenden und früchtefressenden Säugetiere, wie Affen und Eichhörnchen, völlig fehlen.“ Er weist auch darauf hin, dass Affen „äußerst zerstörerisch gegenüber Eiern und jungen Vögeln“ sind.), die mich interessierte, wie alles, was Sie schreiben. Wer hätte jemals geträumt, dass Affen die Verbreitung von Tauben und Papageien beeinflussen! Aber ich hatte eine noch höhere Befriedigung, denn ich beendete gestern Ihre Arbeit in den „Linnean Transactions“ (189/2. „Linn. Soc. Trans.“ XXV.: eine Arbeit über die geografische Verbreitung und Variabilität der malaiischen Papilionidae). Sie ist bewundernswert gemacht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der festeste Anhänger von Arten sie lesen könnte, ohne ins Wanken zu geraten. Solche Arbeiten werden unter Naturforschern viel mehr Bekehrte finden als weitschweifige Bücher, wie ich sie schreiben werde, falls ich die Kraft dazu habe. Ich war besonders beeindruckt von Ihren Bemerkungen zum Dimorphismus; aber ich kann einen Punkt nicht ganz verstehen (Seite 22) (189/3. Die Passage, auf die in diesem Brief als erklärungsbedürftig verwiesen wird, ist folgende: „Die letzten sechs Fälle von Mimikry sind besonders aufschlussreich, da sie auf einen der Prozesse hinzuweisen scheinen, durch die dimorphe Formen hervorgebracht wurden. Wenn, wie in diesen Fällen, ein Geschlecht sich stark vom anderen unterscheidet und selbst stark variiert, kann es vorkommen, dass gelegentlich individuelle Variationen auftreten, die eine entfernte Ähnlichkeit mit Gruppen aufweisen, die die Objekte der Mimikry sind und denen zu ähneln daher vorteilhaft ist. Eine solche Varietät wird eine bessere Chance auf Erhaltung haben; die Individuen, die sie besitzen, werden sich vermehren; und ihre zufällige Ähnlichkeit mit der begünstigten Gruppe wird durch erbliche Übertragung dauerhaft gemacht, und da jede aufeinanderfolgende Variation, die die Ähnlichkeit erhöht, bewahrt wird und alle Variationen, die vom begünstigten Typ abweichen, eine geringere Chance auf Erhaltung haben, werden sich mit der Zeit jene singulären Fälle von zwei oder mehr isolierten und festen Formen ergeben, die durch jene intime Verwandtschaft verbunden sind, welche sie zu den Geschlechtern einer einzigen Art macht. Der Grund, warum die Weibchen dieser Art der Modifikation stärker unterworfen sind als die Männchen, ist wahrscheinlich, dass ihr langsamerer Flug, wenn sie mit Eiern beladen sind, und ihre Ausgesetztheit gegenüber Angriffen während des Ablegens ihrer Eier auf Blätter es für sie besonders vorteilhaft machen, einen zusätzlichen Schutz zu haben. Diesen erhalten sie sofort durch den Erwerb einer Ähnlichkeit mit anderen Arten, die aus welchem Grund auch immer eine relative Immunität gegen Verfolgung genießen.“ Herr Wallace war so freundlich, uns die folgende Notiz zu der obigen Passage zu geben: „Das obige Zitat befasst sich ausschließlich mit der Frage, wie bestimmte Weibchen der polymorphen Arten [Papilio Memnon, P. Pammon und andere] so modifiziert wurden, dass sie Arten eines ganz anderen Abschnitts der Gattung nachahmen; es versucht jedoch nicht zu erklären, warum oder wie die anderen sehr variablen Typen von Weibchen entstanden sind, und dies war Darwins Schwierigkeit. Da der Brief, den ich als Antwort schrieb, verloren gegangen ist und es ziemlich schwierig ist, die Angelegenheit ohne Bezugnahme auf die farbigen Abbildungen klar zu erklären, muss ich etwas ins Detail gehen und nun das geben, was wahrscheinlich die Erklärung war, die ich damals gab. Das Männchen von Papilio Memnon ist ein großer schwarzer Schmetterling, bei dem die Nervuren zu den Rändern der Flügel hin mit bläulich-grauen Punkten gesäumt sind. Es ist ein Waldinsekt, und die sehr dunkle Farbe macht es auffällig; aber es ist ein starker Flieger und überlebt daher. Für das Weibchen wäre diese auffällige Farbmasse jedoch gefährlich, aufgrund ihres langsameren Fluges und der Notwendigkeit, während des Ablegens ihrer Eier auf den Blättern der Futterpflanze der Larve ständig zu ruhen. Sie hat daher hellere und vielfältigere Farbtöne erworben. Die randständigen, grau gepunkteten Streifen des Männchens sind bräunlich-aschfarben und auf den Vorderflügeln viel breiter geworden, während der Rand der Hinterflügel gelblich ist, mit einem deutlicher definierten Fleck in der Nähe des Analwinkels. Dies ist die Form, die dem Männchen am ähnlichsten ist, aber sie ist vergleichsweise selten, wobei die häufigere von viel hellerer Farbe ist, wobei das Bläulich-Grau der Hinterflügel oft vollständig durch ein breites Band aus gelblichem Weiß ersetzt wird. Der Analwinkel ist orangegelb und an der Basis der Vorderflügel befindet sich ein leuchtend roter Fleck. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es jede mögliche Variation. Nun ist es ganz sicher, dass diese variierende Mischung aus Braun, Schwarz, Weiß, Gelb und Rot inmitten der sich ständig verändernden Farbtöne des Waldes mit ihren überall eindringenden Sonnenstrahlen, die starke Kontraste sowie Licht- und Schattenflecken bilden, weitaus weniger auffällig ist. Daher erhalten ALLE Weibchen – eines zu einer Zeit und eines zu einer anderen – EINEN GEWISSEN Schutz, und das reicht aus, um ihnen zu ermöglichen, lange genug zu leben, um ihre Eier zu legen, wenn ihre Arbeit erledigt ist. Dennoch gelang es ihnen unter schlechten Bedingungen gerade so zu überleben, und da die Färbung einiger dieser variierenden Weibchen derjenigen der geschützten Schmetterlinge der P. coon-Gruppe sehr ähnelte [vielleicht zu einer Zeit, als die Schwänze der letzteren nicht vollständig entwickelt waren], trugen alle Rudimente einer Verlängerung des Flügels zu einem Schwanz zu der schützenden Ähnlichkeit bei und wurden daher bewahrt. Die Holzschnitte einiger dieser Formen in meinem „Malay Archipelago“ [i., Seite 200] werden es denjenigen, die dieses Buch zur Hand haben, ermöglichen, die vorstehende Erklärung besser zu verstehen.), und wäre für eine Erklärung dankbar, denn ich möchte Sie vollständig verstehen. Wie kann eine weibliche Form selektiert werden und die intermediären Formen aussterben, ohne dass auch die andere extreme Form ausstirbt, weil sie nicht die Vorteile der ersten selektierten Form hat? Denn, wie ich verstehe, kommen beide weiblichen Formen auf derselben Insel vor. Ich stimme Ihrer Unterscheidung zwischen dimorphen Formen und Varietäten voll und ganz zu; aber ich bezweifle, ob Ihr Kriterium, dass dimorphe Formen keine intermediären Nachkommen hervorbringen, ausreichen wird, denn ich kenne eine ganze Reihe von Varietäten, die so genannt werden müssen, die sich nicht vermischen oder kreuzen, sondern Nachkommen hervorbringen, die ganz wie das eine oder andere Elternteil sind.
Ich war besonders beeindruckt von Ihren Bemerkungen zur geografischen Verbreitung auf Celebes. Es ist unmöglich, dass etwas besser ausgedrückt werden könnte, und es würde den unveränderlichen Naturforschern einen kalten Schauer über den Rücken jagen.
Und nun werde ich eine Frage stellen, die Ihnen nicht gefallen wird. Wie läuft es mit Ihrem Journal? Es wäre eine Schande, wenn Sie Ihre Forschungen nicht popularisieren würden.
BRIEF 190. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. Hurstpierpoint, Sussex, 2. Juli 1866.
Ich war so wiederholt beeindruckt von der völligen Unfähigkeit zahlreicher intelligenter Personen, die selbsttätigen und notwendigen Wirkungen der Natürlichen Selektion klar oder überhaupt zu sehen, dass ich zu dem Schluss komme, dass der Begriff selbst und Ihre Art, ihn zu illustrieren, so klar und schön sie für viele von uns auch sein mögen, dennoch nicht am besten geeignet sind, ihn der allgemeinen naturforschenden Öffentlichkeit einzuprägen. Die zwei letzten Fälle des Missverständnisses sind: (1) der Artikel über „Darwin und seine Lehren“ im letzten „Quarterly Journal of Science“, der zwar sehr gut geschrieben und im Ganzen anerkennend ist, aber dennoch mit dem Vorwurf von so etwas wie Blindheit schließt, dass Sie nicht sehen, dass die Natürliche Selektion die ständige Beobachtung eines intelligenten „Wählers“ erfordert, wie die Selektion durch den Menschen, mit der Sie sie so oft vergleichen; und (2) in Janets kürzlich erschienenem Werk über den „Materialismus der Gegenwart“, das letzten Samstag im „Reader“ rezensiert wurde, aus dessen Auszug ich sehe, dass er Ihren schwachen Punkt darin sieht, dass Sie nicht sehen, dass „Denken und Richtung wesentlich für die Wirkung der Natürlichen Selektion sind.“ Derselbe Einwand wurde ein Dutzend Mal von Ihren Hauptgegnern erhoben, und ich habe ihn selbst so oft im Gespräch gehört. Nun, ich denke, dies beruht fast ausschließlich auf Ihrer Wahl des Begriffs „Natürliche Selektion“ und dem ständigen Vergleich seiner Wirkungen mit der Selektion durch den Menschen sowie Ihrem häufigen Personifizieren der Natur als „selektierend“, als „bevorzugend“, als „nur das Wohl der Art suchend“ usw. Für die Wenigen ist dies so klar wie der Tag und wunderbar anregend, aber für viele ist es offensichtlich ein Stolperstein. Ich möchte Ihnen daher die Möglichkeit vorschlagen, diese Quelle von Missverständnissen in Ihrem großen Werk (falls es nicht jetzt zu spät ist) sowie in allen zukünftigen Ausgaben des „Origin“ vollständig zu vermeiden, und ich denke, es kann ohne Schwierigkeit und sehr wirkungsvoll geschehen, indem man Spencers Begriff übernimmt (den er im Allgemeinen der Natürlichen Selektion vorzieht), nämlich „survival of the fittest“ (Überleben der Tauglichsten).
Dieser Begriff ist der einfache Ausdruck der Tatsache; Natürliche Selektion ist ein metaphorischer Ausdruck dafür und bis zu einem gewissen Grad indirekt und ungenau, da sie, selbst wenn man die Natur personifiziert, nicht so sehr spezielle Variationen selektiert, als vielmehr die ungünstigsten ausrottet.
Kombiniert mit den enormen Vervielfältigungskräften aller Organismen und dem „Kampf ums Dasein“, der zur ständigen Zerstörung des bei weitem größten Teils führt – Fakten, die keiner Ihrer Gegner, soweit mir bekannt ist, geleugnet oder missverstanden hat –, könnte das „Überleben der Tauglichsten“ gegenüber denen, die weniger tauglich waren, unmöglich geleugnet oder missverstanden werden. Ebenso wenig wäre es möglich zu sagen, dass für die Sicherung des „Überlebens der Tauglichsten“ ein intelligenter Wähler notwendig sei; während, wenn Sie sagen, die Natürliche Selektion wirke so, dass sie diejenigen wähle, die am tauglichsten sind, es MISSVERSTANDEN wird und anscheinend immer wird. Wenn ich in Ihrem Buch nachsehe, finde ich Ausdrücke wie „Der Mensch selektiert nur zu seinem eigenen Wohl; die Natur nur für das des Wesens, das sie pflegt.“ Dies, so scheint es, wird immer missverstanden werden; aber wenn Sie gesagt hätten „Der Mensch selektiert nur zu seinem eigenen Wohl; die Natur, durch das unvermeidliche ‚Überleben der Tauglichsten‘, nur für das des Wesens, das sie pflegt“, wäre es weniger anfällig dafür gewesen.
Ich finde, Sie verwenden den Begriff „Natürliche Selektion“ in zwei Sinnen: (1) für die einfache Erhaltung günstiger und die Zurückweisung ungünstiger Variationen, in welchem Fall es gleichbedeutend mit „Überleben der Tauglichsten“ ist; und (2) für den Effekt oder die Veränderung, die durch diese Erhaltung hervorgerufen wird, wie wenn Sie sagen: „Um die Umstände zusammenzufassen, die für die Natürliche Selektion günstig oder ungünstig sind“, und wieder: „Isolation ist ebenfalls ein wichtiges Element im Prozess der Natürlichen Selektion.“ Hier ist nicht nur das „Überleben der Tauglichsten“ gemeint, sondern die durch das Überleben der Tauglichsten hervorgerufene Veränderung. Beim Durchsehen Ihres vierten Kapitels finde ich, dass diese Änderungen der Begriffe in den meisten Fällen leicht vorgenommen werden können, während in einigen Fällen das Hinzufügen von „oder Überleben der Tauglichsten“ nach „Natürlicher Selektion“ am besten wäre; und in anderen, die weniger wahrscheinlich missverstanden werden, kann der ursprüngliche Begriff allein stehen bleiben.
Ich könnte es nicht wagen, einer anderen Person eine so große Änderung der Begriffe vorzuschlagen, aber Sie, da bin ich sicher, werden ihr eine unparteiische Prüfung zukommen lassen, und wenn Sie wirklich denken, dass die Änderung ein besseres Verständnis Ihres Werkes bewirkt, werden Sie nicht zögern, sie anzunehmen.
Es ist offensichtlich auch notwendig, die „Natur“ nicht zu sehr zu personifizieren – obwohl ich sehr dazu neige, es selbst zu tun –, da die Leute nicht verstehen werden, dass all solche Phrasen Metaphern sind. Natürliche Selektion ist, wenn sie verstanden wird, ein so notwendiges und selbstverständliches Prinzip, dass es schade ist, wenn es in irgendeiner Weise verdunkelt wird; und es scheint mir daher, dass der freie Gebrauch von „Überleben der Tauglichsten“, was eine kompakte und genaue Definition davon ist, sehr dazu beitragen würde, dass es weiter akzeptiert wird und verhindert, dass es so sehr falsch dargestellt und missverstanden wird.
Es gibt einen weiteren Einwand von Janet, der ebenfalls ein sehr häufiger ist. Er lautet, dass die Chancen unendlich gering sind, dass die besondere Art der erforderlichen Variation mit jeder Änderung der äußeren Bedingungen übereinstimmt, um es einem Tier zu ermöglichen, durch Natürliche Selektion in Harmonie mit solchen geänderten Bedingungen modifiziert zu werden; besonders wenn wir bedenken, dass, um die fast unendlichen Modifikationen organischer Wesen hervorzubringen, diese Übereinstimmung eine fast unendliche Anzahl von Malen stattgefunden haben muss.
Nun, es scheint mir, dass Sie selbst dazu geführt haben, dass dieser Einwand erhoben wird, indem Sie den Fall so oft zu stark gegen sich selbst dargelegt haben. Zum Beispiel fragen Sie zu Beginn von Kapitel IV., ob es „unwahrscheinlich sei, dass nützliche Variationen manchmal im Laufe von tausenden Generationen auftreten“; und ein wenig weiter sagen Sie: „wenn keine vorteilhaften Variationen auftreten, kann die Natürliche Selektion nichts tun.“ Nun, solche Ausdrücke haben Ihren Gegnern den Vorteil verschafft, anzunehmen, dass günstige Variationen seltene Unfälle seien oder sogar für lange Zeiträume niemals auftreten könnten, und so würde Janets Argument vielen von großer Kraft erscheinen. Ich denke, es wäre besser, alle solche einschränkenden Ausdrücke abzuschaffen und ständig aufrechtzuerhalten (was ich sicherlich für die Tatsache halte), dass Variationen jeder Art immer in jedem Teil jeder Art auftreten und dass daher günstige Variationen immer bereit sind, wenn sie gebraucht werden. Sie haben, da bin ich sicher, reichlich Material, um dies zu beweisen; und es ist, glaube ich, die große Tatsache, die Modifikation und Anpassung an Bedingungen fast immer möglich macht. Ich würde die Beweislast meinen Gegnern auferlegen, zu zeigen, dass irgendein Organ, irgendeine Struktur oder Fähigkeit nicht variiert, selbst während einer Generation, unter allen Individuen einer Art; und auch irgendeinen Modus oder Weg zu zeigen, in dem ein solches Organ usw. nicht variiert. Ich würde sie bitten, irgendeinen Grund für die Annahme zu geben, dass ein Organ usw. jemals zu irgendeiner Zeit bei allen Individuen einer Art absolut identisch ist, und wenn nicht, dann variiert es immer, und es gibt immer Materialien, die aus der einfachen Tatsache, dass „die Tauglichsten überleben“, zur Modifikation der Rasse in Harmonie mit geänderten Bedingungen neigen werden.
Ich hoffe, diese Bemerkungen sind für Sie verständlich und Sie sind so freundlich, mich wissen zu lassen, was Sie von ihnen halten.
Ich habe seit einiger Zeit nicht gehört, wie es Ihnen geht. Ich hoffe, Sie verbessern sich weiterhin in Ihrer Gesundheit und dass Sie nun mit Ihrem großen Werk vorankommen können, auf das so viele Tausende mit Interesse schauen.
BRIEF 191. AN A.R. WALLACE.
(191/1. Aus „Life and Letters“, III., Seite 45.)
Down, 5. Juli [1866].
Ich war sehr interessiert an Ihrem Brief, der so klar wie der Tag ist. Ich stimme allem, was Sie über die Vorteile von H. Spencers exzellentem Ausdruck des „Überlebens der Tauglichsten“ sagen, voll und ganz zu. Dies war mir jedoch bis zum Lesen Ihres Briefes nicht in den Sinn gekommen. Es ist jedoch ein großer Einwand gegen diesen Begriff, dass er nicht als Substantiv verwendet werden kann, das ein Verb regiert; und dass dies ein echter Einwand ist, schließe ich daraus, dass H. Spencer ständig die Worte Natürliche Selektion verwendet. Ich dachte früher, wahrscheinlich in übertriebenem Maße, dass es ein großer Vorteil sei, natürliche und künstliche Selektion in Verbindung zu bringen; dies führte mich in der Tat dazu, einen gemeinsamen Begriff zu verwenden, und ich denke immer noch, dass es ein gewisser Vorteil ist. Ich wünschte, ich hätte Ihren Brief vor zwei Monaten erhalten, denn ich hätte „das Überleben“ usw. oft in die neue Ausgabe des „Origin“ eingearbeitet, die jetzt fast ausgedruckt ist und von der ich Ihnen natürlich ein Exemplar senden werde. Ich werde den Begriff in meinem nächsten Buch über Haustiere usw. verwenden, von dem ich übrigens deutlich sehe, dass Sie VIEL zu viel erwarten. Der Begriff Natürliche Selektion wurde inzwischen im Ausland und zu Hause so umfassend verwendet, dass ich bezweifle, ob er aufgegeben werden könnte, und trotz all seiner Fehler würde ich es bedauern, wenn der Versuch unternommen würde. Ob er verworfen wird, muss nun vom „Überleben der Tauglichsten“ abhängen. Da der Begriff mit der Zeit verständlich werden muss, werden die Einwände gegen seinen Gebrauch immer schwächer werden. Ich bezweifle, ob der Gebrauch irgendeines Begriffs das Thema für manche Geister verständlich gemacht hätte, so klar es für andere ist; denn sehen wir nicht bis zum heutigen Tag, dass Malthus über die Bevölkerung unsinnig missverstanden wird? Diese Überlegung über Malthus hat mich oft getröstet, wenn ich mich über diese Fehlinterpretation meiner Ansichten geärgert habe. Was M. Janet betrifft, so ist er ein Metaphysiker, und solche Herren sind so scharfsinnig, dass ich glaube, dass sie oft das gemeine Volk missverstehen. Ihre Kritik an dem doppelten Sinn, in dem ich Natürliche Selektion verwendet habe, ist neu für mich und unwiderlegbar; aber mein Fehler hat keinen Schaden angerichtet, denn ich glaube nicht, dass irgendjemand außer Ihnen dies jemals bemerkt hat. Wiederum stimme ich zu, dass ich zu viel über „günstige Variationen“ gesagt habe, aber ich neige dazu zu glauben, dass Sie die Gegenseite zu stark vertreten: wenn jeder Teil jedes Wesens variierte, glaube ich nicht, dass wir dasselbe Ziel oder Objekt durch so wunderbar vielfältige Mittel erreicht sähen.
Ich hoffe, Sie genießen das Land, sind bei guter Gesundheit und arbeiten hart an Ihrem Buch über den „Malay Archipelago“, denn ich werde diesen Wunsch immer in jede Notiz schreiben, die ich Ihnen schreibe, wie manche gute Leute immer einen Text einfügen. Meine Gesundheit bleibt ziemlich gleich, oder verbessert sich eher, und ich bin in der Lage, täglich einige Stunden zu arbeiten.
BRIEF 192. AN C. LYELL. Down, 9. Oktober [1866].
Eine Zeile, um zu sagen, dass ich Ihre Notiz und die Korrekturabzüge sicher erhalten habe und sie mit dem größten Vergnügen lesen werde; aber ich bin sicher, dass ich keine Kritik zum astronomischen Kapitel (192/1. „Principles of Geology“, von Sir Charles Lyell; 10. Ausgabe, London, 1867. Kapitel XIII. befasst sich mit „Klimaschwankungen, wie weit sie durch astronomische Ursachen beeinflusst werden“) senden kann, da ich in dieser Hinsicht so unwissend wie ein Schwein bin. Ich werde einige Tage brauchen, um das zu lesen, was geschickt wurde. Ich habe gerade Kapitel IX. gelesen (192/2. Kapitel IX., „Theorie der progressiven Entwicklung des organischen Lebens in aufeinanderfolgenden geologischen Perioden“) und mag es außerordentlich; es scheint mir alles sehr klar, vorsichtig und scharfsinnig. Sie deuten auf einen sehr auffälligen Punkt nicht genug oder gar nicht hin – nämlich, dass die Klassen früher weniger differenziert waren, als sie es jetzt sind; und diese Spezialisierung der Klassen muss, wie wir schließen können, sie für verschiedene allgemeine Lebensgewohnheiten sowie für die Spezialisierung bestimmter Organe geeignet machen.
Seite 162 (192/3. Auf Seite 163 verweist Lyell auf das Fehlen von Cetacea in sekundären Gesteinen und äußert die Meinung, dass ihr Fehlen „eine negative Tatsache von großer Bedeutung ist, die mehr als jede andere es höchst unwahrscheinlich erscheinen lässt, dass wir jemals Luftatmer der höchsten Klasse in irgendeiner der primären Schichten oder in irgendeinem der älteren Glieder der sekundären Serie finden werden.“) Ich widerspreche Ihrem Argument von den Cetacea etwas: da sie so stark modifizierte Säugetiere sind, hätten sie eher später in der Serie auftreten sollen. Sie werden mich für ziemlich unverschämt halten, aber die Diskussion am Ende von Kapitel IX. über den Menschen (192/4. Loc. cit., Seiten 167-73, „Einführung des Menschen, inwieweit eine Änderung des Systems“), der so viel von seinem feinen Selbst hält, erscheint mir zu lang oder vielmehr überflüssig und zu orthodox, außer für die benefizierten Geistlichen.
BRIEF 193. AN V. CARUS.
(193/1. Der folgende Brief bezieht sich auf die 4. Ausgabe des „Origin“, 1866, die von Professor Carus übersetzt wurde und die 3. deutsche Ausgabe bildete. Carus übersetzte weiterhin Darwins Bücher, und ein starkes Band der Freundschaft wuchs zwischen Autor und Übersetzer [siehe „Life and Letters“, III., Seite 48]. Nägelis Broschüre wurde zuerst in der 5. englischen Ausgabe bemerkt.)
Down, 21. November 1866.
...In Bezug auf eine Notiz zu Nägeli (193/2. „Entstehung und Begriff der Naturhistorischen Art“, eine Rede vor der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu München, 28. März 1865. Siehe „Life and Letters“, III., Seite 50, für Herrn Darwins Brief an den verstorbenen Prof. Nägeli.) finde ich nach Überlegung, dass sie zu lang wäre; denn eine so gute Broschüre sollte in aller Ausführlichkeit diskutiert werden oder gar nicht. Er macht einen Fehler bei der Annahme, dass ich sage, nützliche Charaktere seien immer konstant. Seine Ansicht über verschiedene Arten, die konvergieren und dieselbe identische Struktur erwerben, wird implizit in der Diskussion beantwortet, die ich über die endlose Vielfalt der Mittel zur Erreichung desselben Endes gegeben habe.
Der wichtigste Punkt, wie es mir scheint, in der Broschüre ist der über die morphologischen Charaktere von Pflanzen, und ich finde, dass ich dies nicht beantworten könnte, ohne sehr ins Detail zu gehen.
Die Antwort wäre, wie es mir scheint, dass wichtige morphologische Merkmale, wie die Stellung der Samenanlagen und die relative Lage der Staubblätter zum Fruchtknoten (unterständig, mittelständig usw.), manchmal innerhalb derselben Art variabel sind, wie ich beiläufig erwähne, wenn ich die Strahlblüten bei den Compositae und Umbelliferae behandle; und ich sehe nicht, wie Nageli behaupten könnte, dass Unterschiede in solchen Merkmalen eine innewohnende Tendenz zur Vervollkommnung beweisen. Ich sehe, dass ich vergessen habe zu sagen, dass Sie mein vollkommenes Einverständnis haben, der neuen Auflage jede Erörterung anzufügen, die Sie für angemessen halten. Was mich selbst betrifft, so kann ich nicht an eine Urzeugung glauben, und obwohl ich erwarte, dass das Prinzip des Lebens zu einer zukünftigen Zeit verständlich gemacht wird, erscheint es mir gegenwärtig jenseits der Grenzen der Wissenschaft.
BRIEF 194. AN T.H. HUXLEY. Down, 22. Dezember [1866?].
Ich nehme an, dass Sie Hackels Buch (194/1. "Generelle Morphologie", 1866.) vor einiger Zeit erhalten haben, so wie ich es getan habe. Wann immer Sie Zeit hatten, einen Teil davon durchzulesen, genug um urteilen zu können, werde ich sehr neugierig sein, Ihr Urteil zu hören. Ich war in der Lage, hier und da eine Seite oder zwei zu lesen, und bin von Teilen interessiert und belehrt worden. Aber mein vager Eindruck ist, dass den methodischen Details zu viel Raum gegeben wird, und ich kann kaum Fakten oder detaillierte neue Ansichten finden. Die Anzahl der neuen Wörter ist für einen Mann wie mich, der in seinem Griechisch schwach ist, etwas Schreckliches. Er scheint eine Leidenschaft für das Definieren zu haben, ich wage zu sagen sehr gut, und für das Prägen neuer Wörter. Aufgrund meiner sehr vagen Vorstellungen von dem Buch und wegen seines immensen Umfangs würde ich befürchten, dass eine Übersetzung außer Frage steht. Ich sehe, dass er uns beide oft lobend zitiert. Ich bin sicher, das Buch würde mir sehr gefallen, wenn ich es flüssig lesen könnte, anstatt bei jedem Satz zu stöhnen und zu fluchen. Ich hatte noch keine Zeit, Ihr Physiologie-Buch (194/2. "Lessons in Elementary Physiology", 1866.) zu lesen, außer einem Kapitel; aber ich habe gerade Ihr Buch über "Man's Place, etc." wieder gelesen, und ich glaube, ich bewundere es dieses zweite Mal noch mehr als das erste. Ich bezweifle, ob Sie jemals Zeit haben werden, aber falls Sie sie jemals haben, lesen Sie das Kapitel über Hybridismus in der neuen Auflage des "Origin" (194/3. Vierte Auflage (1866).), denn ich bin sehr darauf bedacht, dass Sie diese Schwierigkeit weniger ernst nehmen. Ich habe das Kapitel, glaube ich, ein gutes Stück verbessert und bin zu definierteren Ansichten gelangt. Asa Gray und Fritz Müller (letzterer besonders) denken, dass die neuen Fakten über illegitime Nachkommen dimorpher Pflanzen viel indirektes Licht auf das Thema werfen. Jetzt, da ich Haustiere bearbeitet habe, bin ich von der Wahrheit der Pallasschen (194/4. Siehe Brief 80.) Ansicht über den Verlust der Sterilität unter Domestikation überzeugt, und dies scheint mir vieles zu erklären. Aber ich hatte nicht die Absicht, als ich diese Notiz begann, mich so lange über Hybridismus auszulassen; aber Sie waren der Einwand-General in dieser Hinsicht.
BRIEF 195. AN T. RIVERS.
(195/1. Für einen weiteren Brief von Herrn Darwin an ihn siehe "Life and Letters", III., Seite 57.)
Down, 23. Dezember [1866?].
Ich weiß nicht, ob Sie es einem Fremden verzeihen werden, Sie anzusprechen. Mein Name ist Ihnen möglicherweise bekannt. Ich schreibe jetzt ein Buch über die Variation von Tieren und Pflanzen unter Domestikation; und es gibt eine kleine Information, die Sie mir eher geben könnten als jeder andere Mensch auf der Welt, wenn Sie eine halbe Stunde von Ihren beruflichen Arbeiten erübrigen können und geneigt sind, so freundlich zu sein. Ich sammle alle Berichte über das, was manche "Sports" nennen, das heißt, was ich "Knospenvariationen" nennen werde, d. h. eine Moosrose, die plötzlich an einer Provence-Rose erscheint – eine Nektarine an einem Pfirsich usw. Nun, was ich wissen möchte, und was wahrscheinlich nicht schriftlich aufgezeichnet ist, ist, ob sehr leichte Unterschiede, zu gering, um es wert zu sein, vermehrt zu werden, auf diese Weise plötzlich durch Knospen erscheinen. Wie jeder weiß, kann man bei der Aufzucht von Sämlingen jede Abstufung von Individuen, die mit den Eltern identisch sind, über leichte Varietäten bis hin zu stark ausgeprägten Varietäten haben. Nun, tritt dies bei Knospen auf oder erscheinen auf diese Weise nur eher stark ausgeprägte Varietäten in seltenen Zeitabständen durch Knospen? (195/2. Herr Rivers konnte keine entschiedene Antwort geben, aber er erinnerte sich nicht daran, leichte Knospenvariationen gesehen zu haben. Die Frage wird erörtert in "Variation under Domestication", Ausgabe II., Band I., Seite 443.) Ich wäre für Informationen sehr dankbar. Ich darf hinzufügen, dass, falls Sie in Ihrer enormen Erfahrung irgendwelche bemerkenswerten "Knospenvariationen" beobachtet haben und Zeit erübrigen könnten, mich zu informieren und mir erlauben würden, sie unter Ihrer Autorität zu zitieren, dies der größte Gefallen wäre. Ich fühle mich sicher, dass diese "Knospenvariationen" für jeden, der versucht, das wenige zu ergründen, was auf dem dunklen Gebiet der Variation ergründet werden kann, höchst interessant sind.
BRIEF 196. AN T. RIVERS. Down, 7. Januar [1867?].
Ich danke Ihnen sehr für Ihren Brief und das Paket mit Trieben. Der Fall der gelben Pflaume ist ein Schatz und ist nun sicher unter Ihrer Autorität an der richtigen Stelle aufgezeichnet, im Kontrast zu A. Knights Fall der gelben Magnum Bonum, die ins Rote sportet. (196/1. Siehe "Variation under Domestication", Ausgabe II., Band I., Seite 399.) Ich konnte keinen Unterschied bei den Trieben sehen, außer dass diejenigen der gelben dicker waren, und ich nehme an, dass dies lediglich zufällig ist: da Sie es nicht erwähnen, nehme ich weiter an, dass es keine weiteren Unterschiede in Blättern oder Blüten der beiden Pflaumen gibt. Ich freue mich sehr, von der gelben Esche zu hören und dass Sie selbst den Jasmin-Fall gesehen haben. Ich muss gestehen, dass ich kaum voll daran geglaubt habe; aber jetzt tue ich es, und sehr überraschend ist es.
In einem alten französischen Buch, das (glaube ich) 1786 in Amsterdam veröffentlicht wurde, gibt es einen Bericht, der anscheinend authentisch ist und vom Verfasser als Augenzeuge beglaubigt wird, dass Hyazinthenzwiebeln zweier Farben in zwei Teile geschnitten und gepfropft wurden, und sie brachten einzelne Stängel mit unterschiedlich gefärbten Blüten an den beiden Seiten hervor, und einige Blüten waren bunt. Ich dachte einmal daran, 5 Pfund Belohnung im "Cottage Gardener" für eine solche Pflanze anzubieten; aber vielleicht würde das zu töricht erscheinen. Es werden keine Anweisungen gegeben, wann die Operation durchzuführen ist; ich habe es zwei- oder dreimal versucht und bin völlig gescheitert. Ich stelle fest, dass ich eine großartige Liste von "Knospenvariationen" habe, und werde morgen solche Fälle bearbeiten, die ich über Rosen-Sports habe, die sehr zahlreich zu sein scheinen und von denen ich sehe, dass Sie angeben, sie kämen vergleichsweise häufig vor.
Wenn eine Person sehr gutmütig ist, wird sie sehr geplagt – eine Entdeckung, die Sie, wie ich vermute, gemacht haben oder ohnehin bald machen werden; denn ich möchte sehr gerne wissen, ob Sie Samen von Moosrosen gesät haben und ob die Sämlinge Moosrosen waren. (196/2. Moosrosen können aus Samen gezogen werden ("Variation under Domestication", Ausgabe II., Band I., Seite 405).) Hat eine gewöhnliche Rose, die durch SAMEN erzeugt wurde, eine Moosrose hervorgebracht?
Wenn Ihnen irgendein Licht über sehr leichte Veränderungen bei den Knospen aufgeht, haben Sie die Güte, mich zu erleuchten. Ich habe Fälle von sieben oder acht Varietäten des Pfirsichs, die durch "Knospenvariation" Nektarinen hervorgebracht haben, und doch nur einen einzigen Fall (in Frankreich), in dem ein Pfirsich einen anderen sehr ähnlichen Pfirsich (aber später in der Reife) hervorbrachte. Wie seltsam ist es, dass eine große Veränderung beim Pfirsich nicht selten vorkommt und leichtere Veränderungen anscheinend sehr selten! Wie seltsam, dass kein Fall von neuen Äpfeln oder Birnen oder Aprikosen durch "Knospenvariation" aufgezeichnet zu sein scheint! Wie unwissend sind wir! Aber mit den vielen guten Beobachtern, die jetzt leben, werden die Kinder unserer Kinder weniger unwissend sein, und das ist ein Trost.
BRIEF 197. AN T.H. HUXLEY. Down, 7. Januar [1867].
Sehr vielen Dank für Ihren Brief, der mir genau das gesagt hat, was ich wissen wollte. Ich werde alle Gedanken aufgeben, das Buch (197/1. Hackels "Generelle Morphologie", 1866. Siehe "Life and Letters", III., Seiten 67, 68.) übersetzen zu lassen, denn ich bin fest davon überzeugt, dass es ohne einen zu großen Kostenaufwand hoffnungslos wäre. Ich bedaure dies sehr, da ich denke, das Werk wäre nützlich, und ich bin sicher, es wäre es für mich, da ich nie in der Lage sein werde, mich durch mehr als hier und da eine Seite des Originals zu wühlen. Für alle Leute kann ich nicht anders, als zu denken, dass die Anzahl der neuen Begriffe ein großes Übel wäre. Ich muss ihm schreiben. Ich nehme an, Sie kennen seine Adresse, aber falls Sie sie nicht kennen, sie lautet "to care of Signor Nicolaus Krohn, Madeira." Ich habe das MS. meines großen Buches (197/2. "The Variation of Animals and Plants under Domestication", 1868.) – und schrecklich, widerlich groß wird es sein – an die Drucker geschickt, aber ich nehme nicht an, dass es aufgrund Murrays Idee von Jahreszeiten vor dem nächsten November veröffentlicht wird. Ich denke an ein Kapitel über den Menschen, da in letzter Zeit so viel über natürliche Selektion in Bezug auf den Menschen gesagt wurde. Ich habe das Buch des Herzogs (oder Herzogchens? wie können Sie so von einem lebenden echten Herzog sprechen?) nicht gesehen, muss es mir aber von Mudie besorgen, da Sie sagen, er greife uns an. (197/3. "The Reign of Law" (1867), vom verstorbenen Herzog von Argyll. Siehe "Life and Letters", III., Seite 65.)
P.S.– Die Natur hat niemals Arten durch Selektion wechselseitig unfruchtbar gemacht, noch werden es Menschen tun.
BRIEF 197. AN E. HACKEL. Down, 8. Januar [1867].
Ich habe vor einigen Wochen Ihr großes Werk (198/1. "Generelle Morphologie", 1866.) erhalten; ich habe mehrere Teile gelesen, aber ich bin ein zu schlechter deutscher Gelehrter und das Buch ist zu groß für mich, als dass ich alles lesen könnte. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich das bedauere, denn ich bin sicher, dass mich fast das Ganze sehr interessieren würde, und ich habe bereits mehrere Teile als sehr nützlich empfunden, wie die Diskussion über Zellen und über die verschiedenen Formen der Fortpflanzung. Ich fühle mich sicher, nachdem ich das Thema wohlüberlegt betrachtet und Rücksprache mit Huxley gehalten habe, dass es hoffnungslos wäre, einen Verleger dazu zu bewegen, eine englische Übersetzung zu drucken; das Werk ist zu tiefgründig und zu lang für unsere englischen Landsleute. Die Anzahl der neuen Begriffe würde, da bin ich mir sicher, auch sehr gegen den Verkauf sprechen; und tatsächlich wünschte ich um meiner selbst willen, Sie hätten ein Glossar aller neuen Begriffe, die Sie verwenden, gedruckt. Ich erwarte voll, dass Ihr Buch in Deutschland höchst erfolgreich sein wird, und die Art und Weise, wie Sie sich oft in Ihrem Text auf mich beziehen, sowie Ihre Widmung und der Titel, werde ich immer als eine der größten Ehren betrachten, die mir während meines Lebens zuteilwurden. (198/2. Was die Widmung und den Titel betrifft, so scheint dies ein starker Ausdruck zu sein. Der Titel ist "Generelle Morphologie der Organismen. Allgemeine Grundzüge der organischen Formen-Wissenschaft mechanisch begründet durch die von Charles Darwin reformirte Descendenz-Theorie." Die Widmung des zweiten Bandes lautet: "Den Begründern der Descendenz-Theorie, den denkenden Naturforschern, Charles Darwin, Wolfgang Goethe, Jean Lamarck widmet diese Grundzüge der Allgemeinen Entwickelungsgeschichte in vorzüglicher Verehrung, der Verfasser.")
Ich hoffe aufrichtig, dass Sie eine erfolgreiche Expedition hatten und auf viele neue und interessante Tiere gestoßen sind. Wenn Sie Zeit erübrigen können, würde ich sehr gerne hören, was Sie getan und beobachtet haben. Was mich selbst betrifft, so habe ich das MS. meines Buches über Haustiere etc. an die Drucker geschickt. Es stellt sich als viel zu groß heraus; es wird, wie ich annehme, erst nächsten November veröffentlicht werden. Ich stelle fest, dass wir mehrere der gleichen Themen diskutiert haben, und ich denke, wir stimmen in den meisten Punkten ziemlich gut überein. Ich habe in letzter Zeit mehrmals von Fritz Müller gehört, aber er scheint jetzt hauptsächlich an Pflanzen zu arbeiten. Ich denke oft an Ihren Besuch in diesem Haus, den ich außerordentlich genoss, und es wird mir immer ein wirkliches Vergnügen sein, mich an unsere Bekanntschaft zu erinnern. Nach dem, was ich in London hörte, denke ich, dass Sie dort viele Freunde gewonnen haben. Werden Sie durch England zurückkehren? Wenn ja, und Sie die Zeit erübrigen können, würden wir uns alle freuen, Sie hier wiederzusehen.
BRIEF 199. AN T. RIVERS. Down, 11. Januar [1867?].
Was für einen reichen und wertvollen Brief haben Sie mir freundlicherweise geschickt! Der Fall der Baronne Prevost (199/1. Siehe "Variation under Domestication", Ausgabe II., Band I., Seite 406. Herr Rivers hatte eine neue französische Rose mit einem zarten glatten Stängel, blass bläulichen Blättern und gestreiften fleischfarbenen Blüten; an Zweigen mit dieser Charakteristik erschien "die berühmte alte Rose namens 'Baronne Prevost'", mit ihrem kräftigen dornigen Stängel und einheitlich satt gefärbten gefüllten Blüten.), mit ihren verschiedenen Trieben, dem Laub, den Dornen und Blüten, wird großartig zu zitieren sein. Ich freue mich außerordentlich, von den Moosrosen-Sämlingen zu hören. Dieser Fall eines Sämlings wie eine schottische Rose muss, außer wenn Sie sicher sind, dass keine schottische Rose in der Nähe wuchs (und es ist unwahrscheinlich, dass Sie sich erinnern können), eine Kreuzung gewesen sein, sollte man meinen.
Ich habe wenig Skrupel, so lästig zu sein – nicht mehr als ein Großinquisitor dabei hat, einen Ketzer zu foltern – denn leiste ich nicht einen wirklich guten öffentlichen Dienst, indem ich Krümel des Wissens aus Ihrem Reichtum an Informationen herauspresse?
P.S. Seit das Obige geschrieben wurde, habe ich Ihren Artikel im "Gardeners' Chronicle" gelesen: er ist bewundernswert und wird, das weiß ich, ein Schatz für mich sein. Ich wusste überhaupt nicht, wie streng der Charakter so vieler Blüten vererbt wird.
Auf meine Ehre, als ich diese Notiz begann, hatte ich keinen Gedanken daran, Sie mit einer Frage zu behelligen; aber Sie erwähnen einen Punkt, der so interessant ist und den ich Gelegenheit hatte zu bemerken, dass ich um ein paar weitere Fakten flehen muss, um sie unter Ihrer Autorität zu zitieren. Sie sagen, dass Sie ein oder zwei Pfirsichsämlinge (199/2. "On raising Peaches, Nectarines, and other Fruits from Seed." Von Thomas Rivers, Sawbridgeworth. – "Gard. Chron." 1866, Seite 731.) haben, die dickfleischigen Mandeln sehr nahe kommen (ich weiß über A. Knight und die italienischen Hybridfälle Bescheid). Nun, wuchs irgendeine Mandel in der Nähe Ihres Mutter-Pfirsichs? Aber besonders möchte ich wissen, ob Sie sich erinnern, welche Form der Stein hatte, ob abgeflacht wie der einer Mandel; dies scheint botanisch die wichtigste Unterscheidung zu sein. Ich wünsche ernsthaft, dies zu zitieren. War das Fleisch irgendwie süß?
Vergeben Sie, wenn Sie können.
Haben Sie diese Pfirsichsämlinge behalten? Wenn Sie mir nächsten Sommer eine Frucht geben würden, möchte ich sie gravieren lassen.
BRIEF 200. AN I. ANDERSON-HENRY. 22. Mai [1867].
Sie sind so freundlich, mir Maillets (200/1. Für De Maillet siehe Herrn Huxleys Rezension über "The Origin of Species" in der "Westminster Review", 1860, nachgedruckt in "Lay Sermons", 1870, Seite 314. De Maillets evolutionäre Ansichten wurden nach seinem Tod 1748 unter dem Namen Telliamed (De Maillet rückwärts buchstabiert) veröffentlicht.) Werk anzubieten, von dem ich oft gehört, es aber nie gesehen habe. Ich würde gerne einen Blick darauf werfen und würde es Ihnen in kurzer Zeit zurückgeben. Ich bin verpflichtet, es zu lesen, da mein ehemaliger Freund und gegenwärtiger erbitterter Feind Owen mich und Maillet im Allgemeinen als ein Paar gleich dummer Köpfe einstuft.
BRIEF 201. AN J.D. HOOKER. Down, 4. April [1867].
Sie haben mir einen sehr großen Dienst erwiesen, indem Sie mir die Seiten des "Farmer" geschickt haben. Ich weiß nicht, ob Sie wünschen, dass er zurückgegeben wird; aber ich werde ihn behalten, es sei denn, ich höre, dass Sie ihn brauchen. Der alte I. Anderson-Henry bringt ein großartiges, aber ziemlich absurdes Loblied auf mich vor; aber der Punkt von solch extremem Wert in meinen Augen ist Herrn Traills (201/1. Herrn Traills Ergebnisse sind auf Seite 420 von "Animals and Plants", Ausgabe II., Band I. angegeben. In "Life and Letters of G.J. Romanes", 1896, ist ein interessanter Briefwechsel mit Herrn Darwin über dieses Thema veröffentlicht. Der Plan der Experimente, die Romanes vorgeschlagen wurden, war, Sämlinge aus Pfropfhybriden zu ziehen: falls die samenbürtigen Nachkommen von durch Pfropfung hybridisierten Pflanzen den Hybridcharakter zeigen sollten, wäre das ein schlagender Beweis zugunsten der Pangenesis. Das Experiment gelang jedoch nicht.) Aussage, dass er einen gefleckten Mischling machte, indem er Augen durchschnitt und zwei Arten von Kartoffeln verband. (201/2. Für einen Bericht über ähnliche Experimente, die jetzt im Gange sind, siehe eine "Note on some Grafting Experiments" von R. Biffen in den "Annals of Botany", Band XVI., Seite 174, 1902.) Ich habe ihm für volle Informationen geschrieben, und dann werde ich mich an einen ähnlichen Versuch machen. Es würde, denke ich, zum Beweis führen, dass die Vermehrung durch Knospen und durch die geschlechtlichen Elemente im Wesentlichen derselbe Prozess sind, wie es die Pangenesis auf die feierlichste Weise als den Fall erklärt.
BRIEF 202. AN T.H. HUXLEY. Down, 12. Juni [1867?].
Wir kommen am Samstag, den 15., für eine Woche hoch. Ich möchte Sie sehr gerne für eine kurze Zeit sehen, um über meinen jüngsten Jungen und die School of Mines zu sprechen. Ich weiß, es ist etwas unvernünftig, aber Sie müssen mich am Sonntagmorgen, den 16., ein wenig nach 10 Uhr kommen lassen. Falls es in irgendeiner Weise ungelegen ist, schreiben Sie mir ein paar Zeilen an "6, Queen Anne Street W.,"; aber falls ich nichts höre, werde ich (stomacho volente) vorbeikommen, aber ich werde nicht sehr lange bleiben und Ihren ganzen Morgen als Urlaub verderben. Wollen Sie diese Frage zwei- oder dreimal in Ihrem Geist drehen: was ich "Pangenesis" nannte, bedeutet, dass jede Zelle ein Atom ihres Inhalts oder eine Gemmule ausstößt, und dass diese aggregiert die wahre Samenanlage oder Knospe etc. bilden? Nun möchte ich wissen, ob ich nicht ein besseres Wort erfinden könnte. "Cyttarogenesis" (202/1. Von kuttaros, eine Bienenwabe: Cytogenesis wäre eine natürliche Form des Wortes von kutos.) – d. h. Zellgenese – ist wahrer und ausdrucksvoller, aber lang. "Atomogenesis" klingt, glaube ich, etwas besser, aber ein "Atom" ist ein Objekt, das nicht geteilt werden kann; und der Begriff könnte sich auf den Ursprung von Atomen anorganischer Materie beziehen. Ich glaube, "Pangenesis" gefällt mir am besten, obwohl so unbestimmt; und obwohl meine Frau sagt, es klinge böse, wie Pantheismus; aber ich bin jetzt so vertraut mit diesem Wort, dass ich nicht urteilen kann. Ich flehe Sie an, mir zu helfen.
BRIEF 203. AN A.R. WALLACE. Down, 12. und 13. Oktober [1867].
Ich bestellte das Journal (203/1. „Quarterly Journal of Science“, Oktober 1867, Seite 472. Eine Rezension von des Duke of Argyll „Reign of Law.“) vor langer Zeit, erhielt es aber durch ein Versehen erst gestern und las es. Sie werden mein Lob für wertlos halten, da es so undifferenziert ist; aber wenn ich die Wahrheit sagen soll, muss ich gestehen, dass ich jedes Wort bewundere. Sie haben genau die Punkte berührt, die ich besonders beachtet sehen wollte. Ich bin froh, dass Sie den Mut hatten, sich nach dem Angriff des Duke mit Angraecum (203/2. Angraecum sesquipedale, eine madagassische Orchidee mit einem peitschenartigen Nektarium von 11 bis 12 Zoll Länge, das laut Darwin („Fertilisation of Orchids“, 2. Ausgabe, Seite 163) an die Besuche eines Falters mit entsprechend langem Rüssel angepasst ist. Er weist darauf hin, dass es keine Schwierigkeit bereitet, an die Existenz eines solchen Falters zu glauben, wie F. Müller ihn beschrieben hat („Nature“, 1873, Seite 223) – ein brasilianischer Sphinx-Falter mit einem Rüssel von 10 bis 11 Zoll Länge. Zudem hat Forbes Beweise dafür erbracht, dass ein solches Insekt tatsächlich auf Madagaskar existiert („Nature“, VIII., 1873, Seite 121). Der Fall von Angraecum wurde vom Duke of Argyll als notwendigerweise auf die persönliche Planung der Gottheit zurückzuführen angeführt. Mr. Wallace (Seite 476) zeigt, dass sowohl Rüssel als auch Nektarium mittels natürlicher Selektion an Länge zunehmen könnten. Es lässt sich hinzufügen, dass Hermann Müller gute Gründe dafür aufgezeigt hat, dass eine gegenseitige Spezialisierung dieser Art sowohl für das Insekt als auch für die Pflanze vorteilhaft ist.) zu befassen; denn ich glaube, dass das Prinzip in diesem Fall weitläufig angewendet werden kann. Die Abbildung gefällt mir, aber ich wünschte, der Künstler hätte eine bessere Sphinx gezeichnet. Was die Schönheit betrifft, so erscheinen mir Ihre Anmerkungen zu scheußlichen Objekten und dazu, dass Blumen nur dann schön gemacht werden, wenn sie für sie von praktischem Nutzen sind, sehr gut. In diesem einen Punkt der Schönheit kann ich kaum glauben, dass der Duke ganz aufrichtig war. Ich habe im abschließenden Kapitel meines jetzigen Buches genau dasselbe Argument wie Sie verwendet und sogar die Bulldogge (203/3. „Variation of Animals and Plants“, 1. Ausgabe, Band II., Seite 431: „Ließ Er den Körperbau und die geistigen Qualitäten des Hundes variieren, damit eine Rasse von unbändiger Wildheit geformt werden konnte, mit Kiefern, die dazu geeignet sind, den Stier für das brutale Vergnügen des Menschen niederzuhalten?“) angeführt, bezüglich der Tatsache, dass Variationen nicht speziell verordnet wurden. Ihre Metapher vom Fluss (203/4. Siehe Wallace, op. cit., Seiten 477-8. Er stellt sich einen Beobachter vor, der ein großes Flusssystem untersucht und überall Anpassungen findet, die den Plan des Schöpfers offenbaren. „Er würde eine spezielle Anpassung an die Bedürfnisse des Menschen in breiten, ruhigen, schiffbaren Flüssen sehen, die durch fruchtbare Alluvialebenen fließen, welche eine große Bevölkerung ernähren könnten, während die felsigen Bäche und Gebirgsströme auf jene sterilen Regionen beschränkt blieben, die nur für eine kleine Population von Hirten und Viehzüchtern geeignet sind.“) ist mir neu und bewundernswert; doch Ihre andere Metapher, in der Sie Klassifizierung und komplexe Maschinen vergleichen, scheint mir nicht ganz passend, wenngleich ich nicht genau angeben kann, was daran mangelhaft erscheint. Der Punkt, der mir stark erscheint, ist, dass alle Naturforscher zugeben, dass es eine natürliche Klassifizierung gibt, und dass es genau diese ist, die die Abstammung erklärt. Ich wünschte, Sie hätten sich ein wenig mehr gegen den „North British“-Rezensenten (203/5. Auf Seite 485 befasst sich Mr. Wallace mit Fleeming Jenkins Rezension in der „North British Review“, 1867. Die Rezension versucht zu zeigen, dass der Variation enge Grenzen gesetzt sind, da die rigoroseste und lang anhaltendste Selektion eine Qualität wie die Schnelligkeit eines Rennpferdes nicht unbegrenzt steigert. Hierzu bemerkt Mr. Wallace, dass „dieses Argument der eigentlichen Frage nicht gerecht wird“, welche nicht lautet, ob eine unbegrenzte Veränderung möglich ist, „sondern ob solche Unterschiede, wie sie in der Natur vorkommen, hätten entstehen können...“
...unter der Annahme, dass jede auftretende Variation eine stark ausgeprägte sei; wenngleich Sie dies implizit sehr deutlich gemacht haben. Nichts in Ihrem gesamten Artikel hat mich mehr beeindruckt als Ihre Ansicht bezüglich der Grenze der Schnelligkeit beim Rennpferd und anderen ähnlichen Fällen: Ich werde versuchen, Sie in dieser Hinsicht in der Druckfahne meines abschließenden Kapitels zu zitieren. Ich hatte diese Erklärung völlig übersehen, obwohl ich im Fall von Weizen auf etwas Analoges gestoßen war. Ich bin froh, dass Sie das Buch des Duke loben, denn ich war sehr davon beeindruckt. Der Teil über den Flug schien mir anfangs sehr gut; aber da der Flügel durch ein Kugelgelenk artikuliert ist, vermute ich, dass der Duke es sehr schwierig fände, einen Grund gegen die Annahme anzuführen, dass der Flügel mehr oder weniger schräg auf die Luft trifft. Ich habe mich sehr gefreut, Ihren Artikel und die Zeichnung des Schmetterlings in „Science Gossip“ zu sehen. Übrigens kann ich nicht umhin zu denken, dass Sie den Schutz in manchen Fällen zu weit treiben, wie bei den Streifen auf dem Tiger. Ich habe heute Morgen auch eine ausgezeichnete Zusammenfassung Ihres Papiers über Nester im „Gardeners' Chronicle“ gelesen. (203/6. Eine Zusammenfassung eines Papiers über „Birds' Nests and Plumage“, das vor der British Association verlesen wurde: siehe „Gard. Chron.“ 1867, Seite 1047.) Ich war durch Ihren Brief keineswegs vollständig bekehrt, aber ich glaube jetzt, dass ich es bin; und ich hoffe, er wird irgendwo in extenso veröffentlicht. Er erscheint mir als eine großartige Generalisierung und wirkt auf mich noch origineller, als er es anfangs tat...
Ich habe Band I. meines Buches [„Variation of Animals and Plants“] fertiggestellt und hoffe, dass das Ganze bis Ende November erscheint. Wenn Sie die Geduld haben, es ganz durchzulesen, was sehr zweifelhaft ist, werden Sie, so glaube ich, eine große Ansammlung von Tatsachen finden, die Ihnen bei zukünftigen Arbeiten von Nutzen sein werden; und sie könnten nicht besser verwendet werden, denn Sie sind wahrlich ein Meister in der edlen Kunst des Schlussfolgerns.
BRIEF 204. AN T.H. HUXLEY. Down, 3. Oktober [kein Jahr].
Ich weiß, dass Sie keine Zeit für spekulative Korrespondenz haben; und ich habe keineswegs eine Antwort auf meinen letzten Brief erwartet. Aber ich bin sehr froh, sie erhalten zu haben, denn in meiner eklektischen Arbeit sind die Meinungen der wenigen guten Männer von großem Wert für mich.
Ich wusste natürlich von der Cuvier’schen Ansicht der Klassifizierung (204/1. Cuvier bewies, dass „Tiere nicht in einer einzigen Reihe angeordnet werden können, sondern dass es mehrere unterschiedliche Organisationspläne gibt, die unter ihnen zu beobachten sind, von denen keiner, in seiner höchsten und kompliziertesten Modifikation, zu irgendeinem der anderen führt“ (Huxleys „Darwiniana“, Seite 215).); aber ich denke, dass die meisten Naturforscher nach etwas Weiterem Ausschau halten und nach „dem natürlichen System“ suchen – „nach dem Plan, nach dem der Schöpfer gearbeitet hat“ usw. Es ist dieses weitere Element, das meiner Überzeugung nach einfach genealogisch ist.
Aber ich wäre sehr froh, Ihre Antwort (entweder wenn wir uns treffen oder per Notiz) auf den folgenden Fall zu erhalten, für sich genommen, ohne sich zu erlauben, weiter als bis zu dem fraglichen Punkt zu schauen. Setzen Sie voraus, dass alle Menschenrassen von einer Rasse abstammen – setzen Sie voraus, dass die gesamte Struktur jeder Menschenrasse vollkommen bekannt wäre – setzen Sie voraus, dass eine perfekte Tabelle der Abstammung jeder Rasse vollkommen bekannt wäre – setzen Sie all dies voraus, und denken Sie dann nicht, dass die meisten als beste Klassifizierung eine genealogische bevorzugen würden, selbst wenn sie gelegentlich eine Rasse nicht ganz so nahe an eine andere stellen würde, wie sie stünde, wenn sie allein nach der Struktur eingeordnet würde? Im Allgemeinen können wir sicher annehmen, dass die Ähnlichkeit der Rassen und ihre Abstammungslinien zusammenfallen würden.
Ich würde gerne hören, was Sie zu diesem rein theoretischen Fall sagen würden.
Man könnte fragen, warum die Entwicklung in der Klassifizierung so allmächtig ist, wie ich voll und ganz zugebe? Ich glaube, das liegt daran, dass sie von der genealogischen Abstammung abhängt und diese am besten verrät; aber das ist ein zu großer Punkt, um darauf einzugehen.
BRIEF 205. AN C. LYELL. Down, 7. Dezember [1867].
Ich sende mit dieser Post den Artikel im Victorian Institute bezüglich Froschlaich. Wenn Sie sich aus Ihrer Jugend daran erinnern, jemals versucht zu haben, einen kleinen Teil aus dem Wasser zu nehmen, werden Sie sich daran erinnern, dass dies äußerst schwierig ist. Ich glaube, alle Vögel der Welt könnten jeden Tag auf dem Laich von Batrachiern landen und niemals ein einziges Ei transportieren. Was die Jungen von Mollusken betrifft, so würden sie zweifellos sofort getötet, wenn der Vogel, an dem sie hafteten, auf dem Meer landete; aber ein Landvogel würde, so sollte ich meinen, niemals landen, außer aus bitterer Notwendigkeit durch Erschöpfung. Dies wurde jedoch in der Nähe von Helgoland beobachtet (205/1. Fälle werden von Gätke in seinem „Heligoland as an Ornithological Observatory“ (übersetzt von Rudolph Rosenstock, Edinburgh, 1895) von Landvögeln wie Drosseln, Ammern, Finken usw. aufgezeichnet, die für kurze Zeit auf der Wasseroberfläche ruhen. Der Autor beschreibt Beobachtungen, die er selbst etwa zwei Meilen westlich von Helgoland machte (Seite 129).); und Landvögel wurden nach einer Ruhezeit auf dem ruhigen Meer dabei beobachtet, wie sie aufstiegen und ihren Flug fortsetzten. Ich kann Ihnen den Hinweis auf Helgoland nicht ohne langes Suchen geben. Dieses Landen auf dem Meer könnte Ihnen bei Ihrer unerwarteten Schwierigkeit der allzu leichten Verbreitung von Landmollusken durch Vögel helfen. Ich habe unser morgendliches Gespräch sehr genossen.
BRIEF 206. AN F. HILDEBRAND. Down, 5. Januar [1868].
Ich danke Ihnen für Ihren Brief, der mich sehr erfreut hat. Ich gratuliere Ihnen aufrichtig zu Ihrem Erfolg bei der Herstellung eines Pfropfbastards (206/1. Prof. Hildebrands Arbeit findet sich in der „Bot. Zeitung“, 1868: der Inhalt ist in „Variation of Animals and Plants“, 2. Ausgabe, Band I., Seite 420 wiedergegeben.), denn ich halte dies für eine äußerst wichtige Beobachtung. Ich vertraue darauf, dass Sie ausführliche Details zu diesem Thema und zur direkten Wirkung von Pollen veröffentlichen werden (206/2. Siehe Prof. Hildebrand, „Bot. Zeitung“, 1868, und „Variation of Animals and Plants“, 2. Ausgabe, Band I., Seite 430. Ein gelbkörniger Mais wurde mit Pollen eines braunkörnigen befruchtet; das Ergebnis war, dass Kolben produziert wurden, die sowohl gelbe als auch dunkel gefärbte Körner trugen.): Ich hoffe, Sie sind so freundlich, mir ein Exemplar Ihrer Arbeit zuzusenden. Wenn es mir gelungen wäre, einen Pfropfbastard der Kartoffel herzustellen, hätte ich beabsichtigt, Sämlinge aus dem Pfropfbastard und von den beiden Elternformen zu ziehen (unter Ausschluss von Insekten) und die Nachkommen sorgfältig zu vergleichen. Dies wäre jedoch aufgrund der Sterilität und Variabilität der Kartoffel schwierig. Wenn Sie im Laufe einiger Monate meinen zweiten Band erhalten (206/3. Dieser Satz kann umschrieben werden als: „Wenn Sie mein Buch erhalten und den zweiten Band lesen.“), werden Sie sehen, warum ich diese beiden Themen für so wichtig halte. Sie haben mich dazu geführt, eine Hypothese über die verschiedenen Formen der Fortpflanzung, Entwicklung, Vererbung usw. aufzustellen, welche Hypothese, so glaube ich, letztlich akzeptiert werden wird, wenngleich ich sehr bezweifle, wie sie jetzt aufgenommen werden wird.
Nochmals gratuliere ich Ihnen zu Ihrem Erfolg.
BRIEF 207. AN J.D. HOOKER. Down, 6. Januar [1868].
Vielen Dank für die Namen der Pflanzen, Synonyme und männlichen Blüten – alles, was ich wollte.
Ich war froh, Watsons Brief zu sehen, und es tut mir leid, dass er in Bezug auf die natürliche Selektion ein Renegat ist. Es ist, wie Sie sagen, charakteristisch, mit dem letzten Seitenhieb gegen Sie.
Seine Schwierigkeit bezüglich des Unterschieds zwischen den beiden Gattungen der Doldenblütler von St. Helena ist genau das, was Nageli in einer fähigen Broschüre vorgebracht hat (207/1. „Ueber Entstehung und Begriff der naturhist. Art.“ „Sitz. der K. Bayer. Akad. Der Wiss. zu München“, 1865. Einige von Nagelis Punkten werden in der „Origin“, 5. Ausgabe, Seite 151 diskutiert.), und der infolgedessen behauptet, dass es eine unbekannte angeborene Tendenz zum Fortschritt in allen Organismen gibt. Ich sagte in einem Brief an ihn, dass ich solche Fälle natürlich keineswegs erklären könne; aber dass sie mir nicht von überwältigender Kraft zu sein schienen, solange wir völlig unwissend über die Bedeutung solcher Strukturen sind, ob sie den Pflanzen von irgendeinem Nutzen sind oder unvermeidliche Konsequenzen von Modifikationen in anderen Teilen.
Ich kann nicht verstehen, was Watson mit dem „Gegengewicht in der Natur“ zur divergenten Variation meint. Es gibt das Gegengewicht der Kreuzung, deren Wirksamkeit meine derzeitige Arbeit mich täglich mehr und mehr sehen lässt; aber ich nehme an, er meint etwas ganz anderes. Ferner glaube ich, dass Variation deshalb divergent ist, weil diversifizierte Formen am besten bestehen können. Aber Sie werden mich für einen Langweiler halten.
Ich lege einen halben Brief von F. Müller bei (den Sie bitte zurücksenden), für den Fall, dass Sie ihn gerne sehen möchten; obwohl ich sehr gezögert habe, ihn zu senden, da Sie so überarbeitet sind. Ich stelle mir die Solanum-artige Blüte merkwürdig vor.
Ich habe gestern zu meiner Freude gehört, dass Dr. Hildebrand erfolgreich mit der direkten Wirkung von Pollen auf die Mutterpflanze experimentiert hat. Er hat auch erfolgreich einen echten Pfropfbastard zwischen zwei Kartoffelsorten hergestellt, was mir misslang. Ich betrachte dies als großartig für die Pangenesistheorie, da es ein starker Beweis dafür ist, dass Knospenreproduktion und Samenreproduktion sich nicht wesentlich unterscheiden.
Mein Buch ist schrecklich verzögert, wegen des verfluchten Index-Machers. (207/2. Darwin schätzte die gute Arbeit, die in das Register von „The Variation of Animals and Plants“ geflossen war, sehr.) Ich habe es fast vergessen!
BRIEF 208. AN T.H. HUXLEY. Down, 30. Januar [1868].
Aufrichtigsten Dank für Ihre freundlichen Glückwünsche. Ich habe in meinem Leben noch nie eine Notiz von Ihnen ohne Freude erhalten; aber ob dies nach der Lektüre der Pangenesistheorie (208/1. In Band II. von „Animals and Plants“, 1868.) noch so sein wird, bezweifle ich sehr. O Herr, was für einen Anschiss ich vielleicht erhalten werde! Ich schreibe jetzt teilweise, um zu sagen, dass Sie nicht daran denken dürfen, mein Buch vor dem Sommer anzusehen, wenn ich hoffe, dass Sie die Pangenesistheorie lesen, denn die Meinung eines anderen Mannes in Europa ist mir bei einem solchen Thema nicht so wichtig wie Ihre. Sie sind so schrecklich scharfsichtig und so verflucht ehrlich! Aber bis an mein Lebensende werde ich immer behaupten, dass Sie bei der Hybridisierung zu scharfsichtig waren; und das Kapitel zu diesem Thema in meinem Buch sollten Sie lesen: nicht, dass es, wie ich fürchte, irgendeinen guten Effekt haben wird, und hängen Sie sich auf.
Ich freue mich, dass Ihre Kinder alle ziemlich wohlauf sind. Geben Sie Mrs. Huxley die beiliegende Notiz (208/2. Fragen zum Ausdruck.) und bitten Sie sie, aufzupassen, wenn eines ihrer Kinder sich sträubt und kurz davor ist, in Tränen auszubrechen. Eine liebe junge Dame hier in der Nähe hat ein sehr kleines Kind meinetwegen geplagt, bis es weinte, und sah die Augenbrauen für eine Sekunde oder zwei wunderschön schräg, kurz bevor der Tränenstrom begann.
Die Anteilnahme all unserer Freunde an Georges Erfolg (es ist der junge Herald) (208/3. Sein Sohn George war Second Wrangler im Jahr 1868; als Junge war er ein Enthusiast für Heraldik.) war eine wunderbare Freude für uns. George hat sich nicht abgearbeitet, was seinen Erfolg umso zufriedenstellender macht. Leben Sie wohl, mein lieber Huxley, und arbeiten Sie sich nicht zu Tode.
(209/1. Die folgende Gruppe von Briefen befasst sich mit dem Problem der Ursachen der Sterilität von Hybriden. Mr. Darwins endgültige Ansicht findet sich in der „Origin“, sechste Ausgabe (Seite 384, Ausgabe 1900). Er erkennt an, dass es für zwei beginnende Arten vorteilhaft wäre, wenn sie durch physiologische Isolation aufgrund gegenseitiger Sterilität vor Vermischung bewahrt werden könnten: aber er fährt fort: „Nach reiflicher Überlegung scheint es mir, dass dies nicht durch natürliche Selektion bewirkt worden sein konnte.“ Und schließlich schließt er (Seite 386):
„Aber es wäre überflüssig, diese Frage im Detail zu diskutieren; denn bei Pflanzen haben wir schlüssige Beweise dafür, dass die Sterilität gekreuzter Arten auf ein Prinzip zurückzuführen sein muss, das völlig unabhängig von der natürlichen Selektion ist. Sowohl Gärtner als auch Kölreuter haben bewiesen, dass in Gattungen, die zahlreiche Arten umfassen, eine Reihe gebildet werden kann, von Arten, die bei Kreuzung immer weniger Samen hervorbringen, bis hin zu Arten, die niemals einen einzigen Samen produzieren, aber dennoch vom Pollen gewisser anderer Arten beeinflusst werden, denn der Fruchtknoten schwillt an. Es ist hier offensichtlich unmöglich, die sterileren Individuen zu selektieren, die bereits aufgehört haben, Samen zu liefern; so dass dieser Gipfel der Sterilität, bei dem nur der Fruchtknoten beeinflusst wird, nicht durch Selektion erreicht worden sein kann; und da die Gesetze, die die verschiedenen Grade der Sterilität regeln, im gesamten Tier- und Pflanzenreich so einheitlich sind, können wir daraus schließen, dass die Ursache, was auch immer sie sein mag, in allen Fällen dieselbe oder nahezu dieselbe ist.“
Mr. Wallace hingegen hält weiterhin an seiner Ansicht fest: siehe seinen „Darwinism“, 1889, Seite 174, und für eine neuere Stellungnahme siehe Seite 292, Anmerkung 1, Brief 211, und Seite 299.
Die Diskussion von 1868 begann mit einem Brief von Mr. Wallace, der gegen Ende Februar geschrieben wurde und seine Meinung zu „Variation of Animals and Plants“ darlegte; die Diskussion über die Sterilität von Hybriden befindet sich auf Seite 185, Band II., der ersten Ausgabe.)
BRIEF 209. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. Februar 1868.
Die einzigen Teile, bei denen ich bisher in gewisser Weise von Ihren Ansichten abweiche, sind im Kapitel über die Ursachen der Variabilität, in dem ich einige Ihrer Argumente für unbegründet halte: aber das ist ein zu langes Thema, um jetzt darauf einzugehen. Auch sehe ich Ihren Einwand nicht, dass die Sterilität zwischen verwandten Arten durch natürliche Selektion gefördert worden sein könnte. Es erscheint mir, dass bei einer Differenzierung einer Art in zwei Formen, von denen jede an einen speziellen Existenzbereich angepasst war, jeder geringe Grad an Sterilität ein positiver Vorteil wäre, nicht für die Individuen, die steril waren, sondern für jede Form. Wenn Sie es durcharbeiten und annehmen, dass die zwei beginnenden Arten a...b in zwei Gruppen unterteilt sind, von denen eine diejenigen enthält, die fruchtbar sind, wenn die beiden gekreuzt werden, während die andere leicht steril ist, werden Sie feststellen, dass letztere im Kampf ums Dasein sicherlich die erstere verdrängen wird; wobei zu bedenken ist, dass Sie gezeigt haben, dass bei einer solchen Kreuzung die Nachkommen kräftiger wären als die reine Rasse und daher sicherlich bald die reinen verdrängen würden, und da diese nicht so gut an irgendeinen speziellen Existenzbereich angepasst wären wie die reinen Arten a und b, würden sie ihrerseits sicherlich a und b weichen.
BRIEF 210. AN A.R. WALLACE. 27. Februar [1868].
Ich werde sehr froh sein, eines Tages Ihre Kritik an den „Ursachen der Variabilität“ zu hören. Tatsächlich bin ich mir sicher, dass ich bezüglich Sterilität und natürlicher Selektion im Recht bin. Zwei meiner erwachsenen Kinder, die scharfsinnige Denker sind, haben zwei- oder dreimal in Abständen versucht, mich zu widerlegen; und als Ihr Brief ankam, versuchten sie es noch einmal, kamen aber schließlich wieder auf meine Seite zurück. Ich verstehe Ihren Fall nicht ganz, und wir denken, dass das eine oder andere Wort falsch platziert ist. Ich wünschte, Sie würden den Fall gelegentlich unter dem folgenden Gesichtspunkt betrachten. Wenn Sterilität durch natürliche Selektion verursacht oder akkumuliert wird, dann muss die natürliche Selektion, da jeder Grad bis hin zur absoluten Unfruchtbarkeit existiert, die Macht haben, sie zu erhöhen. Nehmen wir nun zwei Arten A und B und setzen wir voraus, dass sie (auf irgendeine Weise) halbsteril sind, d.h. die Hälfte der vollen Anzahl an Nachkommen produzieren. Versuchen Sie nun (durch natürliche Selektion), A und B bei Kreuzung absolut steril zu machen, und Sie werden feststellen, wie schwierig das ist. Ich gebe zu, ja, es ist sicher, dass der Grad der Sterilität der Individuen von A und B variieren wird; aber solche extra-sterilen Individuen von, sagen wir A, werden, falls sie fortan mit anderen Individuen von A brüten, ihren Nachkommen keinen Vorteil vererben, durch den diese Familien dazu neigen würden, sich zahlenmäßig gegenüber anderen Familien von A zu vermehren, die bei Kreuzung mit B nicht steriler sind. Aber ich weiß nicht, ob ich das klarer gemacht habe als in dem Kapitel meines Buches. Es ist ein äußerst schwieriges Stück Schlussfolgerung, das ich immer wieder auf Papier mit Diagrammen durchgegangen bin. (210/1. Dieser Brief erschien in „Life and Letters“, III., Seite 80.)
BRIEF 211. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. 1. März 1868.
Ich erlaube mir, Ihnen beiliegend eine Darlegung zu übersenden, die mir nach Ihren eigenen Prinzipien als Beweis dafür erscheint, dass die natürliche Selektion die Sterilität von Hybriden hervorbringen könnte. Sollte sie Sie nicht überzeugen, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir aufzeigen könnten, wo der Fehlschluss liegt. Ich habe die zwei Fälle einer leichten Sterilität, die eine vollkommene Fertilität überwindet, sowie einer vollkommenen Sterilität, die eine teilweise Fertilität überwindet, gewählt – den Anfang und das Ende des Prozesses. Sie räumen ein, dass Variationen in Fertilität und Sterilität auftreten, und ich denke, Sie werden auch zugeben, dass, wenn ich nachweise, dass ein beträchtliches Maß an Sterilität für eine Varietät vorteilhaft wäre, dies ein hinreichender Beweis dafür ist, dass auch die geringste Variation in diese Richtung nützlich wäre und sich fortlaufend anhäufen würde.
1. Es gebe eine Spezies, die sich in zwei Formen variiert hat, von denen jede an die bestehenden Bedingungen (211/1. „Bestehende Bedingungen“ bedeutet natürlich neue Bedingungen, die nun entstanden sind. Und dass die „zwei“, da beide besser angepasst sind als die Elternform, bedeuten soll, dass sie jeweils besser an eine spezielle Umwelt im selben Gebiet angepasst sind – wie eine an feuchte, eine andere an trockene Orte; eine an Wälder, eine andere an offenes Gelände usw., usw., wie Darwin bereits erklärt hatte. A.R.W. (1899).) besser angepasst ist als die Elternform, die sie verdrängen.
2. Wenn diese beiden Formen, von denen angenommen wird, dass sie im selben Bezirk koexistieren, sich nicht kreuzen, wird die natürliche Selektion vorteilhafte Variationen anhäufen, bis sie hinreichend gut an ihre Lebensbedingungen angepasst sind und zwei verwandte Spezies bilden.
3. Wenn sich diese beiden Formen jedoch frei miteinander kreuzen und Hybride hervorbringen, die untereinander ebenfalls vollkommen fertil sind, dann wird die Bildung der zwei unterschiedlichen Rassen oder Spezies verzögert oder vielleicht gänzlich verhindert; denn die Nachkommen der gekreuzten Verbindungen werden aufgrund der Kreuzung lebenskräftiger sein, obgleich sie weniger gut an ihre Lebensbedingungen angepasst sind als jede der reinen Rassen. (211/2. Nach „reinen Rassen“ füge hinzu: „weil weniger spezialisiert.“ A.R.W. (1899).)
4. Lassen Sie nun eine teilweise Sterilität einiger Individuen dieser beiden Formen entstehen, wenn sie sich kreuzen; und da dies wahrscheinlich auf bestimmte Lebensbedingungen zurückzuführen wäre, dürfen wir füglich annehmen, dass sie in einem bestimmten Teil des Gebiets entsteht, das von den beiden Formen bewohnt wird.
5. Das Ergebnis ist, dass sich Hybride in diesem Gebiet nicht mehr so schnell vermehren werden wie zuvor; und da gemäß den Bedingungen des Problems die beiden reinen Formen besser an die Lebensbedingungen angepasst sind als die Hybride, werden sie dazu neigen, letztere gänzlich zu verdrängen, sobald der Kampf ums Dasein heftig wird.
6. Wir dürfen füglich auch annehmen, dass, sobald unter natürlichen Bedingungen irgendeine Sterilität auftritt, diese von einer gewissen Abneigung gegen Kreuzungen begleitet sein wird; und dies wird die Erzeugung von Hybriden weiter vermindern.
7. Im anderen Teil des Gebiets hingegen, wo die Hybridisierung ungehindert stattfindet, werden Hybride verschiedenen Grades bald die Elternform oder die reine Form weit an Zahl übertreffen.
8. Das erste Ergebnis einer in einem Teil des von den beiden Formen bewohnten Gebiets auftretenden teilweisen Sterilität von Kreuzungen wird also sein, dass die GROSSE MEHRHEIT der Individuen dort nur aus den reinen Formen bestehen wird, während diese im übrigen Gebiet in der Minderheit sein werden – was gleichbedeutend damit ist, dass die neue sterile oder physiologische Varietät der beiden Formen besser an die Existenzbedingungen angepasst sein wird als der verbleibende Teil, der physiologisch nicht variiert hat.
9. Wenn jedoch der Kampf ums Dasein heftig wird, verdrängt diejenige Varietät, die am besten an die Existenzbedingungen angepasst ist, immer diejenige, die unvollkommen angepasst ist; daher werden sich durch natürliche Selektion die sterilen Varietäten der beiden Formen als die einzigen etablieren.
10. Lassen Sie nun eine frische Reihe von Variationen im Ausmaß der Sterilität und in der Abneigung gegen Kreuzungen auftreten – ebenfalls in bestimmten Teilen des Gebiets: Genau das gleiche Ergebnis muss sich wiederholen, und die Nachkommenschaft dieser neuen physiologischen Varietät wird mit der Zeit wieder das gesamte Gebiet einnehmen.
11. Es gibt noch eine weitere Überlegung, die diese Ansicht stützt. Es erscheint wahrscheinlich, dass die Variationen im Ausmaß der Sterilität in gewissem Maße mit den strukturellen Variationen zusammentreffen und vielleicht von ihnen abhängen würden; sodass die Sterilität genau in dem Maße zunehmen würde, wie die beiden Formen divergierten und besser an die Existenzbedingungen angepasst wurden. Wäre dies der Fall, dann würde die natürliche Selektion mit doppelter Stärke wirken, und jene Varietäten, die sowohl strukturell als auch physiologisch besser angepasst waren zu überleben, würden dies sicherlich tun. (211/3. Die vorangegangenen elf Absätze sind im Wesentlichen, wenn auch nicht wortgetreu, identisch mit der Darlegung des Arguments in Mr. Wallaces „Darwinism“, 1889. Seiten 179, 180, Anmerkung 1.)
12. Betrachten wir nun den schwierigeren Fall von zwei verwandten Spezies A, B im selben Gebiet, wobei die Hälfte der Individuen jeder Spezies (As, Bs) absolut steril ist, die andere Hälfte (Af, Bf) teilweise fertil: Werden As, Bs letztendlich Af, Bf ausrotten?
13. Um Komplikationen zu vermeiden, muss zugegeben werden, dass zwischen As und Bs keine Kreuzungen stattfinden, während zwischen Af und Bf Kreuzungen ebenso häufig sind wie direkte Verbindungen, wenn auch weitaus weniger fertil. Wir müssen auch Kreuzungen zwischen As und Af sowie Bs und Bf mit ihren verschiedenen Annäherungen an die Sterilität außer Betracht lassen, da ich glaube, dass sie das Endergebnis nicht beeinflussen werden, obgleich sie das Problem stark verkomplizieren werden.
14. In der ersten Generation wird sich ergeben: 1. Die reine Nachkommenschaft von As und Bs; 2. Die reine Nachkommenschaft von Af und von Bf; und 3. Die hybride Nachkommenschaft von Af, Bf.
15. Unter der Annahme, dass in gewöhnlichen Jahren die gesteigerte konstitutionelle Lebenskraft der Hybride ihre unvollkommene Anpassung an die Bedingungen genau ausgleicht, wird es in der zweiten Generation neben diesen drei Klassen Hybride zweiten Grades zwischen den ersten Hybriden und Af bzw. Bf geben. In nachfolgenden Generationen wird es Hybride aller Grade geben, die zwischen den ersten Hybriden und den nahezu reinen Typen von Af und Bf variieren.
16. Wenn nun anfangs die Anzahl der Individuen von As, Bs, Af und Bf gleich wäre und die Gesamtzahl Jahr für Jahr stationär bliebe, denke ich, dass bewiesen werden kann, dass, während die eine Hälfte die reine Nachkommenschaft von As und Bs sein wird, die andere Hälfte immer stärker hybridisiert werden wird, bis das Ganze aus Hybriden verschiedenen Grades bestehen wird.
17. Nun kann diese hybride und etwas intermediäre Rasse nicht so gut an die Lebensbedingungen angepasst sein wie die zwei reinen Spezies, die durch die minuziöse Anpassung an Bedingungen durch natürliche Selektion geformt wurden; daher müssen die Hybride in einem heftigen Kampf ums Dasein unterliegen, zumal ihre Fertilität hypothesehalber nicht so groß wäre wie die der zwei reinen Spezies.
18. Wenn wir die Verbindungen von As mit Af und Bs mit Bf in Betracht zögen, würden die Ergebnisse sehr kompliziert werden, aber es müsste dennoch dazu führen, dass es eine Anzahl reiner Formen gibt, die gänzlich von As und Bs abstammen, und hybride Formen, die hauptsächlich von Af und Bf abstammen; und das Ergebnis des Kampfes dieser zwei Gruppen von Individuen kann nicht zweifelhaft sein.
19. Wenn diese Argumente stichhaltig sind, folgt daraus, dass Sterilität durch natürliche Selektion angehäuft, gesteigert und schließlich vollkommen gemacht werden kann, unabhängig davon, ob die sterilen Varietäten gemeinsam in einem bestimmten Teil des von den beiden Spezies bewohnten Gebiets entstehen oder verstreut über das gesamte Gebiet auftreten. (211/4. Der erste Teil dieser Erörterung sollte für sich allein betrachtet werden, da er sowohl einfacher als auch wichtiger ist. Ich glaube jetzt, dass der Nutzen und damit die Ursache der Sterilität zwischen Spezies während des Differenzierungsprozesses liegt. Wenn Spezies voll ausgebildet sind, ist das gelegentliche Auftreten von Hybriden von vergleichsweise geringer Bedeutung und kann niemals eine Gefahr für die Existenz der Spezies darstellen. A.R.W. (1899).)
P.S. – Als Antwort auf den Einwand hinsichtlich der ungleichen Sterilität reziproker Kreuzungen („Variation, etc.“ Band II, Seite 186) antworte ich, dass die Sterilität der einen Kreuzung, soweit sie reichte, vorteilhaft wäre, selbst wenn die andere Kreuzung fertil wäre: Und genau wie Merkmale, die heute koordiniert sind, separat durch natürliche Selektion angehäuft worden sein könnten, so könnten die reziproken Kreuzungen nacheinander steril geworden sein.
BRIEF 212. AN A.R. WALLACE. 4, Chester Place, 17. März 1868.
(212/1. Mr. Darwin hatte bereits eine kurze Notiz an Mr. Wallace geschrieben, in der er sein allgemeines Missfallen gegenüber dessen Ansicht ausdrückte.)
Ich habe nicht das Gefühl, dass ich mich mit dem Sterilitätsargument befassen werde, bis ich wieder zu Hause bin; ich habe es ein- oder zweimal versucht, und mein Magen fühlte sich an, als wäre er in einen Schraubstock gespannt worden. Ihr Papier hat drei meiner Kinder halb verrückt gemacht – eines saß bis 12 Uhr nachts darüber. Mein zweiter Sohn, der Mathematiker, glaubt, dass Sie eine fast unvermeidliche Schlussfolgerung ausgelassen haben, die das Ergebnis anscheinend modifizieren würde. Er hat aufgeschrieben, was er denkt, aber ich habe nicht versucht, ihn vollständig zu verstehen. Ich nehme an, dass Sie sich nicht genug für das Thema interessieren, um das sehen zu wollen, was er geschrieben hat.
BRIEF 212A. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. Hurstpierpoint, 24. März [1868].
Ich sende Ihnen die Notizen Ihres Sohnes mit meinen Anmerkungen dazu zurück. Ohne auf Details einzugehen, ist dies nicht ein starkes allgemeines Argument?
1. Eine Spezies variiert gelegentlich in zwei Richtungen, aber aufgrund ihrer freien Kreuzung vermehren sich die Varietäten niemals.
2. Es tritt eine Änderung der Bedingungen ein, welche die Existenz der Spezies bedroht; aber die zwei Varietäten sind an die sich ändernden Bedingungen angepasst, und wenn sie angehäuft werden, werden sie zwei neue Spezies bilden, die an die neuen Bedingungen angepasst sind.
3. Freie Kreuzung macht dies jedoch unmöglich, und so ist die Spezies in Gefahr der Ausrottung.
4. Wenn Sterilität induziert würde, dann würden die reinen Rassen schneller zunehmen und die alte Spezies ersetzen.
5. Es wird zugegeben, dass teilweise Sterilität zwischen Varietäten gelegentlich auftritt. Es wird zugegeben, dass der Grad dieser Sterilität variiert; ist es nicht wahrscheinlich, dass die natürliche Selektion diese Variationen anhäufen und somit die Spezies retten kann? Wenn die natürliche Selektion dies NICHT tun kann, wie entstehen dann jemals Spezies, außer wenn eine Varietät isoliert ist?
Dass eng verwandte Spezies in verschiedenen Ländern steril sind, ist keine Schwierigkeit; denn entweder divergierten sie von einem gemeinsamen Vorfahren bei Kontakt, und die natürliche Selektion steigerte die Sterilität, oder sie waren isoliert und haben sich seitdem variiert: in welchem Fall sie seit Äonen durch unterschiedliche Bedingungen beeinflusst wurden, die durchaus Sterilität hervorrufen können.
Wenn die Schwierigkeit des Pfropfens so groß wäre wie die Schwierigkeit des Kreuzens und ebenso regelmäßig, gebe ich zu, wäre es ein sehr ernster Einwand. Aber das ist sie nicht. Ich glaube, viele unterschiedliche Spezies können gepfropft werden, während andere, weniger unterschiedliche, nicht gepfropft werden können. Die Regelmäßigkeit, mit der natürliche Spezies miteinander steril sind, selbst wenn sie sich sehr ähnlich sind, ist meiner Meinung nach ein Argument zugunsten der Tatsache, dass die Sterilität im Allgemeinen durch natürliche Selektion zum Wohle der Spezies erzeugt wurde.
Die andere Schwierigkeit, der ungleichen Sterilität reziproker Kreuzungen, erscheint mir als keine; denn es ist ein Schritt zu vollständigerer Sterilität, und als solcher würde sie durch Selektion gesteigert werden.
BRIEF 213. AN A.R. WALLACE. Down, 6. April [1868].
Ich habe über das schreckliche Problem nachgedacht. Lassen Sie mich zuerst sagen, dass niemand mehr als ich ernsthaft auf den Erfolg der natürlichen Selektion im Hinblick auf die Sterilität gehofft haben könnte; und wenn ich eine allgemeine Darlegung (wie in Ihrer letzten Notiz) betrachtete, war ich mir immer sicher, dass sie ausgearbeitet werden könnte, scheiterte aber immer an den Details. Die Ursache ist, wie ich glaube, dass die natürliche Selektion nichts bewirken kann, was nicht gut für das Individuum ist, wobei dieser Begriff eine soziale Gemeinschaft einschließt. Es würde einen Band erfordern, alle Punkte zu diskutieren, und nichts ist demütigender für mich, als mit einem Mann wie Ihnen (oder Hooker) bei den Prämissen übereinzustimmen und sich über das Ergebnis uneinig zu sein.
Ich stimme mit dem Argument meines Sohnes überein und nicht mit der Erwiderung. Der Grund für unsere Differenz ist meiner Meinung nach, dass ich die Anzahl der Nachkommen als ein wichtiges Element betrachte (unter der Annahme, dass alle Umstände gleich bleiben), um die durchschnittliche Anzahl der Individuen innerhalb eines Gebiets aufrechtzuerhalten. Ich glaube keineswegs, dass die Menge an Nahrung die einzige bestimmende Ursache für die Anzahl ist. Verringerte Fertilität ist gleichbedeutend mit einer neuen Zerstörungsquelle. Ich glaube, wenn eine Spezies in einem Bezirk aus irgendeinem Grund weniger Junge hervorbrächte, würde das Defizit aus den umliegenden Bezirken ausgeglichen werden. Dies trifft auf Ihren Absatz 5 zu. (213/1. Siehe Brief 211.) Wenn die Spezies in jedem Bezirk aus irgendeinem Grund weniger Junge hervorbrächte, würde sie aussterben, es sei denn, ihre Fertilität würde durch natürliche Selektion gesteigert (siehe H. Spencer).
Ich lehne die Wahrscheinlichkeit und fast die Möglichkeit von Absatz 1 ab, da Sie mit zwei Formen innerhalb desselben Gebiets beginnen, die nicht gegenseitig steril sind und die dennoch die Elternform verdrängt haben.
(Absatz 6.) Mir ist kein Schatten eines Beweises bekannt, der die Annahme unterstützt, dass eine Abneigung gegen Kreuzungen mit Sterilität einhergeht. Dies kann bei Pflanzen oder den niederen sesshaften Wassertieren nicht gelten. Ich sah klar, welch immense Hilfe dies wäre, gab es aber auf. Die Abneigung gegen Kreuzungen scheint unabhängig erworben worden zu sein, wahrscheinlich durch natürliche Selektion; und ich sehe nicht, warum es nicht ausgereicht hätte, einfach die sexuelle Abneigung gegen Kreuzungen zu steigern, um zu verhindern, dass beginnende Spezies miteinander verschmelzen.
(Absatz 11.) Ich lehne es bis zu einem gewissen Grad ab, dass Sterilitätsausmaß und strukturelle Verschiedenheit notwendigerweise zusammengehen, außer indirekt und keineswegs streng. Betrachten Sie die Varietäten von Tauben, Hühnern und Kohl.
Ich übersah den Vorteil der Halb-Sterilität reziproker Kreuzungen; dennoch fühle ich mich, vielleicht wegen der Neuartigkeit, nicht geneigt, die Wahrscheinlichkeit zuzugeben, dass die natürliche Selektion ihre Arbeit so sonderbar verrichtet hat.
Ich werde den zweiten Fall der völligen Sterilität nicht diskutieren, aber Ihre Annahmen in Absatz 13 scheinen mir viel zu kompliziert. Ich kann nicht glauben, dass ein so universelles Attribut wie völlige Sterilität zwischen entfernten Spezies auf eine so komplexe Weise erworben wurde. Ich stimme Ihrer Erwiderung zum Pfropfen nicht zu: Ich gebe voll und ganz zu, dass es nicht so eng begrenzt ist wie das Kreuzen, aber dies scheint mir den Fall als Analogie nicht zu schwächen. Die Unfähigkeit zu pfropfen ist ebenso ein unveränderliches Attribut von Pflanzen, die hinreichend voneinander entfernt sind, und manchmal von Pflanzen, die ziemlich eng verwandt sind.
Die Schwierigkeit, die Sterilität durch natürliche Selektion von zwei bereits sterilen Spezies zu steigern, wird mir meiner Meinung nach am besten durch die Betrachtung eines tatsächlichen Falls bewusst. Die Schlüsselblume und die Primel sind mäßig steril, bringen aber gelegentlich Hybride hervor. Nun nehmen diese Hybride, zwei oder drei oder ein Dutzend in einer ganzen Gemeinde, Boden ein, der von jeder der reinen Spezies hätte eingenommen werden können, und zweifellos leiden letztere in diesem geringen Maße. Aber können Sie sich vorstellen, dass irgendwelche individuellen Pflanzen der Primel und der Schlüsselblume, die zufällig gegenseitig etwas steriler waren (d. h. die bei der Kreuzung etwas weniger Samen ergaben) als gewöhnlich, in einem solchen Maße profitieren würden, dass sie sich in der Anzahl bis zum letztendlichen Ausschluss der heutigen Primel und Schlüsselblume vermehren? Ich kann nicht.
Mein Sohn kann, wie ich leider sagen muss, nicht die volle Kraft Ihrer Erwiderung in Bezug auf den zweiten Punkt der ständig zunehmenden Sterilität sehen. Sie sprechen in dieser Erwiderung und in Absatz 5 davon, dass alle Individuen in bestimmten Bezirken in einem gewissen Maße steril werden: Wenn Sie zugeben würden, dass durch fortgesetzte Aussetzung an diese gleichen Bedingungen die Sterilität unvermeidlich zunehmen würde, gäbe es keinen Bedarf für natürliche Selektion. Aber ich vermute, dass die Sterilität nicht so sehr durch irgendwelche besonderen Bedingungen verursacht wird, als vielmehr durch lange Gewöhnung an Bedingungen jeglicher Art. Um gemäß der Pangenesis zu sprechen: Die Gemmulae von Hybriden sind nicht geschädigt, denn Hybride vermehren sich frei durch Knospen; aber ihre Fortpflanzungsorgane sind irgendwie betroffen, sodass sie nicht die richtigen Gemmulae anhäufen können, in fast der gleichen Weise, wie die Fortpflanzungsorgane einer reinen Spezies betroffen werden, wenn sie unnatürlichen Bedingungen ausgesetzt sind.
Dies ist ein sehr schlecht ausgedrückter und schlecht geschriebener Brief. Antworten Sie nicht darauf, es sei denn, der Geist drängt Sie dazu. Das Leben ist zu kurz für eine so lange Diskussion. Wir werden, so fürchte ich sehr, niemals einer Meinung sein.
BRIEF 214. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. Hurstpierpoint, [April?] 8. 1868.
Es tut mir leid, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, meine Ideen zur Sterilität zu beantworten. Wenn Sie nicht überzeugt sind, habe ich wenig Zweifel daran, dass ich falsch liege; und tatsächlich war ich nur halb von meinen eigenen Argumenten überzeugt, und ich denke jetzt, dass es etwa eine Chance von fünfzig zu fünfzig gibt, dass die natürliche Selektion die Sterilität anhäufen kann oder nicht. Wenn meine erste Behauptung auf die Existenz einer Spezies und einer Varietät im selben Gebiet modifiziert wird, wird das für mein Argument genauso gut funktionieren. Solche existieren sicherlich. Sie sind zusammen fertil und doch behauptet sich jede einigermaßen eigenständig. Wie kann das sein, wenn es keine Abneigung gegen Kreuzungen gibt?
Mein Glaube ist sicherlich, dass die Anzahl der Nachkommen kein so wichtiges Element bei der Aufrechterhaltung der Population einer Spezies ist wie das Nahrungsangebot und andere günstige Bedingungen; weil die Anzahl einer Spezies in verschiedenen Teilen ihres eigenen Gebiets ständig stark variiert, während die durchschnittliche Anzahl der Nachkommen kein sehr variables Element ist.
Wie dem auch sei, ich werde nichts mehr sagen, sondern das Problem als unlösbar betrachten, nur mit der Befürchtung, dass es zu einer gewaltigen Waffe in den Händen der Feinde der natürlichen Selektion werden wird.
BRIEF 215. AN J.D. HOOKER.
(215/1. Der folgende Auszug aus einem Brief an Sir Joseph Hooker (vom 3. April 1868) bezieht sich auf seine Präsidentschaftsrede für das bevorstehende Treffen der British Association in Norwich.
Ein Bericht über den Erfolg von Sir Joseph findet sich in den „Life and Letters“, III., Seite 100, sowie in Huxleys „Life“, Band I., Seite 297, wo Huxley an Darwin schreibt: –
„Wir hatten ein großartiges Treffen in Norwich, und der liebe alte Hooker kam in großer Form heraus, wie er es bei Notfällen immer tut. Der einzige Fehler war der schreckliche ‚Darwinismus‘, der sich über die Sektion ausbreitete und zum Vorschein kam, wenn man es am wenigsten erwartete, sogar in Fergussons Vortrag über ‚Buddhistische Tempel‘. Sie werden das seltene Glück haben, Ihre Ideen zu Ihren Lebzeiten triumphieren zu sehen.
P.S. – Ich gehe in die Opposition; ich kann es nicht ertragen.“)
Down, 3. April [1868].
Ich habe über Ihre Präsidentschaftsrede nachgedacht; ich erkläre, ich habe mich ganz unbehaglich gemacht, indem ich mir vorstellte, ich müsste sie halten, und fühlte mich vollkommen verdattert.
Aber ich glaube nicht, dass Sie es so schwierig finden werden. Wenn Sie nach Down kommen, werde ich sehr neugierig sein zu hören, was Ihre Ideen zu dem Thema sind.
Könnten Sie etwas aus einer Geschichte der großen Schritte im Fortschritt der Botanik als Repräsentation der gesamten Naturgeschichte machen? Der Himmel schütze Sie! Ich nehme an, es gibt Menschen, für die eine solche Aufgabe nicht so schrecklich wäre, wie sie mir erscheint... Wenn Sie Zeit hätten, sollten Sie einen Artikel von W. Bagehot in der April-Ausgabe der „Fortnightly“ (215/2. „Physic and Politics“, „Fortnightly Review“, Band III., Seite 452, 1868.) lesen, der die natürliche Selektion auf die frühe oder prähistorische Politik anwendet, und tatsächlich auf die späte Politik – dies ist, wie Sie wissen, Ihre Ansicht.
BRIEF 216. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. 9, St. Mark's Crescent, N.W., 16. August [1868].
Ich hätte früher schreiben sollen, um Ihnen für die Kopien Ihrer Papiere über Primula und über „Cross-unions of Dimorphic Plants, etc.“ zu danken. Letzteres ist besonders interessant und die Schlussfolgerung höchst wichtig; aber ich denke, sie macht die Schwierigkeit, wie diese Formen mit ihren variierenden Graden von Sterilität entstanden sind, größer denn je. Wenn die „natürliche Selektion“ variierende Grade von Sterilität nicht zum Vorteil der Pflanze anhäufen konnte, wie kam dann Sterilität jemals dazu, mit einer Kreuzung einer trimorphen Pflanze eher assoziiert zu werden als mit einer anderen? Die Schwierigkeit scheint durch die Überlegung vergrößert zu werden, dass der Vorteil einer Kreuzung mit einem unterschiedlichen Individuum genauso gut durch illegitime wie durch legitime Verbindungen gewonnen wird. Auf welchem Weg wurden dann illegitime Verbindungen jemals steril? Es schiene ein weitaus einfacherer Weg zu sein, dass der Pollen jeder Pflanze auf der Narbe eines anderen Individuums eine Präpotenz gegenüber der des gleichen Individuums erworben hätte, ohne die außergewöhnliche Komplikation von drei Strukturunterschieden und achtzehn verschiedenen Verbindungen mit variierenden Graden von Sterilität!
Jedoch bleibt die Tatsache eine ausgezeichnete Antwort auf die Behauptung, dass die Sterilität von Hybriden die absolute Verschiedenheit der Eltern beweist.
Ich habe mit großem Vergnügen Mr. Benthams letzte bewundernswerte Rede (216/1. „Proc. Linn. Soc.“ 1867-8, Seite lvii.) gelesen, in der er so gut auf die groben Falschdarstellungen des „Athenaeum“ antwortet; und er spricht sich auch zugunsten der Pangenesis aus. Ich denke, wir können Ihnen nun dazu gratulieren, einen wertvollen Konvertiten gewonnen zu haben, dessen Meinungen zu diesem Thema, da sie so spät kommen und offensichtlich so wohlüberlegt sind, großes Gewicht haben werden.
Ich werde am Dienstag nach Norwich reisen, um Dr. Hooker zu hören, von dem ich hoffe, dass er in seiner Ansprache kühn den „Darwinismus“ verkünden wird. (216/2. Sir Joseph Hookers Präsidentenansprache auf dem Treffen der British Association.) Werden wir das Vergnügen haben, Sie dort zu sehen?
Ich stehe in Verhandlungen über mein Buch.
In der Hoffnung, dass es Ihnen gut geht und Sie mit Ihren nächsten Bänden vorankommen.
(216/3. Es ist uns durch Mr. Wallace gestattet, die folgende Anmerkung zu seinen neueren Ansichten zur Frage der natürlichen Selektion und Sterilität beizufügen:—
„Als ich meinen ‚Darwinismus‘ schrieb und zwanzig Jahre später erneut die Betrachtung dieses Problems des Effekts der natürlichen Selektion bei der Anhäufung von Variationen im Ausmaß der Sterilität zwischen Varietäten oder beginnenden Arten anstellte, war ich noch überzeugter als bei meinen Diskussionen mit Darwin von der substanziellen Richtigkeit meiner Argumentation. Kürzlich wies mich ein Korrespondent, der sowohl Naturforscher als auch Mathematiker ist, auf einen leichten Fehler in meiner Berechnung auf Seite 183 hin (der das Ergebnis jedoch nicht wesentlich beeinflusst), was die ‚physiologische Selektion‘ des verstorbenen Dr. Romanes widerlegt; er kann jedoch keinen Trugschluss in meiner Argumentation bezüglich der Kraft der natürlichen Selektion erkennen, die Sterilität zwischen beginnenden Arten zu erhöhen, noch ist mir bekannt, dass irgendjemand einen solchen Trugschluss aufgezeigt hätte.
Auf den anderen Punkten, in denen ich mich in der vorangegangenen Diskussion von Mr. Darwin unterschied – der Effekt hoher Fertilität auf die Population einer Art etc. –, halte ich immer noch an den Ansichten fest, die ich damals ausdrückte, doch wäre es unangebracht, diese hier rechtfertigen zu wollen.“
A.R.W. (1899).)
BRIEF 217. AN C. LYELL. Down, 4. Oktober [1867].
In Bezug auf die Punkte in Ihrer Notiz habe ich mich vielleicht manchmal zweideutig ausgedrückt. Am Ende von Kapitel XXIII, wo ich sage, dass ausgeprägte Rassen nicht oft (Sie lassen „oft“ weg) durch veränderte Bedingungen erzeugt werden (217/1. „Daher muss zwar zugegeben werden, dass neue Lebensbedingungen organische Wesen manchmal definitiv beeinflussen, doch darf bezweifelt werden, ob gut ausgeprägte Rassen oft durch die direkte Wirkung veränderter Bedingungen ohne die Hilfe von Selektion, weder durch den Menschen noch durch die Natur, erzeugt wurden.“ („Animals and Plants“, Band II, Seite 292, 1868.)), beabsichtigte ich, mich auf die direkte Wirkung solcher Bedingungen bei der Verursachung von Variation zu beziehen und nicht darauf, dass sie zur Erhaltung oder Zerstörung bestimmter Formen führen. Es besteht ein ebenso großer Unterschied in diesen beiden Aspekten wie zwischen freiwilliger Selektion durch den Menschen und den Ursachen, die Variabilität induzieren. Ich habe irgendwo in meinem Buch auf die enge Verbindung zwischen natürlicher Selektion und der Wirkung externer Bedingungen im Sinne dessen hingewiesen, was Sie in Ihrer Notiz spezifizieren. Und in diesem Sinne kann man sagen, dass alle natürliche Selektion von veränderten Bedingungen abhängt. Im „Origin“ habe ich meines Erachtens (und aus dem Grund, den Sie erwähnen) die Effekte der direkten Wirkung externer Bedingungen bei der Erzeugung von Varietäten unterschätzt; doch hoffe ich, in Kapitel XXIII ein so ausgewogenes Urteil gefällt zu haben, wie es unser Wissen erlaubt.
Es ist für mich wunderbar, dass Sie die Geduld haben, meine Manuskriptseiten zu lesen, und ich kann nicht anders, als es zu bedauern, da sie so unvollkommen sind; sie müssen Ihnen meiner Meinung nach einen falschen Eindruck vermitteln, und hätte ich mich hartnäckig geweigert, hätten Sie vielleicht besser von meinem Buch gedacht. Jede einzelne Seite ist stark verändert und, wie ich hoffe, verbessert.
In Bezug auf das menschliche Ei kann ich keine angegebenen Maße finden, obwohl ich die Aussage oft gesehen habe. Mein Eindruck ist, dass es gerade noch oder kaum sichtbar wäre, wenn es auf ein klares Stück Glas gelegt würde. Huxley könnte Ihre Frage sofort beantworten.
Ich war in letzter Zeit nicht wohlauf und habe nur langsame Fortschritte gemacht, aber ich denke, mein Buch wird bis Mitte November fertig sein.
BRIEF 218. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. [Ende Februar 1868]
Ich bin im zweiten Band Ihres Buches und war erstaunt über die immense Anzahl interessanter Fakten, die Sie zusammengetragen haben. Ich habe das Kapitel über Pangenesis zuerst gelesen, denn ich konnte nicht warten. Ich kann Ihnen kaum sagen, wie sehr ich es bewundere. Es ist ein regelrechter Trost für mich, irgendeine plausible Erklärung für eine Schwierigkeit zu haben, die mich schon immer verfolgt hat, und ich werde niemals in der Lage sein, sie aufzugeben, bis eine bessere ihren Platz einnimmt – und das halte ich für kaum möglich. Sie haben nun Spencer auf seinem eigenen Gebiet regelrecht geschlagen, denn er bot wirklich keine Lösung für die Schwierigkeiten des Problems. Die unbegreifliche Winzigkeit und die riesige Anzahl der physiologischen Keime oder Atome (die selbst aus einer Vielzahl von Spencers physiologischen Einheiten zusammengesetzt sein müssen) ist die einzige Schwierigkeit; doch das steht nur auf einer Stufe mit den Schwierigkeiten in allen Auffassungen von Materie, Raum, Bewegung, Kraft usw.
So wie ich Spencer verstand, waren seine physiologischen Einheiten innerhalb jeder Art identisch, unterschieden sich jedoch leicht in jeder verschiedenen Art; aber es wurde kein Versuch unternommen zu zeigen, wie die identische Form des Elternteils oder der Vorfahren aus solchen Einheiten aufgebaut wurde.
BRIEF 219. AN A.R. WALLACE. Down, 27. Februar [1868].
Sie können sich kaum vorstellen, wie sehr ich mich über das gefreut habe, was Sie über Pangenesis sagen. Keiner meiner Freunde will sich offen äußern, bis auf ein gewisses Maß Sir H. Holland, der es sehr schwere Lektüre fand, aber zugibt, dass irgendeine Ansicht, die „eng damit verwandt ist“, akzeptiert werden muss. Hooker scheint, soweit ich ihn verstehe, was ich derzeit kaum tue, zu denken, dass die Hypothese wenig mehr ist, als zu sagen, dass Organismen solche und solche Potenzialitäten besitzen. Was Sie sagen, drückt genau und vollständig meine Gefühle aus – nämlich, dass es eine Erleichterung ist, eine plausible Erklärung für die verschiedenen Tatsachen zu haben, die aufgegeben werden kann, sobald eine bessere Hypothese gefunden wird. Es war sicherlich eine enorme Erleichterung für meinen Geist; denn ich bin seit Jahren über das Thema gestolpert und sah dunkel, dass irgendeine Beziehung zwischen den verschiedenen Klassen von Tatsachen bestand. Ich höre jetzt von H. Spencer, dass sich seine in meiner Fußnote zitierten Ansichten auf etwas ganz anderes beziehen, wie Sie zu erkennen schienen. (219/1. Dieser Brief ist in „Life and Letters“, III., Seite 79, veröffentlicht.)
BRIEF 220. A.R. WALLACE AN CHARLES DARWIN. Hurstpierpoint, 1. März 1868.
... Sir C. Lyell sprach zu mir, als ob er Pangenesis sehr bewundert hätte. Ich bin sehr froh, dass H. Spencer sofort anerkennt, dass seine Ansicht etwas ganz anderes als Ihre war. Obwohl ich, wie Sie wissen, ein großer Bewunderer von ihm bin, fühle ich, wie vollständig seine Ansicht daran scheiterte, zum Kern der Sache vorzudringen, so wie es Ihre tut. Seine erklärte nichts, obwohl er offensichtlich schwer damit rang, eine Erklärung zu finden. Ihre erklärt, soweit ich sehen kann, alles in Wachstum und Fortpflanzung – obwohl natürlich das Geheimnis des Lebens und des Bewusstseins so groß bleibt wie immer.
Teile des Kapitels über Pangenesis fand ich schwere Lektüre und habe sie noch nicht ganz gemeistert, und es gibt auch während der gesamten Diskussionen in Band II viele Stücke schwerer Lektüre zu winzigen Punkten, deren Bedeutung oder deren Bezug zur allgemeinen Frage wir, die wir nicht wie Sie experimentell mit Kultivierung und Kreuzung gearbeitet haben, kaum erkennen können.
Wenn ich gefragt werde, schreibe ich vielleicht einen Artikel über das Buch für irgendeine Zeitschrift, und wenn dem so ist, werde ich tun, was ich kann, damit „Pangenesis“ gewürdigt wird...
(220/1. In „Nature“, 25. Mai 1871, Seite 69, erschien ein Brief zur Pangenesis von Mr. A.C. Ranyard, der sich mit der Schwierigkeit befasste, dass die „auf dem Edelreis produzierten sexuellen Elemente“ nicht gezeigt wurden, von der Unterlage beeinflusst zu sein. Mr. Darwin bestreitet in einer kommentierten Kopie dieses Briefes die Richtigkeit der Aussage, fügt aber hinzu: „DER BESTE BISHER VORGEBRACHTE EINWAND.“ Er scheint Mr. Ranyards Bemerkungen nicht in der 2. Auflage von „Variation of Animals and Plants“, 1875, verwendet zu haben.)
BRIEF 221. AN J.D. HOOKER. Down, 21. Mai [1868].
Ich weiß, dass Sie sich überarbeitet haben, und das lässt Sie denken, dass Sie wissenschaftlich nichts tun. Wenn dies der Fall ist (was ich nicht glaube), ist Ihr Intellekt vollständig in das Briefeschreiben geflossen, denn ich habe in meinem ganzen Leben noch nie einen angenehmeren Brief erhalten als Ihren letzten. Er hat uns alle sehr amüsiert. Wie schrecklich streng Sie mit dem Duke sind (221/1. Der verstorbene Duke of Argyll, dessen „Reign of Law“ Sir J.D. Hooker gelesen hatte.): Ich halte Sie wirklich für zu streng, aber dann bin ich kein fairer Richter, denn ein Duke ist in meinen Augen kein gewöhnlicher Sterblicher und nicht nach gewöhnlichen Regeln zu beurteilen! Ich bemitleide Sie aus tiefster Seele wegen der Ansprache (221/2. Sir Joseph war Präsident der British Association in Norwich im Jahr 1868: siehe „Life and Letters“, III., Seite 100. Der Bezug auf „Insular Floras“ bezieht sich auf Sir Josephs Vortrag beim Treffen der British Association in Nottingham im Jahr 1866: siehe „Life and Letters“, III., Seite 47.): es lässt mir die Haut schaudern; aber als ich Sie bei Huxley bemitleidete, wollte er sich überhaupt nicht anschließen und sagte nur, dass Sie Ihren Vortrag über insulare Floren in jeder Hinsicht so bewundernswert gehalten und vorgetragen hätten, dass er kein Mitleid für Sie verschwenden würde. Er war sich sicher, dass Sie den Kopf hochhalten würden. Dennoch wünschte ich um Himmels willen, es wäre um Ihres Willen alles vorbei. Ich denke nach mehreren langen Gesprächen, dass Huxley einen exzellenten und originellen Vortrag über die geographische Verbreitung der Vögel halten wird. Ich habe sehr hart gearbeitet – in letzter Zeit zu hart – an der sexuellen Selektion, was sich als ein gigantisches Thema herausstellt; und fast jeden Tag tauchen neue Themen auf, die Untersuchungen erfordern und zu endlosen Briefen und Recherchen in Büchern führen. Ich werde auch mit Haufen dummer Briefe zu allen möglichen Themen belästigt, aber ich interessiere mich sehr für mein Thema und sehe manchmal Lichtblicke. Alle meine anderen Briefe haben mich daran gehindert, mir das Schreiben an Sie zu gönnen; aber ich fand gestern plötzlich das Heuschreckengras (221/3. Zweifellos die Pflanzen, die aus Samen gezogen wurden, die aus Heuschreckendung stammten, den Mr. Weale aus Südafrika geschickt hatte. Der Fall wird in der fünften Auflage des „Origin“ erwähnt, veröffentlicht 1869, Seite 439.) in Blüte und musste es sofort abschicken. Ich nehme an, einige Ihrer Assistenten werden in der Lage sein, die Gattung ohne große Mühe zu bestimmen. Ich habe in letzter Zeit wenig experimentiert, aber ich stelle fest, dass Reseda absolut steril gegenüber Pollen von derselben Pflanze ist. Jeder, der sähe, wie sich Staubgefäß um Staubgefäß nach oben beugt und Pollen über die Narben derselben Blume schüttet, würde erklären, dass die Struktur eine bewundernswerte Einrichtung zur Selbstbefruchtung sei. Wie absolut geheimnisvoll ist es, dass es irgendeinen Unterschied in den Eizellen und dem Inhalt der Pollenkörner geben muss (denn die Röhren dringen in die eigene Narbe ein), der eine Befruchtung bewirkt, wenn diese von zwei beliebigen verschiedenen Pflanzen stammen, und ausnahmslos zur Impotenz führt, wenn sie von derselben Pflanze stammen! Beim Jupiter, selbst Pan (221/4. Pangenesis.) wird das nicht erklären. Es ist ein Trost für mich zu denken, dass Sie auf dem Sterbebett sicher davon heimgesucht werden, den großen Gott Pan nicht geehrt zu haben. Ich bin ganz begeistert von dem, was Sie über mein Buch und über Bentham sagen; als ich es schrieb, war ich an einigen Teilen sehr interessiert, aber in letzter Zeit hielt ich genauso wenig davon wie sogar das „Athenaeum“. Es sollte im Ausland gelesen werden, den Buchhändlern zuliebe, denn fünf Auflagen sind im Ausland erschienen oder erscheinen gerade! Ich schäme mich zu sagen, dass ich nur den organischen Teil von Lyell gelesen habe, und ich bewundere alles, was ich gelesen habe, genauso wie Sie. Es ist ein Trost zu wissen, dass das Gehirn möglicherweise noch zur Arbeit taugt, wenn man siebzig Jahre alt ist. Es macht mich verrückt, und ich weiß, das tut es bei Ihnen auch, dass man keine Zeit hat, irgendetwas zu lesen, das über das hinausgeht, was gelesen werden muss: mein Zimmer ist mit ungelesenen Büchern überladen. Ich stimme bezüglich Wallaces wunderbarer Cleverness zu, aber er ist meiner Meinung nach nicht vorsichtig genug. Ich stelle fest, dass ich (und ich misstraue mir immer selbst, wenn ich ihm widerspreche) alles über Vogelnester und Schutz eher weit von ihm trennen muss; er reitet dieses Hobby zu Tode. Ich habe noch nie etwas so Erbärmliches gelesen wie Andrew Murrays Kritik an Wallace in der letzten Nummer seines Journals. (221/5. Siehe „Journal of Travel and Natural History“, Band I., Nr. 3, Seite 137, London, 1868, für Andrew Murrays „Reply to Mr. Wallace’s Theory of Birds’ Nests“, die im selben Band auf Seite 73 erschien. Das „Journal“ ging nach der Veröffentlichung eines Bandes für 1867-8 ein.) Ich glaube, dieses Journal wird sterben, und ich werde nicht weinen: was für ein Kontrast zum alten „Natural History Review“.
BRIEF 222. AN J.D. HOOKER. Freshwater, Isle of Wight, 28. Juli [1868].
Ich freue mich zu hören, dass Sie (222/1. In seiner Präsidentenansprache in Norwich.) auf die Aussage eingehen werden, dass der Glaube an die natürliche Selektion schwindet. Ich nehme nicht an, dass selbst das „Athenaeum“ behaupten würde, der Glaube an die gemeinsame Abstammung der Arten schwindet, und dies ist der wichtigere Punkt. Diesen mittlerweile fast universellen Glauben an die Evolution (wie auch immer) der Arten, denke ich, kann man zu einem großen Teil dem „Origin“ zuschreiben. Es wäre gut für Sie, einen Blick auf die kurze Einleitung von Owens „Anat. of Invertebrates“ zu werfen und zu sehen, wie vollständig er die Abstammung der Arten zugibt.
Vom „Origin“ gibt es vier englische Auflagen, eine oder zwei amerikanische, zwei französische, zwei deutsche, eine niederländische, eine italienische und mehrere (wie mir gesagt wurde) russische Auflagen. Die Übersetzungen meines Buches über „Variation under Domestication“ sind die Resultate des „Origin“; und davon sind zwei englische, eine amerikanische, eine deutsche, eine französische, eine italienische und eine russische erschienen oder werden bald erscheinen. Ernst Haeckel schrieb mir vor ein oder zwei Wochen, dass in Deutschland, wo das Interesse an dem Thema sicherlich nicht nachlässt, ständig neue Diskussionen und Rezensionen zum „Origin“ herauskommen. Ich habe einige dieser Diskussionen gesehen, und sie sind gut. Ich befürchte, dass das Interesse an dem Thema in Nordamerika nicht gestorben ist, wenn ich in Professor und Mrs. Agassiz’ Buch über Brasilien beobachte, wie außerordentlich erpicht er darauf ist, mich zu vernichten. In Bezug auf dieses Land kann jeder für sich selbst urteilen, aber Sie würden nicht sagen, das Interesse würde aussterben, wenn Sie die letzte Nummer der „Anthropological Review“ ansehen würden, in der ich unaufhörlich verspottet werde. Ich denke, Lyells „Principles“ werden einen beträchtlichen Effekt erzielen. Ich hoffe, ich habe Ihnen die Art von Information gegeben, die Sie wünschen. Mein Kopf ist etwas instabil, was meine Handschrift schlechter als gewöhnlich macht.
Wenn Sie über die Nichtakzeptanz der natürlichen Selektion argumentieren, scheint es mir eine sehr auffällige Tatsache zu sein, dass die Newtonsche Gravitationstheorie, die jedem heute so sicher und klar erscheint, von einem so außerordentlich fähigen Mann wie Leibniz abgelehnt wurde. Die Wahrheit wird nicht in einen voreingenommenen Geist eindringen.
Wallace (222/2. Wallace, „Westminster Review“, Juli 1867. Der Artikel beginnt: „Es gibt keinen überzeugenderen Beweis für die Wahrheit einer umfassenden Theorie als ihre Kraft, neue Fakten aufzunehmen und einen Platz für sie zu finden, sowie ihre Fähigkeit, Phänomene zu interpretieren, die zuvor als unerklärliche Anomalien betrachtet wurden...“ Mr. Wallace illustriert seine Aussage, dass „eine falsche Theorie diesen Test niemals bestehen wird“, anhand von Edward Forbes’ „Polaritäts“-Spekulationen (siehe Seite 84 des vorliegenden Bandes) und Macleays „zirkulärem“ und „quinaren System“, veröffentlicht in seinen „Horae Entomologicae“, 1821, und entwickelt von Swainson in den naturhistorischen Bänden von „Lardners Cabinet Cyclopaedia“. Mr. Wallace sagt, dass eine „beträchtliche Anzahl bekannter Naturforscher entweder zustimmend darüber sprach oder ähnliche Prinzipien vertrat, und für eine ganze Reihe von Jahren war es entschieden auf dem Vormarsch... doch starb es in wenigen kurzen Jahren völlig aus, seine Existenz selbst ist nun eine Angelegenheit der Geschichte, und so schnell war sein Fall, dass... Swainson vielleicht der letzte Mensch war, der daran glaubte. Das ist der Lauf einer falschen Theorie. Der einer wahren ist ganz anders, wie man am Fortschritt der Meinung zum Thema der natürlichen Selektion gut sehen kann.“
Hier, (Seite 3) folgt eine Passage über die überwältigende Bedeutung der natürlichen Selektion, unterstrichen mit offensichtlicher Zustimmung in Mr. Darwins Kopie der Rezension.), hat in der „Westminster Review“ in einem Artikel über Schutz eine gute Passage, die den Erfolg der natürlichen Selektion und ihr Wachstum durch das Verständnis neuer Klassen von Tatsachen (222/3. Diese etwas unklare Phrase kann wiedergegeben werden: „ihre Kraft des Wachstums durch die Absorption neuer Fakten.“) mit falschen Theorien kontrastiert, wie der Quinaren Theorie und jener der Polarität, vom armen Forbes, die beide mit hohen Vorteilen verkündet und die erste vorübergehend akzeptiert wurde.
BRIEF 223. AN G.H. LEWES.
(223/1. Das Folgende ist gedruckt nach einem Briefentwurf, den Mr. Darwin mit „Gegen Organe, die durch direkte Wirkung des Mediums in verschiedenen Organismen gebildet wurden. Hauptsächlich leuchtende und elektrische Organe sowie Dornen“ beschriftete. Der Entwurf ist nachlässig geschrieben und fast unleserlich.)
7. August 1868.
Wenn Sie meinen, dass bei verschiedenen Tieren Teile oder Organe, wie zum Beispiel die leuchtenden Organe von Insekten oder die elektrischen Organe von Fischen, vollständig das Resultat der äußeren und inneren Bedingungen sind, denen die Organe ausgesetzt waren, auf eine so direkte und unvermeidliche Weise, dass sie entwickelt werden könnten, ob sie nun für ihren Besitzer von Nutzen sind oder nicht, so kann ich [Ihre Ansicht] nicht zulassen. Ich könnte fast ebenso schnell zugeben, dass die gesamte Struktur zum Beispiel eines Spechtes so entstanden sei; und dass eine so enge Beziehung zwischen Struktur und äußeren Umständen bestehen sollte, die die Struktur nicht direkt beeinflussen können, scheint mir unzulässig [zu sein]. Solche Organe, wie die oben spezifizierten, erscheinen mir viel zu komplex und im Allgemeinen zu gut mit der gesamten Organisation koordiniert, als dass man zugeben könnte, dass sie aus Bedingungen unabhängig von der natürlichen Selektion resultieren. Der Eindruck, den ich beim Studium der Natur gewonnen habe, ist stark, dass wir in allen Fällen, wenn wir alle Formen sammeln könnten, die jemals gelebt haben, eine enge Abstufung von einem einfachsten Anfang an hätten. Wenn ähnliche Bedingungen ohne die Hilfe der natürlichen Selektion ausreichten, um ähnliche Teile oder Organe unabhängig von Blutsverwandtschaft zu ergeben, bezweifle ich sehr, ob wir diese auffällige Harmonie zwischen den Affinitäten, der embryologischen Entwicklung, der geographischen Verbreitung und der geologischen Abfolge aller verwandten Organismen hätten. Wir wären viel ratloser als wir es jetzt sind, wie viele Formen in einer natürlichen Methode zu klassifizieren sind. Es ist verwirrend genug, zwischen Ähnlichkeit aufgrund von Abstammung und aufgrund von Anpassung zu unterscheiden; aber (glücklicherweise für Naturforscher), aufgrund der starken Kraft der Vererbung und aufgrund übermäßig komplexer Ursachen und Gesetze der Variabilität, wurden, wenn dasselbe Ende oder Objekt erreicht wurde, im Allgemeinen etwas unterschiedliche Teile modifiziert, und zwar auf eine andere Weise modifiziert, sodass die Ähnlichkeiten aufgrund von Abstammung und Anpassung gewöhnlich unterschieden werden können. Ich möchte nur hinzufügen, damit wir uns gegenseitig verstehen, wie ich mir die Entwicklung der leuchtenden Organe von Insekten zum Beispiel vorstelle; aber ich bin auf Vermutungen angewiesen, denn es existieren so wenige leuchtende Insekten, dass wir keine Mittel haben, durch die Erhaltung leicht modifizierter Formen bis zum heutigen Tag die wahrscheinlichen Abstufungen zu beurteilen, die die Organe durchlaufen haben. Außerdem wissen wir nicht, welchen Nutzen diese Organe haben. Wir sehen, dass die Gewebe vieler Tiere, [wie] bestimmte Tausendfüßler in England, unter unbekannten Bedingungen von Nahrung, Temperatur usw. gelegentlich leuchtfähig werden können; genau wie [unleserlich]: da eine solche Leuchtkraft für bestimmte Insekten vorteilhaft war, werden die Gewebe, so vermute ich, für diesen Zweck in einem verstärkten Grad spezialisiert; bei bestimmten Insekten in einem Teil, bei anderen Insekten in anderen Teilen des Körpers. Daher glaube ich, dass wir, wenn alle ausgestorbenen Insektenformen gesammelt werden könnten, Abstufungen hätten von den Elateridae, mit ihren hoch und ständig leuchtenden Thoraces, und von den Lampyridae, mit ihren hoch leuchtenden Abdomen, bis hin zu einigen alten Insekten, die gelegentlich leuchteten wie der Tausendfüßler.
Ich weiß es nicht, vermute aber, dass die mikroskopische Struktur der Leuchtorgane bei den unterschiedlichsten Insekten nahezu dieselbe ist; und ich würde die Ähnlichkeit der Gewebe, die es ihnen unter ähnlichen Bedingungen erlaubte, auf die gleiche Weise zu variieren und so durch natürliche Selektion zum selben allgemeinen Zweck das gleiche Ergebnis zu erzielen, auf die Vererbung von einem gemeinsamen Vorfahren zurückführen. Mutatis mutandis würde ich die gleiche Lehre auf die elektrischen Organe der Fische anwenden; hier muss ich jedoch in meinem eigenen Denken die gewaltsame Annahme treffen, dass irgendein alter Fisch leicht elektrisch war, ohne irgendwelche speziellen Organe für diesen Zweck zu besitzen. Es wurde auf nicht vertrauenswürdigen Beweisen behauptet, dass bestimmte Reptilien elektrisch seien. Es ist zudem möglich, dass die sogenannten elektrischen Organe, solange sie sich in einem nicht hoch entwickelten Zustand befanden, irgendeiner anderen Funktion gedient haben könnten: Ich glaube zumindest, dass Matteucci bei bestimmten Fischen, die mit den entsprechenden Organen ausgestattet sind, keine reine Elektrizität feststellen konnte. In einem Ihrer Briefe spielten Sie auf Nägel, Krallen, Hufe usw. an. Aufgrund ihrer perfekten Koadaptation mit dem gesamten Rest der Organisation kann ich nicht zugeben, dass sie durch die direkte Einwirkung der Lebensbedingungen geformt worden wären. H. Spencers Ansicht, dass sie zuerst aus verhärteter Haut entstanden sind, als Ergebnis von Druck auf die Extremitäten, erscheint mir wahrscheinlich.
In Bezug auf Dornen und Stacheln nehme ich an, dass verkümmerte und [unleserlich] verhärtete Fortsätze ursprünglich durch das Abortieren verschiedener Anhängsel hinterlassen wurden, aber ich muss glauben, dass ihre extreme Schärfe und Härte das Ergebnis fluktuierender Variabilität und des „Überlebens des Tüchtigsten“ ist. Die genaue Form, Krümmung und Farbe der Dornen sind meiner freien Ansicht nach das Ergebnis der Wachstumsgesetze der jeweiligen Pflanze oder ihrer inneren und äußeren Bedingungen. Es wäre eine erstaunliche Tatsache, wenn irgendeine variierende Pflanze plötzlich ohne die Hilfe von Rückschlägen oder Selektion perfekte Dornen hervorbrächte. Dass die natürliche Selektion dazu neigen würde, die formidabelsten Dornen hervorzubringen, wird jeder zugeben, der die Verbreitung von dornentragenden Pflanzen in Südamerika und Afrika (siehe Livingstone) beobachtet hat, denn sie erscheinen immer dort, wo die Büsche isoliert wachsen und den Angriffen von Säugetieren ausgesetzt sind. Selbst in England ist beobachtet worden, dass alle stachel- und nesseltragenden Pflanzen für Vierfüßler schmackhaft sind, wenn die Dornen zerdrückt werden. Was die malaiische Kletterpalme betrifft, so meinte ich damit, dass die bewundernswerten Haken vielleicht nicht zuerst zum Klettern entwickelt wurden; nachdem sie aber zum Schutz entwickelt worden waren, wurden sie später genutzt und vielleicht für das Klettern weiter modifiziert.
BRIEF 224. AN J.D. HOOKER. Down, 8. September [1868].
Über die "Pall Mall". (224/1. "Pall Mall Gazette", 22. August 1868. In einem Artikel mit der Überschrift "Dr. Hooker on Religion and Science", der sich auf die Ansprache bei der British Association bezieht, wendet sich der Verfasser gegen jeden vermeintlichen Gegensatz zwischen Religion und Wissenschaft. "Religion", sagt er, "ist Ihre Meinung zu einem bestimmten Themenbereich, Wissenschaft ist Ihre Meinung zu einem anderen Themenbereich." Aber er vergisst, dass wir auf der einen Seite Meinungen haben, die als geoffenbarte Wahrheiten vorausgesetzt werden; und dies ist eine Bedingung, die entweder zu der weiteren Meinung führt, dass diejenigen, die unvereinbare Fakten vorbringen, mehr oder weniger böse sind, oder zu einem Frontwechsel auf religiöser Seite, durch den die theologische Meinung "ihren Standpunkt verschiebt, um den Anforderungen jedes neuen Fakts, das die Wissenschaft etabliert, und jedes alten Irrtums, den die Wissenschaft aufdeckt, zu entsprechen" (Dr. Hooker, wie von der "Pall Mall" zitiert). Hätten Theologen die Gewohnheit gehabt anzuerkennen, dass, in den Worten des "Pall Mall"-Verfassers, "Wissenschaft ein allgemeiner Name für menschliches Wissen in seiner bestimmtsten und allgemeinsten Form ist, was auch immer das Objekt dieses Wissens sein mag", wären Sir Joseph Hookers Bemerkungen wahrscheinlich nie gemacht worden.) Ich stimme nicht zu, dass der Artikel in irgendeiner Weise richtig war; es erschien mir ungeheuerlich (und wurde auf der Stelle von der "Morning Advertiser" beantwortet), dass die Religion die Wissenschaft nicht angegriffen habe. Wenn ich jedoch sage, nicht in irgendeiner Weise richtig, bin ich mir nicht sicher, ob es für wissenschaftliche Männer nicht am klügsten wäre, das ganze Thema Religion völlig zu ignorieren. Goldwin Smith, der hier zu Mittag gegessen hat, nachdem er mit den Nortons (Sohn von Professor Norton und Freund von Asa Gray), die für vier Monate das Keston Rectory gemietet haben, gekommen war, war der festen Meinung, es sei ein Fehler. Mehrere Personen haben mir gegenüber stark betont, dass sie Ihre Ansprache sehr bewundern. Für den Fall, dass Sie sich selbst in einem französischen Gewand sehen möchten, sende ich Ihnen eine Zeitschrift; auch mit einem schwachen Artikel von Agassiz über Geographische Verbreitung. Berkeley hat mir seine Ansprache zugesandt (224/2. Rev. M.J. Berkeley war 1868 Präsident der Sektion D in Norwich.), also hatte ich eine gute Entschuldigung, ihm zu schreiben. Ich unterscheide mich von Ihnen: Ich könnte es kaum ertragen, dem "Bleizucker" (224/3. "Sie wissen, Mrs. Carlyle sagte, Owens Süße erinnere sie an Bleizucker." (Huxley an Tyndall, 13. Mai 1887: Huxleys "Life", II., Seite 167.), was ich noch nie zuvor gehört hatte: es ist ausgezeichnet. Ich bin so sehr froh, dass Sie mit Asa Gray hierher kommen werden, denn wenn es mir schlecht geht, wird er nicht langweilig sein. Wir werden die Nortons bitten, zum Abendessen zu kommen. Am Samstag kommen Wallace (und wahrscheinlich Mrs. W.), J. Jenner Weir (ein sehr guter Mann) und Blyth, und ich fürchte, nicht Bates, um das Wochenende zu bleiben. Der Gedanke macht mich etwas nervös; aber ich werde es ungemein genießen, wenn es mich nicht umbringt. Wie ich wünschte, es wäre Ihnen möglich, hier zu sein!
BRIEF 225. AN M.J. BERKELEY. Down, 7. September 1868.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie mir Ihre Ansprache (225/1. Ansprache an Sektion D der British Association. ("Brit. Assoc. Report", Norwich-Tagung, 1868, Seite 83.))... zugesandt haben, denn so gewinne ich eine gute Entschuldigung, Sie mit dieser Notiz zu behelligen, um Ihnen für Ihre überaus freundliche und äußerst ehrenvolle Erwähnung meiner Arbeiten zu danken.
Wenn ich Ihnen sage, dass ich seit meiner Zeit als Undergraduate in Cambridge Ihnen gegenüber den aufrichtigsten Respekt empfunden habe, aufgrund all dessen, was ich ständig von dem armen, lieben Henslow und anderen über Ihr großes Wissen und Ihre originellen Forschungen gehört habe, werden Sie mir glauben, wenn ich sage, dass ich in meinem Leben selten mehr erfreut war als durch das Lesen Ihrer Ansprache; obwohl ich das Gefühl habe, dass Sie viel zu stark von dem sprechen, was ich getan habe. Ihre Erwähnung der Pangenesis (225/3. "Es wäre unverzeihlich, diese etwas unzusammenhängenden Bemerkungen zu beenden, ohne auf eines der interessantesten Themen des Tages hinzuweisen – die Darwinsche Lehre der Pangenesis... Wie alles, was aus der Feder eines Schriftstellers stammt, den ich, soweit mein Urteilsvermögen reicht, ohne Zögern als den bei weitem größten Beobachter unseres Zeitalters betrachte, was auch immer von seinen Theorien gehalten werden mag, wenn sie zu ihren extremen Ergebnissen geführt werden, verlangt das Thema eine sorgfältige und unparteiische Betrachtung." (Berkeley, Seite 86.)) hat mich besonders gefreut, denn sie wurde von meinen Freunden im Allgemeinen vernachlässigt oder missbilligt; dennoch erwarte ich voll und ganz, dass sie eines Tages erfolgreicher sein wird. Ich glaube, ich stimme Ihnen völlig in der Art und Weise zu, wie die abgestoßenen Atome oder sogenannten Gemmulae wahrscheinlich wirken (225/4. "Unter der Annahme der allgemeinen Wahrheit der Theorie, dass Moleküle, die mit bestimmten Attributen ausgestattet sind, von den Komponenten-Zellen von einer solchen infinitesimalen Winzigkeit abgestoßen werden, dass sie fähig sind, mit den Flüssigkeiten zu zirkulieren und am Ende in der unbefruchteten Embryozelle und dem Spermatozoid vorhanden zu sein... scheint es mir weitaus wahrscheinlicher, dass sie unter günstigen Umständen fähig sein sollten, einen Einfluss auszuüben, der dem analog ist, welcher durch den Inhalt des Pollenschlauchs oder Spermatozoids auf den Embryosack oder das Ei ausgeübt wird, als dass diese Partikel selbst zu Zellen entwickelt werden sollten" (Berkeley, Seite 87).): Ich habe niemals angenommen, dass sie zu freien Zellen entwickelt werden, sondern dass sie andere werdende Zellen durchdringen und deren spätere Entwicklung modifizieren. Diesen Prozess habe ich tatsächlich mit der gewöhnlichen Befruchtung verglichen. Die so modifizierten Zellen, so nehme ich an, stoßen ihrerseits modifizierte Gemmulae ab, die sich wiederum mit anderen werdenden Zellen verbinden, und so weiter. Aber ich darf Sie nicht weiter behelligen.
BRIEF 226. AN AUGUST WEISMANN. Down, 22. Oktober 1868.
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren freundlichen Brief und habe eine Woche gewartet, bevor ich ihn beantworte, in der Hoffnung, die "kleine Schrift" (226/1. Die "kleine Schrift" ist "Ueber die Berechtigung der Darwin'schen Theorie", Leipzig, 1868. Der "Anhang" ist "Ueber den Einfluss der Wanderung und räumlichen Isolirung auf die Artbildung".) zu erhalten, auf die Sie anspielen; aber ich fürchte, sie ist verloren gegangen, was mich sehr wundert, da ich selten versäumt habe, etwas zu erhalten, das mit der Post gesandt wurde.
Da ich den Titel nicht kenne und kein Exemplar bestellen kann, wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie ein weiteres entbehren könnten.
Ich bin hocherfreut, dass Sie, mit deren Namen ich vertraut bin, meine Arbeit gutheißen. Ich stimme vollkommen mit dem überein, was Sie darüber sagen, dass jede Art nach ihren eigenen eigentümlichen Gesetzen variiert; aber gleichzeitig muss, so glaube ich, zugegeben werden, dass die Variationen der meisten Arten im Laufe der Zeitalter äußerst vielfältig waren, denn ich sehe nicht, wie es anders erklärt werden kann, dass so viele Formen analoge Strukturen für denselben allgemeinen Zweck erworben haben, unabhängig von der Abstammung. Ich bin sehr froh zu hören, dass Sie gegen Nägelis Gesetz der Vervollkommnung argumentiert haben, das mir überflüssig erscheint. Andere vertreten ähnliche Ansichten, aber keiner von ihnen definiert, was diese "Vollkommenheit" ist, die nicht allmählich durch natürliche Selektion erreicht werden kann. Ich hielt M. Wagners erste Broschüre (226/2. Wagners erster Essay, "Die Darwin'sche Theorie und das Migrationsgesetz", 1868, ist eine separat veröffentlichte Broschüre von 62 Seiten. Im Vorwort gibt der Autor an, dass es eine vollständigere Version eines Vortrags ist, der im März 1868 vor der Königlichen Akademie der Wissenschaften zu München gehalten wurde. Wir können nicht sagen, welche von Wagners Schriften als die zweite Broschüre bezeichnet wird; sein zweiter bekannter Essay, "Ueber den Einfluss der Geogr. Isolirung", etc., ist neueren Datums, nämlich 1870.) (denn ich hatte noch keine Zeit, die zweite zu lesen) für sehr gut und interessant; aber ich denke, dass er die Notwendigkeit von Auswanderung und Isolation stark überschätzt. Ich bezweifle, ob er darüber nachgedacht hat, was geschehen muss, wenn seine Formen ein neues Land kolonisieren, es sei denn, sie variieren bereits in der allerersten Generation; auch misst er, wie ich glaube, den Fällen dessen, was ich unbewusste Selektion durch den Menschen genannt habe, nicht genug Gewicht bei: in diesen Fällen werden Rassen durch die Erhaltung der Besten und die Zerstörung der Schlechtesten modifiziert, ohne jede Isolation.
Ich sympathisiere aufrichtig mit Ihnen wegen des Zustands Ihres Sehvermögens: Es ist in der Tat das schrecklichste Übel, das jemandem zustoßen kann, der, wie Sie, ernsthaft dem Streben nach naturwissenschaftlichem Wissen verbunden ist.
BRIEF 227. AN F. MÜLLER. Down, 18. März [1869].
Seit ich vor einigen Tagen schrieb und drei Exemplare Ihres Buches absandte, habe ich die englische Übersetzung (227/1. "Facts and Arguments for Darwin." Siehe "Life and Letters", III., Seite 37.) gelesen und kann mir das Vergnügen nicht versagen, Ihnen noch einmal meine warme Bewunderung auszudrücken. Ich könnte, werde aber nicht, meine Dankbarkeit für die sehr ehrenvolle Art und Weise wiederholen, in der Sie meinen Namen oft erwähnen; aber ich kann wahrhaftig sagen, dass ich die Veröffentlichung Ihres Essays als eine der größten Ehren betrachte, die mir jemals zuteilwurden. Nichts kann tiefgründiger und treffender sein als Ihre Beobachtungen über Entwicklung und Klassifikation. Ich bin sehr froh, dass Sie Ihre Rechtfertigung in Bezug auf die Metamorphosen der Insekten hinzugefügt haben; denn Ihre Schlussfolgerung scheint nun in höchstem Maße wahrscheinlich. (227/2. Siehe "Facts and Arguments for Darwin", Seite 119 (Anm.), wo F. Müller seine Gründe für den Glauben darlegt, dass die "vollständige Metamorphose" der Insekten kein Merkmal der Form war, aus der die Insekten hervorgegangen sind: sein Argument hängt weitgehend von Überlegungen ab, die aus dem Studium der Neuroptera gezogen wurden.) Ich habe viele Teile, besonders den über Cirripedia, mit dem lebhaftesten Interesse wieder gelesen. Ich hatte Ihre Diskussion über die retrograde Entwicklung der Rhizocephala fast vergessen. Was für eine bewundernswerte Illustration liefert sie für meine ganze Lehre! Ein Mann muss wahrlich ein Fanatiker zugunsten von separaten Schöpfungsakten sein, wenn er nach dem Lesen Ihres Essays nicht ins Wanken gerät; aber ich fürchte, dass er für englische Leser, bis auf einige wenige Auserwählte, zu tief ist.
BRIEF 228. AN A.R. WALLACE. 27. März [1869].
Ich habe in letzter Zeit (d.h. in der neuen Ausgabe des "Origin") (228/1. Fünfte Auflage, 1869, Seiten 150-57.) meinen Eifer gemäßigt und der bloßen nutzlosen Variabilität viel mehr zugeschrieben. Ich dachte, ich würde Ihnen das Blatt senden, aber ich wage zu behaupten, dass Sie es nicht sehen möchten, auf dem ich Nägelis Essay über die natürliche Selektion diskutiere, der Merkmale von keiner funktionalen Bedeutung nicht beeinflusst, die jedoch von hoher klassifikatorischer Bedeutung sind. Hooker ist ziemlich zufrieden mit dem, was ich zu diesem Punkt gesagt habe.
BRIEF 229. AN J.D. HOOKER. Caerdeon, Barmouth, Nordwales, 24. Juli [1869].
Wir werden übermorgen zu Hause sein, für die Reise zwei Tage benötigen, und ich werde sehr froh darüber sein. Das Ganze war für mich ein Misserfolg, aber viel Vergnügen für die Jungen... Meine Frau hat fast die ganze Zeit ziemlich gelitten; daher verabscheue ich den Ort, trotz all seiner Schönheit. Ich war froh zu hören, was Sie von F. Müller dachten, und ich stimme Ihnen vollkommen zu. Ihr Brief kam genau zur rechten Zeit, denn ich schrieb am selben Tag an Müller, und ich gab Ihre Anerkennung der Kapitel X. und XI. weiter. Irgendwann möchte ich die "Transactions of the New Zealand Institute" ausleihen, um Colensos Artikel zu lesen. (229/1. Colenso, "On the Maori Races of New Zealand." "N.Z. Inst. Trans." 1868, Teil 3.) Sie müssen Huxley v. Comte lesen (229/2. "The Scientific Aspects of Positivism." "Fortnightly Review", 1869, Seite 652, und "Lay Sermons", 1870, Seite 162. Dies war eine Antwort auf Mr. Congreves Artikel "Mr. Huxley on M. Comte", der in der Aprilnummer der "Fortnightly", Seite 407, veröffentlicht wurde und als Kritik an Huxleys Artikel in der Februar-Ausgabe der "Fortnightly", Seite 128, "On the Physical Basis of Life", geschrieben worden war.); er hat noch nie zuvor etwas so Kluges geschrieben und hat jeden rechts und links in großartigem Stil zerschmettert. Ich hatte einen vagen Wunsch, Comte zu lesen, und George auch, aber er hat uns vollständig von solch eitlem Wunsch geheilt.
Es gibt einen weiteren Artikel (229/3. "North British Review", Band 50, 1869: "Geological Time", Seite 406. Die rezensierten Arbeiten sind Sir William Thomson, "Trans. R. Soc. Edin." 1862; "Phil. Mag." 1863; Thomson und Tait, "Natural Philosophy", Band I., Anh. D; Sir W. Thomson, "Proc. R. Soc. Edin." 1865; "Trans. Geol. Soc. Glasgow", 1868 und 1869; "Macmillan's Mag." 1862; Prof. Huxley, Präsidialrede, "Geol. Soc. London", Februar 1869; Dr. Hooker, Präsidialrede, "Brit. Assoc." Norwich, 1868. Auch die Rezension über den "Origin" in der "North British Review", 1867, von Fleeming Jenkin, und ein Artikel in der "Pall Mall Gazette", 3. Mai 1869. Der Autor behandelt den letztgenannten mit Verachtung als das Werk eines anonymen Journalisten, anscheinend ohne sich seiner eigenen ähnlichen Position bewusst zu sein.) der gerade in der letzten "North British" erschienen ist, von einem großen Mathematiker, der bewundernswert gemacht ist; er teilt einen heftigen Hieb gegen Sie aus (229/4. Der Autor des Artikels in der "North British" scheint uns auf Seite 408 misszuverstehen oder falsch auszulegen, was Sir J.D. Hookers Parabel über das "Untermauern" betrifft. Siehe "Life and Letters", III., Seite 101 (Anm.). Sir Joseph wird auf Seite 413 mit unnötiger Vehemenz in einem anderen Punkt angegriffen.), aber der Artikel richtet sich gegen Huxley und für Thomson. Diese Rezension zeigt mir – nicht, dass es mir erst hätte gezeigt werden müssen –, was für ein teuflisch kluger Kerl Huxley ist, denn der Rezensent kann nicht umhin, seine Fähigkeiten zu bewundern. Es gibt einige gute Beispiele für mathematische Arroganz in der Rezension, und nebenbei zeigt er, wie oft Astronomen zu Schlussfolgerungen gelangt sind, von denen man heute weiß, dass sie falsch waren; so könnten Geologen wahrlich antworten, dass wir bei der Zulassung Ihrer Schlussfolgerungen langsam vorgehen müssen. Dennoch sollten alle Uniformitarianer besser sofort "peccavi" rufen – nicht dass ich nicht die Überzeugung hätte, dass die Welt als älter befunden werden wird, als Thomson sie macht, und weitaus älter, als der Rezensent sie macht. Ich bin froh, dass ich mich der Schwierigkeit in der letzten Ausgabe des "Origin" gestellt und sie eingeräumt habe, von der Sie, wie ich annehme, ordnungsgemäß ein Exemplar erhalten haben.
BRIEF 230. AN J.D. HOOKER. Down, 7. August [1869].
Es gab nie einen so guten Mann wie Sie, wenn es darum geht, mir Dinge zu erzählen, die ich gerne höre. Ich bin überhaupt nicht überrascht, dass Hallett festgestellt hat, dass einige Weizensorten in bestimmten wünschenswerten Eigenschaften nicht so schnell verbessert werden konnten wie anfangs. Alle Erfahrung zeigt dies bei Tieren; aber es wäre, so denke ich, voreilig, nach der tatsächlichen Erfahrung anzunehmen, dass im Laufe eines Jahrhunderts nicht noch ein wenig mehr Verbesserung erzielt werden könnte, und theoretisch sehr unwahrscheinlich, dass es nach ein paar Tausend [Jahren] Ruhe keinen Ansatz in der gleichen Variationslinie gäbe. Was mich entgegen der Erfahrung in Erstaunen versetzt und was ich nicht glauben kann, ist, dass bereits verbesserte oder modifizierte Sorten nicht in anderer Hinsicht variieren. Ich denke, er muss von zwei oder drei spontan fixierten Sorten auf das Ganze geschlossen haben. Selbst bei Sämlingen aus derselben Kapsel variieren einige viel mehr als andere; so ist es mit Untersorten und Varietäten. (230/1. In einem Brief vom 13. August 1869 schrieb Sir J.D. Hooker, um Mr. Darwins Eindruck zu korrigieren: "Ich wollte nicht andeuten, dass Hallett behauptete, alle Variation würde aufhören – weit gefehlt: er behauptete das Gegenteil, aber wenn ich ihn richtig verstehe, gelangt er bald an einen Punkt, jenseits dessen jede weitere Akkumulation in der gesuchten Richtung so gering und so langsam ist, dass praktisch eine Fixierung des Typs (allerdings keine absolute Fixierung) das Ergebnis ist.")
Es ist eine großartige Tatsache bezüglich des Anoplotherium (230/2. Dies bezieht sich vielleicht auf das Vorkommen von Anoplotherium in der eozänen Formation Südamerikas: es ist einer der Punkte, in denen die Fauna Südamerikas eher Europa als Nordamerika ähnelt. (Siehe Wallace "Geographical Distribution", I., Seite 148.)), und zeigt, wie selbst terrestrische Vierfüßler früher Zeit hatten, sich in sehr unterschiedliche Regionen auszubreiten. Zu jeder Epoche neigt die Welt dazu, ziemlich einheitlich bevölkert zu werden, was ein Segen für die Geologie ist.
Der Artikel in der "N. British Review" (230/3. Siehe Brief 229.) ist wissenschaftlich gesehen sehr lesenswert; George D. und Erasmus waren begeistert davon. Wie der Autor zuschlägt! Es war eine Beschönigung, von einem Hieb gegen Sie zu sprechen: es war ein Tritt. Er ist sehr unfair gegenüber Huxley und beschuldigt ihn der "Wortklauberei" etc.; doch der Autor kann nicht umhin, ihn außerordentlich zu bewundern. Ich weiß, dass ich mich sehr klein fühlte, als ich den Artikel beendete. Sie werden amüsiert feststellen, dass Geologen alle von Playfair in die Irre geführt wurden, der von zwei der größten Mathematiker in die Irre geführt wurde! Und es gibt andere solcher Fälle; also könnten wir uns umdrehen und Ihrem Rezensenten zeigen, wie vorsichtig Geologen beim Vertrauen auf Mathematiker sein sollten.
Es gibt noch einen weiteren exzellenten originellen Artikel, ich fühle mich sicher, von McClennan, über den Urmenschen, der sehr lesenswert ist.
Ich stimme nicht ganz bezüglich Sabine überein: Er ist anders als jeder andere Soldat oder Seemann, von dem ich je gehört habe, wenn er nicht mit mehr Zufriedenheit als K.C.B. denn als einfacher Mann sein zweites Bein ins Grab setzen würde. Ich stimme vollkommen zu, dass die Regierung ihn schon vor langer Zeit hätte machen sollen, aber was weiß oder kümmert die Regierung die Wissenschaft? So viel zu Ihrem splendiden Brief.
BRIEF 231. AN J.D. HOOKER. Down, 14. August [1869?].
Ich schreibe eine Zeile, um Ihnen mitzuteilen, dass Sie ein wirklich guter Mann sind, dass Sie vorschlagen, nach Exeter für einen Sonntag hierherzukommen. Bleiben Sie bei dieser guten Absicht... Ich bin sicher, Exeter und Ihr anderer Besuch werden Ihnen gut tun. Ich frage mich oft, wie Sie all Ihre vielfältige Arbeit bewältigen.
Ich stimme vollkommen bezüglich der Torheit der endlosen Subskriptionen für verstorbene Männer überein; aber Faraday ist eine Ausnahme, und wenn Sie drei Guineen für mich bezahlen, wird mir das etwas Ärger ersparen; aber es wäre am besten, einen Scheck beizulegen, der, wie Sie sehen werden, indossiert werden muss. Wenn Sie die "North British Review" lesen, werden Sie gerne wissen, dass George mich aufgrund der Entsprechung in Stil und Geist davon überzeugt hat, dass der Artikel von Tait stammt, dem Mitarbeiter von Thomson.
Ich war sehr überrascht, dass die Blätter von Drosophyllum an ihren Spitzen immer nach hinten eingerollt sind, wusste aber nicht, dass dies ein einzigartiges Merkmal ist.
(PLATE: SIR J.D. HOOKER, 1870? Nach einer Fotografie von Wallich.)
BRIEF 232. AN J.D. HOOKER. Down, 13. November [1869].
Gestern hörte ich von einem Verwandten, der in einer Zeitung gelesen hatte, dass Sie C.B. geworden sind. Ich muss Ihnen kurz schreiben, um „Hurra“ zu rufen, obwohl ich mir gewünscht hätte, es wäre K.C.B. gewesen, wie es zweifellos hätte sein sollen; aber ich nehme an, sie betrachten K.C.B. vor C.B. wie ein Herzogtum vor einer Grafschaft.
Wir hatten eine sehr erfolgreiche Woche in London, und ich war ungewöhnlich wohlauf und sah eine ganze Reihe von Leuten, was, wenn ich gesund bin, ein großes Vergnügen für mich ist. Ich hatte unter anderem ein nettes Gespräch mit Huxley. Und nun bin ich wieder bei derselben Arbeit wie zuvor, und werde es noch für weitere zwei Monate sein – nämlich hässliche Sätze ein wenig begradigen; ich bin der Arbeit überdrüssig, und da das Thema sich ganz um geschlechtliche Zuchtwahl dreht, bin ich die ewigen Männchen und Weibchen, Hähne und Hennen leid.
Es ist eine Schande, Sie zu belästigen, aber ich würde gerne irgendwann von der C.B.-Affäre hören.
Ich habe in letzter Zeit ein oder zwei interessante Broschüren gelesen – nämlich Stirling den Hegelianer versus Huxley und Protoplasma; Tylor im „Journal of the Royal Institute“ über das Überleben alten Denkens in der modernen Zivilisation.
Leben Sie wohl. Ich bin so stumpfsinnig wie eine Ente, sowohl männlich als auch weiblich.
An Dr. Hooker, C.B., F.R.S.
Dr. Hooker, K.C.B. (Das sieht besser aus).
P.S. Ich höre einen guten Bericht über Benthams letzte Rede, die ich nun lesen werde.
Ich stelle fest, dass ich mich bei Benthams Rede geirrt habe. Lyell sprach von einer, die ich vor einigen Monaten gelesen habe; aber ich habe letzte Nacht wieder die Hälfte davon gelesen und werde sie zu Ende lesen. Einige Passagen sind entweder neu oder wurden von mir zuvor nicht genügend studiert. Sie erscheint mir bewundernswert, wie schon beim ersten Lesen, obwohl ich in einigen wenigen Punkten anderer Meinung bin.
Eine solche Rede ist, wie ich glaube, ihr Gewicht in Gold wert, um Bekehrte für unsere Ansichten zu gewinnen. Lyell sagt mir, dass Bunbury wunderbar beeindruckt davon war, und er hat früher unsere Ansichten über die Evolution nie für voll genommen.
P.S. (2). Ich habe soeben Ihre Rezension über Schimper gelesen und sie sehr gemocht.
BRIEF 233. AN J.D. HOOKER. Down, 19. November [1869].
Vielen Dank, dass Sie mir alles über das C.B. erzählt haben, denn ich wollte sehr gerne davon hören. Es freut mich außerordentlich, dass die Regierung dies getan hat; und da die K.C.B.s in ihrer Anzahl begrenzt sind (was ich nicht wusste), entschuldige ich es. Ich werde niemandem erwähnen, was Sie mir gesagt haben, da dies Murchisonscher Art wäre. Aber was für eine Schande, diesen Ausdruck zu verwenden, denn ich glaube fest daran, dass Murchison sich jede Mühe geben würde, irgendein Ehrenzeichen für jeden Wissenschaftler zu erhalten.
Ich mag alle wissenschaftlichen Zeitschriften, einschließlich der armen „Scientific Opinion“, und ich denke besser von „Nature“ als Sie. Herrgott, was für eine Rhapsodie das von Goethe war, aber wie gut übersetzt; es kam mir, wie ich Huxley sagte, vor, als wäre es von dem verrücktesten englischen Gelehrten geschrieben worden. Es ist Poesie, und kann ich etwas Strengeres sagen? Die letzte Ausgabe der „Academy“ war großartig, und ich hoffe, sie erscheint bald vierzehntäglich. Ich wünschte, „Nature“ würde ausländische Zeitschriften und Transaktionen sorgfältiger durchsuchen.
Ich lese jetzt eine dicke deutsche Broschüre von Kerner über Tubocytisus; wenn Sie darauf stoßen, sehen Sie sich die Karte der Verbreitung der achtzehn Quasi-Arten und den Stammbaum an. Wenn letzterer, wie der Autor sagt, ausschließlich aus den Verwandtschaften der Formen konstruiert wurde, dann ist die Verbreitung wunderbar interessant; wir können die eigentlichen Schritte der Entstehung einer Art sehen. Wenn Sie den Stammbaum und die Karte studieren, werden Sie das Buch fast verstehen. Die zwei alten verbindenden Eltern-Glieder leben gerade noch in zwei oder drei Gebieten; dann haben wir vier weit verbreitete Arten, ihre Nachkommen; und von diesen kleine Gruppen neuerer Nachkommen, die eher kleine Gebiete bewohnen...
BRIEF 234. AN CAMILLE DARESTE. Down, 20. November 1869.
Sehr geehrter Herr,
ich freue mich, dass Sie ein Kandidat für den Lehrstuhl für Physiologie in Paris sind. Wie Sie aus meinen veröffentlichten Werken wissen, habe ich Ihre Untersuchungen zur Entstehung von Missbildungen stets als äußerst interessant betrachtet. Kein Thema ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt wichtiger, soweit mein Urteil reicht, als durch Experimente festzustellen, wieweit die Struktur durch die direkte Einwirkung veränderter Bedingungen modifiziert werden kann; und Sie haben dieses Thema sehr erhellt.
Ich stelle fest, dass mehrere Naturforscher in verschiedenen Teilen Europas in letzter Zeit behauptet haben, es sei nun von höchstem Interesse für die Wissenschaft, sich zu bemühen, unsere tiefe Unwissenheit über die Ursache jeder einzelnen Variation so weit wie möglich zu verringern; und, wie Is. Geoffroy St. Hilaire schon vor langer Zeit bemerkte, können Missbildungen nicht durch eine deutliche Linie von geringfügigeren Variationen getrennt werden.
Mit meinen besten Wünschen für Ihren Erfolg bei der Erlangung der Professur und mit aufrichtiger Hochachtung.
Ich habe die Ehre zu bleiben, sehr geehrter Herr, Ihr ergebener, CHARLES DARWIN.
KAPITEL 1.V. – EVOLUTION, 1870-1882.
BRIEF 235. AN J. JENNER WEIR. Down, 17. März [1870].
Es ist meine entschiedene Meinung, dass Sie einen Bericht an eine wissenschaftliche Gesellschaft schicken sollten, und ich denke an die Royal Society. Ich würde ihn kommunizieren, falls Sie sich dazu entschließen. Sie könnten als vorläufigen Grund die Veröffentlichung des berühmten Morton-Falls und des Schweine-Falls durch Herrn Giles in den „Transactions“ angeben. Sie könnten auch auf die offensichtliche physiologische Bedeutung solcher Fakten im Hinblick auf die Theorie der Zeugung anspielen. Ob es klug wäre, auf die verschmähte Pangenesis anzuspielen, kann ich nicht sagen, aber ich glaube fest daran, dass die Pangenesis ihre erfolgreiche Zeit haben wird. Bitte stellen Sie sorgfältig die Farbe von Muttertier und Vatertier fest. Sehen Sie in meinem Buch („Animals and Plants“), Band I, Seite 55, wegen der Falben nach. Die Verlängerung der Mähne und die Form der Hufe sind großartige neue Fakten. Ist das Haar Ihres Pferdes irgendwie lockig? Denn ein beobachteter Fall wird von mir (Band II, Seite 325) nach Azara bezüglich der Korrelation von Hufformen mit lockigem Haar angegeben. Sehen Sie auch in meinem Buch (Band I, Seite 55; Band II, Seite 41), wie überaus selten Streifen auf den Gesichtern von Pferden in England sind. Geben Sie das Alter Ihres Pferdes an.
Sie wissen, dass Dr. Carpenter und andere versucht haben, die Auswirkungen einer ersten Trächtigkeit durch den Einfluss des Blutes des gekreuzten Embryos zu erklären; aber bei Physiologen, die glauben, dass die reproduktiven Elemente tatsächlich von den reproduktiven Drüsen gebildet werden, ist diese Ansicht unvereinbar. Bitte schauen Sie sich an, was ich in „Domestic Animals“ (Band I, Seiten 402-5) gegen diese Lehre gesagt habe. Es scheint mir wahrscheinlicher, dass die Gemmulae allein die Ovarien beeinflussen. Ich erinnere mich, früher wie Sie über die Behauptung spekuliert zu haben, dass Ehefrauen ihren Ehemännern ähnlich werden; aber wie unmöglich ist es, die Auswirkungen von Nachahmung und gleichen Lebensgewohnheiten usw. zu eliminieren. Ihr Brief hat mich zutiefst interessiert.
P.S. – Seit der Veröffentlichung habe ich von zusätzlichen Fällen gehört – ein sehr guter in Bezug auf westfälische Schweine, gekreuzt mit englischem Eber, und alle nachfolgenden Nachkommen waren betroffen, angegeben in „Illust. Landwirth-Zeitung“, 1868, Seite 143.
Ich habe gezeigt, dass Maultiere oft gestreift sind, obwohl keines der Elternteile gestreift sein mag – was auf ein uraltes Zurückschlagen hindeutet. Nun schreibt mir Fritz Müller aus Südbrasilien: „Mir wurde von Personen, die sicherlich noch nie von Lord Mortons Stute gehört hatten, versichert, dass Stuten, die Hybride mit einem Esel ausgetragen haben, besonders dazu neigen, später gestreifte Eselfohlen hervorzubringen.“ Eine frühere Befruchtung verleiht also anscheinend den nachfolgenden Nachkommen eine Tendenz zu bestimmten Merkmalen, sowie Merkmale, die das erste Männchen tatsächlich besaß.
Im Nachdruck (nicht als zweite Auflage bezeichnet) meines Buches „Domestic Animals“ gebe ich einen guten zusätzlichen Fall von nachfolgender Nachkommenschaft eines haarlosen Hundes, die aufgrund der Auswirkungen der ersten Trächtigkeit haarig ist.
P.S. 2. Der Vorschlag ist zweifellos überflüssig, aber Sie sollten, wie ich denke, die Verlängerung der Mähne über eine Linie hinaus messen, die den vorderen oder hinteren Teil der Ohren verbindet, und mit dem Pferd vergleichen. Messen Sie auch (und geben Sie einen Vergleich mit dem Pferd an) Länge, Breite und Tiefe der Hufe.
BRIEF 236. AN J.D. HOOKER. Down, 12. Juli [1870].
Ihr Schluss, dass jede Spekulation über Vorherbestimmung eine müßige Zeitverschwendung ist, ist der einzig weise; aber wie schwierig ist es, nicht zu spekulieren! Meine Theologie ist ein einfaches Durcheinander; ich kann das Universum nicht als das Ergebnis von blindem Zufall betrachten, doch kann ich in den Details keinen Beweis für ein wohltätiges Design oder überhaupt für ein Design irgendeiner Art sehen. Was jede Variation betrifft, die jemals aufgetreten ist, dass sie für einen besonderen Zweck vorherbestimmt war, so kann ich daran ebenso wenig glauben, wie daran, dass der Fleck, auf den jeder Regentropfen fällt, besonders vorherbestimmt wurde.
Spontane Zeugung scheint fast ein ebenso großes Rätsel wie Vorherbestimmung. Ich kann mich nicht davon überzeugen, dass eine solche Vielzahl von Organismen, wie Kristalle, in Bastians Lösungen derselben Art entstanden sein kann. Ich bin erstaunt, dass ich bisher auf keine Anspielung auf Wymans positive Aussage gestoßen bin, dass, wenn die Lösungen fünf Stunden lang gekocht werden, keine Organismen erscheinen; doch, wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, wurden die Lösungen, wenn sie der Luft ausgesetzt wurden, sofort bevölkert. Entgegen allen Beweisen kann ich nicht umhin zu vermuten, dass organische Teilchen (meine „Gemmulae“ aus den einzelnen Zellen der niederen Kreaturen!) am Leben bleiben und sich später unter geeigneten Bedingungen vermehren werden.
Was für ein interessantes Problem das ist.
BRIEF 237. AN W.B. TEGETMEIER. Down, 15. Juli [1870].
Es ist sehr lange her, dass ich von Ihnen gehört habe, und ich bin Ihnen für Ihren Brief sehr verbunden. Es ist eine gute Nachricht, dass Sie eine neue Auflage Ihres Geflügelbuchs herausbringen wollen, und es steht Ihnen völlig frei, alle meine Materialien zu verwenden. Danke für den kuriosen Fall der Variation der Wildente: Ich habe von anderen Beispielen einer Tendenz zur Variation bei einem aus einem großen Wurf oder einer Familie gehört. Ich habe im Moment zu viele Dinge in Arbeit, um von Ihrem Angebot, mir das amerikanische Geflügelbuch auszuleihen, zu profitieren.
Bitte bleiben Sie bei Ihrer Idee, das Thema analoger Variationen mit Tauben auszuarbeiten; ich glaube wirklich, dass Sie auf diese Weise einen neuartigen und wertvollen Beitrag zur Wissenschaft leisten könnten. Ich kann jedoch sehr gut verstehen, wie sehr Ihre Zeit durch die nimmerendenden, immer-anfangenden redaktionellen Sorgen in Anspruch genommen sein muss.
Ich bleibe ziemlich beim Alten und krieche mit meiner Arbeit voran.
BRIEF 238. AN J.D. HOOKER. Down, 27. September [1870].
Ihr Brief war großartig, und ich war sehr neugierig, etwas über die Versammlung in Liverpool zu hören, deren Erfolg ich Huxley zuliebe sehr gewünscht habe. Ich bin überrascht, dass Sie denken, seine Rede wäre für die Öffentlichkeit nicht klar gewesen; sie erschien mir klar wie Quellwasser. Die allgemeine Richtung seiner Argumentation hätte durch den Fall der Selbstentzündung beantwortet werden können: Zehntausende von Fällen, in denen Dinge in Brand geraten sind, wären kein wahres Argument gegen jemanden, der behauptet, dass Flammen manchmal spontan ausbrechen. Ich bin entzückt über die Apotheose von Sir Roderick; ich kann mir vorstellen, was für nette und passende Reden er an jeden Adligen richten würde, wenn er die Tore des Himmels betritt. Sie fragen, was ich von Tyndalls Vortrag halte: Er erschien mir großartig und sehr interessant, obwohl ich aus Unwissenheit einigen Teilen nicht ganz folgen konnte, und ich hätte ihm gerne gesagt, wie immens er verbessert worden wäre, wenn der ganze erste Teil viel weniger egoistisch gemacht worden wäre. George kam unabhängig zu demselben Schluss und mochte den ganzen letzten Teil außerordentlich. Er hielt den ersten Teil nicht nur für egoistisch, sondern für ziemlich marktschreierisch.
Wie gut Tyndall die „als ob“-Art des Philosophierens darlegt und zeigt, dass sie gerechtfertigt ist. Einige dieser verfluchten Franzosen haben sich in letzter Zeit auf mich gestürzt, weil ich diese Form des Beweises oder der Argumentation verwende.
Ich habe gerade Rollestons Rede in „Nature“ gelesen: Sein Stil ist völlig beispiellos! Ich sehe, er zitiert Sie über Samen, also bin ich gestern hingegangen und habe den Fall, der im beiliegenden Papier angegeben ist, sorgfältiger beobachtet, was Sie vielleicht lesen und verbrennen möchten.
Wie wahr und gut ist das, was Sie über Lyell sagen. Er ist immer derselbe; Dohrn war gestern hier und bemerkte, dass niemand in der öffentlichen Meinung Deutschlands höher stehe als Lyell.
Ich bin wahrhaftig und zutiefst froh, dass Sie über ein allgemeines Werk zur geographischen Verbreitung oder Ähnlichem nachdenken; ich hoffe zu Gott, dass Ihre unaufhörlichen Beschäftigungen diese Absicht nicht unterbrechen. Was mein Buch betrifft, werde ich mit den verfluchten Korrekturfahnen erst Ende November fertig sein: guter Gott, was habe ich für einen verwirrten Kopf auf meinen elenden alten Schultern.
BRIEF 239. AN H. SETTEGAST. Down, 29. September 1870.
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren freundlichen Brief und das Geschenk Ihres wunderschönen Bandes. Ihr Werk ist mir nicht neu, denn ich hörte so viel Gutes darüber, dass ich mir ein Exemplar der ersten Auflage besorgte. Es war mir eine große Befriedigung zu sehen, dass ein Mann, der unsere Haustiere lange mit philosophischem Geist studiert hat und der sehr kompetent ist zu urteilen, in großem Maße mit meinen Ansichten übereinstimmt. Ich habe es sehr bedauert, dass ich Ihr Werk nicht kannte, als ich meine letzten Bände veröffentlichte.
Ich bin überrascht und erfreut zu hören, dass die Wissenschaft in der gegenwärtigen aufregenden Lage nicht ganz vergessen wird. Jeder, den ich in England kenne, wünscht begeistert den vollen und vollständigen Erfolg Deutschlands.
P.S. Ich werde eines meiner beiden Exemplare Ihres Werkes einer öffentlichen wissenschaftlichen Bibliothek in London überlassen.
BRIEF 240. AN DEN HERAUSGEBER DER „PALL MALL GAZETTE“. Down, 24. März [1871].
Herr Darwin lässt dem Herausgeber seine Empfehlungen ausrichten und wäre ihm sehr verbunden, wenn er den beiliegenden Brief an den Autor der beiden bewundernswerten Rezensionen der „Descent of Man“ adressieren und abschicken würde.
BRIEF 241. AN JOHN MORLEY. Down, 24. März 1871.
Aufgrund des Geistes Ihrer Rezension meines letzten Buches in der „Pall Mall Gazette“, die mir große Freude bereitet hat, habe ich gedacht, dass Sie mich vielleicht über einen Punkt informieren könnten, wobei Sie, wenn Sie möchten, Ihren Namen zurückhalten können.
Sie sagen, dass meine Ausdrucksweise in Bezug auf Schönheit „wissenschaftlich vage und philosophisch höchst irreführend“ sei. (241/1. „Mr. Darwins Werk ist eine jener seltenen und bedeutenden intellektuellen Leistungen, die eine tiefgreifende Veränderung in allen höchsten Bereichen des Meinungsgebiets bewirken... Es zieht sich durch die Beschreibung und Untersuchung der geschlechtlichen Zuchtwahl eine Art, von Schönheit zu sprechen, die uns höchst unphilosophisch erscheint, da sie eine bestimmte Theorie der Schönheit voraussetzt, deren Annahme die kompetentesten modernen Denker viel zu weit davon entfernt sind, als ganz vernünftig zu akzeptieren... Warum sollten wir die ästhetische Qualität bei Vögeln nur dann als wunderbar empfinden, wenn sie zufällig mit unserer eigenen übereinstimmt? Mit anderen Worten: Warum ihnen überhaupt bewusste ästhetische Qualitäten zuschreiben? Es gibt keinen positiveren Grund, dem Argusfasan ein ästhetisches Bewusstsein zuzuschreiben, als den Bienen ein geometrisches Bewusstsein für die hexagonalen Prismen und rhombischen Platten des Bienenstocks, die sie so wunderbar konstruieren. Daher scheint uns die Ausdrucksweise, die Mr. Darwin in diesem Teil des Themas verwendet, obwohl sie den Grad der Wahrscheinlichkeit, der dieser Theorie zukommen mag, nicht beeinträchtigt, wissenschaftlich sehr vage und philosophisch höchst irreführend zu sein.“ – „Pall Mall Gazette“.) Dies ist keineswegs unwahrscheinlich, da es fast ein Leben lang her ist, dass ich mich mit der Philosophie der Ästhetik befasst habe, und ich damals nicht dachte, dass ich jemals von meinen Schlussfolgerungen Gebrauch machen würde. Können Sie mir ein oder zwei Bücher nennen (denn meine Lesefähigkeit ist nicht groß), die mich aufklären könnten? Oder können Sie mir in ein oder zwei Sätzen erklären, worin mein Irrtum besteht? Vielleicht wäre es am besten, wenn ich erkläre, was ich unter dem Sinn für Schönheit in seinem niedrigsten Entwicklungsstadium verstehe, was nur auf Tiere anwendbar sein kann. Wenn eine intensive Farbe, zwei harmonierende Farbtöne oder eine wiederkehrende und symmetrische Figur das Auge erfreuen oder ein einzelner süßer Ton das Ohr erfreut, nenne ich dies einen Sinn für Schönheit; und in diesem Sinne habe ich (obwohl ich jetzt sehe, nicht in ausreichend vorsichtiger Weise) davon gesprochen, dass ein Geschmack für das Schöne bei der Menschheit (denn alle Wilden bewundern Stücke von hellem Stoff, Perlen, Federn usw.) und bei den niederen Tieren derselbe sei. Wenn das blaue und gelbe Gefieder eines Aras (241/2. „Was der Mensch für die schrecklichen Kontraste von Gelb und Blau hält, zieht den Ara an, während das Kugelgelenk-Gefieder den Argusfasan anzieht“ – „Pall Mall Gazette“, 21. März 1871, Seite 1075.) das Auge dieses Vogels erfreut, sollte ich sagen, dass er einen Sinn für Schönheit hat, auch wenn sein Geschmack nach unserem Standard schlecht war. Nun, werden Sie so freundlich sein, mir zu sagen, wie ich lernen kann, den Fehler meiner Wege zu erkennen? Natürlich erkenne ich, wie ich in meinem Buch bemerkt habe, dass der Sinn für Schönheit bei Landschaften, Bildern usw. etwas unendlich Komplexes ist, das von vielfältigen Assoziationen und der Kultur des Geistes abhängt. Aus einer sehr interessanten Rezension im „Spectator“ sowie aus Ihrer und Wallaces Rezension erkenne ich, dass ich ein großes Versäumnis begangen habe, indem ich nicht das Wenige gesagt habe, das ich über den Erwerb des Sinns für das Schöne bei Mensch und Tier hätte sagen können. Es wäre in der Tat ein immenser Vorteil für einen Autor, wenn er solche Kritiken wie die Ihren vor der Veröffentlichung lesen könnte. Auf Seite 11 Ihrer Rezension zitieren Sie versehentlich meine Worte, die Sie in Anführungszeichen gesetzt haben, aus meinem Band II, Seite 354: Ich sage, dass „der Mensch keine große Veränderung ertragen kann“, und die ausgelassenen Wörter „irgendeine große“ machen den ganzen Unterschied in der Diskussion aus. (241/3. „Mr. Darwin sagt uns und liefert uns ausgezeichnete Gründe zu der Annahme, dass ‚die Menschen jeder Rasse das bevorzugen, was sie zu sehen gewohnt sind; sie können keine Veränderung ertragen.‘ Gibt es jedoch nicht einen Widerspruch zwischen dieser Tatsache und der anderen, dass sich eine Rasse genau deshalb von einer anderen unterscheidet, weil sich Neuheiten darboten und begierig ergriffen und fortgepflanzt wurden?“)
Erlauben Sie mir, noch einige weitere Bemerkungen hinzuzufügen. Ich glaube, Ihre Kritik an meinem mangelnden historischen Geist ist durchaus berechtigt, denn ich bin mir meiner Unwissenheit in diesem Bereich bewusst. (241/4. „Im historischen Geist muss Mr. Darwin jedoch als durchaus mangelhaft bezeichnet werden. Wenn er zum Beispiel von der ‚großen Sünde der Sklaverei‘ spricht, die unter primitiven Nationen allgemein gewesen sei, vergisst er, dass, obwohl das Halten eines Sklaven für einen Europäer heute eine sündhafte Erniedrigung wäre, die Praxis, Kriegsgefangene in Sklaven zu verwandeln, anstatt sie abzuschlachten, überhaupt keine Sünde war, sondern eine entschiedene Verbesserung der menschlichen Sitten markierte.“) Andererseits, wenn Sie jemals dazu kommen sollten, Kapitel III und insbesondere Kapitel V wieder zu lesen, denke ich, dass Sie feststellen werden, dass ich nicht für alle Ihre Rügen empfänglich bin; obwohl ich das Gefühl hatte, dass ich mich auf einem mir unbekannten und voller Fallstricke befindlichen Pfad bewegte; aber ich hatte den Vorteil früherer Diskussionen durch fähige Männer. Ich habe versucht, sehr nachdrücklich zu sagen, dass ein großer Philosoph, Gesetzgeber usw. viel mehr für den Fortschritt der Menschheit durch seine Schriften oder sein Beispiel getan hat, als durch das Hinterlassen zahlreicher Nachkommen. Ich habe versucht zu zeigen, wie der Kampf ums Dasein zwischen Stamm und Stamm von einem Fortschritt in den moralischen und intellektuellen Qualitäten der Mitglieder abhängt und nicht nur von ihrer Fähigkeit, Nahrung zu beschaffen. Wenn ich von der Notwendigkeit eines Kampfes ums Dasein spreche, damit die Menschheit auf der Stufenleiter noch höher steigen kann, beziehe ich mich nicht auf die MEISTEN, sondern darauf, dass „die MEHR hochbegabten Männer“ im Kampf ums Leben erfolgreich sind; ich bezog mich auf meine Annahme, dass die Menschen in jedem Land in zwei gleiche Gruppen unterteilt seien – nämlich die mehr und die weniger hochbegabten –, und dass die ersteren im Durchschnitt am besten abschnitten.
Aber ich habe viel Anlass, mich für die Länge dieses schlecht formulierten Briefes zu entschuldigen. Meine einzige Entschuldigung ist das außerordentliche Interesse, das ich an Ihrer Rezension empfunden habe, und die Freude, die ich dabei erlebt habe, die Punkte zu beobachten, die Ihre Aufmerksamkeit erregt haben. Ich muss noch ein Wort sagen. Nachdem ich das Thema der geschlechtlichen Zuchtwahl viele Jahre lang im Kopf behalten und immer mehr Gefallen daran gefunden habe, bin ich sehr zuversichtlich, dass, sobald der Begriff anderen vertraut gemacht wird, er akzeptiert werden wird, zumindest in einem viel größeren Ausmaß als derzeit. Mit aufrichtigem Respekt und Dank...
BRIEF 242. AN JOHN MORLEY. Down, 14. April [1871].
Da diese Notiz keine Antwort erfordert, zögere ich nicht, ein paar Zeilen zu schreiben, um zu sagen, wie getreu und vollständig Sie meine Vorstellungen über den moralischen Sinn in der „Pall Mall“ zusammengefasst haben, und um einige entschuldigende oder erklärende Bemerkungen zu machen. (242/1. „Was als Frage des moralischen Sinns bezeichnet wird, ist eigentlich zweierlei: wie die moralische Fähigkeit erworben wird und wie sie reguliert wird. Warum gehorchen wir dem Gewissen oder fühlen Schmerz, wenn wir ihm nicht gehorchen? Und warum schreibt das Gewissen die eine Art von Handlung vor und verurteilt eine andere? Technischer ausgedrückt: Es gibt die Frage nach der subjektiven Existenz des Gewissens und die Frage nach seinen objektiven Vorschriften. Erstens: Warum halte ich es für obligatorisch, meine Pflicht zu tun? Zweitens: Warum halte ich es für meine Pflicht, dies zu tun und jenes nicht zu tun? Obwohl jedoch die zweite Frage aus Gründen, auf die wir gleich hinweisen werden, unabhängig behandelt werden sollte, wirft die historische Antwort darauf oder die verschiedenen Gründe, aus denen Menschen bestimmte Arten von Verhalten mit Pflicht identifiziert haben, anstatt Verhalten der gegenteiligen Art, Licht auf die andere Frage nach den Wachstumsbedingungen der Idee der Pflicht als souveräner und imperialer Direktor. Mr. Darwin scheint uns die logische Trennung zwischen den beiden Seiten der Frage nach dem moralischen Sinn nicht perfekt erkannt zu haben. Zum Beispiel sagt er (i. 97), dass ‚Philosophen der derivativen Moralschule früher annahmen, dass das Fundament der Moral in einer Form von Selbstsucht liege; neuerdings aber im Prinzip des größten Glücks.‘ Aber Mr. Mill, auf den sich Mr. Darwin bezieht, hat ausdrücklich gezeigt, dass das Prinzip des größten Glücks ein MASSSTAB ist und kein FUNDAMENT, und dass seine Gültigkeit als Maßstab für richtiges und falsches Handeln genauso von jemandem vertreten werden kann, der glaubt, dass der moralische Sinn angeboren ist, wie von jemandem, der glaubt, dass er erworben ist. Er sagt deutlich, dass die sozialen Gefühle der Menschheit ‚die natürliche Grundlage der Empfindung für utilitaristische Moral‘ bilden. Weit davon entfernt, das Prinzip des größten Glücks als das Fundament der Moral zu betrachten, würde er es als das bildende Prinzip des Überbaus bezeichnen, dessen Fundament die sozialen Gefühle der Menschheit sind. Zwischen Mr. Darwin und Utilitaristen, als Utilitaristen, gibt es keinen solchen Streit, wie er zu vermuten scheint. Der engste Utilitarist könnte kaum mehr sagen als das, was Mr. Darwin sagt (ii. 393): ‚Da alle Menschen ihr eigenes Glück begehren, wird Lob oder Tadel Handlungen und Motiven je nachdem zuteil, wie sie diesem Ziel dienen; und da Glück ein wesentlicher Teil des allgemeinen Wohls ist, dient das Prinzip des größten Glücks INDIREKT als ein BEINAHE sicherer Maßstab für Recht und Unrecht.‘ Es ist vielleicht nicht unanständig zu vermuten, dass die zögerlichen Adverbien, die wir kursiv gedruckt haben, nicht mehr bedeuten als das Widerstreben eines halb bewussten Konvertiten zum reinen Utilitarismus. An einer anderen Stelle (i. 98) gibt er zu, dass ‚da alle nach Glück streben, das Prinzip des größten Glücks zu einem höchst wichtigen sekundären Leitfaden und Ziel geworden sein wird, wobei die sozialen Instinkte, einschließlich der Sympathie, immer als der primäre Impuls und Leitfaden dienen.‘ Dies ist genau das, was Mr. Mill sagt, nur dass er das Prinzip nicht als sekundären Leitfaden, sondern als Maßstab bezeichnen würde, um es vom sozialen Impuls zu unterscheiden, in dem er, ebenso wie Mr. Darwin, die Basis und das Fundament erkennt.“ – „Pall Mall Gazette“, 12. April 1871.) Wie der Fehler, den ich bei der Rede vom größten Glück als Fundament der Moral gemacht habe, entstanden ist, ist mir völlig unerklärlich: Zu jeder Zeit während der letzten Jahre hätte ich eine solche Idee verlacht. Mr. Lecky hat nie einen größeren Fehler begangen, und Ihre Freundlichkeit hat Sie mich zu leicht davonkommen lassen. (242/2. In der ersten Ausgabe der „Abstammung des Menschen“, I., Seite 97, wird Mr. Lecky als einer derjenigen zitiert, die annahmen, dass das „Fundament der Moral in einer Form von Selbstsucht liege; neuerdings aber im ‚Prinzip des größten Glücks‘“. Mr. Leckys Name wird in diesem Zusammenhang in der zweiten Ausgabe, Seite 120, weggelassen. In dieser Ausgabe macht Mr. Darwin deutlicher, dass er dem sozialen Instinkt als „primärem Impuls und Leitfaden“ die größte Bedeutung beimisst.) Was Mr. Mill betrifft, so hätte mir nichts besser gefallen, als mich auf seine große Autorität in Bezug auf die sozialen Instinkte zu stützen, aber der Satz, den ich auf [Band I] Seite 71 zitiere („wenn, wie ich selbst glaube, die moralischen Gefühle nicht angeboren, sondern erworben sind, sind sie deshalb nicht weniger natürlich“), scheint mir etwas widersprüchlich zu den anderen Wörtern, die ich zitiere, zu sein, so dass ich nicht wusste, was ich denken sollte; besonders da er so sehr wenig über die sozialen Instinkte sagt. Wenn ich von intellektueller Aktivität als sekundärer Basis des Gewissens spreche, meinte ich in meinen eigenen Gedanken sekundär in der Zeit der Entwicklung; aber niemand konnte erwarten, eine so große Ellipse zu verstehen. In Bezug auf Ihren letzten Satz, glauben Sie nicht, dass der Mensch in seinen elterlichen, ehelichen und anderen Instinkten hätte rückfällig werden können, ohne in seinen sozialen Instinkten rückfällig geworden zu sein? Und ich glaube nicht, dass es irgendeinen Beweis dafür gibt, dass der Mensch jemals als nicht-soziales Tier existiert hat. Ich muss hinzufügen, dass ich sehr froh war, Ihre Bemerkungen über den vermeintlichen Fall der Honigbiene zu lesen: Er bietet einen amüsanten Kontrast zu dem, was Miss Cobbe in der „Theological Review“ geschrieben hat. (242/3. Mr. Darwin sagt („Abstammung des Menschen“, Ausgabe I., Band I., Seite 73; Ausgabe II., Seite 99), „dass, wenn Menschen wie Bienen lebten, unsere unverheirateten Weibchen es für eine heilige Pflicht hielten, ihre Brüder zu töten.“ Miss Cobbe bemerkt dazu, „dass die Prinzipien der sozialen Pflicht umgekehrt würden“ („Theological Review“, April 1872). Mr. Morley hingegen sagt über Darwins Behauptung, dass sie „so beruhigend ist, wie es sich der absoluteste Moralist nur wünschen könnte. Denn es läuft darauf hinaus, dass die Grundlagen der Moral, die Unterscheidungen von Recht und Unrecht, tief in den Bedingungen der sozialen Existenz selbst verankert sind; dass es angesichts dieser Bedingungen einen positiven und definitiven Unterschied zwischen dem Moralischen und dem Immoralischen, dem Tugendhaften und dem Lasterhaften, dem Richtigen und dem Falschen in den Handlungen von Individuen gibt, die an dieser sozialen Existenz teilhaben.“) Zweifellos hätte das große Prinzip des Handelns für das Wohl aller Mitglieder derselben Gemeinschaft und damit für das Wohl der Spezies immer noch die souveräne Herrschaft behalten.
BRIEF 243. AN J.D. HOOKER.
Haredene, Albury, Guildford, 6. August [1871].
Ich habe Thomsons Rede mit größtem Interesse gelesen; aber Sie sagen so GENAU UND VOLLSTÄNDIG alles, was ich denke, dass Sie mir alle Worte aus dem Mund genommen haben; sogar über Tyndall. Es ist ein Gewinn, dass ein so wunderbarer Mann, wenn auch kein Naturforscher, ein Konvertit zum Evolutionismus wird; Huxley, so scheint es, bemerkte dies in seiner Rede. Ich würde gerne wissen, was er über Design meint – ich kann es nicht im Geringsten verstehen, denn ich nehme an, er glaubt nicht an spezielle Eingriffe. (243/2. Siehe „British Association Report“, Seite cv. Lord Kelvin spricht sehr zweifelhaft von Evolution. Nachdem er die abschließende Passage des „Origin“ zitiert hat, fährt er fort: „Ich habe zwei Sätze weggelassen... die kurz die Hypothese ‚der Entstehung der Arten durch natürliche Zuchtwahl‘ beschreiben, weil ich immer das Gefühl hatte, dass diese Hypothese nicht die wahre Theorie der Evolution enthält, WENN ES IN DER BIOLOGIE EINE EVOLUTION GEGEBEN HAT“ (die Kursivschrift ist nicht im Original). Lord Kelvin beschreibt dann als „höchst wertvolle und lehrreiche Kritik“ Sir John Herschels Bemerkung, dass die Lehre von der natürlichen Zuchtwahl „zu sehr der Laputan-Methode des Büchermachens ähnelt und dass sie nicht ausreichend eine ständig leitende und kontrollierende Intelligenz berücksichtigt.“ Aber man sollte sich daran erinnern, dass es in dieser Rede von Lord Kelvin war, dass er die Möglichkeit von „samenführenden meteorischen Steinen, die sich durch den Raum bewegen“ vorschlug, die die Erde mit lebenden Organismen impfen; und wenn er annimmt, dass die gesamte Bevölkerung des Globus auf diese „moosbewachsenen Fragmente aus den Ruinen einer anderen Welt“ zurückzuführen ist, ist es offensichtlich, dass er an eine Form der Evolution glaubt, und eine, bei der eine kontrollierende Intelligenz nicht sehr offensichtlich ist, zumindest nicht in der anfänglichen und alles entscheidenden Phase.) Herschels war ein guter Spott. Er brachte mich dazu, den Vergleich mit Raffaels Madonna einzufügen, als ich in der „Abstammung des Menschen“ die Art und Weise der Bildung der wundersamen Kugelgelenk-Ornamente beschrieb, und ich werde die Wahrheit dieses Falles beschwören. (243/3. Siehe „Abstammung des Menschen“, II., Seite 141. Darwin sagt, dass niemand die Schattierung der „Augen“ auf den Flügeln des Argusfasans dem „zufälligen Zusammentreffen von Atomen aus Farbstoff“ zuschreiben wird. Er fährt fort, dass die Entwicklung des Kugelgelenk-Effekts durch natürliche Zuchtwahl zunächst so unglaublich erscheint, als ob „eine von Raffaels Madonnen durch die Auswahl zufälliger Farbtupfer entstanden wäre.“ Herschels Bemerkung, zitiert in „Life and Letters“, II., Seite 241, dass der „Origin“ das „Gesetz des Durcheinanders“ illustriert, ist wahrscheinlich eine gesprächsweise Variante des Laputan-Vergleichs, der zu der Passage in der „Abstammung des Menschen“ führte (siehe Brief 130).)
Sie kennen die eichenblättrige Varietät des gewöhnlichen Geißblatts; ich konnte eine Dame nicht davon überzeugen, dass dies nicht das Ergebnis des Geißblatts war, das einen jungen Eichenbaum hinaufkletterte! Ist das nicht wie der Viola-Fall?
BRIEF 244. AN JOHN LUBBOCK (LORD AVEBURY). Haredene, Albury, Guildford, 12. August [1871].
Ich hoffe, dass die Zusendung der Korrekturabzüge hier Ihnen keine Unannehmlichkeiten bereitet. Ich habe sie mit unendlicher Befriedigung gelesen, und die ganze Diskussion erscheint mir bewundernswert. Ich habe hier keine Bücher und wünschte sehr, ich könnte eine Platte von Campodea sehen. (244/1. „Über den Ursprung der Insekten.“ Von Sir John Lubbock, Bart. „Journ. Linn. Soc. (Zoology)“, Band XI., 1873, Seiten 422-6. (Gelesen am 2. November 1871.) Im abschließenden Absatz schreibt der Autor: „Wenn diese Ansichten korrekt sind, muss die Gattung Campodea [ein Käfer] als eine Form von bemerkenswertem Interesse betrachtet werden, da sie der lebende Repräsentant eines urzeitlichen Typs ist, aus dem nicht nur die Collembola und Thysanura, sondern auch die anderen großen Ordnungen der Insekten ihren Ursprung herleiten.“ (Siehe auch „Brit. Assoc. Report“, 1872, Seite 125 – Rede von Sir John Lubbock; und für eine Abbildung von Campodea siehe „Nature“, Band VII., 1873, Seite 447.)) Ich habe nie viel über die Schwierigkeit nachgedacht, die Sie angeben und auf die Sie so viel Licht werfen. (244/2. Die erwähnte Schwierigkeit wird durch den ersten Satz des Aufsatzes von Lord Avebury erklärt. „Die Metamorphosen dieser Gruppe (Insekten) erschienen mir immer als eine der größten Schwierigkeiten der Darwinschen Theorie... Ich empfinde große Schwierigkeiten bei der Vorstellung, durch welchen natürlichen Prozess ein Insekt mit einem saugenden Mund, wie der einer Mücke oder eines Schmetterlings, aus einem stark beißenden Typ wie den Orthoptera oder sogar den Neuroptera entwickelt werden könnte... Ein Hinweis auf die Schwierigkeit findet sich meines Erachtens in der Unterscheidung zwischen den entwicklungsbedingten und adaptiven Veränderungen, auf die ich die Gesellschaft in einem früheren Aufsatz aufmerksam gemacht habe.“ Die Unterscheidung zwischen entwicklungsbedingten und adaptiven Veränderungen wird im Aufsatz „Über den Ursprung der Insekten“ (loc. cit., Seite 422) erwähnt, aber nicht diskutiert; in einem früheren Aufsatz, „Über die Entwicklung von Chloeon (Ephemera) dimidiatum“ („Trans. Linn. Soc.“ XXV. Seite 477, 1866), wird diese Frage ausführlich behandelt.) Ich habe nur ein paar belanglose Bemerkungen zu machen. Auf Seite 44 wünschte ich, Sie hätten ein wenig mehr zu dem gesagt, was Sie über die Unterscheidung zwischen entwicklungsbedingten und adaptiven Veränderungen gesagt haben; denn ich kann mich an den Punkt nicht ganz erinnern, und andere werden vielleicht in der gleichen Zwangslage sein. Ich glaube, ich habe immer gesehen, dass die Larve und das erwachsene Tier in jedem Maße getrennt modifiziert werden könnten. Wenn man bedenkt, welch seltsame Funktionsänderungen Teile durchlaufen, mit dem Zwischenstadium der Nutzung (244/3. Diese etwas dunkle Phrase kann umschrieben werden: „die graduellen Stadien sind dem Organismus nützlich.“), scheint mir, dass Sie etwas zu kühn über die Unmöglichkeit sprechen, ein beißendes Insekt in ein saugendes Insekt zu verwandeln (244/4. „Es gibt jedoch besondere Schwierigkeiten in jenen Fällen, in denen, wie bei den Lepidoptera, dieselbe Spezies als Larve beißend und als Embryo saugend ist“ (Lubbock, „Ursprung der Insekten“, Seite 423).); nicht, dass ich im Geringsten an dem Wert Ihrer Erklärung zweifle.
Dass Cirripedia ein Stadium durchlaufen, das ich als Puppenzustand bezeichnet habe (244/5. „Daher kann die Larve in diesem, ihrem letzten Stadium, nicht fressen; sie kann als ‚lokomotorische Puppe‘ bezeichnet werden; ihre gesamte Organisation ist anscheinend auf das eine große Ziel ausgerichtet, einen geeigneten Ort für ihre Anheftung und endgültige Metamorphose zu finden.“ („Eine Monographie über die Unterklasse Cirripedia.“ Von Charles Darwin. London, Ray Soc., 1851.)), unterstützt, soweit es ihre Münder betrifft, ziemlich das, was Sie auf Seite 52 sagen.
Auf Seite 40 scheinen mir Ihre Bemerkungen zum Argusfasan (244/6. In dem veröffentlichten Aufsatz gibt es keine Erwähnung des Argusfasans.) (obwohl ich nicht den geringsten Einwand gegen sie habe) nicht sehr angemessen, da sie sich auf die geistigen Fähigkeiten beziehen. Wenn Sie mir diese Korrekturabzüge überlassen können, wenn Sie fertig sind, wäre ich Ihnen dankbar, da ich eine neue Ausgabe des „Origin“ korrigieren werde, wenn ich nach Hause zurückkehre, obwohl dieses Thema zu groß ist, als dass ich darauf eingehen könnte. Ich danke Ihnen aufrichtig für das große Interesse, das mir Ihre Diskussion bereitet hat.
(245/1. Der folgende Brief bezieht sich auf Mivarts „Genesis of Species“.)
Down, 16. September [1871].
Ich bereite eine neue und billige Ausgabe der „Origin“ vor und werde ein neues Kapitel über Abstufungen und über den Nutzen anfänglicher Ansätze nützlicher Strukturen einfügen; denn dies, so beobachte ich, hat auf die meisten Menschen die größte Wirkung gehabt. Jeder seiner [Mivarts] Fälle, so scheint es mir, kann auf ziemlich zufriedenstellende Weise beantwortet werden. Er ist sehr unfair und sagt nie das, was er hätte wissen müssen, das zu meinen Gunsten angeführt werden könnte. Er ignoriert die Wirkung des Gebrauchs und das, was ich in all meinen späteren Büchern und Ausgaben über die direkten Auswirkungen der Lebensbedingungen und die sogenannte spontane Variation gesagt habe. Ich sende Ihnen mit dieser Post eine sehr kluge, aber schlecht geschriebene Rezension aus Nordamerika von einem Freund von Asa Gray, die ich nachgedruckt habe. (245/2. Chauncey Wright in der „North American Review“, Band CXIII., von Darwin nachgedruckt und als Broschüre veröffentlicht (siehe „Life and Letters“, III., Seite 145).)
Es freut mich, von Huxley zu hören. Sie haben noch nie so starke Briefe gelesen, wie Mivart sie mir über den Respekt vor mir geschrieben hat, in denen er mich anflehte, ihn zu besuchen, usw. usw.; doch in der „Q. Review“ (245/3. Siehe „Quarterly Review“, Juli 1871; auch „Life and Letters“, III., Seite 147.) zeigt er mir gegenüber den größten Hohn und die größte Feindseligkeit und sagt mit ungewöhnlicher Klugheit alles, was am unangenehmsten ist. Er macht mich zum arrogantesten, abscheulichsten Biest, das je gelebt hat. Ich kann ihn nicht verstehen; ich vermute, dass verfluchte religiöse Bigotterie die Ursache dafür ist. Natürlich steht es ihm völlig frei, mich zu verachten und zu hassen, aber warum macht er sich so viel Mühe, etwas auszudrücken, das mehr als Freundschaft ist? Es hat mich sehr gekränkt.
BRIEF 246. AN J.D. HOOKER. Down, 4. Oktober [1871].
Ich bin ganz entzückt, dass Sie so große Stücke auf Huxleys Artikel halten. (246/1. Eine Rezension von Wallaces „Natural Selection“, Mivarts „Genesis of Species“ und des Artikels der „Quarterly Review“ über die „Descent of Man“ (Juli 1871), veröffentlicht in der „Contemporary Review“ (1871) und in Huxleys „Collected Essays“, II., Seite 120.) Ich hatte Angst, alles zu sagen, was ich darüber dachte, da nichts so leicht dazu führt, dass etwas flach erscheint. Ich dachte an Ihre frühere Bemerkung, dass Huxley einen intellektuell ganz infantil fühlen lässt, und stimmte ihr voll und ganz zu. Er wirkt immer so auf mich. Ich stimme genau mit dem überein, was Sie zu den verschiedenen Punkten im Artikel sagen, und ich habe in meinem Brief an ihn einen Höhepunkt der Bewunderung nach dem anderen aufgetürmt. Ich bin kein so guter Christ, wie Sie glauben, denn ich habe meine Rache an Mivart genossen. Er (d.h. Mivart) hat mir gerade so kühl wie eine Gurke geschrieben, in der Hoffnung, dass sich meine Gesundheit gebessert habe, usw. Mein Kopf übrigens plagt mich schrecklich, und ich habe ihn den halben Tag lang leicht und schaukelnd. Leben Sie wohl, lieber alter Freund – mein bester Freund.
BRIEF 247. AN JOHN FISKE.
(247/1. Mr. Fiske, der in England vielleicht am besten als Autor von „Outlines of Cosmic Philosophy“ bekannt ist, hatte Mr. Darwin einige Berichte über die an der Harvard University gehaltenen Vorlesungen gesandt. Der Punkt, auf den im Nachwort von Mr. Darwins Brief Bezug genommen wird, wird durch den folgenden Auszug aus Mr. Fiskes Werk erläutert: „Ich habe versucht zu zeigen, dass der Übergang von der Animalität (oder Bestialität, wenn man das Wort von seinen schlechten Konnotationen befreit) zur Menschlichkeit hauptsächlich durch die Verlängerung der Kindheit oder Unreife bestimmt worden sein muss, die eine Folge einer hohen Entwicklung der Intelligenz ist und die die allmähliche Gruppierung der pithecoiden Menschen zu mehr oder weniger definierten Familien erzwungen haben muss.“ (Siehe „Descent“, I., Seite 13, über die verlängerte Kindheit der anthropoiden Affen.))
Down, 9. November 1871.
Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet, dass Sie mir durch meinen Sohn Ihre Vorlesungen zugesandt haben und für die sehr ehrenvolle Art und Weise, in der Sie auf meine Werke Bezug nehmen. Die Vorlesungen scheinen mir mit viel Kraft, Klarheit und Originalität geschrieben zu sein. Sie zeigen auch ein wahrhaft außergewöhnliches Maß an Wissen über alles, was zu diesem Thema veröffentlicht wurde. Die Schrift ist an vielen Stellen so klein, dass sie, außer für junge Augen, nur sehr schwer zu lesen ist. Daher wünsche ich, dass Sie über deren separate Veröffentlichung nachdenken, obwohl bereits so viel zu diesem Thema veröffentlicht wurde, dass das Publikum möglicherweise genug davon hat. Ich hoffe, dass dies Ihre Absicht ist, denn ich glaube nicht, dass ich jemals das allgemeine Argument überzeugender dargelegt gesehen habe, um Ungläubige zu bekehren.
Es hat mich überrascht und gefreut zu sehen, dass Sie und andere die Falschheit eines Großteils von Mr. Mivarts Argumentation erkannt haben. Ich wünschte, ich hätte Ihre Vorlesungen vor ein oder zwei Monaten gelesen, da ich gerade eine neue Ausgabe der „Origin“ vorbereite, in der ich einige spezielle Punkte beantworte, und ich glaube, ich hätte Ihre Vorlesungen nützlich gefunden; aber mein Manuskript befindet sich jetzt in den Händen des Druckers, und ich habe nicht die Kraft oder Zeit, weitere Ergänzungen vorzunehmen.
P.S. – Durch einen seltsamen Zufall habe ich seit dem Schreiben des Obigen Ihren sehr verbindlichen Brief vom 23. Oktober erhalten. Ich habe den Punkt, auf den Sie sich beziehen, bemerkt und werde in Zukunft mehr darüber nachdenken. Ich war tatsächlich kurz davor, in der neuen Ausgabe der „Origin“ einen Satz mit ähnlichem Inhalt einzufügen, in Bezug auf die Frage – Warum haben Affen ihre Intelligenz nicht so weit entwickelt wie der Mensch? –, aber ich habe ihn wegen der behaupteten verlängerten Kindheit des Orang-Utans weggelassen. Ich bin auch ein wenig im Zweifel bezüglich der Unterscheidung zwischen Herdentrieb und Geselligkeit.
...Wenn Sie nach England kommen, wird es mir ein großes Vergnügen sein, Ihre Bekanntschaft zu machen; aber meine Gesundheit ist gewohnheitsmäßig so schwach, dass ich nur sehr wenig Kraft habe, mich mit meinen Freunden so viel zu unterhalten, wie ich es mir wünsche. Lassen Sie mich Ihnen nochmals für Ihren Brief danken. Zu glauben, dass ich den Geist fähiger Männer auch nur im Geringsten beeinflusst habe, ist die größte Befriedigung, die ich empfangen kann.
BRIEF 248. AN E. HACKEL. Down, 27. Dezember 1871.
Ich danke Ihnen für Ihren sehr interessanten Brief, den zu erhalten mir große Freude bereitet hat. Ich habe noch nie von etwas so Seltsamem gehört wie dem Prior in der Heiligen Katholischen Kirche, der an unsere affenähnlichen Vorfahren glaubt. Ich hoffe sehr, dass die Jesuiten ihn nicht vertreiben werden.
Was für ein wunderbar aktiver Mann Sie sind! Und ich freue mich, dass Sie bei Ihrer Arbeit über Schwämme so erfolgreich waren. (248/1. „Die Kalkschwämme: eine Monographie; 3 Bände: Berlin, 1872. H.J. Clark veröffentlichte einen Artikel „On the Spongiae Ciliatae as Infusoria flagellata“ in den „Mem. Boston Nat. Hist. Soc.“ Band I., Teil iii., 1866. Siehe Hackel, op. cit., Band I., Seite 24.) Ihr Buch mit sechzig Tafeln wird großartig sein. Ich werde mich freuen zu erfahren, was Sie von Clarks Ansicht halten, dass Schwämme flagellate Infusorien seien; einige Beobachter in diesem Land glauben an ihn. Es freut mich, dass Sie die Vererbung eingehend betrachten wollen, was für uns ein überaus wichtiges Thema ist. Ich weiß nicht, ob Sie jemals mein Kapitel über Pangenese gelesen haben. Meine Ideen wurden fast allgemein verachtet, und ich nehme an, dass ich töricht war, sie zu veröffentlichen; doch muss ich immer noch denken, dass etwas Wahres an ihnen ist. Jedenfalls haben sie mir sehr geholfen, die Tatsachen der Vererbung klar zu verstehen.
Ich hatte im letzten Sommer eine schlechte Gesundheit und konnte zwei Monate lang nichts tun; aber ich habe jetzt fast eine nächste Ausgabe der „Origin“ fertiggestellt, die Victor Carus übersetzt. (248/2. Siehe „Life and Letters“, III., Seite 49.) Es gibt nicht viel Neues darin, außer einem Kapitel, in dem ich Mr. Mivarts vermeintliche Schwierigkeit bezüglich der beginnenden Entwicklung nützlicher Strukturen, wie ich hoffe, zufriedenstellend beantwortet habe. Ich habe auch meine Gründe dafür dargelegt, warum ich absolut nicht an große und plötzliche Modifikationen glaube. Ich bereite einen Essay über den Ausdruck beim Menschen und bei niederen Tieren vor. Er ist von geringer Bedeutung, hat mich aber interessiert. Ich bezweifle, dass meine Kraft für viel mehr ernste Arbeit ausreichen wird. Ich hoffe jedoch, im nächsten Sommer die Ergebnisse meiner langjährigen Experimente über die wunderbaren Vorteile, die sich aus der Kreuzung ergeben, zu veröffentlichen. Ich werde weiterarbeiten, solange ich kann, aber es bedeutet nicht viel, wann ich aufhöre, da es so viele gute Männer gibt, die ebenso fähig, vielleicht fähiger als ich selbst sind, unsere Arbeit fortzusetzen; und unter diesen rangieren Sie als Erster.
Mit herzlichen guten Wünschen für Ihren Erfolg bei all Ihrer Arbeit und für Ihr Glück.
BRIEF 249. AN E. RAY LANKESTER. Down, 15. April [1872].
Vielen Dank für Ihre freundliche Rücksichtnahme. Der Briefwechsel war im „Athenaeum“. Ich ließ die Berechnung von einem Mathematiker durchführen, und er machte einen Fehler und verursachte mir große Schande. Ich sende Ihnen einen Ausschnitt der Korrekturabzüge aus der letzten Ausgabe der „Origin“, mit der korrigierten Berechnung. Was für eine großartige Arbeit Sie in Neapel geleistet haben! Ich kann deutlich sehen, dass Sie eines Tages unser erster Stern in der Naturgeschichte werden.
(249/1. Hier folgt der Auszug aus der „Origin“, sechste Auflage, Seite 51: „Der Elefant gilt als das am langsamsten brütende aller bekannten Tiere, und ich habe mir einige Mühe gegeben, seine wahrscheinliche Mindestrate der natürlichen Zunahme zu schätzen. Es wird am sichersten sein anzunehmen, dass er mit dreißig Jahren zu brüten beginnt und bis zum neunzigsten Lebensjahr weiterbrütet, in diesem Zeitraum sechs Junge zur Welt bringt und bis zum hundertsten Lebensjahr überlebt; wenn dies so ist, wären nach einem Zeitraum von 740 bis 750 Jahren fast neunzehn Millionen Elefanten am Leben, die von dem ersten Paar abstammen.“ In der fünften Auflage, Seite 75, lautet die Passage: „Wenn dies so ist, wären am Ende des fünften Jahrhunderts fünfzehn Millionen Elefanten am Leben, die von dem ersten Paar abstammen“ (siehe „Athenaeum“, 5. Juni, 3., 17., 24. Juli 1869).)
BRIEF 250. AN C. LYELL. Down, 10. Mai [1872].
Ich habe gestern Morgen Ihr Geschenk jenes Werkes erhalten, dem ich, wie so viele andere auch, ein niemals zu vergessendes Schuldenbekenntnis schulde. Ich habe alle speziellen Ergänzungen mit größtem Interesse gelesen; und ich wünsche von ganzem Herzen, dass ich die Kraft und Zeit hätte, jedes Wort des gesamten Buches noch einmal zu lesen. (250/1. „Principles of Geology“, Auflage XII., 1875.) Ich stimme nicht mit all Ihren Kritiken an der Natürlichen Selektion überein, noch vermute ich, dass Sie von mir erwarten würden, dies zu tun. Wir müssen uns damit zufrieden geben, in mehreren Punkten unterschiedlicher Meinung zu sein. Ich bin am meisten unterschiedlicher Meinung bezüglich Ihrer Schwierigkeit (Seite 496) (250/2. In Kapitel XLIII. behandelt Lyell „Den Menschen in Bezug auf seinen Ursprung und seine geografische Verbreitung“. Er kritisiert die Ansicht, dass die Natürliche Selektion in der Lage sei, jede beliebige Menge an Veränderung herbeizuführen, sofern eine Reihe winziger Übergangsschritte aufgezeigt werden könne. „Aber in Wirklichkeit“, schreibt er, „kann nicht gesagt werden, dass wir irgendeinen Einblick in die Natur der Kräfte erhalten, durch die eine höhere Stufe der Organisation oder des Instinkts aus einer niedrigeren entwickelt wird, indem wir eine Reihe von Abstufungsformen oder -zuständen kennenlernen, von denen jeder eine sehr enge Verwandtschaft mit dem anderen aufweist.“ ... „Es ist, wenn es einen Übergang von einem niederen Wesen zu einem von höherem Rang gibt, von einem bescheideneren Organismus zu einem, der mit neuen und erhabeneren Attributen ausgestattet ist, dass wir uns veranlasst fühlen, dass wir, um die Schwierigkeit zu erklären, ein gewisses Wissen über jene Gesetze der Variation erlangen müssen, von denen Mr. Darwin zugibt, dass wir sie gegenwärtig zutiefst ignorieren“ (op. cit., Seiten 496-97).) bei einer höheren Stufe der Organisation, die aus niedrigeren entwickelt wird. Ist ein sehr kluger Mann nicht eine Stufe über einem sehr stumpfsinnigen? Und würde nicht die Anhäufung einer großen Anzahl geringfügiger Unterschiede dieser Art zu einem großen Unterschied im Organisationsgrad führen? Und ich nehme an, Sie werden zugeben, dass der Unterschied im Gehirn eines klugen und eines stumpfsinnigen Mannes nicht viel wunderbarer ist als der Unterschied in der Länge der Nase zweier beliebiger Männer. Natürlich bleibt die Unmöglichkeit, derzeit zu erklären, warum ein Mann eine längere Nase hat als ein anderer. Aber es ist töricht von mir, Sie mit diesen Bemerkungen zu behelligen, die Ihnen wahrscheinlich schon oft durch den Kopf gegangen sind. Das Ende dieses Kapitels (XLIII.) erscheint mir bewundernswert und großartig geschrieben. Ich freue mich mit Ihnen, dass Sie Ihr gigantisches Unterfangen abgeschlossen haben, und verbleibe, mein lieber Lyell,
Ihr stets treuer und nun sehr alter Schüler, CHARLES DARWIN.
BRIEF 251. AN J. TRAHERNE MOGGRIDGE. Sevenoaks, 9. Oktober [1872].
Ich habe soeben Ihre Notiz erhalten, die mir von zu Hause nachgesandt wurde. Ich danke Ihnen sehr herzlich für Ihr beabsichtigtes Geschenk, und ich bin sicher, dass Ihr Buch mich sehr interessieren wird. Ich bin entzückt, dass Sie sich des sehr schwierigen und höchst interessanten Themas der Gewohnheiten der Insekten angenommen haben, über das Engländer so wenig getan haben. Wie unvergleichlich wertvoller sind solche Forschungen als die bloße Beschreibung von tausend Arten! Ich nehme an, Sie haben daran gedacht, mit den geistigen Kräften der Spinnen zu experimentieren, indem Sie ihre Falltüren auf verschiedene Weise und in verschiedenen Winkeln offen fixieren und beobachten, was sie tun werden.
Wir sind seit einigen Tagen hier und beabsichtigen, einige Wochen zu bleiben; denn ich war von der Arbeit völlig erschöpft und kann zu Hause nicht untätig sein.
Ich hoffe aufrichtig, dass Ihre Gesundheit nicht schlechter ist.
BRIEF 252. AN A. HYATT.
(252/1. Der Briefwechsel mit Professor Hyatt aus Boston, U.S., entstand durch den Hinweis auf seine und Professor Copes Theorien der Beschleunigung und Verzögerung, der in der sechsten Ausgabe der „Origin“, Seite 149, eingefügt wurde.
Mr. Darwin, als er von Mr. Hyatt ein Exemplar seiner „Fossil Cephalopods of the Museum of Comparative Zoology. Embryology“ aus dem „Bull. Mus. Comp. Zool.“ Harvard, Band III., 1872, erhielt, schrieb wie folgt (252/2. Ein Teil dieses Briefes wurde in „Life and Letters“, III., Seite 154, veröffentlicht.):--)
10. Oktober 1872.
Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet für Ihre Freundlichkeit, mir Ihre wertvolle Abhandlung über die Embryologie der ausgestorbenen Kopffüßer zugesandt zu haben. Die Arbeit muss von immenser Mühe gewesen sein, und die Ergebnisse sind äußerst interessant. Erlauben Sie mir, diese Gelegenheit zu nutzen, um mein aufrichtiges Bedauern darüber auszudrücken, zwei schwerwiegende Fehler in der letzten Ausgabe meiner „Origin of Species“ begangen zu haben, in meiner Anspielung auf Ihre und Professor Copes Ansichten über Beschleunigung und Verzögerung der Entwicklung. Ich hatte gedacht, dass Professor Cope Ihnen vorausgegangen sei; aber ich erinnere mich jetzt gut daran, früher mit lebhaftem Interesse eine Arbeit von Ihnen irgendwo in meiner Bibliothek über fossile Kopffüßer gelesen und markiert zu haben, mit Bemerkungen zu diesem Thema. (252/3. Die Arbeit scheint zu sein: „On the Parallelism between the Different Stages of Life in the Individual and those in the Entire Group of the Molluscous Order Tetrabranchiata“, aus den „Boston Soc. Nat. Hist. Mem.“ I., 1866-69, Seite 193. Auf der Rückseite der Arbeit steht geschrieben: „Ich kann nicht umhin, diese Arbeit für phantasievoll zu halten.“) Es scheint auch, dass ich Ihre gemeinsame Ansicht völlig falsch dargestellt habe; dies hat mich sehr geärgert. Ich gestehe, dass ich nie imstande war, vollständig zu erfassen, was Sie zeigen wollen, und ich vermute, dies muss auf eine gewisse Stumpfheit meinerseits zurückzuführen sein... Wie der Fall liegt, scheint mir das Gesetz der Beschleunigung und Verzögerung eine einfache [?] Darlegung von Tatsachen zu sein; aber die Darlegung, wenn sie vollständig etabliert wäre, wäre zweifellos ein wichtiger Schritt in unserem Wissen. Aber ich sollte besser nichts mehr zu diesem Thema sagen, sonst werde ich vielleicht wieder einen Fehler machen. Ich versichere Ihnen, dass ich es sehr bedauere, dass ich in zwei solch schwerwiegende Fehler verfallen bin.
BRIEF 253. A. HYATT AN CHARLES DARWIN.
(253/1. Mr. Hyatt antwortete in einem langen Brief, von dem hier nur ein kleiner Teil wiedergegeben ist.
Cannstadt bei Stuttgart, November 1872.
Der Brief, mit dem Sie mich beehrt haben, datiert vom 10. Oktober, hat mich hier gerade nach einer Reise nach Amerika und zurück erreicht.
Ich habe lange daran gedacht, Ihnen über das Thema zu schreiben, von dem Sie sprechen, wurde aber durch ein sehr natürliches Gefühl des Misstrauens gegenüber der Würdigkeit und Wahrheit der Ansichten, die ich darzulegen hatte, daran gehindert.
Es gibt sicherlich keinen Grund, sich dafür zu entschuldigen, meine Arbeit nicht zitiert zu haben. Das Gesetz der Beschleunigung und Verzögerung der Entwicklung wurde darin verwendet, um das Auftreten anderer Phänomene zu erklären, und konnte, wie es in fast allen Fällen geschah, leicht unbemerkt bleiben.
Meine Beziehungen zu Prof. Cope sind von freundschaftlichster Art; und obwohl ich das Glück hatte, einige Monate vorher zu veröffentlichen, betrachte ich dies als kein Recht, etwas anderes als ein solches Maß an Anteilnahme an der Entdeckung zu beanspruchen, wenn man es so nennen kann, wie es die Gründlichkeit und der Wert meiner Arbeit rechtfertigen...
Die Sammlungen, die ich studiert habe, wird man sich erinnern, sind Fossilien, die ohne besonderen Bezug auf die sehr winzigen Unterteilungen gesammelt wurden, wie die Unterteilungen des unteren oder mittleren Lias, wie sie von den deutschen Autoren, insbesondere Quenstedt und Oppel, vorgenommen wurden, aber für die größeren Abteilungen, in denen die Arten ebenfalls gut definiert sind, ziemlich gut definiert. Der Zustand der Sammlungen in Bezug auf Namen usw. war chaotisch, nur die Fundorte waren, mit einigen wenigen Ausnahmen, genau. Um dies in Ordnung zu bringen, wurden sie zuerst nach ihren erwachsenen Merkmalen angeordnet. Da sich dies als unbefriedigend erwies, beschloss ich, die Evolutionstheorie gründlich zu testen, indem ich die Entwicklungsgeschichte jeder Art verfolgte und sie innerhalb ihrer Formationen, mittlerer oder oberer Lias, Oolith oder so, platzierte, je nachdem, inwieweit sie die Merkmale der anderen repräsentierten. So wurde ein Erwachsener einfacher Struktur als Ausgangspunkt genommen, den wir a nennen wollen, eine andere Art, die in ihrem jungen Stadium a war und im Erwachsenenalter b wurde, wurde über ihr in der zoologischen Reihe platziert. Durch diesen Prozess fand ich bald, dass a, dann a b und a b c, wobei c das Erwachsenenstadium repräsentierte, sehr oft gefunden wurden; aber dass es praktisch nach dem Durchlaufen dieser zwei oder drei Stadien nicht oft vorkam, dass eine Art gefunden wurde, die in der Jugend a b c war und dann im Erwachsenenalter d wurde. Aber andererseits fand ich sehr häufig eine, die, während sie in der Jugend a war, die Stadien b und c übersprang und schon in jungem Alter d wurde. Dann manchmal, wenn auch seltener, fand man eine Art, die zur selben Reihe gehörte, die in der Jugend a war und mit einer sehr schwachen und flüchtigen Ähnlichkeit mit d in einem späteren Stadium, unmittelbar während sie noch sehr jung war, zu den fortschrittlicheren Merkmalen überging, die durch e repräsentiert wurden, und diese als ihre artspezifischen Merkmale bis ins hohe Alter beibehielt. Dieses Überspringen ist die höchste Veranschaulichung oder vielmehr Manifestation der Beschleunigung in der Entwicklung. Wenn Sie in Ihrer „Origin of Species“ auf die Geschichte von Krankheiten und die Vererbung von Merkmalen anspielen, erwähnen Sie die gewöhnliche Manifestation der Beschleunigung, wenn Sie von der Tendenz von Krankheiten oder Merkmalen sprechen, in jüngeren Lebensabschnitten des Kindes als bei seinen Eltern aufzutreten. Dies ist nach meinen Beobachtungen ein Gesetz oder vielmehr ein Modus der Entwicklung, der auf alle Merkmale anwendbar ist, und auf diese Weise ist es möglich zu erklären, warum die Jungen später auftretender Tiere den erwachsenen Stadien derjenigen ähneln, die ihnen in der Zeit vorausgingen. Wenn ich mich nicht irre, haben Sie so etwas auch schon in Ihrer ersten Ausgabe angedeutet, aber ich konnte es in letzter Zeit nicht finden. Natürlich ist dies ein sehr normaler Zustand der Dinge, wenn eine Reihe auf diese Weise verfolgt werden kann, beginnend mit Art a, dann durch Art a b zu a b c gehend, dann a b d oder a c d, und dann a d e oder einfach a e, wie es manchmal vorkommt. Sehr oft findet die Beschleunigung in zwei eng miteinander verbundenen Reihen statt, also:
a--ab--abd--ae---ad
in denen eine Reihe sehr regelmäßig verläuft, während ein anderer seitlicher Ableger von a im Erwachsenenalter zu d wird. Dies ist ein tatsächlicher Fall, der mit den vorliegenden Exemplaren deutlich gezeigt werden kann und in den Sammlungen hier verifiziert wurde. Verzögerung ist vollständig Prof. Copes Idee, aber ich denke, auch leicht nachvollziehbar. Sie ist gewissermaßen der Gegner der Beschleunigung, oder das Gegenteil oder Negative dieses Entwicklungsmodus. So können Reihen auftreten, in denen sie entweder in Größe oder Merkmalen zu früheren Merkmalen zurückkehren; aber eine bessere Diskussion dieses Punktes finden Sie in der kleinen Abhandlung, die ich mit derselben Post wie diesen Brief sende, „On Reversions among the Ammonites“.
BRIEF 254. AN A. HYATT. Down, 4. Dezember 1872.
Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihren äußerst interessanten Brief. Sie äußern sich viel zu bescheiden über Ihr eigenes Wissen und Urteilsvermögen, da Sie weit besser dazu geeignet sind, Licht auf Ihre eigenen schwierigen Probleme zu werfen, als ich es bin.
Es hat mich sehr geärgert, dass ich Ihre Ansichten und die von Prof. Cope nicht klar verstehe (254/1. Prof. Copes Ansichten lassen sich seinem Werk „Origin of the Fittest“ von 1887 entnehmen; in diesem Buch (Seite 41) ist sein Aufsatz „Origin of Genera“ aus den „Proc. Philadelph. Acad. Nat. Soc.“ von 1868 nachgedruckt, der 1869 vom Autor separat veröffentlicht wurde und den wir für seine erste Publikation zu diesem Thema halten. Im Vorwort zu „Origin of the Fittest“, Seite vi, fasst er die Hauptpunkte des „Origin of Genera“ unter sieben Punkten zusammen, von denen die folgenden die wichtigsten sind: „Erstens, dass die Entwicklung neuer Merkmale durch eine BESCHLEUNIGUNG oder VERZÖGERUNG im Wachstum der veränderten Teile erreicht wurde... Zweitens, dass eine GENAUE PARALLELITÄT zwischen dem Erwachsenen eines Individuums oder einer Gruppe von Individuen und einem Übergangsstadium eines oder mehrerer anderer Individuen besteht. Diese Lehre unterscheidet sich von der einer genauen Parallelität, die bereits von von Baer dargelegt wurde.“ Der letzte Punkt wird von Hyatt in seinem Brief vom 4. Dezember 1872 weniger bestimmt dargelegt. „Ich bin daher ständig dazu veranlasst, eine Reihe sehr wie ein Individuum zu betrachten, und glaube gefunden zu haben, dass diese in vielen Fällen parallele Veränderungen aufweisen.“ Siehe auch „Lamarck the Founder of Evolution“, von A.S. Packard: New York, 1901.) und die Schuld liegt meiner Meinung nach zu einem gewissen Grad bei Prof. Cope, der nicht sehr klar schreibt. Ich glaube, ich verstehe jetzt die Begriffe „Beschleunigung“ und „Verzögerung“; aber würden Sie mir den Gefallen tun, mir anhand des folgenden Beispiels mitzuteilen, ob ich das richtig verstehe? Wenn ein Süßwasserkrebs im Larvenstadium mit einer fast ausgereiften Struktur geboren wird und daher nicht, wie andere Zehnfußkrebse, das Zoea-Stadium durchläuft, ist dies dann kein Fall von Beschleunigung? Wenn umgekehrt ein imaginärer Zehnfußkrebs als Erwachsener viele Zoea-Merkmale beibehielte, wäre dies dann kein Fall von Verzögerung? Wenn diese Beispiele korrekt sind, kann ich erkennen, warum ich so begriffsstutzig war, Ihre Ansichten zu verstehen. Ich suchte nach etwas anderem, da ich mit solchen Fällen vertraut bin und sie in meinem eigenen Geist einfach auf das Verschwinden bestimmter Larven- oder Embryonalstadien zurückführte. Ich stellte mir vor, dass dieses Verschwinden manchmal vollständig aus jenem Vererbungsgesetz resultierte, auf das Sie anspielen; dass es aber in vielen Fällen durch natürliche Selektion unterstützt wurde, wie ich aus der Tatsache schloss, dass solche Fälle so häufig bei terrestrischen und Süßwasservertretern von Gruppen auftreten, die ihre jeweiligen Embryonalstadien im Meer beibehalten, solange passende Bedingungen vorhanden sind.
Ein weiterer Grund für mein Missverständnis war die Annahme, dass in Ihrer Reihe
a--ab--abd--ae,--------ad
die Unterschiede zwischen den aufeinanderfolgenden Arten, ausgedrückt durch den letzten Buchstaben, auf Beschleunigung zurückzuführen seien: Nun, wenn ich das richtig verstehe, ist dies nicht der Fall; und solche Merkmale müssen auf irgendeine Weise unabhängig erworben worden sein.
Die beiden neuesten und interessantesten Punkte in Ihrem Brief (und, soweit ich denke, in Ihrem früheren Aufsatz) scheinen mir die senilen Merkmale in einer Art zu sein, die in nachfolgenden Arten während der Reife erscheinen; und zweitens bestimmte degradierte Merkmale, die in der letzten Art einer Reihe auftreten. Sie bitten um meine Meinung: Ich kann nur die vermuteten Eindrücke senden, die mir in den Sinn gekommen sind und die es nicht wert sind, geschrieben zu werden. (Es sollte bekannt sein, ob das senile Merkmal vor oder nach der Periode der aktiven Fortpflanzung auftritt.) Ich würde dazu neigen, das Merkmal in beiden Ihrer Fälle den Gesetzen des Wachstums und der Abstammung zuzuschreiben, in zweiter Linie der natürlichen Selektion. Es war ein Fehler meinerseits und ein Unglück für mich, dass ich nicht schon früh in einigen meiner Bücher ausführlich darüber diskutiert habe, was ich unter Wachstumsgesetzen verstehe. Ich habe in zwei neuen Kapiteln der letzten Ausgabe des „Origin“ etwas dazu gesagt. Ich würde Ihnen gerne ein Exemplar dieser Ausgabe senden, falls Sie es nicht besitzen und es haben möchten. Ein Mensch im hohen Alter unterscheidet sich sehr von einem jungen Mann, und ich nehme an, jeder würde dies mit nachlassenden Wachstumskräften erklären. Auf der anderen Seite verändern sich die Schädel einiger Säugetiere während der Reife bis ins fortgeschrittene Alter weiter; ebenso wie das Geweih des Hirsches, die Schwanzfedern einiger Vögel, die Größe von Fischen usw.; und alle diese Unterschiede würde ich einfach den Wachstumsgesetzen zuschreiben, solange volle Kraft erhalten blieb. Endlose andere Strukturveränderungen in aufeinanderfolgenden Arten können, so glaube ich, durch verschiedene komplexe Wachstumsgesetze erklärt werden. Nun könnte jede so induzierte Charakterveränderung mit zunehmendem Alter des Individuums leicht in einem früheren Alter vererbt werden als dem, in dem sie zuerst auftrat, und so zum Merkmal der reifen Art werden; oder aber solche Veränderungen könnten unter geeigneten Bedingungen, unabhängig von der Vererbung, durch Variation folgen. Daher würde ich erwarten, dass Merkmale dieser Art oft in später entstandenen Arten ohne die Hilfe der natürlichen Selektion auftreten würden, oder mit ihrer Hilfe, falls die Merkmale von irgendeinem Vorteil wären. Je länger ich lebe, desto mehr werde ich davon überzeugt, wie unwissend wir darüber sind, in welchem Ausmaß alle Arten von Strukturen für jede Art nützlich sind. Aber dass Merkmale, die während der Reife in einer Art auftreten, so regelmäßig, wie Sie angeben, in nachfolgenden Arten erscheinen sollten, erscheint mir sehr überraschend und unerklärlich.
In Bezug auf die Degradation bei Arten gegen Ende einer Reihe habe ich nichts zu sagen, außer dass mir, bevor ich am Ende Ihres Briefes ankam, in den Sinn kam, dass die früheren und einfacheren Ammoniten gut an ihre Bedingungen angepasst gewesen sein müssen und dass, wenn die Arten dem Aussterben zuneigten (wahrscheinlich aufgrund des Vorhandenseins einiger erfolgreichere Wettbewerber), sie natürlich wieder an einfachere Bedingungen angepasst würden. Bevor ich Ihre abschließenden Bemerkungen gelesen hatte, dachte ich auch, dass ungünstige Bedingungen durch das Wachstumsgesetz, vielleicht unterstützt durch Reversion, eine Degradation des Charakters verursachen könnten. Zweifellos müssen noch viele neue Gesetze entdeckt werden. Erlauben Sie mir hinzuzufügen, dass ich nie so töricht war, mir einzubilden, mehr erreicht zu haben, als einige der groben Umrisse der Entstehung der Arten darzulegen.
Nach langem Nachdenken kann ich die Überzeugung nicht vermeiden, dass keine angeborene Tendenz zur progressiven Entwicklung existiert, wie sie heute von so vielen fähigen Naturforschern und vielleicht auch von Ihnen vertreten wird. Es ist merkwürdig, wie selten Autoren definieren, was sie unter progressiver Entwicklung verstehen; aber dies ist ein Punkt, den ich im „Origin“ kurz diskutiert habe. Ich hoffe inständig, dass Sie Hilgendorfs berühmte Lagerstätte besuchen werden. Haben Sie Weismanns Broschüre „Einfluss der Isolirung“, Leipzig, 1872, gesehen? Er macht glänzenden Gebrauch von Hilgendorfs bewundernswerten Beobachtungen. (254/2. Hilgendorf, „Monatsb. K. Akad.“ Berlin, 1866. Für eine halb-populäre Darstellung von Hilgendorfs und Hyatts Arbeit zu diesem Thema siehe Romanes „Darwin and after Darwin“, I., Seite 201.) Ich habe keine Kraft übrig, da ich gesundheitlich sehr angeschlagen bin; sonst hätte ich versucht, diesen Brief besser lesenswert zu machen. Ich wünsche Ihnen aufrichtig Erfolg bei Ihren wertvollen und schwierigen Forschungen.
Ich habe Ihre drei Broschüren erhalten und danke Ihnen dafür. Soweit ich beurteilen kann, scheinen Ihre Ansichten sehr wahrscheinlich; aber was für ein schrecklich kompliziertes Thema ist diese Abfolge der Ammoniten. (254/3. Siehe verschiedene Aufsätze in den Veröffentlichungen der „Boston Soc. Nat. Hist.“ und im „Bulletin of the Harvard Museum of Comp. Zoology.“)
BRIEF 255. A. HYATT AN CHARLES DARWIN. Cannstadt bei Stuttgart, 8. Dezember 1872.
Die Schnelligkeit und Ernsthaftigkeit Ihrer Antwort auf meinen Brief gibt mir größte Ermutigung, und ich bin sehr erfreut über das unerwartete Interesse, das Ihre Fragen und Kommentare zeigen. Was Sie über Prof. Copes Stil sagen, wurde mir schon oft gesagt, und ich habe in seinen Schriften eine unbefriedigende Behandlung unserer gemeinsamen Theorie bemerkt. Dies liegt, wie ich denke, vielleicht größtenteils an der vollständigen Versunkenheit seines Geistes in die Betrachtung seines Themas: Dies scheint ihn dazu zu führen, nachlässig in Bezug auf die Methoden zu sein, auf die es am besten erklärt werden könnte. Er hat jedoch ein umfassenderes Wissen als ich und hat in vielerlei Hinsicht ein mächtigeres Verständnis des Themas und ist gerade deshalb vielleicht anfällig dafür, in Extreme zu verfallen. Sie fragen nach dem Überspringen des Zoea-Stadiums bei Süßwasser-Zehnfußkrebsen: Ist dies ein Beispiel für Beschleunigung? Es ist ganz sicher eines, wenn Beschleunigung überhaupt etwas bedeutet. Ein anderes und allgemeineres Beispiel wäre, wenn bei marinen Zehnfußkrebsen eine Reihe gebildet werden könnte, in der das Zoea-Stadium in der Entwicklung immer unwichtiger wurde, auf immer jüngere Stadien der Entwicklung verlagert wurde und schließlich in denen verschwand, auf die Sie sich beziehen. Dies ist der übliche Weg, auf dem sich der beschleunigte Entwicklungsmodus manifestiert; obwohl er auch in der Nähe der niedrigsten oder frühesten auftretenden Arten zu suchen ist. Vielleicht ist dies, worauf Sie anspielen, ein Beispiel, das dem ähnlich ist, von dem ich in meiner Reihe gesprochen habe,
a--ab--abc--ae--------ad,
die wie „a d“ vom frühesten einer Reihe stammt, obwohl ich bei dem vollständigen Überspringen des Zoea-Stadiums denken sollte, dass es wie „a e“ das Ergebnis einer langen Reihe von Vorfahren sein muss. Tatsächlich ist der wesentliche Punkt unserer Theorie, dass Merkmale immer früher von den Jungen geerbt werden, als sie im normalen Wachstumsverlauf von den Eltern angenommen werden, und dass dies schließlich zum Aussterben oder vollständigen Überspringen dieser Merkmale führen muss...
Solche Überlegungen wie diese und die Tatsache, dass in der Nähe der Köpfe von Reihen oder in der Nähe der spätesten Mitglieder von Reihen, und nicht am Anfang, gewöhnlich die beschleunigten Typen gefunden wurden, die niedrigere Merkmale übersprangen und sich sehr plötzlich zu einem höheren und komplexeren Standpunkt in der Struktur entwickelten, führten sowohl Cope als auch [mich] in das, was ein großer Fehler sein mag. Ich sehe, dass es Sie zumindest in die Schwierigkeit geführt hat, über die Sie sich zu Recht beschweren, und die mich zu sehen betrübt, dass sie Sie etwas von Ihrer wertvollen Zeit gekostet hat. Wir vermuteten, dass, weil Merkmale ständig in früheren Stadien geerbt wurden, gerade diese Konzentration der entwickelten Merkmale Raum für die Erzeugung von Unterschieden bei den erwachsenen Nachkommen jedes gegebenen Paares schuf. Weiterhin, dass in dem so geschaffenen Raum andere unterschiedliche Merkmale produziert werden müssten und dass diese notwendigerweise umso früher erscheinen würden, je beschleunigter die Art war, und in gleichem Maße größer oder kleiner wären. Schließlich, dass bei den am stärksten beschleunigten, wie „a c“ oder „a d“, der Unterschied so groß wäre, dass er verschiedene Gattungen konstituieren würde. Cope und ich haben uns sehr unterschieden; während er die Wirkung des akkumulierten Entwicklungsmodus nur anerkannte, wenn Gattungsmerkmale oder größere Unterschiede produziert wurden, sah ich denselben Entwicklungsmodus als in allen Fällen und auf alle Merkmale anwendbar an, sogar auf Krankheiten. Soweit trugen uns die Fakten, aber als wir annahmen, dass die Unterschiede bei Erwachsenen das Ergebnis des beschleunigten Entwicklungsmodus seien, waren wir vielleicht auf eher unsicherem Boden. Es ist offensichtlich diese Annahme, die Sie dazu geführt hat, die Theorie zu missverstehen. Cope gründete seinen Glauben, dass die Merkmale der Erwachsenen ebenfalls das Ergebnis von Beschleunigung seien, wenn ich mich recht erinnere, hauptsächlich auf die oben erwähnte Klasse von Fakten beim Menschen, wo eine plötzliche Veränderung in zwei Organen völlig neue und unerwartete Unterschiede in der gesamten Organisation hervorrufen kann, und auf die Veränderungen, die die Beschleunigung in der Entwicklung jeder nachfolgenden Art hervorzurufen schien. Ihre Schwierigkeit, die Theorie zu verstehen, und die Beobachtungen, die Sie gemacht haben, zeigen mir sofort, was meine eigenen Schwierigkeiten gewesen sind, aber davon werde ich im Augenblick nicht sprechen, da mein Brief sich auf eine schreckliche Länge ausspinnt.
(255/1. Nachdem er von Copes Vergleich der Beschleunigung und Verzögerung in der Evolution mit der Schwerkraft in physischen Dingen gesprochen hat, fährt Herr Hyatt fort:--)
Nun scheint es [die Beschleunigung] mir immer weniger den Ursprung von progressiven Merkmalen Erwachsener oder einfach Unterschiede zu erklären, und vielleicht werde ich jetzt schneller mit meiner Arbeit vorankommen.
BRIEF 256. AN A. HYATT. Down, 14. Dezember [1872].
(256/1. Als Antwort auf den obigen Brief (255) von Herrn Hyatt.)
Trotz der freundlichen Rücksichtnahme, die in Ihrem letzten Satz zum Ausdruck kommt, muss ich Ihnen für Ihren interessanten und klar ausgedrückten Brief danken. Ich habe meinen Verleger angewiesen, Ihnen ein Exemplar der letzten Ausgabe des „Origin“ zu senden, und Sie können, wenn Sie möchten, auf der nächsten Seite „Vom Autor“ einkleben. In Bezug auf Ihre und Professor Copes Ansicht, dass „Beschleunigung“ eine Entwicklung neuer Merkmale verursacht, wäre es, denke ich, gut, wenn Sie die Zehnfußkrebse vergleichen würden, die das Zoea-Stadium durchlaufen und nicht durchlaufen, und die eine Gruppe, die (laut Fritz Müller) bis zu den noch früheren Nauplius-Stadien durchläuft, und sehen würden, ob sie deutliche Unterschiede aufweisen. Sie werden, glaube ich, feststellen, dass dies nicht der Fall ist. Ich wünschte, es wäre so, denn ich war oft verwirrt über das Auslassen von Embryonalstadien sowie den Erwerb eigentümlicher Stadien, die scheinbar kein besonderes Ergebnis in der reifen Form produzieren.
(256/2. Der Rest dieses Briefes fehlt, und der gesamte letzte Satz ist etwas unsicher entziffert. (Anmerkung von Herrn Hyatt.))
BRIEF 257. AN A. HYATT. Down, 13. Februar 1877.
Ich danke Ihnen für Ihren sehr freundlichen, langen und interessanten Brief. Der Fall ist so wunderbar und schwierig, dass ich es nicht wage, irgendeine Meinung dazu zu äußern. Natürlich bedauere ich, dass sich Hilgendorf als so sehr im Irrtum befindlich erwiesen hat (257/1. Dies bezieht sich auf eine Kontroverse mit Sandberger, der Hilgendorf in den „Verh. der phys.-med. Ges. zu Würzburg“, Bd. V., und im „Jahrb. der Malakol. Ges.“ Bd. I. angegriffen hatte, worauf Hilgendorf in der „Zeitschr. d. Deutschen geolog. Ges.“ Jahrb. 1877 antwortete. Hyatts Name erscheint auf Hilgendorfs Seiten, aber wir finden keinen Hinweis auf irgendeinen Aufsatz dieses Datums; sein bekannter Aufsatz ist in der „Boston. Soc. Nat. Hist.“ 1880. In einem Brief an Darwin (23. Mai 1881) bedauert Hyatt, dass er keine Gelegenheit zu einem dritten Besuch in Steinheim hatte, und fährt fort: „Ich hätte dann Hilgendorf größere Gerechtigkeit widerfahren lassen, für den ich so einen hohen Respekt habe.“), aber es ist ein gewisser egoistischer Trost für mich, dass ich immer so viele Zweifel hatte, dass ich seinen Aufsatz nie zitiert habe. (257/2. In der fünften Auflage des „Origin“ (Seite 362) spricht Darwin jedoch von den abgestuften Formen von Planorbis multiformis, die von Hilgendorf aus bestimmten Schichten in der Schweiz beschrieben wurden, womit wir annehmen, dass er die Steinheimer Schichten in Württemberg meinte.) Die Variabilität dieser Muscheln ist ganz erstaunlich und scheint die von Rubus oder Hieracium bei Pflanzen zu übertreffen. Das Ergebnis, das mich am meisten überrascht, ist, dass dieselbe Form aus verschiedenen und unterschiedlichen Vorfahren entwickelt werden sollte. Dies scheint zu zeigen, wie mächtig die Lebensbedingungen sind, unabhängig davon, ob die Variationen in irgendeiner Weise vorteilhaft sind.
Die Entstehung einer Art aus einem Chaos variierender Formen erinnert mich an Nägelis Schlussfolgerung, wie sie aus dem Studium von Hieracium abgeleitet wurde, dass dies der übliche Modus ist, in dem Arten entstehen. Aber ich hege immer noch große Zweifel in dieser Hinsicht und halte an dem Glauben fest, der in der ersten Ausgabe des „Origin“ ausgedrückt wurde, dass proteische oder polymorphe Arten solche sind, die jetzt auf eine Weise variieren, dass die Variationen weder vorteilhaft noch nachteilig sind. Ich freue mich, von der Braunschweiger Lagerstätte zu hören, da ich sicher bin, dass das sorgfältige Studium solcher Fälle höchst wichtig ist. Ich hoffe, dass die Smithsonian Institution Ihre Abhandlung veröffentlichen wird.
BRIEF 258. AN A. DE CANDOLLE. Down, 18. Januar [1873].
Es war sehr gütig von Ihnen, so viel von Ihrer Zeit darauf zu verwenden, mir Ihren letzten interessanten Brief zu schreiben. Die Beweise scheinen gut zu sein hinsichtlich der Zahmheit der Alpenfalter, und die Tatsache scheint mir sehr überraschend, denn jeder Falter kann seine Erfahrung kaum während seines eigenen kurzen Lebens erworben haben. Wären Sie so gut, M. Humbert für seine Notiz zu danken, die ich mit Vergnügen gelesen habe. Ich erhielt früher von einem Mann, keinem Naturforscher, der sich in Cannes aufhielt, einen ähnlichen Bericht, zweifelte aber daran, ihn zu glauben. Der Fall beantwortet jedoch meine Frage nicht – nämlich, ob Falter von hellen Farben angezogen werden, unabhängig vom vermeintlichen Vorhandensein von Nektar?
Ich muss zugeben, dass ich große Schwierigkeiten habe zu glauben, dass irgendein vorübergehender Zustand der Eltern die Nachkommen beeinflussen kann. Wenn er lange genug anhält, um die Gesundheit oder Struktur der Eltern zu beeinflussen, kann ich durchaus glauben, dass die Nachkommen modifiziert würden. Aber was für ein mysteriöses Thema ist das der Generation! Obwohl meine Hypothese der Pangenesis von allen Seiten beschimpft wurde, muss ich die Generation immer noch unter diesem Gesichtspunkt betrachten; und es macht mich sehr abgeneigt, daran zu glauben, dass eine Emotion irgendeinen Einfluss auf die Nachkommen hat. Erlauben Sie mir ein Wort zum Erröten und zur Schüchternheit: Ich wollte nur sagen, dass die Gewohnheit ursprünglich durch Aufmerksamkeit auf das Gesicht erworben wurde, und nicht, dass jeder schüchterne Mensch heute auf sein persönliches Aussehen achtete.
BRIEF 259. AN J.D. HOOKER. Down, 28. Juni 1873.
Ich schreibe eine Zeile, um mich zu verabschieden, da ich höre, dass Sie am Mittwoch abreisen, und um Ihnen für die Dionaea zu danken, aber ich kann das kleine Geschöpf nicht gut zum Wachsen bringen. Ich habe heute Benthams letzte Ansprache gelesen und muss meine Bewunderung dafür ausdrücken. (259/1. Präsidentenansprache an die Linnean Society, gelesen am 24. Mai 1873.) Vielleicht sollte ich das nicht tun, da er mich mit Ehre geradezu erdrückt.
Ich bin erfreut zu sehen, wie genau ich mit ihm in Bezug auf Affinitäten übereinstimme, und besonders in Bezug auf ausgestorbene Formen, wie durch seinen flachköpfigen Baum veranschaulicht. (259/2. Siehe Seite 15 des separaten Exemplars: „Wir hätten dann die gegenwärtigen Rassen repräsentiert durch die zahllosen Zweiglein, die den flachköpfigen Gipfel“ eines Stammbaums bilden, in dem „alles, was wir tun können, ist, den Gipfel sozusagen aus der Vogelperspektive abzubilden und unter jedem Cluster, oder Cluster von Clustern, als gemeinsamen Stamm einen imaginären Typus einer Gattung, Ordnung oder Klasse zu platzieren, je nachdem, wie tief wir gehen möchten.“) Meine jüngste Arbeit führt mich dazu, ihm in einem Punkt zu widersprechen – nämlich in der Trennung der Geschlechter. (259/3. Zur Frage der Sexualität, siehe Seite 10 von Benthams Ansprache. Auf der Rückseite von Herrn Darwins Exemplar hat er geschrieben: „Solange die niedrigsten Organismen frei – Geschlechter getrennt: sobald sie befestigt werden, um Sterilität zu verhindern, Geschlechter vereint – wieder getrennt als Mittel der Befruchtung, angepasst [?] für entfernte [?] Organismen – im Falle von Tieren durch ihre Sinne und freiwilligen Bewegungen – bei Pflanzen die Hilfe von Insekten und Wind, letzterer existierte immer und blieb lange erhalten.“ Die beiden mit [?] markierten Wörter sind zweifelhaft. Die Einführung von Freiheit oder Angeheftetsein als Faktor in das Problem tritt auch in „Cross and Self-fertilisation“, Seite 462, auf.) Ich vermute stark, dass Geschlechter ursprünglich in getrennten Individuen waren; dann wurden sie gewöhnlich im selben Individuum vereint, und dann wurden sie bei einer Vielzahl von Tieren und einigen wenigen Pflanzen wieder getrennt. Bitten Sie Bentham, ein Exemplar seiner Ansprache an „Dr. H. Muller, Lippstadt, Prussia“ zu senden, da ich sicher bin, dass es ihn SEHR erfreuen wird.
...Wenn Sie in Frankreich sind, schreiben Sie mir eine Zeile und erzählen Sie mir, wie Sie vorankommen und wie es Huxley geht; aber tun Sie dies nicht, wenn Sie sich träge fühlen und das Schreiben Sie stört.
BRIEF 260. AN R. MELDOLA.
(260/1. Dieser Brief, zusammen mit anderen von Darwin an Meldola, ist in „Charles Darwin and the Theory of Natural Selection“, von E.B. Poulton, Seiten 199 ff., London, 1896, veröffentlicht.)
Southampton, 13. August 1873.
Ich bin Ihnen für Ihr Geschenk sehr verbunden, das ich zweifellos bei meiner Rückkehr nach Down vorfinden werde. Leider kann ich Ihre Frage nicht beantworten; noch glaube ich, dass Sie sie irgendwo auch nur annähernd beantwortet finden würden. Es ist sehr schwierig oder unmöglich, zu definieren, was mit einer großen Variation gemeint ist. Solche gehen in Monstrositäten oder allgemein schädliche Variationen über. Ich selbst glaube nicht, dass diese in der Natur oft oder jemals genutzt werden. Es kommt häufig vor, dass abrupte und beträchtliche Variationen in einem unveränderten Zustand an die Nachkommen oder an einige von ihnen weitergegeben werden, oder überhaupt nicht weitergegeben werden. So ist es bei schwanzlosen oder hornlosen Tieren und bei plötzlichen und großen Farbveränderungen bei Blumen. Ich wünschte, ich hätte Ihnen eine Antwort geben können.
BRIEF 261. AN E.S. MORSE. [Undatiert.]
Ich muss Ihnen mit Vergnügen für Ihre Freundlichkeit danken, mir Ihren Aufsatz über die Brachiopoda zu senden. (261/1. „The Brachiopoda, a Division of Annelida“, „Amer. Assoc. Proc.“ Band XIX., Seite 272, 1870, und „Annals and Mag. Nat. Hist.“ Band VI., Seite 267, 1870.) Ich habe ihn gerade mit größtem Interesse gelesen, und Sie scheinen mir (obwohl ich kein kompetenter Richter bin) einen äußerst starken Fall mit bemerkenswerter Klarheit darzulegen. Was für eine wunderbare Veränderung ist es für einen alten Naturforscher, diese „Schalen“ als „Würmer“ betrachten zu müssen; aber, wie Sie zu Recht sagen, was das äußere Erscheinungsbild betrifft, ist der Fall nicht wunderbarer als der der Cirripedia. Besonders interessiert haben mich auch Ihre Bemerkungen über den geologischen Befund und darüber, dass die niedrigeren und älteren Formen in jeder großen Klasse wahrscheinlich nicht durch kalkhaltige Klappen oder eine Schale geschützt waren.
P.S. – Ihr Holzschnitt von Lingula ist sehr geschickt eingefügt, um einen zu zwingen, die Ähnlichkeit mit einem Anneliden zu sehen.
BRIEF 262. AN H. SPENCER.
(262/1. Mr. Spencers Buch „The Study of Sociology“, 1873, wurde in der „Contemporary Review“ in Raten zwischen Mai 1872 und Oktober 1873 veröffentlicht.)
31. Oktober [1873].
Ich freue mich, heute eine Anzeige Ihres Buches zu erhalten. Ich war wunderbar interessiert an den Artikeln in der „Contemporary“. Das waren großartige Treffer bezüglich des Prince of Wales und Gladstone. (262/2. Siehe „The Study of Sociology“, Seite 392. Mr. Gladstone hatte in einem Protest gegen einige Worte von Mr. Spencer gesagt, dass das Erscheinen großer Männer „in großen Krisen der menschlichen Geschichte“ so auffällige Ereignisse seien, „dass Menschen in einem vorwissenschaftlichen Zeitalter dazu neigen würden, sie als göttliche Vorsehung zu bezeichnen“. Hierzu bemerkt Mr. Spencer, dass „Mr. Gladstone, wie der antike Grieche, jede Erklärung der Natur, die ohne unmittelbare göttliche Aufsicht auskommt, als religionsfeindlich betrachtet“. Und als Beispiel für die Partnerschaft „zwischen den Ideen der natürlichen Kausalität und des göttlichen Eingreifens“ führt er einen Fall an, in dem ein Prinz „Popularität gewann, indem er bestimmte abnormale Veränderungen in seinem Blut überlebte“, und wo „anlässlich seiner Genesung göttlicher Beistand und natürliche Kausalität gemeinsam durch ein Dankgebet an Gott und einen Baronettitel für den Arzt anerkannt wurden“. Die Passage über den Toryismus befindet sich auf Seite 395, wo Mr. Spencer mit seiner gewohnten Toleranz schreibt: „Das Wünschenswerte ist, dass ein Wachstum von Ideen und Gefühlen, das zu Modifikationen führt, mit einer Fortdauer von Ideen und Gefühlen verbunden ist, die zur Wahrung der Stabilität neigen.“ Und unter diesem Gesichtspunkt schließt er, es sei sehr wünschenswert, dass „jemand in Mr. Gladstones Position so denkt wie er“. Die Angelegenheit wird in den Anmerkungen zu Kapitel XVI., Seite 423, weiter diskutiert.) Ich habe noch nie zuvor eine gute Verteidigung des Toryismus gelesen. An einer Stelle (aber ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, wo oder was es genau war) dachte ich, dass Sie von meinem Prinzip (d. h. wenn Sie es nicht ablehnen) profitiert hätten, das ich in meiner „Abstammung des Menschen“ angegeben habe, dass neue Merkmale, die spät im Leben auftreten, diejenigen sind, die nur auf dasselbe Geschlecht übertragen werden. Ich habe einige ziemlich starke Beweise vorgebracht, und das Prinzip ist von großer Bedeutung in Bezug auf sekundäre geschlechtliche Ähnlichkeiten. (262/3. Dies bezieht sich auf Mr. Spencers Diskussion über die Evolution der für Frauen charakteristischen geistigen Eigenschaften. Auf Seite 377 weist er auf die Bedeutung der Begrenzung der Vererbung durch das Geschlecht in diesem Zusammenhang hin. Eine bemerkenswerte Verallgemeinerung zu dieser Frage findet sich in der „Abstammung des Menschen“, 1. Auflage, Band II., Seite 285: dass, wenn sich das erwachsene Männchen vom erwachsenen Weibchen unterscheidet, es sich auf die gleiche Weise von den Jungen beider Geschlechter unterscheidet. Kann dieses Gesetz in dem Fall angewendet werden, in dem das erwachsene Weibchen Eigenschaften besitzt, die das Männchen nicht besitzt: zum Beispiel das hohe Maß an intuitiver Fähigkeit, die Geisteszustände anderer zu lesen und die eigenen zu verbergen – Eigenschaften, die laut Mr. Spencer durch die Beziehungen zwischen Ehemann und Ehefrau im Zustand der Wildheit erklärt werden. Wenn dies der Fall ist, sollte der Mann den „Jungen beider Geschlechter“ durch das Fehlen dieser besonderen Qualitäten ähneln. Dies scheint bei einigen männlichen Charakteristika der Fall zu sein, und die Kindlichkeit des Mannes wird unter Frauen nicht ohne Anerkennung gelassen: zum Beispiel von Dolly Winthrop in „Silas Marner“, die sich mit Brot für sich selbst begnügt, aber Kuchen für Kinder und Männer backt, deren „Mägen so komisch gemacht sind, dass sie eine Abwechslung wollen – das tun sie, ich weiß es, Gott helfe ihnen“.) Ich habe es auf Mann und Frau angewendet, und möglicherweise war es hier, wo ich dachte, dass Sie von der Lehre profitiert hätten. Ich fürchte, diese Notiz wird fast unleserlich sein, aber ich bin sehr müde.
BRIEF 263. G.J. ROMANES AN CHARLES DARWIN.
(263/1. Dies ist, wie wir glauben, der erste Brief, den der verstorbene Mr. Romanes an Mr. Darwin richtete. Er wurde zusammen mit einem anderen zum selben Thema abgelegt und mit der Aufschrift „Romanes über Abtreibung, mit meiner Antwort (sehr wichtig)“ versehen. Die Antwort von Mr. Darwin, die unten wiedergegeben ist, wurde nach seinem Konzept gedruckt, das stellenweise kaum leserlich ist. Zum Thema dieser Briefe siehe Romanes, „Darwin and after Darwin“, Band II., Seite 99, 1895.)
Dunskaith, Parkhill, Ross-shire, 10. Juli 1874.
Da ich weiß, dass Sie die aufmerksameren Ihrer Leser nicht davon abhalten, Ihnen direkt alle Ideen mitzuteilen, die sie zu Themen im Zusammenhang mit Ihren Schriften haben könnten, erlaube ich mir, die beigefügte Kopie eines Briefes zu senden, den ich kürzlich an Mr. Herbert Spencer gerichtet habe. Sie werden feststellen, dass das behandelte Thema dasselbe ist, auf das sich ein Brief von mir in der „Nature“ der letzten Woche [2. Juli, Seite 164] bezieht – nämlich „Nichtgebrauch als reduzierende Ursache bei Arten“. Indem ich diese detailliertere Darstellung meiner Ansichten Ihrer Prüfung unterbreite, möchte ich noch einmal das wiederholen, was ich vor einigen Wochen in der „Nature“ feststellte, nämlich dass ich bei der Anführung des Aufhörens der Selektion als reduzierende Ursache nicht annehme, etwas vorzuschlagen, das Ihnen nicht bereits in den Sinn gekommen ist. Dieses Prinzip ist nicht nur in der Theorie enthalten, die in dem Artikel über Rudimentäre Organe („Nature“, Band IX.) dargelegt wird; sondern es wird im „Origin“ mehr als einmal angedeutet, in den Passagen, in denen rudimentäre Organe als variabler als andere bezeichnet werden, weil sie nicht mehr unter dem einschränkenden Einfluss der Natürlichen Selektion stehen. Und noch deutlicher wird dieses Prinzip auf Seite 120 anerkannt.
Indem ich Ihnen also den beigefügten Brief sende, stelle ich mir nicht vor, dass ich Ihnen neuartige Vorschläge zur Kenntnis bringe. Da ich sehe, dass Sie das fragliche Prinzip bereits auf den Fall künstlich gezüchteter Strukturen angewendet haben, kann ich nicht anders, als zu folgern, dass Sie es auch im Zusammenhang mit natürlich gezüchteten Strukturen erwogen haben. Welchen Einwand Sie jedoch gegen dieses Prinzip in diesem letzteren Zusammenhang gehabt haben könnten, vermag ich nicht zu ergründen; und so denke ich, der beste Weg für mich ist der, den ich einschlage – nämlich Ihnen meine Überlegungen vollständig zuzusenden.
In Ermangelung ausdrücklicher Informationen ist die natürlichste Schlussfolgerung, dass der Grund, warum Sie sich weigern, das fragliche Prinzip in Betracht zu ziehen, darin besteht, dass Sie die rückläufige Tendenz der unterschiedslosen Variabilität [als] unzureichend aufzeigen, um sich gegen die konservative Tendenz der langen Vererbung zu behaupten. Das Gegenteil davon wird mit den Worten ausgedrückt: „Dass der Kampf zwischen der Natürlichen Selektion auf der einen Seite und der Tendenz zur Rückkehr und Variabilität auf der anderen Seite im Laufe der Zeit aufhören wird; und dass die abnormalsten entwickelten Organe konstant gemacht werden können, sehe ich keinen Grund zu bezweifeln“ („Origin“, Seite 121). Sicherlich nicht, wenn, wie ich nicht bezweifle, das Wort „konstant“ eine relative Bedeutung haben soll; aber zu sagen, dass Beständigkeit jemals absolut werden kann – d. h. dass jede Dauer der Vererbung einem Organ eine völlige Immunität gegen das kleinste Maß an spontaner Variabilität sichern könnte –, das zu sagen wäre unvertretbar. Angenommen zum Beispiel, dass aus irgendeinem Grund eine weitere Zunahme der Größe des Flügels einer Fledermaus für dieses Tier nun plötzlich höchst vorteilhaft würde: Wir können kaum annehmen, dass keine Variationen vorhanden wären, die die Natürliche Selektion aufgreifen könnte (es sei denn, die Grenze der möglichen Größe ist jetzt erreicht, was eine völlig getrennte Angelegenheit ist). Und wenn wir annehmen, dass winzige Variationen in Richtung einer Zunahme also selbst jetzt gelegentlich stattfinden, ist es umso wahrscheinlicher, dass ähnliche Variationen in Richtung einer Abnahme jetzt stattfinden – d. h. dass, wenn der konservative Einfluss der Natürlichen Selektion für einen langen Zeitraum entfernt würde, mehr Variationen unterhalb der jetzigen Größe der Fledermausflügel auftreten würden als darüber. Dazu kann hinzugefügt werden, dass, wenn der Einfluss der „schnellen Selektion“ entfernt wird, es an sich höchst wahrscheinlich erscheint, dass die Struktur aus diesem Grund variabler werden würde, denn der einzige Grund, warum sie jemals aufhörte, variabel zu sein (d. h. nach Erreichen ihrer maximalen Größe), war der Einfluss der Selektion, die ständig diejenigen Individuen zerstörte, bei denen eine Tendenz zur Variation auftrat. Wenn also diese Kraft, die der Variabilität entgegensteht, entfernt wurde, scheint es höchst wahrscheinlich, dass das letztere Prinzip wieder beginnen würde, sich durchzusetzen, und dies in kumulativer Weise. Da diejenigen Individuen, bei denen eine Tendenz zur Variation auftrat, nicht länger abgeschnitten würden, hätten sie eine ebenso gute Chance, Nachkommen zu hinterlassen, die ihre schwankende Veranlagung erben, wie ihre unflexibleren Gefährten.
BRIEF 264. AN G.J. ROMANES. 16. Juli 1874.
Ich bin Ihnen für Ihre freundliche und lange Mitteilung sehr verbunden, die ich mit großem Interesse gelesen habe, ebenso wie Ihre Artikel in der „Nature“. Das Thema scheint mir ebenso wichtig und interessant wie schwierig zu sein. Ich bin gesundheitlich sehr angeschlagen und arbeite sehr hart an einem ganz anderen Thema, daher kann ich Ihren Bemerkungen nicht die Aufmerksamkeit schenken, die sie verdienen. Ich werde jedoch Ihren Brief für eine spätere Zeit aufbewahren, wenn ich mich vielleicht wieder mit dem Thema befassen werde. Ihr Brief macht mir klarer als je zuvor, wie ein Teil oder Organ, das bereits aus irgendeinem Grund zu schrumpfen begonnen hat, durch sogenannte spontane Variabilität mit Kreuzung weiter schrumpfen wird; denn unter solchen Umständen ist es sehr unwahrscheinlich, dass es eine Variation in Richtung einer Zunahme über die durchschnittliche Größe hinaus gibt, und kein Grund, warum es keine Variationen der Abnahme geben sollte. Ich denke, dies drückt Ihre Ansicht aus. Ich hatte diesen Sommer beabsichtigt, Pflanzen [unleserlich] Bedingungen zu unterziehen und die Auswirkungen auf die Variation zu beobachten; aber die Arbeit wäre sehr mühsam, doch ich neige dazu zu glauben, dass sie in Zukunft die Mühe wert sein wird.
BRIEF 265. AN T. MEEHAN. Down, 9. Oktober 1874.
Ich freue mich, dass Sie sich mit den Farben diözischer Blumen befassen; aber es ist gut, sich daran zu erinnern, dass ihre Farben für sie ebenso unwichtig sein können wie die einer Galle oder tatsächlich, wie die Farbe eines Amethysten oder Rubins für diese Edelsteine. Vor etwa dreißig Jahren begann ich, die kleinen violetten Blumen in der Mitte der Dolden der Karotte zu untersuchen. Ich nehme an, mein Gedächtnis täuscht mich, aber es sagt mir, dass diese Blumen weiblich sind, und ich glaube, dass ich einmal einen Samen von einer von ihnen bekommen habe; aber mein Gedächtnis kann völlig falsch sein. Ich hoffe, dass Sie Ihre interessanten Forschungen fortsetzen werden.
BRIEF 266. AN G. JAGER. Down, 3. Februar 1875.
Ich habe heute Morgen ein Exemplar Ihres Werkes „Contra Wigand“ entweder von Ihnen selbst oder von Ihrem Verleger erhalten, und ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet. (266/1. Jagers „In Sachen Darwins insbesondere contra Wigand“ (Stuttgart, 1874) richtet sich gegen A. Wigands „Der Darwinismus und die Naturforschung Newtons und Cuviers“ (Braunschweig, 1874).) Ich hatte jedoch vorher ein Exemplar gekauft und das neue an unsere beste Bibliothek, die der Royal Society, geschickt. Da ich ein sehr schlechter Germanist bin, habe ich bisher erst etwa vierzig Seiten gelesen; aber diese haben mich im höchsten Maße interessiert. Ihre Bemerkungen über feste und variable Arten verdienen größte Aufmerksamkeit; aber ich bin derzeit nicht ganz überzeugt, dass es solche unabhängig von den Bedingungen gibt, denen sie unterworfen sind. Ich denke, Sie haben dem Prinzip der Evolution, das wir beide unterstützen, durch die Veröffentlichung dieses Werkes einen großen Dienst erwiesen. Ich bin umso froher, es zu lesen, als ich keine Zeit hatte, Wigands großen und langweiligen Band zu lesen.
BRIEF 267. AN CHAUNCEY WRIGHT. Down, 13. März 1875.
Ich schreibe heute, damit es diesmal keine Verzögerung gibt, um Ihnen für Ihren interessanten und langen Brief zu danken, der heute Morgen einging. Ich bin sicher, dass Sie die Kürze entschuldigen werden, wenn ich Ihnen sage, dass ich mich halb umbringe, um ein Buch druckfertig zu machen. (267/1. Das Manuskript von „Insectivorous Plants“ wurde im März 1875 druckfertig gemacht. Darwin scheint von der Arbeit mehr als gewöhnlich bedrückt gewesen zu sein.) Ich stimme voll und ganz mit dem überein, was Sie über die Vorteile verschiedener Grade von Bedeutung sagen, die mitselektiert werden (267/2. Mr. Chauncey Wright schrieb (24. Februar 1875): „Die Untersuchung, welcher von mehreren tatsächlichen Nutzen derjenige ist, durch den die Natürliche Selektion gewirkt hat... erscheint mir seit mehreren Jahren als eine etwas weniger wichtige Frage, als sie früher erschien und den meisten Denkern zu diesem Thema immer noch erscheint... Die Verwendung des Rasseln der Klapperschlange als Schutz durch Warnung ihrer Feinde und als sexueller Ruf sind keine konkurrierenden Verwendungen; ebenso wenig sind die hochreichenden und weitsehenden Verwendungen des Giraffenhalses ‚Konkurrenten‘.“), und durch die Auswirkungen von Gebrauch usw. unterstützt werden. Das Thema erscheint mir eine weitere Entwicklung wohl wert zu sein. Ich glaube nicht, dass ich irgendwo den Nutzen der Augenbrauen bemerkt habe, wusste aber schon lange, dass sie die Augen vor Schweiß schützen. Während der Reise der „Beagle“ bestieg einer der Männer an einem sehr heißen Tag einen hohen Hügel. Er hatte kleine Augenbrauen, und seine Augen wurden durch den Schweiß, der in sie lief, fürchterlich entzündet. Die portugiesischen Einwohner waren mit diesem Übel vertraut. Ich glaube, Sie spielen auf die Querfalten auf der Stirn als Schutz gegen Schweiß an; aber denken Sie daran, dass diese unaufhörlich auf den Stirnen von Pavianen erscheinen.
P.S. – Ich habe mich sehr über die Notizen in der „Nation“ gefreut.
BRIEF 268. AN A. WEISMANN. Down, 1. Mai 1875.
Ich habe Ihren Aufsatz erst einige Tage nach Ihrem sehr freundlichen Brief erhalten, und ich lese Deutsch so langsam, dass ich ihn gerade erst beendet habe. (268/1. „Studien zur Descendenz-Theorie“ I. „Ueber den Saison-Dimorphismus“, 1875. Es war bereits bekannt, dass zwei Formen der Gattung Vanessa, die als unterschiedliche Arten betrachtet wurden, nur SAISONALE Formen derselben Art sind – eine erscheint im Frühling, die andere im Sommer. Diese bemerkenswerte Beziehung bildet das Thema des Aufsatzes.) Ihr Werk hat mich sehr interessiert, und Ihre Schlussfolgerungen scheinen gut begründet zu sein. Ich war schon lange sehr neugierig auf Saisondimorphismus, konnte aber nie eine Theorie zu diesem Thema bilden. Zweifellos ist Ihre Ansicht sehr wichtig, da sie sich auf die allgemeine Frage der Variabilität auswirkt. Als ich den „Origin“ schrieb, konnte ich keine Fakten finden, die die direkte Wirkung von Klima und anderen äußeren Bedingungen bewiesen. Ich dachte schon lange, dass die Zeit bald kommen würde, in der die Ursachen der Variation vollständig diskutiert würden, und niemand hat in diesem wichtigen Thema so viel getan wie Sie. Der jüngste Beweis des Unterschieds zwischen Vögeln derselben Art in den N- und S-Vereinigten Staaten zeigt gut die Macht des Klimas. Die beiden Geschlechter einiger weniger Vögel werden dort durch das Klima unterschiedlich modifiziert, und ich habe diese Tatsache in der letzten Ausgabe meiner „Abstammung des Menschen“ eingeführt. (268/2. „Abstammung des Menschen“, 2. Ausgabe (in einem Band), Seite 423. Allen zeigte, dass viele Vogelarten im Süden der Vereinigten Staaten stärker gefärbt sind und dass manchmal ein Geschlecht stärker betroffen ist als das andere. Es ist dieser letzte Punkt, der sich auf Weismanns Bemerkungen (loc. cit., Seiten 44, 45) über Pieris napi bezieht. Die Männchen der alpin-borealen Form bryoniae unterscheiden sich kaum von denen der deutschen Form (var. vernalis), während die Weibchen auffallend anders sind. Somit wird der Charakter der sekundären geschlechtlichen Unterschiede durch das Klima bestimmt.) Ich bin daher voll und ganz bereit, die Richtigkeit Ihrer Kritik an der sexuellen Selektion bei Lepidoptera zuzugeben; aber wenn ich die Zurschaustellung ihrer Schönheit betrachte, bin ich noch nicht geneigt zu glauben, dass ich mich insgesamt irre.
Was Sie über die Rückkehr (268/3. Zum Beispiel die Tatsache, dass eine Rückkehr zur primären Winterform durch die störende Wirkung hoher Temperatur hervorgerufen werden kann (Seite 7).) sagen, die durch verschiedene Ursachen angeregt wird, stimmt mit dem überein, was ich in Bezug auf die bemerkenswerten Auswirkungen der Kreuzung zweier Rassen geschlossen habe: nämlich dass alles, was die Konstitution stört, zu einer Rückkehr führt, oder, wie ich den Fall unter meiner Hypothese der Pangenesis darstelle, eine gute Chance bietet, dass sich latente Gemmulae entwickeln. Ihr Aufsatz ist meiner Meinung nach ein bewundernswerter, und ich danke Ihnen für das Interesse, das er mir bereitet hat.
P.S. Ich stelle fest, dass es mehrere Punkte gibt, die ich vergessen habe. Mr. Jenner Weir hat nichts mehr über Raupen veröffentlicht, aber ich habe ihm geschrieben und ihn gefragt, ob er weitere Experimente gemacht hat, und werde diesen Brief zurückhalten, bis ich seine Antwort erhalte. Mr. Riley aus den Vereinigten Staaten unterstützt Mr. Weir, und Sie werden Verweise auf ihn und andere Arbeiten auf Seite 426 der neuen und stark korrigierten Ausgabe meiner „Abstammung des Menschen“ finden. Da ich ein Duplikat von Band I habe (ich glaube, Band II ist noch nicht auf Deutsch veröffentlicht), sende ich es Ihnen mit dieser Post. Mr. Belt gibt auf seinen Reisen in Nicaragua mehrere auffällige Fälle von auffällig gefärbten Tieren (aber keine Raupen) an, die für Raubvögel abstoßend sind: Er ist ein ausgezeichneter Beobachter, und sein Buch „The Naturalist in Nicaragua“ ist sehr interessant.
Ich bin Ihnen sehr für Ihr Foto verbunden, das ich besonders gerne besitze, und sende Ihnen meins im Gegenzug.
Ich sehe, Sie erwähnen Hilgendorfs Aussagen, die von einigen guten deutschen Beobachtern bestritten wurden, was ich bedauerte. Mr. Hyatt, ein ausgezeichneter Paläontologe aus den Vereinigten Staaten, besuchte den Ort und versicherte mir ebenfalls, dass Hilgendorf völlig im Irrtum war. (268/4. Siehe Briefe 252-7.)
Es betrübt mich zu hören, dass Ihr Augenlicht immer noch schlecht ist, aber jedenfalls hat es zu Ihrer hervorragenden Arbeit in Ihrem letzten Aufsatz gezwungen.
4. Mai. Hier ist, was Mr. Weir sagt:--
„In Antwort auf Ihre Anfrage vom Samstag bedauere ich, dass ich meinen beiden Mitteilungen an die ‚Entomological Society Transactions‘ wenig hinzuzufügen habe.
„Ich habe die Experimente mit auffälligen Raupen jahrelang wiederholt und immer mit denselben Ergebnissen: Nicht ein einziges Mal fand ich reich gefärbte, auffällige Larven, die von Vögeln gefressen wurden. Es war bemerkenswerter zu beobachten, dass die Vögel den auffälligen Raupen nicht die geringste Beachtung schenkten, selbst wenn sie in Bewegung waren – die Experimente haben mich so gründlich überzeugt, dass ich jetzt aufgehört habe, sie zu machen.“
BRIEF 269. AN LAWSON TAIT.
(269/1. Der verstorbene Mr. Lawson Tait schrieb an Mr. Darwin (2. Juni 1875): „Ich beobachte eine Reihe meiner Mäuse, denen ich bei der Geburt die Schwänze entfernt habe, und ich komme zu dem Schluss, dass die wesentliche Verwendung des Schwanzes dort als ein aufzeichnendes Organ ist – das heißt, sie zeichnen in ihrem Gedächtnis die Ecken auf, die sie biegen, und die Höhe der Löcher, durch die sie gehen, indem sie sie mit ihren Schwänzen berühren.“ Mr. Darwin war an der Idee interessiert, weil „ein Deutscher die Natürliche Selektion verspottete und die Schwänze von Mäusen als Beispiel anführte“.)
11. Juni 1875.
Mir ist gerade eingefallen, in „Origin of Species“ (Ausgabe VI., Seite 170) nachzusehen, und es ist sicher, dass Bronn in dem angehängten Kapitel zu seiner Übersetzung meines Buches ins Deutsche Ohren und Schwänze verschiedener Mäusearten als eine Schwierigkeit gegen die Natürliche Zuchtwahl anführte. Ich antwortete bezüglich der Ohren mit einem Hinweis auf Schöbls merkwürdige Abhandlung (ich habe vergessen, wann sie veröffentlicht wurde) (269/2. J. Schöbl, „Das äußere Ohr der Mäuse als wichtiges Tastorgan.“ „Archiv für mikroskopische Anatomie“ VII., 1871, Seite 260) darüber, dass die Haare der Ohren empfindlich und mit Nerven versehen seien. Ich nehme an, er machte feine Schnitte: Wenn Sie an solche histologische Arbeit gewöhnt sind, wäre es dann nicht der Mühe wert, die Haare des Mäuseschwanzes zu untersuchen? Auf Seite 189 zitiere ich Henslow (bestätigt durch Günther) über Mus messorius (und andere Arten?), der den Schwanz als Greiforgan benutzt.
Dr. Kane sagt in seinem Bericht über die zweite Grinnell-Expedition, dass die Eskimos bei strengem Wetter einen Fuchsschwanz am Hals tragen, den sie als Atemschutzgerät benutzen, indem sie die Schwanzspitze zwischen den Zähnen halten. (269/3. Die Tatsache ist in Band II., Seite 24, von E.K. Kanes „Arctic Explorations: The Second Grinnell Expedition in Search of Sir John Franklin“, Philadelphia, 1856, dargelegt.)
Er sagt auch, dass er einen erfrorenen Fuchs fand, der zusammengerollt war und seine Nase in seinen Schwanz vergraben hatte.
N.B. Es ist durchaus möglich, dass letztere Tatsache von M'Clintock und nicht von Dr. Kane dargelegt wird.
(269/4. Die letzte Passage ist ein Nachsatz von Mr. W.E. Darwin, der sich auf Mr. Lawson Taits Idee der Atemschutzfunktion des Fuchsschwanzes bezieht.)
BRIEF 270. AN G.J. ROMANES. Down, 12. Juli 1875.
Ich korrigiere eine zweite Auflage von „Variation under Domestication“ und stelle fest, dass ich es ziemlich gründlich tun muss. Daher gebe ich einen kurzen Auszug über Kartoffel-Pfropfbastarde und möchte wissen, ob ich Ihnen nicht einen Hinweis bezüglich Rüben geschickt habe. Haben Sie danach gesucht und können Sie mir etwas darüber sagen?
Ich hoffe von ganzem Herzen, dass Sie mit Ihren Experimenten gut vorankommen.
Ich bin dazu gebracht worden, viel über das Thema nachzudenken, und bin von seiner hohen Bedeutung überzeugt, obwohl es Jahre des Hämmerns bedürfen wird, bis Physiologen zugeben werden, dass die Geschlechtsorgane nur die generativen Elemente sammeln.
Die Auflage wird im November veröffentlicht, und dann werden Sie alles sehen, was ich gesammelt habe, aber ich glaube, dass Sie alle wichtigeren Fälle geliefert haben. Der Fall der Weinrebe im „Gardeners' Chronicle“, den ich Ihnen sandte, könnte meiner Meinung nach nur eine Knospenvariation sein, die nicht auf Pfropfung zurückzuführen ist. Ich habe indirekt von Ihrem glänzenden Erfolg mit den Nerven von Medusen gehört. Wir waren einen Monat lang zur Erholung, die ich sehr nötig hatte, in Abinger Hall, und dort sah ich die geschlitztblättrige Weinrebe, die für Pfropfbastardierung herrlich zu sein scheint.
BRIEF 271. AN FRANCIS GALTON. Down, 7. November 1875.
Ich habe Ihren Aufsatz mit viel Neugier und Interesse gelesen, aber Sie haben wahrscheinlich keine Vorstellung davon, wie außerordentlich schwierig es ist, ihn zu verstehen. (271/1. „A Theory of Heredity“ („Journal of the Anthropological Institute“, 1875). In dieser Arbeit gibt Mr. Galton zu, dass die Hypothese organischer Einheiten „am Fundament der Vererbungslehre liegen muss“, und fährt fort zu zeigen, in welcher Hinsicht sich seine Konzeption von der Hypothese der Pangenesis unterscheidet. Die Kopie von Mr. Galtons Arbeit, die Darwin in Übereinstimmung mit den Kritiken in seinem Brief nummeriert hat, ist nicht verfügbar, und wir können daher nur einige der erwähnten Punkte erraten.) Ich kann die Punkte, in denen wir uns unterscheiden, nicht vollständig erfassen, sondern nur hier und da vermuten. Ich nehme an, dies liegt hauptsächlich an einer geistigen Trübung meinerseits, aber ich glaube nicht, dass dies gänzlich der Fall ist. Ihre vielen Begriffe, die nicht definiert sind, „entwickelte Keime“, „fruchtbare“ und „sterile Keime“ (das Wort „Keim“ selbst ist für mich durch Assoziation irreführend), „Stirp“, „Sept“, „Rückstand“ usw. usw., haben mich völlig verwirrt. Wenn ich mich frage, wie Sie die zahllosen Gemmulae ableiten und wo Sie sie platzieren, die in den Spermien enthalten sind, die von einem männlichen Tier während seines ganzen Lebens gebildet werden, kann ich mir selbst keine Antwort geben. Wenn Sie nicht mehrere Teile klarer machen können, glaube ich (obwohl ich hoffe, dass ich völlig falsch liege), dass sich nur wenige bemühen werden oder Erfolg dabei haben werden, Ihre Bedeutung zu ergründen. Ich habe einige Passagen mit Nummern markiert und mache hier einige Anmerkungen und äußere meine Meinung, wie Sie es wünschen, nicht dass ich annehme, dass es für Sie von Nutzen sein wird.
1. Wenn dies impliziert, dass viele Teile durch Gebrauch und Nichtgebrauch während des Lebens des Individuums nicht modifiziert werden, unterscheide ich mich sehr von Ihnen, da ich jedes Jahr mehr und mehr einem solchen Wirken zuschreibe. (271/2. Dies scheint sich auf Seite 329 von Mr. Galtons Arbeit zu beziehen. Die Passage muss hastig gelesen worden sein und wurde völlig missverstanden. Mr. Galton hat die ihm zugeschriebene Ansicht nie geäußert.)
2. Dies scheint ziemlich gewagt, da bei einigen der niedrigsten Formen keine Sexualität entdeckt wurde, obwohl ich annehme, dass dies in Zukunft geschehen könnte. (271/3. Mr. Galton, op. cit., Seiten 332-3: „Es gibt nicht notwendigerweise zwei Geschlechter, da Schwärme von Lebewesen einfachster Organisation sich hauptsächlich durch einen Prozess der Selbstteilung vermehren.“)
3. Wenn Gemmulae (um meinen eigenen Begriff zu verwenden) in Knospen oft mangelhaft wären, kann ich nicht anders, als zu denken, dass Knospenvariationen häufiger wären, als sie es im Naturzustand sind; noch scheint es, dass Knospenvariationen oft Mängel aufweisen, die durch das Fehlen der richtigen Gemmulae erklärt werden könnten. Ich habe eine sehr unterschiedliche Ansicht über die Bedeutung oder Ursache von Sexualität. (271/4. Mr. Galtons Idee ist, dass in einer Knospe oder einem anderen ungeschlechtlich erzeugten Teil die Keime (d. h. Gemmulae) möglicherweise nicht vollständig repräsentativ für den gesamten Organismus sind, und wenn die Fortpflanzung ungeschlechtlich fortgesetzt wird, „besteht in jedem aufeinanderfolgenden Stadium immer eine Chance, dass die eine oder andere der verschiedenen Arten von Keimen... ausstirbt“ (Seite 333). Mr. Galton nimmt an, dass bei geschlechtlicher Fortpflanzung, wo zwei Eltern Keime zum Embryo beisteuern, die Chance auf ein Fehlen notwendiger Keime stark vermindert ist. Darwins „sehr unterschiedliche Ansicht über die Bedeutung oder Ursache der Sexualität“ ist zweifellos diejenige, die in „Cross and Self Fertilisation“ gegeben wurde – d. h., dass Sexualität veränderten Bedingungen gleichkommt, dass die Eltern nicht für verschiedene Geschlechter stehen, sondern für verschiedene Lebensbedingungen.)
4. Ich habe „Fraser's Magazine“ bestellt (271/5. „The History of Twins“, von F. Galton, „Fraser's Magazine“, November 1875, neu veröffentlicht mit Ergänzungen im „Journal of the Anthropological Institute“, 1875. Mr. Galton erklärt die auffallende Unähnlichkeit von Zwillingen, die manchmal angetroffen wird, indem er annimmt, dass die Nachkommen in diesem Fall die verfügbaren Gemmulae so unter sich aufteilen, dass jeder das Komplement des anderen ist. Um den Fall also übertrieben darzustellen, hätten ähnliche Zwillinge jeweils die Hälfte der Gemmulae A, B, C...Z usw., wohingegen im Falle unähnlicher Zwillinge einer alle Gemmulae A, B, C, D...M hätte und der andere N...Z.), und bin neugierig zu erfahren, wie Zwillinge aus einer einzigen Eizelle von Zwillingen aus zwei Eizellen unterschieden werden. Nichts scheint mir kurioser als die Ähnlichkeit und Unähnlichkeit von Zwillingen.
5. Schrecklich schwer zu verstehen.
6. Ich habe fast die gleiche Vorstellung geäußert.
7. Ich hoffe, dass dies alles geändert wird. Ich habe neue und zusätzliche Fälle erhalten, sodass ich jetzt keinen Schatten eines Zweifels habe.
8. Solche Fälle können kaum als sehr selten bezeichnet werden, wie Sie sagen würden, wenn Sie die Hälfte der Anzahl der Fälle erhalten hätten, die ich habe.
(271/6. Wir sind nicht in der Lage zu bestimmen, worauf sich die Absätze 5, 6, 7, 8 beziehen.)
Es tut mir sehr leid, so sehr anderer Meinung als Sie zu sein, aber ich habe gedacht, dass Sie meine offene Meinung wünschen würden. Frank ist weg, sonst hätte er mein Gekritzel kopieren sollen.
Ich habe einen guten Vorrat an Schoten von Zuckererbsen bekommen, aber der Herbst war entsetzlich schlecht; vielleicht bekommen wir noch ein paar zur Reife.
BRIEF 272. AN T.H. HUXLEY. Down, 12. November [1875].
Vielen Dank für Ihre „Biologie“, die ich gelesen habe. (272/1. „A Course of Practical Instruction in Elementary Biology“, von T.H. Huxley und H.N. Martin, 1875. Für einen Bericht über das Buch siehe „Life and Letters of T.H. Huxley“, Band I., Seite 380.) Es war ein wahrer Geniestreich, an einen solchen Plan zu denken. Herr, wie wünschte ich, ich hätte einen solchen Kurs durchlaufen!
BRIEF 273. AN FRANCIS GALTON. 18. Dezember [1875].
George hat unsere Differenzen erklärt. Ich habe in der neuen Auflage (273/1. In der zweiten Auflage (1875) von „Variation of Animals and Plants“, Band II., Seite 350, wird auf Mr. Galtons Transfusionsversuche verwiesen, „Proc. R. Soc.“ XIX., Seite 393; auch auf Mr. Galtons Brief an „Nature“, 27. April 1871, Seite 502. Dies ist ein kurioser Fehler; der Brief in „Nature“, 27. April 1871, stammt von Darwin selbst und bezieht sich hauptsächlich auf die Frage, ob angenommen werden kann, dass sich Gemmulae im Blut befinden. Mr. Galtons Brief befindet sich in „Nature“, 4. Mai 1871, Band IV., Seite 5. Siehe Brief 235.) (vor der Lektüre Ihres Aufsatzes) zugegeben, dass die Gemmulae vielleicht in den Fortpflanzungsorganen stark vermehrt werden; aber das lässt mich nicht daran zweifeln, dass jede Einheit des gesamten Systems auch ihre Gemmulae aussendet. Sie werden zweifellos an den folgenden Einwand gegen Ihre Ansichten gedacht haben, und ich würde gerne hören, was Ihre Antwort darauf ist. Wenn zwei Pflanzen gekreuzt werden, kommt es oft, oder vielmehr im Allgemeinen, vor, dass jeder Teil von Stängel, Blatt, sogar bis hin zu den Haaren und Blüten des Bastards in seinem Charakter intermediär ist; und dieser Bastard wird durch Knospen Millionen um Millionen anderer Knospen hervorbringen, die alle genau den intermediären Charakter reproduzieren. Ich kann nicht daran zweifeln, dass jede Einheit des Bastards hybridisiert ist und hybridisierte Gemmulae aussendet. Hier haben wir nichts mit den Fortpflanzungsorganen zu tun. Es kann nach dem, was wir wissen, kaum einen Zweifel daran geben, dass dasselbe bei all jenen Tieren auftreten würde, die zur Knospung fähig sind, und einige von diesen (wie die zusammengesetzten Seescheiden) sind hinreichend komplex und hoch organisiert.
BRIEF 274. AN LAWSON TAIT. 25. März 1876.
(274/1. Der Verweis bezieht sich auf die in der ersten Auflage von „Variation of Animals and Plants“, II., Seite 15, aufgestellte Theorie, dass die behauptete Tendenz zur Regeneration nach der Amputation überzähliger Finger beim Menschen eine Rückkehr zu den regenerativen Kräften sei, die für einen „niedrig organisierten Vorfahren charakteristisch sind, der mit mehr als fünf Fingern ausgestattet war“. Darwins Widerruf findet sich in Band I., Seite 459 der zweiten Auflage.)
Seit ich Ihren ersten Artikel gelesen habe (274/2. Lawson Tait schrieb zwei Notizen zu „The Variation of Animals and Plants under Domestication“ im „Spectator“ vom 4. März 1876, Seite 312, und 25. März, Seite 406.), hat mir Dr. Rüdinger geschrieben und mir eine Abhandlung geschickt, in der er die Ergebnisse der UMFASSENDSTEN Nachforschungen bei allen bedeutenden Chirurgen in Deutschland darlegt, und alle sind sich einig über das Nichtwachstum zusätzlicher Finger nach der Amputation. Sie erklären einige scheinbare Fälle, wie Paget es mir gegenüber tat. Übrigens habe ich aus meiner zweiten Auflage ein Zitat von Sir J. Simpson über das Nachwachsen im Mutterleib gestrichen, da Paget Einwände erhob und da ich nicht sagen konnte, wie ein rudimentäres Glied, das aus irgendeinem Grund entstanden ist, von einem unvollkommenen Nachwachsen unterschieden werden könnte. Vor zwei oder drei Tagen erhielt ich einen weiteren Brief aus Deutschland von einem guten Naturforscher, Dr. Kollmann (274/3. Dr. Kollmann war Sekretär der Anthropologischen Gesellschaft von München, in welcher Gesellschaft die Diskussion stattfand, auf die in „Variation of Animals and Plants“, I., 459, verwiesen wird, als sie Darwins Zweifel an der gesamten Frage auslöste. Die neuen Beweise, die Kollmann für das normale Auftreten eines rudimentären sechsten Fingers bei Batrachiern anführt, sind Borus' Abhandlung „Die sechste Zehe der Anuren“ im „Morphologischen Jahrbuch“, Bd. I., Seite 435. Zu diesem Thema siehe Brief 178.), der sagte, es tue ihm leid, dass ich den Atavismus und die zusätzlichen Finger aufgegeben hätte, und der mir von neuen und guten Beweisen für Rudimente eines rudimentären sechsten Fingers bei Batrachiern berichtete (was ich selbst gesehen, aber aufgrund von Gegenbaurs Ansichten aufgegeben hatte); aber da das Nachwachsen bei mir versagte, konnte ich meine alte Vorstellung nicht aufrechterhalten.
BRIEF 275. AN G.J. ROMANES.
(275/1. Mr. Romanes' Antwort auf diesen Brief ist in seinem „Life and Letters“, Seite 93, abgedruckt, wo er durch ein Versehen auf 1880-81 datiert ist.)
H. Wedgwood, Esq., Hopedene, Dorking, 29. Mai [1876].
Da Sie sich für Pangenesis interessieren und eines Tages, so hoffe ich, ein „luftiges Nichts“ in eine substantielle Theorie verwandeln werden, sende ich Ihnen mit dieser Post einen Aufsatz von Haeckel (275/2. „Die Perigenesis der Plastidule oder die Wellenzeugung der Lebenstheilchen“, 79 Seiten. Berlin, 1876.), der die Pangenesis angreift und durch eine molekulare Hypothese ersetzt. Wenn ich seine Ansichten richtig verstehe, würde er sagen, dass bei einem Vogel, der seine Flügel durch Gebrauch stärkte, das bildende Protoplasma der gestärkten Teile verändert wurde und seine molekularen Schwingungen folglich verändert wurden, und dass diese Schwingungen durch den gesamten Körper des Vogels übertragen werden und die Geschlechtselemente in einer Weise beeinflussen, dass die Flügel der Nachkommen in einer ebenso gestärkten Weise entwickelt werden. Ich stelle mir vor, er würde in Fällen wie denen der Stute von Lord Morton (275/3. Eine fast reinrassige arabische Fuchsstute trug einen Bastard von einem Quagga aus und brachte anschließend zwei gestreifte Fohlen von einem schwarzen arabischen Hengst hervor: siehe „Animals and Plants“, I., Seite 403. Der Fall wurde ursprünglich in den „Philosophical Transactions“, 1821, Seite 20, beschrieben. Für einen Bericht über neuere Arbeiten zu dieser Frage siehe den Artikel über „Zebras, Horses, and Hybrids“ in der „Quarterly Review“, Oktober 1899. Siehe Brief 235.) sagen, dass die Schwingungen aus dem Protoplasma oder „Plasson“ der Samenflüssigkeit des Zebras Plasson in der Stute zum Schwingen brachten; und dass diese Schwingungen anhielten, bis das Haar des zweiten Fohlens gebildet war, welches folglich wie das eines Zebras gestreift wurde. Wie er das Reversion zu einem entfernten Vorfahren erklärt, weiß ich nicht. Vielleicht habe ich ihn missverstanden, obwohl ich das Ganze mit einiger Sorgfalt überflogen habe. Er legt viel Gewicht darauf, dass Vererbung eine Form unbewussten Gedächtnisses ist, aber wie weit dies Teil seiner molekularen Schwingung ist, verstehe ich nicht. Seine Ansichten machen mir nichts klarer; aber das mag mein Fehler sein. Niemand, so nehme ich an, würde an molekularen Bewegungen irgendeiner Art zweifeln. Sein Aufsatz ist klug und eindrucksvoll. Wenn Sie ihn lesen (aber Sie dürfen es meinetwegen nicht tun), würde ich sehr gerne Ihr Urteil hören, und Sie können ihn jederzeit zurückschicken. Die blauen Linien sind von Haeckel, um meine Aufmerksamkeit zu erregen.
Wir sind wegen der Erholung, die ich sehr nötig hatte, hierher gekommen; und werden noch etwa zehn Tage hier bleiben und dann nach Hause zur Arbeit, die mein einziges Vergnügen im Leben ist. Ich hoffe, Ihre glänzende Medusenarbeit und Ihre Experimente zur Pangenesis gehen gut voran. Ich habe gestern von meinem Sohn Frank gehört, dass er fiebrig von einer Erkältung war und nicht mit den Physiologen essen konnte, was mir sehr leid tut, da ich gehört hätte, was sie über die neue Gesetzesvorlage denken. Ich sehe, dass Sie einer der Sekretäre dieser jungen Gesellschaft sind.
BRIEF 276. AN H.N. MOSELEY. Down, 22. November [1876].
Es ist sehr freundlich von Ihnen, mir die japanischen Bücher zu schicken, die äußerst kurios und amüsant sind. Mein Sohn Frank ist weg, aber ich bin sicher, dass er Ihnen für die beiden Arbeiten, die Sie ihm geschickt haben, sehr verbunden sein wird.
Danke auch für Ihre interessante Notiz. Es ist schade, dass Peripatus (276/1. Moseley „On the Structure and Development of Peripatus capensis“ („Phil. Trans. R. Soc.“ Band 164, Seite 757, 1874). „Wenn sie plötzlich angefasst oder gereizt werden, schießen sie (d. h. Peripatus) feine Fäden einer bemerkenswert viskosen und zähen milchigen Flüssigkeit... die aus den Spitzen der oralen Papillen ausgestoßen werden“ (Seite 759).) so dumm ist, die viskose Materie am falschen Ende seines Körpers auszuspucken; es wäre wunderschön gewesen, so den Ursprung des Spinnennetzes zu erklären.
BRIEF 277. NAPHTALI LEWY AN CHARLES DARWIN.
(277/1. Der folgende Brief bezieht sich auf ein Buch, „Toledoth Adam“, geschrieben von einem gelehrten Juden mit dem Ziel, seine Glaubensgenossen von der Wahrheit der Evolutionstheorie zu überzeugen. Die Übersetzung verdanken wir dem verstorbenen Henry Bradshaw, Universitätsbibliothekar in Cambridge. Das Buch ist leider nicht mehr in Mr. Darwins Bibliothek zu finden.)
[1876].
An den Herrn, den Fürsten, der „als ein Banner für die Völker steht“ (Jes. 11,10), den Erforscher der Generation, den „hellen Sohn des Morgens“ (Jes. 14,12), Charles Darwin, möge er lange leben!
„Vom Aufgang der Sonne und vom Westen her“ (Jes. 45,6) wissen alle Nationen von der Tora (Theorie) (277/2. Wörtl., Unterweisung. Die Tora ist streng genommen der Pentateuch, die Quelle allen Wissens.), die „von dir ausgegangen ist als ein Licht für die Völker“ (Jes. 51,4), und die Völker „hören und sagen: Es ist Wahrheit“ (Jes. 43,9). Aber mit dem „Teil meines Volkes“ (Jer. 10,16), Jakob, dem „Anteil meines Erbes“ (5. Mose 32,9), ist es nicht so. Diese Nation, das „alte Volk“ (Jes. 44,7), das „der früheren Dinge gedenkt und die Dinge von alters her betrachtet“ (Jes. 43,18), „weiß nicht und versteht nicht“ (Psalm 82,5), dass du durch deine Tora (Unterweisung oder Theorie) Licht auf ihre Tora (das Gesetz) geworfen hast und dass die Augen der Hebräer (277/3. Ein Buchstabe in diesem Wort geändert würde das Wort „blind“ ergeben, was Jesaja in der erwähnten Passage verwendet.) „nun aus der Dunkelheit und aus der Finsternis sehen können“ (Jes. 29,18). Deshalb „stand ich auf“ (Richter 5,7) und schrieb dieses Buch, „Toledoth Adam“ („die Generationen des Menschen“, 1. Mose 5,1), um die Kinder meines Volkes, den Samen Jakobs, die Tora (Unterweisung) zu lehren, die du als Erbe für alle Nationen der Erde gegeben hast.
Und ich bin „dazu übergegangen, ein wunderbares Werk unter diesem Volk zu tun, ja, ein wunderbares Werk und ein Wunder“ (Jes. 29,14), das es ihnen nun ermöglicht, in der Tora unseres Lehrers Moses „deutlich und mit Sinn“ zu lesen (Neh. 8,8), was du in deinen Torot (Werken der Unterweisung) gegeben hast. Und wenn mein Volk erkennt, dass deine Ansicht keineswegs von der Tora Gottes „abgewichen“ ist (4. Mose 5,12.19 usw.), wird es deinen Namen in höchster Ehrfurcht halten und „zugleich den Gott Israels verherrlichen“ (Jes. 29,23).
„Das Gesicht all dessen“ (Jes. 29,11) wirst du sehen, o Fürst der Weisheit, in diesem Buch, „das vor mir hergeht“ (1. Mose 32,21); und was auch immer dein großes Verständnis daran zu kritisieren findet, komm, „schreibe es auf eine Tafel und notiere es in ein Buch“ (Jes. 30,8); und erlaube mir, mein Werk mit deinem Namen zu nennen, der verherrlicht und in großer Ehrfurcht gehalten wird von
Deinem Diener, Naphtali Hallevi [d. h. der Levit].
Datiert hier in der Stadt Radom, in der Provinz Polen, im Monat Nisan im Jahr 636 nach der kleineren Zählung (d. h. J.M. [5]636 = 1876 n. Chr.).
BRIEF 278. AN OTTO ZACHARIAS. 1877.
Als ich an Bord der „Beagle“ war, glaubte ich an die Beständigkeit der Arten, aber soweit ich mich erinnern kann, huschten gelegentlich vage Zweifel durch meinen Geist. Nach meiner Heimkehr im Herbst 1836 begann ich sofort, mein Journal für die Veröffentlichung vorzubereiten, und sah dann, wie viele Tatsachen auf die gemeinsame Abstammung der Arten hindeuteten (278/1. „Die Tatsachen, auf die hier Bezug genommen wird, waren zweifellos in hervorragender Weise dazu geeignet, die Aufmerksamkeit eines philosophischen Denkers auf sich zu ziehen; aber bis die Beziehungen der existierenden zu den ausgestorbenen Arten und der Arten der verschiedenen geografischen Gebiete zueinander mit einiger Genauigkeit bestimmt waren, boten sie nur eine unsichere Grundlage für Spekulationen. Es war nicht möglich, dass diese Bestimmung vor der Rückkehr der „Beagle“ nach England hätte vollzogen werden können; und so wird das Datum, das Darwin (1837 schreibend) der Morgendämmerung des neuen Lichts zuweist, das in seinem Geist aufging, verständlich.“ – Aus „Darwiniana“, Essays von Thomas H. Huxley, London, 1893; Seiten 274-5.), sodass ich im Juli 1837 ein Notizbuch eröffnete, um alle Tatsachen aufzuzeichnen, die für die Frage von Bedeutung sein könnten; aber ich wurde erst überzeugt, dass Arten veränderlich seien, als, wie ich glaube, zwei oder drei Jahre vergangen waren. (278/2. Zu diesem letzten Punkt siehe Seite 38.)
BRIEF 279. AN G.J. ROMANES.
(279/1. Der folgende Brief bezieht sich auf Manuskriptnotizen von Romanes, die wir nicht gesehen haben. Darwins Bemerkungen dazu sind jedoch hinreichend klar.)
Meine Adresse wird „Bassett, Southampton“, 11. Juni [1877] sein.
Ich habe das Kreuzungspapier erhalten, das Sie mir so freundlicherweise zugesandt haben. Es ist sehr klar, und ich stimme ihm voll und ganz zu; aber der fragliche Punkt war für mich keine Schwierigkeit, da ich nie an eine neue Form geglaubt habe, die aus einer einzigen Variation entsteht. Was ich als unbewusste Selektion durch den Menschen bezeichnet habe, veranschaulicht, wie mir scheint, dasselbe Prinzip wie das Ihre, innerhalb desselben Bereichs. Der Mensch kauft die individuellen Tiere oder Pflanzen, die ihm in jeder Hinsicht als die besten erscheinen – manche mehr, manche weniger – und ohne jegliche Zusammenstellung oder Paarung verändert sich die Rasse im Laufe der Zeit mit Sicherheit. Das Fehlen von Zwischen- oder Übergangsformen in zahlreichen Fällen im Grenzgebiet zwischen zwei nahe verwandten geografischen Rassen oder nahen Arten erschien mir als eine größere Schwierigkeit, als ich das Thema im „Origin“ erörterte.
In Bezug auf Ihre Veranschaulichung hat es mich früher halb wahnsinnig gemacht, zu versuchen, die Zunahme oder Abnahme der Produktivität eines Organismus zu erklären; aber ich kann mich nicht daran erinnern, worin meine Schwierigkeit bestand. (279/2. Siehe Briefe 209-16.) Die natürliche Selektion bezieht sich meiner Meinung nach immer auf jedes Individuum und seine Nachkommen, wie etwa seine Samen, Eier, die von der Mutter gebildet werden und die auf verschiedene Weise geschützt sind. (279/3. Es war in Bezug auf diesen Punkt, dass Romanes das Manuskript an Darwin gesandt hatte. In einem Brief vom 16. Juni schreibt er: „Es bezog sich auf die Möglichkeit, dass die natürliche Selektion auf organische Typen im Gegensatz zu Individuen wirkt – eine Möglichkeit, von der Sie mir einst sagten, sie scheine überhaupt nicht klar zu sein.“) Es scheint keine Schwierigkeit darin zu liegen, zu verstehen, wie die Produktivität eines Organismus erhöht werden könnte; aber soweit ich mich erinnere, war ich am meisten darüber verwirrt, die Produktivität zu verringern. Aber warum ich darüber schreibe, weiß ich nicht.
Ich habe Ihre Rezension von Herrn Allens Buch gelesen (279/4. Siehe „Nature“ (7. Juni 1877, Seite 98), eine Rezension von Grant Allens „Physiological Aesthetics“), und sie lässt mich noch zweifelnder als zuvor sein, ob er wirklich viel Licht auf das Thema geworfen hat.
Es freut mich zu hören, dass einige Physiologen dieselbe Ansicht vertraten wie ich, dass Sie H. Spencer zu viel Anerkennung zollen – obwohl, Gott weiß, dies ein seltener Fehler ist. (279/5. Der Hinweis bezieht sich auf Romanes’ Vortrag über Medusa, der am 25. Mai an der Royal Institution gehalten wurde. (Siehe „Nature“, XVI., Seiten 231, 269, 289.) Aus einem Brief von Romanes (6. Juni) geht hervor, dass der Auszug in der „Times“ den erwähnten Eindruck erweckte. Hinweise auf Herrn Spencers Theorien der Nervengeneses finden sich in „Nature“, Seiten 232, 271, 289.)
Je mehr ich über Ihre Medusen-Nerven-Arbeit nachdenke, desto großartiger erscheint sie mir.
BRIEF 280. AN A. DE CANDOLLE. Down, 3. August 1877.
Ich muss das Vergnügen haben, Ihnen für Ihren langen und interessanten Brief zu danken. Die Ursache und die Mittel des Übergangs von einem zwittrigen zu einem eingeschlechtlichen Zustand scheinen mir ein sehr verwirrendes Problem zu sein, und ich werde mich außerordentlich freuen, Ihre Bemerkungen über Smilax zu lesen, wann immer ich den Aufsatz erhalte, von dem Sie freundlicherweise sagen, dass Sie ihn mir senden werden. (280/1. „Monographiae Phanerogamarum“, Band I. In seiner Behandlung der Smilaceae unterscheidet De Candolle: Heterosmilax, die zweihäusige Blüten ohne eine Spur von verkümmerten Staubgefäßen oder Stempeln aufweist, Smilax mit sterilen Staubgefäßen in den weiblichen Blüten und Rhipogonum mit zwittrigen Blüten.) Ihre Kritik an meinem Gebrauch der Begriffe Objekt, Zweck, Absicht enthält viel Wahres (280/2. Die von De Candolle kritisierte Passage steht in „Forms of Flowers“ (Seite 7): „Es ist eine natürliche Schlussfolgerung, dass ihre Blütenkronen zu diesem speziellen Zweck vergrößert wurden.“ De Candolle fährt fort, einen Bericht über die „recherche linguistique“ zu geben, den er mit charakteristischer Fairness unternahm, um festzustellen, ob das Wort „purpose“ in seiner Bedeutung vom entsprechenden französischen Wort „but“ abweicht); aber diejenigen, die glauben, dass Organe allmählich durch natürliche Selektion für einen speziellen Zweck modifiziert wurden, können meiner Meinung nach die oben genannten Begriffe korrekt verwenden, auch wenn kein bewusstes Wesen eingegriffen hat. Ich habe bei meinen gelegentlichen Versuchen, diese Begriffe zu vermeiden, große Schwierigkeiten gehabt, aber ich hätte vielleicht immer von einer nützlichen oder dienlichen Wirkung sprechen können. Mein Sohn Francis wird daran interessiert sein, von Smilax zu hören. Er hat ein Exemplar seines Aufsatzes über die Drüsen von Dipsacus an Sie versandt (280/3. „Quart. Journ. Mic. Sci.“ 1877.), und ich hoffe, dass Sie Zeit finden werden, ihn zu lesen, denn der Fall scheint mir ein neuer und höchst bemerkenswerter zu sein. Wir arbeiten jetzt hart an einem Versuch, die Funktion oder den Nutzen des Reifs oder der wachsartigen Ausscheidung auf den Blättern und Früchten vieler Pflanzen herauszufinden; aber ich bezweifle sehr, ob unsere Experimente uns viel verraten werden. (280/4. „So wie es ist, haben wir klar herausgefunden, dass bei einigen Pflanzen (hauptsächlich Sukkulenten) der Reif die Verdunstung hemmt – bei einigen verhindert er sicher Angriffe von Insekten; bei einigen Küstenpflanzen verhindert er Schäden durch Salzwasser, und ich glaube, bei einigen verhindert er Schäden durch reines Wasser, das auf den Blättern ruht.“ (Siehe Brief an Sir W. Thiselton-Dyer, „Life and Letters“, III., Seite 341. Ein Aufsatz zum selben Thema von Francis Darwin wurde im „Journ. Linn. Soc.“ XXII. veröffentlicht.)) Wenn Sie eine entschiedene Meinung darüber haben, ob Pflanzen mit auffällig bläulich bereiften Blättern in heißen Ländern häufiger vorkommen als in gemäßigten oder kalten, in trockenen als in feuchten Ländern, wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie zu Ihren vielen Freundlichkeiten noch diese hinzufügen und mich informieren würden. Bitte grüßen Sie Ihren Sohn freundlich von mir und sagen Sie ihm, dass mein Sohn im großen Maßstab die Auswirkungen der Fütterung von Drosera mit Fleisch erprobt hat, und die Ergebnisse sind höchst auffällig und weitaus günstiger, als ich erwartet hatte.
BRIEF 281. AN G.J. ROMANES.
(281/1. Veröffentlicht in den „Life and Letters“ von Romanes, Seite 66.)
Down, Samstagabend [1877].
Ich habe gerade Ihren Vortrag beendet (281/2. „The Scientific Evidence of Organic Evolution: a Discourse“ (gehalten vor der Philosophical Society of Ross-shire), Inverness, 1877. Er wurde in der „Fortnightly Review“ nachgedruckt und später unter dem oben genannten Titel zu einem Buch ausgearbeitet.); es ist ein bewundernswertes wissenschaftliches Argument und äußerst kraftvoll. Ich wünschte, es könnte im ganzen Land verbreitet werden. Ihr Mut ist bewundernswert, und ich wundere mich, dass Sie nicht auf der Stelle gesteinigt wurden – und das in Schottland! Bitte sagen Sie mir, wie er im Vortragssaal aufgenommen wurde. Dass der Mensch wie ein Affe gemacht sei (Seite 37 (281/3. „Und wenn Sie die natürliche Erklärung der erblichen Abstammung ablehnen, können Sie nur annehmen, dass die Gottheit bei der Erschaffung des Menschen die skrupulöseste Mühe darauf verwandte, ihn nach dem Ebenbild des Affen zu machen“ („Discourse“, Seite 37).)) ist für mich ganz neu, und das Argument an einer früheren Stelle (Seite 8 (281/4. Auf Seite 8 des „Discourse“ bezog sich der Redner auf das Gesetz, „das Sir William Hamilton das Gesetz der Sparsamkeit nannte – oder das Gesetz, das uns verbietet, das Wirken höherer Ursachen anzunehmen, wenn niedere ausreichen, um die gewünschten Wirkungen zu erklären“, als das „einzige logische Hindernis zwischen Wissenschaft und Aberglauben“.)) über das Gesetz der Sparsamkeit ist bewundernswert dargelegt. Ja, Seite 21 (281/5. „Discourse“, Seite 21. Wenn wir die Lehren von individuellen Schöpfungen und idealen Typen akzeptieren, müssen wir glauben, dass die Gottheit „ohne jedes andere erkennbare Motiv handelte, als uns durch jede der beobachtbaren Tatsachen nahezulegen, dass die idealen Typen nichts anderes als die Bande einer linearen Abstammung sind.“) ist mir neu. Alles erscheint mir sehr klar, und in Anbetracht des geringen Raums haben Sie Ihre Argumentationslinien ausgezeichnet gewählt.
Die wenigen letzten Seiten sind meiner Meinung nach schrecklich kraftvoll.
Sonntagmorgen. – Das Obige wurde gestern Abend im Enthusiasmus des Augenblicks geschrieben, und jetzt – an diesem dunklen, trüben Sonntagmorgen – stimme ich dem, was ich sagte, voll und ganz zu.
Es tut mir sehr leid, von den Misserfolgen bei den Pfropfexperimenten zu hören, und das nicht durch Ihr eigenes Verschulden oder Unglück. Trollope gibt in einem seiner Romane eine Maxime an, die ein Ziegelbrenner ständig verwendet: „It is dogged as does it“ (281/6. „Ich sag Euch was, Meister Crawley; – und Euer Hochwürden darf nicht denken, dass ich predigen will; es gibt nichts, was ein Mensch nicht ertragen kann, wenn er nur hartnäckig bleibt. Geht heim, Meister Crawley, und denkt daran, und vielleicht wird es Euch noch nützen. Es ist die Hartnäckigkeit, die es tut. Nicht das Nachdenken darüber.“ (Giles Hoggett, der alte Ziegelbrenner, in „The Last Chronicle of Barset“, Band II., 1867, Seite 188.)) – und ich habe oft und oft gedacht, dass dies das Motto für jeden wissenschaftlichen Arbeiter ist. Ich bin sicher, es ist Ihres – wenn Sie die Pangenesis nicht mit bösen Verwünschungen aufgeben.
Übrigens hat G. Jager in „Kosmos“ eine chemische Art von Pangenesis veröffentlicht, die sich hauptsächlich auf die Vererbung bezieht. (281/7. Mehrere Aufsätze von Jager über „Vererbung“ wurden im ersten Band von „Kosmos“, 1877, veröffentlicht.)
Ich kann nicht begreifen, warum ich Ihnen meinen Garten nicht für Ihre Experimente angeboten habe. Ich würde mich um die Pflanzen, soweit es nur die Pflege betrifft, mit Vergnügen kümmern; aber Down ist ein umständlicher Ort, um ihn zu erreichen.
Wäre es die Mühe wert, zu versuchen, ob die „Fortnightly“ es [d. h. den Vortrag] wieder veröffentlichen würde?
BRIEF 282. AN T.H. HUXLEY.
(282/1. Im Jahr 1877 wurde Herrn Darwin von der Universität Cambridge der Ehrendoktortitel (LL.D.) verliehen. Bei dem zu diesem Anlass von der Philosophical Society gegebenen Abendessen antwortete Herr Huxley auf den Toast des Abends mit der Rede, von der eine autorisierte Fassung von Herrn L. Huxley in den „Life and Letters“ seines Vaters (Band I., Seite 479) gegeben wird. Herr Huxley sagte: „Aber ob diese Lehre [der Evolution] wahr oder falsch sei, ich möchte die überlegte Meinung äußern, dass es von Aristoteles’ großem Überblick über das biologische Wissen seiner Zeit bis zum heutigen Tag nichts Vergleichbares zu den „Origin of Species“ gibt, als zusammenhängende Übersicht der Lebensphänomene, durchdrungen und belebt von einer zentralen Idee.“
Im ersten Teil der Rede gab es einen brillanten Satz, den er als einen Peitschenhieb „mit Bändern verschnürt“ beschrieb, und dies war vielleicht ein wenig hart gegen die Anhänger der Evolution in der Universität. Herr Huxley sagte: „Anstatt ihr Ehrungen anzubieten, als sie Gefahr liefen, unter den angehäuften Anerkennungszeichen der ganzen zivilisierten Welt zerdrückt zu werden, hat die Universität gewartet, bis die Trophäe fertig war, und hat das Bauwerk mit dem zarten Kranz akademischer Anerkennung gekrönt.“)
Down, Montagabend, 19. November [1877].
Ich kann nicht ruhig ruhen, ohne Ihnen gravitätischer, als ich es tat, als wir uns für fünf Minuten in der Nähe des Museums trafen, mitzuteilen, wie tief ich die vielen großzügigen Dinge (soweit Frank sich an sie erinnern konnte) empfunden habe, die Sie beim Abendessen über mich gesagt haben. Frank kam am nächsten Morgen früh nach Hause, überlaufend vor Begeisterung über Ihre Rede. Sie waren mir wahrlich immer ein sehr großzügiger Freund, aber ich weiß leider nur zu gut, wie sehr Sie mich überschätzen. Verzeihen Sie mir, dass ich Sie mit diesen wenigen Zeilen behellige.
(282/2. Der folgende Auszug aus einem Brief (10. Februar 1878) an seinen alten Schulkameraden, Herrn J. Price, enthält eine charakteristische Bemerkung über den Ehrendoktortitel.)
„Ich bin sehr dankbar für Ihre freundlichen Glückwünsche zum LL.D. Warum der Senat ihn mir verliehen hat, weiß ich nicht im Geringsten. Ich war erstaunt zu hören, dass der Regius Professor für Theologie und mehrere andere große Gelehrte anwesend waren, und mehrere solcher Männer haben, wie ich informiert wurde, für das Bild für die Universität gezeichnet, um die mir verliehene Ehre zu würdigen.“
BRIEF 283. AN W. BOWMAN.
(283/1. Wir haben nicht herausgefunden, auf welchen Preis sich der folgende Brief an den verstorbenen Sir W. Bowman (den bekannten Chirurgen) bezieht.)
Down, 22. Februar 1878.
Ich habe Ihren Brief heute Morgen erhalten, und es war vollkommen unmöglich, dass Sie eine Antwort bis 16 Uhr heute erhalten konnten. Aber das bedeutet überhaupt nichts, denn Ihr Vorschlag scheint mir sehr gut zu sein, und ich stimme Ihnen voll und ganz zu, dass es weitaus besser ist, eine spezielle Frage vorzuschlagen, anstatt eine allgemeine Diskussion aus Büchern zusammenzustellen. Die Regel, dass der Aufsatz „die Weisheit und Güte des Allmächtigen veranschaulichen“ müsse, würde die vorzuschlagenden Themen einschränken. In Bezug auf das Pflanzenreich könnte ich zwei oder drei Themen vorschlagen, über die, wie mir scheint, Informationen sehr benötigt werden; aber diese Themen würden eine lange Versuchsreihe erfordern, und leider gibt es in diesem Land kaum jemanden, der dazu neigt, sich Experimenten zu widmen.
BRIEF 284. AN J. TORBITT.
(284/1. Herr Torbitt war damit beschäftigt, durch methodische Selektion und Kreuzung eine pilzresistente Kartoffelsorte zu züchten. Der Plan ist in den „Life and Letters“, III., Seite 348, ausführlich beschrieben. Der folgende Brief wird als zusätzliche Veranschaulichung des großen Interesses gegeben, das Herr Darwin an dem Projekt nahm.)
Down, Montag, 4. März 1878.
Ich habe nichts Gutes zu berichten. Herr Caird besuchte mich gestern; sowohl er als auch Herr Farrer (284/2. Der verstorbene Lord Farrer.) waren äußerst energisch und zuvorkommend. Es hat keinen Sinn, über die Landwirtschaftliche Gesellschaft nachzudenken. Herr Caird hat verschiedene Personen zu dem Thema gesehen, insbesondere Herrn Carruthers, den Botaniker der Gesellschaft. Er (Herr Carruthers) hält den Versuch für aussichtslos, bringt aber in einem langen Memorandum, das an Herrn Caird gesandt wurde, Gründe vor, von denen ich überzeugt bin, dass sie nicht stichhaltig sind. Er führt jedoch zwei Punkte an, die Ihre Überlegung wert sind – nämlich, dass eine Sorte drei Jahre lang getestet werden sollte, bevor ihrer Beständigkeit getraut werden kann; und vor allem sollte sie in einem feuchten Klima angebaut werden. Herrn Carruthers’ Meinung in diesem Punkt ist wertvoll, da er von der Gesellschaft damit beauftragt wurde, die Sorten zu beurteilen, die für den Preis eingereicht wurden, der vor ein oder zwei Jahren angeboten wurde. Wenn ich die Kraft hätte, eine Eingabe an die Regierung zu verfassen, glaube ich, dass ich Erfolg hätte; denn Sir J. Hooker schreibt, dass er glaubt, Sie seien auf dem richtigen Weg; aber ich weiß nicht, an wen ich mich sonst wenden sollte, dessen Urteil bei der Regierung Gewicht hätte, und ich habe wirklich nicht die Kraft, die Angelegenheit zu erörtern und Personen zu überzeugen.
Auf Wunsch von Herrn Farrer, als wir hofften, die Landwirtschaftliche Gesellschaft könnte es übernehmen, schrieb ich ihm einen langen Brief, in dem ich ihm meine Meinung zu dem Thema mitteilte; und diesen Brief nahm Herr Caird gestern mit und wird mit Herrn Farrer erwägen, ob ein Antrag an die Regierung gestellt werden kann.
Ich bin jedoch alles andere als zuversichtlich. Ich werde Herrn Farrer heute Abend sehen und tun, was ich kann. Wenn ich meinen Brief zurückerhalte, werde ich ihn Ihnen zur Durchsicht senden.
Nach reiflicher Überlegung scheint mir Ihr bester Plan zu sein, falls wir keine staatliche Hilfe bekommen, im laufenden Jahr in reduziertem Maßstab mit der Zucht neuer gekreuzter Sorten fortzufahren und im nächsten Jahr, wenn Sie können, die Widerstandsfähigkeit nur der vielversprechendsten Art zu testen. Wenn es möglich wäre, wäre es für Sie sehr ratsam, einige auf der nassen Westseite Irlands anbauen zu lassen. Wenn es Ihnen gelingt, eine pilzresistente Sorte zu erhalten, können Sie sich darauf verlassen, dass ihre Vorzüge bald lokal bekannt würden und sie sich danach schnell weit verbreiten würde. Herr Caird gab mir ein auffälliges Beispiel für einen solchen Fall in Schottland. Ich kehre morgen früh nach Hause zurück.
Ich habe das Vergnügen, einen Scheck über 100 Pfund beizulegen. Wenn Sie einen staatlichen Zuschuss erhalten, sollte ich zurückgezahlt werden.
P.S. Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, würde ich keine Arbeit oder kein Geld darauf verwenden, das bereits Getane zu veröffentlichen oder Samen oder Knollen an irgendjemanden zu senden. Ich würde ruhig weiterarbeiten, bis sichere Ergebnisse erzielt wären. Und diese wären so wertvoll, dass Ihre Arbeit in diesem Fall bald bekannt würde. Ich würde auch versuchen, ein so strenges Urteil wie möglich über den Zustand der Knollen und Pflanzen zu fällen.
BRIEF 285. AN E. VON MOJSISOVICS. Down, 1. Juni 1878.
Ich habe endlich Zeit gefunden, das erste Kapitel Ihrer „Dolomitriffe“ (285/1. „Dolomitriffe Südtirols und Venetiens.“ Wien, 1878.) zu lesen, und war außerordentlich daran interessiert. Was für eine wunderbare Veränderung in der Zukunft der geologischen Chronologie deuten Sie an, indem Sie die Abstammungstheorie als etabliert annehmen und dann die abgestuften Veränderungen derselben Organismengruppe als wahren Maßstab nehmen! Ich hatte nie gehofft, zu erleben, dass ein solcher Schritt von irgendjemandem auch nur vorgeschlagen wird. (285/2. Veröffentlicht in „Life and Letters“, III., Seiten 234, 235.)
Nichtsdestotrotz sah ich dunkel, dass jede Schicht in einer Formation nur die für eine bestimmte Tiefe und für andere dort herrschende Bedingungen angemessenen Organismen enthalten konnte und dass alle Zwischenformen zwischen einer marinen Art und einer anderen selten am selben Ort und in derselben Schicht erhalten bleiben konnten. Oppel, Neumayr und Sie selbst werden der edlen Wissenschaft der Geologie einen bleibenden und bewundernswerten Dienst erweisen, wenn Sie Ihre Ansichten so verbreiten können, dass sie allgemein bekannt und akzeptiert werden.
In Bezug auf die kontinentalen und ozeanischen Perioden, die der gesamten nördlichen Hemisphäre gemeinsam sind, auf die Sie sich beziehen, habe ich manchmal spekuliert, dass die gegenwärtige Verteilung von Land und Meer über die Welt früher sehr anders gewesen sein könnte, als sie es jetzt ist; und dass neue Gattungen und Familien an den Küsten isolierter Gebiete im Süden entwickelt worden sein und sich danach nach Norden ausgebreitet haben könnten.
BRIEF 286. AN J.W. JUDD. Down, 27. Juni 1878.
Es freut mich von Herzen, von Ihrer beabsichtigten Heirat zu hören. Eine gute Ehefrau ist der höchste Segen in diesem Leben, und ich hoffe und glaube nach dem, was Sie sagen, dass Sie in dieser Hinsicht so glücklich sein werden, wie ich es war. Möge Ihre zukünftige geologische Arbeit so wertvoll sein wie die, die Sie bereits geleistet haben; und mehr als das braucht man sich für keinen Menschen zu wünschen. Der praktische Unterricht in Geologie scheint eine ausgezeichnete Idee zu sein.
Vielen Dank für Neumayr, (286/1. Wahrscheinlich ein Aufsatz über „Die Congerien- und Paludinenschichten Slavoniens und deren Fauna. Ein Beitrag zur Descendenz-Theorie“, „Wien. Geol. Abhandl.“ VII. (Heft 3), 1874-82.), aber ich habe bereits ein Exemplar desselben oder zumindest eines sehr ähnlichen Aufsatzes erhalten und gelesen, und er erschien mir bewundernswert gut.
Dieser Aufsatz und einer von Mojsisovics (286/2. Siehe Anmerkung zu Brief 285.), den ich kürzlich gelesen habe, zeigen, was die Paläontologie in der Zukunft für die Klassifizierung und Abfolge der Formationen tun wird. Es hat mich sehr gefreut, eine so umgekehrte Vorgehensweise zu sehen – nämlich die Abstammung der Arten als sicher vorauszusetzen und dann die Veränderungen nahe verwandter Formen als Maßstab für die geologische Zeit zu nehmen. Meine Gesundheit ist besser als vor einigen Jahren, aber ich vergehe keinen Tag ohne viel Unbehagen und das Gefühl extremer Müdigkeit.
(286/3. Wir verdanken Professor Judd die folgenden interessanten Erinnerungen an Herrn Darwin, die etwa 1883 geschrieben wurden: –
„Bei dieser letzten Gelegenheit, als ich ihm zu seinem scheinbar besseren Gesundheitszustand gratulierte, erzählte er mir von der Sorge, die er wegen seines Herzenszustandes hatte. Tatsächlich kann ich nicht umhin zu fühlen, dass er eine Art Vorahnung hatte, dass sein Ende nahte. Als ich ihn verließ, bestand er darauf, mich zur Tür zu begleiten, und es lag etwas in seinem Ton und seiner Art, das mir die traurige Nachricht zu übermitteln schien, dass es nicht nur ein vorübergehender Abschied war, obwohl er selbst vollkommen fröhlich und glücklich war.
„Es ist mir unmöglich, den Eindruck, den meine verschiedenen Gespräche mit Herrn Darwin bei mir hinterließen, angemessen auszudrücken. Seine extreme Bescheidenheit führte ihn dazu, die niedrigste Einschätzung seiner eigenen Arbeiten zu bilden und eine entsprechend extravagante Vorstellung vom Wert der Arbeit anderer. Seine Ehrerbietung gegenüber den Argumenten und Vorschlägen von Männern, die weit jünger waren als er, und seine ungekünstelte Anteilnahme an ihren Bestrebungen war höchst bemerkenswert und charakteristisch; in der Tat pflegte er, der große Meister der Wissenschaft, zu sprechen, und ich bin sicher, er fühlte es so, als würde er in all seinen Gesprächen an eine höhere Autorität um Informationen appellieren. Erst wenn eine Frage vollständig mit ihm erörtert wurde, wurde man sich der Fülle an Informationen bewusst, die er zu ihrer Klärung beitragen konnte, und der Breite des Denkens, mit der er sie erfasst hatte. Über sein sanftes, liebevolles Wesen, von dem ich so viele Beweise hatte, muss ich nicht schreiben; niemand konnte auch nur für ein paar Minuten bei ihm sein, ohne von seiner dankbaren Liebenswürdigkeit und Güte tief beeindruckt zu sein.“)
BRIEF 287. AN GRAF SAPORTA. Down, 15. August 1878.
Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihren freundlichen und interessanten Brief. Es wäre unaufrichtig von mir, vorzugeben, dass mir meine Wahl in das Institut sehr viel bedeutet, aber die Anteilnahme einiger weniger Freunde hat mich zutiefst erfreut.
Ich bin außerordentlich froh zu hören, dass Sie ein Werk über die älteren fossilen Pflanzen veröffentlichen wollen; und ich danke Ihnen im Voraus für den Band, von dem Sie freundlicherweise sagen, dass Sie ihn mir schicken werden. Ich hoffe instandhaft, dass Sie, zumindest beiläufig, die Ergebnisse mitteilen werden, zu denen Sie hinsichtlich der jüngeren tertiären Pflanzen gelangt sind; denn die enge Abstufung solcher Formen scheint mir eine Tatsache von größter Bedeutung für das Prinzip der Evolution zu sein. Ihre Fälle sind ähnlich denen der Abstufung in der Gattung Equus, die kürzlich von Marsh in Nordamerika entdeckt wurde.
BRIEF 288. AN DEN HERZOG VON ARGYLL.
(288/1. Der folgende Brief wurde am 5. März 1891 in "Nature", Band XLIII., Seite 415, veröffentlicht, zusammen mit einer Anmerkung des verstorbenen Herzogs von Argyll, in der er erklärte, dass der Brief von Herrn Darwin als Antwort auf die Frage geschrieben worden sei, "warum er die Einheit der Menschheit als von einem einzigen Paar abstammend annahm". Der Herzog fügte hinzu, dass Herr Darwin in seiner Antwort "diese Auslegung seiner Theorie nicht zurückweist, sondern einfach dazu übergeht, die Lehre zu erklären und zu verteidigen". Bei einer früheren Gelegenheit hatte der Herzog von Argyll "auf den Umstand angespielt, dass Charles Darwin annahm, die Menschheit sei an einem Ort und somit aus einem einzigen Paar entstanden". Der Brief von Darwin wurde als Antwort auf einige wissenschaftliche Freunde veröffentlicht, die die Tatsache bezweifelten und nach dem Beleg fragten, auf dem die Aussage beruhte.)
Down, 23. September 1878.
Das Problem, das Sie so klar darlegen, ist ein sehr interessantes, über das ich oft nachgedacht habe. Soweit ich beurteilen kann, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass dieselbe gut charakterisierte Art in zwei verschiedenen Ländern oder zu zwei verschiedenen Zeiten entsteht. Es ist sicher, dass dieselbe Variation an zwei verschiedenen Orten auftreten kann, wie beim Albinismus oder bei der Nektarine an Pfirsichbäumen. Aber die Beweise scheinen mir erdrückend, dass eine klar abgegrenzte Art nicht das Produkt einer einzigen oder weniger Variationen ist, sondern einer langen Reihe von Modifikationen, wobei jede Modifikation hauptsächlich aus der Anpassung an unendlich komplexe Bedingungen (einschließlich der Bewohner desselben Landes) resultiert, mit mehr oder weniger Vererbung aller vorangegangenen Modifikationen. Da die Variabilität zudem eher von der Natur des Organismus als von der der Umwelt abhängt, werden die Variationen dazu neigen, sich in jedem aufeinanderfolgenden Stadium der Abstammung zu unterscheiden. Nun scheint es mir höchst unwahrscheinlich, dass eine Art jemals an zwei Orten während einer langen Reihe von Modifikationen unendlich komplexen Beziehungen genau derselben Art ausgesetzt gewesen sein sollte. Ein Beispiel wird vielleicht das Gesagte verdeutlichen, obwohl es nur auf die weniger wichtigen Faktoren der Vererbung und Variabilität und nicht auf die Anpassung zutrifft – nämlich die Unwahrscheinlichkeit, dass zwei Menschen in zwei Ländern mit identischem Körper und Geist geboren werden. Wenn man jedoch annimmt, dass eine Art in jedem aufeinanderfolgenden Stadium ihrer Modifikation in zwei verschiedenen Ländern oder zu verschiedenen Zeiten von genau derselben Ansammlung von Pflanzen und Tieren sowie von denselben physikalischen Bedingungen umgeben war, dann sehe ich theoretisch keine Schwierigkeit darin, dass eine solche Art die neue Form in beiden Ländern hervorbringt. Wenn Sie in die sechste Auflage meines "Origin", Seite 100, schauen, werden Sie eine etwas analoge Erörterung finden, die vielleicht verständlicher ist als dieser Brief.
BRIEF 289. W.T. THISELTON-DYER AN DEN HERAUSGEBER VON "NATURE".
(289/1. Der folgende Brief ("Nature", Band XLIII., Seite 535) kritisiert die Auslegung, die der Herzog dem Brief von Herrn Darwin gab.)
Royal Gardens, Kew, 27. März [1891].
In "Nature" vom 5. März (Seite 415) hat der Herzog von Argyll einen sehr interessanten Brief von Herrn Darwin abgedruckt, aus dem er den Schluss zog, dass der Verfasser "annahm, die Menschheit sei... aus einem einzigen Paar entstanden". Ich persönlich glaube nicht, dass der Brief diese Auslegung zulässt. Aber der Punkt ist in seiner allgemeinsten Form sehr wichtig und bereitet den Studenten der Schriften von Herrn Darwin oft einige Schwierigkeiten.
Ganz kürzlich habe ich zufällig unter den Papieren des verstorbenen Herrn Bentham in Kew einen Brief mit freundschaftlicher Kritik von Herrn Darwin zu der präsidialen Ansprache gefunden, die Herr Bentham am 24. Mai 1869 vor der Linnean Society hielt. Dieser Brief, so glaube ich, wurde übersehen und bisher nicht veröffentlicht. Darin äußert sich Herr Darwin in Bezug auf den mehrfachen Ursprung der Rassen und einige andere Punkte in sehr expliziter Sprache. Prof. Meldola, dem ich im Gespräch von der Existenz des Briefes erzählte, drängte mich nachdrücklich, ihn zu drucken. Dies tue ich daher nun, unter Hinzufügung einiger erläuternder Anmerkungen.
BRIEF 290. AN G. BENTHAM. Down, 25. November 1869.
(290/1. Die Anmerkungen zu diesem Brief stammen von Sir W. Thiselton-Dyer und erschienen in "Nature", a.a.O.)
Ich war sehr an Ihrer Ansprache interessiert, die ich nun dreimal gelesen habe und von der ich glaube, dass sie einen großen Einfluss auf alle haben wird, die sie lesen. Aber Sie irren sich, wenn Sie glauben, ich hätte jemals gesagt, Sie hätten in irgendeinem Punkt unrecht. Alles, was ich meinte, war, dass ich dazu neige, in bestimmten Punkten, und zwar sehr zweifelhaften Punkten, anderer Meinung zu sein als Sie. Und nun, da ich den Punkt, in dem ich vor zwei oder drei Monaten am meisten dazu neigte, anderer Meinung zu sein – nämlich zur Isolation –, weiter überdacht habe, stelle ich fest, dass ich kaum anderer Meinung bin. Was ich zu sagen habe, ist eigentlich nicht der Rede wert, aber da ich es sehr bedauern würde, nicht zu tun, worum Sie mich gebeten haben, werde ich die leicht abweichenden Gedanken, die mir gekommen sind, niederschreiben. Es wäre eine endlose Aufgabe, die Punkte aufzuzählen, in denen Sie mein Interesse geweckt haben; aber ich darf nur die Beziehung der Flora des äußersten Westens Europas (einige sehr vage Gedanken dazu im Zusammenhang mit der Eiszeit sind mir durch den Kopf gegangen) zu Südafrika erwähnen sowie Ihre Bemerkungen über den Kontrast zwischen passiver und aktiver Verbreitung.
Seite lxx. – Ich denke, die Möglichkeit einer aufsteigenden Insel, die noch nicht vollständig mit Pflanzen besiedelt ist, sollte man bei der Erörterung der Kolonisation immer im Hinterkopf behalten.
Seite lxxiv. – Ich bin auf nichts gestoßen, was mich im Geringsten daran zweifeln ließe, dass große Gattungen im Verhältnis zu ihrer Größe eine größere Anzahl von Varietäten aufweisen als kleine Gattungen. (290/2. Bentham dachte: "Der Grad der Variabilität... ist wie andere konstitutionelle Charaktere in erster Linie ein individueller, der... mehr oder weniger erblich und daher spezifisch werden kann; und von da an, wenn auch in sehr geringem Maße, generisch." Er scheint gegen die Schlussfolgerung argumentieren zu wollen, die Sir Joseph Hooker aus Herrn Darwins Ausführungen zitiert hatte, dass "Arten großer Gattungen variabler sind als die kleiner". [Über das Variieren großer Gattungen, siehe Brief 53.]) Hooker war von meinen Daten überzeugt, die nie vollständig veröffentlicht, sondern nur im "Origin" zusammengefasst wurden.
Seite lxxviii. – Ich bestreite, dass eine neue Rasse oder Art notwendigerweise, oder auch nur im Allgemeinen, von einem einzelnen Elternteil oder einem einzigen Paar abstammt. Die gesamte Gesamtheit der Individuen, so glaube ich, verändert sich gemeinsam – wie unsere Rennpferde und wie alle domestizierten Rassen, die durch "unbewusste Selektion" des Menschen verändert werden. (290/3. Bentham hatte gesagt: "Wir müssen auch zugeben, dass jede Rasse wahrscheinlich der Nachkomme eines Elternteils oder eines Paares von Elternteilen war und somit an einem Ort entstanden ist." Der Herzog von Argyll kehrt den Satz um.)
Wenn man so große Zeiträume betrachtet, wie sie notwendig sind, um eine spezifische Form zu verändern, bezweifle ich stark, dass mehr oder weniger schnelle Vermehrungskräfte mehr als das unbedeutendste Gewicht haben. Diese Kräfte, so denke ich, stehen mit größerer oder geringerer Zerstörung im frühen Leben in Zusammenhang.
Seite lxxix. – Ich glaube immer noch, dass Sie die Bedeutung der Isolation eher unterschätzen. Ich bin aus verschiedenen Gründen dazu gekommen, sie für sehr wichtig zu halten; die anomalen und quasi ausgestorbenen Formen auf Inseln usw. usw. usw.
Kann man in Bezug auf Gebiete mit zahlreichen "individuell dauerhaften" Formen sagen, dass sie im Allgemeinen eine "aufgebrochene" Oberfläche mit "unpassierbaren Barrieren" aufweisen? Dies ist zweifellos in bestimmten Fällen wahr, wie auf Teneriffa. Aber gilt dies für Südwest-Australien oder das Kap? Ich bezweifle es sehr. Ich war es gewohnt, die Ursache für so viele Formen teilweise in einem ariden oder trockenen Klima zu sehen (wie De Candolle betont), das indirekt zu diversifizierten (?) Bedingungen führt; und zweitens in der Isolation vom Rest der Welt über einen sehr langen Zeitraum, so dass andere, dominantere Formen nicht eindringen konnten und reichlich Zeit für viel Spezifizierung und Anpassung der Charaktere vorhanden war.
Seite lxxx. – Ich nehme an, Sie denken, dass die Restiaceae, Proteaceae (290/4. Es ist zweifelhaft, ob Bentham dies dachte. In seiner Ansprache von 1870 sagt er: "Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass alle mutmaßlichen Beweise gegen europäische Proteaceae sprechen und dass alle direkten Beweise zu ihren Gunsten bei einer genauen Prüfung zusammengebrochen sind.") usw. usw. einst über die Welt verbreitet waren und Fragmente im Süden hinterließen.
Sie sprechen an mehreren Stellen von der Verbreitung von Pflanzen, als ob sie ausschließlich von Boden und Klima bestimmt würde. Ich weiß, dass Sie das nicht so meinen, aber ich bedauere es, wenn eine Gelegenheit ausgelassen wird, darauf hinzuweisen, dass der Kampf mit anderen Pflanzen (und feindlichen Tieren) weit wichtiger ist.
Ich habe Ihnen gesagt, dass ich nichts Nennenswertes zu sagen habe, aber ich habe Ihnen meine GEDANKEN mitgeteilt.
Wie abscheulich sind die römischen Ziffern! Warum sollten die Ansprachen des Präsidenten, die oft – und in diesem Fall bin ich sicher – mehr wert sind als der gesamte Rest der Ausgabe, nicht mit christlichen Ziffern paginiert werden?
BRIEF 291. AN R. MELDOLA.
(291/1. "Dieser Brief war eine Antwort auf den Vorschlag, dass Herr Darwin in seinem Vorwort durch Verweise auf 'Die Entstehung der Arten' und seine anderen Schriften aufzeigen sollte, wie weit er den Pfad, den Weismann einschlug, bereits nachgezeichnet hatte. Der Vorschlag wurde gemacht, weil in sehr vielen kontinentalen Schriften zur Deszendenztheorie viele der Punkte, die von Darwin klar vorweggenommen und in einigen Fällen sogar explizit dargelegt worden waren, wiederentdeckt und veröffentlicht wurden, als wären sie originär. In den Anmerkungen zu meiner Ausgabe von Weismann habe ich versucht, Darwin volle Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. – R.M." Siehe Brief 310.)
4, Bryanston Street, 26. November 1878.
Es tut mir sehr leid zu sagen, dass ich Ihrem Vorschlag nicht zustimmen kann. Ein Autor ist niemals ein geeigneter Richter über seine eigene Arbeit, und ich würde es äußerst ablehnen, darauf hinzuweisen, wann und wie Weismanns Schlussfolgerungen und Arbeit mit meinen eigenen übereinstimmten. Ich bin mir sicher, dass ich dies nicht tun sollte, und es wäre für mich eine unerträgliche Aufgabe. Auch scheint mir dies nicht die eigentliche Aufgabe des Vorworts zu sein, die darin besteht, zu zeigen, was das Buch enthält und dass mir der Inhalt wertvoll erscheint. Aber ich sehe keinen Einwand für Sie, wenn Sie es für angebracht halten, eine Einleitung mit Anmerkungen oder Kritiken jeglicher Art zu schreiben. Natürlich würde ich Sie gerne in jedem Punkt beraten, soweit es in meiner Macht stünde, aber als Ganzes könnte ich damit nichts zu tun haben, aus den oben genannten Gründen, dass ein Autor nicht versuchen kann und sollte, seine eigenen Werke zu beurteilen oder sie mit anderen zu vergleichen. Es tut mir leid, etwas abzulehnen, das Sie sich wünschen.
BRIEF 292. AN T.H. HUXLEY. Down, 18. Januar 1879.
Ich habe gerade Ihr Geschenk, das Leben von Hume (292/1. "Hume" in Herrn Morleys Reihe "English Men of Letters". Über den biografischen Teil dieses Buches schrieb Herr Huxley in einem Brief an Herrn Skelton, Januar 1879 ("Life of T.H. Huxley", II., Seite 7): "Es ist die größte Annäherung an ein Werk der Fiktion, dessen ich mich bisher schuldig gemacht habe."), beendet und muss Ihnen für das große Vergnügen danken, das es mir bereitet hat. Ihre Ausführungen sind, wie mir scheint, von einer geradezu wunderbaren Klarheit, und viele der eingestreuten kleinen Geistesblitze sind herrlich. Besonders genoss ich das treffende Urteil in etwa fünf Worten über Comte. (292/2. Möglicherweise ist die Passage auf Seite 52 gemeint.) Trotz der Klarheit jedes Satzes sind die Themen teilweise so schwierig, dass ich sie für harte Lektüre hielt. Ich fürchte daher, dass es für die breite Öffentlichkeit zu schwer sein wird; aber ich hoffe von Herzen, dass sich dies als Irrtum erweist, und in diesem Fall wird die Intelligenz der Öffentlichkeit in meinen Augen sehr steigen. Das Schreiben dieses Buches muss entsetzlich harte Arbeit gewesen sein, sollte ich meinen.
BRIEF 293. AN F. MÜLLER. Down, 4. März [1879].
Ich danke Ihnen herzlich für Ihren Brief. Ihre Fakten und Ihre Diskussion über den Verlust der Härchen an den Beinen der Köcherfliegen erscheinen mir als das Wichtigste und Interessanteste, was ich seit sehr langer Zeit gelesen habe. Ich hoffe, Sie missbilligen es nicht, aber ich habe Ihren Brief an "Nature" geschickt (293/1. Fritz Müller, "Über einen Frosch, der Eier auf dem Rücken hat – Über die Rückbildung der Härchen an den Beinen bestimmter Köcherfliegen, etc.": Müllers Brief und einer von Charles Darwin wurden in "Nature", Band XIX., Seite 462, 1879, veröffentlicht.), mit ein paar einleitenden Bemerkungen, die den allgemeinen Leser auf die Bedeutung Ihrer Ansicht hinweisen und feststellen, dass ich mich seit vielen Jahren über genau diesen Punkt gewundert habe. Wenn Ihre Ansicht, wie ich zu glauben neige, weit verbreitet werden kann, wird dies ein großer Gewinn für die Lehre von der Evolution sein. Ich sehe an Ihren verschiedenen Arbeiten, dass Sie energisch weiterarbeiten, und wo immer Sie hinschauen, scheinen Sie etwas völlig Neues und äußerst Interessantes zu entdecken. Ihr Bruder leistet ebenfalls weiterhin großartige Arbeit bei der Befruchtung von Blumen und verwandten Themen.
Ich habe Ihnen wenig oder nichts über mich selbst zu sagen. Ich krieche langsam mit meinem derzeitigen Thema voran – den vielfältigen und komplizierten Bewegungen von Pflanzen. Ich habe mich in letzter Zeit nicht sehr wohl gefühlt und bin heute müde, werde also nicht mehr schreiben. Mit herzlichstem Mitgefühl für all Ihre Arbeit, etc.
BRIEF 294. AN T.H. HUXLEY. Down, 19. April 1879.
Vielen Dank für das Buch. (294/1. Ernst Haeckels "Freie Wissenschaft und freie Lehre", mit einer einleitenden Notiz von T.H. Huxley, 1879. Professor Haeckel hat kürzlich (ohne Erlaubnis) einen Brief veröffentlicht, in dem Herr Darwin sich kritisch über Virchow äußert. Es ist schwer zu sagen, was Herrn Darwin mehr geschmerzt hätte – die Beleidigung eines Kollegen oder der Vertrauensbruch eines Freundes.) Ich habe nur das Vorwort gelesen... Es ist ausgezeichnet, und ich habe den gewaltigen Schlag auf die Finger genossen, den Sie Virchow zum Schluss versetzt haben. Was muss es für ein Vergnügen sein, so schreiben zu können, wie Sie es tun!
BRIEF 295. AN E.S. MORSE. Down, 21. Oktober 1879.
Obwohl Sie so freundlich sind, mir zu sagen, ich solle nicht schreiben, muss ich Ihnen einfach für die Korrekturabzüge Ihres Artikels danken, der mich sehr interessiert hat. (295/1. Siehe "The Shell Mounds of Omori" in den "Memoirs of the Science Department of the Univ. of Tokio", Band I., Teil I., 1879. Die Rippen bei Arca werden auf Seite 25 erwähnt. In "Nature", 15. April 1880, veröffentlichte Herr Darwin einen Brief von Herrn Morse bezüglich der Besprechung des oben genannten Artikels, die in "Nature", XXI., Seite 350, erschien. Herr Darwin leitet Herrn Morses Brief mit einigen einleitenden Bemerkungen ein. Der Briefwechsel wurde im "American Naturalist", September 1880, nachgedruckt.) Die Zunahme der Anzahl der Rippen bei den drei Arca-Arten scheint eine sehr bemerkenswerte Tatsache zu sein, ebenso wie die Zunahme der Größe bei so vielen, wenn auch nicht bei allen Arten. In welch ständigem Zustand der Fluktuation sich die gesamte organische Welt zu befinden scheint! Es ist interessant zu hören, dass überall die erste Veränderung offenbar in den proportionalen Zahlen der Arten liegt. Ich war sehr beeindruckt von der Tatsache bei den gehobenen Muscheln von Coquimbo in Chile, wie in meinen "Geological Observations on South America" erwähnt.
Von allen Wundern der Welt scheint mir der Fortschritt Japans, bei dem Sie geholfen haben, das wunderbarste zu sein.
BRIEF 296. AN A.R. WALLACE. Down, 5. Januar 1880.
Da diese Notiz keinerlei Antwort erfordert, müssen Sie mir erlauben, meine lebhafte Bewunderung für Ihren Artikel in der "Nineteenth Century" auszudrücken. (296/1. "Nineteenth Century", Januar 1880, Seite 93, "On the Origin of Species and Genera".) Sie sind sicherlich ein Meister der schwierigen Kunst der klaren Darstellung. Es ist unmöglich, zu oft darauf hinzuweisen, dass die Auswahl aus einem einzelnen variierenden Individuum oder einem einzelnen variierenden Organ nicht ausreicht. Sie haben Allens bewundernswerte Forschungen trefflich eingearbeitet. (296/2. J.A. Allen, "On the Mammals and Winter Birds of East Florida, etc." ("Bull. Mus. Comp. Zoolog. Harvard", Band II.) Wie gewohnt freuen Sie sich, mich mehr zu ehren, als ich verdiene. Wenn ich über die extreme Langsamkeit der Natürlichen Selektion geschrieben habe (296/3. Herr Wallace stellt eine Berechnung auf Basis von Allens Ergebnissen an, in welch sehr kurzem Zeitraum die Bildung einer Vogelrasse, die 10 bis 20 Prozent von der Durchschnittslänge der Flügel und Stärke des Schnabels abweicht, denkbarerweise bewirkt werden könnte. Er glaubt, dass die Langsamkeit der Wirkung der Natürlichen Selektion wirklich von der Langsamkeit der Veränderungen abhängt, die natürlicherweise in den physikalischen Bedingungen usw. auftreten.) (wobei ich mich irren mag), habe ich hauptsächlich an die Auswirkungen der Kreuzung gedacht. Ich stimme fast allem zu, was Sie sagen, mit Ausnahme des letzten kurzen Satzes. (296/4. Die betreffende Passage lautet wie folgt: "Ich habe auch versucht zu zeigen, dass die Ursachen, die die getrennten Arten einer Gattung, einer Familie oder vielleicht einer Ordnung von einem gemeinsamen Vorfahren hervorgebracht haben, nicht notwendigerweise dieselben sind wie die, die die getrennten Ordnungen, Klassen und Unterstämme von entfernteren gemeinsamen Vorfahren hervorgebracht haben. Dass alle gleichermaßen durch 'Deszendenz mit Modifikation' aus wenigen primitiven Typen entstanden sind, zeigt der gesamte Beweis deutlich; aber während die individuelle Variation mit Natürlicher Selektion als ausreichend für die Erzeugung der ersteren erwiesen ist, haben wir keinen Beweis und kaum einen Anhaltspunkt dafür, dass sie ausreicht, um jene wichtigen Divergenzen des Typs einzuleiten, die letztere charakterisieren." In dieser Passage sollte (wie Herr Wallace uns gegenüber betont) das Wort BEWEIS betont werden. Er behauptet keineswegs, dass die Ursachen, die die Arten einer Gattung hervorgebracht haben, unzureichend seien, größere Unterschiede hervorzubringen. Sein Ziel ist vielmehr, den Unterschied zwischen Beweis und Wahrscheinlichkeit zu unterstreichen.)
BRIEF 297. AN J.H. FABRE.
(297/1. Ein Brief an M. Fabre ist in "Life and Letters", III., Seite 220, enthalten, in dem der Vorschlag gemacht wird, das Insekt zu rotieren, bevor ein "Homing"-Experiment stattfindet.)
Down, 20. Februar 1880.
Ich danke Ihnen für Ihren freundlichen Brief und bin erfreut, dass Sie das Experiment der Rotation versuchen werden. Es ist sehr merkwürdig, dass ein solcher Glaube in Ihrem Land über Katzen verbreitet ist (297/2. M. Fabre hatte aus Serignan, Vaucluse, geschrieben: "Unter den Bauern meines Dorfes ist es üblich, die Katze, die man an einen anderen Ort bringen will und deren Rückkehr man verhindern möchte, in einem Sack herumzudrehen. Ich weiß nicht, ob diese Praxis Erfolg hat."), ich habe in England nie von so etwas gehört. Ich wurde, wie ich glaube, zu dem Experiment geführt, nachdem ich in Wrangels "Reisen in Sibirien" (297/3. Admiral Ferdinand Petrowitsch von Wrangell, "Le Nord de la Siberie, Voyage parmi les Peuplades de la Russie asiatique, etc." Paris, 1843.) von der wunderbaren Fähigkeit gelesen hatte, die die Samojeden besitzen, bei Nebel ihre Richtung beizubehalten, während sie auf einem gewundenen Weg durch zerbrochenes Eis reisen. Was Katzen betrifft, habe ich einen Bericht gesehen, dass es in Belgien eine Gesellschaft gibt, die Preise an die Katze vergibt, die am schnellsten ihren Weg nach Hause findet, und zu diesem Zweck werden sie in entlegene Teile der Stadt gebracht.
Hier wäre eine ausgezeichnete Gelegenheit, Rotation auszuprobieren.
Ich bin außerordentlich froh zu hören, dass Ihr Buch wahrscheinlich ins Englische übersetzt wird.
P.S. – Es würde mich sehr freuen, das Ergebnis Ihrer Experimente zu hören.
BRIEF 298. AN J.H. FABRE. Down, 21. Januar 1881.
Ich bin Ihnen für Ihren sehr interessanten Brief zu Dank verpflichtet. Ihre Ergebnisse erscheinen mir äußerst wichtig, da sie ein Mittel eliminieren, durch das Tiere vielleicht die Richtung erkennen könnten; und dies schien, nach dem, was über Wilde gesagt wurde und aus unserem eigenen Bewusstsein heraus, das wahrscheinlichste Mittel zu sein. Wenn Sie es für lohnenswert halten, können Sie natürlich meinen Namen in Bezug auf dieses Thema erwähnen.
Sollte es Ihnen gelingen, einen Sinn für die magnetischen Strömungen der Erde auszuschließen, ließen Sie das Untersuchungsfeld völlig offen. Ich nehme an, dass selbst diejenigen, die noch immer glauben, jede Art sei separat erschaffen worden, zugeben würden, dass bestimmte Tiere über einen Sinn verfügen, durch den sie die Richtung wahrnehmen und den sie instinktiv nutzen. Als ich das Thema gegenüber meinem Sohn George erwähnte, der Mathematiker ist und sich etwas mit Magnetismus auskennt, schlug er vor, eine sehr dünne Nadel zu einem Magneten zu machen, sie dann in sehr kurze Stücke zu brechen, die immer noch magnetisch wären, und eines dieser Stücke mit etwas Zement auf dem Thorax des Insekts zu befestigen, mit dem experimentiert werden soll.
Er glaubt, dass ein solch kleiner Magnet aufgrund seiner unmittelbaren Nähe zum Nervensystem des Insekts dieses stärker beeinflussen würde als die terrestrischen Strömungen.
Ich habe Ihren Aufsatz über Halictus (298/1. „Sur les Moeurs et la Parthenogese des Halictes“ („Ann. Sc. Nat.“ IX., 1879-80).) erhalten, den ich sicherlich mit großem Interesse lesen werde.
BRIEF 299. AN T.H. HUXLEY.
(299/1. Am 9. April 1880 hielt Herr Huxley an der Royal Institution einen Vortrag über „Das Mündigwerden der Entstehung der Arten“. Der Vortrag wurde in „Nature“ und in Huxleys „Collected Essays“, Band II, Seite 227, veröffentlicht. Darwins Brief an Huxley zu diesem Thema ist in „Life and Letters“, III., Seite 240, abgedruckt; in Huxleys Antwort vom 10. Mai („Life and Letters of T.H. Huxley“, II., Seite 12) schreibt er: „Ich hoffe, Sie bilden sich nicht ein, dass ich, nur weil ich nichts über die ‚Natürliche Selektion‘ zu sagen hatte, in diesem Punkt im Glauben schwach wäre... Aber das Wichtigste scheint mir zu sein, den Menschen die Tatsache der Evolution in die Köpfe zu hämmern; wenn das erst einmal sicher ist, wird der Rest leicht von der Hand gehen.“)
Down, 11. Mai 1880.
Ich hatte nicht die Absicht, Sie zum Schreiben an mich zu veranlassen, noch erwartete ich, dass Sie dies tun würden; aber Ihre Notiz war für mich so viel „aufheiternder“ (299/2. „Sie sind der aufheiterndste Briefschreiber, den ich kenne“: Huxley an Darwin. Siehe Huxleys „Life“, II., Seite 12.) als meine für Sie hätte sein können, dass ich wieder schreiben muss und werde. Ich sah Ihr Motiv, die Natürliche Selektion nicht zu erwähnen, und stimmte in meinem Geist ihrer Weisheit vollkommen zu. Gleichzeitig kam mir jedoch der Gedanke, dass Sie sie vielleicht aufgeben könnten und dass Sie sie ohnehin nicht sicher ohne verschiedene „Vorbehalte“ erwähnen könnten, die zu lang für einen Vortrag wären. Wenn ich ununterbrochen über ein halbes Dutzend Strukturen nachdenke, für die wir gegenwärtig keinen Nutzen sehen, kann ich mich davon überzeugen, dass die Natürliche Selektion von ganz untergeordneter Bedeutung ist. Wenn ich andererseits über die zahllosen Strukturen nachdenke, insbesondere bei Pflanzen, die man vor zwanzig Jahren einfach als „morphologisch“ und nutzlos bezeichnet hätte und die heute als höchst wichtig bekannt sind, kann ich mich davon überzeugen, dass jede Struktur durch Natürliche Selektion entwickelt worden sein könnte. Es ist wirklich merkwürdig, wie viele aus einer Liste von Strukturen, die Bronn als nicht durch Natürliche Selektion bedingt aufzählte, weil sie keine funktionelle Bedeutung hätten, heute als höchst wichtig nachgewiesen werden können. Gelappte Blätter waren, glaube ich, ein Fall, und erst vor zwei oder drei Tagen zeigte mir Frank, wie sie auf eine Weise wirken, die bedeutend genug ist, um die Lappenbildung jedes großen Blattes zu erklären. Ich bin besonders entzückt über das, was Sie über Haushunde, Schakale und Wölfe sagen, denn aus bloßen indirekten Beweisen kam ich in „Varieties of Domestic Animals“ zu genau demselben Schluss (299/3. Herrn Darwins Ansicht war, dass Haushunde von mehr als einer wilden Art abstammen.) in Bezug auf die Haushunde Europas und Nordamerikas. Sehen Sie, wie wichtig dieser Schluss in anderer Hinsicht ist; denn niemand kann bezweifeln, dass große und kleine Hunde untereinander vollkommen fruchtbar sind und fruchtbare Mischlinge hervorbringen; und wie gut stützt dies die Pallas’sche Lehre (299/4. Siehe Brief 80.), dass Domestikation die Sterilität beseitigt, die fast universell zwischen Formen besteht, die sich langsam in einem Naturzustand entwickelt haben.
Ich bitte Sie demütig um Verzeihung, dass ich Sie mit einer so langen Notiz belästige; aber es ist Ihre eigene Schuld.
Pflanzen sind großartig, um einen an die Natürliche Selektion glauben zu lassen, da Wille und Bewusstsein ausgeschlossen sind. Ich habe in letzter Zeit mit einer so merkwürdigen Struktur zum Aufbrechen von Samenschalen experimentiert: Ich versichere Ihnen, man könnte genauso gut sagen, dass ein Paar Scheren oder Nussknacker durch äußere Bedingungen entwickelt wurden wie die betreffende Struktur. (299/5. Der Zapfen oder die Ferse bei Cucurbita: siehe „Power of Movement in Plants“, Seite 102.)
BRIEF 300. AN T.H. HUXLEY. Down, 5. November 1880.
Beim Lesen Ihrer exzellenten Rezension (300/1. Siehe „Nature“, 4. November 1880, Seite 1, eine Rezension von Band I der Veröffentlichungen der „Challenger“, zu der Sir Wyville Thomson eine allgemeine Einleitung beisteuerte.) mit dem aus Sir Wyville Thomson zitierten Satz schien es mir in Anbetracht der Art der Veröffentlichung ratsam, „extreme Variation“ und einen weiteren Punkt zu beachten. Nun, lesen Sie das Beiliegende, und wenn Sie zustimmen, posten Sie es bald. Wenn Sie missbilligen, werfen Sie es ins Feuer und fügen Sie damit den tausend Gefälligkeiten, die Sie mir erwiesen haben, eine weitere hinzu. Schreiben Sie nicht: Ich werde das Ergebnis in der „Nature“ der nächsten Woche sehen. Bitte beachten Sie, dass ich im Konzept einen letzten Satz hinzugefügt hatte, den ich zunächst nicht kopiere, da er mir schlussfolgernd zu verächtlich erschien; aber ich habe ihn jetzt an die Rückseite geheftet, und Sie können ihn abschicken oder nicht, wie Sie es für am besten halten – das heißt, wenn Sie glauben, dass irgendein Teil es wert ist, verschickt zu werden. Meine Bitte wird Sie nicht viel Mühe kosten – d. h. zwei Seiten zu lesen, denn ich weiß, dass Sie sofort entscheiden können. Ich habe mein Gespräch mit Ihnen am Sonntagmorgen sehr genossen.
P.S. – Falls mein Manuskript zu flach, zu verächtlich, zu gehässig oder zu irgendetwas anderem erscheint, beschwöre ich Sie inständig, es ins Feuer zu werfen.
BRIEF 301. CHARLES DARWIN AN DEN HERAUSGEBER VON „NATURE“.
(301/1. „Nature“, 11. November 1880, Seite 32.)
Down, 5. November 1880.
Sir Wyville Thomson und die Natürliche Selektion.
Es tut mir leid festzustellen, dass Sir Wyville Thomson das Prinzip der Natürlichen Selektion, wie es von Herrn Wallace und mir erklärt wurde, nicht versteht. Hätte er dies getan, hätte er den folgenden Satz in der Einleitung zur Reise der „Challenger“ nicht schreiben können: „Der Charakter der abyssalen Fauna verweigert die geringste Unterstützung für die Theorie, welche die Evolution der Arten auf extreme Variation zurückführt, die nur von der Natürlichen Selektion geleitet wird.“ Dies ist ein Maßstab der Kritik, der nicht selten von Theologen und Metaphysikern erreicht wird, wenn sie über wissenschaftliche Themen schreiben, aber es ist etwas Neues, wenn es von einem Naturforscher kommt. Professor Huxley widerspricht dem in der letzten Ausgabe der „Nature“; aber er geht nicht auf den Ausdruck der extremen Variation ein, noch darauf, dass die Evolution nur von der Natürlichen Selektion geleitet werde. Kann Sir Wyville Thomson jemanden nennen, der gesagt hat, dass die Evolution der Arten nur von der Natürlichen Selektion abhänge? Was mich betrifft, so glaube ich, dass niemand so viele Beobachtungen über die Auswirkungen des Gebrauchs und Nichtgebrauchs von Teilen vorgelegt hat wie ich in meinem Werk „Variation of Animals and Plants under Domestication“; und diese Beobachtungen wurden für dieses spezielle Ziel gemacht. Ich habe dort ebenfalls eine beträchtliche Menge an Fakten angeführt, die die direkte Wirkung äußerer Bedingungen auf Organismen zeigen; obwohl zweifellos seit der Veröffentlichung meiner Bücher viel in dieser Hinsicht gelernt wurde. Wenn Sir Wyville Thomson den Hof eines Züchters besuchen und sein Vieh oder seine Schafe fast absolut rein – das heißt, einander sehr ähnlich – sehen würde, würde er ausrufen: „Sir, ich sehe hier keine extreme Variation; noch kann ich irgendeine Unterstützung für den Glauben finden, dass Sie das Prinzip der Selektion bei der Zucht Ihrer Tiere befolgt haben.“ Nach dem, was ich früher bei Züchtern gesehen habe, zweifle ich nicht daran, dass der so getadelte Mann gelächelt und kein Wort gesagt hätte. Hätte er die Geschichte später anderen Züchtern erzählt, fürchte ich sehr, dass sie nachdrückliche, aber respektlose Sprache über Naturforscher verwendet hätten.
(301/2. Die folgende Passage wurde auf Anraten von Huxley weggelassen: siehe sein „Life and Letters“, II., Seite 14: –
„Vielleicht wäre es meinerseits klüger gewesen, ganz zu schweigen, wie der Züchter; denn wie Prof. Sedgwick vor vielen Jahren in Bezug auf den armen alten Dekan von York bemerkte, der nicht müde wurde, gegen Geologen zu wettern, ist ein Mann, der über Dinge spricht, von denen er nicht das Geringste versteht, unverwundbar.“)
BRIEF 302. AN G.J. ROMANES.
(302/1. Ein Teil dieses Briefes wurde in Herrn C. Barbers Notiz über „Graft-Hybrids of the Sugar-Cane“ in „The Sugar-Cane“, November 1896, veröffentlicht.)
Down, 1. Januar 1881.
Ich sende das MS., aber soweit ich es beim bloßen Überfliegen beurteilen kann, wird es Ihnen von keinem Nutzen sein. Es scheint sich auf Übergangsformen zu beziehen. Ich bin mir sicher, dass ich andere und bessere Fälle habe, aber ich kann mich nicht erinnern, wo ich suchen soll.
Ich hätte Ihnen in ein paar Tagen wegen des folgenden Falls geschrieben. Baron de Villa Franca schrieb mir vor etwa zwei Jahren aus Brasilien und beschrieb neue Zuckerrohrsorten, die er durch das Pflanzen zweier alter Sorten nebeneinander gezüchtet hatte. Ich glaube (aber mein Gedächtnis ist sehr lückenhaft), dass ich schrieb, ich könne nicht an ein solches Ergebnis glauben, und führte die neuen Sorten auf den Boden usw. zurück. Ich glaube, ich habe nicht verstanden, was er mit Nebeneinander meinte. Gestern traf ein Paket mit Manuskripten von der brasilianischen Gesandtschaft ein, mit einem Brief auf Französisch von Dr. Glass, Direktor der Botanischen Gärten, der ausführlich beschrieb, wie er zuerst versuchte, Zuckerrohrsorten auf verschiedene Weise zu pfropfen, und immer scheiterte, und dann die Stängel zweier Sorten spaltete, sie zusammenband und pflanzte, und dann einige neue und sehr wertvolle Sorten züchtete, die, wie gekreuzte Pflanzen, mit extra Kraft zu wachsen scheinen, konstant sind und anscheinend den Charakter der beiden Sorten teilen. Der Baron schickt mir auch eine beglaubigte Kopie von einer Reihe brasilianischer Kultivateure über den Erfolg des Plans, neue Sorten zu züchten. Ich bin mir nicht sicher, ob die brasilianische Gesandtschaft wünscht, dass ich das Dokument zurücksende, aber falls ich nicht in drei oder vier Tagen höre, dass sie zurückgegeben werden müssen, sollen sie Ihnen zugesandt werden, denn sie scheinen mir Ihrer Überlegung wohl wert.
Vielleicht, wenn ich mich damit zufrieden gegeben hätte, meine Hyazinthenzwiebeln lediglich zusammenzubinden, ohne echte Adhäsion oder vielmehr Zusammenwachsen, wäre ich wie der alte Holländer erfolgreich gewesen.
Es gibt eine Menge überflüssiges Wortgeklingel in den Dokumenten, aber ich habe mit Bleistift markiert, wo der wichtige Teil beginnt. Die Beglaubigungen liegen im Doppel vor. Werden Sie mir nun, nachdem Sie sie gelesen haben, Ihre Meinung sagen, ob die Hauptteile eine Veröffentlichung in „Nature“ wert sind: Ich bin geneigt, dies zu denken, und es ist gut, die Wissenschaft in entlegenen Teilen der Welt zu fördern.
Behalten Sie diese Notiz, bis Sie die Dokumente erhalten oder von mir hören. Ich frage mich, ob zwei Weizensorten ähnlich behandelt werden könnten? Nein, ich nehme an, nicht – wegen des Fehlens seitlicher Knospen. Ihr Abstrakt über Selbstmord hat mich außerordentlich interessiert.
BRIEF 303. AN K. SEMPER. Down, 6. Februar 1881.
Aufgrund aller möglichen Arbeiten habe ich erst jetzt das Lesen Ihrer „Natürlichen Existenzbedingungen“ beendet. (303/1. Sempers „Die natürlichen Existenzbedingungen der Thiere“ (Internationale Wissenschaftliche Bibliothek), 1881.) Obwohl es ein Buch von geringem Umfang ist, enthält es eine erstaunliche Menge an Materie, und ich war besonders beeindruckt von der Originalität, mit der Sie so viele Themen behandeln, und von Ihrer gewissenhaften Genauigkeit. In den weitaus meisten Punkten folge ich Ihnen in Ihren Schlussfolgerungen, aber bei einigen unterscheide ich mich, und ich nehme an, dass keine zwei Menschen auf der Welt bei so vielen verschiedenen Themen vollkommen übereinstimmen würden. Ich habe mich für so viele Punkte interessiert, dass ich kaum sagen kann, für welche am meisten. Vielleicht für die geographische Verbreitung genauso sehr wie für jeden anderen, insbesondere in Bezug auf M. Wagner. (Nein! nein! Über Parasiten hat mich sogar noch mehr interessiert.) Wie seltsam, dass Wagner gedacht haben sollte, dass ich mit Kampf ums Dasein Kampf um Nahrung meinte. Es ist merkwürdig, dass er nicht an die endlosen Anpassungen für die Verbreitung von Samen und die Befruchtung von Blumen gedacht haben sollte.
Wiederum war ich sehr interessiert an Branchipus und Artemia. (303/2. Der Verweis bezieht sich auf Schmankewitschs Experimente, Seite 158: Er hielt Artemia salina in Salzwasser, das allmählich mit Süßwasser verdünnt wurde, bis es praktisch frei von Salz war; die Krebstiere veränderten sich im Laufe der Generationen allmählich, bis sie die Merkmale der Gattung Branchipus erwarben.) Als ich vor einigen Jahren das Originalpapier unvollkommen las, konnte ich nicht umhin zu denken, dass für einen so merkwürdigen Fall in Zukunft eine spezielle Erklärung gefunden werden würde. Ich spekulierte darüber, ob eine Art, die wiederholten und großen Veränderungen der Bedingungen sehr ausgesetzt ist, nicht einen fluktuierenden Zustand erwerben könnte, der bereit ist, an beide Bedingungen angepasst zu werden. In Bezug darauf, dass arktische Tiere weiß sind (Seite 116 Ihres Buches), wäre es vielleicht für Sie lohnenswert, sich anzusehen, was ich aus Pallas’ und meinen eigenen Beobachtungen in der „Abstammung des Menschen“ (spätere Ausgaben) Kapitel VIII, Seite 229, und Kapitel XVIII, Seite 542, sage.
Ich stimme vollkommen mit dem überein, was ich als Ihr Urteil auffasse, nämlich dass die direkte Wirkung der Lebensbedingungen auf Organismen oder die Ursache ihrer Variabilität das wichtigste aller Themen für die Zukunft ist. Seit einigen Jahren denke ich darüber nach, eine Reihe von Experimenten an Pflanzen zu beginnen, denn sie variieren fast ausnahmslos, wenn sie kultiviert werden. Ich bilde mir ein, dass ich mit Hilfe fortgesetzter Selbstbefruchtung einen Weg sehe. Aber ich bin zu alt und habe nicht genug Kraft. Dennoch flammt die Hoffnung gelegentlich wieder auf.
Lassen Sie mich abschließend für die sehr freundliche Art danken, in der Sie oft auf meine Werke Bezug nehmen, und für die noch freundlichere Art, in der Sie mir widersprechen.
Mit herzlichem Dank für das Vergnügen und die Belehrung, die ich aus Ihrem Buch gewonnen habe, usw.
BRIEF 304. AN GRAF SAPORTA. Down, 13. Februar 1881.
Ich habe vor ein oder zwei Wochen das Werk erhalten, das Sie und Prof. Marion mir so freundlich zugesandt haben. (304/1. Wahrscheinlich „L’Evolution du Regne vegetal“, I. „Cryptogames“, Saporta & Marion, Paris, 1881.) Als es ankam, war ich sehr beschäftigt, und dies muss meine Entschuldigung dafür sein, dass ich Ihnen nicht früher dafür gedankt habe, und es erklärt auch, warum ich bisher nur das Vorwort gelesen habe.
Aber ich freue mich jetzt sehr darauf, das Ganze unmittelbar zu lesen. Wenn ich dann Anmerkungen habe, die es wert sind, gesendet zu werden, was nicht sehr wahrscheinlich ist, werde ich wieder schreiben. Ich freue mich sehr zu sehen, wie mutig Sie Ihren Glauben an die Evolution im Vorwort ausdrücken. Ich habe manchmal gedacht, dass einige Ihrer Landsleute bei der Veröffentlichung ihres Glaubens in dieser Hinsicht ein wenig zaghaft waren und somit daran gescheitert sind, eine gute Sache zu unterstützen.
BRIEF 305. AN R.G. WHITEMAN. Down, 5. Mai 1881.
In der ersten Ausgabe des „Origin“ habe ich nach dem Satz, der mit den Worten „...Insekten im Wasser“ endet, den folgenden Satz hinzugefügt: –
„Selbst in einem so extremen Fall wie diesem, wenn das Angebot an Insekten konstant wäre und wenn nicht bereits besser angepasste Konkurrenten im Land existierten, sehe ich keine Schwierigkeit darin, dass eine Bärenrasse durch Natürliche Selektion in ihren Strukturen und Gewohnheiten immer aquatischer gemacht würde, mit immer größeren Mäulern, bis ein Geschöpf hervorgebracht würde, das so monströs ist wie ein Wal.“ (305/1. Siehe Briefe 110 und 120.)
Dieser Satz wurde in den späteren Ausgaben auf Anraten von Prof. Owen weggelassen, da er falsch interpretiert werden konnte; aber ich habe es immer bedauert, dass ich diesem Rat gefolgt bin, denn ich halte die Ansicht immer noch für ganz vernünftig.
BRIEF 306. AN A. HYATT. Down, 8. Mai 1881.
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihr freundliches Geschenk „The Genesis, etc.“ (306/1. „The Genesis of the Tertiary Species of Planorbis“, in den „Boston Soc. Nat. Hist. Anniversary Mem.“ 1880.), das ich gerne lesen werde, da mir der Fall immer sehr merkwürdig erschien. Es ist umso freundlicher von Ihnen, mir dieses Buch zu schicken, als ich mir bewusst bin, dass Sie denken, ich hätte nichts getan, um die gute Sache der Abstammungstheorie voranzubringen. (306/2. Obiges veranlasste mich, einen Brief zu schreiben, der ein Gefühl des Bedauerns und der Demütigung ausdrückte, das hoffentlich noch erhalten ist, denn sicherlich bedurfte ein solches Gefühl, zweifellos verursacht durch meine Schriften, die sich zu ausschließlich mit Meinungsverschiedenheiten über spezielle Punkte befassten, eines starken Dementis. Ich habe die Darwin’sche Theorie in vielen Fällen angewendet, insbesondere bei der Erklärung der Erhaltung von Unterschieden; und habe ihre Anwendung nur bei der Erhaltung fester und erblicher Eigenschaften geleugnet, die zu wesentlich homologen Ähnlichkeiten geworden sind. (Anmerkung von Prof. Hyatt.))
(306/3. Wir haben uns erlaubt, die Passage aus Prof. Hyatts Antwort vom 23. Mai 1881 zu zitieren: –
„Sie würden denken, ich sei unaufrichtig, wenn ich Ihnen schriebe, was ich wirklich in Bezug auf das empfinde, was Sie für die Theorie der Abstammung getan haben. Vielleicht wird dieser Aufsatz Sie zu einer korrekteren Ansicht führen, als Sie sie jetzt von meiner Einschätzung haben, falls man sagen kann, dass ich irgendeinen Anspruch darauf habe, eine Einschätzung Ihrer Arbeit in dieser Richtung abzugeben. Sie werden mir jedoch nicht übel nehmen, wenn ich Ihnen sage, dass Ihre stärksten Unterstützer Ihnen kaum größere Achtung und Ehre erweisen können. Ich habe mich bemüht, eine gerechte Vorstellung von Ihrer Theorie zu gewinnen, habe es aber zweifellos versäumt, dies in meinen Veröffentlichungen so zu vermitteln, wie es getan werden sollte.“
Wir finden weitere ebenso starke und echte Ausdrücke des Respekts in Prof. Hyatts Briefen.)
BRIEF 307. AN LORD FARRER.
(307/1. Herrn Grahams Buch, das „Creed of Science“, wird in „Life and Letters“, I., Seite 315, erwähnt, wo ein interessanter Brief an den Autor abgedruckt ist. In Bezug auf den Zufall schrieb Darwin: „Sie haben meine innere Überzeugung zum Ausdruck gebracht, wenn auch viel klarer und lebendiger, als ich es hätte tun können, dass das Universum nicht das Ergebnis von Zufall ist.“)
Down, 28. August 1881.
Ich war sehr interessiert an Ihrem Brief und freue mich, dass Ihnen Herrn Grahams Buch gefällt...(307/2. In Lord Farrers Brief vom 27. August verweist er auf die alte Schwierigkeit in Bezug auf das Design hinsichtlich der Existenz des Bösen.)
Alles, was ich jetzt lese, geht bald wieder aus meinem Kopf, und ich hatte vergessen, dass er andeutet, dass meine Ansichten das Universum erklären; aber das ist eine ungeheuerliche Übertreibung. Je mehr man nachdenkt, desto mehr spürt man die hoffnungslose Unermesslichkeit der menschlichen Unwissenheit. Obwohl es einen stolz macht zu sehen, was die Wissenschaft im letzten halben Jahrhundert erreicht hat. Dies wurde mir lebhaft vor Augen geführt, als ich gerade den Großteil der Korrekturfahnen von Lubbocks Ansprache für York gelesen habe (307/3. Lord Avebury war 1881 Präsident der British Association.), in der er versuchen wird, den Fortschritt aller Zweige der Wissenschaft der letzten fünfzig Jahre zu überprüfen.
Ich stimme dem, was Sie über „Zufall“ sagen, vollkommen zu, außer in Bezug darauf, dass die Variationen organischer Wesen entworfen worden sein könnten; und ich nehme an, dass Herr Graham „Zufall“ nur in Bezug auf den Zweck bei der Entstehung der Arten verwendet haben muss. Dies ist die einzige Art und Weise, wie ich das Wort Zufall verwendet habe, wie ich auf den letzten zwei Seiten meines „Variation under Domestication“ zu erklären versucht habe.
Andererseits, wenn wir das gesamte Universum betrachten, weigert sich der Geist, es als das Ergebnis von Zufall zu betrachten – das heißt, ohne Design oder Zweck. Die ganze Frage scheint mir unlösbar, denn ich kann nicht viel oder gar keinen Glauben an die sogenannten Intuitionen des menschlichen Geistes setzen, die sich, wie ich nicht bezweifeln kann, aus einem Geist entwickelt haben, den Tiere besitzen; und was wären ihre Überzeugungen oder Intuitionen wert? Es gibt eine ganze Reihe von Punkten, bei denen ich Herrn Graham nicht ganz folgen kann.
In Bezug auf Ihre letzte Diskussion wage ich zu sagen, dass sie sehr viel Wahrheit enthält; aber ich kann nicht sehen, soweit es das Glück betrifft, dass sie auf das unendliche Leiden der Tiere angewendet werden kann – nicht nur auf die körperlichen, sondern auch auf die geistigen, wie wenn eine Mutter ihren Nachwuchs oder ein Männchen sein Weibchen verliert. Wenn die Ansicht nicht auf Tiere zutrifft, wird sie dann für den Menschen ausreichen? Aber Sie können sich mit Recht über diese lange und schlecht ausgedrückte Notiz in meiner schrecklich schlechten Handschrift beschweren.
Der Tod meines Bruders Erasmus ist ein sehr schwerer Verlust für uns alle in dieser Familie. Er war so gütig und liebevoll. Auch habe ich nie jemanden gekannt, der angenehmer war. Es war immer ein sehr großes Vergnügen, mit ihm über jedes beliebige Thema zu sprechen, und dies werde ich nun nie wieder tun können. Die Klarheit seines Geistes erschien mir stets bewundernswert. Er war, glaube ich, kein glücklicher Mensch und schätzte das Leben seit vielen Jahren nicht mehr, ohne jedoch jemals zu klagen. Ich bin so froh, dass ihm in seinen letzten Tagen ein sehr schweres Leiden erspart blieb. Ich werde einen solchen Menschen nie wiedersehen.
Verzeihen Sie mir, dass ich so kritzle, mein lieber Farrer.
BRIEF 308. AN G.J. ROMANES.
(308/1. Romanes hatte Rouxs „Der Kampf der Theile im Organismus“ in „Nature“ vom 20. September 1881, Seite 505, rezensiert. Dies führte zu einem Angriff durch den Duke of Argyll (20. Oktober, Seite 581), gefolgt von einer Erwiderung durch Romanes (27. Oktober, Seite 604), einer Entgegnung des Herzogs (3. November, Seite 6) und schließlich dem Brief von Romanes (10. November, Seite 29), auf den Darwin sich bezieht. Die „Blüte“ des Herzogs findet sich auf Seite 7: „Ich wünschte, Mr. Darwins Jünger würden ein wenig von der würdevollen Zurückhaltung ihres Meisters nachahmen. Er schreitet mit geduldigem und würdevollem Schritt auf den Pfaden gewissenhafter Beobachtung einher, usw., usw.“)
Down, 12. November 1881.
Ich muss Ihnen schreiben, um Ihnen zu sagen, wie sehr ich Ihren Brief in der letzten „Nature“ bewundere. Ich unterschreibe jedes Wort, das Sie sagen, und es hätte nicht klarer oder nachdrücklicher ausgedrückt werden können. Nach dem letzten Brief des Herzogs und seinem Aufschneiden über mich hielt ich es für kleinlich, nicht zu sagen, dass ich mit dem übereinstimme, was Sie gesagt haben. Aber nachdem ich zwei Folioseiten geschrieben hatte, stellte ich fest, dass ich nicht sagen konnte, was ich wollte, ohne zu viel Platz einzunehmen; und das, was ich geschrieben hatte, gefiel mir überhaupt nicht, also zerriss ich es, und nun, bei allen Göttern, bin ich froh, dass ich es tat, denn Sie haben die Sache unvergleichlich besser dargestellt, als ich es getan habe oder hätte tun können.
Überdies hasse ich Kontroversen, und sie verschwenden viel Zeit, zumindest bei einem Mann, der, wie ich, nur für kurze Zeit am Tag arbeiten kann. Wie Sie in aller Welt Ihre ganze Arbeit bewältigen, erstaunt mich.
Nun bringen Sie mich nicht dazu, mich schuldig zu fühlen, indem Sie diesen Brief beantworten und etwas von Ihrer Zeit verlieren.
Sie sollten nicht über Rouxs Buch fluchen, das Sie in diese Kontroverse geführt hat, denn ich bin sicher, dass Ihr letzter Brief es wert war, geschrieben zu werden – nicht, dass er beim Herzog irgendeine Wirkung erzielen wird.
BRIEF 309. AN J. JENNER WEIR.
(309/1. Am 27. Dezember 1881 schrieb Mr. Jenner Weir an Mr. Darwin: „Nach einigem Zögern wage ich es, Ihnen anstelle einer Weihnachtskarte einige Beobachtungen über Maultiere zu übermitteln, die in den letzten zwei Jahren in Spanien gemacht wurden... Es ist eine Tatsache, dass der Vater bei der Nachkommenschaft die Vorherrschaft hat, wie von den meisten Autoren zu diesem Thema, einschließlich Ihnen selbst, beobachtet wurde. Das Maultier ist eselartiger und das Maulesel pferdartiger, sowohl in der jeweiligen Länge der Ohren als auch in der Form des Schwanzes; aber einen Punkt habe ich beobachtet, von dem ich nicht weiß, dass ich ihm begegnet bin, und das ist, dass das Fell des Maultiers dem seiner Mutter, der Stute, ähnelt und das des Maulesels dem seiner Mutter, der Eselin, sodass in dieser Hinsicht die Vorherrschaft der Geschlechter umgekehrt ist.“ Der Hermaphroditismus bei Lepidoptera, auf den unten Bezug genommen wird, tritt laut Mr. Weir bemerkenswerterweise bei den Hybriden von Smerinthus populi-ocellatus auf.)
Down, 29. Dezember 1881.
Ich danke Ihnen für Ihre „Weihnachtskarte“ und erwidere herzlich Ihre guten Wünsche. Was Sie über das Fell von Maultieren sagen, ist neu für mich, ebenso wie die Aussage über Hermaphroditismus bei Hybridmotten. Diese letztere Tatsache erscheint mir besonders merkwürdig; und um eine sehr gewagte Hypothese aufzustellen, wäre ich geneigt, sie durch Rückschläge auf den ursprünglichen Zustand der vereinigten zwei Geschlechter zu erklären, denn ich halte es für sicher, dass Hybridismus zu Rückschlägen führt.
Ich fühle mich einigermaßen gut, habe aber nicht viel Kraft und fühle mich sehr alt.
BRIEF 310. AN R. MELDOLA. Down, 2. Februar 1882.
Es tut mir sehr leid, dass ich meiner sehr kurzen Notiz nichts hinzufügen kann, ohne Weismanns Werk noch einmal zu lesen und das ganze Thema durch das Lesen meiner eigenen und anderer Bücher wieder aufzufrischen, und für so viel Arbeit habe ich nicht die Kraft. Ich arbeite nun schon seit einigen Jahren an anderen Themen, und wenn ein Mann so alt wird wie ich, ist es eine große Anstrengung für sein Gehirn, zu alten und halb vergessenen Themen zurückzukehren. Sie würden nicht ohne weiteres glauben, wie oft mir Fragen aller Art gestellt werden, und erst kürzlich musste ich viel Zeit aufwenden, um eine Arbeit zu erledigen, die mich überhaupt nicht betraf, die ich aber nicht ablehnen wollte. Ich muss jedoch irgendwo die Grenze ziehen, sonst wird mein Leben zu einer Qual für mich.
Ich habe Ihr Vorwort gelesen, und es erscheint mir ausgezeichnet. (310/1. „Studien zur Descendenz-Theorie“. Von A. Weismann. Übersetzt und herausgegeben von Raphael Meldola; mit einer einleitenden Notiz von C. Darwin und einem Vorwort des Übersetzers. Siehe Brief 291.) Es tut mir in vielerlei Hinsicht leid, auch im Hinblick auf die Ehre Englands als wissenschaftliches Land, dass sich Ihre Übersetzung bisher schlecht verkauft hat. Verlieren der Verleger oder Sie dabei? Wenn der Verleger, dann werde ich ihn zwar bedauern, aber es gehört zum Geschäft; wenn Sie jedoch selbst dabei verlieren, bitte ich Sie eindringlich, mir zu erlauben, eine Kleinigkeit, nämlich zehn Guineen, zu den Kosten dieser Arbeit beizusteuern, die Sie aus öffentlichen Gründen unternommen haben.
BRIEF 311. AN W. HORSFALL. Down, 8. Februar 1882.
In der Abfolge der älteren Formationen verändern sich die Arten und Gattungen der Trilobiten, und dann sterben sie alle aus. Für jeden, der glaubt, dass Geologen den Anbruch des Lebens kennen (d. h. Formationen, die mit dem ersten Auftreten lebender Kreaturen auf der Erde zeitgenössisch sind), wäre das plötzliche Auftreten vollkommener Trilobiten und anderer Organismen in den ältesten bekannten lebenshaltigen Schichten zweifellos fatal für die Evolution. Aber ich für meinen Teil, und viele andere, lehnen einen solchen Glauben völlig ab. Es sind bereits drei oder vier Stapel diskordanter Schichten unter dem Kambrium bekannt; und diese befinden sich im Allgemeinen in einem kristallinen Zustand und könnten einst mit organischen Resten gefüllt gewesen sein.
In Bezug auf Tiere und Pflanzen wären die beweglichen Sporen einiger Algen, die mit Zilien versehen sind, als Tiere eingestuft worden, wenn nicht bekannt gewesen wäre, dass sie sich zu Algen entwickelten.
BRIEF 312. AN JOHN COLLIER. Down, 16. Februar 1882.
Ich muss Ihnen für das Geschenk Ihrer Art Primer danken, die ich mit großem Vergnügen gelesen habe. Teile waren zu fachspezifisch für mich, der ich nie eine Linie zeichnen konnte, aber der gesamte erste Teil hat mich sehr interessiert. Ich wünschte, Sie könnten erklären, warum bestimmte geschwungene Linien und symmetrische Figuren Vergnügen bereiten. Aber werden Ihre Künstlerkollegen Sie nicht dafür verachten, dass Sie sich als so guter Evolutionist zeigen? Vielleicht werden sie sagen, dass man Nachsicht mit ihm haben muss, da er sich mit einem so schrecklichen Mann wie Huxley verbündet hat. Dies erinnert mich daran, dass ich gerade den letzten Aufsatzband gelesen habe. Glücklicherweise hatte ich den über Priestley (312/1. „Science and Culture, and other Essays“: London, 1881. Der fünfte Aufsatz handelt von Joseph Priestley (Seite 94).) nicht gelesen, und er erscheint mir als der großartigste Aufsatz, den ich je gelesen habe. Der über Automatismus (312/2. Aufsatz IX. (Seite 199) trägt den Titel „On the Hypothesis that Animals are Automata, and its history.“) ist wunderbar interessant: Umso mehr schade, sage ich, denn wenn ich so gut bewaffnet wäre wie Huxley, würde ich ihn zu einem Duell über dieses Thema herausfordern. Aber ich bin viel zu klug, um so etwas zu tun, denn er würde mich ein halbes Dutzend Mal mit seinem scharfen und polierten Degen durchbohren, bevor ich wüsste, wo mir der Kopf steht. Ich hatte nicht die Absicht, all diesen Unsinn hinzukritzeln, sondern Ihnen nur für Ihr Geschenk zu danken.
Jeder, den ich gesehen habe und der Ihr Bild von mir gesehen hat, ist begeistert davon. Ich werde eines Tages stolz darauf sein, mich bei der Linnean Society aufgehängt zu sehen. (312/3. Das von Mr. Collier gemalte Porträt hängt im Sitzungssaal der Linnean Society.)
KAPITEL 1.VI. -- GEOGRAPHISCHE VERBREITUNG, 1843-1867.
BRIEF 313. AN J.D. HOOKER. Down, Dienstag [12. Dezember 1843].
Ich bin Ihnen sehr dankbar für Ihren interessanten Brief. Ich bin schon lange sehr begierig auf selbst eine so kurze Skizze, wie Sie mir freundlicherweise über die botanische Geographie der südlichen Hemisphäre geschickt haben. Ich bin sehr neugierig darauf, Ihre Ergebnisse im Detail zu sehen. Aufgrund meiner völligen Unkenntnis der Botanik muss ich leider sagen, dass ich keine der Fragen beantworten kann, die Sie mir stellen. Ich glaube, ich erwähne in meinem „Journal“, dass ich meine alte Freundin, die Südbuche (ich kann nicht mit Bestimmtheit sagen, welche Art), auf dem Berggipfel, in südlichen Teilen von Chiloe und auf Meereshöhe auf 45 Grad Breite im Chonos-Archipel fand. Wäre das südliche Ende von Chiloe keine gute Einteilung für Sie? Ich vermute, aufgrund der Sammlung von Brydges und Anderson, dass Chiloe ziemlich gut bekannt ist und südlich davon eine terra incognita beginnt. Ich habe ein paar Pflanzen auf den Chonos-Inseln gesammelt. Dass die Buche hier gefunden wird und Torf hier gefunden wird und das allgemeine Aussehen der Landschaft verbinden die Chonos-Inseln und T. del Fuego. Ich sah die Alerce (313/1. „Alerse“ ist der lokale Name eines südamerikanischen Holzes, beschrieben in Capt. Kings „Voyages of the 'Adventure' and 'Beagle'“, Seite 281, und eher zweifelhaft als Thuja tetragona, Hook. („Flora Antarctica“, Seite 350) identifiziert) auf Bergen von Chiloe (auf dem Festland wächst sie zu einer enormen Größe, und ich glaubte immer, Alerce und Araucaria imbricata seien identisch), aber ich schäme mich zu sagen, dass ich absolut alles über ihr Aussehen vergessen habe. Ich sah einen wacholderartigen Busch in T. del Fuego, kann Ihnen aber nichts weiter darüber sagen, da ich vermute, dass Sie Capt. Kings Sammlung im Besitz von Mr. Brown vorläufig für das British Museum gesehen haben. Ich fürchte, Sie werden von meinen wenigen Pflanzen sehr enttäuscht sein: eine unwissende Person kann nicht sammeln; und ich habe zudem eine, die erste und beste Sammlung der Alpenpflanzen, verloren. Andererseits hoffe ich, dass die Galapagos-Pflanzen (313/2. Siehe „Life and Letters“, II., Seiten 20, 21, für Sir J.D. Hookers Notizen über den Beginn seiner Freundschaft mit Mr. Darwin und für den Brief des letzteren darüber, dass die Galapagos-Pflanzen in Hookers Hände gelegt wurden.) (nach Henslows Bemerkungen zu urteilen) sich als interessanter herausstellen werden, als Sie erwarten. Bitte seien Sie vorsichtig bei der Beobachtung, falls ich jemals die einzelnen Inseln der Galapagos-Inseln markiere, aus den Gründen, die Sie in meinem „Journal“ sehen werden. Menzies und Cumming waren dort, und es gibt einige Pflanzen (ich glaube, Mr. Bentham sagte mir das) in der Horticultural Society und im British Museum. Ich glaube, ich habe auf Ascension keine Pflanzen gesammelt, da ich sie für wohlbekannt hielt.
Ist die Ähnlichkeit der Pflanzen von Kerguelen Land und dem südlichen S. Amerika nicht sehr merkwürdig? Gibt es in der nördlichen Hemisphäre irgendeinen Fall von Pflanzen, die bei solch großen Entfernungen ähnlich sind? Mit Dank für Ihren Brief und dafür, dass Sie meine kleine Pflanzensammlung übernommen haben,
Glauben Sie mir, mein lieber Sir, Ihr sehr ergebener C. DARWIN.
Denken Sie an meine Bitte und schreiben Sie sowohl für botanische Ignoranten als auch für große Botaniker. Es gibt eine Arbeit von Carmichael (313/3. „Some Account of the Island of Tristan da Cunha and of its Natural Productions.“ – „Linn. Soc. Trans.“ XII., 1818, Seite 483.) über Tristan d'Acunha, die aufgrund des Mangels an allgemeinen Bemerkungen und Vergleichen für mich [herausgerissen] ein toter Buchstabe war. – Ich vermute, Sie werden diese Insel in Ihre Ansichten der südlichen Hemisphäre einbeziehen.
P.S. – Ich habe mir meinen armen, elenden Versuch einer botanisch-landschaftlichen Bemerkung angesehen, und ich sehe, dass ich angebe, dass die Buchenart, die in T. del Fuego am wenigsten verbreitet ist, im Wald von Zentral-Chiloe häufig ist. Aber ich werde Ihnen diese eine Seite meines rohen Journals beilegen.
BRIEF 314. AN J.D. HOOKER. Down, 31. März (1844).
Ich habe beschämend lange gebraucht, um Ihre Dokumente zurückzugeben, aber ich war wissenschaftlich sehr beschäftigt und unwissenschaftlich mit dem Pflanzen. Ich war außerordentlich interessiert an den Details über die Galapagos-Inseln. Ich brauche nicht zu sagen, dass ich blind gesammelt habe und nicht versucht habe, vollständige Serien zu erstellen, sondern einfach alles, was blühte, blind mitgenommen habe. Die Flora der Gipfel und Basen der Inseln erscheint völlig unterschiedlich; es könnte Ihnen helfen zu beobachten, ob die verschiedenen Inseln repräsentative Arten haben, die die gleichen Plätze in der Ökonomie der Natur ausfüllen, zu wissen, dass ich Pflanzen aus der unteren und trockenen Region auf allen Inseln gesammelt habe, d. h. auf Chatham, Charles, James und Albemarle (am wenigsten auf letzterer); und dass ich nur auf den Inseln James und Charles in die hohe und feuchte Region aufsteigen konnte; und auf ersterer glaube ich, jede damals blühende Pflanze bekommen zu haben. Bitte bedenken Sie dies beim Vergleich der repräsentativen Arten. (Sie wissen, dass Henslow eine neue Opuntia von den Galapagos beschrieben hat.) Ihre Beobachtungen zur Verbreitung großer weltlicher Gattungen haben mich sehr interessiert; aber das war nicht der genaue Punkt, den ich neugierig war festzustellen; er hat keine notwendige Beziehung zur Größe der Gattung (obwohl Ihre Aussagen vielleicht zeigen werden, dass er das hat). Es war lediglich dies: Angenommen, eine Gattung mit zehn oder mehr Arten, die die zehn botanischen Hauptregionen bewohnt, würden Sie erwarten, dass alle oder die meisten dieser zehn Arten weite Verbreitungsgebiete (d. h. in den meisten Teilen gefunden wurden) in ihren jeweiligen Ländern hätten? (314/1. Dieser Punkt wird in einem Brief in „Life and Letters“, Band II., Seite 25, erörtert, aber wir glauben nicht in der „Origin“; für Briefe über große Gattungen, die viele Varietäten enthalten, siehe „Life and Letters“, Band II., Seiten 102-7, auch in der „Origin“, Ausgabe I., Seite 53, Ausgabe VI., Seite 44. In einem Brief vom 5. April 1844 gab Sir J.D. Hooker seine Meinung ab: „Im Großen und Ganzen glaube ich, dass viele einzelne repräsentative Arten großer Gattungen weite Verbreitungsgebiete haben, aber ich betrachte die Tatsache nicht als von großem Wert, da der Anteil solcher Arten, die ein weites Verbreitungsgebiet haben, im Vergleich zu anderen repräsentativen Arten derselben Gattung, deren Grenzen begrenzt sind, nicht groß ist.“
Es ist zu beachten, dass bei großen Gattungen die Arten oft kleine Verbreitungsgebiete haben („Origin“, Ausgabe VI., Seite 45), und große Gattungen sind häufiger weit verbreitet als umgekehrt.) Um ein Beispiel zu geben: Die Gattung Felis kommt in jedem Land außer Australien vor, und die einzelnen Arten erstrecken sich im Allgemeinen über Tausende von Meilen in ihren jeweiligen Ländern; andererseits erstreckt sich keine Gattung von Affen über einen so großen Teil der Welt, und die einzelnen Arten in ihren jeweiligen Ländern erstrecken sich selten über weite Räume. Ich vermute (bin mir aber nicht sicher), dass bei der Gattung Mus (die weltlichste Gattung aller Säugetiere überhaupt) die einzelnen Arten keine weiten Verbreitungsgebiete haben, was meiner Frage widerspricht.
Ich bilde mir ein, aus einer Arbeit von Don, dass einige Gattungen von Gräsern (d. h. Juncus oder Juncaceae) weit über die Welt verbreitet sind, und sicherlich haben viele ihrer Arten sehr weite Verbreitungsgebiete – kurzum, es scheint, dass meine Frage ist, ob es eine Beziehung zwischen den Verbreitungsgebieten von Gattungen und von einzelnen Arten gibt, ohne irgendeine Beziehung zur Größe der Gattungen. Es ist offensichtlich, dass eine Gattung auf zwei Arten weit verbreitet sein könnte: 1. durch viele verschiedene Arten, jede mit begrenztem Verbreitungsgebiet; und 2. durch viele oder wenige Arten mit weitem Verbreitungsgebiet. Für jedes Licht, das Sie darauf werfen könnten, wäre ich sehr dankbar. Vielen Dank auch für Ihr Angebot in einem früheren Brief, andere Punkte zu berücksichtigen; und an einem zukünftigen Tag werde ich für ein wenig Hilfe sehr dankbar sein, aber ich werde nicht unbarmherzig sein.
Swainson hat bemerkt (und Westwood hat widersprochen), dass typische Gattungen weite Verbreitungsgebiete haben: Waterhouse (ohne diese früheren Bemerkungen zu kennen) machte mir dieselbe Beobachtung: Ich empfinde einen lobenswerten Zweifel und eine Abneigung, irgendeiner Aussage von Swainson zu glauben; aber jetzt, da Waterhouse dies bemerkt, bin ich neugierig auf den Punkt. Es gibt jedoch so viel Vages in der Bedeutung von „typischen Formen“ und nicht wenig Mehrdeutigkeit in der bloßen Behauptung von „weiten Verbreitungsgebieten“ (denn Zoologen gehen selten in strenge und unangenehme Arithmetik, wie Sie Botaniker so weise tun), dass ich sehr zweifelhaft bin, obwohl einige Überlegungen mich dazu verleiten, an diese Bemerkung zu glauben. Auch hier, wenn Sie Licht hineinbringen können, wäre ich sehr dankbar. Nach Ihren freundlichen Bemerkungen werde ich mich nicht dafür entschuldigen, Sie mit meinen vagen Fragen und Bemerkungen zu langweilen.
BRIEF 315. AN J.D. HOOKER. Down, 25. Dezember [1844]. Fröhliche Weihnachten für Sie.
(315/1. Der folgende Brief bezieht sich auf Notizen von Sir J.D. Hooker, die wir nicht gesehen haben. Obwohl wir daher nicht in der Lage sind, viele der angesprochenen Punkte zu klären, erscheint uns der Brief insgesamt so interessant, dass er unter Auslassung nur eines unwichtigen Satzes gedruckt wird.
Die Themen, die in dem Brief behandelt werden, sind diejenigen, die Hookers Aufmerksamkeit in Bezug auf seine „Flora Antarctica“ (1844) beschäftigten.)
Ich muss Ihnen noch einmal für alle Ihre Dokumente danken, die mich sehr interessiert und überrascht haben. Ich fand es sehr schwierig, meinen Kopf mit all Ihren tabellarischen Ergebnissen zu belasten, aber ich weiß vollkommen gut, dass dies zum größten Teil darauf zurückzuführen ist, dass dieser Kopf kein botanischer ist, unterstützt dadurch, dass die Tabellen in MS. sind; ich denke jedoch, dass sie für einen Ignoranten klarer gemacht werden könnten; aber bitte beachten Sie, dass dies sehr verschieden davon ist zu sagen, dass ich denke, Botaniker sollten ihre höchsten Ergebnisse so aufbereiten, dass Nicht-Botaniker sie leicht verstehen können. Ich werde Ihnen sagen, wie ich persönlich die Ergebnisse ausgearbeitet sehen möchte, und dann können Sie beurteilen, ob dies für die botanische Welt ratsam ist.
Wenn man auf den Globus schaut, sind die Auckland- und Campbell-Inseln, Neuseeland und Van-Diemens-Land geografisch so offensichtlich verwandt, dass ich, bevor irgendein Vergleich mit weit entfernteren Ländern angestellt wurde, deren Floren in Bezug zueinander verstehen möchte; und die südlichen im Vergleich zur nördlichen gemäßigten Hemisphäre, die, wie ich vermute, für jeden ein fast unwillkürlicher Standard des Vergleichs ist. Um die Beziehung der Floren dieser Inseln zu verstehen, würde ich die Gruppe gerne in eine nördliche und südliche Hälfte unterteilt sehen und wissen, wie viele Arten in letzterer existieren –
1. Gehörend zu Gattungen, die auf Australien, Van-Diemens-Land und Nord-Neuseeland beschränkt sind.
2. Gehörend zu Gattungen, die nur auf den Bergen von Australien, Van-Diemens-Land und Nord-Neuseeland vorkommen.
3. Gehörend zu Gattungen mit Verbreitung in vielen Teilen der Welt (d. h. die keine besondere Geschichte erzählen).
4. Gehörend zu Gattungen, die in der nördlichen Hemisphäre und nicht in den Tropen vorkommen; oder nur auf Bergen in den Tropen.
Ich wage zu behaupten, dass all dies (soweit die vorhandenen Materialien reichen) aus Ihren Tabellen, so wie sie stehen, extrahiert werden könnte; aber für jeden, der mit den Namen der Pflanzen nicht vertraut ist, wäre dies schwierig. Ich empfand besonders den Mangel daran, nicht zu wissen, welche der Gattungen in den Tieflandtropen vorkommen, beim Verständnis der Beziehung der antarktischen zu den arktischen Floren.
Wenn die fuegische Flora in der analogen Weise behandelt würde (und dies würde beiläufig zeigen, wie weit die Kordilleren eine Hauptstraße der Gattungen sind), wäre ich dann weit leichter und zufriedenstellender bereit, die Beziehungen von Fuegia zu den Auckland-Inseln und folglich zu den Bergen von Van-Diemens-Land zu verstehen. Überdies würden die wunderbaren Tatsachen ihrer engen botanischen Beziehung (zwischen Fuegia und den Auckland-Inseln usw.) noch deutlicher hervortreten, nachdem die Auckland-Inseln zuerst unter der rein geografischen Beziehung der Position behandelt worden wären. Eine dreifache Teilung wie Ihre würde mich vermuten lassen, dass die drei Orte etwas gleich weit entfernt und nicht so sehr unterschiedlich in der Größe wären: die Beziehung von Van-Diemens-Land scheint so vergleichsweise klein, und da diese Beziehung in ihren alpinen Pflanzen liegt, habe ich das Gefühl, dass sie nur als eine Unterabteilung der großen Gruppe, einschließlich Auckland, Campbell, Neuseeland, behandelt werden sollte...
...und der antarktischen Punkte im Allgemeinen. Ich denke, eine Liste der Gattungen, die einerseits Fuegia und andererseits Campbell usw. sowie den Bergen von Van-Diemens-Land oder Neuseeland gemeinsam sind (aber nicht in den gemäßigten Tieflandgebieten und den südlichen tropischen Teilen Südamerikas und Australiens oder Neuseelands vorkommen), würde gleichzeitig die Beziehung zwischen diesen antarktischen Punkten untereinander sowie zu den nördlichen oder arktischen Regionen deutlich hervorheben.
Ist in Artikel III. gemeint, oder könnte man diesen Artikel so verstehen, dass die Ähnlichkeit der weit entfernten Punkte in den antarktischen Regionen so eng sei wie zwischen weit entfernten Punkten in den arktischen Regionen? Ich entnehme dem, dass dies nicht der Fall ist. Sie sprechen davon, dass die südlichen Punkte Amerikas und Australiens usw. „wesentlich angenähert“ seien und dass diese größere Nähe mit einer größeren Ähnlichkeit ihrer Pflanzen korreliere: Ich stelle auf dem Globus fest, dass Van-Diemens-Land und Fuegia nur etwa ein Fünftel näher beieinander liegen als die gesamte Entfernung zwischen Port Jackson und Concepcion in Chile; und ferner, dass Campbell Island und Fuegia nur ein Fünftel näher beieinander liegen als der östliche Punkt von Nord-Neuseeland und Concepcion. Glauben Sie nun bei solch immensen Entfernungen, beide über offene Ozeane hinweg, dass ein um ein Fünftel geringerer Abstand, sagen wir 4.000 Meilen statt 5.000, einen wesentlichen Unterschied im Grad der Ähnlichkeit der Floren der beiden Regionen erklären oder beleuchten kann?
Ich vertraue darauf, dass Sie die Flora von Neuseeland bearbeiten werden, wie Sie es am Ende Ihres Briefes begonnen haben: Ist das nicht ein ganz origineller Plan? Und ist es nicht sehr überraschend, dass Neuseeland, das viel näher an Australien als an Südamerika liegt, eine intermediäre Flora aufweisen sollte? Ich hatte mir eingebildet, dass fast alle Arten dort für das Land eigentümlich seien. Ich kann nicht umhin zu denken, dass Sie sich eine grundlose Schwierigkeit bei der Feststellung machen, ob Neuseeland für sich allein oder mit Australien oder Südamerika klassifiziert werden sollte – nämlich dann, wenn Sie (am unteren Ende von Seite 7 Ihres Briefes) zu sagen scheinen, dass gemeinsame Gattungen nur darauf hindeuten, dass die äußeren Lebensbedingungen für sie geeignet und ähnlich seien. (315/2. Am 30. Dezember 1844 antwortete Sir J.D. Hooker: „Nichts lag mir ferner, als etwas zu schreiben, das einen zu der Annahme verleiten könnte, dass Gattungen, die zwei Orten gemeinsam sind, auf eine Ähnlichkeit der äußeren Bedingungen hindeuten, unter denen sie sich entwickeln, obwohl ich sehe, dass ich Ihnen ausgezeichnete Gründe dafür geliefert habe, anzunehmen, dass dies meine Meinung sei.“) Kann man gegen eine solche Behauptung nicht sicher eine überwältigende Masse an Fakten anführen? Entfernte Teile Australiens besitzen völlig unterschiedliche Arten von Beuteltieren, aber sicher ist diese Tatsache, dass sie dieselben Beuteltiergattungen haben, das stärkste Band und das deutlichste Zeichen einer ursprünglichen (sogenannten) schöpferischen Verwandtschaft über ganz Australien hinweg; niemand wird (oder sollte) heute behaupten, dass die verschiedenen Teile Australiens etwas an ihren äußeren Bedingungen gemeinsam haben, was sie für Beuteltiere in hervorragender Weise geeignet macht; und so weiter in tausend Fällen. Obwohl jede Art und folglich jede Gattung an ihr Land angepasst sein muss, ist Anpassung offensichtlich nicht das beherrschende Gesetz in der geografischen Verbreitung. Ist das nicht so? Und wenn ich Sie recht verstehe, verringern Sie Ihre eigenen Vergleichsmöglichkeiten, indem Sie das Vorhandensein derselben Gattungen einer Ähnlichkeit der Bedingungen zuschreiben.
Sie werden über meine sehr umfassende Befolgung Ihrer Bitte, alles zu schreiben, was ich zu Ihren Tabellen sagen könnte, stöhnen, und ich habe es mit aller Gewalt getan: Ich kann kaum sagen, wie wertvoll ich Ihre Ergebnisse finde, wenn sie, soweit es der gegenwärtige Kenntnisstand und die Sammlungen erlauben, ausgearbeitet sind.
Nun zu einigen allgemeinen Bemerkungen zu Ihrem Brief: Danke für das Angebot, mir Exemplare von Felsblöcken von Cockburn Island zu zeigen; aber Felsblöcke interessieren mich nur als Hinweis auf das frühere Klima: Vielleicht wird Ross einige Informationen liefern...
Watsons Arbeit über die Azoren (315/3. H.C. Watson, „London Journal of Botany“, 1843-44.) hat mich sehr überrascht; finden Sie es nicht seltsam, wie gering die Zahl der eigentümlichen Arten ist und wie selten sie auf den alpinen Höhen vorkommen? Ich wünschte, er hätte seine Ergebnisse tabellarisch aufbereitet; könnten Sie ihm nicht vorschlagen, ein Papier mit solchen Ergebnissen zu verfassen, in dem diese Inseln mit Madeira verglichen werden? Wimmelt es auf Madeira nicht von eigentümlichen Formen?
Eine Diskussion über die Beziehungen der Floren, insbesondere der alpinen, der Azoren, Madeiras und der Kanarischen Inseln, wäre, wie ich denke, von allgemeinem Interesse. Wie merkwürdig sind die verschiedenen zweifelhaften Arten, auf die Watson am Ende seines Papiers hinweist; genau wie es bei den Vögeln auf den Galapagos-Inseln der Fall ist... Jederzeit, wenn Sie mir behilflich sein können, etwas über alpine Floren zu lesen, werde ich es als die größte Freundlichkeit empfinden. Ich bedauere, dass es für Bourbon keine bessere Autorität gibt als diesen dummen Bory: Ich nehme an, seine Bemerkung, dass Pflanzen auf isolierten vulkanischen Inseln polymorph (d. h., wie ich annehme, veränderlich?) seien, ist völlig grundlos. Leben Sie wohl, mein lieber Hooker. Dieser Brief ist infam unklar, und ich fürchte, er kann zu nichts nütze sein, außer Ihnen den Eindruck eines botanischen Ignoranten zu vermitteln.
BRIEF 316. AN J.D. HOOKER. Down, 19. März [1845].
...Ich habe mich sehr gefreut, Humboldts Ansichten über Wanderungen und doppelte Schöpfungen zu hören. Es ist sehr anmaßend, aber ich bin mir sicher, dass, obwohl man ausgedehnte Wanderungen nicht beweisen kann, die grundlegenden Überlegungen, die für das Thema wichtig sind, ausgelassen wurden, und ich wage zu sagen, selbst von Humboldt. Ich würde den Fall gerne einmal wie ein Anwalt zu Ihrer Betrachtung darlegen, und zwar unter dem Gesichtspunkt, unter dem er meiner Meinung nach betrachtet werden sollte. Die Schlussfolgerung, zu der ich komme, ist, dass wir bei unserem derzeitigen Wissen nicht vorgeben können, der möglichen und sogar wahrscheinlichen Wanderung von Pflanzen irgendeine Grenze zu setzen. Wenn Sie zeigen können, dass viele der fuegischen Pflanzen, die auch in Europa vorkommen, an dazwischenliegenden Punkten gefunden werden, wird dies ein großartiges Argument für die Tatsächlichkeit der Wanderung sein; aber sie nicht zu finden, wird in meinen Augen die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf diese Weise gewandert sind, nicht wesentlich verringern. Meine Feder geht immer mit mir durch, wenn ich Ihnen schreibe; und in einem höchst unbeständigen, schrecklich schlechten Tempo läuft sie. Was würde ich nicht darum geben, einfaches Englisch zu schreiben, ohne jeden Satz umschreiben und nochmals umschreiben zu müssen.
BRIEF 317. AN J.D. HOOKER. Freitag [29. Juni 1845].
Ich bin ein undankbarer Hund, dass ich Ihren Brief nicht früher beantwortet habe, aber ich habe so hart an der Korrektur der Druckfahnen (317/1. Die zweite Ausgabe des „Journal“.) gearbeitet, zusammen mit einer gewissen Unpässlichkeit, dass ich keine Viertelstunde übrig hatte. Ich habe das erste Drittel des alten Bandes endgültig korrigiert, das am 1. Juli erscheinen wird. Ich hoffe und denke, dass ich es etwas verbessert habe. Vielen herzlichen Dank für Ihre Anmerkungen; einige kamen zu spät, als dass ich einige meiner Ausführungen vorsichtiger hätte formulieren können. Ich bin jedoch immer noch geneigt, an meiner Verdunstungsthese festzuhalten, um die Dampfwolken zu erklären, die nach dem Regen aus den bewaldeten Tälern aufsteigen. Wiederum bin ich so eigensinnig, dass ich sehr gute Beweise bräuchte, um zu glauben, dass es zwei Arten von Polyborus (317/2. Polyborus Novae Zelandiae, ein Aasfalke, der als sehr häufig auf den Falklandinseln erwähnt wird.) auf den Falklandinseln gibt. Geben die Gauchos dort das zu? So viel ich auch mit ihnen sprach, sie haben nie auf eine solche Tatsache angespielt. In der Zoologie habe ich das sexuelle und unreife Gefieder erörtert, die sich stark unterscheiden.
Ich sende den beiliegenden erfreulichen Brief mit vielen Dank zurück. Ich bin überaus froh über die auf St. Paul gesammelten Pflanzen und werde besonders neugierig sein, wann immer sie eintreffen, zu hören, was es ist. Ich habe neulich bei Sir J. Lubbock zu Abend gegessen und R. Brown getroffen, und wir haben viel lobend über Sie gesprochen. Er sprach sehr nett über Ihre Beweggründe, jetzt nach Edinburgh zu gehen. Er schien nicht zu wissen, und war sehr überrascht von dem, was ich (wie ich glaube, korrekt) über die enge Verwandtschaft zwischen den Floren von Kerguelen und T. del Fuego feststellte. Forbes leistet anscheinend sehr gute Arbeit über die Einführung und Verbreitung von Pflanzen. Er ist mir bei dem zuvorgekommen, was ich als eine interessante Diskussion gehofft hatte – nämlich über die Beziehung zwischen den heutigen alpinen und arktischen Floren in Verbindung mit dem letzten Klimawandel von arktisch zu gemäßigt, als die damaligen arktischen Tieflandpflanzen auf die Berge gedrängt worden sein müssen. (317/3. Forbes’ Essay „On the Connection between the Distribution of the Existing Fauna and Flora of the British Isles and the Geological Changes which have affected their Area“ wurde 1846 veröffentlicht. Siehe Anmerkung, Brief 20.)
Ich freue mich sehr, von dem angenehmen Empfang zu hören, den Sie in Edinburgh erhalten haben. (317/4. Sir J.D. Hooker war Kandidat für den Lehrstuhl für Botanik in Edinburgh. Siehe „Life and Letters“, I., Seiten 335, 342.) Ich hoffe, Ihre Eindrücke bleiben angenehm; meine Verbindungen mit „auld Reekie“ sind sehr freundschaftlich. Sehen Sie jemals Dr. Coldstream? Falls ja, würden Sie ihm meine freundlichen Grüße ausrichten? Sie fragen nach Bernstein. Ich glaube, alle Arten sind ausgestorben (d. h. wenn der Bernstein nicht gefälscht wurde), und sicherlich ist die größere Anzahl es. (317/5. Für einen Bericht über Pflanzen in Bernstein siehe Goeppert und Berendt, „Der Bernstein und die in ihm befindlichen Pflanzenreste der Vorwelt“, Berlin, 1845; Goeppert, „Coniferen des Bernstein“, Danzig, 1883; Conwentz, „Monographie der Baltischen Bernsteinbäume“, Danzig, 1890.)
Wenn Sie weitere Korrekturen bereit haben, schicken Sie sie bitte bald, denn ich werde in weniger als einer Woche mit dem zweiten Teil in Druck gehen. Ich war so beschäftigt, dass ich noch nicht mit d’Urville begonnen habe und nur das erste Kapitel der Kanarischen Inseln gelesen habe! Ich bin Ihnen ganz besonders dankbar dafür, dass Sie mir letzteres geliehen haben, denn ich wüsste nicht, wo ich es mir sonst hätte leihen können. Es gibt den „Kosmos“ zu lesen und Lyells „Travels in North America“. Es ist schrecklich, daran zu denken, wie viel es zu lesen gibt. Was macht H. Watson zu einem Abtrünnigen? Ich hatte neulich ein Gespräch mit Captain Beaufort, und er trug mir auf, ein Buch zu führen und alles einzutragen, was mir auffiel und eine Untersuchung oder Sammlung in irgendeinem Teil der Welt verdiente, und er würde es früher oder später in die Anweisungen für ein Schiff aufnehmen. Wenn Ihnen etwas einfällt, lassen Sie es mich wissen, denn in ein oder zwei Monaten muss ich etwas niederschreiben. Ich beabsichtige, Sammlungen aller Art auf allen isolierten Inseln anzuregen. Ich vermute, dass es im nördlichen Teil des Pazifiks einige gibt, die noch nie von einem Sammler besucht wurden. Dies ist ein langweiliger, unordentlicher Brief. Leben Sie wohl.
Da Ihnen Insel-Floren so wichtig sind, wissen Sie, dass ich alle blühenden Pflanzen auf den Abrolhos-Inseln gesammelt habe? Aber sie liegen sehr nahe an der Küste von Brasilien. Dennoch denke ich, dass sie unter einem geografischen Gesichtspunkt einfach einmal betrachtet werden sollten.
BRIEF 318. AN J.D. HOOKER. Down, November [1845].
Ich bin in Ihrer Flora gerade bis zu Lycopodium gekommen und kann wahrlich nicht genug sagen, wie sehr mich all Ihre verstreuten Bemerkungen interessiert haben. Ich bin erfreut, viele der Aussagen, die Sie in Ihren Briefen an mich gemacht haben, als wir einige der geografischen Punkte diskutierten, nun gedruckt zu haben. Ich kann nicht aufhören, über die Ähnlichkeit der antarktischen Floren zu staunen: es ist wunderbar. Ich hoffe, Sie werden alle Ihre Ergebnisse tabellarisch aufbereiten und das, worauf Sie anspielen (und was von Nicht-Botanikern wie mir vorrangig gewünscht wird), deutlich hervorheben, welche der Gattungen im tropischen Tiefland oder Hochland vorkommen und welche nicht, soweit bekannt. Von den sehr vielen neuen Beobachtungen für mich hat mich nichts mehr überrascht als das Fehlen alpiner Floren auf den Südinseln. (318/1. Siehe „Flora Antarctica“, I., Seite 79, wo der Autor sagt, dass „im Süden... beim Aufstieg auf die Berge wenige oder gar keine neuen Formen auftreten.“ In Bezug auf die Sandwich-Inseln schrieb Sir Joseph (Seite 75), dass „obwohl die vulkanischen Inseln der Sandwich-Gruppe eine größere Höhe als diese [10.000 Fuß] erreichen, es keine solche Entwicklung neuer Arten auf der oberen Ebene gibt.“ Neuere Aussagen in diesem Sinne finden sich bei Grisebach, „Vegetation der Erde“, Band II., Seite 530. Siehe auch Wallace, „Island Life“, Seite 307.) Es erscheint mir höchst unerklärlich. Sind Sie sich sicher bezüglich des ähnlichen Fehlens in der Sandwich-Gruppe? Steht das nicht völlig im Widerspruch zum Fall Teneriffa und Madeira und den Mittelmeerinseln? Ich hatte mir eingebildet, dass T. del Fuego eine große alpine Flora besessen hätte! Ich würde sehr gerne wissen, ob das Klima von Nord-Neuseeland viel insularer ist als das von Tasmanien. Ich würde es angesichts des allgemeinen Erscheinungsbildes der Orte bezweifeln, und doch nehme ich an, dass die Flora der ersteren weitaus spärlicher ist als die von Tasmanien. Sagen Sie mir doch bitte, was Sie zu diesem Punkt denken. Besonders interessiert haben mich auch all Ihre Bemerkungen zur Variation, zu den Verwandtschaften usw.: kurzum, Ihr Buch war für mich ein höchst wertvolles, und ich hätte es kaufen müssen, wenn Sie es mir nicht so freundlich geschenkt und es damit für mich noch weit wertvoller gemacht hätten. Wenn Sie eine Art mit einer anderen vergleichen, erwähnen Sie manchmal nicht den Standort der letzteren (da er, wie ich annehme, wohlbekannt ist), aber für Nicht-Botaniker würden solche Erklärungen das Interesse stark steigern – nicht, dass Nicht-Botaniker irgendeinen Anspruch auf solche Erklärungen in ausdrücklich botanischen Werken hätten. Es gibt einen Ausdruck, den Sie Botaniker oft verwenden (obwohl, glaube ich, Sie individuell nicht oft), der mich in Wut versetzt – nämlich pollenführende Blüten als „steril“ zu bezeichnen, da sie keine Samen tragen. (318/2. Siehe Brief 16.) Sind die Tafeln von Ihren eigenen Zeichnungen? Sie erscheinen mir ausgezeichnet. So, nun haben Sie meine anmaßenden Komplimente zu Ihrem großartigen Werk erhalten.
BRIEF 319. AN J.D. HOOKER. Down, Freitag [1845-6].
Es ist ganz merkwürdig, wie unsere Meinungen über Forbes’ Ansichten übereinstimmen. (319/1. Siehe Brief 20.) Ich war sehr froh, Ihren letzten Brief zu erhalten, der für mich noch wertvoller war als die meisten Ihrer Briefe, und das will, versichere ich Ihnen, eine ganze Menge heißen. Ich hatte an Forbes geschrieben, um Einwände gegen die Azoren (319/2. Edward Forbes vermutete, dass die Azoren, die Madeiras und Kanaren „die letzten verbliebenen Fragmente“ eines Kontinents seien, der sie einst mit Westeuropa und Nordspanien verband. Lyells „Principles“, Ausgabe XI., Band II., Seite 410. Siehe Forbes, op. cit.) aus denselben Gründen wie Sie zu erheben, und er gab eine Antwort, die mich teilweise zufriedenstellte, aber ich bin wirklich so dumm, dass ich mich nicht daran erinnern kann. Er bestand nachdrücklich auf der geringen Zahl der Arten, die den Azoren absolut eigentümlich sind – die meisten der nicht-europäischen Arten sind auf Madeira verbreitet. Ich hatte gedacht, dass eine ganze Reihe absolut eigentümlich wären. Bis ich ihn letzten Mittwoch sah, dachte ich, er hätte geologisch gesehen bei seinem Land nach dem Miozän kein Bein, auf dem er stehen könnte; und seine Gründe scheinen bei näherer Betrachtung eher schwach: der Hauptgrund ist, dass es auf den miozänen Schichten von Malta usw. keine Ablagerungen (die jünger als das Miozän sind) gibt, aber ich bin ziemlich sicher, dass dies nicht als Beweis dafür gelten kann, dass Malta während der gesamten Zeit nach dem Miozän über Wasser gewesen sein muss. Er hatte noch einen anderen Grund, der meiner Meinung nach noch weniger vertrauenswürdig ist. Ich hatte auch vor Ihrem Brief an Forbes geschrieben und Einwände gegen den Sargassum (319/3. Edward Forbes vermutete, dass der Sargassum oder Golf-Tang die Ufer-Algen eines heute versunkenen Kontinents darstellt. „Mem. Geol. Survey Great Britain“, Band I., 1846, Seite 349. Siehe Lyells „Principles“, II., Seite 396, Ausgabe XI.) erhoben, aber anscheinend aus falschen Gründen, denn ich konnte bei der üblichen Auffassung von absoluten Schöpfungen keinen Grund sehen, warum nicht ein Fucus für den Ozean geschaffen worden sein sollte, ebenso wie mehrere Confervae für denselben Zweck. Es ist wirklich schade, dass Forbes so spekulativ ist: Er wird seinen Ruf, wie auch immer, auf dem Kontinent schädigen; und somit weniger Gutes tun. Ich stelle fest, dass dies die Meinung von Falconer ist, der am Sonntag bei uns war und äußerst angenehm war. Es ist wunderbar, wie viele heterogene Informationen er über alle möglichen Dinge hat. Ich bedaure umso mehr, dass Forbes seine Ansichten nicht zufriedenstellender beweisen kann, da ich mir von Herzen wünsche, sie wären begründet, und bis zu einem gewissen Grad glaube ich voll und ganz, dass sie wahr sind; aber seine Kühnheit ist erstaunlich. Verstehe ich Ihren Brief richtig, dass Westafrika (319/4. Dies ist natürlich ein Missverständnis.) und Java zur selben botanischen Region gehören – d. h., dass sie viele nicht an der Küste vorkommende Arten gemeinsam haben? Wenn dem so ist, ist es eine niederschmetternde Tatsache: Denken Sie an die Entfernung, mit dem Indischen Ozean dazwischen! Antworten Sie mir bitte irgendwann darauf. In Bezug auf Polymorphismus, worüber Sie so freundlich waren, mir so viele Informationen zu geben, bin ich fest davon überzeugt, dass er in dem Sinne, wie Sie ihn diskutiert haben, aufgegeben werden muss; aber aus solchen Fällen wie den Galapagos-Vögeln und aus hypothetischen Vorstellungen über Variation wäre ich sehr froh zu wissen, ob er aus einem etwas anderen Blickwinkel aufgegeben werden muss; das heißt, ob die eigentümlichen Inselarten im Allgemeinen gut und stark von den Arten auf dem nächsten Kontinent unterscheidbar sind (wenn es einen nahen Kontinent gibt); die Galapagos-Inseln, die Kanarischen Inseln und Madeira sollten dies beantworten können. Ich hätte hypothetisch erwartet, dass eine ganze Reihe von Arten schöne, ausgeprägte Arten wären, wie einige der Galapagos-Vögel, und noch mehr auf den verschiedenen Inseln solcher Gruppen.
Ich werde Ihnen einige Fragen stellen, aber ich wäre manchmal wirklich fast froh, wenn Sie mir für lange Zeit gar nicht oder überhaupt nicht antworten würden, denn in ehrlicher Wahrheit schäme ich mich oft für Ihre Freundlichkeit, mir so lange Briefe zu schreiben, und staune darüber. Ich bitte Sie also, darauf zu achten, mir niemals zu schreiben, wenn es Sie langweilt. Kennen Sie „Elements de Teratologie (über Monster, glaube ich) Vegetale“ von A. Moquin Tandon? (319/5. Paris, 1841.) Ist es ein gutes Buch, und behandelt es erbliche Missbildungen oder Varietäten? Ich habe fast die enorme Aufgabe von 850 Seiten von A. St. Hilaires Vorlesungen (319/6. „Lecons de Botanique“, 1841.) hinter mir, die Sie mir aufgegeben haben, und ich bin sehr froh, dass Sie mir gesagt haben, ich solle es lesen, denn ich habe mich für Teile sehr interessiert. Bestimmte Ausdrücke, die sich durch das ganze Werk ziehen, versetzen mich in Wut: So nehme ich aufs Geratewohl: „la plante n'etait pas tout a fait ASSEZ AFFAIBLIE pour produire de veritables carpelles.“ Jedes Organ oder jeder Teil, der an der Fortpflanzung beteiligt ist – dieses höchste Ziel aller niederen Organismen – wird laut diesem Mann durch einen geringeren oder höheren Grad von „affaiblissement“ (Abschwächung) erzeugt; und wenn das keine AFFAIBLISSEMENT der Sprache ist, dann weiß ich auch nicht. Ich habe hier einen Ausdruck verwendet, der mich zu einer weiteren Frage führt: Auf welcher Grundlage machen Botaniker eine Pflanzenfamilie höher als eine andere? Ich kann sehen, dass die einfachsten Kryptogamen die niedrigsten sind, und ich nehme an, aufgrund ihrer Beziehungen kommen die Monokotyledonen als Nächste; aber wie sieht es bei den verschiedenen Familien der Dikotyledonen aus? Der Punkt scheint mir bei vielen Tierrassen gleichermaßen dunkel zu sein, und ich weiß nicht, wie ich sagen soll, ob eine Biene oder ein Cicindela höher steht. (319/7. Zur Verwendung der Begriffe „hoch“ und „niedrig“ siehe Briefe 36 und 70.) Ich sehe, Aug. Hilaire verwendet eine Vielzahl von Teilen – mehrere Kreise von Staubblättern usw. – als Beweis für die Höhe der Ranunculaceae; nun hat Owen, wie ich glaube, zu Recht das gleiche Argument verwendet, um die Niedrigkeit einiger Tiere zu zeigen, und die These aufgestellt, dass je geringer die Anzahl eines Organs, wie Beine oder Flügel oder Zähne, ist, durch das derselbe Zweck erreicht wird, desto höher das Tier ist. Eine weitere Frage. Hilaire sagt (Seite 572), dass „chez une foule de plantes c'est dans le bouton“ (bei einer Menge von Pflanzen ist es in der Knospe), dass die Befruchtung stattfindet. Er führt nur Goodenia an (319/8. Für Briefe zu diesem Punkt siehe Index s.v. Goodenia.), und Falconer kann sich an keine Fälle erinnern. Kennen Sie eine dieser „foule“ von Pflanzen? Aus Gründen, die kaum besser als hypothetisch sind, bezweifle ich sehr die Genauigkeit dessen, so anmaßend das auch ist; dass Pflanzen ihren Pollen in der Knospe abgeben, ist natürlich eine ganz andere Geschichte. Können Sie mich erleuchten? Henslow wird Ihnen die Galapagos-Fragmente schicken. Ich adressiere dies an Kew, da ich annehme, dass Sie nach der Hochzeit Ihrer Schwester (zu der ich Ihnen meine Glückwünsche aussprechen möchte) nach Hause zurückkehren werden.
Es gibt große Befürchtungen, dass Falconer nach Indien gehen muss – dies wäre ein schwerer Verlust für die Paläontologie.
BRIEF 320. AN J.D. HOOKER. Down, 10. April [1846].
Ich habe mich sehr gefreut, Ihr Zertifikat für die Geolog[ical Society] zu sehen und zu unterzeichnen; wir werden uns so hoffentlich gelegentlich treffen. (320/1. Sir Joseph wurde 1846 zum Fellow der Geological Society gewählt.)
Ich bin ein undankbarer Hund, Ihnen nicht schon früher für den Kuchen und die Bücher gedankt zu haben. Die Kinder und ihre Vorgesetzten erklärten ersteren für vortrefflich, und Annie wollte wissen, ob es der Herr sei, „der mit uns gespielt hat“. Ich wünschte, wir wären in einer vernünftigeren Entfernung, damit Emma und ich Lady Hooker unsere Glückwünsche zu diesem Anlass hätten persönlich überbringen können. Es war sehr freundlich von Ihnen, beide Nummern des „Hort. Journal“ beizulegen. Ich halte Dean Herberts Artikel für sehr lesenswert. Ich war so verschwenderisch, Moquin Tandon zu bestellen (320/2. Wahrscheinlich „Elements de Teratologie Vegetale“: Paris, 1841.), denn obwohl ich bisher noch nichts besonders Neues oder Auffälliges gefunden habe, stellte ich doch fest, dass ich eine ganze Reihe von Passagen unterstreichen wollte, um sie zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal zu lesen, und habe daher das Buch bestellt. Folglich hoffe ich, Ihre Bücher bald zurückschicken zu können. Ich habe die Ascension-Pflanzen durch Bunsen an Ehrenberg geschickt.
In Ihrem letzten langen Brief war vieles, was mich sehr interessiert hat; und ich bin besonders froh, dass Sie sich in Ihren Arbeiten mit dem Polymorphismus in unserem letzten und unzutreffenden Sinne befassen werden; ich sehe ein, dass es äußerst schwierig sein muss, irgendeine Art von konstanter Grenze für das Ausmaß der möglichen Variation festzulegen. Wie sehr wünsche ich mir doch, dass alle Ihre Arbeiten veröffentlicht und vollständig wären, sodass ich in Ruhe darüber nachdenken könnte. Ich fürchte, die Pazifischen Inseln liegen noch in weiter Ferne. Ich fürchte in der Tat, dass Forbes etwas zu schnell voranschreitet; aber wir werden bald alle seine Grundlagen sehen, da ich höre, dass er derzeit Korrekturen an diesem Thema vornimmt; er hat eine Menge Leute, die ihn angreifen; ich sehe, dass Falconer keine Gelegenheit auslässt, und es ist erstaunlich, wie gut Forbes das wegsteckt. Was für eine sehr auffällige Tatsache ist die botanische Beziehung zwischen Afrika und Java; so wie Sie es jetzt darlegen, bin ich eher erfreut als abgestoßen, denn es stimmt ausgezeichnet mit der Verbreitung der Säugetiere überein (320/3. Siehe Wallace, „Geogr. Distribution“, Band I., Seite 263, über das „spezielle orientalische oder sogar malaiische Element“ bei westafrikanischen Säugetieren und Vögeln.): nur dass ich aus Ihren Briefen schließe, dass das Kap sich noch deutlicher vom Rest Afrikas unterscheidet, als ich gedacht hatte, und viel stärker, als es bei den Säugetieren der Fall ist. Ich bin überrascht festzustellen, wie gut Säugetiere und Pflanzen in ihrer allgemeinen Verbreitung übereinzustimmen scheinen. Was meinen starken Einwand gegen Aug. St. Hilaires Sprache bezüglich AFFAIBLISSEMENT angeht (320/4. Dies bezieht sich auf seine „Lecons de Botanique (Morphologie Vegetale)“, 1841. Saint-Hilaire erklärt morphologische Unterschiede oft durch Unterschiede in der Lebenskraft. Siehe Brief 319.), so ist er vielleicht kaum rational, und doch gibt er zu, dass einige der kräftigsten Pflanzen in der Natur einige ihrer Organe von dieser Schwäche befallen haben – er behauptet natürlich nicht, dass sie in früheren Generationen jemals anders waren – oder dass eine kräftiger wachsende Pflanze weniger geschwächte Organe hervorbringt und somit bei der Ausbildung ihrer typischen Struktur versagt. Führt das Abschneiden des Saftstroms bei einer Pflanze im Naturzustand dazu, dass Blütenknospen entstehen? Ich weiß, dass es bei Bäumen in Obstgärten der Fall ist. Owen hat großartige Arbeit bei der Morphologie der Wirbeltiere geleistet: Ihr Arm und Ihre Hand sind Teile Ihres Kopfes, oder vielmehr die Fortsätze (d. h. modifizierte Rippen) des Hinterhauptwirbels! Er hielt mir einen großartigen Vortrag über einen Dorschkopf. Übrigens, käme es Ihnen nicht ungeheuerlich vor, wenn jemand, während er von den winzigen und schwindenden Kiefern, Tastern usw. eines Insekts oder Krustentiers spricht, sagen würde, sie seien durch die Affaiblissement der weniger wichtigen, aber größeren Bewegungsorgane entstanden. Ich sehe aus Ihrem Brief (obwohl ich nicht annehme, dass es der Rede wert ist), dass ich mich nicht klar ausgedrückt haben konnte, als ich Sie vermuten ließ, Owens Regel, dass einzelne Organe von höherer Ordnung seien als mehrfache, gelte nur für Bewegungsorgane usw.; sie gilt für jedes, selbst für das wichtigste Organ. Ich bezweifle nicht, dass er sagen würde, dass die Plazentatiere, die einzelne Gebärmütter haben, während die Beuteltiere doppelte haben, ein Beispiel für dieses Gesetz sind. Ich glaube jedoch, dass in den meisten Fällen, in denen ein Organ, wie ein Nervenzentrum oder ein Herz, die Stelle mehrerer einnimmt, es an Komplexität gewinnt; aber es kommt mir wirklich seltsam vor, wenn ich sehe, wie in diesem Fall bedeutende Botaniker und Zoologen von entgegengesetzten Standpunkten ausgehen. Bitte denken Sie freundlicherweise an die Befruchtung in der Knospe: Ich habe (da ich seit einigen Jahren darauf achte) noch nie von einem Fall gehört: Ich wollte schon lange wissen, wie es sich bei Subularia, oder einem ähnlichen Namen, verhält, das auf dem Grund schottischer Seen wächst, und ebenso bei einer grasartigen Pflanze, die in Brackwasser lebt, ich habe den Namen ganz vergessen, in der Nähe der Themse; ältere Botaniker bezweifelten, ob es eine Phanerogame sei. Wenn wir uns treffen, werde ich Ihnen sagen, warum ich diese Knospenbefruchtung bezweifle.
Wir befinden uns derzeit in einem Zustand äußerster Verwirrung, da wir alle unsere Nebengebäude abgerissen haben und dabei sind, sie umzubauen und zu verändern. Ich persönlich befinde mich ebenfalls in einem Zustand äußerster Verwirrung, denn meine grausame Frau hat mich überredet, für einen Monat das Schnupfen aufzugeben; und ich bin infolgedessen überaus lethargisch, dumm und melancholisch.
Leben Sie wohl, mein lieber Hooker. Stets der Ihre.
BRIEF 321. AN J.D. HOOKER. Down, 19. April [1855].
Danke für Ihre Liste der R.S.-Kandidaten, die mir sehr nützlich sein wird.
Ich habe viel über meine Salzexperimente nachgedacht (321/1. Für einen Bericht über Darwins Experimente zur Wirkung von Salzwasser auf die Keimung von Samen siehe „Life and Letters“, II., Seite 54. Im April schrieb er an die „Gardeners' Chronicle“ und bat um Informationen; seine Ergebnisse wurden in derselben Zeitschrift am 26. Mai und 24. November 1855 sowie im „Linn. Soc. Journal“, 1857, veröffentlicht.), und ich glaube wirklich, dass sie es wert sind, bis zu einem gewissen Grad fortgesetzt zu werden; aber ich sehe kaum den Nutzen (zumindest keinen Nutzen, der dem enormen Arbeitsaufwand entspricht) darin, das Experiment in dem von Ihnen vorgeschlagenen riesigen Maßstab durchzuführen. Ich sollte meinen, dass ein paar Samen der führenden Ordnungen oder ein paar Samen jeder der von Ihnen genannten Klassen mit verschiedenen Arten von Albumin ausreichen würden, um die Möglichkeit eines erheblichen Seetransports zu zeigen. Um festzustellen, ob eine bestimmte Insel-Flora auf diese Weise transportiert wurde, müsste jede Art untersucht werden. Würden Sie diese gedruckten Listen durchsehen und, wenn Sie können, mit einem roten Kreuz markieren, was Sie vorschlagen würden? In Wahrheit fürchte ich, dass ich Ihre große Güte, mein lieber Hooker, weit mehr in Anspruch nehme, als ich ein Recht dazu habe; aber Sie haben dies angeboten, denn ich hätte nie daran gedacht, Sie um mehr als einen Vorschlag zu bitten. Ich glaube nicht, dass ich mehr als vierzig oder fünfzig Arten auf einmal bewältigen könnte, denn das Wasser muss, wie ich feststelle, jeden zweiten Tag erneuert werden, da es anfängt, schrecklich zu riechen: und ich halte Ihren Plan mit den kleinen Cambric-Päckchen nicht für gut, da sich darin so viel Luft verfängt. Ich werde den großen Behälter mit Salzwasser, in dem die vierzig oder fünfzig kleinen Fläschchen teilweise offen eingetaucht sind, zur gleichmäßigen Temperatur im Keller aufbewahren. Ich muss im Freien pflanzen, da ich kein Gewächshaus habe.
Ich sagte Ihnen, dass ich eine Notiz in der „Gardeners' Chronicle“ eingefügt habe, und heute habe ich von Berkeley gehört, dass er bereits eine Auswahl an Samen nach Margate geschickt hat, damit ein Freund sie in Salzwasser legt; er hält das Experiment also wohl für versuchswert, da er es so prompt selbst in die Hand genommen hat. (321/2. Rev. M.J. Berkeley veröffentlichte zu diesem Thema in der „Gardeners' Chronicle“, 1. September 1855.)
Wenn ich das so lese, klingt es, als wäre ich beleidigt!!! was ich, wie ich nicht sagen muss, nicht bin. (321/3. Nachträglich zwischen die Zeilen eingefügt.)
Ich kann nur erwähnen, dass die in meiner früheren Notiz genannten Samen alle nach vierzehntägigem Eintauchen gekeimt haben, außer den Kohlsamen, die alle tot sind, und bei den Radieschen wurde die Keimung verzögert und mehrere sind meiner Meinung nach tot; Kresse ist nach wie vor am kräftigsten. Französischer Spinat, Hafer, Gerste, Kanariensaat, Borretsch, Rote Bete sind nach siebentägigem Eintauchen gekeimt.
Es ist ganz überraschend, dass die Radieschen gewachsen sind, denn das Salzwasser war in einem Maße faulig, das ich nicht für glaubwürdig gehalten hätte, hätte ich es nicht selbst gerochen, ebenso wie das Wasser mit den Kohlsamen.
BRIEF 322. AN J.D. HOOKER. Down, 10. Juni [1855].
Wenn es mich Ihrer Briefe würdig macht, mich zutiefst für sie zu interessieren, dann bin ich sehr würdig.
Ich habe einige Sämlinge der Mimose (Sensitive Plant) aufgezogen, aber wenn Sie mir LEICHT eine mittelgroße Pflanze entbehren können, wäre ich Ihnen dankbar.
Sie ermutigen mich so sehr, dass ich langsam mit dem Salzen von Samen fortfahren werde. Ich sehe, ich habe mich nicht klar genug ausgedrückt, wenn ich Sie annehmen lasse, ich hätte Einwände gegen Fälle wie die frühere Vereinigung von England und dem Kontinent; ich betrachte diesen Fall durch Tiere usw. usw. als erwiesen; und in der Tat wäre es eine erstaunliche Tatsache, wenn das Land so stabil geblieben wäre, dass sie nicht vereinigt gewesen wären, während Snowdon in jüngerer Zeit um 1.300 Fuß angehoben wurde usw. usw.
Ich bin nur vehement gegen die frühere Vereinigung mit den ozeanischen Vulkaninseln. (322/1. Siehe „Life and Letters“, Band II., Seiten 72, 74, 80, 109.) Was für einen verwirrenden Fall Neuseeland doch darstellt: Steht nicht das Fehlen von Leguminosen usw. usw. der kontinentalen Verbindung VOLLKOMMEN genauso entgegen wie jeder anderen Theorie? Was für eine merkwürdige Tatsache Sie über Verbreitung und Niedrigkeit erwähnen.
Das Vorkommen eines Frosches in Neuseeland scheint mir eine ziemlich starke Tatsache für eine kontinentale Verbindung zu sein, denn ich nehme an, dass Salzwasser den Laich abtöten würde, aber ich werde es versuchen. Der Laich, so stelle ich fest, überlebt etwa zehn Tage außerhalb des Wassers, aber ich glaube nicht, dass er unmöglich an einem Vogel haften könnte.
Was Sie darüber sagen, dass niemand die Schöpfung begreift, erscheint mir sehr wahr; aber ich denke und hoffe, dass es einen fast ebenso großen Unterschied macht, ob man versucht herauszufinden, ob Arten einer Gattung einen gemeinsamen Vorfahren haben, und ob man sich mit dem ersten Ursprung des Lebens befasst, wie zwischen dem Ergründen der Gesetze der chemischen Anziehung und dem ersten Ursprung der Materie.
Ich dachte, Grays Brief sei offen bei Ihnen angekommen und Sie hätten ihn gelesen: Sie werden sehen, worum ich gebeten habe – nämlich um Standorte der Alpenpflanzen, aber ich nehme an, dass es für Sie nichts Neues sein wird. Bitte geben Sie beide zurück. Wie angenehm Gray auf meine Bitte eingeht, und ich glaube, ich werde ein gutes Werk getan haben, wenn ich ihn dazu bringe, eine Arbeit über die geografische Verbreitung der Pflanzen der Vereinigten Staaten zu schreiben.
Ich habe ihm einen sehr langen Brief geschrieben und ihm einige der Punkte mitgeteilt, über die ich neugierig wäre. Aber bei meinem Leben ist es erhaben lächerlich, dass ich einem solchen Mann Vorschläge mache.
Ich kann nicht anders, als zu denken, dass das, was Sie darüber sagen, dass niedrige Pflanzen weit verbreitet sind und schädliche Bedingungen besser vertragen als höhere (aber ist dies nicht äußerst schwierig zu beweisen?), gleichermaßen für den Seetransport, für kontinentale Verbindungen und alle anderen Mittel spricht. Bitte nehmen Sie nicht an, ich bilde mir ein, dass ich, wenn ich zeigen könnte, dass fast alle Samen eine fast unbegrenzte Zeit des Eintauchens in Salzwasser vertragen, mehr als einen ÄUSSERST KLEINEN Schritt bei der Lösung des Verbreitungsproblems getan habe, denn ich kann die Bedeutung der Tatsache, auf die Sie hinweisen, durchaus würdigen; und dann müssen die Richtungen der Strömungen in vergangenen und gegenwärtigen Zeiten berücksichtigt werden!!
Ich bin sehr gespannt auf Berkeleys Ergebnisse beim Salzen.
Was geologische Veränderungen betrifft, so sollte ich einer der letzten Menschen sein, der sie unterschätzt, nach meiner Karte der Koralleninseln und nach dem, was ich an Hebung an der Küste Amerikas gesehen habe. Leben Sie wohl. Ich hoffe, meine Briefe lästigen Sie nicht. Wiederum und zum letzten Mal sage ich, dass ich sehr verärgert wäre, wenn Sie mir jemals gegen Ihren Willen oder wenn Sie müde sind, schreiben würden.
BRIEF 323. AN J.S. HENSLOW. Down, 2. Juli [1855].
Vielen herzlichen Dank für alles, was Sie getan haben und so freundlich versprochen haben, für mich zu tun.
Würden Sie jedem der kleinen Mädchen (wenn nicht zu groß und pompös) sechs Pence (für die ich Briefmarken schicke) zum Geschenk machen, die für mich Samen sammeln wollen: nämlich Lychnis, weiß, rot und fleischfarben (falls solche vorkommen).
...Wären Sie so freundlich, sie sich anzusehen, bevor sie gesendet werden, nur um sicherzugehen, dass sie korrekt sind, denn denken Sie daran, wie botanisch unwissend ich bin.
Lesen Sie die „Gardeners' Chronicle“ und haben Sie einige meiner kleinen Experimente zum Salzen von Samen bemerkt? Sellerie- und Zwiebelsamen sind nach fünfundachtzig Tagen des Eintauchens in Salzwasser aufgegangen, was mir überraschend erscheint und meines Erachtens etwas Licht auf die weite Verbreitung gewisser Pflanzen wirft. Nun kam mir der Gedanke, dass es eine interessante Art wäre, die Wahrscheinlichkeit eines Seetransports von Samen zu testen, eine Liste aller europäischen Pflanzen zu erstellen, die auf den Azoren – einem sehr ozeanischen Archipel – gefunden werden – die Samen zu sammeln und zu versuchen, ob sie ein ziemlich langes Eintauchen vertragen würden. Glauben Sie, dass die fähigste Ihrer kleinen Mädchen Lust hätte, für mich ein Päckchen Samen solcher Azoren-Pflanzen zu sammeln, die in der Nähe von Hitcham wachsen, wobei ich sagen wir 3 Pence für jedes Päckchen zahle: Es würde ein paar Schillinge in ihre Taschen bringen und wäre ein enormer Vorteil für mich, denn ich scheue die Zeit, die Samen zu sammeln, zumal ich die Pflanzen erst lernen muss! Das Experiment scheint mir einen Versuch wert zu sein: Was denken Sie? Würden Sie Einwände dagegen haben, diese Belohnung oder Zahlung Ihren kleinen Mädchen für mich anzubieten? Sie müssten die gewissenhaftesten auswählen, damit ich keine falschen Samen bekomme. Ich habe gerade die Listen verglichen und vermute, dass Sie nicht sehr viele der Azoren-Pflanzen haben würden. Sie haben jedoch:
Ranunculus repens, Ranunculus parviflorus, Papaver rhoeas,? Papaver dubium,? Chelidonium majus,? Fumaria officinalis.?
All dies sind Azoren-Pflanzen.
Was das Kultivieren von Pflanzen betrifft, so habe ich vor, mit sehr wenigen zu beginnen, denn ich könnte es als zu mühsam empfinden. Ich habe bereits seit einigen Monaten Primeln und Schlüsselblumen, stark mit Guano gedüngt, und mit abgepflückten Blüten, und eine Schlüsselblume wurde im Schatten gezogen; und im nächsten Frühjahr werde ich Samen sammeln.
Ich glaube, Sie haben mich bezüglich meines Ziels, Sie dazu zu bringen, in der beiliegenden Liste mit (x) alle „nahen Arten“ zu markieren (323/1. Siehe Brief 279.), d. h. solche, die Sie nicht für Varietäten halten, die aber dennoch sehr nahe verwandt sind, völlig missverstanden; es hat absolut nichts mit deren Kultivierung zu tun, aber ich kann Ihnen [mein] Ziel nicht verraten, da es Sie beim Markieren unbewusst beeinflussen könnte. Wären Sie so freundlich, mit Ihrem Bleistift durch alle Namen jener (wenigen) Arten zu streichen, von denen Sie vielleicht nichts wissen. Wenn Sie fertig sind, werde ich Ihnen mein Ziel verraten – nicht dass es der Rede wert wäre, obwohl ich selbst auf das Thema sehr neugierig bin. Ich weiß und kann erkennen, dass die Definition von „nahen Arten“ sehr vage ist, und daher würde ich mich nicht darum scheren, wenn die Liste von jemand anderem markiert würde, außer von jemandem wie Ihnen.
Verzeihen Sie diesen langen Brief. Ich danke Ihnen herzlich für all Ihre Unterstützung.
Mein lieber alter Meister, in Zuneigung Ihr, C. Darwin.
Vielleicht wären 3 Pence kaum genug, und wenn die Anzahl der Arten nicht sehr groß ausfällt, sollen es 6 Pence pro Päckchen sein.
BRIEF 324. ASA GRAY AN CHARLES DARWIN.
(324/1. Als Antwort auf Darwins Brief vom 8. Juni 1855, wiedergegeben in „Life and Letters“, II., Seite 61.)
Harvard University, Cambridge, U.S., 30. Juni 1855.
Ihr langer Brief vom 8. d. M. ist für mich voller Interesse, und ich werde Ihren Hinweisen so weit wie möglich folgen. Ich freue mich, anderen Fakten zur Verfügung zu stellen, die sie in Bezug auf allgemeine Fragen verarbeiten können, und halte es für umso mehr meine Pflicht, dies zu tun, da ich aufgrund der Vorbeschäftigung von Geist und Zeit sowie mangelnder Erfahrung nicht in der Lage bin, direkte eigene Untersuchungen dieser Art zum Fortschritt der Wissenschaft beizutragen.
Ihre Bitte am Ende Ihres Briefes, bei der Sie solch unnötiges Zögern an den Tag legen, ist genau die Art von Bitte, auf die ich leicht antworten kann, da sie direkt in meinem Bereich liegt. Sie würde mir jedoch wahrscheinlich zum Zeitpunkt, den Sie vorschlagen, wieder aus dem Sinn gehen, also werde ich mich sofort darum kümmern, um die Zeitintervalle zu füllen, die mir bleiben, während ich mich um ein oder zwei Schüler kümmere. Also nehme ich einige ungebundene Blätter eines Exemplars des „Manual“ und markiere die „nahen Arten“, indem ich sie mit einer Klammer verbinde.
Jene, die so verbunden sind, würde ich bei einer Überarbeitung zum Teil unter einer Art zusammenfassen, viele weitere würde Dr. Hooker vereinen, und was den Rest betrifft, so wäre es nicht außergewöhnlich, wenn in jedem Fall die Entdeckung von Zwischenformen deren Vereinigung erzwingen würde.
Wie ich auf der leeren Seite der Blätter, die ich Ihnen (durch Sir William Hooker) sende, vermerkt habe, nehme ich an, dass, wenn wir das Gebiet erweitern, sagen wir auf das unserer Flora von Nordamerika, wir feststellen würden, dass der Anteil der „nahen Arten“ an der gesamten Flora beträchtlich zunimmt. Aber hier spreche ich auf gut Glück. Irgendwann werde ich das für ein paar Familien testen.
Wenn Sie zum Vergleich mit dem, was ich Ihnen sende, die „British Flora“ oder Kochs „Flora Germanica“ oder Godrons „Flora of France“ heranziehen und die „nahen Arten“ nach demselben Prinzip markieren, werden Sie zweifellos eine viel größere Anzahl finden. Natürlich werden Sie daraus nicht schlussfolgern, dass sich die beiden Floren in dieser Hinsicht unterscheiden; da der Unterschied wahrscheinlich auf die Tatsachen zurückzuführen ist, dass (1) es hier nicht so viele Beobachter gab, die darauf aus waren, Unterschiede zu entdecken; und (2) unsere Arten, größtenteils dank Dr. Torrey und mir selbst, gründlicher gereinigt wurden. Was im „Manual“ als eine Art steht, würde in fast jeder europäischen Flora in einer sehr beträchtlichen Anzahl von Fällen als zwei, drei oder mehr erscheinen.
Indem er nominelle Arten mutig reduziert, leistet J. Hooker gute Arbeit; aber sein Beruf – wie der jedes anderen Reformers – setzt ihn Versuchungen und Gefahren aus.
Weil Sie gezeigt haben, dass a und b durch Zwischenformen so verbunden sind, dass wir nicht anders können, als sie als Variationen einer Art zu betrachten, dürfen wir nicht schlussfolgern, dass c und d, die sich auf ähnliche Weise und im gleichen Maße unterscheiden, derselben Art angehören, bevor nicht ein gleiches Maß an Beweisen tatsächlich erbracht wurde. Das heißt, wenn zwei Gruppen von Individuen irgendwelche gravierenden Unterschiede aufweisen, liegt die Beweislast für ihren gemeinsamen Ursprung bei der Person, die diese Ansicht vertritt; und jeder Fall muss aufgrund seiner eigenen Beweise entschieden werden und nicht aufgrund von Analogien, wenn unsere Schlussfolgerungen auf diesem Weg von wirklichem Wert sein sollen. Natürlich müssen wir oft aufgrund unvollständiger Beweise voreilige Schlüsse ziehen. Ich würde gerne eines Tages einen Aufsatz über Arten schreiben; aber bevor ich in meiner mühsamen Art die Zeit dazu finde, hoffe ich, dass Sie oder Hooker das tun, und zwar weitaus besser. Ich bin sehr froh, mich mit Hooker und Ihnen über diese Angelegenheiten beraten zu können, und ich denke, wir können, oder vielmehr Sie können in wenigen Jahren die Frage klären, ob Agassiz' oder Hookers Ansichten korrekt sind; sie sind sicherlich sehr unterschiedlich.
Apropos, vielen Dank für das Papier mit Ihren Experimenten an Samen, die Salzwasser ausgesetzt waren. Warum ist niemand vorher darauf gekommen, das Experiment zu versuchen, anstatt als gegeben hinzunehmen, dass Salzwasser Samen tötet? Ich werde es fast vollständig im „Silliman's Journal“ nachdrucken lassen, als eine Nuss, an der Agassiz knacken kann.
BRIEF 325. AN ASA GRAY. Down, 2. Mai [1856?]
Ich habe Ihr sehr freundliches Schreiben vom 8. April erhalten. In Wahrheit ist es vermessen von mir, Ihnen Hinweise zu geben; doch es wird mir ein wahres Vergnügen sein, Ihnen so zu schreiben, wie ich mit Hooker spreche, der sagt, meine Fragen seien bisweilen anregend, da ich die Areale usw. in verschiedenen Naturreichen vergleiche. Ich werde mich nicht weiter für meine Anmaßung entschuldigen, sondern Ihnen einfach die Punkte nennen (obwohl ich sicher bin, dass in meinen Vorschlägen und Fragen SEHR wenig Neues enthalten sein wird), über die ich sehr begierig bin, etwas zu hören. Ich habe vergessen, ob Sie das arktische Amerika einbeziehen, aber falls ja, würde ich zum Vergleich mit anderen Teilen der Welt die Arktis sowie die alpine Arktis ausschließen, da sie zu einer völlig anderen Kategorie gehören. Wenn man die eingebürgerten Pflanzen ausschließt, muss De Candolle recht haben, wenn er dazu rät, die ausschließlich auf kultiviertem Land vorkommenden Pflanzen auszuschließen (unter Angabe einer Liste), selbst wenn nicht bekannt ist, dass sie durch den Menschen eingeführt wurden. Ich würde eine Liste der gemäßigten Pflanzen (falls vorhanden) erstellen, die in Ostasien, China und Japan vorkommen, aber sonst nirgendwo. Nichts würde mir eine bessere Vorstellung von der Flora der Vereinigten Staaten geben als das Verhältnis ihrer Gattungen zu allen Gattungen, die auf Amerika beschränkt sind; sowie das Verhältnis der Gattungen, die auf Amerika und Ostasien mit Japan beschränkt sind; die verbleibenden Gattungen wären Amerika und Europa sowie dem Rest der Welt gemeinsam; ich nehme an, es wäre unmöglich, irgendeine besondere Verwandtschaft bei den Gattungen aufzuzeigen, selbst wenn es nur sehr wenige sind, zwischen Amerika und Westeuropa. Amerika könnte mit Ostasien (unter Ausschluss arktischer Formen) dadurch verwandt sein, dass eine Gattung dieselben Arten hat, die auf diese beiden Regionen beschränkt sind; oder es könnte dadurch verwandt sein, dass die Gattung verschiedene Arten aufweist, wobei die Gattung selbst anderswo nicht vorkommt. Die Verwandtschaft der Gattungen (unter Ausschluss identischer Arten) erscheint mir als ein höchst wichtiges Element der geografischen Verbreitung, das oft ignoriert wird, und ich vermute, bei Pflanzen schwieriger anzuwenden als bei Tieren, wegen der größeren Verbreitungsgebiete der Pflanzen; aber ich stelle in Neuseeland (von Hooker) fest, dass die Betrachtung von Gattungen mit repräsentativen Arten die Geschichte der Verwandtschaft noch deutlicher erzählt als die Identität der Arten mit den verschiedenen Teilen der Welt. Ich würde gerne sehen, wie die Gattungen der Vereinigten Staaten, sagen wir 500 (unter Ausschluss arktischer und alpiner), in drei Klassen eingeteilt werden, mit den Anteilen wie folgt:
100/500 amerikanische Gattungen;
200/500 Gattungen der Alten Welt, aber ohne identische gemeinsame Arten;
200/500 Gattungen der Alten Welt, aber mit einigen identischen gemeinsamen Arten;
Angenommen, diese 200 Gattungen enthielten 600 Pflanzen der U.S., dann wären die 600 der Nenner für den Bruch der Arten, die der Alten Welt gemeinsam sind. Aber ich rede in törichtem Maße weiter.
Es gibt eine interessante Diskussion bei De Candolle (etwa auf den Seiten 503-514) über das Verhältnis der Größe von Familien zum durchschnittlichen Areal der einzelnen Arten; ich kann nicht umhin zu glauben, aufgrund einiger Tatsachen, die ich lange vor Erscheinen von De Candolle gesammelt habe, dass er auf dem Holzweg ist, indem er Familien genommen hat (da diese eine zu große Vielfalt in der Konstitution der Arten enthalten), aber dass er, wenn er Gattungen genommen hätte, festgestellt hätte, dass die einzelnen Arten in großen Gattungen ein größeres Gebiet bewohnen als die Arten in kleinen Gattungen: Ich denke, wenn Sie Material haben, wäre dies eine Untersuchung wert, denn es ist ein sehr eigenartiges Verhältnis.
In Bezug auf eingebürgerte Pflanzen: Sind bei Ihnen einige gesellig, die es in ihrem Mutterland nicht sind? Ich bin überrascht, dass die Bedeutung dessen De Candolle nicht stärker aufgefallen ist. Sind von diesen eingebürgerten Pflanzen Ihrer Meinung nach einige oder viele variabler als der Durchschnitt Ihrer Pflanzen der Vereinigten Staaten? Ich bin mir bewusst, wie vage dies sein muss; aber De Candolle hat erklärt, dass die eingebürgerten Pflanzen keine Varietäten aufweisen; aber sehr variabel zu sein und ausgeprägte Varietäten zu zeigen, scheint mir ein etwas anderer Fall zu sein: Wenn Sie sich freundlicherweise die Mühe machen würden, diese Frage zu beantworten, wäre ich Ihnen sehr verbunden, unabhängig davon, ob Sie in Ihrem Aufsatz auf solche Punkte eingehen werden.
In Bezug auf solche Pflanzen, die ihre südlichen Grenzen innerhalb Ihres Gebiets haben, sind die Individuen jemals oder oft in ihrem Wachstum verkümmert oder ungesund? Ich habe vergeblich versucht, einen Botaniker zu finden, der diesen Punkt beobachtet hat; aber ich habe einige Bemerkungen von Barton über die Bäume in den Vereinigten Staaten gesehen. Bäume scheinen sich in dieser Hinsicht etwas anders zu verhalten als andere Pflanzen.
Es wäre ein sehr merkwürdiger Punkt, aber ich fürchte, Sie würden ihn als außerhalb Ihres Aufsatzes liegend betrachten, die Liste der europäischen Pflanzen in Feuerland (bei Hooker) mit denen in Nordamerika zu vergleichen; denn ohne mehrfache Schöpfung müssen wir, glaube ich, zugeben, dass alle, die jetzt in Feuerland sind, durch Nordamerika gereist sein müssen, und insofern betreffen sie Sie doch.
Die Diskussion über gesellige Pflanzen (so vage die Begriffe und Tatsachen auch sind) bei De Candolle erscheint mir als die beste, die ich je gesehen habe: Zwei Punkte erscheinen mir bei ihnen als überaus bemerkenswert; dass sie überhaupt gesellig nahe ihrer äußersten Grenzen sein sollten; und zweitens, dass Arten mit einer extrem begrenzten Verbreitung dennoch gesellig sein sollten, wo sie vorkommen: Ich wäre Ihnen für jeden Fall, ob per Brief oder öffentlich, in dieser Hinsicht unendlich dankbar, insbesondere in Bezug auf eine Art, die an den Rändern ihres Verbreitungsgebiets gesellig bleibt oder aufhört, es zu sein.
Es gibt noch einen Punkt, für den ich Ihnen persönlich extrem dankbar wäre, wenn Sie die Zeit fänden, ein wenig darüber nachzudenken und mich zu informieren: nämlich, ob es Fälle gibt, in denen dieselbe Art in den Vereinigten Staaten variabler ist als in anderen Ländern, in denen sie vorkommt, oder in verschiedenen Teilen der Vereinigten Staaten? Wahlenberg sagt allgemein, dass dieselben Arten, wenn sie nach Süden wandern, variabler werden als im äußersten Norden. Noch mehr bin ich begierig zu wissen, ob einige der Gattungen, die in Europa oder anderen Teilen der Welt die meisten ihrer Arten schrecklich variabel haben (wie Rubus oder Hieracium), in den Vereinigten Staaten weniger variabel sind; oder, der umgekehrte Fall, ob Sie bei sich einige abscheuliche Gattungen haben, die in anderen Ländern weniger abscheulich sind? Jede Information in dieser Hinsicht wäre eine wirkliche Güte für mich.
Ich vermute, Ihre Flora ist zu groß; aber eine einfache Liste in engen Spalten in kleiner Schrift aller Arten, Gattungen und Familien, jeweils fortlaufend nummeriert, erschien mir immer als höchst nützlich; und Hooker bedauert, dass er eine solche Liste nicht in der Einleitung zur neuseeländischen und anderen Floren gegeben hat. Ich bin sicher, ich habe Ihnen eine größere Dosis an Fragen verabreicht, als Sie erwartet haben, und ich habe mein Wort gehalten und Sie genauso behandelt wie Hooker. Dennoch, falls mir während der nächsten zwei Monate etwas einfällt, werde ich frei schreiben, in dem Glauben, dass Sie mir verzeihen und mich nicht für sehr vermessen halten werden.
Wie gut zeigt De Candolle die Notwendigkeit auf, nahezu gleiche Gebiete hinsichtlich der Proportionen der Familien zu vergleichen!
Ich habe diesen Brief noch einmal gelesen, und er ist wirklich nicht wert, abgeschickt zu werden, außer um meinetwillen. Ich sehe, ich habe zu Beginn vergessen zu erwähnen, dass es mir schien, als enthielten die sechs Punkte Ihres Aufsatzes fast jeden gewünschten Punkt, und dass ich daher wenig zu sagen hätte.
BRIEF 326. AN J.D. HOOKER.
(326/1. Am 5. Juli 1856 schrieb Darwin an Sir J.D. Hooker:--
"Ich werde verrückt und bin verzweifelt wegen Ihrer verflixten antarktischen Insel-Flora. Wollen Sie die Tristan-Liste durchlesen und sehen, ob meine Bemerkungen dazu einigermaßen korrekt sind. Ich kann nicht verstehen, warum Sie die Vegetation für so feuerländisch halten.")
Down, 8. [Juli 1856].
Ich hoffe sehr, dass diese Notiz rechtzeitig ankommt, um Ihnen in einer Hinsicht Mühe zu ersparen. Ich schäme mich zutiefst, denn ich finde in der Einleitung zur Flora von Feuerland (326/2. "Flora Antarctica", Seite 216. "Obwohl nur 1.000 Meilen vom Kap der Guten Hoffnung und 3.000 Meilen von der Magellansstraße entfernt, ist die Botanik dieser Insel [Tristan da Cunha] weit enger mit der Feuerlands verwandt als mit der Afrikas." Hooker fährt fort zu sagen, dass nur Phylica und Pelargonium Kap-Formen sind, während sieben Arten, oder ein Viertel der Flora, "entweder Eingeborene Feuerlands oder typisch für die südamerikanische Botanik sind, und die Farne und Lycopodia eine noch stärkere Affinität aufweisen.") eine kurze Diskussion über Tristan-Pflanzen, die ich, obwohl markiert [d. h. mit Bleistift gekennzeichnet], zu der Zeit ganz vergessen hatte und nur daran gedacht hatte, in die Einleitung zur neuseeländischen Flora zu schauen. Das war sehr dumm von mir. In meiner Skizze bin ich gezwungen, die auffälligsten Fälle von Arten herauszugreifen, die die Doktrin der mehrfachen Schöpfung begünstigen, sofern nicht große kontinentale Erweiterungen zugelassen werden. Von den vielen wunderbaren Fällen in Ihren Büchern ist derjenige, der mich am meisten beeindruckt, diese Liste von Arten, die Sie für mich erstellt haben, die Neuseeland und Amerika gemeinsam sind und auf die südliche Hemisphäre beschränkt sind; und in dieser Liste scheinen mir diejenigen, die Chile und Neuseeland gemeinsam sind, die wunderbarsten zu sein. Ich habe diese abgeschrieben und beigefügt. Nun verspreche ich, keine weiteren Fragen mehr zu stellen, wenn Sie mir ein wenig über diese erzählen. Was ich wissen möchte, ist, ob einige oder viele von ihnen Bergpflanzen Chiles sind, um sie in gewissem Maße (wie die Chonos-Pflanzen) unter dieselbe Kategorie wie die feuerländischen Pflanzen zu bringen? Ich sehe, dass alle Gattungen (sogar Edwardsia, die Sandwich-Insel- und indische Arten hat) weit verbreitete Gattungen sind, außer Myosurus, was extra wunderbar erscheint. Klammert sich irgendeine dieser Gattungen an die Küste? Sind die anderen Arten dieser Gattungen weit verbreitet? Seien Sie ein guter Christ und hassen Sie mich nicht.
Ich begann letzte Nacht, Ihr Galapagos-Papier wieder zu lesen, und nach meinem Geschmack ist es ganz bewundernswert: Ich sehe darin einige der Punkte, die ich bei A. De Candolle für am besten hielt! Solch ein Gedächtnis habe ich.
Lyell will keine Meinung zu kontinentalen Erweiterungen äußern. (326/3. Siehe Briefe 47, 48.)
BRIEF 327. AN C. LYELL. Down, 8. Juli [1856].
Sehr vielen Dank für Ihre zwei Notizen, und besonders für Maurys Karte: auch für die Bücher, die Sie mir leihen wollen.
Es tut mir leid, dass Sie kein Urteil über kontinentale Erweiterungen abgeben können; und ich schließe daraus, dass Sie mein Argument nicht für sehr gewichtig gegen solche Erweiterungen halten; ich weiß, ich wünschte, ich könnte glauben. (327/1. Dieser Absatz ist in den "Life and Letters", II., Seite 78, veröffentlicht; er bezieht sich auf einen Brief (25. Juni 1856, "Life and Letters", II., Seite 74), in dem Darwins Argumente gegen die Doktrin der "kontinentalen Erweiterung" dargelegt werden. Siehe Briefe 47, 48.)
Ich habe mir Maury angesehen (den ich schon einmal angesehen habe), und in Bezug auf Madeira & Co. muss ich sagen, dass die Karte mir gegen eine Landausdehnung zu sprechen scheint, die die Einführung organischer Wesen erklärt. Madeira, die Kanaren und Azoren sind so miteinander verbunden, dass ich gedacht hätte, sie müssten durch irgendeine Bank verbunden sein, wenn Niveauveränderungen mit ihrer organischen Beziehung verbunden gewesen wären. Die Azoren hätten auch eine stärkere Verbindung mit Amerika zeigen müssen. Ich hatte manchmal spekuliert, ob Eisberge die größere Anzahl europäischer Pflanzen und ihren nördlicheren Charakter auf den Azoren im Vergleich zu Madeira erklären könnten; aber das scheint gefährlich, bis dort Findlinge gefunden werden. (327/2. Siehe "Life and Letters", II., Seite 112, für einen Brief (26. April 1858), in dem Darwin über die Entdeckung von Findlingen auf den Azoren und die Erfüllung der Prophezeiung jubelt, die er charakteristischerweise halb Lyell zuzuschreiben neigte.)
Einer der merkwürdigeren Punkte bei Maury ist, wie es mir scheint, die geringe Veränderung, die etwa 9.000 Fuß plötzliche Hebung im sichtbaren Kontinent bewirken würden, und welch gewaltige Veränderung 9.000 Fuß Senkung bewirken würden! Ist der Unterschied auf Denudation während der Hebung zurückzuführen? Sicherlich würde eine Hebung von 12.000 Fuß eine gewaltige Veränderung bewirken. Ich habe Sie gerade in meinem Aufsatz über Eis, das Samen auf der südlichen Hemisphäre trägt, zitiert, aber das wird in allen Fällen nicht funktionieren. Ich hatte eine Woche so harter Arbeit, die Beziehungen der gesamten antarktischen Flora aus Hookers bewundernswerten Werken zu ergründen. Seltsamerweise habe ich gerade im Detail Belege für Kühle in tropischen Regionen während der Eiszeit und die daraus resultierende Migration von Organismen durch die Tropen fertiggestellt. Es gibt eine ganze Reihe von Schwierigkeiten, aber im Großen und Ganzen erklärt es vieles. Dies war eine Lieblingsvorstellung von mir, fast seit ich über erratische Findlinge des Südens geschrieben habe. Es harmoniert mit der Modifikation der Arten; und ohne dieses schreckliche Postulat zuzugeben, funktioniert die Eiszeit im Süden und in den Tropen nicht gut. Was Atlantis betrifft, so bezweifle ich, ob die Kanarischen Inseln so viel stärker mit dem Kontinent verwandt sind, wie sie es sein sollten, wenn sie früher durch kontinuierliches Land verbunden waren.
Hooker, mit dem ich früher die Vorstellung erörtert habe, dass die Welt oder große Gürtel davon kühler waren, obwohl er anfangs große Schwierigkeiten sah (und Schwierigkeiten gibt es genug), ist, glaube ich, sehr geneigt, die Idee zu übernehmen. Mit der Modifikation spezifischer Formen erklärt es einige wunderbar seltsame Fakten der Verbreitung.
Aber ich werde nie aufhören, wenn ich auf dieses Thema komme, an dem ich im letzten Monat gearbeitet habe, manchmal im Triumph, manchmal in Verzweiflung.
BRIEF 328. ASA GRAY AN CHARLES DARWIN. Erhalten am 20. August 1856.
Ich lege Ihnen einen Abzug der letzten Seite bei, damit Sie sehen können, worauf unsere Flora hinausläuft. Die Gattungen der Kryptogamen (Farne bis hinunter zu den Hepaticae) sind auf vierzehn überfüllten Tafeln illustriert. So ist der Band ziemlich beeindruckend als Lehrbuch geworden, wofür er gedacht ist.
Ich habe heute die letzten Korrekturfahnen durchgesehen. Die Verleger werden ihn irgendwann im August herausbringen. In der Zwischenzeit mache ich einen kleinen Urlaub, den ich mir verdient habe, so wenig ich die Zeit dafür entbehren kann. Und meine Frau und ich brechen am Freitag auf, um meine Mutter und Freunde im Westen von New York zu besuchen, und auf unserem Rückweg werde ich bei der wissenschaftlichen Tagung in Albany am 20. d. M. oder später vorbeischauen, nur um dort einige alte Freunde zu treffen.
Warum konnten Sie nicht kommen, auf die dringende Einladung an europäische Gelehrte – und die freie Hin- und Rückpassage in den Dampfern? Doch ich glaube, niemand kommt. Werden Sie nicht nächstes Jahr kommen, wenn Ihnen eine spezielle Einladung zu denselben Bedingungen geschickt wird?
Boott hat mir neulich Ihr Foto geschickt, das (obwohl kein sehr perfektes) zu haben mich sehr freut...
Aber es gibt noch eine andere Frage in Ihrem letzten Brief – eine, über die man nur einen Eindruck wiedergeben kann – und mein Eindruck ist, dass, wenn man von Pflanzen einer gut bekannten Flora spricht, das, was wir intermediäre Varietäten nennen, im Allgemeinen in Individuen weniger zahlreich ist als die beiden Zustände, die sie verbinden. Dass dies in einer Flora der Fall wäre, in der die Dinge so angeordnet sind, wie sie es natürlich sein sollten, bezweifle ich nicht sehr; und je weiter Ihre Ansichten über Arten sind (sagen wir zum Beispiel mit Dr. Hookers sehr latitudinären Vorstellungen), desto deutlicher würde dies erscheinen. Aber praktisch stehen zwei Dinge einer Anwendung der Tatsache oder des Prinzips, wenn es ein solches ist, massiv im Weg. 1. Unsere Wahl dessen, was wir als typische Formen nehmen, ist sehr oft nicht frei. Wir nehmen z.B. für eine von ihnen die besondere Form, von der Linné, sagen wir, zufällig ein Exemplar zugeschickt bekam und auf der [er] die Art begründete; und ich kenne mehr als einen Fall, in dem dies eine seltene Form einer häufigen Art ist; die andere Varietät wird vielleicht das andere Extrem sein – ob die häufigste oder nicht, oder sie wird das sein, was L. oder [unleserlich] als 2. Art beschrieben hat. Hier können verschiedene intermediäre Formen die häufigsten sein. 2. Es ist jetzt genau dasselbe in Bezug auf Exemplare, die aus unserem neuen westlichen Land kommen. Die Form, die zuerst kommt und beschrieben und benannt wird, bestimmt den spezifischen Charakter, und das bleibt lange als Typus haften, obwohl es in der Tat weit von der häufigsten Form entfernt sein kann. Doch von Pflanzen, die in all ihren Aspekten sehr gut bekannt sind, fallen mir mehrere ein, von denen wir zwei führende Formen erkennen und selten etwas wirklich Intermediäres sehen, wie unsere Mentha borealis, ihre haarige und ihre glatte Varietät.
Ihre frühere Anfrage über die Variabilität eingebürgerter Pflanzen im Vergleich zu anderen derselben Gattungen hatte ich nicht vergessen, aber keine Schritte unternommen, um sie zu beantworten. Ich wollte später unsere Liste eingebürgerter Pflanzen nehmen und sie betrachten – es passte bisher nicht in meinen Plan, es zu tun. Spontan kann ich nur sagen, dass es mir nicht so vorkommt, dass unsere eingeführten Pflanzen im Allgemeinen variabler sind, oder vielleicht so variabel wie die einheimischen. Aber das ist bloße Vermutung. Wenn Sie meine Bögen des ersten Teils des Artikels im "Silliman's Journal" erhalten, denken Sie daran, dass ich für freie kritische Kommentare sehr dankbar sein werde; und je früher ich sie bekomme, desto nützlicher werden sie für mich sein...
Noch ein Gefallen. Beten Sie, sprechen Sie nicht davon, dass Ihre Briefe mich beunruhigen. Ich wäre in der Tat traurig, wenn Sie aufhören oder seltener schreiben würden, auch wenn ich beschämt bin festzustellen, dass ich Ihnen so selten die Informationen geben kann, die Sie vernünftigerweise erwarten könnten.
BRIEF 329. AN ASA GRAY. Down, 24. August [1856].
Ich bin Ihnen für Ihren Brief sehr verbunden, der für mich sehr interessant war. Ihre "unbestimmten" Antworten sind vielleicht nicht der am wenigsten wertvolle Teil; denn die Botanik ist in einem so viel philosophischeren Geist betrieben worden als die Zoologie, dass ich kaum jemals eine allgemeine Bemerkung in der Zoologie zu glauben wage, ohne dass ich feststelle, dass Botaniker zustimmen. So fand ich in Bezug auf das Seltensein intermediärer Varietäten, dass dies, wie ich vermutete, von einem sehr guten Naturforscher, Mr. Wollaston, in Bezug auf Insekten viel zu stark ausgedrückt wurde (ohne die Einschränkungen und Zweifel, auf die Sie hinweisen); und wenn dies als wahr etabliert werden könnte, wäre es, glaube ich, ein merkwürdiger Punkt. Ihre Antwort in Bezug auf die eingeführten Pflanzen, die nicht besonders variabel sind, stimmt mit einer Antwort überein, die Mr. H.C. Watson mir in Bezug auf britische Ackerpflanzen oder solche (ob eingebürgert oder nicht) gesandt hat, [die] jetzt nur auf kultiviertem Land gefunden werden. Es scheint mir sehr seltsam, ohne theoretische Vorstellungen irgendeiner Art, dass solche Pflanzen nicht variabel sein sollten; aber die Beweise scheinen dagegen zu sprechen.
Sehr aufrichtigen Dank für Ihre freundliche Einladung in die Vereinigten Staaten: in Wahrheit gibt es nichts, was ich mehr genießen würde; aber meine Gesundheit ist nicht stark genug und wird es wohl nie sein, außer für das ruhigste Routineleben auf dem Land. Ich werde mich besonders über die Bögen Ihres Papiers zur geografischen Verbreitung freuen; aber es ist wirklich in höchstem Maße unwahrscheinlich, dass ich irgendwelche Vorschläge machen könnte.
In Bezug auf meine Bemerkung, dass ich vermutete, es gäbe nur wenige Pflanzen, die Europa und den Vereinigten Staaten gemeinsam sind, ohne in die arktischen Regionen zu reichen; sie gründete sich auf vagen Grundlagen und teilweise auf der Verbreitung von Tieren. Aber ich nahm H.C. Watsons Bemerkungen (1835) und in der Tabelle am Ende fand ich, dass von 499 Pflanzen, von denen man glaubt, dass sie der Alten und Neuen Welt gemeinsam sind, nur 110 auf keiner Seite des Atlantiks bis in die arktische Region reichten. Und als ich an Mr. Watson schrieb, um zu fragen, ob er irgendwelche Pflanzen kenne, die nicht nördlich von Britannien (sagen wir 55 Grad) reichten und die gemeinsam seien, schrieb er mir, dass er sich vorstelle, es gäbe nur sehr wenige; mit Mr. Symes Unterstützung fand er etwa 20 bis 25 Arten, die unter diesen Umständen waren, aber viele von ihnen hielt er aus dem einen oder anderen Grund für zweifelhaft. Als Beispiele spezifiziert er mir, mit Zweifel, Chrysosplenium oppositifolium; Isnardia palustris; Astragalus hypoglottis; Thlaspi alpestre; Arenaria verna; Lythrum hyssopifolium.
Ich hoffe, dass Sie geneigt sein werden, für Ihren nächsten Aufsatz zu erarbeiten, wie viele Ihrer 321 gemeinsamen Pflanzen nicht in die arktischen Regionen reichen. Solche Pflanzen scheinen bei der Verbreitung so viel größeren Schwierigkeiten ausgesetzt zu sein. Vielen Dank für all Ihre Güte und Antworten auf meine Fragen.
P.S. – Falls Ihnen etwas zur Variabilität eingebürgerter oder Ackerpflanzen einfallen sollte, hoffe ich, dass Sie so freundlich sein werden, mich es wissen zu lassen, da es ein Punkt ist, der mich sehr interessiert.
BRIEF 330. ASA GRAY AN CHARLES DARWIN. Cambridge, Mass., 23. September 1856.
Dr. Engelmann aus St. Louis, Missouri, der die europäische Botanik schon vor seiner Ankunft hier gut kannte und in diesem Land seit zwanzig Jahren oder länger allgemein ein scharfsinniger Beobachter ist, sagte auf meine Frage hin, die ich ihm stellte, unverzüglich, dass eingeführte Pflanzen nicht besonders variabel seien – vielleicht seien sie im Allgemeinen nicht so variabel wie die einheimischen Pflanzen.
Die Schwierigkeit, Ihre Fragen zu beantworten, ob es hier soziale Pflanzen gibt, die in der Alten Welt nicht so sind, besteht darin, dass ich so wenig über europäische Pflanzen in der freien Natur weiß. Das Folgende ist alles, was ich dazu beitragen kann. Kürzlich nahm ich Engelmann und Agassiz auf einen botanischen Ausflug über ein halbes Dutzend Meilen durch einen unserer Küstenbezirke mit; da bemerkten beide, dass sie in Europa insgesamt nicht halb so viel Berberitzen gesehen hätten wie auf diesem Ausflug. In diesem ganzen Gebiet kann man sagen, dass B. vulgaris zu einer wahrhaft sozialen Pflanze in vernachlässigten Feldern und Gebüschen geworden ist und sogar in ziemlich dichte alte Wälder eindringt. Ich habe immer vermutet, dass Vögel die Samen verbreiten. Aber ich bin mir nicht im Klaren darüber, ob viele von ihnen die Beeren überhaupt anrühren. Zumindest hängen diese den Winter über in größter Fülle an den Sträuchern. Vielleicht gehört die Berberitze in ein wärmeres Land als das nördliche Europa und fühlt sich in unseren sonnigen Sommern wohler. Doch außerhalb von Neuengland scheint sie sich überhaupt nicht auszubreiten.
Maruta Cotula ist, fide Engelmann, eine verstreute und ziemlich seltene Pflanze in Deutschland. Hier, von Boston bis St. Louis, bedeckt sie die Straßenränder und ist eine unserer sozialsten Pflanzen. Aber diese Pflanze ist zweifellos in einem heißeren Land als Norddeutschland heimisch.
Das Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist ein lästiges Unkraut auf allen hügeligen Weiden usw. und kann zu Recht als soziale Pflanze bezeichnet werden. In Deutschland findet man es nicht so vor, fide Engelmann.
Verbascum Thapsus ist über das ganze Land verbreitet und ist hier weitaus häufiger als in Deutschland, fide Engelmann.
Ich nehme an, Erodium cicutarium wurde mit Rindern aus Spanien nach Amerika gebracht: Es scheint in Südamerika außerhalb der Tropen weit verbreitet zu sein. In den Vereinigten Staaten an der Atlantikküste ist es sehr selten und lokal begrenzt. Aber es füllt Kalifornien und das Innere Oregons bis zurück zum Westhang der Rocky Mountains aus. Fremont erwähnt es als das erste Frühlingsfutter für seine Rinder, als er die Westseite der Rocky Mountains erreichte. Und kaum jemand wird mir glauben, wenn ich erkläre, dass es eine eingeführte Pflanze ist. Ich wage zu behaupten, dass es in Spanien genauso häufig vorkommt. Ich bezweifle, ob es dort noch häufiger ist.
Engelmann und ich haben die Arten notiert, die hier wirklich einheimisch sind, die aber, da sie ruderal oder auf Feldern wachsend werden, in ihrer Individuenzahl zunehmen, anstatt abzunehmen, während das Land stärker besiedelt und die Wälder gerodet werden. Die Liste unserer Wildpflanzen, die zu echten Unkräutern geworden sind, ist größer, als ich angenommen hatte, und diese haben wahrscheinlich alle ihr geografisches Verbreitungsgebiet erweitert – zumindest haben sie sich in den Nordstaaten seit der Besiedlung zahlenmäßig vermehrt.
Vor einiger Zeit sandte ich ein Exemplar des ersten Teils meines kleinen Aufsatzes über die Statistik (330/1. „Statistics of the Flora of the Northern U.S.“ („Silliman's Journal“, XXII. und XXIII.)) der Pflanzen unserer Nordstaaten an Trubner & Co., 12, Paternoster Row, damit er von dort aus an Sie weitergeleitet wird. Er könnte sich verspätet haben oder verloren gegangen sein, also sende ich von hier aus ein weiteres Exemplar.
Dies ist nur ein Anfang. Der Verbreitungsbereich der Arten in Bezug auf den Breitengrad muss als nächstes tabellarisch erfasst werden – getrennte Arten katalogisiert werden (d. h. solche, die in entfernten und völlig getrennten Gebieten vorkommen – z. B. Phryma, Monotropa uniflora usw.) – dann einige der merkwürdigen Fragen, die Sie angeregt haben – der Grad der Verwandtschaft zwischen den verwandten Arten unseres Landes und anderer Länder sowie die vergleichende Verbreitung von Arten in großen und kleinen Gattungen usw., usw. Lohnt es sich nun, in diesem Detailgrad fortzufahren? Es ist nicht abzusehen, wie viel Platz das einnehmen mag. Doch letztlich sind Fakten in ihrer ganzen Fülle das, was gesucht wird, und zwar solche, die nicht gesammelt wurden, um vorgefasste Meinungen zu stützen (oder auch nur zu prüfen). Es wird trocken sein, aber es könnte nützlich sein.
Dann habe ich keine Zeit, Manuskripte ordnungsgemäß zu überarbeiten und Versehen zu korrigieren. Zu meinem Ärger habe ich in meiner kurzen Liste unserer alpinen Arten auf unerklärliche Weise zwei der charakteristischsten ausgelassen – nämlich Cassiope hypnoides und Loiseleuria procumbens. Bitte fügen Sie diese auf Seite 28 hinzu.
Es gibt viel über unsere eingeführten Pflanzen zu sagen. Aber jetzt und für einige Zeit muss ich an ganz andere Dinge denken. Ich beabsichtige, diesen Aufsatz in der Januarnummer fortzusetzen – wofür mein Manuskript bis etwa zum 1. November fertig sein muss.
Ich habe noch nicht versucht, sie zusammenzuzählen; aber natürlich bin ich bereit zu glauben, dass bei gut drei Vierteln unserer Arten, die Europa gemeinsam sind, festgestellt werden wird, dass sie sich nach Norden bis in die arktischen Regionen erstrecken. Ich meinte lediglich, dass ich eine Anzahl im Kopf hatte, die dies nicht tun; ich denke, die Anzahl wird nicht sehr klein sein; und ich dachte, Sie hätten den Eindruck, dass nur sehr wenige sich absolut nicht nach Norden erstreckten. Der auffälligste Fall, den ich kenne, ist der von Convallaria majalis in den Bergen von Virginia und North Carolina, und nicht weiter nördlich. Ich glaube, ich habe das bereits früher gegenüber Ihnen erwähnt.
BRIEF 331. AN ASA GRAY. Down, 12. Oktober [1856].
Gestern erhielt ich Ihren überaus freundlichen Brief vom 23. und Ihre „Statistiken“, und zwei Tage zuvor ein weiteres Exemplar. Ich danke Ihnen herzlich dafür. Botaniker schreiben natürlich für Botaniker; aber was die Meinung eines „Außenstehenden“ betrifft, so halte ich Ihre Arbeit für bewundernswert. Ich habe eine ganze Reihe von Arbeiten und Werken über geografische Verbreitung sorgfältig gelesen, und ich kenne nur einen Aufsatz (nämlich Hookers „New Zealand“), der annähernd die Klarheit erreicht, mit der Ihre Arbeit einen Nicht-Botaniker den Charakter der Flora eines Landes wertschätzen lässt. Sie ist wunderbar zusammengefasst (welche Arbeit das erfordern muss!). Sie fragen, ob solche Details es wert sind, angegeben zu werden: Meiner Meinung nach ist buchstäblich kein Wort zu viel.
Ich danke Ihnen aufrichtig für die Informationen über „soziale“ und „variierende Pflanzen“ sowie dafür, dass Sie mir eine Vorstellung von dem Anteil (d. h. 1/4) der europäischen Pflanzen gegeben haben, von denen Sie glauben, dass sie nicht bis in den äußersten Norden reichen. Dieser Anteil ist viel größer, als ich aus dem, was ich in Gesprächen usw. aufgegriffen hatte, erwartet hatte.
Um auf Ihre „Statistiken“ zurückzukommen: Ich wage zu behaupten, Sie werden angeben, zu wie vielen Gattungen (und Ordnungen) Ihre 260 eingeführten Pflanzen gehören. Ich sehe, sie umfassen 113 nicht einheimische Gattungen. Da Sie wahrscheinlich eine Liste der eingeführten Pflanzen haben, wäre es eine zu große Bitte, mir per Hooker oder auf andere Weise einfach die Gesamtzahl der Gattungen und Ordnungen zu senden, zu denen die eingeführten Pflanzen gehören. Ich interessiere mich sehr dafür und fand De Candolles Bemerkungen zu diesem Thema sehr lehrreich.
Nichts hat mich mehr überrascht als die größere gattungsmäßige und artspezifische Affinität zu Ostasien als zu Westamerika. Können Sie mir sagen (und ich verspreche, Ihnen keine weitere Frage aufzudrängen), ob das Klima diese größere Affinität erklärt? Oder ist es eines der vielen völlig unerklärlichen Probleme der botanischen Geographie? Ist Ostasien fast so gut bekannt wie Westamerika? Sodass der Stand des Wissens einen ziemlich fairen Vergleich zulässt? Ich vermute, es wäre unmöglich, aber ich denke, es würde Ihre Tabellen der Gattungsverbreitung in einem Punkt klarer machen (bewundernswert klar, wie sie mir erscheinen), wenn Sie auch nur grob zeigen könnten, welcher Anteil der Gattungen, die Europa gemeinsam sind (d. h. fast die Hälfte), sehr allgemein oder weltweit verbreitet ist. So wie Ihre Ergebnisse jetzt dastehen, scheint auf den ersten Blick die Affinität zu Europa sehr stark zu sein, da, wie ich vermute, fast die Hälfte der Gattungen sehr viele Gattungen umfasst, die in der Welt oder großen Teilen davon verbreitet sind. Europa wird dadurch ungerechtfertigt hervorgehoben. Ist das nicht so? Wenn wir die Anzahl der Gattungen hätten, die streng oder fast streng europäisch sind, könnte man besser mit Asien und Südamerika usw. vergleichen. Aber ich wage zu behaupten, dies ist ein utopischer Wunsch, aufgrund der Schwierigkeit zu sagen, welche Gattungen man als weltumspannend bezeichnen soll; auch habe ich meine Gedanken zu diesem Thema keineswegs klar, und ich habe sie noch weniger klar ausgedrückt, als ich sie habe.
Ich bin sehr froh, dass Sie beabsichtigen, die nördliche Verbreitung der 321 europäischen Arten zu erarbeiten; denn es scheint mir das bei weitem wichtigste Element in ihrer Verbreitung zu sein.
Und ich bin ebenso froh, dass Sie beabsichtigen, die Verbreitung der Arten in Bezug auf die Größe der Gattungen zu erarbeiten – d. h. die Anzahl der Arten in der Gattung. Ich habe versucht, dies in sehr wenigen Fällen zu tun, aber es ist töricht für jeden, der kein Botaniker ist, dies zu versuchen. Ich muss denken, dass De Candolle in einen Fehler verfallen ist, als er dies für Ordnungen statt für Gattungen zu tun versuchte – aus Gründen, mit denen ich Sie nicht behelligen werde.
BRIEF 332. AN J.D. HOOKER.
(332/1. Das „Urteil“, auf das sich der folgende Brief bezieht, war Sir J.D. Hookers Meinung zu Darwins Manuskript über geografische Verbreitung. Der erste Absatz wurde bereits in „Life and Letters“, II., Seite 86, veröffentlicht.)
Down, 4. November [1856].
Ich danke Ihnen herzlicher, als Sie für wahrscheinlich halten werden, für Ihre Notiz. Ihr Urteil war eine große Erleichterung. Auf meine Ehre, ich hatte keine Ahnung, ob Sie sagen würden, es sei (und ich wusste, Sie würden es sehr freundlich sagen) so schlecht, dass Sie mich angefleht hätten, alles zu verbrennen. In meinem eigenen Denken befreite mich mein Manuskript von einigen wenigen Schwierigkeiten, und die Schwierigkeiten schienen mir ziemlich fair dargelegt; aber ich war mit widersprüchlichen Fakten – Beweisen, Überlegungen und Meinungen – so verwirrt geworden, dass ich das Gefühl hatte, jedes Urteilsvermögen verloren zu haben. Ihr allgemeines Urteil ist unvergleichlich günstiger, als ich erwartet hatte.
Vielen Dank für Ihre Einladung. Ich hatte mich, meiner armen Frau zuliebe, entschlossen, nicht zum nächsten Phil. Club zu kommen; aber ich bin durch Ihre Einladung so sehr in Versuchung geführt, und meine arme liebe Frau ist so gutmütig deswegen, dass ich glaube, ich werde nicht widerstehen – d. h., wenn es ihr nicht schlechter geht. Ich würde etwa zur gleichen Zeit wie beim letzten Mal zum Abendessen kommen, falls das für Sie passen würde und ich nichts Gegenteiliges höre; und würde mit dem frühen Zug zurückfahren – d. h. gegen 9 Uhr. Ich finde, meine jetzige Arbeit strengt mich ziemlich an und lässt mein Herz klopfen, also muss ich vorsichtig sein. Aber ich würde Henslow so gerne sehen und ebenso Lindley treffen, wenn es das Schicksal erlaubt. Sie werden sehen, ob vor dem Abendessen Zeit für eine detaillierte Kritik an meinem Manuskript bleibt: nicht dass ich es im Geringsten eilig hätte, denn es wird Monate dauern, bis ich wieder zur geografischen Verbreitung komme; nur habe ich Angst, dass Sie irgendwelche Bemerkungen vergessen könnten.
Ich weiß nicht, ob meine sehr belanglosen Beobachtungen über Verbreitungsmittel es wert sind, von Ihnen gelesen zu werden, aber es amüsiert mich, sie mitzuteilen.
Die Samen, die der Adler achtzehn Stunden lang im Magen hatte, sahen so frisch aus, dass ich fünf zu eins darauf gewettet hätte, dass sie alle aufgegangen wären; aber einige Arten wurden ALLE getötet, und zwei Hafer, ein Kanariensaatkorn, ein Klee und nur eine Rübe gingen auf! Nun hätte ich nicht schwören mögen, dass die Rübe nicht getötet worden wäre, und ich hätte fest erwartet, dass der Klee es gewesen wäre. Diese Samen wurden jedoch nach dem Ausstoßen drei Tage lang in feuchten Pellets aufbewahrt, die mit Magensaft befeuchtet waren, was dazu beigetragen hätte, sie zu schädigen.
In letzter Zeit habe ich während einiger Spaziergänge den Kot kleiner Vögel betrachtet. Ich habe sechs Arten von Samen gefunden, was mehr ist, als ich erwartet hatte. Zuletzt hatte ich ein Rebhuhn mit zweiundzwanzig Körnchen trockener Erde an einem Fuß, und zu meiner Überraschung ein Kieselsteinchen so groß wie ein Wickensamen; und jetzt verstehe ich, wie das möglich ist, denn der Vogel kratzt sich selbst, [und die] kleinen, federartigen Daunen bilden eine Art sehr haftendes Pflaster. Denken Sie an die Millionen von wandernden Wachteln (332/2. Siehe „Origin“, 1. Auflage, Seite 363, wo die Millionen wandernder Wachteln wieder vorkommen.), und es wäre seltsam, wenn einige Pflanzen nicht über gute Meeresarme transportiert worden wären.
Wo wir gerade davon sprechen, ich habe gerade Ihren merkwürdigen Raoul-Island-Aufsatz gelesen. (332/3. „Linn. Soc. Journal.“ I., 1857.) Dies sieht mehr nach einem Fall von zusammenhängendem Land aus, oder vielleicht nach mehreren dazwischenliegenden, heute verlorenen Inseln, als alles (nach meinen heterodoxen Vorstellungen), was ich bisher gesehen habe. Die Übereinstimmung der Vegetation scheint so vollständig mit Neuseeland zu sein, und zwar allein mit diesem Land.
Ich habe Salters Arbeit gelesen und kann sie kaum verdauen. Ich frage mich, ob die Leichter jemals benutzt wurden, um Getreide und Heu zu Schiffen zu befördern. (332/4. Salter, „Linn. Soc. Journal“, I., 1857, Seite 140, „On the Vitality of Seeds after prolonged Immersion in the Sea.“ Es scheint, dass 1843 der Schlamm vom Boden der Kanäle im Poole Harbour abgekratzt und in Kähnen an Land gebracht wurde. Auf diesem Schlamm spross eine Vegetation hervor, die sich von der des umliegenden Ufers unterschied.)
Adios, mein lieber Hooker. Ich danke Ihnen ehrlichst für Ihre Unterstützung – Unterstützung, übrigens, die sich nun über ein Dutzend Jahre erstreckt.
P.S. – Mittwoch. Ich sehe an der Miene meiner Frau, dass ihr mein Kommen nicht wirklich sehr gefällt, und daher muss ich natürlich auf dieses Vergnügen verzichten.
Falls Sie etwas über mein Manuskript zu besprechen hätten, sehe ich, dass ich gegen 12 Uhr bei Ihnen sein könnte und dann mit dem 2.19-Uhr-Zug zurückkehren und bis 5.30 Uhr zu Hause sein könnte, und so hätte ich zwei Stunden Zeit zum Reden. Aber es wäre eine ziemliche Anstrengung für mich, und ich würde es nicht aus bloßem Vergnügen unternehmen, aber sehr gerne für mein Buch.
BRIEF 333. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. 9. November 1856.
Ich habe das Lesen Ihres Manuskripts beendet und war sehr erfreut und belehrt. Ihr Fall ist ein sehr starker und gibt mir eine viel höhere Vorstellung von Veränderung, als ich zuvor gehegt hatte; und obwohl ich, wie Sie wissen, nie sehr starrsinnig bezüglich der Unveränderlichkeit eines spezifischen Typs war, habe ich mich noch nie so unsicher über Arten gefühlt wie jetzt.
Die erste Hälfte werden Sie klarer ausdrücken können, wenn Sie sie aufpolieren. Ich habe in mehreren Fällen Bleistiftänderungen in Details bezüglich der Wörter usw. vorgenommen, um mir selbst zu ermöglichen, besser zu folgen – einiges davon ist ziemlich schwere Kost beim Lesen. Ich habe ein oder zwei Seiten mit Notizen zur Diskussion, von denen viele beantwortet wurden, als ich mit dem Manuskript weiterkam, mehr oder weniger vollständig. Ihre Lehre von der Abkühlung der Tropen ist eine erschreckende, wenn sie so weit getrieben wird, Pflanzen der kalten gemäßigten Regionen zu unterstützen; und ich muss gestehen, dass ich, so sehr ich es auch möchte, es kaum verdauen kann, die tropischen Gattungen in einem so sehr kühlen Gewächshaus am Leben zu erhalten [Bleistiftnotiz von C.D., „Nicht so sehr kühl, aber nördliche könnten weiter nach Süden reichen, wenn sie nicht behindert würden“]. Dennoch muss ich gestehen, dass all Ihre Argumente dafür viel stärker vorgebracht werden können, als Sie es tun. Ich bin mit dem Transport durch Eisberge versöhnter als ich war, vor allem, weil ich Ihnen jede Zeitspanne geben werde, um die Vitalität im Eis zu bewahren, und mehr noch, ich werde Sie auch Wurzeln auf diese Weise transportieren lassen.
(333/1. Der obige Brief war mit der folgenden Notiz von Mr. Darwin versehen.)
Zeigen Sie als Antwort darauf anhand der Ähnlichkeit von amerikanischen, europäischen und alpin-arktischen Pflanzen, dass sie enorm weit gereist sind, ohne irgendeine Veränderung.
Da subarktische, gemäßigte und tropische Zonen alle langsam in Richtung Äquator marschieren, werden die tropischen zuerst behindert und belastet, ähnlich (333/2. Fast unleserlich.) werden die gemäßigten eindringen...; nachdem die gemäßigten nicht [mehr] vorrücken können oder nicht weiter vorrücken wollen, werden die arktischen behindert und eindringen. Die gemäßigten werden viel länger in den Tropen gewesen sein als die subarktischen. Die subarktischen werden zuerst die gemäßigte [Zone] und dann die Tropen durchqueren müssen. Sie würden zwischen Fremde eindringen, genau wie die vielen eingebürgerten Pflanzen, die der Mensch mitgebracht hat, aus irgendeinem unbekannten Vorteil. Aber mehr noch, denn fast alle haben die Chance, dies zu tun.
(333/3. Der Blickwinkel wird in den folgenden Briefen klarer dargelegt.)
BRIEF 334. AN J.D. HOOKER. Down, 15. November [1856].
Ich werde Ihre Notizen zu meinem Manuskript erst in einigen Wochen berücksichtigen, wenn ich mit dem Kreuzen fertig bin; aber ich konnte nicht aufhören, über Ihren starken Einwand gegen die weltweite Kälteperiode (334/1. Siehe Brief 49.) nachzudenken, nämlich dass VIEL mehr Arten der warm-gemäßigten Zonen die Tropen hätten durchqueren müssen als die subarktischen Formen. Ich glaube wirklich, dass dies für diejenigen, die die Modifikation der Arten leugnen, meine Theorie absolut widerlegen würde. Aber nach den Vorstellungen, die ich teste – nämlich dass Arten sich tatsächlich verändern und dass Zeit ein sehr wichtiges Element ist (was ich in diesem Fall, glaube ich, sehr klar zeigen kann) – denke ich, dass das Ergebnis bei einer solchen Veränderung wie folgt wäre. Einige der warm-gemäßigten Formen würden die Tropen lange vor den subarktischen durchdringen, und einige könnten den Äquator lange vor den subarktischen Formen überqueren (d. h. immer unter der Annahme, dass die Kälte langsam eintrat), und daher müssen diese neuen Mitarbeitern und neuen Bedingungen viel länger ausgesetzt gewesen sein als die subarktischen. Daher würde ich folgern, dass wir in der warm-gemäßigten südlichen Hemisphäre mehr repräsentative oder modifizierte Formen haben sollten und weniger identische Arten als beim Vergleich der kälteren Regionen des Nordens und Südens. Ich habe das sehr undeutlich ausgedrückt, aber Sie werden, glaube ich, verstehen, was ich meine. Es ist ein paralleler Fall (aber mit einem größeren Unterschied) zu den Arten der Berge Südeuropas im Vergleich zu den arktischen Pflanzen, da die südeuropäischen alpinen Arten für einen längeren Zeitraum isoliert waren als die auf den arktischen Inseln. Ob es viele einigermaßen nahestehende Arten in den warm-gemäßigten Ländern des Südens und Nordens gibt, weiß ich nicht; wie es am La Plata, am Kap der Guten Hoffnung und in Südaustralien im Vergleich zum Norden aussieht, weiß ich nicht. Ich vermute, es wäre sehr schwierig, dies zu testen, aber vielleicht behalten Sie es ein wenig im Hinterkopf, denn Ihr Argument trifft mich als die bei weitem schwerwiegendste Schwierigkeit, die mir begegnet ist. All Ihre Kritiken und Zustimmung sind mir in einfacher Wahrheit von unschätzbarem Wert. Ich glaube, ich habe Recht, wenn ich in dieser Notiz von den Arten, die Nord und Süd gemeinsam sind, eher als subarktisch denn als arktisch spreche.
Dieser Brief erfordert keine Antwort. Ich habe ihn geschrieben, um mich zu erleichtern und um Sie dazu zu bringen, Ihr Argument unter dem Aspekt der Modifikation im Gedächtnis zu behalten. Ich hatte heute Morgen einen sehr grausamen Stich in die Seite bei meiner Vorstellung von der Verbreitung von Säugetieren in Bezug auf Tiefenmessungen.
BRIEF 335. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, Sonntag [November 1856].
Ich schreibe nur, um zu sagen, dass ich Ihre Antwort auf meinen Einwand bezüglich der relativen Seltenheit nördlicher warm-gemäßigter Formen auf der südlichen Hemisphäre vollkommen würdige. Sie haben sich sicherlich herausgewunden, indem Sie ihnen mehr Zeit zum Verändern gegeben haben, aber da Sie zugeben müssen, dass die zurückgelegte Entfernung nicht so groß ist wie die, die die arktischen zurücklegen müssen, und die Extreme der modifizierenden Ursache nicht so groß sind wie die, denen die arktischen unterliegen, sollte das Ergebnis dadurch erheblich modifiziert werden. Also: Die subarktischen müssen (1) doppelt so weit reisen, (2) die doppelte Zeit brauchen, (3) viel mehr störenden Einflüssen unterliegen.
All dem müssen Sie begegnen, indem Sie den nordgemäßigten Formen einfach mehr Zeit geben. Ich denke, das wird kaum haltbar sein.
BRIEF 336. AN J.D. HOOKER. Down, 18. November [1856].
Vielen Dank für Ihre Notiz, die ich heute Morgen erhalten habe; und nun zu einem weiteren „Windungen-Denken“. Meiner Auffassung nach würden die subarktischen Arten geschlossen vorrücken, und zwar so, dass das Klima nahezu gleich bleibt; und solange sie dies täten, glaube ich nicht, dass eine Tendenz zur Veränderung bestünde, sondern erst, wenn die wenigen Individuen unter fremde Artgenossen gerieten. Wenn die tropischen Arten sich so weit wie möglich zum Äquator zurückzögen, würden sie dort innehalten, und dann würde sich die Verwirrung vom hohen Norden her entlang der Marschroute ausbreiten, und die Stärksten würden vorwärts drängen usw. usw. (Aber ich werde bei meinen Windungen ganz poetisch). Kurz gesagt, ich GLAUBE, dass die warmgemäßigten Arten jenen Ursachen, die meiner Überzeugung nach allein wirksam für die Hervorbringung von Veränderungen sind, sehr viel länger ausgesetzt wären als die subarktischen; aber ich muss noch mehr darüber nachdenken und eine ordentliche Windung vollziehen. Ich kann Ihrer Behauptung, dass die subarktischen Arten eher zu Veränderungen neigen würden, weil sie doppelt so weit reisen müssen, nicht ganz zustimmen. Betrachten Sie die beiden Reisen, welche die arktischen Arten von N. nach S. und von S. nach N. zurückgelegt haben, ohne Veränderung, wie man schlussfolgern kann, falls meine Lehre korrekt ist, aufgrund der Ähnlichkeit der arktischen Arten in Amerika und Europa und in den Alpen. Aber ich will Sie nicht ermüden; ich glaube jedoch wirklich und wahrhaftig, dass Ihr letzter Einwand nicht so stark ist, wie er auf den ersten Blick scheint. Sie bringen niemals einen Einwand vor, ohne mir damit sehr zu helfen. Hurra! Ein Samen ist gerade nach 21 1/2 Stunden im Magen einer Eule gekeimt. Dies würde ihn, nach der Berechnung von Ornithologen, Gott weiß wie viele Meilen weit tragen; ich glaube aber, dass eine Eule in dieser Zeit bei einem Sturm tatsächlich 400 oder 500 Meilen zurücklegen könnte. Adios.
Eulen und Falken wurden oft mitten auf dem Atlantik gesehen.
(336/1. Ein interessanter Brief vom 23. November 1856 findet sich in den „Life and Letters“, II., Seite 86, der einen Teil dieser Diskussion bildet. Auf Seite 87 findet sich die folgende Passage: „Ich werde über Ihre Schwierigkeit mit den gemäßigten und subarktischen Formen auf der südlichen Halbkugel noch mehr diskutieren und nachdenken müssen, als ich es bisher getan habe. Aber ich neige zu der Ansicht, dass ich recht habe (wenn meine allgemeinen Prinzipien richtig sind), dass während der Zeit der Migration, ob kürzer oder länger, nur eine geringe Tendenz zur Bildung einer neuen Art bestehen würde, obwohl eine beträchtliche Variabilität aufgetreten sein mag.“)
BRIEF 337. AN J.D. HOOKER. Down, 10. Dezember [1856].
Es ist ein höchst lästiger Nachteil für meine Zufriedenheit beim Schreiben, dass jedes Kapitel, obwohl ich eine ganze Menge weglasse und versuche, mich kurz zu fassen, eine solch ausufernde Länge annimmt. Mein derzeitiges Kapitel über die Ursachen von Fruchtbarkeit und Sterilität sowie über natürliche Kreuzung ist tatsächlich auf 100 Manuskriptseiten angewachsen, und doch glaube ich nicht, dass ich etwas Überflüssiges eingefügt habe...
Ich werde seit den letzten fünfzehn Monaten von Landschnecken gequält und heimgesucht, die auf jeder ozeanischen Insel vorkommen; und ich dachte, dass die Anhänger der doppelten Schöpfung oder der kontinentalen Ausdehnung hier einen vollständigen Sieg davontrügen. Die wenigen Eier, die ich ausprobiert habe, gehen sowohl unter als auch zugrunde. Niemand bezweifelt, dass Salzwasser für sie überaus zerstörerisch wäre; und ich war wirklich verzweifelt, als ich dachte, ich würde sie versuchen, wenn sie in Starre verfallen sind; und heute habe ich eine Menge aus dem Meerwasser genommen, nach exakt sieben Tagen des Eintauchens. (337/1. Diese Methode der Verbreitung wird im „Origin“ nicht erwähnt; es ist daher wahrscheinlich, dass weitere Experimente die 1856 gezogene Schlussfolgerung umstießen. Dies würde die im folgenden Jahr ausgedrückte Zufriedenheit über die Entdeckung einer anderen Methode erklären, über die Darwin an Sir J.D. Hooker schrieb: „Die Verbreitung der Süßwassermollusken war ein schrecklicher Albtraum für mich, aber ich glaube, ich kenne jetzt meinen Weg. Wenn sie gerade erst geschlüpft sind, sind sie sehr aktiv, und ich hatte dreißig oder vierzig, die auf dem Fuß einer toten Ente krochen; und sie lassen sich nicht abschütteln und leben fünfzehn oder sogar vierundzwanzig Stunden außerhalb des Wassers“ („Life and Letters“, II., Seite 93). Der veröffentlichte Bericht über diese Experimente findet sich im „Origin“, 1. Ausgabe, Seite 385.) Einige gehen unter, einige schwimmen; und in beiden Fällen habe ich (bisher) eine gehabt, die wieder zum Leben erwachte, was mich völlig erstaunt und erfreut hat. Ich fühle mich, als wäre mir ein tausend Pfund schweres Gewicht vom Rücken genommen worden. Adios, mein lieber, guter Freund.
Ich muss Ihnen noch eines meiner tiefgründigen Experimente erzählen! [Frank] sagte zu mir: „Warum sollte ein Vogel (durch Falken, Blitz, Schlaganfall, Hagel usw.) nicht mit Samen im Kropf getötet werden, und er würde schwimmen?“ Gesagt, getan: Eine Taube ist dreißig Tage lang in Salzwasser geschwommen, mit Samen im Kropf, und sie sind prächtig gewachsen; und zu meiner großen Überraschung sind sogar Wicken (Leguminosae, die normalerweise vom Meerwasser abgetötet werden), die der Vogel natürlicherweise gefressen hatte, gut gewachsen. Sie werden sagen, Möwen und Dornhaie usw. würden den Kadaver fressen, und das würden sie auch 999 Mal von tausend, aber einer könnte entkommen: Ich habe tote Landvögel im Meeresschwemmsel gesehen.
BRIEF 338. ASA GRAY AN CHARLES DARWIN.
(338/1. Als Antwort auf Darwins Brief in „Life and Letters“, II., Seite 88.)
Cambridge, Mass., 16. Februar 1857.
Ich wollte Ihren interessanten Brief vom 1. Januar schon lange vor dieser Zeit beantwortet haben, ebenso wie den vom 24. November, von dessen Erhalt ich, wie ich fürchte, nie eine Bestätigung gegeben habe. Aber nachdem ich mein Schulbuch, „Lessons in Botany“, vom Tisch hatte – es nahm weit mehr Zeit in Anspruch, als sein Umfang hätte vermuten lassen –, musste ich mich intensiv an die Arbeit an einer kleinen Sammlung aus Japan machen – hauptsächlich aus Nordjapan, mit der ich gerade erst fertig geworden bin. Wie ich erwartet hatte, ist die Anzahl der Arten, die mit Nordamerika gemeinsam sind, in dieser Sammlung beträchtlich gestiegen, ebenso wie die Anzahl der eng verwandten Arten in beiden, und eine ziemlich beträchtliche Anzahl europäischer Arten ist auch dabei. Ich habe meine Manuskripte weggeschickt (obwohl ich kaum weiß, was daraus werden soll), sonst würde ich Sie auf einige Illustrationen verweisen. Der größere Teil der identischen Arten (von Japan und Nordamerika) gehört zu jenen, die sich bis zur Nordwestküste Amerikas erstrecken oder dort heimisch sind, aber es gibt mehrere, die für Japan und die östlichen Vereinigten Staaten eigentümlich sind: z. B. unser Viburnum lantanoides ist eine der Arten von Thunberg. De Candolles bemerkenswerter Fall der Phryma, auf dem er so beharrt, erweist sich, wie Dr. Hooker sagte, nur als einer von sehr vielen Fällen derselben Art. (Hooker brachte, wie Sie wissen, Monotropa uniflora aus dem Himalaya mit; und nun, nebenbei bemerkt, habe ich sie von fast ebenso weit südlich, d. h. aus St. Fee, Neugranada)...
Nun, ich hatte nie die Absicht, irgendwelche Schlussfolgerungen zu ziehen, und es tut mir sehr leid, dass die einzige, zu der ich mich habe hinreißen lassen, Sie „ärgert“ (338/2. „Eine Ihrer Schlussfolgerungen lässt mich stöhnen, nämlich, dass die Verbindungslinie der streng alpinen Pflanzen über Grönland verläuft. Ich würde Ihre Gründe extrem gerne im Detail veröffentlicht sehen, denn sie ‚ärgern‘ mich (das ist ein korrekter Ausdruck, nicht wahr?) fürchterlich“ (Darwin an Gray, 1. Januar 1857, „Life and Letters“, II., Seite 89).), wie Sie sagen, dass sie es tut – jene auf Seite 73 meines zweiten Artikels: denn wenn sie Sie beunruhigt, ist sie wahrscheinlich nicht stichhaltig. Natürlich hatte ich nicht die Absicht, die Tatsache (die mir auf den ersten Blick so unerwartet erschien), dass ein Drittel unserer alpinen Arten, die in Europa vorkommen, nicht den arktischen Kreis erreicht, allzu sehr zu betonen; aber die Bemerkung, die ich niederschrieb, war eine spontane Schlussfolgerung aus dem, was Sie Geologen festgelegt zu haben scheinen – nämlich, dass die nördlichen Regionen viel kühler gewesen sein müssen, als sie es jetzt sind –, die nördliche Grenze der Vegetation daher viel niedriger als jetzt – etwa in der Epoche, in der es wahrscheinlich erscheint, dass die existierenden Arten unserer Pflanzen erschaffen wurden. Jedenfalls hätte es während der Eiszeit auf unserem Kontinent nirgendwo in der Nähe der Polarregionen phanerogame Pflanzen geben können; und es scheint eine gute Regel zu sein, zunächst nach der Ursache oder dem Grund für das Jetzt in dem zu suchen, was unmittelbar vorausging. Ich sehe nicht, dass Grönland uns viel helfen könnte, aber wenn es in jenen Zeiten irgendeinen Austausch von Arten zwischen Nordamerika und Nordeuropa gab, war die Kommunikation dann nicht eher in niedrigeren Breitengraden als über den Pol wahrscheinlich?
Wenn Sie jedoch sagen – wie Sie sehr gute Gründe haben mögen zu sagen –, dass die existierenden Arten ihre gegenwärtige Verbreitung vor der Eiszeit erhielten, hätte ich keine Antwort. Ich nehme an, man muss für Pflanzenarten ein sehr hohes Alter annehmen, um ihre gegenwärtige Verbreitung zu erklären, solange wir – wie man nicht anders kann – an der Idee des einzigen Geburtsortes der Arten festhalten.
Ich bin neugierig zu sehen, ob sich, wie Sie vorschlagen, eine Harmonie oder enge Ähnlichkeit zwischen der geografischen Verbreitung der in Europa vorkommenden Arten in diesem Land und jenen, die streng repräsentativ oder streng kongenerisch mit europäischen Arten sind, finden lässt. Wenn ich ein wenig Zeit habe, werde ich die Fakten nachschlagen: obwohl ich, wie Dr. Hooker mir zu Recht sagt, kein Geschäft damit habe, Nebenschauplätzen jeder Art nachzujagen, während es so viel zu tun gibt – viel mehr, als ich wahrscheinlich jemals tun werde –, um Unternehmungen zu beenden, die ich vor langer Zeit begonnen habe.
...Was Ihr P.S. betrifft: Wenn Sie Zeit haben, mir eine längere Liste Ihrer proteischen Gattungen zu schicken, werde ich sagen, ob sie hier proteisch erscheinen. Von denen, die Sie erwähnen:
Salix, ich weiß wirklich nichts darüber.
Rubus, die nordamerikanischen Arten sind, mit einer Ausnahme, wirklich sehr klar gekennzeichnet.
Mentha, wir haben nur eine wilde Art; diese hat zwei ziemlich gut ausgeprägte Formen, die für Arten gehalten wurden; die eine glatt, die andere behaart.
Saxifraga bereitet hier keine Schwierigkeiten.
Myosotis, nur ein oder zwei Arten hier, und diese sehr gut gekennzeichnet.
Hieracium, wenige Arten, aber ziemlich gut gekennzeichnet.
Rosa, wenn man eine Reihe nomineller Arten streicht, bleiben uns vier; zwei davon polymorph, aber leicht zu unterscheiden...
BRIEF 339. AN J.D. HOOKER. Down, [1857?]
Man muss nach eigenem Ermessen urteilen, so unvollkommen es auch sein mag, und da ich kein anderes Buch (339/1. A. De Candolles „Geographie Botanique“, 1855.) so nützlich für mich gefunden habe, bin ich verpflichtet, mich dankbar zu fühlen: zweifellos ist dies zum größten Teil dem konzentrierten Licht der noblen Kunst der Kompilation zu verdanken. (339/2. Siehe Brief 49.) Ich war mir bewusst, dass er nicht der Erste war, der auf die Verbreitung der Monokotyledonen beharrt hatte. (War es nicht R. Brown [mit] Flinders?) (339/3. M. Flinders’ „Voyage to Terra Australis in 1801-3, in H.M.S. 'Investigator'“; mit „Botanical Appendix“ von Robert Brown, London, 1814.), und ich bilde mir ein, ich habe nur den Ausdruck „stark beharrt auf“ verwendet – aber das ist völlig unwichtig.
Wenn Sie und ich Zeit hätten zu verschwenden, würde ich gerne sein [De Candolles] Buch durchgehen und die verschiedenen Themen aufzeigen, bei denen ich glaube, dass er originell ist. Seine Bemerkungen über die Beziehungen eingebürgerter Pflanzen werden mir sehr nützlich sein; über die Verbreitungsgebiete großer Familien erschienen sie mir gut, obwohl ich glaube, dass er einen großen Fehler gemacht hat, indem er Familien statt kleinerer Gruppen genommen hat, wie ich zu meiner Freude in A. Grays letzter Arbeit feststellen konnte. Aber es hat keinen Sinn, weiterzumachen.
Ich wünschte so sehr, ich könnte klar verstehen, warum Sie überhaupt nicht an zufällige Mittel der Verbreitung von Pflanzen glauben. Das stärkste Argument, an das ich mich in diesem Augenblick erinnern kann, ist A. de C., dass sehr weit verbreitete Pflanzen auf Inseln genauso häufig vorkommen wie auf Kontinenten. Es ist wirklich provozierend für mich, dass der enorme Kontrast im Verhältnis der Pflanzen in Neuseeland und Australien mir wie ein starkes Argument für nicht zusammenhängendes Land erscheint; und das scheint bei Ihnen nicht im Geringsten ins Gewicht zu fallen. Ich wünschte, ich könnte mich in Ihre Geisteshaltung versetzen. Auf Madeira finde ich in Wollastons Büchern einen parallelen Fall zu Ihrem Neuseeland-Fall – nämlich das auffällige Fehlen ganzer Gattungen und Ordnungen, die heute in Europa verbreitet sind und (wie ich gerade herausgefunden habe) in Europa in der Miozän-Zeit verbreitet waren. Natürlich kann ich keine Erklärung dafür anbieten, warum diese oder jene Gruppe fehlt; aber wenn die Mittel der Einführung zufällig waren, dann könnte man seltsame Proportionen und Abwesenheiten erwarten. Wenn wir uns treffen, versuchen Sie bitte, mich Ihre Gründe klarer sehen zu lassen, als ich es tue.
BRIEF 340. AN J.D. HOOKER. Down, 14. November [1858].
Ich freue mich von ganzem Herzen zu hören, dass meine Lyell-Notizen Ihnen auch nur im Geringsten von Nutzen waren. (340/1. Die Copley-Medaille wurde 1858 an Sir Charles Lyell verliehen. Herr Darwin versorgte Sir J.D. Hooker, der im Rat der Royal Society saß, mit Notizen zu den Gründen für die Auszeichnung. Siehe Brief 69.) Ich glaube nicht, dass die Ansicht übertrieben ist...
Ihr Brief und Ihre Listen haben mich ZUTIEFST interessiert. Zuerst zum weniger wichtigen Punkt, über zwittrige Bäume. (340/2. Siehe „Life and Letters“, II., Seite 89. Im „Origin“, 1. Ausgabe, Seite 100, zitiert der Autor Dr. Hooker mit der Aussage, dass „die Regel in Australien nicht gilt“, d. h., dass Bäume nicht allgemeiner eingeschlechtlich sind als andere Pflanzen. In der 6. Ausgabe, Seite 79, fügt Darwin hinzu: „aber wenn die meisten der australischen Bäume dichogam sind, würde dasselbe Ergebnis folgen, als wenn sie Blüten mit getrennten Geschlechtern trügen.“) Es reicht aus, um mich umzuhauen, dennoch kann ich kaum glauben, dass Britisch-Nordamerika und Neuseeland theoretisch alle zufällig recht haben sollten. Haben Sie in Kew einen Eukalyptus oder eine australische Mimose, die ihre Samen ansetzt? Wenn ja, wäre es sehr mühsam zu beobachten, wann der Pollen reif ist und ob Pollenschläuche leicht in die Narbe eindringen, sobald der Pollen reif ist, oder erst einige Zeit danach? obwohl, wenn der Pollen nicht einige Zeit nach dem Öffnen der Blüte reif ist, die Narbe vielleicht zuerst bereit sein könnte, obwohl dies laut C.C. Sprengel ein seltenerer Fall ist. Ich habe an Müller geschrieben, für den Fall, dass er in der Lage und willens ist, dies zu beobachten.
Ihre Tatsache der größeren Anzahl europäischer Pflanzen (N.B. – Aber meinen Sie einen größeren Prozentsatz?) in Australien als in Südamerika ist verblüffend und für mich sehr unangenehm; denn von Nordwestamerika (wo fast die gleiche Flora existiert wie in Kanada?) bis Feuerland gibt es weit mehr zusammenhängendes Hochland als von Europa nach Tasmanien. Es muss, so denke ich, auf der amerikanischen Hochstraße irgendeine merkwürdige Barriere existiert haben: Trockenheit von Peru, übermäßige Feuchtigkeit von Panama oder irgendeine andere verfluchte Ursache, die entweder die Einwanderung verhinderte oder sie seitdem zerstört hat. Sie sagen, ich darf Fragen stellen, also habe ich das auf dem beiliegenden Papier getan; aber es wird natürlich eine ganz andere Sache sein, ob Sie sie der Mühe wert halten, sie zu beantworten.
Darf ich die jetzt zurückgegebenen Listen behalten? Andernfalls lasse ich sie kopieren.
Sie sagten, Sie würden mir ein paar Fälle von australischen Formen und identischen Arten geben, die über die Berge des Malaiischen Archipels nach Norden zu den Philippinen und Japan ziehen; aber wenn diese in Ihrer „Introduction“ enthalten sind, wird mir das genügen. (340/3. Siehe Hookers „Introductory Essay“, Seite l.)
Ihre Listen erscheinen mir wunderbar interessant.
Meinen theoretischen Vorstellungen nach bin ich nicht zufrieden mit dem, was Sie über lokale Pflanzen in der südwestlichen Ecke Australiens (340/4. Sir Joseph antwortete in einem undatierten Brief: „Danke für Ihren Hinweis. Ich werde sehr vorsichtig sein, wie ich irgendeine Verbindung zwischen der vielfältigen Flora und dem armen Boden Südwestaustraliens erwähne... Es liegt übrigens nicht nur daran, dass die Arten so zahlreich sind, sondern dass diese und die Gattungen so verdammt gut gekennzeichnet sind. Sie haben kurz gesagt eine unglaubliche Anzahl von SEHR LOKALEN, GUT GEKENNZEICHNETEN Gattungen und Arten, die in diese Ecke Australiens gedrängt sind.“ Siehe „Introductory Essay to the Flora of Tasmania“, 1859, Seite li.) sagen und dass die Samen nicht leicht keimen: seien Sie vorsichtig damit; bedenken Sie den Zeitablauf. Es liegt mir überhaupt nicht schwer im Magen. Es ist wie bei Wollastons begrenzten Landschnecken in Porto Santo, die seit einer Tertiärperiode auf dieselben Flecken beschränkt sind, was auf ihre langsame Kriechfähigkeit zurückzuführen ist; und doch wissen wir, dass andere Gehäuseschnecken innerhalb weniger Jahre ein ganzes Land mit denselben Zuchtfähigkeiten und denselben Kriechfähigkeiten bevölkert haben, wenn die Bedingungen für das Leben der eingeführten Arten günstig waren. Hypothetisch würde ich den Fall eher darauf zurückführen – aber da meine Vorstellungen nicht sehr einfach oder klar und nur hypothetisch sind, sind sie es nicht wert, Ihnen aufgezwungen zu werden.
Ich hatte mir geschworen, mein ewiges Abstract (340/5. Der „Origin of Species“ wurde aus dem Manuskript eines unveröffentlichten Buches zusammengefasst.) nicht wieder vor Ihnen zu erwähnen, denn ich bin sicher, ich habe Sie schon mehr als genug damit belästigt; aber da Sie auf seine vorherige Veröffentlichung anspielen, kann ich sagen, dass ich noch Kapitel über Instinkt und Hybridismus zusammenfassen muss, was jeweils eine vierzehntägige Arbeit sein könnte; und da meine Materialien für Paläontologie, geografische Verbreitung und Affinitäten weniger aufgearbeitet sind, wage ich zu sagen, dass jedes davon drei Wochen in Anspruch nehmen wird, sodass ich frühestens im April fertig sein werde, und dann wird mein Abstract vom Umfang her einen kleinen Band ergeben. Ich gebe nie mehr als ein oder zwei Beispiele an und gehe kurz über alle Schwierigkeiten hinweg, und doch kann ich mein Abstract nicht kürzer fassen, um zufriedenstellend zu sein, als ich es jetzt tue, und dennoch wird es zu einem kleinen Band anwachsen.
BRIEF 341. AN J.D. HOOKER. Down, [November?] 27. [1858].
Was Sie über die direkte Beziehung der Kap-Flora zu Australien sagen, bereitet mir große Sorgen. Verbindet das Hochland von Abessinien (341/1. In einem Brief an Darwin vom 21. Dezember (?), 1858, schrieb Sir J.D. Hooker: „Das Hochland von Abessinien wird Ihnen nicht helfen, die gemäßigten Floren des Kaps und Australiens zu verbinden: ihnen fehlen alle Typen, die beiden gemeinsam sind, und schlimmer noch, Indien fehlt es ihnen merklich. Proteaceae, Thymeleae, Haemodoraceae, Acacia, Rutaceae, von eng verwandten Gattungen (und in einigen Fällen Arten), sind im Südwesten Australiens und am Kap der Guten Hoffnung zusammengepfercht: fügen Sie dazu die Epacrideae (die bloße [...] der Ericaceae sind) und das Fehlen oder die Seltenheit der Rosaceae usw. usw., und Sie haben ein Ausmaß an Ähnlichkeit in den Floren und Unähnlichkeit zu der von Abessinien und Indien in denselben Merkmalen, das eine Erklärung in jeder theoretischen Geschichte der südlichen Vegetation erfordert.“) und die Berge an der Westküste nicht in gewissem Maße die außertropischen Floren des Kaps und Australiens? Meiner Meinung nach wächst die enorme Bedeutung der Eiszeit täglich stärker. Ich freue mich sehr, über Südost- und Südwestaustralien zu hören: Ich vermutete, nachdem mein Brief weg war, dass der Fall so sein muss, wie er ist. Sie wissen natürlich, dass fast die gleiche Regel für Vögel und Säugetiere gilt. Vor mehreren Jahren habe ich in den „Annals of Natural History“ (341/2. „Annals and Mag. of Nat. Hist.“ Band XIX., 1847, Seiten 53-56, eine unsignierte Rezension von „A Natural History of the Mammalia“ von G.R. Waterhouse, Band I. Die erwähnte Passage befindet sich auf Seite 55: „Die Tatsache, dass Südaustralien nur wenige eigentümliche Arten besitzt, da es anscheinend von den östlichen und westlichen Küsten kolonisiert wurde, ist sehr interessant; denn wir glauben, dass Herr Robert Brown gezeigt hat, dass fast die gleiche Bemerkung auf die Pflanzen anwendbar ist; und Herr Gould findet, dass die meisten der Vögel von diesen gegenüberliegenden Ufern, obwohl eng verwandt, verschieden sind. In Anbetracht dieser Tatsachen, zusammen mit dem Vorhandensein von aufgeworfenen modernen Tertiärablagerungen und erloschenen Vulkanen in Südaustralien, scheint es wahrscheinlich, dass die östlichen und westlichen Ufer einst zwei Inseln bildeten, die durch ein flaches Meer voneinander getrennt waren, mit ihren Bewohnern generisch, wenn auch nicht spezifisch verwandt, genau wie jene von Neuguinea und Nordaustralien, und dass innerhalb einer geologisch jüngeren Zeit eine Reihe von Hebungen das dazwischenliegende Meer in jene Wüstenebenen verwandelte, von denen heute bekannt ist, dass sie sich von der Südküste weit nach Norden erstrecken, und die dann von den Regionen im Osten und Westen kolonisiert wurden.“ Zu diesem Punkt siehe Hookers „Introductory Essay to the Flora of Tasmania“, Seite ci, wo Jukes’ Ansichten diskutiert werden.) Waterhouses „Mammalia“ rezensiert und spekuliert, dass diese beiden Ecken, die jetzt durch Golf und niedriges Land getrennt sind, als zwei große Inseln existiert haben müssen; aber es ist seltsam, dass sich die Erzeugnisse nicht mehr vermischt haben; aber es stimmt, so glaube ich, mit einer sehr allgemeinen Regel bei der Verbreitung organischer Wesen überein. Ich stimme dem zu, was Sie über Lyell sagen; er lernt mehr durch mündliche Überlieferung als durch Lesen.
Henslow ist gerade gegangen und hat mich in einem Zustand enthusiastischer Bewunderung für seinen Charakter zurückgelassen. Er ist ein wirklich edler und guter Mann.
Ich bin Ihnen sehr dankbar, dass Sie sich die Mühe gemacht haben, mir wegen der eingebürgerten Pflanzen zu schreiben. Ich wusste nichts von dem Klee-Fall oder hatte ihn vergessen. Wie sehr wünschte ich, ich wüsste, welche Pflanzen durch den Klee ersetzt wurden; doch das würde eine genauere Kenntnis eines jeden Bodenstücks erfordern, als sie meines Erachtens irgendjemand besitzt. Da Bäume so langlebig sind, dürfte es meiner Meinung nach äußerst schwierig sein, zwischen der tatsächlichen und der neuen Ausbreitung einer Art und einem Fruchtwechsel zu unterscheiden. Was Ihre Idee betrifft, dass Pflanzen nach Westen wandern, so war ich sehr beeindruckt von einer Ihrer Bemerkungen im vorletzten „Linnean Journal“ über die Ausbreitung von Pflanzen aus Amerika in der Nähe der Beringstraße. Glauben Sie nicht, dass die Tatsache, dass so viel mehr Samen und Pflanzen von Europa nach Amerika gebracht werden als in umgekehrter Richtung, ein Stück weit die relative Seltenheit eingebürgerter amerikanischer Pflanzen bei uns erklären könnte? Obwohl ich denke, man könnte wild darüber spekulieren, dass europäische Unkräuter im Laufe von Jahrtausenden der Kultivierung sehr gut an kultiviertes Land angepasst wurden, wohingegen kultiviertes Land für einheimische amerikanische Unkräuter eine neue Heimat wäre und sie folglich ihre europäischen Rivalen nicht schlagen könnten, wenn sie auf kultiviertem Land mit ihnen in Wettbewerb treten. Da haben wir ein Stück waghalsige Theorie! (342/1. Siehe Asa Gray, „Scientific Papers“, 1889, Band II., Seite 235, über „The Pertinacity and Predominance of Weeds“, wo die hier dargelegte Ansicht übernommen wird. In einem Brief an Asa Gray (6. November 1862), veröffentlicht in den „Life and Letters“, II., Seite 390, schrieb Darwin: „Verletzt es nicht Ihren Yankee-Stolz, dass wir euch so gründlich verhauen? Ich bin sicher, Mrs. Gray wird für eure eigenen Unkräuter einstehen. Fragen Sie sie, ob sie nicht eher ehrliche, grundsolide, gute Unkräuter sind.“)
Doch ich habe mich nicht hingesetzt, um so etwas zusammenzukritzeln, sondern um Sie um einen Gefallen zu bitten. Ich habe Hooker eine Liste von Silene-Arten gegeben, an denen Gärtner Kreuzungsexperimente durchgeführt hat: Nun möchte ich UNBEDINGT die Erlaubnis haben zu sagen, dass dies und jenes von Herrn Bentham für echte Arten gehalten wird und dies und jenes nur für Varietäten. Unglücklicherweise und dummerweise fügt Gärtner den Arten keinen Autorennamen bei.
Herzlichen Dank für das, was Sie über mein Buch sagen; aber Sie werden sehr enttäuscht sein; es wird bedauerlicherweise viel zu hypothetisch sein. Es wird sehr wahrscheinlich keinen anderen Nutzen haben, als einige Fakten zusammenzustellen; obwohl ich selbst glaube, dass ich meinen Weg bezüglich der Entstehung der Arten annähernd sehe. Aber ach, wie häufig, wie fast universell ist es bei einem Autor, sich selbst von der Wahrheit seiner eigenen Dogmen zu überzeugen. Meine einzige Hoffnung ist, dass ich sicherlich sehr viele Schwierigkeiten von gigantischem Ausmaß sehe.
Falls Sie sich an Fälle erinnern, in denen eine eingeführte Art eine andere verdrängt oder sich gegenüber ihr durchgesetzt hat, wäre ich Ihnen sehr dankbar, davon zu hören. Ich glaube, der gewöhnliche Klatschmohn wurde in Sizilien als heimisch angesehen. Ich wüsste gerne, ob Sie annehmen, dass Sämlinge dieser Wildpflanze einem Wettbewerb mit unserem eigenen Mohn standhalten würden; ich würde fast erwarten, dass unsere Mohnarten in gewissem Maße akklimatisiert und an unsere Getreidefelder gewöhnt sind. Wenn sich dies in diesem und anderen Fällen zeigen ließe, könnten wir meiner Meinung nach verstehen, warum viele nicht trainierte amerikanische Pflanzen in unseren agrarischen Lebensräumen keinen Erfolg hätten.
BRIEF 343. AN J. D. HOOKER.
(343/1. Mr. Darwin nutzte die Kenntnis über die Ausbreitung eingeführter Pflanzen in Nordamerika und Australien, um ein Licht auf die kosmische Wanderung der Pflanzen zu werfen. Sir J. D. Hooker wandte anscheinend ein, dass es nicht fair sei, von agrarischen auf andere Pflanzen zu schließen; er vertrat zudem eine leicht von Darwin abweichende Ansicht bezüglich klimatischer und anderer natürlicher Bedingungen, die eingeführte Pflanzen in Australien begünstigen.)
Down, 28. Januar 1859.
Danke für die Gletscher. Es ist mir ein Vergnügen und ein Gewinn, Ihnen zu schreiben, und da Sie in Ihrem letzten Brief die eingebürgerten Pflanzen Australiens berührt haben, nehme ich an, es würde Ihnen nicht missfallen, zu hören, was ich als Antwort dazu sagen kann. Zumindest weiß ich, dass Sie nicht wünschen würden, dass ich mich Ihrer Autorität beuge, solange ich nicht überzeugt bin.
Ich stimme dem, was Sie über unsere agrarischen Pflanzen sagen, völlig zu, dass sie an kultiviertes Land gewöhnt sind und daher kein fairer Testfall sind. Buckman hat diese Auffassung meines Wissens bezüglich Nordamerikas veröffentlicht. Was die Pflanzen am Wegesrand betrifft, so kann ich nicht so sicher sein, dass diese ausgeschlossen werden sollten, da Tiere in vielen wilden Ländern Wege anlegen. (343/2. Im Bericht über eingebürgerte Pflanzen in Australien in Sir J. D. Hookers „Introductory Essay to the Flora of Tasmania“, 1859, Seite cvi, sind viele der Pflanzen als „Großbritannien – Ödland“, „Europa – Getreidefelder“ usw. gekennzeichnet. In derselben Liste sind die Arten aufgeführt, die auch in Nordamerika eingedrungen sind – eine große Anzahl. Am Rand von Darwins Exemplar ist mit Bleistift gekritzelt: „Sehr gut, zeigt, wie viele derselben Arten in Australien und den Vereinigten Staaten eingebürgert sind, bei sehr unterschiedlichen Klimata; steht im Widerspruch zu Ihrer Schlussfolgerung.“ Sir Joseph nahm an, dass ein Hauptgrund für das Eindringen englischer Pflanzen nach Australien und nicht umgekehrt die große Einfuhr europäischen Saatguts nach Australien und die spärliche Rücksendung australischen Saatguts war.)
Ich habe jetzt nachgesehen und die Passage in F. Mullers (343/3. Ferdinand Muller.) Brief an mich gefunden, in der er sagt: „In den WILDNISSEN Australiens sind einige europäische Stauden ‚auf sicherem Vormarsch‘, ‚nicht aufzuhalten‘ usw.“ Er nennt als Beispiele (ich nehme also an, es gibt andere Fälle) elf Arten, nämlich: 3. Rumex, Poterium sanguisorba, Potentilla anserina, Medicago sativa, Taraxacum officinale, Marrubium vulgare, Plantago lanceolata, P. major, Lolium perenne. All diese samen reichlich aus. Nun erinnere ich mich, wie Sie vor Jahren und Jahren mit mir darüber diskutierten, wie erstaunlich leicht Pflanzen auf unbewohnten Inseln eingebürgert werden, wenn Schiffe auch nur dort anlegen. Ich erinnere mich, dass wir über Pakete diskutierten, die mit altem Heu oder Stroh usw. geöffnet wurden. Denken Sie nun an Häute und Wolle (und Wolle, die massenhaft nach Europa exportiert wird), und Pflanzen, die eingeführt werden, und Getreidemuster; und ich muss denken, dass, wenn Australien das alte Land gewesen wäre und Europa Botany Bay, sehr wenige, sehr viel weniger australische Pflanzen in Europa verwildert wären als jetzt in Australien.
Der Fall scheint mir zwischen La Plata und Spanien noch viel stärker zu sein.
Nichtsdestotrotz werde ich meinen einen Satz zu diesem Thema einfügen, der die stärkere Wanderung während der Eiszeit von Norden nach Süden gegenüber der umgekehrten Richtung illustriert, sehr demütig und vorsichtig. (343/4. „Origin of Species“, 1. Auflage, Seite 379. Darwin bezieht sich auf die Fakten von Hooker und De Candolle, die einen stärkeren Wanderungsstrom von Norden nach Süden als in die entgegengesetzte Richtung zeigen. Darwin erklärt dies damit, dass die nördlichen Pflanzen in ihrer nördlichen Heimat lange Zeit einem harten Wettbewerb ausgesetzt waren und eine größere „Dominanzkraft“ erworben haben als die südlichen Formen. „Ganz in der gleichen Weise, wie wir heute sehen, dass sehr viele europäische Erzeugnisse den Boden in La Plata und in geringerem Maße in Australien bedecken und bis zu einem gewissen Grad die Einheimischen geschlagen haben; während extrem wenige südliche Formen in irgendeinem Teil Europas eingebürgert wurden, obwohl Häute, Wolle und andere Gegenstände, die wahrscheinlich Samen tragen, in den letzten zwei oder drei Jahrhunderten aus La Plata und in den letzten dreißig oder vierzig Jahren aus Australien massenhaft importiert wurden.“)
Ich freue mich sehr zu hören, dass Sie mit Ihrer australischen Einleitung gute Fortschritte machen. Ich bin, Gott sei Dank, mehr als zur Hälfte durch mein Kapitel über geografische Verbreitung und habe das Exzerpt des Gletscherteils fertig...
BRIEF 344. AN J. D. HOOKER. Down, 30. März 1859.
Vielen Dank für Ihre angenehme Notiz. Bitte behalten Sie das geografische Manuskript, bis Sie von mir hören, denn vielleicht muss ich Sie bitten, es an Murray zu schicken; denn durch Lyells Vermittlung hoffe ich, dass er es veröffentlichen wird, aber er verlangt, das Manuskript zuerst zu sehen. (344/1. „The Origin of Species“; siehe einen Brief an Lyell in „Life and Letters“, II., Seite 151.)
Ich widerspreche dem, was Sie sagen, dass wir das Klima der Welt verändern, um die „Wanderung von Käfern, Fliegen usw.“ zu erklären. WIR tun nichts dergleichen; denn WIR stützen uns auf geschrammte Felsen, alte Moränen, arktische Muscheln und Säugetiere. Ich habe keinerlei Theorie über die Ursache der Kälte, ebenso wenig wie über die Ursache von Hebung und Senkung; und ich sehe keinen Grund, warum ich Kälte oder Hebung oder Senkung nicht verwenden sollte, um andere Phänomene zu erklären, wie etwa die Verbreitung. Ich glaube, wenn ich Raum und Zeit hätte, könnte ich ein ziemlich gutes Argument gegen jegliche großen kontinentalen Veränderungen seit der Eiszeit vorbringen, und dies hat mich hauptsächlich dazu geführt, die Lyellsche Lehre als unzureichend aufzugeben, um alle Klimaveränderungen zu erklären.
Ich war amüsiert über die Beweise vor dem British Museum. (344/2. Dies bezieht sich auf den Brief an Murchison (Brief 65), veröffentlicht mit den Beweisen der Untersuchung von 1858 durch die Treuhänder des British Museum.) Ich werde dazu gebracht, meine Meinung so autoritativ zu botanischen Angelegenheiten abzugeben!...
Was unseren Glauben an die Entstehung der Arten betrifft, der irgendeinen Unterschied in der deskriptiven Arbeit macht, so bin ich sicher, dass dies unkorrekt ist, denn ich habe meine gesamte Arbeit über Seepocken unter diesem Gesichtspunkt durchgeführt. Nur habe ich oft gestöhnt, dass mir nicht einfach erlaubt wurde zu entscheiden, ob ein Unterschied ausreichte, um einen Namen zu verdienen.
Ich freue mich, von Huxley zu hören – ein wunderbarer Mann.
BRIEF 345. AN J. D. HOOKER. Wells Terrace, Ilkley, Otley, Yorkshire, Donnerstag [vor dem 9. Dezember 1859].
Ich habe Ihre Diskussion (345/1. Siehe „Introductory Essay“, Seite c. Darwin erhielt dieses Werk erst am 23. Dezember, sodass sich der Verweis auf Korrekturfahnen bezieht.) wie üblich mit großem Interesse gelesen. Die Punkte sind schrecklich kompliziert, im Moment fast jenseits der Grenzen des Wissens. Die Ansicht, die ich als vielleicht am wahrscheinlichsten angesehen hätte (obwohl sie sich kaum von Ihrer unterscheidet), ist, dass die ganze Welt während der sekundären Zeitalter von Beuteltieren, Araukarien (Anm.: Fossiles Holz dieser Art so häufig in Südamerika (345/2. Siehe Brief 6, Anmerkung.)), Banksien usw. bewohnt war; und dass diese im größeren Gebiet des Nordens verdrängt und ausgerottet wurden, aber im Süden am Leben blieben. Woher diese sehr alten Formen ursprünglich stammten, scheint eine hoffnungslose Frage zu sein.
Ihre Bemerkungen über den Übergang der nördlichen Formen nach Süden und darüber, dass keinerlei südliche Formen nach Norden wanderten, erscheinen mir großartig. Bewundernswert sind auch Ihre Bemerkungen über den Kampf der Vegetation: Ich stelle fest, dass ich Sie etwas missverstanden habe, denn ich fürchtete, ich sei anderer Meinung als Sie, was, wie ich sehe, kaum der Fall ist. Ich kann nicht umhin zu vermuten, dass Sie dem Klima im Falle Australiens etwas zu viel Gewicht beimessen. La Plata scheint solch analoge Fakten zu präsentieren, obwohl ich annehme, dass die Einbürgerung europäischer Pflanzen dort in noch größerem Maßstab stattgefunden hat als in Australien...
Sie werden in etwa zehn Tagen oder früher vier Exemplare meines Buches erhalten – eines für Sie selbst und drei für die ausländischen Botaniker; d. h. sobald die Bögen in Leinen gebunden werden können. Ich hoffe, das wird für Ihre Pakete nicht zu spät sein.
Wenn Sie meinen Band lesen, benutzen Sie Ihren Bleistift und markieren Sie, damit ich mich eines Tages mit Ihnen über etwaige Kritiken unterhalten kann.
BRIEF 346. AN HUGH FALCONER. Down, 17. Dezember [1859].
Während ich daran denke, lassen Sie mich Ihnen sagen, dass ich mich erinnere, vor Jahren im Museum der Geological Society einen Zahn eines Flusspferdes aus Madagaskar gesehen zu haben: Dies sollte aus geografischen und allen anderen Gründen überprüft werden. Bitte notieren Sie sich diese Tatsache. (346/1. Bei einer Sitzung der Geological Society am 1. Mai 1833 wurde ein Brief von Mr. Telfair an Sir Alex. Johnstone verlesen, der ein Exemplar von rezentem Konglomeratgestein von der Insel Madagaskar begleitete, das Fragmente eines Stoßzahns und einen Teil eines Backenzahns eines Flusspferdes enthielt („Proc. Geol. Soc.“ 1833, Seite 479). Es gibt einen Verweis auf diese Überreste von Flusspferden in einem Aufsatz von Mr. R. B. Newton im „Geol. Mag.“ Band X., 1893; und in Dr. Forsyth Majors Abhandlung über Megaladapis Madagascariensis („Phil. Trans. R. Soc.“ Band 185, Seite 30, 1894).
Seit dieser Brief geschrieben wurde, wurden mehrere Knochen, die zu zwei oder möglicherweise drei Arten von Flusspferden gehören, auf Madagaskar gefunden. Siehe Forsyth Major, „On the General Results of a Zoological Expedition to Madagascar in 1894-96“ („Proc. Zool. Soc.“ 1896, Seite 971).)
Wir sind vor einer Woche aus Ilkley zurückgekehrt, und es hat mir sichtlich gut getan. In London sah ich Lyell (der arme Mann, der in den „Busen zweier Ketzereien gestürzt ist“ – übrigens sah ich seine Steinbeile, und wie ungemein interessant sie sind), und er erzählte mir, dass Sie meinen Ansichten über Arten gegenüber sehr antagonistisch eingestellt seien. Ich wusste wohl, dass dies der Fall sein würde. Ich muss frei gestehen, die Schwierigkeiten und Einwände sind schrecklich; aber ich kann nicht glauben, dass eine falsche Theorie so viele Klassen von Fakten erklären würde, wie es meiner Meinung nach der Fall ist. Sehen Sie Wollaston jemals? Er und Sie würden sich gut über mein Buch (346/2. „Origin of Species“, 1859.) einig sein – Pech für euch beide. Wenn Sie irgendetwas haben, das mir zu hören angenehm ist, schreiben Sie; und wenn alles, was Sie sagen können, sehr unangenehm ist, wird es Ihnen gut tun, sich auszusprechen. Und es ist wohlbekannt, dass Sie sehr gerne Briefe schreiben. Leben Sie wohl, mein guter alter Freund und Feind.
Notieren Sie sich bitte etwas über das Flusspferd. Wenn Sie so ein Kavalier sind, zu schreiben, sagen Sie mir bitte, wie Torquay Ihrer Gesundheit bekommt.
(TAFEL: DR. ASA GRAY, 1867.)
BRIEF 347. AN ASA GRAY. Down, 24. Dezember [1859].
Ich war zehn Wochen lang zur Wasserkur, und auf meiner Rückkehr vor vierzehn Tagen durch London fand ich ein Exemplar Ihrer Abhandlung, und ich danke Ihnen herzlich dafür. (347/1. „Diagnostic Characters of New Species of Phaenogamous Plants collected in Japan by Charles Wright...with Observations upon the Relations of the Japanese Flora to that of North America and of other parts of the Northern Temperate Zone“ („Mem. American Acad. Arts and Sci.“ Band VI., Seite 377, 1857).) Ich habe sie nicht gelesen und werde dazu auch nicht so bald in der Lage sein, denn ich bin sehr überarbeitet, und mein Magen ist fast so schlimm geworden wie eh und je.
Was die Diskussion über das Klima betrifft, so bitte ich Sie zu glauben, dass ich mich keinen Moment in Konkurrenz zu Dana gestellt habe; aber wenn man über ein Thema nachgedacht hat, kommt man nicht umhin, sich eine Meinung zu bilden. Was ich an Hooker schrieb, habe ich vergessen, nachdem ich nur wenige Seiten Ihrer Abhandlung gelesen hatte, von der ich sah, dass sie für mich voller Interesse sein würde. Hooker bat mich, Ihnen zu schreiben, aber, wie ich ihm sagte, würde ich es nicht wagen, Ihnen gegenüber eine Meinung ohne sorgfältige Überlegung zu äußern. Was er schrieb, weiß ich nicht: Ich hatte vor etlichen Jahren bereits (von wem, habe ich vergessen) eine Spekulation über eine wärmere Periode in den Vereinigten Staaten nach der Eiszeit gesehen; und ich hatte Lyell konsultiert, der sehr zu zweifeln schien, und Lyells Urteilsvermögen ist wirklich bewundernswert vorsichtig. Die in Ihrem Papier und in Ihrem Brief vorgebrachten Argumente scheinen mir kaum ausreichend; nicht, dass ich es im Geringsten bereuen würde, diese nachfolgende und eingeschobene wärmere Periode zuzugeben – je mehr Veränderungen, desto besser, denke ich. Andererseits glaube ich nicht, dass die Einführung von Formen der Alten Welt in die Neue Welt nach der Eiszeit für die modifizierten oder repräsentativen Formen in den beiden Welten ausreicht. Es gab zu viel Veränderung im Vergleich zur geringen Veränderung isolierter alpiner Formen; aber das werden Sie in meinem Buch sehen. (347/2. „Origin of Species“ (1859), Kapitel XI., Seiten 365 ff.) Ich mag nur ein paar Anmerkungen dazu machen, warum ich dem Argument in Ihrem Brief über das wärmere Klima auf den ersten Blick nicht viel Gewicht beimesse. Erstens, bezüglich der Tatsache, dass das Niveau des Landes nach der Eiszeit niedriger war, wie durch das Ganze usw. belegt, bezweifle ich, ob das meteorologische Wissen für diese Schlussfolgerung ausreicht: Wenn man sich der südlichen Hemisphäre zuwendet, könnte man argumentieren, dass eine größere Ausdehnung des Wassers die Temperatur niedriger machte; und wenn ein Großteil des nördlichen Landes niedriger war, wäre es vom Meer bedeckt gewesen und die Intermigration zwischen der Alten und der Neuen Welt wäre gehemmt worden. Zweitens bezweifle ich, ob aus ausgestorbenen Säugetierarten irgendeine Schlussfolgerung über die Art des Klimas gezogen werden kann. Wenn der Moschusochse und die Hirsche von enormer Größe aus Ihren kargen Regionen nur durch fossile Knochen bekannt gewesen wären, wer hätte gewagt, das extrem kalte Klima zu vermuten, unter dem sie lebten? Was die Nahrung großer Tiere betrifft, wenn Sie sich für das Thema interessieren, schauen Sie bitte in meine Diskussion zu diesem Thema, teilweise in Bezug auf den Elephas primigenius in meinem „Journal of Researches“ (Murrays Home and Colonial Library), Kapitel V., Seite 85. (347/3. „Die feste Überzeugung von der Notwendigkeit einer Vegetation, die einen Charakter tropischer Üppigkeit besitzt, um solche großen Tiere zu ernähren, und die Unmöglichkeit, dies mit der Nähe ewiger Vereisung in Einklang zu bringen, war ein Hauptgrund für die verschiedenen Theorien plötzlicher Klimarevolutionen... Ich bin weit davon entfernt anzunehmen, dass sich das Klima nicht verändert hat seit der Zeit, als diese Tiere lebten, die jetzt im Eis begraben liegen. Im Moment möchte ich nur zeigen, dass, soweit es die Nahrungsmenge allein betrifft, die alten Nashörner auch in ihrem jetzigen Zustand über die Steppen Zentralsibiriens hätten streifen können, ebenso wie die lebenden Nashörner und Elefanten über die Karoos des südlichen Afrikas“ („Journal of Researches“, Seite 89, 1888).) In diesem Land schließen wir aus den Überresten von Elephas primigenius, dass das Klima zum Zeitpunkt ihrer Einbettung sehr streng war, was durch ihre wollige Bedeckung, durch die Art der Ablagerungen mit eckigen Fragmenten, die Art der mit eingebetteten Muscheln und das Zusammenleben mit dem Moschusochsen gestützt zu werden scheint. Ich hatte früher von Lyell den Eindruck gewonnen, dass die relative Position von Megatherium und Mylodon in Bezug auf die Gletscherablagerungen nicht gut geklärt sei; aber vielleicht ist dies erst kürzlich geschehen. Das sind meine Gründe, warum ich die wärmere Periode nach der Eiszeit noch nicht zugebe; aber ich wage zu sagen, dass ich mich durchaus irren könnte, und es würde mir gar nichts ausmachen, wenn mir das Gegenteil bewiesen würde.
Ich werde Ihre Abhandlung sicherlich mit Sorgfalt lesen, denn ich habe bisher nur ein Fragment gesehen, und sehr wahrscheinlich werden einige Teile, die ich früher nicht klar verstehen konnte, dann klar genug sein.
BRIEF 348. AN J. D. HOOKER. Down, 26. [Dezember] [1859].
Ich habe gerade mit intensivem Interesse bis Seite xxvi gelesen (348/1. Für Darwins Eindruck vom „Introductory Essay to the Tasmanian Flora“ als Ganzes siehe „Life and Letters“, II., Seite 257.), d. h. bis zu der Stelle, wo Sie die australische Flora selbst behandeln; und den letzteren Teil habe ich in den Korrekturfahnen als am wichtigsten in Erinnerung. Entweder haben Sie eine Menge geändert, oder ich habe nicht alles gesehen oder war blind, denn ich war an all dem ersten Teil viel mehr interessiert als zuvor – nicht, dass es mir anfangs nicht gefallen hätte. Alles scheint mir sehr klar geschrieben zu sein, und ich bin nur an einem einzigen Satz hängen geblieben. Ich glaube, im Großen und Ganzen gefällt mir die geologische, oder besser gesagt paläontologische Diskussion am besten: Sie scheint mir ausgezeichnet und bewundernswert vorsichtig zu sein. Ich stimme allem zu, was Sie sagen, soweit es mein Mangel an Fachwissen mir erlaubt zu beurteilen.
Ich habe keine Kritiken von Bedeutung, aber ich hätte mir an ein oder zwei Stellen mehr Fakten gewünscht, nach denen ich aber nicht fragen werde. Ich widerspreche eher der Fairness Ihres Vergleichs von steigenden und sinkenden Gebieten (348/2. Hooker, op. cit., Seite xv, Absatz 24. Hookers Ansicht war, dass sinkende Inseln „vergleichsweise weniger Arten und weniger eigentümliche Gattungstypen enthalten als solche, die steigen.“ In Darwins Exemplar des Essays steht am Rand von Seite xvi: „Ich bezweifle den ganzen Fall.“), da Sie im Indischen Ozean vulkanisches Land mit ausschließlichen Koralleninseln vergleichen, und diese letzteren sind flächenmäßig sehr klein und haben einen sehr eigentümlichen Boden, und während ihrer Entstehung wurden sie wahrscheinlich vollständig überflutet, vielleicht viele Male, und mit bestehenden Pflanzen neu besiedelt. Im Pazifik erlaubt die Unkenntnis der Marianen, Karolinen und anderer Hauptinseln kaum einen Vergleich (348/3. Gambier Island wäre ein interessanter Fall. [Anmerkung im Original.]); und ist es richtig, amerikanische Inseln wie Juan Fernandez und Galapagos einzubeziehen? Auf solch hochgelegenen und wahrscheinlich alten Inseln wie Sandwich und Tahiti kann es für die Flora keinen großen Unterschied machen, ob sie in letzter Zeit ein paar tausend Fuß gesunken oder gestiegen sind.
Ich wünschte, Sie könnten Ihre Vorstellung einarbeiten, dass bestimmte Teile der Tropen heiß geblieben sind, während andere abgekühlt wurden; ich habe diesen Plan in meinem Kopf durchgespielt, und er schien zu scheitern. Insgesamt gefällt mir alles, was ich von Ihrer Einleitung gelesen habe, sehr gut, und ich kann nicht daran zweifeln, dass sie großes Gewicht bei der Bekehrung anderer Botaniker von der Lehre der unveränderlichen Schöpfung haben wird. Was für eine Fülle an Materie doch auf einer Ihrer Seiten steckt!
Es gibt viele Punkte, die ich sehr gerne mit Ihnen erörtern möchte.
Wie sehr wünschte ich, Sie könnten die Floren des Pazifiks ausarbeiten: Ich erinnere mich, vor Ewigkeiten einen Teil Ihres Manuskripts gelesen zu haben. In Paris müsste es, so sollte ich meinen, Materialien von französischen Seereisen geben. Aber von allen Orten der Welt würde ich am liebsten eine gute Flora der Sandwich-Inseln sehen. (348/4. Siehe Hillebrand, „Flora of the Hawaiian Islands“, 1888.) Ich würde 50 Pfund für jeden Sammler zeichnen, der dorthin geht und an den Inseln arbeitet. Würde es sich für einen Sammler nicht lohnen, dorthin zu gehen, besonders wenn er durch irgendeine Subskription unterstützt würde? Es wäre ein passender Anlass, um beim Regierungszuschuss der Royal Society um Hilfe zu bitten. Ich halte sie für die isolierteste Gruppe der Welt, und die Inseln selbst für gut voneinander isoliert.
BRIEF 349. AN ASA GRAY. Down, 7. Januar [1860].
Ich habe gerade Ihr Japan-Memoire fertig gelesen (349/1. „Diagnostic Characters of New Species of Phaenogamous Plants collected in Japan by Charles Wright. With observations upon the Relations of the Japanese Flora to that of North America, etc.: 1857-59.“ – „Memoirs of Amer. Acad.“ VI.), und ich muss Ihnen für das außerordentliche Interesse danken, mit dem ich es gelesen habe. Es scheint mir ein höchst merkwürdiger Fall von Verbreitung zu sein; und wie sehr gut argumentieren Sie und legen den Fall aus der Analogie auf die hohe Wahrscheinlichkeit einzelner Schöpfungszentren dar. Dieser große Mann Agassiz scheint mir, wenn er anfängt zu folgern, bei der Vertretung einer falschen Ansicht ebenso groß zu sein, wie er beim Beobachten und Klassifizieren groß ist. Einer der Punkte, der mir in Ihrem Memoire als am bemerkenswertesten und unerklärlichsten aufgefallen ist, ist die Anzahl monotypischer (oder nahezu monotypischer) Gattungen unter den repräsentativen Formen Japans und Nordamerikas. Und wie höchst sonderbar ist das Übergewicht identischer und repräsentativer Arten im östlichen im Vergleich zum westlichen Amerika. Ich habe keine gute Karte, die zeigt, wie breit das mäßig tiefliegende Land auf der Westseite der Rocky Mountains ist; noch weiß ich natürlich, ob das gesamte tiefliegende westliche Territorium botanisch untersucht wurde; aber mir ist beim Betrachten solcher Karten, die ich habe, in den Sinn gekommen, dass das östliche Gebiet größer sein muss als das westliche, was bis zu einem gewissen kleinen Grad das Übergewicht der repräsentativen Arten auf der östlichen Seite erklären würde. Ist an dieser Vermutung etwas Wahres dran? Ihr Memoire versetzt mich in Staunen und Nachdenken. Ich gestehe, dass ich Ihre Geologie auf den Seiten 447, 448 nicht ganz zu verstehen vermag; aber Sie wären vermutlich nicht daran interessiert, meine Schwierigkeiten zu hören, und daher will ich Sie nicht damit behelligen.
Ich war so betrübt, einen Brief von Dana aus Florenz zu erhalten, der mir einen sehr schlechten (wenn auch verbesserten) Bericht über seine Gesundheit gab.
BRIEF 350. AN T.H. HUXLEY. 15, Marine Parade, Eastbourne, 1. November [1860].
Ihre Notiz war wunderbar interessant. Ihr Begriff „pithecoider Mensch“ ist ein ganzes Referat und eine Theorie für sich. Wie sehr hoffe ich, dass der Schädel der neuen Macrauchenia angekommen ist. Er ist großartig. Ich sende Hookers Brief mit vielen Dankesworten zurück. Die glaziale Wirkung im Libanon ist besonders interessant, wenn man seine Lage zwischen Europa und dem Himalaya bedenkt. Ich bin mehr und mehr überzeugt, dass meine Lehre von einer weltweiten Eiszeit korrekt ist (350/1. In der 1. Auflage des „Origin“, Seite 373, argumentiert Darwin zugunsten einer Eiszeit, die praktisch gleichzeitig auf dem gesamten Erdball stattfand. In der 5. Auflage, 1869, Seite 451, übernahm er Herrn Crolls Ansichten über das Abwechseln von Kälteperioden auf der nördlichen und südlichen Hemisphäre. Eine interessante Modifikation der Theorie einer weltweiten Eiszeit findet sich in Belts „The Naturalist in Nicaragua“, 1874, Seite 265. Herrn Belts Ansichten werden in Wallaces „Geogr. Distribution“, 1876, Band I., Seite 151, diskutiert.), und dass sie das wichtigste aller späten Phänomene in Bezug auf die Verbreitung von Pflanzen und Tieren ist. Ich hoffe, Ihre Zeitschrift (350/2. Die Geschichte der Gründung der „Natural History Review“ ist in Huxleys „Life and Letters“, Band I., Seite 209, wiedergegeben. Siehe Brief 107.) schreitet günstig voran. Ich bin erschöpft und fühle mich nicht wohl, daher schreibe ich kurz; denn wir haben neun Tage von so viel Elend hinter uns, wie ein Mensch nur ertragen kann. Meine arme Tochter hat jämmerlich gelitten und brauchte Tag und Nacht drei Personen, um sie zu stützen. Die Krise äußerster Gefahr ist vorüber, und sie erholt sich überraschend, aber die Ärzte sind hinsichtlich des endgültigen Ausgangs noch zweifelnd. Aber das Leiden war so jämmerlich, dass ich fast wünschte, sie sterben zu sehen. Sie hat jetzt Ruhe. Wann sie reisefähig sein wird, um nach Hause zu fahren, weiß ich nicht. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass es Mrs. Huxley einigermaßen gut geht. Die Arbeit, die die meisten Männer zu verrichten haben, ist in Fällen wie dem Ihren ein Segen für sie. Gott segne Sie.
Sir H. Holland kam hierher, um sie zu sehen, und war wunderbar gütig.
BRIEF 351. AN C. LYELL. Down, 20. November [1860].
Ich stimme vollkommen in der Bewunderung für Forbes’ Essay überein (351/1. „Memoir of the Geolog. Survey of the United Kingdom“, Band I., 1846.), doch bei meiner Seele, ich glaube, er hat in mancher Hinsicht so viel Unheil wie Nutzen angerichtet. Diejenigen, die an riesige kontinentale Ausdehnungen glauben, werden niemals die Mittel der Verbreitung untersuchen. Gütiger Himmel, sehen Sie sich Heers Karte von Atlantis an! Ich hielt seine Einteilung und die Wanderwege der britischen Pflanzen für sehr abwegig und kaum begründet. Ich stimme vollkommen mit dem überein, was Sie über die fast sichere Gewissheit sagen, dass die Eiszeit die spanischen Steinbrechgewächse usw. in Irland vernichtet hat. (351/2. Siehe Brief 20.) Ich erinnere mich gut, dies mit Hooker diskutiert zu haben; und ich schlug vor, dass ein etwas anderes oder gleichmäßigeres und feuchteres Klima (vielleicht mit einer gewissen Ausdehnung des Landes) es den betreffenden Pflanzen ermöglicht haben könnte, entlang der gesamten Westküste zwischen Spanien und Irland zu wachsen, und dass sie anschließend ausstarben, außer an den heutigen Standpunkten unter einem ozeanischen Klima. Die Spitze von Devonshire hat jetzt einen Hauch desselben Charakters.
In diesem speziellen Fall widerspreche ich Forbes’ Transport durch Eis. Das Thema ist mir ziemlich aus dem Sinn gekommen, und es ist nicht wert, mein MS. zur Diskussion über die Migration während der Eiszeit nachzusehen; aber ich erinnere mich, dass die Verbreitung der Säugetiere und die sehr regelmäßige Beziehung der Alpenpflanzen zu Punkten direkt im Norden (worauf im „Origin“ angespielt wird) auf zusammenhängendes Land am Ende der Eiszeit hinzuweisen schienen.
BRIEF 352. AN J.D. HOOKER. Down, 18. März [1861].
Ich habe meine Gedanken zu der Frage rekapituliert, ob die Eiszeit die ganze Welt gleichzeitig betraf oder nur einen Längengürtel nach dem anderen. Zu meinem Leidwesen scheinen mir meine alten Gründe für die Ablehnung der letzteren Alternative ausreichend, und ich würde sehr gerne wissen, was Sie darüber denken. Nehmen wir an, die Kälte betraf die beiden Amerikas entweder vor oder nach der Alten Welt. Lassen Sie sie zuerst entweder von Norden oder Süden vorrücken, bis die Tropen leicht abgekühlt waren und einige gemäßigte Formen die Silla de Caracas und die Berge Brasiliens erreichten. Sie würden vermutlich sagen, dass fast alle tropischen Erzeugnisse getötet würden; und dass anschließend, nachdem sich die Kälte gemildert hatte, tropische Pflanzen aus den anderen nicht abgekühlten Teilen der Welt einwanderten. Aber das ist unmöglich, es sei denn, Sie überbrücken die tropischen Teile des Atlantiks – eine Lehre, von der Sie wissen, dass ich sie nicht zulassen kann, auch wenn ich mir in mancher Hinsicht wünschte, ich könnte es. Oswald Heer würde aus einer solchen Brücke nichts machen. Wenn die Eiszeit die Alte Welt betraf, wäre es dann nicht etwas vorschnell anzunehmen, dass der Meridian von Indien, dem Malaiischen Archipel und Australien vereist war, und Afrika nicht vereist war? Aber lassen Sie uns zugestehen, dass dies so war; lassen Sie uns das Rote Meer überbrücken (obwohl dies der früheren fast sicheren Verbindung zwischen dem Roten Meer und dem Mittelmeer eher entgegensteht); lassen Sie uns zugestehen, dass Arabien und Persien feucht und für den Durchgang tropischer Pflanzen geeignet waren: dennoch, schauen Sie sich nur den Globus an und stellen Sie sich vor, wie die Kälte langsam aufkommt und die Pflanzen in den Tropen in Richtung Äquator wandern, und es erscheint mir höchst unwahrscheinlich, dass sie von Indien in die noch heißen Regionen Afrikas entkommen könnten, denn sie müssten westwärts mit einem kleinen nördlichen Einschlag um die Nordküste des Indischen Ozeans wandern. Wenn also Afrika zuerst vereist wäre, gäbe es erhebliche Schwierigkeiten für die tropischen Erzeugnisse Afrikas, in die noch heißen Regionen Indiens zu entkommen. Hier müssten Sie wiederum den Indischen Ozean innerhalb eines so sehr jungen Zeitraums überbrücken, und zwar nicht in der Linie des Lakkadiven-Archipels. Wenn Sie annehmen, dass die Kälte vom Südpol nordwärts wandert, hilft uns das nicht weiter, es sei denn, wir nehmen an, dass die Länder unmittelbar nördlich des nördlichen Wendekreises zur gleichen Zeit wärmer waren, um einen freien Durchgang von Indien nach Afrika zu ermöglichen, was mir eine zu komplexe und ungestützte Hypothese zu sein scheint, um sie zuzulassen. Daher kann ich nicht sehen, dass die Annahme unterschiedlicher Längengürtel der Welt, die zu unterschiedlichen Zeiten abgekühlt wurden, uns viel weiterhilft. Die Annahme, dass die ganze Welt gleichzeitig abgekühlt wurde (vielleicht aber nicht ganz gleichmäßig, da Südamerika weniger abgekühlt wurde als die Alte Welt), scheint mir die einfachste Hypothese zu sein und fügt nicht zu der großen Schwierigkeit hinzu, dass nicht alle tropischen Erzeugnisse ausgerottet wurden. Ich glaube immer noch, dass einige Arten jeder noch existierenden tropischen Gattung an den heißesten oder günstigsten Stellen überlebt haben müssen, ob trocken oder feucht. Die tropischen Erzeugnisse wären, obwohl durch den Temperaturabfall sehr bedrängt, immer noch denselben Bedingungen der Tageslänge usw. unterworfen und immer noch fast denselben Feinden wie Insekten und anderen Tieren ausgesetzt; wohingegen die eindringenden gemäßigten Erzeugnisse, obwohl sie eine begünstigende Temperatur vorfänden, einige ihrer Lebensbedingungen neu vorfänden und vielen neuen Feinden ausgesetzt wären. Aber ich gebe vollkommen zu, dass die Schwierigkeit sehr groß ist. Ich kann die volle Tragweite Ihrer Schwierigkeit, dass keine Ursache für eine weltweite Temperaturänderung bekannt ist, nicht erkennen. Wir kennen keine Ursache für kontinentale Hebungen und Senkungen, und doch lassen wir sie gelten. Können Sie, wenn Sie nur auf Europa schauen, glauben, dass die intensive Kälte, die geherrscht haben muss, als sich solch gigantische Gletscher auf den Ebenen Norditaliens ausdehnten, lediglich auf veränderte Lagen des Landes innerhalb eines so jungen Zeitraums zurückzuführen war? Ich kann es nicht. Es wäre eine viel zu lange Geschichte, aber man könnte, glaube ich, klar zeigen, dass alle unsere Kontinente lange vor der Eiszeit annähernd in ihren heutigen Lagen existierten; was solchen gigantischen geografischen Veränderungen, die notwendig wären, um einen solch gewaltigen Temperaturabfall zu verursachen, zu widersprechen scheint. Die Eiszeit dauerte in Europa und Nordamerika an, während das Niveau des Landes in der Höhe um volle 3.000 Fuß schwankte, und das sieht nicht danach aus, als sei das veränderte Niveau die Ursache der Eiszeit gewesen. Aber ich habe eine unangemessen lange Diskussion geschrieben. Antworten Sie mir nicht ausführlich, sondern senden Sie mir irgendwann ein paar Worte zu dem Thema.
Ich habe dies kopieren lassen, damit es Sie beim Lesen nicht zu sehr langweilt.
Noch ein paar Worte. Wenn äquatoriale Erzeugnisse durch Temperaturabfall und wahrscheinlich durch veränderte Feuchtigkeit sowie veränderte proportionale Zahlen anderer Pflanzen und Feinde (obwohl sie einige der Arten begünstigen könnten) schrecklich bedrängt wurden, muss ich zugeben, dass sie alle ausgerottet würden, wenn Erzeugnisse, die genau nicht nur für das Klima, sondern für alle Bedingungen der äquatorialen Regionen während der Eiszeit geeignet wären, existierten und überall hätten einwandern können. Aber die Erzeugnisse der gemäßigten Regionen hätten unter dem Äquator in ihren neuen Heimaten und Böden wahrscheinlich beträchtlich andere Feuchtigkeits- und Periodizitätsbedingungen vorgefunden, und sie wären auf eine neue Gruppe von Feinden gestoßen (eine sehr wichtige Überlegung); denn es scheint gute Gründe für die Annahme zu geben, dass Tiere nicht in der Lage waren, annähernd in dem Ausmaß zu wandern, wie es Pflanzen während der Eiszeit taten. Daher kann ich mich davon überzeugen, dass die gemäßigten Erzeugnisse die Erzeugnisse der abgekühlten Tropen nicht vollständig ersetzen und ausrotten würden, sondern sich teilweise mit ihnen vermischen würden.
Ich bin weit davon entfernt, mit dem, was ich hingekritzelt habe, zufrieden zu sein. Ich schließe daraus, dass es eine weltweite Eiszeit gegeben haben muss und dass die Schwierigkeiten ziemlich dieselben sind, ob wir annehmen, dass sie auf der Welt gleichzeitig stattfand oder dass Längengürtel nacheinander betroffen waren. Um Himmels willen, verzeihen Sie mir!
BRIEF 353. AN H.W. BATES. 26. März [1861].
Ich war besonders beeindruckt von Ihren Bemerkungen zur Eiszeit. (353/1. In seinen „Contributions to the Insect Fauna of the Amazon Valley“, „Trans. Entom. Soc.“ Band V., Seite 335 (gelesen am 24. November 1860), diskutiert Herr Bates die Migration von Arten aus den äquatorialen Regionen nach der Eiszeit. Er gelangt zu einem Ergebnis, das, wie er darlegt, „höchst interessant ist in Bezug auf die Frage, inwieweit das Aussterben in den äquatorialen Regionen während der Zeit der Eiszeit wahrscheinlich stattgefunden hat.“... „Das Ergebnis ist klar, dass es schon immer (zumindest während immenser geologischer Epochen) eine äquatoriale Fauna gab, die reich an endemischen Arten ist, und dass das Aussterben innerhalb eines so vergleichsweise modernen Zeitraums wie der Eiszeit in der Geologie nicht in nennenswertem Umfang vorgeherrscht haben kann.“ Diese Schlussfolgerung stützt nicht die im „Origin of Species“ (1. Auflage, Kapitel XI., Seite 378) geäußerte Ansicht, dass sich die Abkühlung der Erde bis auf die äquatorialen Regionen erstreckte.) Sie scheinen mir den Fall mit bewundernswerter Klarheit und erdrückender Kraft dargelegt zu haben. Ich bin von dem Schlag ganz erschüttert und weiß nicht, was ich denken soll. In letzter Zeit sind mehrere Fakten aufgetaucht, die mich fester glauben lassen, dass die Eiszeit die äquatorialen Regionen tatsächlich betraf; aber ich kann auf Ihr Argument keine Antwort geben und stecke völlig in der Zwickmühle. Durch einen seltsamen Zufall habe ich erst vor wenigen Tagen dieses Thema in Bezug auf Pflanzen mit Dr. Hooker diskutiert, der es bis zu einem gewissen Grad glaubt, aber das geringe offensichtliche Aussterben in den äquatorialen Regionen stark betonte. Ich habe ihm vor einigen Tagen in einem Brief dargelegt, dass die Tropen Südamerikas weniger gelitten zu haben scheinen als die der Alten Welt. Es gibt viele verwirrende Punkte; gemäßigte Pflanzen scheinen weit mehr gewandert zu sein als Tiere. Möglicherweise könnten Arten innerhalb der Tropen schneller entstanden sein, als man erwartet hätte. Ich gestehe frei, dass Sie mich in Verwirrung gestürzt haben; aber ich kann meinen Glauben noch nicht aufgeben, dass die Eiszeit die Tropen bis zu einem gewissen Grad betraf.
BRIEF 354. AN J.D. HOOKER. Down, 25. Februar [1862].
Ich habe Ihre Arktis-Arbeit fast beendet, und ich muss Ihnen sagen, wie sehr ich sie bewundere. (354/1. „Outlines of the Distribution of Arctic Plants“ [Gelesen am 21. Juni 1860], „Linn. Soc. Trans.“ XXIII., 1862, Seite 251. Die Bemerkungen des Autors zu Herrn Darwins Theorien der geografischen Verbreitung sind auf Seite 255 gegeben: sie sind in einem charakteristisch großmütigen Geist geschrieben.) Das Thema, so behandelt, wie Sie es behandelt haben, ist wirklich großartig. Gütiger Himmel, welche Mühe muss es Sie gekostet haben! Und welch großartige Aussicht gibt es für die Zukunft. Ich muss nicht sagen, wie sehr ich mich über Ihre Erwähnung meiner Arbeit freue; denn Sie wissen, dass ich Ihre Meinung höher schätze als die aller anderen. Solche Arbeiten sind der eigentliche Motor, um Menschen dazu zu zwingen, über die Modifikation von Arten nachzudenken; jeder mit einem forschenden Geist könnte kaum umhin, das ganze Thema nach dem Lesen Ihrer Arbeit in Betracht ziehen zu wollen. Beim Jupiter! Sie werden nolens volens zu einem abgekühlten Globus getrieben werden. Denken Sie an Ihren eigenen Fall von Abessinien und Fernando Pó und Südafrika und an Ihren Libanon-Fall (354/2. Siehe „Origin“, 6. Auflage, Seite 337.); gestehen Sie ein, dass es Hochland gibt, um die Migration zu begünstigen, aber sicherlich muss das Tiefland etwas abgekühlt worden sein. Was für ein glänzender neuer und origineller Beweis und Fall ist der von Grönland: Ich kann nicht sehen, wie man selbst unter Zugeständnis von Brücken aus zusammenhängendem Land die existierende Flora verstehen kann. Ich sollte vom Zustand Schottlands und Amerikas sowie von den Isothermen her meinen, dass Grönland während des kältesten Teils der Eiszeit völlig entvölkert gewesen sein muss. Wie ein Hund zu seinem Erbrochenen kann ich nicht anders, als zurückzukehren und mich auf zufällige Transportmittel durch Eis und Strömungen zu stützen. Wie merkwürdig ist auch der Fall von Island. Was für ein glänzendes Referat Sie aus dem Thema gemacht haben. Wenn wir uns treffen, muss ich Sie fragen, wie viel Sie den Reichtum der Flora von Lappland dem bloßen Klima zuschreiben; es erscheint mir sehr wunderbar, dass dieser Punkt eine Art Strahlungszentrum gewesen sein soll; wenn er jedoch unnatürlich reich ist, d.h. mehr Arten enthält, als er für seinen Breitengrad im Vergleich zu den anderen arktischen Regionen haben sollte, würde er dann nicht fälschlicherweise als Strahlungszentrum erscheinen? Aber ich werde in Zukunft Ihre Arbeit immer und immer wieder durchgehen müssen; im Moment bin ich zu dem Thema ziemlich trübe. Wie sehr sonderbar, aus jeder Sicht, ist die Beziehung Grönlands zu den Bergen des östlichen Nordamerikas; das sieht so aus, als ob es im östlichen Nordamerika ein massenhaftes Aussterben gegeben hätte. Aber ich darf nicht weiterlaufen. Übrigens finde ich, dass Link 1820 spekulierte, dass die Beziehung von Alpen- und Arktispflanzen auf ein ehemaliges kälteres Klima zurückzuführen sei, das er höheren Bergen zuschrieb, die die warmen Südwinde abschnitten.
BRIEF 355. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, 2. November 1862.
Habe ich Ihnen gesagt, wie tief erfreut ich über Grays Erwähnung meines Arktis-Essays war? (355/1. „American Journal of Science and Arts“, XXXIV., und in Grays „Scientific Papers“, Band I., Seite 122.) Es war schrecklich gut von ihm, denn ich bin sicher, dass er mehrere Schnitzer gesehen haben muss. Er sagt mir, dass Dr. Dawson (355/2. Ein Brief (Nr. 144) von Sir J.D. Hooker, datiert vom 7. November 1862, zu diesem Thema findet sich im evolutionären Abschnitt.) über mich herzieht, und ich habe eine sehr nette Vorlesung über arktische und alpine Pflanzen von Dr. D. mit einer Kritik über den Arktis-Essay – den er erst hinterher sah. Er hat einige Fehlgriffe in meinem Essay gefunden und einen sehr verzeihlichen Fehler in den Tabellen – er scheint den Darwinismus zu HASSEN – er beschuldigt mich, die geologischen Fakten zu übersehen, und verweilt sehr bei meiner Übersehen der Senkung des gemäßigten Amerikas während der Eiszeit – und meiner Behauptung einer Senkung des arktischen Amerikas, die mir nie in den Sinn kam. Ich wünschte jedoch, wenn es Ihren Kopf nicht zu sehr schmerzen würde, Sie würden sich nur meine ersten drei Seiten ansehen und mir sagen, ob ich irgendeine geologische Tatsache geschändet oder irgendwelche Versäumnisse gemacht habe. Ich habe das Ganze zweimal Lyell dargelegt, bevor ich es druckte, mit Karte und Tabellen, in der Absicht, sein Imprimatur für alles, was ich tat und sagte, zu erhalten (und ich dachte, ich hätte es); aber als er vor drei Nächten hier war, fand ich, dass er so unwissend darüber war, dass ich einen Arktis-Essay geschrieben hatte, wie man nur sein konnte! Und so nehme ich an, dass er es entweder nicht aufgenommen hat oder es für von geringer Bedeutung hielt. Hector stimmte ihm in toto zu. Ich muss kaum sagen, dass ich von biologischen Gründen ausging und mich für ebenso unabhängig von Theorien der Senkung halte wie Sie von den Meinungen der Physiker über die Hitze des Globus! Ich habe einen langen [Brief] an Dawson geschrieben.
Übrigens, haben Sie die Notiz im „Athenaeum“ über L. Bonapartes baskische und finnische Sprache gesehen? – ist es nicht möglich, dass die Basken Finnen sind, die nach der Eiszeit zurückgelassen wurden, wie die Arktispflanzen? Ich habe oft gedacht, dass diese Theorie die mexikanischen und chinesischen nationalen Affinitäten erklären würde. Ich arbeite nachts an Welwitschia und tagsüber an Genera Plantarum. Wir hatten am Donnerstag ein sehr fröhliches Abendessen im Club. Wir sind alle wohlauf.
BRIEF 356. AN J.D. HOOKER. Down, 4. November [1862].
Ich habe die Seiten (356/1. Der Aufsatz über arktische Pflanzen im XXIII. Band der „Transactions“ der Linnean Society, 1860-62.) aufmerksam (und mit noch sehr viel mehr Bewunderung als beim ersten Mal) gelesen und kann mir nicht vorstellen, was Dr. D. dazu bewegt, Sie zu beschuldigen, eine Senkung des arktischen Amerikas behauptet zu haben. (356/2. Der verstorbene Sir J.W. Dawson schrieb eine Rezension (gezeichnet J.W.D.) von Hookers arktischem Aufsatz, die im „Canadian Naturalist“, 1862, Band VII., Seite 334, erschien. Der Hauptteil des Artikels besteht aus Zitaten aus Asa Grays Artikel, auf den unten Bezug genommen wird. Der Rest ist eine Zusammenfassung geologischer Argumente gegen Hookers Ansichten. Wir finden die oben erwähnte Beschuldigung nicht, die in einem Vortrag erschienen zu sein scheint.) Zweifellos gab es während der Eiszeit eine Senkung Nordamerikas, und zwar über einen großen Teil hinweg, aber dass die Senkung sich über fast die gesamte Breite des Kontinents erstreckte oder während der gesamten Eiszeit andauerte, kann er meiner Meinung nach nicht belegen. Ich vermute, dass sich ein Großteil der Beweise für eine Senkung während der Eiszeit als falsch erweisen wird, da sie weitgehend auf Eiswirkung beruhen, die, wie Sie wissen, immer mehr als subaerisch angesehen wird. Wenn Dawson Kritiken veröffentlicht hat, würde ich sie gerne sehen. Ich habe gehört, er sei wütend auf mich und zweifellos teilweise als Folge davon auf alles, was Sie zu meinen Gunsten schreiben (und es wurde noch nie etwas Günstigeres veröffentlicht als der arktische Aufsatz). Lyell hatte Schwierigkeiten, Dawson davon abzuhalten, den „Origin“ (356/3. Dawson rezensierte den „Origin“ im „Canadian Naturalist“, 1860.) vom Hörensagen zu rezensieren, ohne hineingesehen zu haben. Von einem so voreingenommenen Richter kann kein Sinn für Fairness erwartet werden.
Alles, was ich sagen kann, ist, dass Ihre ersten paar Seiten mich bei diesem Lesen weitaus mehr beeindruckt haben als beim ersten Mal. Kann der skandinavische Teil der Flora so mächtig sein (356/4. Dr. Hooker schrieb: „Als Ganzes betrachtet ist die arktische Flora entschieden skandinavisch; denn das arktische Skandinavien oder Lappland enthält, obwohl es ein sehr kleines Landstück ist, bei weitem die reichste arktische Flora, die drei Viertel der gesamten ausmacht“; er wies darauf hin, „dass die skandinavische Flora in jedem Breitengrad des Globus vorhanden ist und die einzige ist, die dies tut“ (zitiert von Gray, loc. cit. infra).), weil sie in jener Ecke bewahrt wurde, vom Golfstrom erwärmt, und weil sie nun während der wärmeren vor-eiszeitlichen Periode allein die gesamte zirkumpolare Flora repräsentiert? Von Anfang an konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren (den Asa Gray teilte, dessen Rezension (356/5. Asa Grays „Scientific Papers“, Band I., Seite 122.) über Sie mir sehr gefiel), dass es während der Eiszeit in Grönland zu einer nahezu vollständigen Auslöschung gekommen sein muss; denn die Meerestiefe begünstigt dort keine frühere südliche Ausdehnung des Landes. (356/6. Bei der Vertreibung der Vegetation nach Süden durch die Eiszeit würde die grönländische Flora „ins Meer getrieben, das heißt ausgerottet werden.“ (Hooker zitiert von Gray, loc. cit. Seite 124.) Ich muss vermuten, dass Pflanzen größtenteils durch Meeresströmungen eingeführt wurden, die so viel Holz aus Nordeuropa mitbringen. Aber hier werden wir so weit auseinandergehen wie die Pole. Die ganze Welt könnte mich nicht davon überzeugen, wenn sie es versuchte, dass Ihre Arbeit kein großartiger Aufsatz ist. Ich verstehe nicht ganz, ob es dieser Aufsatz ist, auf den sich Dawson „eingeschossen“ hat. Was für eine seltsame Vorstellung über das Eiszeitklima und Basken und Finnen! Sind die Basken Bergsteiger – ich hoffe es. Es tut mir leid, dass ich das „Athenaeum“ nicht gesehen habe, aber ich beziehe jetzt das „Parthenon“. Übrigens habe ich gerade mit großem Interesse Max Muller (356/7. Wahrscheinlich seine „Vorlesungen über die Wissenschaft der Sprache“, 1861-64.) gelesen; der letzte Teil über den ersten Ursprung der Sprache scheint der am wenigsten befriedigende Teil zu sein.
Danken Sie Oliver bitte herzlich für seinen Haufen von Hinweisen zu Giften. (356/8. Zweifellos in Verbindung mit Darwins Arbeit an Drosera: Er arbeitete an diesem Thema während seines Aufenthalts in Bournemouth im Herbst 1862.) Wie zum Teufel findet er sie heraus?
Ich darf mich nicht mit Cypripedium beschäftigen. Asa Gray hat ziemlich klar dargelegt, dass zumindest in einigen Fällen der Akt der Befruchtung dadurch vollzogen wird, dass kleine Insekten gezwungen werden, in einer bestimmten Richtung in die Blume hinein und wieder heraus zu kriechen; und vielleicht irre ich mich völlig, dass dies jemals durch den Rüssel geschieht.
Ich nehme so weit zurück, dass ich, wenn Sie das seltene C. hirsutissimum haben, sehr gerne eine abgeschnittene einzelne Blume untersuchen würde; denn ich sah eine auf einer Blumenschau, und soweit ich sehen konnte, schien sie sich von anderen Formen stark zu unterscheiden.
P.S. Antworten Sie darauf, falls Sie es zufällig können. Ich erinnere mich deutlich, in irgendeinem Reisebuch, ich bin mir fast sicher in Australien, einen Bericht über die Eingeborenen gelesen zu haben, die während Hungersnöten verschiedene pflanzliche Erzeugnisse auf alle möglichen Arten ausprobierten und kochten und manchmal durch sie Schaden erlitten. Können Sie sich an einen solchen Bericht erinnern? Ich möchte ihn finden. Ich dachte, er stünde bei Sir G. Grey, aber das ist er nicht. Könnte er in Eyres Buch gewesen sein?
BRIEF 357. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. [November 1862].
...Ich habe über die Wahrscheinlichkeit spekuliert, dass es eine postglaziale arktisch-norwegisch-grönländische Verbindung gab, was die starke Tatsache erklären würde, dass das gemäßigte Grönland genauso arktisch ist wie das arktische Grönland – eine Tatsache von erstaunlicher Tragweite für mich. Ich gebe zu, dass eine nördliche Wanderung Grönland so füllen würde, wie es gefüllt ist, insofern die gesamte Flora (gemäßigt und arktisch) arktisch wäre – aber dann hätten dieselben Pflanzen in die anderen Polarinseln wandern müssen, und vor allem sollten nicht so viele skandinavische arktische Pflanzen in Grönland fehlen, noch weniger sollten ganze natürliche Ordnungen fehlen, und vor allem die arktischen Leguminosen. Es ist schwierig (wie ich Dawson gesagt habe), sich die Kraft vorzustellen, mit der Argumente, die aus dem Fehlen gewisser vertrauter, allgegenwärtiger Pflanzen gezogen werden, die Botaniker treffen. Ich würde Eis- und Wassertransport nicht völlig verwerfen, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sie zu solchen Anomalien in der Verbreitung führen, wie sie Grönland aufweist. Ebenso habe ich immer die Kraft Ihres Einwands gespürt, dass Grönland in der Eiszeit entvölkert worden sein müsste, aber dann darüber nachgedacht, dass die Vegetation jetzt, ich vergesse wie hoch (etwa 1.000 Fuß), in Disco, auf 70 Grad, aufsteigt und dass es selbst in einem Eiszeitozean immer Schlupfwinkel für die wenigen hundert Pflanzen gegeben haben könnte, die Grönland jetzt besitzt. Angenommen, Grönland würde von Skandinavien aus über den Ozean neu besiedelt, warum sollten Carices die Hauptsache sein, die mitgebracht wurde? Warum sollten keine Leguminosen mitgebracht worden sein, keine Pflanzen außer hocharktischen? – warum keine Caltha palustris, die die Sümpfe Norwegens vergoldet und die Hausdächer Islands bemalt? Kurz gesagt, für meine Augen würde die transozeanische Migration eine solche Ansammlung nicht mehr hervorbringen, als spezielle Schöpfungen die Repräsentativarten erklären würden – und kein „geniales Herumwinden“ hat mich jemals davon überzeugt, dass sie es täte. So, da haben Sie es!
Ich habe gestern Abend mit Henry Christy gespeist, der gerade von der Feuersteinwerkzeug-Jagd mit Lartet bei den Basken zurückgekehrt war – sie sind Pyrenäer. Lubbock war da und erzählte mir, dass meine kostbare Spekulation von Von Baer stammte und dass die Finnen die Kjökkenmøddings gemacht haben sollen. Ich habe Max Muller vor einem Jahr gelesen – und stimme vollkommen zu, der erste Teil ist exzellent; der letzte, über den Ursprung der Sprache, ist albern und schwach als wissenschaftliches Argument.
BRIEF 358. AN J.D. HOOKER. Down, 12. November [1862].
Ich schicke mit dieser Post Dawsons Vortrag zurück, der mir interessant erscheint, aber nichts Neues enthält. Ich glaube, er muss ziemlich eingebildet sein mit seinem „Wenn Dr. Hooker dies und jenes gewusst hätte, hätte er dies und jenes gesagt“. Es erscheint mir absurd, dass Dawson annimmt, Nordamerika sei während der gesamten Eiszeit unter Wasser gewesen. Sicherlich ist Grönland ein höchst merkwürdiges und schwieriges Problem. Aber was die Leguminosen betrifft, mein lieber Freund, der Fall ist so klar wie Kloßbrühe, da die Samen vom Meerwasser sehr schnell abgetötet werden. Ernsthaft, es wäre ein kurioses Experiment, die Vitalität der Pflanzen, die in Grönland sein sollten, im Salzwasser zu testen. Ich vergesse jedoch, dass es wohl unmöglich wäre, kaum welche außer der Caltha zu bekommen, und wenn ich jemals über diese Pflanze im Samen stolpere, werde ich es versuchen.
Ich wünschte zum Himmel, jemand würde die Felsen in Meereshöhe am Südpunkt von Grönland untersuchen und sehen, ob sie gut gekratzt sind; das würde etwas aussagen. Aber eine Senkung könnte höhere Felsen auf das jetzige Meeresniveau gebracht haben. Ich bin viel eher bereit, Ihr norwegisch-grönländisches Verbindungsland zuzugeben als die meisten anderen Fälle, aufgrund der Art der Felsen in Spitzbergen und auf der Bäreninsel. Sie haben ein prächtiges Problem angeschnitten und viel Licht darauf geworfen, das eines Tages gelöst werden wird. Es freut mich zu denken, dass mir als Junge ein erratischer Block in Shrewsbury gezeigt wurde und mir ein kluger alter Herr sagte, dass bis zum Ende der Welt niemand erraten würde, wie er dorthin gekommen sei.
Es bringt mich zum Lachen, an Dr. Dawsons Entrüstung über Ihren Satz über „Schiefe des Blicks“ zu denken. (358/1. Siehe Brief 144.) Beim Jupiter, er wird versuchen, sich eines Tages auf Sie zu stürzen. Gute Nacht für den Moment.
Um noch einmal kurz auf die Eiszeit zurückzukommen. Sie hätten Dawson fragen können, ob Steinbock, Murmeltier usw. usw. in Europa auf treibendem Eis von Berg zu Berg getragen wurden; und ob Moschusochsen auf Eisbergen nach England kamen? Doch England hat sich, wenn wir nur dem guten Beweis von Muscheln vertrauen, während der Eiszeit mehr gesenkt, als von Amerika bekannt ist.
Um Himmels Willen, flößen Sie Tyndall ein Wort der Vorsicht ein. Ich sah einen Auszug, dass die Täler der Schweiz gänzlich Gletschern zu verdanken seien. Er kann nicht über Täler in tropischen Ländern nachgedacht haben. Die großartigsten Täler, die ich je sah, waren auf Tahiti. Wiederum, wenn ich es richtig verstehe, nimmt er an, dass Gletscher ganze Gebirgszüge abtragen; dadurch ihre Höhe verringern, die Temperatur senken und die Gletscher selbst verkleinern. Glaubt er, dass ganz Schottland so abgetragen wurde? Sicherlich muss er vergessen, dass Oszillationen des Niveaus während solch enormer Zeitspannen in der einen oder anderen Richtung wirkungsvoller wären. Es wäre schwer zu glauben, dass irgendein Gebirgszug so lange stationär war.
Ich nehme an, Lyells Buch wird bald erscheinen. (358/2. „The Antiquity of Man“, 1863.) Ich habe mich sehr gefreut, in einer Zeitung zu sehen, dass Murray 4.000 verkauft hat. Was für ein Absatz!
Ich arbeite jetzt an Kulturpflanzen und mag meine Arbeit ziemlich gerne; aber ich habe schreckliche Angst, dass ich die unbedachtesten Bemerkungen über den Wert von Unterschieden mache. Ich vertraue auf eine Art Instinkt und kann, Gott weiß es, selten einen Grund für meine Bemerkungen angeben. Herr, in was für einem Durcheinander der Ursprung der Kulturpflanzen ist. Ich habe über Erdbeeren gelesen und kann kaum zwei Botaniker finden, die sich einig sind, was die wilden Formen sind; aber ich picke mir aus Gartenbaubüchern hier und da merkwürdige Fälle von Variation, Vererbung usw. usw. heraus.
Was für einen langen Brief ich zusammengekritzelt habe; aber Sie müssen mir verzeihen, denn es ist ein großes Vergnügen, so mit Ihnen zu sprechen.
Haben Sie jemals von „Condys ozonisiertem Wasser“ gehört? Ich habe es mit, wie ich glaube, außerordentlichem Vorteil versucht – zumindest für den Komfort. Ein Teelöffel in Wasser, drei- oder viermal am Tag. Wenn Sie irgendeinen armen dyspeptischen Teufel wie mich treffen, schlagen Sie es vor.
BRIEF 359. AN J.D. HOOKER. Down, 26. [März 1863].
Ich hoffe und glaube, dass Sie zu streng mit Lyells frühen Kapiteln sind. Obwohl sie so komprimiert und nicht gut angeordnet sind, schienen sie mir die Antike des Menschen mit ungewöhnlicher Kraft zu vermitteln, und das war sein Ziel. (359/1. „The Geological Evidences of the Antiquity of Man“: London, 1863.) Es kam mir nicht in den Sinn, aber ich fürchte, es ist etwas Wahres an Ihrer Kritik, dass nichts vertrauenswürdig ist, bis er [Lyell] es beobachtet hat.
Ich bin froh, Sie wegen der tropischen Pflanzen während der Eiszeit aufgemischt zu sehen.
Denken Sie daran, dass ich Ihnen viele Male geschworen habe, dass sie koexistierten; also, mein lieber Freund, müssen Sie sie koexistieren lassen. Ich glaube nicht, dass größere Kühle in einem gestörten Zustand der Dinge erforderlich wäre als in der Zone des Himalaya, in der Sie beschreiben, wie sich einige tropische und gemäßigte Formen vermischen (359/2. „Während dieser [der Eiszeit], dem kältesten Punkt, müssen die Niederungen unter dem Äquator mit einer gemischten tropischen und gemäßigten Vegetation bekleidet gewesen sein, wie die von Hooker beschriebene, die üppig in einer Höhe von viertausend bis fünftausend Fuß an den unteren Hängen des Himalaya wächst, aber vielleicht mit einem noch größeren Übergewicht gemäßigter Formen“ („Origin of Species“, 6. Auflage, Seite 338).); und wie im unteren Teil von Kamerun, und wie Seemann beschreibt, in niedrigen Bergen von Panama. Es ist, wie Sie sagen, absurd anzunehmen, dass eine Gattung wie Dipterocarpus (359/3. Dipterocarpus, eine Gattung der Dipterocarpaceae, eine Familie dikotyler Pflanzen, die auf die Tropen der Alten Welt beschränkt ist.) seit der Eiszeit entstanden sein könnte; aber fühlen Sie sich so sicher, dass Sie (359/4. Die Bedeutung scheint zu sein: „Fühlen Sie sich so sicher, dass Sie eine große Menge an Überlegungen zur Opposition bringen können, um zu zeigen, usw.“) eine große Menge an Überlegungen auf der anderen Seite entgegenstellen können, dass diese Gattung nicht langsam an ein kühleres Klima gewöhnt werden konnte? Ich sehe, Lindley sagt, sie sei nicht nach England gebracht worden und konnte daher im Gewächshaus nicht ausprobiert werden. Haben Sie Materialien, um zu zeigen, bis zu welcher geringen Höhe sie jemals die Berge von Java oder Sumatra besteigt? Es macht einen gewaltigen Unterschied, wenn das ganze Gebiet abgekühlt ist; und das Gebiet vielleicht nicht in jeder Hinsicht, wie Feuchtigkeit usw. usw., für solche gemäßigten Pflanzen geeignet war, die hineingelangen konnten. Aber wie dem auch sei, ich bin bereit, wieder zu schwören, dass Dipterocarpus und jede andere Gattung, die Sie nennen möchten, während einer kühleren Periode überlebt haben.
Über Rückschlag drücken Sie genau das aus, was ich meine. Ich habe mich irgendwie verheddert und mental wörtlich genommen, dass das Kind vom Großvater erbte. Diese Sichtweise der Latenz fasst eine Menge Fakten zusammen – sekundäre Geschlechtsmerkmale bei jedem Individuum; Tendenz des latenten Merkmals, vorübergehend in der Jugend zu erscheinen; Effekt der Kreuzung bei der Herausbildung von Talent, Charakter usw. Wenn man daran denkt, dass ein latentes Merkmal weitergegeben wird, für tausend oder zehntausend Generationen verborgen bleibt und dann plötzlich erscheint, ist man ganz verblüfft über die Menge an Merkmalen, die mit unsichtbarer Tinte auf den Keim geschrieben sind. Ich habe keinen Beweis für den Rückschlag aller Merkmale in einer Varietät. Ich stimme dem, was Sie über Genie sagen, vollkommen zu. Ich sagte Lyell, dass mich diese Passage zum Stöhnen brachte.
Was für ein Jammer wegen Falconer! (359/5. Dies bezieht sich auf Falconers Prioritätsanspruch gegenüber Lyell. Siehe „Life and Letters“, III., Seite 14; auch Briefe 166 und 168.) Wie sonderbar und wie beklagenswert!
Denken Sie an Orchideenkapseln. Ich habe eine Leidenschaft, die Samen zu züchten (und andere Motive). Ich habe keine Tatsache, auf die ich mich stützen kann, habe aber eine Ahnung (nein, ich habe eine feste Überzeugung!), dass sie in der frühen Jugend parasitisch auf Kryptogamen sind! (359/6. In einem Artikel über britische epiphytische Orchideen („Gard. Chron.“ 1884, Seite 144) wird Malaxis paludosa von F.W. Burbidge als echter Epiphyt auf den Stängeln von Sphagnum beschrieben. Stahl stellt fest, dass die Schwierigkeit der Kultivierung von Orchideen weitgehend von ihrer Abhängigkeit von einem Mykorrhiza-Pilz abhängt – obwohl er seine Ansicht nicht auf die Keimung anwendet. Siehe Pringsheims „Jahrbücher“, XXXIV., Seite 581. Wir verdanken Sir Joseph Hooker den Hinweis auf Burbidges Artikel.) Hier ist die Ahnung eines Narren. Ich habe einige auf Sphagnum gepflanzt. Vertragen tropische Flechten oder Moose, oder europäische, Hitze oder wachsen sie auf irgendwelchen Bäumen im Treibhaus in Kew? Wenn ja, um Himmels Willen, begünstigen Sie meinen Wahnsinn und lassen Sie welche abkratzen und mir schicken.
Ich bin wie ein Spieler und liebe ein wildes Experiment. Es bereitet mir großes Vergnügen, mir vorzustellen, dass ich Radiculae von Orchideensamen sehe, die das Sphagnum durchdringen. Ich weiß, dass ich es nicht werde, und werde daher nicht enttäuscht sein.
BRIEF 360. AN J.D. HOOKER. Down [26. September 1863].
...Was Neuseeland betrifft, so komme ich endlich dazu und gebe zu, dass es mit irgendeinem Festland verbunden gewesen sein muss, aber ich werde eher sterben, als Australien zuzugeben. Wie ich wünschte, die Berge von Neukaledonien wären gut erforscht!...
BRIEF 361. AN J.D. HOOKER.
(361/1. Im früheren Teil dieses Briefes bezieht sich Herr Darwin auf eine Rezension über Planchon im „Nat. History Review“, April 1865. Es kann daher kein Zweifel bestehen, dass „Thomsons Artikel“ die Rezension von Jordans „Diagnoses d'especes nouvelles ou meconnues“ usw. in derselben Nummer, Seite 226, sein muss. Er befasst sich mit „Lumpers“ und „Splitters“ und einer möglichen trinomialen Nomenklatur.)
17. April [1865].
Ich war von Thomsons Artikel sehr beeindruckt; er erscheint mir bemerkenswert in Urteil, Kraft und Klarheit. Er hat mich sehr interessiert. Ich habe manchmal lose darüber spekuliert, wohin die Nomenklatur führen würde, und kam zu dem Schluss, dass sie trinomial sein würde. Was für einen Namen eine Pflanze formell tragen wird, mit dem Namen des Autors nach der Gattung (wie einige empfehlen) und nach Art und Unterart! Es scheint wirklich eine der größten Fragen zu sein, die für die systematische Naturgeschichte diskutiert werden können. Wie unparteiisch Thomson die Ansprüche von „Haarspaltern“ und „Lumpers“ ausgleicht! Ich hoffe aufrichtig, dass er ziemlich oft Rezensionen oder Aufsätze schreiben wird. Es ist ein alter Kummer von mir, früher in der Geologie und in letzter Zeit in der Zoologie und Botanik, dass die allerbesten Männer (außer denen, die Prinzipien und Elemente usw. schreiben müssen) so wenig lesen und fast ihre ganze Zeit der originären Arbeit widmen. Ich habe oft gedacht, dass die Wissenschaft mehr Fortschritte machen würde, wenn mehr gelesen würde. Wie wenige lesen lange und mühsame Arbeiten! Der einzige Nutzen der Veröffentlichung solcher scheint als Beweis zu dienen, dass der Autor Zeit und Arbeit in seine Arbeit investiert hat.
BRIEF 362. AN J.D. HOOKER. Down, 22. und 28. Oktober 1865.
Was die Anthropologen angeht, die ein rotes Tuch für wissenschaftliche Männer sind, so bin ich nicht überrascht, denn ich habe gerade das letzte „Anthrop. Journal“ überflogen, und es zeigt, besonders der lange Angriff auf die British Association, einen kuriosen Geist von Unverschämtheit, Einbildung, Stumpfheit und Vulgarität. Ich habe mit ungewöhnlichem Interesse Travers’ kurzen Aufsatz über die Chatham-Inseln gelesen. (362/1. Siehe Travers, H.H., „Notes on the Chatham Islands“, „Linn. Soc. Journ.“ IX., Oktober 1865. Herr Travers sagt, er habe einen Samen von Edwardsia aufgehoben, der offensichtlich angespült wurde. Die angeschwemmten Baumstämme deuteten auf eine Strömung von Neuseeland hin.) Ich erinnere mich, wie Sie mit schrecklicher Wildheit auf mich einschlugen, weil ich sagte, ich dächte, der Samen von Edwardsia könnte von Chile nach Neuseeland getrieben worden sein: Was sagen Sie nun, mein junger Mann, zu den drei jungen Bäumen gleicher Größe an einem einzigen Fleck der Insel und mit der angespülten Kapsel am Ufer? Wenn diese unglücklichen flugunfähigen Vögel nicht wären, könnte ich glauben, dass die Gruppe durch zufällige Mittel kolonisiert wurde; aber so wie es ist, erscheint es mir als der beste Beweis für eine kontinentale Ausdehnung, der jemals beobachtet wurde. Die Entfernung, sehe ich, beträgt 360 Meilen. Ich wünschte, ich wüsste, ob das Meer tiefer ist als zwischen Neuseeland und Australien. Ich fürchte, Sie werden einen so kleinen Zufall wie den Transport der flugunfähigen Vögel auf Eisbergen nicht zugeben. Schlagen Sie, falls Sie eine Chance haben, jemandem, der die Inseln wieder besucht, vor, dort nach erratischen Blöcken Ausschau zu halten. Wie kurios ist seine Aussage über die Obstbäume und Bienen! (362/2. „Seit der Einfuhr von Bienen haben europäische Obstbäume und Büsche reichlich produziert.“ Travers, „Linn. Soc. Journal“, IX., Seite 144.) Ich wünschte, ich wüsste, ob sich der Klee ausgebreitet hatte, bevor die Bienen eingeführt wurden...
Ich sah im „Gardeners' Chronicle“ den Satz über das Sterben des „Origin“ in Deutschland, wusste aber nicht, dass er von Seemann war.
BRIEF 363. AN C. LYELL. Down, 7. Februar [1866].
Ich bin Ihnen für Ihre Notiz und den Auszug sehr verbunden, die mich außerordentlich interessiert haben. Ich kann nach all seiner Erfahrung, wie Sie sagen, und nach jenem vorzüglichen Buch mit Tafeln, das er früh veröffentlichte (363/1. „Etudes sur les Glaciers“; Neuchâtel, 1840.), Agassiz hinsichtlich der glazialen Wirkung keinen Augenblick lang misstrauen; was seine Schlussfolgerungen und Überlegungen zum Amazonas-Tal betrifft, so ist das eine ganz andere Frage, noch kann er alle Regionen gesehen haben, auf die Frau A. anspielt. (363/2. Ein Brief von Frau Agassiz an Lady Lyell, der an Herrn Darwin weitergeleitet worden war. Derselbe Brief wurde auch an Sir Charles Bunbury gesandt, der in einem Schreiben an Lyell vom 3. Februar 1866 einige der Aussagen kritisiert. Er spricht von Agassiz' Beobachtungen zu glazialen Phänomenen in Brasilien als „wirklich sehr erstaunlich; so erstaunlich, dass ich größte Schwierigkeiten habe, sie zu glauben. Sie erschüttern meinen Glauben an das glaziale System gänzlich; oder vielleicht sollten sie eher den Glauben an Agassiz erschüttern... Wenn Brasilien jemals mit Gletschern bedeckt war, sehe ich keinen Grund, warum die ganze Erde es nicht gewesen sein sollte. Vielleicht war der gesamte irdische Globus einst 'ein einziger und vollkommener Eiszapfen'.“ (Aus dem privat gedruckten „Life“ von Sir Charles Bunbury, herausgegeben von Lady Bunbury, Band ii., Seite 334).) Ihr Brief ist mir nicht sehr klar, und ich verstehe nicht, was sie mit „bis zu einer Höhe von mehr als dreitausend Fuß“ meint. Es gibt keine erratischen Blöcke (denen ich besondere Aufmerksamkeit schenkte) im Tiefland um Rio. Es ist möglich oder sogar wahrscheinlich, dass dieses Gebiet abgesunken sein könnte, denn ich konnte keine Anzeichen für eine Hebung oder irgendwelche tertiären Formationen oder vulkanische Tätigkeit entdecken. Die Organ Mountains sind sechs- bis siebentausend Fuß hoch; und ich bin nur ein wenig überrascht, dass sie Spuren glazialer Wirkung tragen. Denn einige gemäßigte Pflanzengattungen, nämlich Vaccinium, Andromeda, Gaultheria, Hypericum, Drosera, Habenaria, bewohnen diese Berge, und ich betrachte dies als fast ebenso guten Beweis für eine Kälteperiode wie glaziale Wirkung. Dass es nicht mehr gemäßigte Pflanzen gibt, kann durch die isolierte Lage dieser Berge erklärt werden. Es gibt keine erratischen Blöcke an der Pazifikküste nördlich von Chiloe und nur wenige Gletscher in der Kordillere, aber daraus folgt keineswegs, wie ich meine, dass es früher nicht gigantische Gletscher auf der östlichen und feuchteren Seite gegeben haben könnte.
In der dritten Ausgabe des „Origin“, Seite 403 (363/3. „Origin“, Ausgabe VI., Seite 335, 1882. „Herr D. Forbes teilt mir mit, dass er in verschiedenen Teilen der Kordillere, von Breitengrad 13 Grad W. bis 30 Grad S., in einer Höhe von etwa zwölftausend Fuß, tief gefurchte Felsen fand... und ebenso große Mengen an Detritus, einschließlich gerillter Kiesel. Entlang dieses gesamten Bereichs der Kordillere existieren heute keine echten Gletscher, selbst in wesentlich bedeutenderer Höhe.“), finden Sie eine kurze Anspielung, auf Autorität von Herrn D. Forbes, über die frühere, viel geringere Ausdehnung von Gletschern in der äquatorialen Kordillere. Bitte werfen Sie auch einen Blick auf Seite 407, wo ich über die Natur der tropischen Vegetation während der Glazialzeit spreche (was ich heute wesentlich verbessern könnte). (363/4. „Während dieser, der kältesten Periode, muss das Tiefland unter dem Äquator mit einer gemischten tropischen und gemäßigten Vegetation bekleidet gewesen sein...“ („Origin“, Ausgabe VI., 1882, Seite 338).)
Ich bin fest davon überzeugt, dass bald jeder glauben wird, die ganze Welt sei während der Glazialzeit kühler gewesen. Erinnern Sie sich an Hookers wunderbaren, kürzlich entdeckten Fall der Identität so vieler gemäßigter Pflanzen auf dem Gipfel von Fernando Po und auf den Bergen von Abessinien. (363/5. „Dr. Hooker hat kürzlich auch gezeigt, dass mehrere der Pflanzen, die in den oberen Teilen der hohen Insel Fernando Po und in den benachbarten Kamerunbergen im Golf von Guinea leben, eng mit jenen auf den Bergen von Abessinien sowie mit denen des gemäßigten Europas verwandt sind“ (loc. cit., Seite 337).) Ich betrachte es als sicher, dass diese Pflanzen während derselben Periode ganz Afrika von Ost nach West durchquert haben. Ich wünschte, ich hätte ein langes Kapitel veröffentlicht, das vollständig geschrieben und fast druckfertig war, zu diesem Thema, welches ich vor zehn Jahren verfasste. Es war im „Origin“ unmöglich, eine faire Zusammenfassung zu geben.
Mein Gesundheitszustand hat sich beträchtlich gebessert, sodass ich fast zwei Stunden am Tag arbeiten und so ein wenig Fortschritt bei meinem ewigen Buch über häusliche Varietäten machen kann. Sie werden von dem leichten Tod meiner Schwester Catherine am vergangenen Freitagmorgen gehört haben. (363/6. Catherine Darwin starb im Februar 1866.) Sie litt sehr, und wir alle betrachten ihren Tod als einen Segen, denn es bestand große Furcht vor lang anhaltendem und größerem Leiden. Wir sind in Sorge um Susan, aber sie hat es bisher besser ertragen, als wir hätten hoffen können. (363/7. Susan Darwin starb im Oktober 1866.)
Denken Sie an die glaziale Wirkung des Libanon, wenn Sie von keiner glazialen Wirkung im Süden auf dem Himalaya und in Südost-Australien sprechen.
P.S. – Ich war sehr froh, Sir C. Bunburys Brief zu sehen. (363/8. Der Brief von Bunbury an Lyell, der bereits zu diesem Thema zitiert wurde. Bunbury schreibt: „Es gibt nichts im Geringsten NORDISCHES, nichts, das nicht charakteristisch brasilianisch ist, in der Flora der Organ Mountains.“) Wenn die Gattungen, die ich von Gardner (363/9. „Travels in the Interior of Brazil“, von G. Gardner: London, 1846.) nenne, von ihm nicht als gewöhnlich gemäßigte Formen betrachtet werden, bin ich natürlich zum Schweigen gebracht; aber Hooker sah das MS-Kapitel vor etwa zehn Jahren durch und strich meine Anmerkungen dazu nicht, und er ist im Allgemeinen bereit genug, sich auf meine Unwissenheit zu stürzen und mich zurechtzuweisen, wie ich es oft verdiene. Mein Wunder war, wie irgendeine, wenn auch noch so wenige, gemäßigte Form die Berge Brasiliens erreichte; und ich nahm an, sie seien über das eher hohe Land und die Gebirgszüge (Name vergessen) gewandert, die sich von der Kordillere in Richtung Brasilien erstrecken. Kordilleren-Pflanzengattungen haben auch irgendwie die Silla de Caracas erreicht. Wenn ich an die Vegetation von Neuseeland und der Westküste Südamerikas denke, wo Gletscher heute bis oder sehr nahe an das Meer herabsteigen, halte ich es für voreilig, zu folgern, dass alle tropischen Formen durch eine beträchtlich kühlere Periode unter dem Äquator zerstört würden.
BRIEF 364. AN C. LYELL. Down, Donnerstag, 15. Februar [1866].
Vielen Dank für Hookers Brief; es ist mir ein wahres Vergnügen, seine Briefe zu lesen; sie sind immer mit solchem Geist geschrieben. Ich stimme vollkommen zu, dass Agassiz niemals verwitterte Blöcke und glaziale Wirkung verwechseln könnte; obwohl der Fehler, wie ich weiß, in zwei oder drei Teilen der Welt gemacht wurde. Ich habe oft mit Hooker darüber gestritten, dass die Physiker ihr Veto gegen eine kühlere Welt einlegen; es erscheint mir ebenso irrational, als wenn ein früherer Hooker, als Geologen zum ersten Mal Beweise für Hebung und Senkung vorbrachten, erklärt hätte, dies könne unmöglich zugelassen werden, bis Geologen erklären könnten, was die Erde zum Steigen und Fallen brachte. Es scheint, dass ich mich hinsichtlich einiger Pflanzen auf den Organ Mountains stark geirrt habe. (364/1. „Auf den Organ Mountains in Brasilien wurden von Gardner einige wenige gemäßigte europäische, einige antarktische und einige andine Gattungen gefunden, die in den dazwischenliegenden heißen Ländern nicht existierten“ („Origin“, Ausgabe VI., Seite 336).) Aber ich bin sehr froh, von Fuchsia usw. zu hören. Ich kann nicht herausfinden, was Hooker glaubt; er scheint das frühere kühlere Klima zuzugeben und im selben Atemzug die Idee zurückzuweisen. Um Hookers Worte zu erwidern: „Es ist für mich unerklärlich“, wie er den Transport von Samen von den Anden zu den Organ Mountains mit dem von einem Kontinent zu einer Insel vergleichen kann. Ganz abgesehen von der viel größeren Entfernung gibt es keine Wasserströmungen von einem zum anderen; und was in aller Welt sollte einen Vogel dazu bringen, diese Distanz ohne viele Pausen zu fliegen? Ich nehme keineswegs an, dass fast alle tropischen Formen während der Kälteperiode ausgerottet wurden; aber in etwas entvölkerten Gebieten, in die keine Migration möglich war, werden sich wahrscheinlich viele nah verwandte Arten seit dieser Zeit gebildet haben. Hookers Artikel in der „Natural History Review“ (364/2. Möglicherweise ein nicht namentlich gekennzeichneter Artikel mit dem Titel „New Colonial Floras“ (eine Rezension von Grisebachs „Flora of the British West Indian Islands“ und Thwaites' „Enumeratio Plantarum Zeylaniae“). – „Nat. Hist. Review“, Januar 1865, Seite 46. Siehe Brief 184.) ist sehr lesenswert; aber ich kann mich nicht erinnern, dass er gute Gründe für seine Überzeugung liefert, dass bestimmte Pflanzenordnungen einem eher kühleren Klima nicht widerstehen könnten, selbst wenn es ganz allmählich eintrat. Wir haben erst kürzlich gelernt, bei welch kühler Temperatur mehrere tropische Orchideen gedeihen können. Ich sah deutlich Hookers Schwierigkeit hinsichtlich der Bewahrung tropischer Formen während der Kälteperiode und versuchte mein Bestes, einen Ort nach dem anderen als Treibhaus für ihre Bewahrung beizubehalten; aber das hielt nicht stand, und es war eine bloße Einlenkerei meinerseits, als ich vorschlug, dass Längengürtel der Welt einer nach dem anderen abgekühlt wurden. Ich werde sehr gerne Agassiz' Brief sehen, wann immer Sie einen erhalten. Ich habe einen langen Brief geschrieben; aber ein Streit mit oder über Hooker tut mir immer unglaublich gut, und wir sind schon viele lange Jahre dabei. Ich kann nicht verstehen, ob er mich als einen Schlängler oder einen Hämmerer angreift, aber ich bin mir sehr sicher, dass eine Menge Schlängeln getan werden muss.
BRIEF 365. AN J.D. HOOKER. Down, 30. Juli [1866].
Vielen Dank für die Lupine. Ihr Brief hat mich außerordentlich interessiert und erinnert mich an alte Zeiten. Ich nehme an, da Sie schreiben, würden Sie gerne meine Auffassungen hören. Ich kann die Atlantis, die Madeira und die Kanarischen Inseln verbindet, nicht ohne die stärksten Beweise zugeben, und alles auf dieser Seite (365/1. Sir J.D. Hooker hielt am 27. August 1866 auf der Nottingham-Tagung der British Association einen Vortrag über „Insular Floras“. Sein Vortrag ist im „Gardeners' Chronicle“, 1867, Seite 6, wiedergegeben. Zweifellos bereitete er zu dieser Zeit seine Bemerkungen zur kontinentalen Ausdehnung vor, die die Form einer richterlichen Stellungnahme annehmen und die Argumente und Schwierigkeiten beider Seiten darlegen. Er fasst gegen die kontinentale Ausdehnung zusammen, die, wie er sagt, alles erklärt und nichts erläutert; „während die Hypothese der transozeanischen Migration, obwohl sie eine Vielzahl von Tatsachen unerklärt lässt, eine rationale Lösung vieler der verwirrendsten Phänomene bietet.“ In seinem Vortrag schrieb Sir Joseph, dass beim Aufstieg auf die Berge auf Madeira nur ein geringer Austausch von Tieflandarten durch solche höherer nördlicher Breitengrade stattfindet. „Pflanzen werden immer weniger, je höher wir steigen, und ihre Plätze werden nicht durch boreale eingenommen, oder nur durch sehr wenige.“): die Tiefe ist so groß; es gibt geologisch nichts auf den Inseln, das den Glauben begünstigt; es gibt keine endemischen Säugetiere oder Batrachier. Hat Bunbury nicht gezeigt, dass einige Ordnungen von Pflanzen auffallend mangelhaft waren? Aber ich verlasse mich hauptsächlich auf das große Ausmaß der spezifischen Unterscheidung bei den Insekten und Landschnecken von Porto Santo und Madeira: Sicherlich konnten die Kanaren und Madeira nicht verbunden gewesen sein, wenn Madeira und P. Santo lange getrennt waren. Wenn Sie Atlantis zugeben, denke ich, dass Sie verpflichtet sind, die Schwierigkeiten zuzugeben oder zu erklären.
Hinsichtlich der kalt-gemäßigten Pflanzen auf Madeira weiß ich natürlich nicht genug, um mir eine Meinung zu bilden; aber unter der Annahme von Atlantis kann ich sehen, dass ihre Seltenheit eine große Schwierigkeit darstellt; andernfalls, wenn man bedenkt, dass der Breitengrad nur ein wenig nördlich des Persischen Golfs liegt, und wenn man den langen Seetransport für Samen bedenkt, scheint mir die Seltenheit nördlicher Pflanzen nicht schwierig. Die Einwanderung könnte aus südlicher Richtung erfolgt sein, und es scheint, dass einige wenige afrikanische sowie kühlere Pflanzen den Bergen im Süden gemeinsam sind.
Da ich an gelegentlichen Transport glaube, kann ich nicht so viel Überraschung darüber empfinden, dass Madeira und die Kanaren vieles gemeinsam haben, da dies die einander am nächsten gelegenen Landpunkte sind. Was Sie über den großen Anteil seltener Arten bei den endemischen Pflanzen sagen, ist für mich ganz neu und sehr interessant. Aufgrund der größeren Größe der Werkstatt (d. h. größerer Wettbewerb und größere Anzahl von Individuen usw.) würde ich erwarten, dass kontinentale Formen, da sie gelegentlich eingeführt werden, immer dazu neigen würden, die insularen Formen zu schlagen; und da es in jedem Gebiet immer viele Formen geben wird, die mehr oder weniger selten sind und zum Aussterben neigen, hätte ich sicherlich erwartet, dass auf Inseln ein großer Anteil der selteneren Formen ihren Ursprung auf den Inseln hätte. Je länger eine Form auf einer Insel existiert, in die kontinentale Formen gelegentlich eingeführt werden, desto größer werden die Chancen sein, dass sie eigentümlich oder anormal in ihrer Natur und gleichzeitig spärlich an Zahl ist. Die Dauer ihres Bestehens hätte ihr früher auch die beste Chance gegeben, als sie noch nicht so selten war, weit verbreitet in angrenzende Archipele zu gelangen. Hier ist ein Schlängeln: je älter eine Form ist, desto besser ist die Chance, dass sie sich zu einem Baum entwickelt hat! Eine Insel wird, da sie vom Meer umgeben ist, freie Einwanderung und Wettbewerb verhindern, daher wird eine größere Anzahl alter Formen auf einer Insel überleben als auf dem nächsten Kontinent, von dem die Insel besiedelt wurde; und ich habe Clethra (365/2. Clethra ist eine amerikanische strauchartige Gattung der Ericaceae, die nirgendwo näher an Madeira vorkommt als in Nordamerika. Über diese Pflanze und Persea sagt Sir Charles Lyell („Principles“, 1872, Band II., Seite 422): „Als Relikte einer miozänen Flora betrachtet, sind sie genau solche Formen, wie wir natürlich erwarten würden, dass sie vom angrenzenden miozänen Kontinent gekommen sind.“ Siehe auch „Origin of Species“, Ausgabe VI., Seite 83, wo eine ähnliche Ansicht von Heer zitiert wird.) und die anderen außereuropäischen Formen immer als Überreste der tertiären Flora angesehen, die früher Europa bewohnte. Diese Bewahrung alter Formen auf Inseln erscheint mir wie die Bewahrung ganoidischer Fische in unseren heutigen Süßgewässern. Sie sprechen davon, dass es keine nördlichen Pflanzen auf Bergen südlich der Pyrenäen gibt: Täuscht mich mein Gedächtnis völlig, dass Boissier eine lange Liste von den Bergen in Südspanien veröffentlicht hat? Ich habe Wollastons „Catalogue“ (365/4. Wahrscheinlich der „Catalogue of the Coleopterous Insects of the Canaries in the British Museum“, 1864.) nicht gesehen, muss ihn aber kaufen, wenn er die Fakten über seltene Pflanzen enthält, die Sie erwähnen.
Und nun habe ich mehr als genug von meinen Auffassungen gegeben, von denen ich wohl weiß, dass sie in direktem Widerspruch zu all Ihren stehen werden.
Wollaston gibt in seinem „Insecta Maderensia“ (365/5. „Insecta Maderensia“, London, 1854.), 4to, Seite 12, und in seiner „Variation of Species“, Seiten 82-7, den Fall der apteren Insekten an, aber ich erinnere mich, dass ich einige zusätzliche Details ausgearbeitet habe.
Ich glaube, er gibt in diesen selben Werken den Anteil europäischer Insekten an.
BRIEF 366. AN J.D. HOOKER.
(366/1. Sir Joseph hatte gefragt (31. Juli 1866): „Gibt es einen Beweis dafür, dass der Süden Englands und Irlands während der Glazialepoche nicht untergetaucht waren, als der Westen und Norden Englands Inseln in einem glazialen Meer waren? Und angenommen, sie waren über Wasser, könnten die heutigen Atlantik- und Nordwest-Frankreich-Floren, die wir jetzt dort finden, während der Glazialepoche dort gewesen sein? – Doch das ist es, was Forbes verlangt, Seite 346. Auf Seite 347 sieht er diesen Einwand und schlängelt sich aus seiner Schwierigkeit, indem er das Datum des Kanals 'gegen Ende der Glazialepoche' ansetzt. Was setzt Austen als Datum des Kanals an? – ante oder post Glazial?“ Die Niveauschwankungen und andere Fragen werden in einem Aufsatz von R.A.C. Austen (später Godwin-Austen) behandelt: „On the Superficial Accumulations of the Coasts of the English Channel and the Changes they indicate.“ „Quart. Journ. Geol. Soc.“ VII., 1851, Seite 118. Nachruf von Prof. Bonney in den „Proc. Geol. Soc.“ XLI., Seite 37, 1885.)
Down, 3. August [1866].
Ich werde Ihren Brief Punkt für Punkt durchgehen. Es gibt gute Beweise dafür, dass Südost-England während der Glazialzeit trockenes Land war. Ich vergesse, was Austen sagt, aber Säugetiere beweisen, glaube ich, dass England seit der Glazialzeit mit dem Kontinent vereinigt war. Ich sehe Ihre Schwierigkeit hinsichtlich dessen, was ich über das Brechen einer Landenge sage, nicht: Wenn Panama durchbrochen würde, würde dann nicht die Fauna des Pazifiks in die Westindischen Inseln fließen oder umgekehrt und eine Vielzahl von Lebewesen vernichten? Natürlich bin ich kein Richter, aber ich dachte, De Candolle hätte seinen Fall bezüglich kleiner Baumbestände bewiesen. Sie finden auf Seite 112, 3. Ausgabe des „Origin“, eine zu knappe Anspielung darauf, dass die Flora Madeiras ein Überrest der tertiären europäischen Flora sei. Ich werde mich sehr für Ihre botanischen Schwierigkeiten gegen gelegentliche Einwanderung interessieren. Die Fakten, die Sie über bestimmte Pflanzen wie die Heiden angeben, sind sicherlich sehr merkwürdig. (366/2. In Hookers Vortrag nennt er die St. Dabeoc's Heide und Calluna vulgaris als die auffälligsten der wenigen borealen Pflanzen auf den Azoren. Darwin scheint von dem borealen Charakter der Azoren beeindruckt gewesen zu sein und nimmt damit die entgegengesetzte Ansicht zu der von Sir Joseph ein. Siehe Brief 370, Anmerkung.) Ich dachte, die Flora der Azoren sei borealer, aber was können Sie damit meinen, dass die Azoren näher an Britannien und Neufundland lägen als an Madeira? – auf dem Globus sind sie fast doppelt so weit entfernt. (366/3. Siehe Brief 368.) Hinsichtlich der Meeresströmungen habe ich früher Nachforschungen auf Madeira angestellt, kann Ihnen aber jetzt die Ergebnisse nicht mitteilen; aber ich erinnere mich, dass die Tatsachen anders waren als allgemein angegeben: Ich glaube, dass ein Schiff, das auf den Kanarischen Inseln Schiffbruch erlitt, an die Küste Madeiras gespült wurde.
Sie sprechen, als ob nur Landschnecken auf Madeira und Porto Santo unterschiedlich wären: Täuscht mich mein Gedächtnis, dass es eine Menge repräsentativer Insekten gibt?
Wenn Sie in Nottingham gelegentliche Transportmittel exorzieren, seien Sie ehrlich und geben Sie zu, wie wenig über das Thema bekannt ist. Denken Sie daran, wie kürzlich Sie und andere dachten, dass Salzwasser Samen bald töten würde. Bedenken Sie, dass es kein Koralleninselchen im Ozean gibt, das nicht ziemlich gut mit Pflanzen bekleidet ist, und die Wenigkeit der Arten kann kaum mit Gerechtigkeit auf die Ankunft weniger Samen zurückgeführt werden, denn Koralleninselchen in der Nähe von anderem Land unterstützen nur dieselbe begrenzte Vegetation. Denken Sie daran, dass niemand wusste, dass Samen viele Stunden in den Kropfen von Vögeln bleiben und ihre Vitalität behalten würden; dass Fische Samen fressen und dass, wenn die Fische von Vögeln verschlungen werden, die Samen keimen können, usw. Denken Sie daran, dass jedes Jahr viele Vögel nach Madeira und auf die Bermudas geweht werden. Denken Sie daran, dass Staub 1.000 Meilen über den Atlantik geweht wird. Wäre es nun, wenn man all dies bedenkt, nicht ein Wunder, wenn eine unbesiedelte Insel im Laufe der Zeitalter keine Kolonisten von Küsten erhielte, von wo Strömungen fließen, Bäume angeschwemmt und Vögel durch Stürme getrieben werden. Die Einwände dagegen, dass Inseln so besiedelt werden, sind, soweit ich verstehe, dass bestimmte Arten und Gattungen freier eingeführt wurden und andere weniger frei, als man hätte erwarten können. Aber dann tötet das Meer einige Sorten von Samen, andere werden durch die Verdauung von Vögeln getötet, und einige wären anfälliger als andere, an Vogelfüßen zu haften. Aber wir wissen so sehr wenig über diese Punkte, dass es mir scheint, dass wir überhaupt nicht sagen können, welche Formen wahrscheinlich eingeführt würden und welche nicht. Ich behaupte keinen Augenblick, dass bewiesen werden kann, dass diese Mittel der Einführung gewirkt haben; aber sie scheinen mir ausreichend, ohne gültige oder schwere Einwände, während es, wie mir scheint, die schwersten Einwände aus geologischen und pflanzengeographischen Gründen (Seiten 387, 388, „Origin“ (366/4. Ausgabe III. oder Ausgabe VI., Seite 323.)) gegen Forbes' enorme kontinentale Ausdehnungen gibt. Aber ich fürchte, dass ich Sie langweilen werde und gelangweilt habe.
Sie erwähnen („Journal“) keine Landvögel auf St. Helena, außer eingeführten. Beatson (Einleitung xvii) erwähnt einen (367/2. Aegialitis sanctae-helenae, einen kleinen Regenpfeifer, „sehr nahe verwandt mit einer in Südafrika vorkommenden Art, aber mit gewissen Unterschieden, die ihm den Rang einer eigentümlichen Art verleihen“ (Wallace, „Island Life“, Seite 294). In den früheren Ausgaben der „Origin“ (z. B. Ausgabe III., Seite 422) schrieb Darwin, dass „Madeira keinen einzigen eigentümlichen Vogel besitzt“. In Ausgabe IV., 1866, Seite 465, wurde der Fehler berichtigt.) „in beträchtlicher Anzahl“, der einer Sandlerche ähnelt – er wird „Drahtvogel“ genannt, hat lange grünliche Beine wie Drähte, läuft schnell, hat große Augen, einen mäßig langen Schnabel, ist ziemlich scheu und besitzt keine großen Flugfähigkeiten. Was war es? Ich habe Sclater geschrieben, um zu fragen, auch wegen der Vögel von Madeira und den Azoren. Es ist eine sehr merkwürdige Sache, dass die Azoren nicht die (nicht-europäische) amerikanische Gattung Clethra enthalten, die auf Madeira und den Kanaren vorkommt, und dass die Azoren keine Spur von amerikanischem Element enthalten (über das hinaus, was Madeira gemeinsam ist), mit Ausnahme einer Art von Sanicula, einer Gattung mit hakenförmigen Borsten an den kleinen Samenkapseln. Die europäische Sanicula streift von Norwegen bis Madeira, den Kanaren, Kap Verde, Kamerun, dem Kap der Guten Hoffnung und von Britannien bis Japan umher und kommt, glaube ich, auch in Nordamerika vor; sie tritt jedoch nicht auf den Azoren auf, wo sie durch eine Art ersetzt wird, die von einem entschieden amerikanischen Typus ist.
Dies spricht schwer gegen die Lehre, die Atlantis mit Amerika verbindet, und spricht sehr gegen Ihre transozeanische Migration – denn wenn man bedenkt, wie nah die Azoren an Amerika liegen und unter dem Einfluss des Golfstroms und der vorherrschenden Winde stehen, erscheint es sicherlich wunderbar. Die Azoren liegen nicht nur in einer Strömung, die die Küste der Vereinigten Staaten bestreicht, sondern sie liegen auch in den Südwestwinden und im Auge der Südwest-Wirbelstürme!
Ich nehme an, Sie werden antworten, dass die europäischen Formen prepotent sind, aber das heißt, die Präpotenz zu Tode zu reiten.
R.T. Lowe hat mir einen ausgezeichneten Brief über die Floren von Madeira, den Kanaren und Kap Verde geschrieben.
Ich habe Sie in die Irre geführt, wenn ich Sie glauben ließ, dass Wollastons Katalog irgendetwas über seltene Pflanzen aussagte. Ich bin durch diesen Vortrag zu Tode gearbeitet und beunruhigt: und verfluche mich als einen weichköpfigen und weichherzigen Dummkopf, dass ich ihn angenommen habe.
BRIEF 368. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, Montag [6. August 1866].
Nochmals danke für Ihren Brief. Sie brauchen nicht zu fürchten, dass ich Ihren Einwänden gegen die kontinentale Hypothese nicht gerecht werde!
Wenn ich wieder auf Seite 344 verweise (368/1. „Origin of Species“, Ausgabe III., Seiten 343-4: „In einigen Fällen jedoch, wie durch das Brechen einer Landenge und den daraus resultierenden Einbruch einer Vielzahl neuer Bewohner, oder durch das endgültige Absinken einer Insel, mag das Aussterben vergleichsweise schnell gewesen sein.“), kam es mir nie in den Sinn, dass Sie auf das Aussterben des marinen Lebens anspielten: eine Landenge ist ein Stück Land, und Sie fahren im selben Satz mit „einer Insel“ fort, was mich völlig aus dem Konzept brachte, denn die Zerstörung einer Landenge macht eine Insel!
Ich habe sicherlich nicht gesagt, die Azoren seien näher an Britannien und Neufundland „als an Madeira“, sondern „als Madeira an besagten Orten ist“.
Was die Madeirenser Coleoptera betrifft, so verlasse ich mich sehr wenig auf die lokale Verbreitung von Insekten – sie sind selbst so lokal. Ein Schmetterling ist in Kew eine große Seltenheit, selbst ein Weißling, obwohl wir von Gemüsegärten umgeben sind. Alle Insekten sind bei uns höchst selten, selbst die Arten, die auf der gegenüberliegenden Seite der Themse im Überfluss vorhanden sind.
So ist es auch mit den Muscheln, wir haben buchstäblich keine – nicht einmal eine Helix, obwohl sie in den Gassen 200 Yards von den Gärten entfernt im Überfluss vorkommen. Von den 89 Dezertas-Insekten sind [nur?] 11 eigentümlich. Von den 162 Porto-Santan-Insekten sind 113 Madeirenser und 51 Dezertaner.
Machen Sie sich keine Mühe mit Murray wegen der neuen Ausgabe der „Origin“ für mich. Sie werden mir alles mitteilen, was für mein Thema von Bedeutung ist.
BRIEF 369. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, 7. August 1866.
Lieber alter Darwin,
Sie dürfen mich nicht beunruhigen lassen. Ich bin ein dickköpfiges Schwein, aber Sie dürfen nicht unglücklich darüber sein, dass ich die gleiche Sache in einem anderen Licht sehe als Sie. Ich muss dem Grund dieser Frage auf den Grund gehen, und das ist alles, was ich tun kann. Eines Tages wird ein klügerer Kerl den Boden daraus herausschlagen und einen Weg finden, das zu erklären, was für einen Botaniker ohne eine zu unterstützende Theorie sehr große Schwierigkeiten sein müssen. Wahrlich, alles mag erklärt werden, wie Sie argumentieren, dass es sein wird – das gebe ich durchaus zu; aber unterdessen ist nicht alles so erklärt, und ich kann keine Hypothese akzeptieren, die so viele Fakten unerklärt lässt. Sie sagen, die gemäßigten Teile Nordamerikas [seien] fast zweieinhalbmal so weit von den Azoren entfernt wie Europa. Nach einer groben Berechnung auf Colonel James' Karte komme ich von den östlichen Azoren nach Portugal auf 850, von den westlichen zu Neufundland auf 1500, aber ich schreibe an einen Freund bei der Admiralität, um die Entfernung berechnen zu lassen (was aussieht, als würde man Nüsse mit Nasmyths Hammer knacken!).
Werden europäische Vögel nach Amerika geweht? Sind die Azoren-Errata eine feststehende Tatsache? Ich brauche sie sehr dringend, obwohl sie nicht von großer Bedeutung sind, da ein leichtes Absinken alle Beweise dieser Art verbergen würde.
Ich möchte unparteiisch zusammenfassen und das Urteil der Jury überlassen. Ich kann dies nicht tun, ohne alle Schwierigkeiten aufs Klarste darzulegen. Woher wissen Sie, wie es Ihnen bei mir ergehen würde, wenn Sie ein Kontinentalist wären! Dann müssen wir uns auch daran erinnern, dass ich einer Schar gegenübertreten muss, die alle auf der kontinentalen Seite stehen – tatsächlich so ziemlich alle Denker, Forbes, Hartung, Heer, Unger, Wollaston, Lowe (Wallace, nehme ich an), und jetzt Andrew Murray. Ich achte nicht auf all diese und schnippe mit den Fingern bei allen außer Ihnen; in meiner innersten Seele sage ich gewissenhaft, dass ich zu Ihrer Theorie neige, aber ich kann sie nicht als eine feststehende Wahrheit oder eine einwandfreie Hypothese akzeptieren.
Dass der „Drahtvogel“ ein Stelzvogel ist, ist eine merkwürdige Tatsache, die für Sie spricht... Wie sehne ich mich danach, wieder nach St. Helena hinauszufahren.
Natürlich akzeptiere ich die ornithologischen Beweise als ungeheuer stark, obwohl es ein Rätsel ist, warum sie westwärts geweht werden sollten und sich nicht spezifisch verändern sollten, wie es Insekten, Muscheln und Pflanzen getan haben.
BRIEF 370. AN J.D. HOOKER. Down, 8. August [1866].
Es wäre mir eine sehr große Freude, wenn ich denken könnte, dass meine Briefe für Sie von geringstem Nutzen wären. Ich muss mich schlecht ausgedrückt haben, wenn Sie annehmen, dass ich die Besiedlung von Inseln durch gelegentlichen Transport als eine wohlbegründete Hypothese betrachte. Wir beide geben die Schöpfung auf und müssen daher die Bewohner der Inseln entweder durch kontinentale Erweiterungen oder durch gelegentlichen Transport erklären. Nun, alles, was ich behaupte, ist, dass von diesen beiden Alternativen, von denen eine zugegeben werden muss, trotz sehr vieler Schwierigkeiten, der gelegentliche Transport bei weitem der wahrscheinlichste ist. Ich gehe noch einen Schritt weiter – ich behalte bei, im Wissen dessen, was wir wissen, dass es unerklärlich wäre, wenn unbesiedelte Inseln nicht zumindest in gewissem Maße durch diese gelegentlichen Mittel besiedelt würden. Europäische Vögel werden gelegentlich nach Amerika getrieben, aber weit seltener als in umgekehrter Richtung: sie kommen über Grönland an (Baird); doch wurde eine europäische Lerche auf den Bermudas gefangen.
Übrigens möchten Sie vielleicht hören, dass europäische Vögel regelmäßig über die nördlichen Inseln nach Grönland wandern.
Über die erratischen Blöcke auf den Azoren siehe „Origin“, Seite 393. (370/1. „Origin“, Ausgabe VI., Seite 328. Die Bedeutung der erratischen Blöcke auf den Azoren liegt darin, die Wahrscheinlichkeit zu zeigen, dass eisgetragene Samen die Inseln besiedelt haben, und so die Anzahl der europäischen Arten und ihren unerwartet nördlichen Charakter zu erklären. Darwins Freude über die Verifizierung seiner Theorie wird in einem Brief an Sir Joseph vom 26. April 1858 in den „Life and Letters“, II., Seite 112, beschrieben.) Hartung konnte sich bei Granitblöcken auf einer Vulkaninsel kaum irren.
Ich halte es nicht für ein Rätsel, dass Vögel auf Madeira nicht verändert wurden. (370/2. „Origin“, Ausgabe VI., Seite 328. Madeira hat nur einen endemischen Vogel. Darwin erklärt die Tatsache damit, dass die Insel mit Vögeln besiedelt wurde, die auf den benachbarten Kontinenten miteinander gekämpft hatten und wechselseitig angepasst geworden waren. „Daher wird, wenn sie sich in ihrem neuen Zuhause niedergelassen haben, jede Art von den anderen an ihrem richtigen Platz und in ihren Gewohnheiten gehalten worden sein und folglich nur wenig zu Veränderungen geneigt haben.“ Die Kreuzung mit häufig ankommenden Einwanderern wird auch dazu beitragen, die Veränderung gering zu halten.) Bitte sehen Sie auf Seite 422 der „Origin“ [Ausgabe III.] nach. Sie würden es nicht für ein Rätsel halten, wenn Sie die langen Listen gesehen hätten, die ich (irgendwo) über die Vögel habe, die jährlich, sogar in Schwärmen, nach Madeira geweht werden. Der gekreuzte Bestand wäre der kräftigere.
Denken Sie daran: Wenn Sie nicht vor Nottingham hierher kommen, werde ich mich, wenn Sie nicht hinterher kommen, für teuflisch schlecht behandelt halten.
BRIEF 371. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, 9. August 1866.
Wenn meine Briefe Sie nicht langweilten, ist es unmöglich, dass Sie annehmen, dass Ihre für mich von keinem Nutzen waren! Ich würde die ganze Sache hinwerfen, wenn nicht der Briefwechsel mit Ihnen wäre, der das einzige Stück Silber in der Angelegenheit ist. Ich empfinde es als widerlich, einen Punkt zu einem Spezialgebiet machen zu müssen, bei dem ich nicht ein bisschen weiter sehen kann, als ich konnte, bevor ich begann. Sicher, ich habe eine sehr viel klarere Vorstellung von den Pro und Contra auf beiden Seiten (obwohl dies eher vergessene Fakten als Wiederentdeckungen waren). Ich sehe die Seiten des Brunnens weiter unten deutlicher, aber der Boden ist so dunkel wie eh und je.
Ich glaube, ich kenne die „Origin“ in Bezug auf das Thema auswendig, und es war das Lesen, das die Fragen über Azoren-Findlinge und Madeira-Vögel nahelegte. Über die ersteren haben Sie und ich gesprochen, und ich glaubte mich zu erinnern, dass Sie eine Bestätigung wollten. Letzteres schlägt mir so auf: warum sollten Pflanzen und Insekten so umfassend verändert worden sein und Vögel überhaupt nicht? Ich verstehe vollkommen und fühle die Kraft Ihres Arguments in Bezug auf Vögel per se, aber warum gelten diese nicht für Insekten und Pflanzen? Können Sie nicht sehen, dass dies den Schluss nahelegt, dass die Pflanzen auf die eine Weise und die Vögel auf eine andere abgeleitet sind?
Ich nahm sicherlich als selbstverständlich an, dass Sie die Besiedlung [durch] gelegentlichen Transport als etwas noch mehr als eine „wohlbegründete Hypothese“ annahmen, aber Disputanten halten selten inne, um die Stärke der Meinung ihres Gegners zu messen.
Ich werde am Samstag in der übernächsten Woche bei Ihnen sein, hoffe ich. Ich wäre früher gekommen, habe aber so wenig Fortschritte gemacht, dass ich es nicht konnte. Ich bin jetzt bei St. Helena und werde dann zu Kerguelens Land gehen und damit abschließen.
(371/1. Nach Angabe der Entfernungen der Azoren usw. von Amerika fährt Sir Joseph fort:--)
Aber meiner Meinung nach [ist] das keine Verbesserung der Angelegenheit – denn ich frage nicht, warum die Azoren sogar proportional (zur Entfernung) eine kleinere Anzahl amerikanischer Pflanzen haben, sondern warum sie gar keine haben, wenn man bedenkt, dass die Winde und Strömungen in diese Richtung gehen. Die Bermudas sind in der Flora ganz amerikanisch, aber nach dem, was mir Col. Munro mitteilt, würde ich sagen, sie haben nichts als gewöhnliches amerikanisches Unkraut und den Wacholder (Zeder). Keine veränderten Formen, obwohl sie genauso weit von Amerika entfernt sind wie die Azoren von Europa. Ich nehme an, sie sind modern und außerhalb des Bereichs.
...Es gibt diesen für mich erstaunlichen Unterschied zwischen bestimmten ozeanischen Inseln, die durch kontinentale Erweiterung besiedelt wurden, und solchen, die durch Einwanderung besiedelt wurden (beiden Definitionen Ihrer Meinung nach folgend), dass die ersteren [kontinentalen] viele Typen des entfernteren Kontinents enthalten, die letzteren keine einzigen! Nehmen Sie Madagaskar mit seinen vielen asiatischen Gattungen, die in Afrika unbekannt sind; Ceylon mit vielen malaiischen Typen, die nicht auf der Halbinsel vorkommen; Japan mit vielen nicht-asiatischen amerikanischen Typen. Bairds Tatsache der grönländischen Migration war mir seit dem Schreiben meines Arktis-Artikels bekannt. Ich wünschte, ich wäre entweder von kontinentalen [Erweiterungen] oder von Transportmitteln so überzeugt wie von meiner Grönland-Hypothese!
Oh, mein Gott, was für ein Trost es ist, einen Glauben zu haben (spotten Sie nur).
BRIEF 372. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, 4. Dezember 1866.
Ich habe gerade das Neuseeland-„Handbuch“ (372/1. „Handbook of the New Zealand Flora.“) fertiggestellt und denke über eine Diskussion über die geografische Verbreitung usw. der Pflanzen nach. Es gibt kaum eine einzige einheimische einjährige Pflanze in der Gruppe. Ich wünschte, ich wüsste mehr über den früheren Zustand der Inseln und ob sie gestiegen oder gesunken sind. Es gibt vieles, das die Idee nahelegt, dass die Inseln einst während einer wärmeren Epoche verbunden waren, danach getrennt und flächenmäßig stark reduziert wurden zu dem, was sie jetzt sind, und schließlich ihre heutige Größe angenommen haben. Die bemerkenswerte allgemeine Einheitlichkeit der Flora, selbst der baumartigen Flora, über so viele Breitengrade hinweg, ist ein sehr bemerkenswertes Merkmal, ebenso wie die Repräsentation einer guten Anzahl der südlichen Hälfte bestimmter Arten des Nordens durch sehr nahe verwandte Varietäten oder Arten; und schließlich gibt es das immense Übergewicht bestimmter Gattungen, deren Arten alle ineinander übergehen und schrecklich variieren, und die eine aufsteigende Fläche nahelegen. Ich höre, dass ein Wal einige Meilen landeinwärts gefunden wurde.
BRIEF 373. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, 14. Dezember 1866.
Ich sehe nicht, wie die Berge von Neuseeland, Südaustralien und Tasmanien bevölkert worden sein könnten, und [mit] einem so großen Ausmaß an antarktischen (373/1. „Introductory Essay to Flora of New Zealand“, Seite xx. „Die Pflanzen der antarktischen Inseln, die gleichermaßen Einheimische von Neuseeland, Tasmanien und Australien sind, finden sich fast ausnahmslos nur auf den hohen Bergen dieser Länder.“) Formen, die Fuegia gemeinsam sind, ohne irgendeine Kommunikation. Und ich habe immer angenommen, dies sei vor der Einwanderung asiatischer Pflanzen nach Australien gewesen, und von welchen Pflanzen die gemäßigten und tropischen Pflanzen jenes Landes als veränderte Formen betrachtet werden können. Das Vorhandensein so vieler dieser gemäßigten und kalten australischen und neuseeländischen Gattungen auf dem Gipfel des Kini Balu auf Borneo (unter dem Äquator) ist ein gewaltiger Stolperstein und erfordert eine sehr ausgedehnte nördliche Verbreitung australischer gemäßigter Formen. Es ist eine schreckliche Annahme, dass die Ebenen von Borneo mit einer gemäßigt-kalten Vegetation bedeckt waren, die durch die zurückkehrende Kälte auf den Kini Balu getrieben wurde. Dann gibt es noch die sehr entfernte Verbreitung einiger australischer Typen nach Norden bis zu den Philippinen, China und Japan: das ist eine furchtbare und wunderbare Tatsache, obwohl, da diese Pflanzen meistens auch neuseeländisch sind, die Migration nach Norden östlich von Australien stattgefunden haben mag.
BRIEF 374. AN J.D. HOOKER. 24. Dezember [1866].
...Ein Wort noch zu der Flora, die von angenommenem pleistozänem antarktischem Land stammt und Landkommunikation erfordert. Dies wird, wie mir scheint, stark davon abhängen, wie weit Sie endgültig festlegen, ob Azoren, Kapverden, Tristan d'Acunha, Galapagos, Juan Fernandez usw., usw., usw. alle Landkommunikation gehabt haben. Wenn Sie dies nicht für notwendig halten, könnten Neuseeland usw. nicht während der beginnenden Eiszeit durch gelegentliche Mittel von antarktischem Land aus besiedelt worden sein? Was das Tiefland von Borneo betrifft, das während der Eiszeit von einer moderaten Anzahl gemäßigter Formen bewohnt wurde, so ist dies [so] weit davon entfernt, eine „schreckliche Annahme“ zu erscheinen, dass ich zu dem Grad von Bigotterie gelangt bin, dass ich es als bewiesen betrachte!
BRIEF 375. J.D. HOOKER AN CHARLES DARWIN. Kew, 25. Dezember 1866.
Ich war im Begriff, heute zu schreiben, als Ihr fröhlicher Brief heute Morgen kam, um Ihnen mitzuteilen, dass ich nach sorgfältiger Durchsicht der neuseeländischen Flora feststelle, dass es nur etwa dreißig angebliche einheimische Dikotylen-Einjährige gibt, von denen fast die Hälfte, da sie von Banks und Solander nicht gefunden wurden, wahrscheinlich nicht einheimisch ist. Dies ist gerade 1/20 der Dikotylen, oder, wenn man die zweifelhaften ausschließt, etwa 1/40, während der britische Anteil an Einjährigen 1/4,6 unter den Dikotylen ist!!! Von den eingebürgerten neuseeländischen Pflanzen ist die Hälfte einjährig! Ich nehme an, es kann keinen Zweifel daran geben, dass eine Vegetation mit laubabwerfenden Blättern mehr Bedingungen für das pflanzliche Leben bietet als eine immergrüne, und dass wir daher Länder, die durch gleichmäßige Klimate charakterisiert sind, als arm an Arten finden, und diese zu immergrünen Pflanzen machen. Ich kann diesen Punkt jetzt für Neuseeland und Britannien ausarbeiten. Japan mag eine Ausnahme sein: es ist ein außergewöhnliches immergrünes Land und hat scheinbar viele Arten, aber es hat so viel Neuheit, dass es in Wirklichkeit vielleicht nicht so reich an Arten ist, wie es daher aussieht, und ich glaube wirklich, es ist sehr arm. Es hat sehr wenige Einjährige. Dann denke ich wieder, dass die Anzahl der Pflanzen mit unregelmäßigen Blüten, und insbesondere solchen, die Insektenhilfe benötigen, mit der Immergrünheit stark abnimmt. Daher haben wir in allen feuchten gemäßigten Regionen in der Regel wenige Arten, viele immergrüne Pflanzen, wenige Einjährige, wenige Leguminosen und Orchideen, wenige Lepidopteren und andere fliegende Insekten, viele Koniferen, Amentaceen, Gramineen, Cyperaceen und andere windbestäubte Bäume und Pflanzen usw. Orchideen und Leguminosen sind auf Inselchen selten, weil die notwendigen befruchtenden Insekten nicht mit den Pflanzen migriert sind. Vielleicht haben Sie das veröffentlicht.
BRIEF 376. AN J.D. HOOKER. Down, 9. Januar [1867].
Mir gefällt der erste Teil Ihres Artikels in der „Gard. Chronicle“ (376/1. Der Vortrag über Insel-Floren („Gard. Chron.“ Januar 1867).) in einem außergewöhnlichen Maße: Sie haben meiner Meinung nach nie etwas Besseres geschrieben. Sie bitten um alle, auch um kleinliche Kritiken. In der ersten Spalte sprechen Sie von keinen alpinen Pflanzen und keinem Ersatz durch Zonen, was jeden mit Erstaunen erfüllen wird, der Humboldt und Webb über Zonen auf Teneriffa gelesen hat. Meinen Sie nicht boreale oder arktische Pflanzen? (376/2. Die Passage, auf die verwiesen zu werden scheint, erwähnt tatsächlich das Fehlen von BOREALEN Pflanzen.) In der dritten Spalte sprechen Sie so, als hätten Wilde (376/3. „Solche Pflanzen auf ozeanischen Inseln sind, wie die Wilden, die auf einigen Inseln so lange die einzigen Zeugen ihres Daseins waren, die letzten Vertreter ihrer jeweiligen Rassen.“) im Allgemeinen die endemischen Pflanzen der Atlantikinseln gesehen. Nun, wie Sie wissen, waren von allen Archipelen nur die Kanaren bewohnt. Haben Sie in der dritten Spalte wirklich Materialien, um über die Bestätigung des Verhältnisses von geflügelten und flügellosen Insekten auf Inseln zu sprechen?
Ihr Vergleich der Pflanzen von Madeira mit Inselchen Großbritanniens ist bewundernswert. (376/4. „Was sollten wir zum Beispiel sagen, wenn eine Pflanze, die so völlig anders ist als alles Britische wie die Monizia edulis... auf einem felsigen Inselchen der Scillies gefunden würde, oder eine andere Doldenpflanze, Melanoselinum... auf einem Berg in Wales; oder wenn die Isle of Wight und die Scilly-Inseln Varietäten, Arten und auch Gattungen hätten, die sich von allem in Britannien unterschieden und nirgendwo sonst auf der Welt gefunden würden!“)
Ich muss auf eine Ihrer letzten Notizen mit dem sehr merkwürdigen Fall des Anteils an Einjährigen in Neuseeland eingehen. (376/5. Zu diesem Thema siehe Hildebrands interessanten Artikel „Die Lebensdauer der Pflanzen“ (Englers „Botanische Jahrbücher“, Band II., 1882, Seite 51). Er zeigt, dass Einjährige in sehr trockenen Wüstenländern, in nördlichen und alpinen Regionen selten sind. Die folgende Tabelle gibt die Prozentsätze der Einjährigen usw. in verschiedenen Situationen in Freiburg (Baden) an:--
Einjährige. Zweijährige. Mehrjährige. Bäume und Sträucher. Sandige, trockene und steinige Orte: 21 11 65 3
Trockene Felder: 6 4 90
Feuchte Felder: 12 2 77 9
Wälder und Gebüsche: 3 2 65 31
Wasser: 3 97
Kultiviertes Land: 89 11
Sind Einjährige für kurze Jahreszeiten angepasst, wie in arktischen Regionen oder tropischen Ländern mit Trockenzeit, oder für periodisch gestörten und kultivierten Boden? Sie sprechen von immergrüner Vegetation, die zu wenigen oder eingeschränkten Bedingungen führt; aber ist immergrüne Vegetation nicht mit feuchtem und ausgeglichenem Klima verbunden? Impliziert ein sehr feuchtes Klima nicht fast (Tyndall) ein ausgeglichenes?
Ich habe, soweit ich mich erinnern kann, kein Wort darüber gedruckt, dass Orchideen und papilionacee Pflanzen auf Inseln wegen der Seltenheit von Insekten selten sind; und ich erinnere mich, dass Sie schrien, als ich dies in Bezug auf Papilionaceae in Neuseeland vorschlug, und bei der Aussage über Klee, der dort nicht säte, bis die Honigbiene eingeführt wurde, wie ich in meinem Artikel in der „Gard. Chronicle“ darlegte. (376/6. „In einer alten Nummer der ‚Gardeners' Chronicle‘ ist ein Auszug aus einer neuseeländischen Zeitung gegeben, in der großes Erstaunen darüber ausgedrückt wird, dass der eingeführte Klee nie frei säte, bis die Honigbiene eingeführt wurde.“ „On the Agency of Bees in the Fertilisation of Papilionaceous Flowers...“ („Gard. Chron.“ 1858, Seite 828). Siehe Brief 362, Anmerkung.) Ich war diese letzten paar Tage in törichtem Maße verärgert und genervt, weil ich hörte, dass mein Manuskript über Haustiere usw. zwei Bände ausmachen wird, beide größer als die „Origin“. Die Bände werden vollwertige Oktavbände sein müssen, also habe ich an Murray geschrieben, um vorzuschlagen, Details in kleiner Schrift zu drucken. Aber ich habe das Gefühl, dass die Größe in Bezug auf das Thema völlig lächerlich ist. Ich bin bereit, auf mich selbst und jeden Narren zu schwören, der ein Buch schreibt.
BRIEF 377. AN J.D. HOOKER. Down, 15. Januar [1867].
Danke für Ihren vergnügten Brief. Ich habe Ihren zweiten Artikel gelesen, und er gefällt mir noch besser als der erste, und mehr kann ich dazu nicht sagen. Durch reinen Zufall stieß ich gestern auf eine Passage bei Humboldt, wonach auf dem Pico de Teide ein Veilchen wächst, das auch in den Pyrenäen vorkommt. Wenn Humboldt Recht hat, dass die Kanarischen Inseln, die dem Kontinent am nächsten liegen, einen viel stärkeren afrikanischen Charakter haben als die anderen, sollten Sie das nicht kurz erwähnen? Ich weiß nicht, ob Sie die Ansicht zulassen – und falls ja, ob Sie sie erwähnen –, die mir wahrscheinlich erscheint: dass die meisten der auf die atlantischen Inseln beschränkten Gattungen (ich spreche nicht von den Arten) ursprünglich in Europa existierten, von dort stammten und auf diesem Kontinent ausgestorben sind. Auf diese Weise würde ich das Vorkommen eigentümlicher Gattungen auf den verschiedenen atlantischen Inseln erklären. Das über die Ilhas Selvagens ist großartig. Ich bin froh, dass Sie von VERBINDUNG sprechen, auch wenn das ein wenig zu eng klingt, anstatt von Kontinuität. Alles über St. Helena ist großartig. Sie haben keinen Glauben, aber wenn ich jemanden kennen würde, der auf St. Helena lebt, würde ich ihn anflehen, mir ein oder zwei Fässer Erde von einigen Zoll unter der Oberfläche des oberen Inselteils und von einem ausgetrockneten Teich nach Hause zu schicken, und so wahr ich ein Würmchen bin, würde ich eine Vielzahl verlorener Pflanzen erhalten.
Ich habe Ihnen vorgeschlagen, den Anteil an Pflanzen mit unregelmäßigen Blüten auf Inseln zu ermitteln; dies tat ich, nachdem ich eine sehr kurze Erörterung über unregelmäßige Blüten in meinem Lythrum-Artikel gegeben hatte. Aber was um Himmels willen hat ein bloßer Vorschlag wie dieser mit „meum und tuum“ zu tun? Sie haben mich sehr wegen der Dicke meines Buches getröstet, die mir dennoch den Magen umdreht, wenn ich daran denke.